Der Kassenpatient oder Besser reich und gesund

Eine Satire von Wolfgang Bittner.

Wissen Sie, dass man aus deutschen Krankenhäusern nicht selten kränker an Körper und Seele herauskommt als man hineingeht? Ein Beispiel: Kürzlich wurde mein Freund Walter wegen Verdachts auf Herzinfarkt – was sich erfreulicherweise als Fehldiagnose herausstellte – in die Klinik eingeliefert. Als Erstes musste er seine Versichertenkarte abgeben: AOK. Das erwies sich als ungünstig.

In der Notfallstation geriet er an eine sehr junge Assistenzärztin und einen offensichtlich gestressten Pfleger. Einen Oberarzt bekam er nicht zu Gesicht. Der Pfleger – Walter meint, es war ein Praktikant – bohrte wortkarg mehrmals in seinem linken Arm herum, bis er endlich eine passende Vene fand, um die Flexüle anzubringen und ihn an einen Tropf anzuschließen. Dann kam Walter in ein Dreibettzimmer mit zwei anderen Patienten, die jedoch bald starben.

Eigentlich war ihm schon klar, dass er keinen Herzinfarkt hatte, aber es fand sich niemand bereit, ihm zuzuhören. Zu Kontrollzwecken wurde ihm alle drei Stunden Blut abgenommen, allerdings aus dem rechten Arm, weil die Flexüle – offenbar ein Billigprodukt – nicht funktionierte. Ein Desinfektionsmittel wendete der wortkarge Praktikant nicht an. Er betastete die Armbeuge wie auch den Tupfer, bevor er ihn auf den Einstich drückte. Bald war Walters linker Arm dick angeschwollen. Es fehlte nicht viel – so sagt er –, und er hätte einen Herzinfarkt bekommen.

Wäre er nicht Kassenpatient, sondern Privatpatient gewesen, hätte Walter natürlich Chefarztbehandlung beanspruchen können und womöglich bessere Chancen gehabt, das Krankenhaus gesund zu verlassen. Doch ihm als AOK-Patient war das nicht vergönnt. Als er nämlich einige Tage später mit seinem entzündeten Arm schwach und zittrig einen Arzt aufsuchte, bei dem er als Kassenpatient erst mal drei Stunden warten musste, wurde bei ihm MRSA festgestellt: Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus. Hinter vorgehaltener Hand erfuhr er, dass die meisten deutschen Kliniken im Gegensatz zum Beispiel zu niederländischen Kliniken von derartigen Keimen befallen sind, die inzwischen gegen sämtliche Antibiotika resistent sind.

„Da kann ich weiter nichts machen“, soll der Arzt gesagt haben, vielleicht werde sich Walters Körper selber helfen. Der Körper tat es, allerdings dauerte das einige Monate, in denen sich Walter ziemlich elend fühlte. Weniger Glück hatte eine Mitpatientin, die am Fuß operiert worden war und eine Knochenentzündung bekam; ihr wurde das Bein amputiert.

Kürzlich war zu lesen, dass in Deutschland jährlich bis zu 40.000 Menschen an Infektionen mit MRSA sterben. Seither hat Walters Abneigung gegen Krankenhäuser und gegen unser Gesundheitssystem traumatische Züge angenommen. Zurzeit ist er wegen einer Krankenhausphobie in psychotherapeutischer Behandlung.

Aus dem Satire-Buch von Wolfgang Bittner „Die Abschaffung der Demokratie“, Westend Verlag 2017.

Der Schriftsteller und Jurist Dr. Wolfgang Bittner lebt in Göttingen. Im Juni 2017 erschien von ihm im Westend Verlag eine überarbeitete und um 111 Seiten erweiterte Neuausgabe seines Buches „Die Eroberung Europas durch die USA“.

