Der Rote Tisch – 30 Minuten mit Ralph Boes

Ralph Boes ist Aktivist und engagiert sich seit Langem für das Bedingungslose Grundeinkommen. Eine einfache Idee, die eine Revolution der Sozialsysteme bedeutet.

Durch die Digitalisierung und Automatisierung der Arbeit wird die Forderung nach dem Grundeinkommen immer stärker. Ralph Boes ist unermüdlich unterwegs, um für das Grundeinkommen zu ringen, weil für ihn die Zukunft der sozialen Sicherung unweigerlich damit zusammenhängt.

Wir sprechen mit ihm darüber, wie realistisch die Einführung des Grundeinkommens ist, welche Chancen und welche Gefahren dabei bestehen.

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29 Kommentare zu: “Der Rote Tisch – 30 Minuten mit Ralph Boes

  1. Pedram Shahyar fragt 21:40 ;
    „Aber gehen Sie nicht von einem zu guten Menschenbild aus?“

    Da bringt Herr Boes das Beispiel von Menschen mit Sozialhilfe die faul wurden und Menschen im harten Wirtschaftsleben, die zur gleichen Zeit sehr aktiv wurden. Er widerlegt aber seine sich selber hart vorgelegten Bedenken auf richtige Weise;

    Sozialhilfe verunmöglicht Eigeninitiative, weil man ständig in den Verdacht kommt die Sozialhilfe zu betrügen, wenn man wieder versucht auf die eigen Beine zu kommen. Bedingungsloses Grundeinkommen hindert einem nicht zusätzlich für Erwerb zu arbeiten. Es entzieht also die Motivation nicht wie das bedingte Sozialhilfe leider immer tut.

    Ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre so gesehen KEINE Sozialleistung. Es wäre lediglich eine rein logistische Verteilung von Vermögen; Das heisst gänzlich unabhängig von Moral. Moral könnte so nicht als Machtinstrument missbraucht werden wie es heute auf Arbeitsämter geschieht. Mann könnte Moral nicht mehr verordnen.

    Aus Vermögens logistischer Sicht finde ich das BGE gut. Nicht mehr Banken sollen Geld schöpfen, sondern jeder Bürger wird durch sein DaSein zum Geldschöpfer. Und dabei bleibt die Moral richtigerweise ganz aussen vor.

    Doch hier komme ich nun sozusagen zum fehlenden Part des bedingungslosen Grundeinkommens; das heute unfreie Bildungssystem.

    Die Wirtschaft hat bis heute nicht nur Macht über mich, weil ich Lohnabhängig bin. Viel schlimmer ist, dass die Wirtschaft mein Schulzeit massgeblich mitbestimmt hatte. Ich war in einer unfreien Schule gross geworden. Auch der Staat hat ständig in die Angelegenheiten der Lehrer Eltern und Schüler herein geredet. Er hatte eine Lehrplan vorgelegt und viele andere Unmöglichkeiten mehr. Am stärksten bestimmt heute aber die Wirtschaft die Schulausbildung, Stichwort; Noten, Pisa, Baschteler und Maschteler, Qualifikationen ,Abschlüsse und was sonst noch so alles an Drillings Massnahmen meist aus Amerika zu uns herüber gepuscht oder gerne auch mal gebomt wird.

    Das geht in meinen Augen gar nicht. Hier hat Weder Sachzwang noch Demokratie etwas verloren. An Schulen dürfen einzig und alleine die betroffenen Eltern, Schüler und Lehrer bestimmen wie und was gelehrt oder gelernt wird. Schulen müssen autonom sein. Das gilt natürlich auch für Unis. Den da bilden sich die Menschen. Da entsteht überhaupt erst die Möglichkeit Moral entstehen zu lassen. Moral kann nicht von aussen entstehen. Moral kann man nicht verordnen. Moral entsteht aus unserm Ich und kann nur autonom entstehen in kleinen Gemeinschaften. Nur so kann man von Sachzwängen geschützt lernen, dass man durch die Gruppe in der man ist, lernt, und nicht gegen alle andern lernen muss! Genau das wird aber durch wirtschaftlich verordneter Notendruck bewirkt. Weder der Staat noch die Wirtschaft hat in Schulstuben irgend etwas verloren. Den nur in solchen Stuben können in Ruhe die Fähigkeiten erworben werden, um der Konkurrenztendenz des Wirtschaftswesens und der Kontrolltendenz des Staates etwas tragendes entgegen zu stellen.
    Das ist jetzt nicht einfach plumpe Gutheit aber ganz sicher grössere Selbständigkeit.
    Das erst beantwortet die Frage von Pedram Shahyar 21:40 meiner Ansicht nach ganz;

    „Aber gehen Sie nicht von einem zu guten Menschenbild aus?“

    Danke für den erneut spannenden roten Tisch.

