Der Rote Tisch – 30 Minuten mit Harald Neuber (Amerika21.de)

Harald Neuber verbindet viel mit Südamerika. In den letzten Jahren besuchte er dreimal Venezuela, unter anderem als unabhängiger Wahlbeobachter.

Die einseitige Berichterstattung in den hiesigen Medien waren für ihn die Motivation, das alternative Medienportal „Amerika21“ vor knapp zehn Jahren mit zu gründen. Das unabhängige Portal berichtet über politische, ökonomische und soziale Hintergründe auf dem südamerikanischen Kontinent.

Wir sprachen mit Harald Neuber über die aktuellen Entwicklungen in Venezuela, und über die Perspektive der antiimperialen Kräfte in Südamerika.

Hier der Link zur Homepage von Amerika21: https://amerika21.de/

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11 Kommentare zu: “Der Rote Tisch – 30 Minuten mit Harald Neuber (Amerika21.de)

  1. Süd Amerika, das Gebiet der Monroe Doktrine von etwa 1920, die Doktrine wird noch heute in USA Schulen gelehrt als ‚wir beschirmen Süd Amerika gegen Kolonialismus‘, wurde, als Monroe sprach, in Europa gesehen als ‚S Amerika ist unsere Kolonie‘, es wurde sogar daran gedacht darum Krieg mit die USA zu führen.

    S Amerikaner sehen die USA als Feind, das heisst, die Südamerikaner die nicht zu den herrschenden gehören.
    Die Herrschende dort sind wie die (ehemalige) Herrschende in die USA, zwei, meistens, Gruppen von reiche Leute die das Land beherrschen wollen, zuerst für eigene Zwecke.
    Fast alle Herrschende sind von Abstammung Ausländer, heute ist, glaube,

    Kommt jemand mit andere Ideeën, so wie Allende oder Castro, tut die USA alles ihn zu ersetzen, alles bis zu Mord.
    Mit Allende wurde das sehr klar, Castro überlebte ich meine etwa 60 Mordanschläge organisiert aus oder mit Mitwissen und Unterstützung der USA.
    Die Bay of Pigs Invasion durch Kennedy kennt ein jeder.
    Die Invasion scheiterte weil die Bevölkerung nicht in Aufstand kam, ein Fehler die die USA mehr machte, es wurde auch erwartet dass die Irakische Bevölkerung die USA Truppen mit Blumen und Gesang empfangen wurde.

    Wer sehen will das die USA Süd Amerika beherrscht soll von Miami nach die Keys fahren, als ich es tat war ich erstaunt südlich von Miami ein Bankenviertel zu sehen mit für jedes Süd Amerikanisches Land eine Bank.

    Wer sehen will wie grosse ausländische Konzerne Süd Amerika beherrschen muss Barrick Gold googelen.
    Im westen von Argentiniën ist es möglich das Barrick, Hauptsitz in Toronto, ganze Flüsse verseucht hat ohne Konkwenz.
    Politiker und Richter machen mit mit Barrick.

    Die einzige S Amerikanische Länder die nicht durch ‚Ausländer‘ beherrscht wird ist jetzt, soviel ich weiss, Bolivia, Venezuela und Cuba.
    Wie das Westen Bolivia respektiert sieht mann daran das das Regierungsflugzeug gezwungen wurden in Österreich zu landen, unterwegs von Moskou nach Bolivia, auf Vermutung Snowden reiste mit.
    Wenn Süd Amerika dicht bei Europe lag, wurden wir S Amerikanische Migranten haben, ich denke ja.

    Was betrifft Venezuela, dort ist dumme Politik geführt worden als das Ölgeld reichlich floss, keine Investitionen in Schulung, Infrastruktur und Betriebe.
    Solche Investitionen hätten das Land die Abhängichkeit von Ölpreisen mindern können.

  2. Inwieweit ist überhaupt das Geldsystem in Venezuela und in ganz Lateinamerika von dem privaten Dollar-System unabhängig!?Oder werden diese Länder gar vom Dollar-System dominiert!?

