Der Neokolonialismus und der Frieden

Gedanken zu einem gelebten System anlässlich des Weltfriedenstages.

von Peter Frey.

Am 1. September ist Weltfriedenstag. Ohne die Ereignisse des 1. September 1939, als das deutsche Reich den Krieg gegen Polen begann – einen Krieg, der in einen Weltkrieg mündete – hätte es auch die barbarische Zerstörung einer der schönsten Städte Europas, samt dem Tod zehntausender Einwohner und Flüchtlinge – meiner Heimatstadt Dresden – nicht gegeben. Kriege, für deren Ausbruch und Fortgang Deutschland Mitverantwortung trägt, finden aber auch in der Gegenwart statt. Sie werden in hohem Maße auf wirtschaftlicher Ebene geführt und basieren ihrerseits auf einem fragwürdigen Wirtschaftskonzept.

Dieses Wirtschaftskonzept ist Teil eines Systems, in dem wir eingebettet sind und nach dessen Regeln wir leben. Wir befolgen die Regeln der Marktwirtschaft, in dem wir als letzte Instanz aller Produktion die Rolle des Konsumenten ausfüllen. Nur das, was wir konsumieren, bedient Kapitalinteressen und darüber entscheidet sich auf Dauer eben auch, ob sich ein Produkt „am Markt“ durchsetzt oder nicht. Die Frage, inwieweit das, was wir da konsumieren, natürliche Bedürfnisse befriedigt, ist nachrangig. Das Gleiche gilt für die Auswirkungen, von denen durch diesen Konsum unsere Umwelt und Mitmenschen hier und anderswo betroffen sind.

Zugespitzt formuliert, entscheiden wir mit unserem Alltagsverhalten über Krieg und Frieden – auch über Krieg und Frieden in weit entfernten Regionen. Daher ist das ausschließliche Fingerzeigen auf die Politiker, wie auch die großen Konzerne und Banken in gewisser Weise unehrlich. Denn groß wurden diese zwar auch, weil Politik in ihrem Sinne handelte. Entscheidend aber war und ist immer, ob ein Produkt als Angebot von den Menschen auch angenommen wird. Wir haben – die Regeln des kapitalistischen Marktes befolgend – nach unserer persönlichen Rendite entschieden. Auf der Strecke blieben die sogenannten Kleinen, mit ihnen die Vielfalt – und nicht zu vergessen: die Empathie.

Der Niedergang der Tante Emma Läden ist – aus meiner Sicht – ein Symbol für das „Geiz ist geil“-Prinzip, das wir öfter befolgen, als wir es uns zuzugeben wagen. Wo „Geiz ist geil“ regiert, regiert auch Besitzstandswahrung – und zwar in allen Schichten einer solchen Gesellschaft. Besitzstandswahrung und Verteilungskämpfe sind die Folge. Auf der anderen Seite erleben wir unreflektierten Konsum. Gerade der – als letzte Instanz in der kapitalistischen Verwertungslogik – trägt den Keim des Krieges in sich.

Ein Beispiel aus dem hier und heute möchte das deutlich machen. Reden wir über Elektroroller, denn unter anderem ihr Erscheinen betrifft sehr wohl die Frage von Krieg und Frieden. Wir haben es hier mit einem bestimmten Konsum, getriggert durch Anreize zu tun. Ob sich die Nutzer dieser Gefährte jemals gefragt haben, welche tiefgreifenden Konsequenzen mit der Einführung solcher Produkte verbunden sind?

Für die Akkus dieser Gefährte wird Cobalt benötigt. über die Hälfte davon kommt aus der Demokratischen Republik Kongo. Größter Anbieter ist ein Schweizer-Konzern: Glencore (1).

In dieser Republik des Kongo gibt es privilegierte Kinder – Kinderarbeiter die bevorteilt sind, weil sie nämlich über eine Schaufel verfügen und deshalb nicht mit bloßen Händen nach dem wertvollen Rohstoff graben müssen.
In einem Jahrzehnt verdreifachte sich der Abbau von Cobalt in diesem Land (2), denn es wird benötigt in Smartphones, Notebooks und Elektroautos, respektive Elektrorollern (3). Im gleichen Zeitraum starben dort hunderttausende Menschen in Folge nicht enden wollender militärischer Auseinandersetzungen.