  2. Das BGE hat das Zeug zur größten Waffe der Mächtigen zu werden. Der Mächtige braucht Macht wie der Süchtige den Stoff. Und Macht bedeutet steuern und kontrollieren. Stellt euch vor ihr seid mächtig und wollt die totale Kontrolle. Da käme der implantierte Chip auf Platz 1. Die körperliche Integrität der Bevölkerung und deren natürlicher Widerstand stellt euch vor große Probleme. Das Projekt wäre zum scheitern verurteilt. Jetzt bietet ihr der Masse, natürlich durch Politik und Mittelsmänner etc. das BGE als schön geredeten Chip-Tausch an. Da ihr wisst, dass die Masse ist dumm, könnnt ihr mit Sicherheit davon ausgehen, dass sie diese körperliche Integrität für 1000€ im Monat annehmen wird. Ihr kaschiert das Ganze noch ein bisschen mit Vorteilsgeschwafel und mir nichts dir nichts ist die Katze im Sack. Der größte Betrug in der Menschheitsgeschichte wäre vollbracht. Tadaaa!
    Mit der Zeit passen sich auch die Gesetze der Länder hier und da an die neue Lage an und „schwupp di wupp“ ist unter dem Massen-Radar die SPERRKLINKE eingbaut. Die Mächtigen Jubeln und klatschen sich ab! Es wird heißen „Ihr wolltet es ja so haben“. Und der Weg zurück wäre nicht mehr möglich, weil gesetzliche und gesellschaftliche Verankerung schon gelebt wäre.
    Den Mächtigen ist egal wie sie dort unten das gezählte Geld auf „Nebenkriegsschauplätzen“ unter sich aufteilen. Es ist Spielgeld und sie setzen auf Kontrolle. Also, lasst euch vom Teufel nicht blenden.
    Ich bin mir sichr, wir werden noch sehr viel vom BGE zu hören bekommen. In den oberen Etagen glaube ich wird schon geforscht und die Denkfabriken laufen HEIß. Denkt selbst darüber nach. Ich sehe NULL Vorteile. Was denkt ihr? Wir sind doch jetzt schon ziemlich gebildet und Mausfeld kennen wir auch. Haben wir etwas gelernt?

    • Mausfeld ist hier bei diesen Thema richtig zu nennen.
      „Sobald man die Zentren der Macht angreift, wird es richtig unangenehm!“
      Beim BGE merkt man es nicht so. Die Schweizer hatten ihr Volksentscheid abgegeben. In den Propagandamedien darf man darüber diskutieren.

    • Ich stell mir bei diesen Schwindel ein Bild vor. Die Ratte im Käfig, gibt man statt trockenes Futter jetzt ein Scheibchen Speck, nun kann sie weiter im Rad motivierter abstrampeln und bemerkt den Käfig weitherhin nicht.

  3. Anbei ein Beitrag zum Thema, mit einem wesentlichen Punkt, der Robotisierung. Oder wenn reiche Menschen beginnen „merkwürdig“ zu reden.

    Roboter: Mal wieder über Kommunismus reden
    27. September 2017 Wolfgang Pomrehn

    In China hält das Roboter-Zeitalter Einzug und bringt Kapitalisten dazu, über Kommunismus nachzudenken

    Chinesische Unternehmen haben im letzten Jahren 90.000 Industrieroboter verkauft, berichtet die Global Times. Die will sich damit natürlich sozusagen selbst ein wenig auf die Schulter klopfen, denn das Blatt ist das Sprachrohr der Regierungspartei. Dennoch ist es eine Zahl, die aufhorchen lässt. Sie sagt etwas über den globalen Megatrend Automatisation aus, und darüber, wer in diesem den Takt angeben wird. Und sie wirft ein paar wichtige Fragen auf.
    (…)
    Außerdem ist da natürlich die Gretchenfrage nach der Verteilung von Arbeit und Einkommen. Mehr Roboter heißt, dass weniger menschliche Arbeit nötig ist. Das führt – je nach politischen und sozialen Kräfteverhältnissen – entweder zur Erhöhung des Stundenlohns bei gleichzeitiger Verkürzung der Arbeitszeit. Das heißt, man verteilt den durch die Automatisation gesteigerten gesellschaftlichen Reichtum gleichmäßig.