    Bis zuletzt war es in Russland so ,dass wenn die Zentralbank einen Rubel ausgeben oder schöpfen wollte,dieser in Dollar hinterlegt werden mußte. Das kommt einer Besatzung eines Landes durch ein anderes gleich-nur mit anderen Mitteln statt des Militärs. Unter einer solchen Kontrolle kann keine Entwicklung stattfinden-das ist unmöglich.

    Wie ist das in Venezuela?

    Am Beispiel Brasilien beschreibt ja Jean Ziegler ,wie dieses Land den Großteil seines BIP an den Schuldendienst für die Dollar-Banken verliert. Und diese Schulden wurden zum Großteil angehäuft während der Militär-Diktatur. Eine durchgeplante Entwicklung der Imperialisten.

    • Ich habe Russland nur als Beispiel genommen,um zu zeigen,wie die Länder über das Geld beherrscht werden.

  3. Die Regierung in Venezuela hat zu sehr die Preise diktiert, das funktioniert anfangs für die Armen, aber dann wandern die Produzenten ab und das Land wird importabhängig und arbeitsträge. Vordergründig sieht die Preispolitik nach Hilfe für die Armen aus, aber tatsächlich werden die Reichen gefördert, weil die Regierung alles lenkt und sich von den Reichen steuern lässt (Korporatismus, Korruption funktioniert mit einer zentralen Planwirtschaft ganz gut für die ganz oben).

    Ein bischen Kapitalismus und ein freierer diverserer Markt (der nicht nur auf Öl ausgerichtet ist) würde den Armen wahrscheinlich mehr nützen. Stattdessen hat die Regierung bestimmt, wer Gewinner und Verlierer am Markt ist. Wenn im Kapitalismus eine Firma bankrott geht, ist die Firma bankrott. Wenn sich in der Regierungs-Zentrale des Sozialismus verplant wird, ist das ganze Land bankrott (bis auf die Reichen, denen es nichts ausmacht wenn was teurer wird).

    Und obendrauf die Putschversuche und Sanktionen von ausserhalb.

    Eurozentrismus, ich weiss nicht, ob das jetzt so ein grosses Problem darstellt, wie hier gesagt. Den äusseren Einfluss sehe ich eher beim grossen Nachbarn. Aber die Probleme gehen auch ganz stark auf Kosten der Art des Regierens.

  4. Harald Neuber – ehrliche, traurige Augen. Wen wundert’s. Was auch „wasserader“ schon für Venezuela angesprochen hat: es findet im Prinzip immer wieder der gleiche Vorgang statt auf der Welt: Wenn sich eine Wende zum Guten zeigt, weg vom Kapitalismus, scheitert es nicht allein an den Korruptierungsversuchen von außen(meist USA), sondern auch am Bewusstseinsmangel über die gesamte Weltpolitik und die wahre Situation der Menschheit in der Welt unter der Bevölkerung. Man möchte zwar eine bessere Lebenssituation, aber viele möchte eben nun auch im Stil des Kapitalismus mit geniessen, wie es die angeblich tun, die bisher immer mehr hatten. Ich glaube, diese immer lebensbedrohlicher werdende Situation insgesamt auf der Welt, in welche sich die Menschheit selbst gebracht hat, ist zum einen für viele, vielleicht auch durch mangelnde Bildung bedingt, noch gar nicht erkennbar, aber für die meisten Menschen wahrscheinlich mental gar nicht mehr erfassbar. „Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar“, schrieb einmal eine bekannte deutschsprachige Dichterin. Aber was ist, wenn die Mehrheit sie nicht zu erfassen bereit ist, weil dies im mentalen Programm der menschlichen Verfasstheit nicht vorgesehen ist?

  5. Es scheint nach den wiederholten Erfolgen der Reaktion in Lateinamerika, daß wie erwähnt, der Bruch mit dem alten Regime durchaus hätte radikaler ausfallen können.