Krieg erwächst eben nicht nur aus rücksichtsloser Gier nach Macht und ideologischem Wahn. Er hat seine Wurzeln in mindestens gleichem Maße in Oberflächlichkeit, in gedankenlosem, emotional getriggerten Konsum, im Mitschwimmen in der Welle der Bequemlichkeit, im ganz profanen Alltagsverhalten – zum Beispiel in Bezug auf Elektroroller.

Die Zahl der durch kriegerische Handlungen und ihre Begleiterscheinungen seit Anfang der 1990-er Jahre ums Leben Gekommenen Kongolesen liegt irgendwo zwischen sieben und zwanzig Millionen Menschen – genau weiß man es nicht. Nur zum Vergleich: Der Erste Weltkrieg brachte es auf fünfzehn Millionen Opfer (4).

Was meinen Sie? Konnten westliche Konzerne über Jahrzehnte die kostbaren Rohstoffe des Kongo profitabel FüR UNS vermarkten, OBWOHL dort blutige Kriege stattfinden oder doch eher WEIL EBEN dort diese Kriege wüten?
Die Akkus – nicht nur der Elektroroller – benötigen zudem das sehr selten vorkommende Lithium. Die größten Ressourcen finden wir in Bolivien und Chile (5). Dort werden durch die Aufschließung des Lithiums aus Salzseen Lebensräume für Menschen und Tiere zerstört (6). Der australische Bergbaukonzern AVZ Minerals ist in den vergangenen Jahren mit seinen Aktien durch die Decke geschossen. Nämlich seit er an die Ausbeutung einer Zinnmine zur Lithium-Gewinnung gegangen ist – im Kongo (7).

In Smartphones steckt Tantal, das Rohmaterial Coltan – wo kommt es her? Zu großen Teilen aus der schon erwähnten, kriegsverheerten, kinderarbeitenden Volksdemokratischen Republik Kongo. Viel Spaß mit der neuesten Smartphone-Generation (8).

In elektronischen Schaltkreisen und deren Peripherie wird kostbares Gold und Platin verbaut. Die werden im Kongo unter den unwürdigsten Bedingungen gefördert und durch westliche Konzerne profitabel vermarktet. Beim Kauf der „preiswerten“ Endgeräte sind wir alle hier die Nutznießer. Während der an Rohstoffen unvorstellbar reiche Kongo bettelarm ist (9).
Industrie 4.0, 5G, überhaupt die gesamte großräumige Vernetzung digitaler Komponenten, die Milliarden von Endkomponenten, also Computer und Sensoren in Industrie und Privathaushalten in sich tragen, enthalten in ihrer so positiv vermittelten Innovation etwas sehr Zerstörerisches. Nicht zu vergessen die sogenannte Cloud – zu deutsch Wolke, in der wir in riesigen Mengen Daten, Bilder und Filme ablegen. Diese Welt ist nur scheinbar virtuell, denn sie basiert auf Unmengen materieller Ressourcen.

Weil wir nämlich Innovation maßlos und damit verantwortungslos betreiben.
All das hat mitnichten etwas mit der Befriedigung eines Bedarfs natürlicher, menschlicher Grundbedürfnisse zu tun. Doch all das hat etwas mit Ressourcen zu tun – und damit auch mit Krieg.

25 Prozent allen Energieverbrauches werden allein schon durch die schöne neue Informationswelt gefressen. Man schätzt, dass die vollständige Umstellung auf Elektromobilität in Deutschland den Energieverbrauch um ein weiteres Viertel erhöhen wird – 25 Prozent mehr, allein für Energie (10).

Ich höre ständig etwas von Klimakatastrophe. Wie wäre es, wenn wir uns langsam, aber aufrichtig der weltweiten und kriegstreibenden globalen Umweltkatastrophe annehmen? Das Motto „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“ wird allerdings dazu kaum taugen.