    Oder aber das Ergebnis sind Massenentlassungen, weil die Besitzer der Produktionsmittel das Ergebnis der gestiegenen Produktivität für sich reklamieren. Unter den gegebenen Kräfteverhältnissen, hierzulande wie in China, ist meist Letzteres der Fall, aber das muss ja nicht so bleiben.
    (…)
    Schließlich könnte man ja auch angesichts der sich rasant entwickelnden technischen Möglichkeiten mal wieder über Kommunismus sprechen. Wenn Roboter einen großen Teil der Arbeit verrichten und moderne Datenverarbeitung bedarfsgerechte Produktion ermöglicht, könnten doch die Ergebnisse an alle verteilt werden, sodass es keinen Arme und keine Reiche mehr gäbe.

    So argumentierten kürzlich Jack Ma (Ma Yun) und Liu Qiangdong. Ersterer ist Gründer der entfernt mit Ebay vergleichbaren Internetfirma Alibaba, die bereits 2012 einen Umsatz von 1,1 Billionen Yuan (rund 140 Milliarden Euro) machte und heute noch vor Walmart als der weltweit größte Einzelhandelskonzern gilt. Liu ist der Gründer und Vorstandsvorsitzende von JD.com, einem weiteren Riesen im Internethandel.

    Es ist natürlich amüsant, dass die Frage nach dem Kommunismus und der Sozialisierung aller Unternehmen ausgerechnet von zwei Millionären aufgeworfen wird. Aber das ist eben China. Es könnte interessant werden, sollte sich eine derartige Debatte tatsächlich in der Volksrepublik ausbreiten. Man dürfte dabei wohl sicher sein, dass die Millionärskollegen von Ma und Liu not amused wären und vermutlich ebenso wenig die auf Kontrolle und Machterhalt fixierte Führung der Kommunistischen Partei.
    https://www.heise.de/tp/news/Roboter-Mal-wieder-ueber-Kommunismus-reden-3843252.html

    • Den Artikel kann man in die Tonne schmeißen, schon allein die Überschrift ist mit den Propagandabegriff „Kommunismus“ versehen. Dann noch, statt Milliardär also quasi einer der auf der Forbes Liste steht in einen Millionär deklarieren.

      Richtig ist, dass auch China ein gewaltiges Problem hat und zwar in viel höheren Maße als andere kapitalistische Staaten, weil sie halt wesentlich viel mehr Bürger haben. Ca. die Hälfte davon ist immer noch in der Landwirtschaft oder umgangsprachlich ausgedrückt, mit Ackerbau und Viehzucht beschäftigt, aber innerhalb der anderen Hälfte sind über die Wohlstandsjahre eine Mittelschicht entstanden die ca. bei fast 300 Mio Bürger ist, also fast 4mal soviel wie Deutschland Einwhohner hat.
      Es ist doch logisch, dass diese Mittelschicht genau so wie alle anderen auf der Welt nie wieder einen Rückschritt hinnehmen werden. Da können die Chinese auch mit ihrer Millionen Armee so viel drohen wie die wollen, physikalisch wird das nicht möglich sein. Das ist das Dilemma mit dem die chinesischen Eliten fertig werden müssen.
      Hier reicht nur ein Funke und der Schmetterlingseffekt wird gewaltig sein.

  4. Ralph hat vergessen zu erwähnen, dass bei einem BGE die Landflucht gestoppt und rückläufig werden würde. Zudem hat er vergessen zu sagen, dass wir keine Grippenplätze für Babys ab 8 Wochen mehr brauchen würden. Vermutlich würden auch Kitaplätze und deren Kosten enorm reduziert werden können, weil sich die Mütter wieder selbst um ihre Kinder kümmern können.
    Der Pflegenotstand würde nicht mehr relevant sein, weil auch viele Menschen, die jetzt Zeit haben, sich selbst um ihre Eltern kümmern könnten. Zudem könnte der enorme Kostenfaktor Pflege im Laufe der Zeit auf ein Minimum reduziert werden.
    Der riesige Kostenapparat Jobcenter und Arbeitsagentur mit seinen Schergen könnte fast vollständig abgeschafft werden..