Siehe auch: KenFM im Gespräch mit Wolfgang Bittner

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22 Kommentare zu: “Der Kassenpatient oder Besser reich und gesund

  1. Rechtsstaat oder Rechtsbankrott ?

    Zum Inhalt des KroKo- Koalitionsvertrag:
    Der Inhalt sagt zum Bsp. , Seite 124 Zitat :
    “ Wir wollen die Klagebefugnis auf festgelegte qualifizierte Einrichtungen beschränken, um eine ausufernde Klageindustrie zu vermeiden. Bewährte wirtschaftliche Strukturen sollen nicht zerschlagen werden. “
    Alles klar? …wirtschaftliche Strukturen, wie etwa die Datenkraken von Bertelsmann, Amazon, Google, …Windows dürfen weiter spionieren und bleiben steuerfrei.
    Man hat es bis heute noch nicht einmal geschafft, die Auswirkungen des Ersten Gesetz über Bereinigung von Bundesrecht im Zuständigkeitsbereich d. Bundesministerium der Justiz , vom 24.04.2016 zu Bonn , 866 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2006, Teil I Nr. 18 und auch nicht das Zweite von 29.11.2007 ( 2614 ) vom 29.11. 2007 und auch nicht das Dritte ( 1864) Teil I Nr. 63 vom 14.12.2010 durchzusetzen.
    Die Urteile werden unverlangt und somit rechtswidrig als Ausfertigungen und Abschriften – ohne Unterschrift des Richters – versendet.
    Alle gelben Briefe werden in d. R. rechtswidrig versendet, weil dies „ Beamten „ vorbehalten ist und eine Empfangsbestätigung in d. r. nach ZPO vorgeschrieben ist.
    Nach der Änderung der GVO 2012 ( Gerichtsvollzieherordnung ) sind Gerichtsvollzieher Gewerbetreibende und haben keine hoheitlichen Rechte mehr, weshalb Sie auch keinen Beamtenausweis vorzeigen können, sondern nur Dienstausweise.

    In diesen Bundesbereinigungsgesetz wurde zum Bsp. der Geltungsbereich der Owig aufgehoben ( 2622 Artikel 57 ) und weitere Teile von ZPO und StrafprozessO.
    Es ist noch nicht mal klar, ob das Grundgesetz ( siehe dazu Artikel 23 bis 1990, 1990-1992 aufgehoben, ab 1993 neu EU Bürger …) in allen Bundesländern gilt !
    Auch zu Fragen der Staatsangehörigkeit gibt es keine klaren Antworten!
    So schreibt das sächs. Innenministerium auf meine Anfrage am 29.08.2016 ( zu Wahlen, Wahlberechtigung ist Voraussetzung Artikel 116 Abs. 1 . GG zu erfüllen ) :

    Zitat:
    „ Es ist richtig, dass mit dem Personalausweis kein Nachweis der deutschen Staatsangehörigkeit möglich ist. Er legt lediglich die Vermutung nahe , dass der Ausweisinhaber deutscher Staatsangehöriger ist. Das Bestehen der deutschen Staatsangehörigkeit wird auf Antrag von der deutschen Staatsangehörigkeitsbehörde verbindlich festgestellt …“ Zitat Ende.

    In meinen Landkreis ist diese „ Staatsangehörigkeitsbehörde „ das Landratsamt Freiberg, Abteilung Ausländerbehörde !!!!
    Und wenn Sie dann diesen „ Staatsangehörigkeitsausweis „ ( im Volksmund „ gelber´ Schein genannt ) habe, werden Sie von Behörden in die Schubblade von „ Reichsbürgern „ gesteckt. Dies ohne das dieser Begriff und deren gesetzliche, geschichtliche Grundlagen jemals benannt wurden und es keine „ Reichsbürger „ geben kann, denn diese müssten mind. 21 Jahre vor 1934 geboren sein.
    Hat das alles was mit Rechtsstaatlichkeit zu tun und mit der Einhaltung des Grundgesetzes?

    Am 24.01.2018 um 8 UHR wurde ich in meinem Haus von 4 Polizisten, einem Gerichtsvollzieher, einem Mitarbeiter der Firma I-netz und einer Person vom Schlüsseldienst überfallen. Keiner zeigte mir ein Urteil, keiner hat sich ausgewiesen, wie das zum Bsp,. in § 8 der sächs, Polizeiverordnung steht. Es ging um den Wechsel der Gasuhr, aber ich habe mit I-netz keinen Vertrag. Ich habe Strafanzeige erstattet, bis heute keine Antwort.