In jeder elektronischen Komponente und damit in so ziemlich jedem technisch angehauchten Konsumgut steckt auch ein Hauch von Schweiß, Blut, Tod und Umweltzerstörung – von Krieg.

Unser Alltagsleben verantwortet Kriege anderswo. Elektroroller sind hierzulande ein Heidenspaß, doch in Wirklichkeit sind sie ein Symbol für pure Verschwendung, Ausbeutung, Umweltzerstörung, Krieg. Der Bedarf nach ihnen wurde und wird künstlich erzeugt, denn tatsächlich braucht diese Gefährte kein Mensch. Außerdem sind sie das Vorspiel für viel größere Pläne innerhalb unserer Wachstumsgesellschaft, sie sind der Probelauf für das Elektroauto.

Kriege werden immer moralisch gerechtfertigt, doch der Zweck ist profan: Es geht bei Kriegen um die – schicklich gesagt – Sicherung von Ressourcen, doch ehrlicherweise müssen wir es Raub von Ressourcen nennen. Ressourcen – zum Beispiel für Elektroroller. Jeder mag sich ausmalen, welche Dimensionen das mit massenweise gebauten Elektroautos annimmt.
Krieg ist immer auch dazu da, eigene Probleme – statt sie bei sich selbst zu lösen – auf andere abzuwälzen. Krieg ist also eine – auch und gerade wirtschaftliche – Scheinsanierung auf Kosten anderer.

Die derzeit geführten öffentlichen Diskussionen im Land zeigen in ihrer großen Mehrheit nicht den Mut, im Sinne des Friedens zu handeln – auch wirtschaftlich im Sinne des Friedens zu handeln. Wirtschaftlich verantwortungsvolles Handeln beginnt beim Konsumenten, beim Endverbraucher. Er bestimmt durch seine Kaufentscheidungen auf lange Sicht, was produziert oder auch nicht mehr produziert wird.

Zwei Darsteller dienen in der Gegenwart als Anker einer Scheindiskussion, welche die grundsätzlichen Probleme behende umgeht. Die stecken im Alltag kapitalistischen Wirtschaftens, seiner Art und Weise zu produzieren und zu konsumieren. Und trotzdem – wenn auch unbewusst – zeigen Greta Thunberg als auch Carola Rakete auf das dahinter. Sie zeigen auf eine Krise und fordern unser kritisches Denken heraus, um die Ursachen der Krise in der Gesellschaft, in der wir leben zu hinterfragen.
Damit sind wir natürlich auch gefragt, unsere ganz persönliche Rolle in dieser Gesellschaft – einer Gesellschaft die nach bestimmten wirtschaftlichen Kriterien aufgestellt ist – zu überdenken.

Eine friedliche Welt beinhaltet auch eine geachtete Umwelt – ja beide bedingen einander.

Greta Thunberg „zeigt“ zwar auf das Klima – eines für dessen Veränderung sogenannte Experten und der Mainstream felsenfest die erhöhte Konzentration des Spurengases Kohlendioxid festmachen. Was ich ganz erstaunlich finde, in einer komplexen, chaotischen, nicht in Modelle pressbaren Atmosphäre, die zudem noch mit einer Unzahl anderer bekannter wie unbekannter Komponenten interagiert. Doch brauchen wir doch das „Klima“ nur durch die „Umwelt“ ersetzen und zudem den Blick über unsere Landesgrenzen richten – zum Beispiel nach Afrika, zum Beispiel in den Kongo.

Kernkraft wird derzeit – auch von Greta – als Alternative im Rahmen einer Klimadebatte ins Feld geführt. Kernkraft würde das CO2 senken und so das Klima „retten“. Aber Kernkraft ist ein Umweltzerstörer, mehr noch ein Kriegstreiber.