    Was mich selbst betrifft, so würde ich meine Arbeit auf die Hälfte reduzieren und mich auf´s Land verziehen, um mich dort mit meiner Zeit, die ich dann habe, zum größten Teil selbst versorgen wollen..

    • Wenn soviel Entlastung für die Sozialschwachen auf einen Schlag zu erreichen ist (und das ist es), dann muss aber auf der anderen Seite eine entgegengesetzt große Belastung für die Reichen damit entstehen.
      Für die nämlich, die auf Basis der bisherigen Belastungssituation der Einkommens/Sozialschwachen ihren Reichtum gründen.
      Und das ist diesen Reichen vollkommen klar, im Gegensatz zu den Sozialschwachen, die nicht in diesen Dimensionen denken (können).
      Darum werden die Reichen alles dafür tun (politische und öffentlich mediale Einflußnahme), diese Entlastung der Fremden und ihre eigene Belastung zu verhindern.

  5. Pedram Shahyar stellt meiner Meinung nach einige wichtige Gegenfragen nicht. Ist Ralph Boes‘ Konzept nicht etwas lückenhaft?

    1. Wie sollen denn all die verbeamteten Arbeitnehmer, die ihren Job dann frei werden sollen, den Staat denn entlaste – sie sind verbeamtet!

    2. Ja, die Arbeitgeber müssen dann einen Anreize (finanzieller Art) schaffen, dass die wichtigen Arbeiten, die keiner machen möchte, noch getan werden (Müllentsorgung, Abwasser, … ). Aber entgeht ihm nicht dabei, dass dadurch die Gebühren um ein Vielfaches steigen werden? Da ist dann bald die Hälfte und mehr vom Grundeinkommen wieder weg! (Das gleiche noch in viel größerem Ausmaß bei all den subventionierten Unternehmen, die haben ja nur die Chance, ihre Produkte um einiges teurer anzubieten). Das heißt, dass die Lebenshaltungskosten um einen hohen Betrag steigen werden.

    „Für mich bleibt nichts übrig im heutigen System“-das wird genauso weiter gehn.

    Es ist mir schwer gefallen dem Interview zu folgen, dass Ralph Boes so motiviert ist, ist gut, aber es wirkt dadurch für mich zu emotional und leicht realitätsfern und das stört.

    • so viele beamtete Menschen gibt es nicht mehr, seitem die DPost und andere staatliche Einrichtungen, die DBahn.. privatisiert wurden. Adere Bereiche wurden aufgrund der Digitalisierung ganz abgeschafft und outgesourct, wie die Kartographie (war mal Ländersache die Karten auf den aktuellstem stand zu halten..)
      Selbst in den Behörden finden seit ca. 1-2 Generationen kaum noch Verbeamtungen statt, sondern die Verträge sind gewöhnliche Angestellten-Verträge..

  6. Wie kann ich denn ein Bedingungsloses Einkommen selbst bestimmen?

    Idealistische, moralistische/ethische und absolutistische Höhlenmenschen, die auf Schatten an den Wänden starren in den Fesseln ihrer Gewißheit. Erfreut durch ihre schwarz-weiß Konstrukte.

    Es geht um das selbstbestimmte Auskommen, das ich jedem zugestehe und nicht um ein fremdbestimmtes Einkommen von selbsternannten Moralaposteln.

  7. Sehr wahrscheinlich glaubt er wie viele andere auch mit guten Absichten zu handeln, aber schießt völlig über das Ziel hinaus. Das BGE ist ein Ablenkungskonstrukt, um den Zorn der Unterdrückten Bürger zu besänftigen, hat aber mit Ursachenfeststellung und Lösung der Wirkungssymptome nichts zu tun. Immer, wenn es über die Geldschiene läuft, löst man rein gar nichts.
    Das Fundament für den Grundgedanken für eine soziale Weiterentwicklung des Zusammenleben der Bürger muss die eines ethisch moralischen sein, und nicht das Dogma mit „Geld löst man die Probleme“.