    Und zur Rechtsstaatlichkeit gehört auch das Thema Friedensvertrag mit den Alliierten, Geltung der Shaef –Gesetze und HLO zu klären. Fragende werden in diesem Land kriminalisiert und landen im Schubfach von Verschwörungstheoretikern und „ Reichsbürgern „ !
    Dazu verweise ich auf das Buch:
    „ Ist Deutschland ein souveräner Staat „ von Wolfgang Schimank, Anderwelt Verlag.

    Die Menschenrechte nach Grundgesetz Artikel 1-9 und die Vorgaben aus Artikel 20 ( ein sozialer Staat,…alle Macht geht vom Volke aus …) werden in diesem Land tagtäglich tausendfach verletzt !! Siehe u.a. Unverletzlichkeit der Wohnung , Artikel 13, wie in meinem Fall –Überfall am 24.01.2018 auf mich und mein Haus.

    Rechtsstaat ? Wo ???? Nationalstaat ? Wo ?
    Oder sind wir schon Teil eines „ der Vereinigten Staaten von Europa „ ( siehe GG Artikel 23 ) und wissen davon nichts? Gefragt hat man uns auch nicht !

    Das Versicherungen nun meist völlig ohne rechtsgültige Schreiben versenden, sollte auch mal hinterfragt werden, oder ? Aber selbst die Bafin hält es nicht für nötig, Ihre Schriftstücke zu unterschreiben, Müller i.A. ist keine rechtsgültige Unterschrift !
    Alte Schreiben weisen noch die Unterschriften ppa Vorname Familiename aus, daneben die 2. Unterschrift IV. Vorname und Familiename mit handschriftlicher Unterzeichnung.
    Warum wird das heute nicht mehr gemacht?
    Da spielt wohl die Haftung nach BGB §§ 823 und 839 ( Behörden ) eine Rolle.

    Die Herstellung eines funktionierenden gerechten Staates , eines Rechtsstaates muss dringend gefordert werden – von allen Bürgern, auch bezüglich der Verstöße zum Asylrecht und der illegalen Einwanderung.
    Und Staatsbedienstete ( egal ob nun als Beamte oder Bedienstete ) haben Vorbild zu sein und das Recht einzuhalten und zu garantieren. Sie haben keine Sonderrechte, Recht zu brechen, viele tun es aber oft …ungestraft und dies führt zum Rechtsbankrott- siehe jurist. Wörterbuch Vahlen Jura , Seite 347 !

    Von Demokratie kann in diesem Land keine Rede mehr sein !

    Eberhard Stopp ( tätig als versicherungsmakler )
    13.02.2018

  2. Überlegenswert finde ich auch die politisch-gesellschaftliche Dimension der Einrichtung Krankenhaus: Gehörte es früher noch zum üblichen Straßenbild, dass auch nicht gesunde und behinderte Menschen Teil des Tagesgeschehens waren, die gesellschaftliche Norm also auch Menschen umfasste, die wirtschaftlich nicht oder nicht vollständig „verwertbar“ waren, sind diese inzwischen weggesperrt, angeblich zu ihrem eigenen Wohl.
    So ist ein bereinigtes Straßenbild entstanden, welches vortäuscht, dass es „normal“ ist, fit und gesund zu sein (die entsprechenden Medien zur Selbstoptimierung tragen das Ihrige dazu bei). Dass „fit und gesund“ ein Zustand ist, der nicht nur Wohlbefinden, sondern auch die moralische Verpflichtung zur Arbeit mit sich bringt, kommt der Wirtschaft ganz gelegen.

    Gehörte der sog. Gesundheitsbereich früher noch zur ebenfalls so genannten staatlichen Daseinsfürsorge (welch eine Verbrämung) und erzeugte in vielen Menschen die Illusion, sie könnten die Sorge für ihr eigenens Wohlergehen an den Staat delegieren, haben die stattgefundenrn Privatisierungen den Schleier der Illusion inzwischen gelüftet. Auch die Behandlung von Krankheiten ist heute nichts anderes als ein Geschäft. Und die Wirtschaft ist wiederum nicht nur direkter, sondern auch indirekter Nutznießer. Vieler Orten hört man ältere Menschen sagen: „Alles darfst du werden, nur nicht alt und krank.“
    Das individuelle Selbstwertgefühl wird durch die geänderten Zustände im sog. Gesundheitswesen offenbar sehr subtil und sehr erfolgreich den Kriterien der wirtschaftlichen Verwertbarkeit angepasst.