Wissen Sie, dass die Rentabilität der französischen, auf Kernkraft basierenden Energiewirtschaft etwas mit den Kriegen auf dem afrikanischen Kontinent zu tun hat? Die entsprechenden uranhaltigen Rohstoffe für die sogenannten Yellow Cakes zu rauben – das ist das ganze Geheimnis (11). Frankreichs Energiekonzerne holen sie sich aus dem Niger und seiner Umgebung, von dort wo ständig kriegerische Konflikte schwelen. Das muss es auch. Denn das Ganze funktioniert nur, wenn das Opfer schwach und gespalten ist und deshalb wird der halbe afrikanische Kontinent ständig wiederkehrend von Kriegen heimgesucht. Unsere westlichen Gesellschaften benötigen diese Kriege, um an die Ressourcen dort zu kommen.

In Straßbourg haben Straßenbahnen Klimaanlagen (12). Mit Kernenergie ist das sogar profitabel. Profitabel heißt aber nicht, dass es unsere Umwelt schont. Doch wen interessiert das schon…?

Wenn wir so weitermachen wollen, dann ist eine CO2-Steuer genau die richtige Lösung. Weil wir dann in unserem Verhalten – ausgerichtet auf kapitalistisches Denken in Produktion, Vermarktung UND Konsum – nichts ändern müssen. Der Zweck einer CO2-Steuer liegt in der Finanzierung neuer Investitionen – Investitionen die sich in allererster Linie rentieren, die profitabel sein sollen.

Idealerweise heben Investitionen die Bonität von Unternehmen und befördern das Kreditgeschäft der Banken. Das ist nämlich der Zweck einer CO2-Steuer. Kapitalismus ist Produktion zum Zwecke geldwerten Vorteils und hat mit Moral wenig am Hut.
Was die Investition für das Unternehmen, ist das lebensnotwendige und zum Wachstum verurteilte Kreditgeschäft für die Banken. Gäbe es diese Prämisse nicht, fiele zumindest die durch das Finanzsystem getriebene Konsumtion – über die Befriedigung jeder natürlichen Bedürfnisse hinaus – einfach weg. Doch das Geld-Geschäft ist das Mantra. Damit sind die Teilnehmer gezwungen, den erweiterten Bedarf an Ressourcen anzumelden – und Ressourcen besorgen wir uns woher?
Das muss so sein, erfahren wir: Denn diese „notwendigen“ Investitionen schaffen schließlich Arbeit und Wohlstand. Wie wir ja wohl alle wissen, sind diese Investitionen deshalb alternativlos – genauso wie die Ressourcen-Beschaffung.
Ist dieses, unser aller gelebtes Wachstumsmodell alternativlos? Es ist ein Kriegsmodell!

Carola Rakete ist eine weitere medial gehypte Symbolfigur – genutzt für das Thema Flüchtlingsrettung aus dem Mittelmeer. Warum es Millionen Entwurzelte gibt, die nun auch für uns als Flüchtlinge sichtbar werden – diese Frage wird nicht ehrlich beantwortet in unserer Gesellschaft. Nicht von der Politik und auch nicht von der Masse der Bevölkerung. Denn auch hier lässt sich ohne weiteres eine Verbindung zu unserem Alltagsverhalten herstellen.

Wenn die EU vor afrikanischen Küsten die Meere leer fischt und Polizeikräfte finanziert und ausbildet, die absichern, dass afrikanische Fischer dort nicht mehr fischen können – was ist das? Entwicklungshilfe?

Das ist Krieg.

Ein afrikanischer Fischer hat im traditionellen Wirtschaftssystem der westafrikanischen Region weitere 25 Menschen ernährt. Mit der EU-Fischerei bricht also die Existenzgrundlage ganzer Gemeinschaften komplett weg. Dort wird übrigens gefischt, weil wir diesen geraubten Fisch kaufen und danach essen – oder auch wegschmeißen. Weil wir ihn empathielos konsumieren (13).
Und dann kommen wir – mit Konzepten von Transformation und mit Entwicklungshilfe. Willkommen in der Welt der Doppelmoral.

Als junger, betroffener Afrikaner hätte ich da eine ganz andere Idee: Ich käme hier her – mit all meinen eigenen Traumata und Vorurteilen – und partizipierte ein wenig vom Raubbau in meiner ursprünglichen Heimat. Das können wir begrüßen oder ablehnen, Konflikte sind damit vorprogrammiert und brechen in unserem Land auch schon aus. Nur, wo ist die allgemein diskutierte Erkenntnis, dass das Problem ein hausgemachtes ist?