    Dieses Fundament muss man nicht neu anlegen, es ist schon sehr lange vorhanden, man muss wieder zurück zum Kern und seine Maxime auch Leben verleihen.
    1. Art GG Die Würde des Menschen ist unantastbar.
    2. Art GG Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit
    Wenn man schon die 2 wichtigsten Grundgesetze vergessen hat und nicht mehr als Fundament anwendet, dann kann soviel von BGE schwätzen wie mal will, eine Lösung ist nicht möglich.

    Die Frage muss doch lauten:
    „welche Rahmenbedingungen muss die Gemeinschaft also der Staat anhand der genannten Gesetze schaffen, damit diese bewahrt sowie eingehalten werden?“

    Sieht die Ist-Situation dementsprechend so aus? Kann eine Person die in einem instabilen Sozialgefüge sich befindet bzw. aufwächst, ihre Persönlichkeit frei entfalten? Ist das menschenlebenverachtende Konstrukt von Agenda 2010 mit Hartz4 eine Rahmenbedingung wo eine freie Persönlichkeitsentfaltung möglich ist oder leben die Menschen die durch dieses Konstrukt geknechtet sind in Würde?

    Tut mir leid, solange alle drei Instanzen der Gewaltenteilung dermaßend verfassungswidrig agieren, braucht man nicht von BGE schwätzen sowie träumen.

    • Jedes Recht und damit auch Geld beruht auf Moral/Ethik, die ja jede Rahmenbedingungen überhaupt erst erstellt.
      Jede Moral und jede Ethik beruhen Urteilen, auf _Glauben_ an die Bestimmbarkeit von Gut und Böse. Diese idealistischen Menschen sitzen in der Höhle neben Platon und starren auf die schwarz-weißen Schattenspiele an der Wand. Unfähig ihre Ignoranz der Wirklichkeit abzulegen, werden sie auch ihre Höhle nicht verlassen.
      Wer bereits im Besitz von moralischer/ethischer Gewißheit ist, benötigt keine Verständigung.
      Und ja, Platons Höhlengleichnis ist tatsächlich nur umgekehrt zutreffend.

      Eine offene Gesellschaft ist nur gegeben, wenn sie jede, wirklich jede Form von Moralität bzw. Ethik, gleich welcher Ideologie, ablehnt. Das erfordert _Wissen_, damit Verständnis, Verständigung, den einfühlsamen Verstand und nicht irgendeinen _Glauben_, keine übersinnliche übernatürliche Vernunft, keine übergordneten Wesenheiten, die Rahmenbedingungen für den Spieltrieb setzen.

  8. Was geschied mit den Preisen für Waren – sollte es ein BGE geben ?
    Diese sind grundsätzlich nicht festgesetzt. Sie spiegeln oft das wieder, was die Leute für Güter bereit sind zu zahlen.
    Angenommen, wenn ich als Bäcker morgens um 2 Uhr in der Backstube stehen muss und sehe, dass jeder mehr Geld in der Tasche hat, dann werde ich meine Brötchen nur noch für 1 Euro verkaufen.
    Das BGE würde in Kürze von Preiserhöhungen aufgefressen, so meine Vermutung.

    Ich denke, die europäische Lösung wäre richtig.
    Vom STARREN EURO – System profitieren Länder wie D, weil sie ihre Waren im EURO-Vergleich um 30 % zu günstig anbieten können und andere EURO-Länder auf Pump leben müssen.
    Die Löhne in D müssten folglich um 30 % steigen, damit ein gemeinsames faires Europa entstünde. Da der Staat nicht in die Tarifautonomie eingreifen sollte, gäbe es m.E. nur einen Weg.
    Oder anders ausgedrückt:
    Statt in D 40 Std. / Woche wäre es richtiger nur 28Std / Woche zu arbeiten – bei vollem Lohnausgleich. Nur so hätten GR, E, I, PL, F wieder eine Chance im starren Euro.
    Die Verkürzung der Arbeitszeit als Länderausgleich und Euro-Regulativ würde irgendwann zu einem BGE führen, sollte wir das Füllhorn 4.0 erfinden.