  3. Mein Eindruck von Krankenhausaufenthalten hat mich auch eher negativ prägen lassen. Damit will ich nicht sagen, das jedes Krankenhaus schlecht arbeitet aber sehr würdevoll geht es in vielen Krankenhäusern einfach nicht zu. Ich habe schon die Schlimmsten Sachen dort erleben müssen!

  4. Endlich mal hier ein Artikel, der diese Problematik behandelt! Ich bin 70 Jahre alt und war nur zwischen 1970-1985er Jahren ein paar wenige male bei Kassenärzten, wegen Krankschreibungen und meiner Amalgamvergiftung, wobei ich mir letzteren Besuch hätte sparen können, denn da kann sowieso nur die Alternativmedizin mit Schwermetallausleitungen etc. helfen, denn die Schulmedizin behauptet in Deutschland ja bis heute, nur für Kleinkinder und Schwangere könne Amalgam in den Zähnen schädlich sein. In anderen Ländern ist es übrigens schon seit längerem verboten. Insofern ist das deutsche Gesundheitssystem besonders pharmafreundlich. Es wir übrigens in keinem anderen Land so viel (überflüssig und deshalb schädigend) operiert, wie hier. Ansonsten meide ich die Schulmedizin sowieso wie der Teufel das Weihwasser und erst recht die Krankenhäuser. Als Kind wurde ich homöopathisch betreut und verdanke diesem Umstand, dass ich vor dem Mandelentfernungsboom in Deutschland verschont geblieben bin(angeblich viel zu große Tonsillen, die jeder HNO sofort rausoperieren lassen wollte, aber ich habe sie heute noch und sie erfüllen ihren Zweck der Entgiftung des Organismus‘ wunderbar und sind kerngesund).
    Mein Mann z.B. hatte da weniger Glück. Ihm wurde als Kind wegen Atembeschwerden die Mandeln rausgeschnitten, weil sie angeblich zu groß waren und „die Atemluft nicht daran vorbeikäme“, so die Diagnose. Dabei ist angeblich eine Ader im Hals geplatzt und er wäre fast verblutet. Er musste dann deshalb noch in ein Erholungsheim(heute Reha) und bei einem Spaziergang hatte er dann wieder die selben Atembeschwerden wie vorher. Die Kinderkrankenschwester diagnostizierte dann Kinder-Asthma. Es war also eine totale Fehldiagnose gewesen. Das Kinderasthma ist in der Regel psychisch und so war es auch bei meinem Mann. Es verschwand dann nach ein paar Jahren ohne Behandlung von selbst und ist nie wieder aufgetaucht.

    • Es nützt bei dieser Art Medizinversorgung auch nicht viel, reich zu sein. Denn bei Privatpatienten werden u.U. noch viel mehr überflüssige OP’s und teure Pharma mit Nebenwirkungen verschrieben, weil es da viel mehr Geld zu verdienen gibt. Und bei einem Bekannten von uns, der privatversichert war, haben sie z.B. Chefarztbesuche verrechnet, die gar nicht stattgefunden hatten.

