Der Rote Tisch – 30 Minuten mit Bruno Kramm

Bruno Kramm war das Gesicht der Piraten Partei in Berlin. Doch er war bereits auch schon auf vielen Bühnen, bevor er in die Politik ging: als Sänger der Band „Das Ich“ und als Label-Betreiber prägte er die deutsche Gothic-Musik maßgeblich.

Vor kurzem startete Kramm das Musik-Label „Digitale Dissidenz“, um kritische Künstler zu fördern, die von Mainstream-Kanälen ignoriert werden. Wir sprechen mit ihm über das Schicksal der Piraten und über die Chancen für kritische Kultur in Zeiten der digitalen Medien.

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

13 Kommentare zu: “Der Rote Tisch – 30 Minuten mit Bruno Kramm

  1. Ich für meinen Teil empfand dieses Gespräch als sehr ermutigend und es wurde gerade gegen Ende eines der wesentlichen oder das wesentlichste Dilemmata, welches es langfristig zu überwinden gilt, angesprochen.
    Die Zerfaserung der fortschrittlichen Kräfte.

    Es kommt hin und wieder in Gesprächen oder Einzelbeiträgen vor, daß mir diverse Aussagen oder Themen etwas quer stecken, aber deswegen schalte ich nicht ab. Meist ist es am Ende doch so, daß im Großen und Ganzen eine Übereinstimmung stattfindet.

    Wie angesprochen, neben den natürlichen, kleinen Eifersüchteleien, welche unnätürlich überhöht werden, gibt es natürlich auch Jene die bewußt und im Auftrag, Schraubenschlüssel in’s Getriebe werfen.
    Für beide Fälle gilt es eine Antenne zu entwickeln und angemessen zu reagieren.

    (R)evolution gibt es nicht im Ausschlußverfahren, wobei Ausnahmen diese Regel bestätigen.

    • Herr Shayar hätte mal nachfragen sollen, was Bruno Kramm unter „antideutsch“ versteht.
      Diese Bewegung kam ja mit der „Wiedervereinigung“ auf, die sich gegen einen neu aufkommenden Nationalismus richtete. So weit – so gut.
      Was wenig später daraus wurde, ist schon sehr befremdlich.
      Viele haben deshalb auch der Bewegung den Rücken gekehrt.

      „Deutschland gleich böse,
      also Israel gleich gut;
      Irak gegen Israel,
      also Saddam gleich Hitler;
      USA gegen Saddam,
      also Krieg gleich antifaschistischer Kampf.“

      (Zitat aus der Jungen Welt vom 18.10.2003, Wochenendbeilage)

      Ich glaub nicht, dass Bruno Kramm diesem absurden Text zustimmen würde.

    • Das denke ich auch @schwarz ist weiß. Abgesehen davon hat er nicht gesagt, ich bin ein Antideutscher, sondern ich würde mich selbt als Antideutscher bezeichnen, wenn das dies und jenes bedeutet … einfach nochmal genau nach anhören …

  2. Hm, wie ich mir das Interview so angehört habe, kam so der Gedanke und das Gefühl auf, von irgendwo her kenne ich das schon…. kurz darüber reflektiert und Bingo ich wusset von woher ich das Gespräch kannte…. wie früher als Opa von seinen Heldentaten aus dem letzten verlorenen Krieg erzählte….

  3. Das war ein gutes Gespräch! Inhaltlich durchwegs auf hohem Niveau. Verweise auf Adorno höre ich immer wieder gerne. Von langweiligem Geschwurbel kann keine Rede sein. Und aus der Zeit gefallen? Seit wann fallen Grundideen des Humanismus aus der Zeit? Ob Herr Kramm nun sympathisch ist oder nicht. Wie gesagt, inhaltlich kann ich den Beitrag nur empfehlen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich evtl. die Ausführungen über das Engagement in der Musikszene von Herrn Kramm nicht angehört hätte, hätte diese nicht genau meiner musikalische Prägung der Jugend entsprochen. Punk, Gothik, Melodrom … und je härter und irrer je besser 😀
    Ich kann nun aber nicht behaupten, ich wäre damals ein Fan von „Das Ich“ gewesen, das war mir denn doch zu gleichförmig. Dennoch: „Ein Tag vergeht“, das eine Lied, habe ich bis heute – warum auch immer – internalisiert 😀 Auf der Kassette damals kam dann danach ein Liebeslied einer serbischen Sängerin und dann was von Bach oder Rachmaninov 😀
    Kommentare auf inhaltlich nicht durchwegs intellektuell hohem Niveau sind hoffentlich auch erlaubt …

  4. Wie geil, ohne das Interview angehört zu haben … vor mehreren Jahrzehnten haben wir Herrn Kramm im Osterwerk nach einem Konzert von „Das Ich“ Backstage versucht dazu bewegen, reichlich Frühstück, Mittagessen und Abendessen einzunehmen. Mit Obst 😀 Er scheint sich den Rat ja zu Herzen genommen zu haben …

Hinterlasse eine Antwort