Wir finanzieren unsere elektromobile Umwelt – ganz und gar nicht umweltfreundlich – mit den Ressourcen aus Drittstaaten, denen wir diesen faulen Handel mit den dazu notwendigen Destabilisierungen erkaufen. Schließlich bedarf es korrupter Regierungen und Behörden in Afrika, um diesen amoralischen Deal durchzudrücken.

Deshalb bringt westliche Politik Menschen mit starken opportunistischen und korrupten Neigungen in afrikanischen Staaten an die Macht, um dort ein Gleichgewicht an Instabilität herzustellen. Und dann spreizen wir uns ob der dortigen resultierenden Konflikte mit schwülstigen Worten über angeblich „im Chaos versinkende Staaten“ oder ein entstehendes „Machtvakuum“. Das ist der Zynismus der Täter.

Denn eines ist klar: Ohne die Destabilisierung wäre der faule Handel unmöglich und damit auch das Geschäftskonzept, was wir hier in Europa leben. Und deshalb ist in Afrika allerorten Krieg.

Nur so nebenbei: Vor dem Krieg gegen Libyen – sie wissen schon, das Libyen, von wo jetzt so viele Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa zu kommen versuchen – waren eine ganze Reihe europäischer Banken in großer Not (14,15).
Nach dem Raubzug – denn es war eben kein Bürgerkrieg, was damals in Libyen geschah – hatten sie sich voll- oder teil-„saniert“. Sie hatten sich über 50 Milliarden Euro libyschen Vermögens unter den Nagel gerissen (16). Dieser Krieg rettete übrigens auch mehreren tausend Bankangestellten ihre Arbeitsplätze.

Wie wir erkennen können: Krieg sichert keineswegs nur der Rüstungsindustrie Arbeitsplätze.
Damit ist die Verbindung gegeben: Ein Geschäftsmodell – unser Wirtschaftssystem, seine notwendige Umsetzung – „zur Not“ mit Krieg, die Destabilisierung von Gesellschaften – all das in der breiten Masse der Bevölkerung hierzulande oberflächlich als „Flüchtlingsproblem“ erkannt und nicht zuletzt, die damit verbundene Umweltkatastrophe: Sie verursachen und befeuern kriegerische Konflikte weltweit.

Das Geschäftsmodell, dass wir kollektiv leben und innerhalb dessen es uns vergleichbar gut geht, ist ohne Zweifel ein Kriegstreiber.

Aber nicht Modelle führen Krieg, sondern Menschen. Das Modell hat keine Verantwortung für Krieg und Verwüstung. Verantwortung lässt sich nur bei jenen und durch jene selbst festmachen, die die Regeln des Modells befolgen – das gilt auch für unsere Gesellschaft.

Eine intakte Umwelt bedarf einer friedlichen Welt. Doch eine friedliche Welt kann nicht über das durch uns praktizierte Geschäftsmodell dauerhaft umgesetzt werden.
Eine friedliche Welt bedarf vor allem eines anderen Bewusstseins, eines das achtsam zu den Menschen und der Umwelt hier wie anderswo ist.

Machen wir uns also Gedanken um das auch von uns praktizierte Geschäftsmodell, nämlich unser kollektiv gelebtes Wirtschaftssystem, dass sich durch Wachstum und Konsum nährt. Machen wir uns Gedanken um die damit verbundenen Wertemuster.

Bringen wir uns im Großen ein, dort wo wir es können und handeln umgehend im Kleinen, wo der Reichtum an Möglichkeiten geradezu überbordend ist. Haben wir außerdem den Mut, uns darüber mit anderen Menschen auszutauschen.

Leben wir auf diese Weise einen Frieden des Alltags als Beitrag für einen visionären Frieden auf unserem Planeten.
Vielen Dank.