  5. Also, wenn ich die Kommentare hier lese, wird mir wieder nur schlecht.
    In meinem Bekanntenkreis hat jemand Bauchspeicheldrüsenkrebs. Bis die Diagnose überhaupt mal diagnostiziert worden ist, war schon viel zu viel Zeit verloren gegangen. Stattdessen hat man ihm Flohsamen gegen seine Krämpfe verordnet und das von sog. Fachärzten. Die waren gar nicht richtig bemüht, seine geschilderten Symptome ernst zu nehmen. Im Krankenhaus auf der Palliativstation ging es weiter. Die Behandlung war richtig schlecht, wie ich fand und der Patient hat nie einen Oberarzt sprechen können, höchstens mal ganz knapp bei der Visite. Bei allem Verständnis am Mangel und Kürzung des Pflegepersonal, aber so kann man doch nicht mit Menschen umgehen. Der Patient ist 55 Jahre alt. Die Ärzte geben ihm, wenn alles gut läuft, vielleicht noch ein halbes Jahr… Er bekommt eine sehr starke Chemotherapie, die er nicht einfach so weg stecken kann. Die Therapie ist etwas reduziert worden, damit er sich nicht total abquält. Er hat stark an Gewicht verloren und wiegt nur noch 50 Kilogramm. Obendrein hat er noch mit Depression zu kämpfen. Mir fehlen eigentlich die Worte um überhaupt etwas darüber schreiben zu können. Wenn man den Beruf der Krankenschwester/Pfleger ergreift, sollte man sich im Klaren sein, dass man es auch wirklich mit Menschen zu tun hat und nicht mit DINGERN! Absolut unmenschlich und unverständlich wie sich das Pflegepersonal den Patienten gegenüber verhält. Von mangelnder Hygiene will ich erst gar nicht sprechen. Und für dich Paleene, kann ich nur hoffen, dass Du nicht Krank oder einmal Alt wirst. Ich denke wir steuern auf eine richtig unmenschliche Katastrophe zu, die Resultat eines wahnsinniges, krankes Systems ist.

    • Ich bin bald 71 war schon seit über 30 Jahren bei keinem Arzt mehr(außer Zahnarzt) und habe auch nicht vor, in meinem Leben noch einmal zu einem zu gehen. Bei Vorsorgeuntersuchungen war ich auch nie. Ich habe mir selbst genügend Wissen über gesunde Ernährung(seit 13 Jahren vegan) und Naturheilkunde angeeignet, so dass ich mich immer gut selbst verarzten kann. Viel besser und ungefährlicher als Kassenärzte und Krankenhäuser. Als ich jetzt manchmal ein bisschen Sodbrennen hatte, habe ich mir z.B. Fachinger Heilwasser besorgt und das hat als Arztnei vollauf genügt. Die Schulmedizin schießt in der Regel „mit Kanonen auf Spatzen“ und fügt der Erkrankung nur noch andere, oft viel gefährlichere zu mit ihren Chemopillen und Fehloperationen. Diese Art Medizinwissenschaft verdient eigentlich diesen Namen gar nicht, denn sie weiß über die wahren Funktionen des Gesamtorganismus gar nichts. Alle anderen bekannten Heilmethoden wissen mehr und haben mehr Heilpotenzial als die Schulmedizin. Es ist eine lebensfeindliche Wissenschaft, die immer nur an Symptomen herumdoktert und damit Profit generiert, aber keine wirkliche Heilung.

    • @ Ahimsa

      Danke, genau so geht’s.

      Wenn die Menschen einfach mal überlegen würden, wieviel TOTE Nahrung sie täglich zu sich nehmen, wäre schon ein großer Schritt getan. („Eure Nahrung soll euer Heilmittel sein.“)
      Als Einstieg empfehle ich neben anderen Texte von Dr. Maximilian Oskar Bircher-Benner, Prof. Dr. med. Werner Kollath, http://www.dr-bruker.de.
      Und generell die Bücher von Vadim Zeland. 😉

    • @ Filoupe

      Vielen Dank für die Sorge. Es gibt für sie allerdings keinen Grund, denn ich beabsichtige in Gesundheit alt zu werden (ja, das geht, auch wenn die Werbeindustrie täglich das Gegenteil in jnsere Köpfe zu hämmern versucht.
      Weshalb ich mich (ich bin jetzt 59) mit lebendiger Nahrung ernähre und mich geügend an frischer Luft und Sonne bewege. Vor allem aber richte ich mich gedanklich auf ein Alter in Gesundheit aus, denn Energie folgt der Aufmerksamkeit, ohne Ausnahme.

  6. Die Zustände in den deutschen Krankenhäusern sind wirklich einfach nur noch katastrophal. So gut wie jedem Kassenpatienten oder engen Angehörigen, der einige Zeit dort verbringt, wird das schmerzlich bewusst. Wie die Leute es dann trotzdem fertigbringen, z.B. CDU zu wählen – auch und gerade ältere Leute mit Krankenhauserfahrung – bekomme ich nach wie vor nicht in meinen Kopf.