    • Der größte Witz oder das größte Mirakel, der ewig währende 8-Stunden-Vollzeitarbeitstag.
      Sich sowas als Arbeitsvolk aufzwingen zu lassen ohne überhaupt darauf zu kommen, dass man mal darüber nachdenken könnte, ob das denn so sein muss, zeigt, welch magisches Tabu diesen Kernpfeiler des modernen Kapitalismus ummantelt.
      Geld ist realtiv, aber der Tag hat für jeden Menschen nur 24 Stunden.

      Anno 1860: 16 Stunden Arbeitstag
      Anno 1910: 8 Stunden Arbeitstag
      Anno 2017: 8 Stunden Arbeitstag
      Anno 2050: ??? 4 ??? 8 ??? 16 ???

    • Wie läuft es im Moment? Durch den größten Niedriglohnsektor Europas wird einerseits die Geldmenge, die sich in Umlauf befindet verknappt und gleichzeitig durch großzügige Bankenrettungen Geld wieder in Milliardenhöhe in den Umlauf gebracht. Ist es nicht an der Zeit diese Verteilung umzukehren und endlich an die Vielen und nicht an die Wenigen zu denken? Die Geldmange bleibt bei dieser Verteilungsfrage dann auch stabil.

  9. Das BGE ist unsinnig und sachlich falsch.
    Geld ist lediglich die Anweisung darauf, dass mir eine wirtschaftliche Leistung zugute steht. Die ganz Diskussion macht keinen Sinn, wenn man nicht die wirtschaftliche Leistung des Landes berücksichtigt. Und darin müsste man unterscheiden zwischen produzierenden und konsumierenden Anteilen. Jeder von uns konsumiert, aber nicht jeder produziert (im volkswirtschaftlichen Sinne). Es gibt eine Balance zwischen produzierenden und konsumierenden „Kräften“ in einem wirtschaftlichen Gebiet, welche nicht willkürlich gesetzt werden kann. Anstelle Geld zu verteilen, oder eben umzuverteilen, sollte man sich fragen, warum man nicht die richtigen Preise herausbekommt in der Wirtschaft. Und man sollte sich fragen, was Geldkapital in den Händen von Leuten zu tun hat, welche damit nichts Produktives in der Wirtschaft anzufangen wissen. Hier ist das Problem. Und vor Hundert Jahren hatte Rudolf Steiner dafür schon die Lösung angedeutet: In seinem Nationalökonomischen Kurs und Seminar (und den damit verbundenen Vorträgen u. Schriften über die Dreigliederung des sozialen Organismus, sprich die Aufgliederung des heutigen Einheitsstaats). Geld umverteilen ist bürokratisch, aufwendig, unsinnig und packt die Probleme nicht an der Wurzel.

  10. BGE ist unabdingbar wenn man das Wirtschaftssystem retten will. Das Geld dafür ist egal, kann das Geld entweder einem Milliardär oder vielen armen geben (Volkswirtschaftlich ist es auch viel sinnvoller). Es gibt aber ein Problemchen, was machen wir, wenn BGE global verfügbar wäre und wir uns noch schneller (schneller als 1.6%/pro anno) vermehren würden (da die Existenz gewährt wäre)

    • Das größte Problem ist die kollektive Uneinsichtigkeit. Wenn alle Paare auf der Welt einfach mal nur noch die Hälfte an Nachwuchs produzieren würden und die Nutztierhaltung abgeschafft würde, wäre das größte Problem ohne Schmerz und Leid maßgeblich verkleinert. So wie jetzt ruft die gesamte Menschheit in der Tradition des bisherigen allgemeinen gedankenlosen Missbrauchs an allen erdenklichen Ressourcen die großen Katastrophen geradezu herbei, die dann das gesamte empfindsame Leben(von Mensch und Tier) drastisch mit Gewalt dezimieren oder gar vollständíg auslöschen.