Anmerkungen und Quellen:

(1) Andreas Tobler; 11.6.2015; https://www.zeit.de/2015/24/das-kongo-tribunal-milo-rau

(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Cobalt#F%C3%B6rderung; entnommen: 22.8.2019

(3) Elisabeth Weith, Kai Küstner; 21.12.2018; https://www.deutschlandfunk.de/kobaltabbau-im-kongo-saubere-autos-dreckige-batterien.766.de.html?dram:article_id=436683

(4) Bartholomäus Grill; 17.3.2005; https://www.zeit.de/2005/12/Kongo

(5) 10.4.2009; https://www.spiegel.de/netzwelt/tech/rohstoffmangel-das-neue-gold-a-618346.html

(6) 9.9.2018; https://www.zdf.de/dokumentation/planet-e/planet-e-der-wahre-preis-der-elektroautos-100.html

(7) Tom Wilson, Thomas Bisheuvel; 27.10.2017;

https://www.welt.de/newsticker/bloomberg/article170099743/Manischer-Wettlauf-um-Lithium- laeuft-von-Kongo-bis-Cornwall.html

(8) Roland Brockmann; 17.2.2016; https://www.welt.de/politik/ausland/article152347129/Mit- deutscher-Hilfe-weg-vom-Bluthandy.html

(9) Horand Knaup; 2.2.2013; https://www.spiegel.de/politik/ausland/gold-platin-und-diamanten-im- kongo-tobt-ein-krieg-um-bodenschaetze-a-879317.html

(10) Jan Philipp Bornebusch; 22.7.2011; https://www.spektrum.de/news/die-rechnung-geht- auf/1117051

(11) https://de.wikipedia.org/wiki/Uranbergbau_im_Niger; abgerufen: 30.8.2019 (12) http://www.tramway.at/strasbourg/; abgerufen: 30.8.2019

(13) Tobias Schwab, 8.12.2013; http://www.fr-online.de/politik/eu-handelspolitik-in-afrika- geraubter-fisch–zerstoerter-markt,1472596,25559866.html

(14) 3.6.2011; https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/libysche-anlage-bei-societe-generale- franzoesische-bank-verzockte-gaddafi-milliarde-a-766364.html

(15) Giulia Paravicini; 12.12.2018;

https://www.welt.de/politik/ausland/article173487966/Verschwundenes-Geld-Wer-schoepft-die- Zinsen-von-Gaddafis-Milliarden-ab.html

(16) 1.3.2011; https://www.tagesschau.de/ausland/libyen510.html; abgerufen: 30.8.2019

(Titelbild) 22.5.2018; Logo der Mahnwache für Frieden Dresden;
Mehr zu den Mahnwachen hier.
Lizenz: Creative Commons CC0

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Ein Kommentar zu: “Der Neokolonialismus und der Frieden

  1. Danke, Peter Frey – Situations-Darstellungen von der hier ausagierten analytischen und kenntnisreichen Qualität finden sich selten!
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    Wer hinzuschauen bereit ist auf die hier überaus treffend und mit ganz bemerksenswert weitem Blick zusammengestellten Bedingungsgefüge unseres „kollektiv gelebten Wirtschaftssystems“, der stößt, wie Du zurecht am Ende herausstellst, auf reiche individuelle Aktionsfelder, sich da auszuklinken und sein Denken und Agieren zu weiten… Und Du verweist zurecht darauf, dass da auch „im Großen“ nicht weniges und vielleicht das zuletzt Entscheidende in unsere Agenda gehört…
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    Nur wer sich für diese Bedingungsgefüge einen Blick erarbeitet hat, wird sehen lernen, dass aller konsumkritische Austausch erst einmal noch nicht mehr erzeugt als die unverzichtbaren Nadelstiche ins Gewohnte, die wir aber Tag für Tag brauchen, um bis heute Ungewohntes neu und z.T. auch wieder zu denken und auf den Weg zu bringen !
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    Die noch im Bau befindlichen Ansätze, die mir dazu vorschweben, finden sich hier: https://diskursplanb.home.blog/10-3/
    Vielleicht hat ja jemand bessere Ideen oder etwas zu korrigieren. Sollte mich freuen !

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