    Sehr gelungen fand ich übrigens folgendes:
    youtube.com/watch?v=bWERypqKF6U

    • Wie die Leute es dann trotzdem fertig bringen… Kann ich dir beantworten. Das kommt durch die alle paar Jahre wechselnde Regierung. Die CDU-Jünger sagen unisono „da ist einzig und allein die SPD dran schuld“. Kein Witz! Das is wie’n altes Pingpongspiel. Jede Seite schiebt den Niedergang der anderen Seite in die Schuhe.

      Aber das „Satire Gefühl“ hat sich bei mir beim Lesen vom Artikel auch nicht eingestellt. Und ich glaub jeder von uns kennt mittlerweile jemanden, in direkter Nähe, der solche Erfahrungen durchgemacht hat.

    • Und lies mal diesen Artikel von Butterwegge.

      „Dabei hat die SPD ihr Modell einer Bürgerversicherung unter dem Druck der mächtigen Lobbygruppen längst so weit verwässert, dass es nun wirklich nicht mehr als Bürgerschreck taugt. Demnach könnten auch Privatkassen die Bürgerversicherung als Spezialtarif anbieten, die Beitragsbemessungsgrenze würde weder abgeschafft noch angehoben und auf Vermögenseinkünfte sollen auch zukünftig keine Beiträge anfallen. Bei diesem „entschärften“ SPD-Konzept handelt es sich insofern um Etikettenschwindel, als bloß die Konkurrenzbedingungen zwischen gesetzlichen und privaten Krankenkassen mit dem kontraproduktiven Ziel angeglichen werden sollen, den Wettbewerb zwischen ihnen zu intensivieren.

      Dadurch entstünde aber kein solidarisches Gesundheitssystem, vielmehr wüchse sogar die Gefahr, dass auch die gesetzlichen Kassen von Brüssel als Wirtschaftsunternehmen behandelt und dem EU-Wettbewerbsrecht unterworfen, die Tendenzen zur Privatisierung und Kommerzialisierung dieses Bereichs also verstärkt werden.“

      fr.de/politik/meinung/gastbeitraege/buergerversicherung-spd-konzept-ein-etikettenschwindel-a-1417710,0#artpager-1417710-0

  7. Solche Artikel sind weder hilfreich, noch sind sie als Satire allzu unterhaltsam. Als Arzt darf ich mir vielleicht den Hinweis erlauben, dass der Besuch durch den Chefarzt dem Patienten nur selten hilft. Es ist also, medizinisch gesehen, keine Zweiklassen-Medizin, wenn nur der Privatpatient dieses Privileg hat. Er wird halt gemolken wie eine Kuh. Ihm bringt das nichts, dem Bankkonto des Chefarztes schon.

    Wer mit dem deutschen Gesundheitssystem unzufrieden ist, sollte vielleicht mal ein paar Monate als Krebspatient in England, den USA oder Österreich verbringen. Sofern er das überhaupt überlebt.

    Wenn Herr Bittner schon ein persönliches Beispiel gibt, darf ich das vielleicht auch. Kürzlich ist eine Tante von mir im Alter von 72 Jahren an einem Doppeltumor in Lunge und Darm erkrankt (keine Metastasen, sondern zwei Primärtumore). Sie war seit ca. 45 arbeitslos und hat somit nur wenig aus eigener Leistung einzahlen können. Sie bekam innerhalb von wenigen Wochen das volle Programm inkl. OP, Chemo und Bestrahlung und gilt als geheilt.

    Bei allem Respekt, Herr Bittner: Ein System, das dergleichen erlaubt, halte ich für überragend gut.

    Ganz nebenbei: Evidenz-basiert macht die Desinfektion bei einer Venenpunktion keinen Unterschied. Die Einwirkzeit ist zu kurz. Es ist eher ein Ritual, das den Patienten beruhigen kann. Eine Entzündung ist leider immer möglich. Auch bei besonders sorgfältiger Arbeit.

    • Ich glaub ich träum… Moment, ich kneif mich mal.

      Haben Sie gerade allen Ernstes unser Gesundheitssystem als ÜBERRAGEND GUT bezeichnet?

      Na det nenn ich ne gelungene Satire!