  11. Alles gut durchdacht. Aber ich finde manche Löhne müssten dann auch gekürzt werden. Zum Beispiel die von denen, die beim „öffentlich unrechtlichen Rundfunk und TV“ arbeiten. Eine Sekretärin verdient da schon offiziell 6000 Euro im Monat, ein Redakteur 10-12 000, Sportmoderatoren und „Experten“ etwa 9000, ein Intendant von 23 000 bis zu 33 500.
    Quelle: MAZ

  12. Ich mache mir keine Sorgen, dass die „miesen“ Jobs keiner mehr macht. Wenn diese Tätigkeiten anständig bezahlt werden, dann bekommen diese Jobs erstmals die Wertschätzung und Würde die sie auch verdienen. Bisher können Menschen durch Androhung von Sanktionen und dem Entzug des Existenzminimums zu fast jeder Tätigkeit gezwungen werden. Durch das Grundeinkommen bekommt jeder die Möglichkeit NEIN zu sagen. Nötigung, Erpressung und Machtmißbrauch verlieren ihren Schrecken. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass die Wahrheit ausgesprochen werden kann ohne eine Zensurschere im Kopf zu haben. Warum soll die Trennung von Arbeit und Einkommen nur für die Mächtigen gelten, die schon immer ihre leistungslosen Einkommen allein aus Rendite und Zinserträgen beziehen? Die Entkoppelung von Arbeit und Einkommen ist dort schon längst vollzogen. Natürlich werden Menschen auch weiterhin arbeiten. Jahrhundertelang konditioniertes Verhalten läßt sich nicht so leicht ändern. Ganz sicher wird allerdings die ins Unendliche gesteigerte Profitmaximierungs-, Wachstums- und Verbrennungskultur abgebremst, weil die Menschen die Möglichkeit bekommen darüber nachzudenken, ob sie ins Hamsterrad einsteigen wollen, oder vielleicht doch nicht lieber NEIN sagen wollen.

  13. ich bin sehr gespalten mit dem Grundeinkommen. Wie wir jetzt schon sehen, wird Leuten, die nicht „Systemgerecht“ schreiben in verschiedenen Blogs und bei den „asozialen Netzwerken“ Kommentare hinterlassen, die auch nicht „Systemgerecht“ sind, der Zugang zum Netz gesperrt.
    Das könnte mit dem „bedingungslosen Grundeinkommen genauso passieren. Wer dem System nicht passt, wird ausgeschaltet.

    Das wir eine Veränderung brauchen steht ausser Frage. Dazu hat sich Richard David Precht schon geäussert.
    Richard D. Precht spricht über die nahe Zukunft – Zeit umzudenken!
    https://www.youtube.com/watch?v=JLDxZ7AOjec

    Ein weiterer, der daraufhin hinweist, ist Gunter Dueck. Zahlreiche Vorträge hat er dazu gehalten. Würde mir wünschen Ken Jebsen würde ihn mal zu einem Gespräch einladen. Ich mag ihn sehr. Er hält unglaublich gute Vorträge, die jeder versteht.
    BarCamp Arbeiten 4.0 – Gunter Dueck zur Digitalsierung der Arbeit
    https://www.youtube.com/watch?v=eHZbYDpLI4k

    Kompliment an Pedram für die Gesprächsführung.

  14. Das Recht auf ein BGE legetimiert sich einzig und allein durch den Umstand, dass aus Gründen der Gewinnoptimierung im kapitalistischen System sukzessive große Anzahlen an Menschen von den wichtigen Produktionsprozessen ausgeschlossen wurden und weiterhin werden (durch einerseits fortwährende Effizienzsteigerungen und aber auch hauptsächlich durch Verlagerungen von Produktion ins Ausland).

    Genau durch diesen systematischen Ausschluss jedoch verliert das kapitalistische System aber gleichzeitig jeglichen (moralischen) Anspruch an die ausgeschlossenen Menschen, für ihr Grundeinkommen zur Lebenssicherung selbst aufkommen zu müssen.
    Das ist der Punkt, der in der Öffentlichkeit (Mainstreammedien) nie angesprochen wird. Aus gutem/schlechtem Grund, nehme ich an.

    So herrscht denn stattdessen in der öffentlichen Meinung der Massen leider ein breiter Konsens vor, der von den Ausgeschlossenen fordert, sich durch sog. Bullshitjobs oder andere minderwertige oder erniedrigende Tätigkeiten (manch besonders empathielose Zeitgenossen würden es wohl sogar gutheißen, wenn Betroffenen sogar ihre eigenen Organe verkaufen müssten, bevor sie von der Allgemeinheit Unterstüzung bekommen) fürs nackte Überleben aufzureiben.
    Das ist an Perversion und Menschenverachtung nicht zu überbieten, passt aber zum Geist der Zeit.

    Dabei übersehen viele, dass ihnen schon in naher Zukunft das gleiche Schicksal zuteil werden wird.