    „Was nicht unter Kontrolle der USA steht, wird zu einer Bedrohung“
    Interview mit Theotonio dos Santos, brasilianischer Sozialwissenschaftler und einer der einflussreichsten Intellektuellen Lateinamerikas
    (…)
    Nun, auf dem Sprung nach Buenos Aires, wo er vom Lateinamerikanischen Rat der Sozialwissenschaften (Clacso), den er selbst mitgegründet hatte, eingeladen ist, ist er an der Reihe zu erläutern, warum die Regierung von Dilma Rousseff in ihren letzten Zügen liegt und die Region eine Rückkehr zum Neoliberalismus erleidet, der bereits weit entfernt zu sein schien. „Ich betrachte die Situation in Lateinamerika als Teil einer allgemeineren Offensive auf weltweiter Ebene“, sagt er in den Büroräumen von Clacso, wobei das entscheidende Element ein ökonomischer und politischer Kontrollverlust seitens des hegemonialen Zentrums des Weltsystem sei, nämlich der USA.
    (…)
    Wie sehen Sie die Zukunft der Region? Denn der Erfolg von Mauricio Macri hat mit Sicherheit den Putsch in Brasilien und den Vorstoß gegen Venezuela beschleunigt.

    Es scheint, als gebe es für sie eine äußerst günstige Phase. Doch wenn ein effektiver Widerstand entsteht, zweifle ich stark an ihrer Fähigkeit, die Situation zu kontrollieren. Denn all dies basiert auf einer Welt, die durch die Kommunikationsmedien geschaffen wurde, durch eine Negation der Realitäten, durch die Schaffung psychologischer Situationen mit hochspezialisierten Personen, die sehr gut wissen, wie sie diese den Massen vermitteln können.Tatsächlich ist die Idee, die Welt so zu steuern als sei der freie Markt die Quelle des wirtschaftlichen Wachstums und der Entwicklung eine absurde Sache.
    https://amerika21.de/analyse/159699/interview-theotonio-dos-santos

    Sanktionen der USA gegen Venezuela wurden derweil verschärft:

    USA verschärfen Sanktionen gegen Venezuela, nehmen aber eine Bank davon aus: Goldman & Sachs
    https://deutsch.rt.com/nordamerika/56460-usa-verscharfen-sanktionen-gegen-venezuela/

    Ein weiterer Hebel des Imperiums, um Venezuela zu destabilisieren, ist das Gebaren diverser Vasallenregierungen:

    FARC Asks Santos, a Nobel Peace Prize Winner, to Stop Inciting War With Venezuela

    A leader of the FARC, now called the Revolutionary Alternative Force of Colombia, has called on Colombian President Juan Manuel Santos to avoid inciting war with Venezuela, especially since he was given the Nobel Peace Prize.
    (…)
    The comment comes after Santos was criticized by Venezuelan President Nicolas Maduro for „systematic attacks by the Colombian government” in response to the country’s National Constituent Assembly, ANC.
    http://www.telesurtv.net/english/news/FARC-Asks-Santos-a-Nobel-Peace-Prize-Winner-to-Stop-Inciting-War-With-Venezuela-20170830-0017.html

    Herr König nimmt hier Bezug auf diese weitere Friedensnobelpreis Farce:

    Colombia: The Peace Farce, If There Ever Was One
    By Peter Koenig

    “The Norwegian Nobel Committee has decided to award the Nobel Peace Prize for 2016 to Colombian President Juan Manuel Santos for his resolute efforts to bring the country’s more than 50-year-long civil war to an end, a war that has cost the lives of at least 220 000 Colombians and displaced close to six million people.”
    (…)
    This is so reminiscent of another Peace prize award, namely the one to President Obama in 2009, in the hope that he would bring Peace to the world. At that time the US of A was involved in two wars, Afghanistan and Iraq. Now, almost 8 years later Obama boasts of being involved in seven wars around the globe. Bravo! For the Nobel Committee.
    (…)
    Why could that be? – Maybe because Peace was never on the Colombian cum US Governments agenda. It was just a manipulation of the public mind; planting an illusion, as any hope for Peace these days, any Peace, anywhere in the world, is an illusion. But an illusion deviates people’s attention from reality. That was certainly achieved.
    (…)
    In the fall of 2009, US and Colombian officials signed an agreement, granting the US armed forces access to seven Colombian military bases for ten years. These are two quotes from a US Air Force document about the bases:

    “Opportunity for Full Spectrum Operations throughout South America, against threats not only from drug trade, but also from ‘anti-US governments’ in the region.”