    • Ob ein Chefarzt eine Flexüle besser legt als eine Person, die das des öfteren macht, sei mal dahingestellt.
      Sicher ist es auch Glückssache, an wen man gerät.
      Ich denke auch das das deutsche Gesundheitssystem besserst als sein Ruf.
      Geht zu Ärzten, denen ihr vertraut.
      Es gibt überall Leute mit Dollarzeichen in den Augen. Die gilt es zu meiden, wenn es geht.
      Das bei der Hygiene in vielen Deutschen Krankenhäusern ein Defizit besteht, ist wohl nicht von der Hand zu weisen,
      was wohl der zu dünnen Personaldecke und der vielen Aufgaben geschuldet ist.
      Ich wäre dafür, das Privat- und Kassenpatienten gleichgestellt sind, was man über gleiche Honorare für gleiche Leistungen regeln könnte, wenn man denn wollte.

      MJKK2, was halten Sie davon?

    • Wenn der Eid des Hippokrates nur als Pestigeobjekt an den Wänden der Ärzteburos hängen sowie weiterhin keine Bedeutung mehr haben gegenüber das Eurozeichen in den Augen der Ärzte, dann könnte man doch zurückgehen in die Zeit wie die des chinesischen Medizins: erst wenn der Patient gesund ist, wird der Arzt gewürdigt.

    • Meine Mutter hat damals kein volles Programm mit Bestrahlung bekommen. Eine Bettnachbarin meiner Mutter hat auch keine Bestrahlung bekommen.Somit ist ihr Beispiel wohl eher ein Einzelfall gewesen. Außerdem ist doch auch bekannt, das Krankenhäuser viel Geld für Chemotharapien bekommen. In fast allen Krankenhäusern wird an Pflegepersonal etc. gespart, was dazu führt, dass es an fachlich, kompententen Pflegern mangelt.

      https://www.youtube.com/watch?v=qKr6Sxqd7Wc

      http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2018-01/krebs-medikamente-chemotherapie-betrug-bottrop-apotheker

      http://www.vitamine-sind-leben.de/hintergrund/geschaeft_mit_der_krankheit.html

    • Lieber MJKK2,
      ich könnte hier aus eigener Erfahrung einen Roman schreiben, wie Sie aber schon sagten, es macht das Problem nicht besser. Die Aufmerksamkeit, die so ein Artikel erzeugt, und für die ich ihn auch als sinnvoll erachte, kann Herr Bittner mit seinen Texten sehr viel besser generieren.

      Kurz zwei Punkte. Ich bin in diesem System als chronisch kranker Dialysepatient hervorragend versorgt und selbst wenn ich die offensichtlichen Probleme der Versorgung anderer und der „zwei Klassen Medizin“ im allgemeinen sehe und für verwerflich halte, bin ich sehr froh derzeit Kassenpatient zu sein. In meiner Situation ist das ein großer Vorteil, da meine Behandlungen ohne Probleme abrechenbar sind und ich, zum großen Teil deswegen, den geballten Service des Gesundheitssystems erhalte. Das ist von meiner Warte aus betrachtet immer wieder sehr beeindruckend und ich bin sehr dankbar dafür, da ich weiß, dass mein lebenslang eingezahlter finanzieller Beitrag in dieses System an meinem ersten Krankenhaustag durch Behandlungen verbraucht wurde. Ich leben also die letzten drei Jahre wegen dieses Systems – wegen Ihnen und euch lesenden. Dankeschön!

      Ihr Beispiel der Desinfektion bei einer Venenpunktion stimmt vielleicht für kurze Einwirkzeiten. Wenn man aber, wie es sich gehört, 30 Sekunden wartet und dann ein zweites Mal desinfiziert bevor man die Nadel legt (passiert bei mir mehrmals monatlich) sollte es auch hygienisch etwas bringen…

      Hier sprechen Sie aber ungewollt das letzte und entscheidende Problem im Krankenhaus an: die Zeitknappheit der Ärzte, Pfleger und ihrer weiblichen Pendants, die durch den chronischen Personalmangel und die völlige profitisierung des Krankenhausbetriebes entstanden ist.

      Ein Krankenhaus muss und darf nicht profitabel arbeiten müssen, deswegen ist Ihr Beruf ja auch einen „sozialer Beruf“ und das Haus ein soziales. So wie eine Medienanstalt, die öffentlich rechtliche Gelder bezieht, auch nicht die Einschaltquote zum goldenen Kalb machen darf.