  15. Ich glaube nämlich nicht, das die die jetzt Arbeit haben, nicht mehr arbeiten gehen würden.
    Ich selbst beziehe Hartz IV, habe aber einen Minijob, auch wenn mir davon wieder Geld vom
    Arbeitsamt abgezogen wird. Das ist mir egal, denn jeder Mensch möchte gerne etwas tun.
    Es ist die ersten 4 Wochen ja ganz nett wenn man faulenzen kann, aber dann merkt man doch
    das man sich nach einer gewissen Regelmäßigkeit sehnt.
    Ich kann nur von mir selbst sagen, wenn ein Grundeinkommen käme, dann würde ich diesen Minijob
    genauso weitermachen wie bisher. Mit dem Unterschied das ich von diesem Lohn auch was hätte.

    Leider wurde diese Frage nicht behandelt:
    Steht dann jedem Flüchtling, Asylsuchenden auch das Grundeinkommen zu?

    Denn das hätte eine Explosion an Asylsuchenden zu Folge, und das wäre dann wohl
    nicht finanzierbar. Das heißt man müsste dann in dieser Frage auch eine Lösung finden,
    wie das ganze finanzierbar ist.

    • Ich bin auch für das BGE und selbstverständlich werden viele Leute weiter arbeiten, ihre ehrenamtliche Tätigkeit fortführen etc. Aber richtig, was ist mit den Flüchtlingen?

      1. Keine Waffenexport mehr und Kriegsunterstützung – das reduziert die Zahl der Flüchtlinge etwas (denn leider sind die anderen imperialistischen Mächte damit noch nicht gestoppt).
      2. Eine Handelspolitik, die die Armen in Afrika nicht in die Fluch treibt – auch das reduziert die Zahl der Flüchtlinge.
      3. Flüchtlinge, die nach D kommen, kommen zunächst in ein Lager mit 2 Ausgängen. Der eine Ausgang kann passiert werden nach Anerkennung, der andere führt zum Flughafen (von mir aus mit Freiticket). Das Ganze nur mit einer akzeptablen Asylanerkennungspraxis, vor allem auch was die Dauer betrifft.
      4. Das BGE nimmt auch Druck aus dem Arbeitsmarkt, wenn dort Flüchtlinge sind, die natürlich von der Industrie zu Niedriglohnzwecken erwünscht sind.
      5. Wer als Flüchtling dann anerkannt ist, kann nach entsprechenden Kriterien dann sicher auch Deutscher werden und damit Empfänger von BGE.

      Wer kann/soll das bezahlen? Denk mal an die Bankenrettung. Die Superreichen kriegen das Geld in den A… gesteckt, es wird Zeit für eine Rückverteilung.

      Mir fehlt zwar immer noch eine konkrete Berechnung, aber eigentlich wird das Grundeinkommen in Form von Hartz IV ja längst gezahlt. Nur werden die Empfänger menschenunwürdig gegängelt und reichen tut es natürlich auch nicht. Vielleicht reicht ja das Geld, das man den Beamten des Arbeitsamtes nicht mehr bezahlen muß, weil die sind definitiv völlig überflüssig.

      Ich weiß, das geht alles nicht von heute auf morgen, aber in die Richtung sollte man denken.

      Leider ist das so gewählt worden: Weiter kräftig Rüstung exportieren, mehr Auslandseinsätze (Kriegsunterstützung), Flüchtlinge gegen Niedriglöhner hetzen, mehr Arbeitsamtbeamte zum Gängeln, Rassismus schüren, Neoliberalismus vom Feinsten etc. Dafür dürfen Homosexuelle heiraten (von mir aus) und Genderprofessoren Ampeln mit Frauen fordern (Augenverdreh).

    • Wäre es auch nicht an der Zeit, das Global zu veranschlagen.
      Globalisierung ist eh im vollen Gange.
      BGE Global gesehen würde wahrscheinlich vieles erleichtern.
      Aber wenn wir sowas nicht mal im eigenen Land hinbekommen,
      wie will man sowas Global erreichen können.
      Technisch, wissenschaftlich ist die Menschheit doch schon soweit,
      das wir alle unabhängig von Arbeit leben könnten. Warum nur
      ist manchem das Geld sooooo wichtig. Es muss eine Sucht sein.

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