    “The agreement operates from the same (failed) mindset that has given rise to the School of the Americas (SOA / WHINSEC). The purpose of the bases is to ensure US control of the region through military means.”
    http://www.globalresearch.ca/colombia-the-peace-farce-if-there-ever-was-one/5550004

    Offenbar sendet Kolumbien seine Söldner auch aus, um global für den Imperialismus zu streiten:

    800 Colombian Soldiers to Join Saudi-Led Forces in Yemen

    Hundreds of Colombian nationals are fighting alongside Saudi Arabian-led forces in Yemen, according to reports Sunday.

    The troops include former Colombian soldiers fighting under contract with Saudi Arabia.

    According to Colombian newspaper El Tiempo, the first group of just under 100 Colombian troops arrived in Yemen earlier this month. The newspaper has reported the troops were set to arrive in the southern port city of Aden, which is currently under the control of Saudi Arabia and forced allied with Yemen’s ousted president, Abd Rabbuh Mansur Hadi.
    http://www.telesurtv.net/english/news/800-Colombian-Soldiers-to-Join-Saudi-Led-Forces-in-Yemen-20151025-0034.html

    • Der Friedensnobelpreis ist eine Inszenierung ,
      er hat aber keinen Wert .
      Ausgezeichnet werden Akteure des westlichen Imperialismus . Mit Frieden hat das nichts zu tun (Siehe Liste der Preisträger) .

      Inwieweit die FARC , die wahrscheinlich durch Venezuela unterstützt wurde , ihre Aktivitäten eingestellt hat , müßte vor Ort überprüft werden . Bis vor ein paar Jahren waren Straßen , die durch FARC Gebiete führen , schwer von Militäreinheiten bewacht .
      Gehen die militärischen Aktivitäten Kolumbiens gegen Venezuela weiter , ist es überraschend , wenn Venezuela seine Unterstützung für FARC aufgegeben hat .

    • Myanmar, Obama, Rabin
      Wobein ich mich frage was die Dame in Myanmar tun könnte.
      Die Streit dort zwischen Hindu’s und Mosleme scheint schon sehr alt zu sein, ich denke jetzt an Türken und Kurden, wo eine Lösung auch onmöglich ist.
      Wenn nach WWII Joegoslaviën errichtet wurde konnte nur Tito das Gebiet zusammenhalten.
      Als er starb, die alten Geisten wieder aus der Flasche.
      Warum, ich weiss es nicht.
      Dass Kriege nur Verlierer haben, wir wissen es noch immer nicht.

  6. Die Revolution Chavez
    konnte sich in Venezuela nicht durchsetzen , weil, wie von Hr. Neuber auch angesprochen die Korruption auch in der Linken verbreitet ist und weil die Revolution nicht nur romantisch ist sondern große Aktivität verlangt . Und an dieser Aktivität fehlt es .
    Das Volk von Venezuela wollte die Revolution , wollte sich aber zuerst versorgen lassen , den kapitalistisachen Konsumgewohnheiten nachgehen und hat weniger Interesse am aufklärenden Fernsehprogrammen als an konventionellen US-Soaps .
    Ebenfalls von Hr. Neuber angesprochen wurde die Erdölindustrie , die als Versorgungsindustrie funktioniert und weitere Aktivitäten lähmt — und in einer drastischen Weise lähmt . Die Bevölkerung ist nur in sehr beschränktem Ausmass bereit , selbst z.B Gemüse oder Obst anzubauen und dieses auf einem Markt anzubieten . So ist Venezuela stark importabhängig und den großen Handel bestimmen Konzerne aus den USA .

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