      Ein Krankenhausbetreiber oder dort Angestellter, der Chef eines Altersheims, ein Opernhausintendant, die Geschäftsführung eines Theaters, der Chef des öffentlichen Nahverkehrs einer beliebigen Stadt, ein Professor an der Uni, ein Politiker, ein Angestellter der ARD, das Mitglied eines Rundfunkrates, ein Beamter welcher Couleur auch immer ist niemals ein „Manager“, so sehr er sich auch als ein solcher sehen mag. Er ist Sozialarbeiter.

      Wenn wir das nicht flächendeckend in die Köpfe kriegen, ist dieser Sozialstaat erledigt.

    • Hallo schwarz ist weiß,

      ich bin natürlich für die Abschaffung der privaten Krankenversicherung (bin selbst privat versichert). Ich sehe dafür keinen guten Grund. Die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht perfekt, aber relativ preiswert und leistungsfähig.

    • Hallo MJKK2,
      danke für die Antwort.
      Ich finde es wichtig und hilfreich, die Meinung von Leuten die im Gesundheitssystem arbeiten, zu hören.

      Das sich auf Seiten der Patienten negative Erfahrungen im Gehirn einbrennen, ist verständlich aber nicht objektiv.
      Das geht ja teilweises so weit, jedem Arzt seine Fähigkeiten abzusprechen und in ihm nur einen Blutsauger zu sehen,
      der es nur auf das Geld seiner Patienten abgehen hat. Das es Solche gibt, will ich nicht in Abrede stellen.

      Meine Erfahrungen sind zu 70% positiv, obwohl ich wenig zum Arzt gehe.
      Da meine Frau vor gut 10 Jahren an Krebs erkrankt und dann leider auch verstorben ist, liegen meine Hardcore-Erfahrungen mit dem Gesundheitswesen schon einige Jahre zurück.
      Sie war zuletzt in einem kleinen Krankenhaus und ich kann nur positiv über das Pflegepersonal berichten, die wirklich Stress hatten, aber denen es an menschlicher Zuwendung nicht gemangelt hat.
      Das war kein Dienst nach Vorschrift. Sie haben meine Hochachtung.
      Über die Qualität der medizinischen Leistung kann ich mir nur sehr schwer ein Urteil bilden.
      Es ist nicht gut ausgegangen und mit „hätte“ , „könnte“ und „wäre“ kommt man als Laie nicht weiter.
      Leider werden gerade im Pflegebereich die Leute kaputt gespielt.
      Bei der Personaldecke, dem Schichtbetrieb (der oftmals nicht planungssicher ist) und den umfangreichen Aufgaben geht die Qualität des Gesundheitswesens vor die Hunde – von der geringen Bezahlung und einem geregelten Leben mal abgesehen.
      Ich finde es nicht hilfreich alles nur abzubügeln und das Kind mit dem Bade auszukippen.
      In Krankenhäuser muss der Patient im Mittelpunkt stehen und nicht zum Kunden degradiert werden.
      Die Privatisierung im Gesundheitswesen (Kliniken, Reha) war und ist kontraproduktiv.
      Krankenhäuser leiten heute Ökonomen, wo das Geld-verdienen einen höheren Stellenwert hat, als das Wohlergehen der Patienten.
      Krankenkassen müssen als Solidargemeinschaften wirken und nicht als Geldsammelstellen für die Vorstände, Pharma- Konzerne und „Gesundheitsökonomen“.

  8. Satire? Auf sicher (leider) nicht. Ich habe mir meine Krankenhausphobie tatsächlich ehrlich erworben durch einen sehr langen Krankenhausaufenthalt nach einem schweren Verkehrsunfall und all dem, was ich dort in der Zeit erlebt habe…

    Aber der schlechte Zustad deutscher privatisierter Krankenhäuser hat auch eine gute Seite: Es wrd immer mehr Menschen (schmerzlich) bewusst, dass niemand anderes außer ihnen selbst für ihre Gesndheit verantwortlich ist.

    Für die Götter in weiß hat die Götterdämmerung schon begonnen.

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