Der Rote Tisch – 30 Minuten mit Susan Bonath (Klassenpolitik)

Susan Bonath ist freie Journalistin und Aktivistin. Sie schreibt unter anderem für die Junge Welt und setzt sich vor allem gegen Armut und Hartz IV ein.

Wir sprechen mit mir ihr über die unteren sozialen Klassen. Warum schließen sich diese nicht gegen die Eliten zusammen? Gibt es heute noch eine Arbeiterklasse, die gemeinsam agiert und sich solidarisch verhält? Wie können wir zu einer starken Bewegung für soziale Gerechtigkeit von wirklich Betroffenen kommen?

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87 Kommentare zu: “Der Rote Tisch – 30 Minuten mit Susan Bonath (Klassenpolitik)

  1. Rudi Dutsche, las ich einmal, habe etwas „jesuanisches“ an sich gehabt. Rosa Luxemburg des gleichen, meine ich.
    Alle wirklich guten Menschen haben etwas „jesuanisches“ an sich. Die Menge soll damals für den Mörder Barrabas gestimmt haben und gegen Jesus. Auch da fehlte es schon an Bewusstsein. Am Bewusstsein der größten Geister der Menschheit, von denen wir seelisch bis heute zehren, können alle anknüpfen, wenn sie nur wollen. Das hieße, dass Gewalt durch Menschen nicht mehr statt findet. Dann nämlich entsteht von selbst ein heilsames System.

    • Macht- Propaganda funktionierte also auch schon vor 2000 Jahren genauso wie heute. Pontius Pilatus konnte sich mit Hilfe der Menge „seine Hände in Unschuld waschen“. So lange Gewalt und Machtmissbrauch und folglich großer materieller Reichtum Einzelner nicht von der Mehrheit geächtet wird, kann es keinen „way out from the road to hell“ geben. Jeder einzelne Mensch ist mit verantwortlich.

    • DER JAGO-FAKTOR – von Arjuna Nick Ardagh

      In Shakespeares Stück Othello sind der Hauptdarsteller und seine
      junge venezianische Frau sehr verliebt. Othello ist ein nobler und
      gutherziger Soldat, der denen, die um ihn sind, vertraut. Desdemona
      ist ihrem Mann treu und glaubt ihm aufs Wort. Jago, Othellos Bera-
      ter und scheinbarer Freund, spielt die Leute gegeneinander aus und
      kreiert so eine Atmosphäre von Trennung und Misstrauen. Er flüs-
      tert Zweifel in Othellos Ohr und provoziert so eine gewaltige Eifer-
      sucht in ihm, die schlussendlich zu einer sinnlosen Tragödie führt.
      Im Herzen sind wir alle Othellos – wir sind offen, wir vertrauen
      und möchten immer nur das Beste im anderen sehen. Von unseren
      unsichtbaren Jagos werden wir alle zu verrückten Handlungen ver-
      leitet und getrieben. Unser heimtückischer Jago ist ein Zustand un-
      seres Geistes; er kann nicht gesehen werden, er lebt im Schatten.
      Und doch ist sein Einfluss überall zu finden. Jago flüstert uns zu, von
      Jago und dein reines Herz
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      innen und durch andere Leute, als Stimme einer kollektiven Kondi-
      tionierung. Die meisten von uns leben mit einer schmerzvollen
      Empfindung der Trennung von anderen, einer Empfindung, dass
      etwas fehlt, und einer allgegenwärtigen Erfahrung von Begrenzung,
      Angst und Verlangen. Als Folge davon stürzen wir uns in einen Wir-
      belwind von Aktivitäten, um die Objekte unserer Angst zu meiden
      und die Objekte unseres Verlangens zu erhalten. Diese Trance eines
      auf Problemen beruhenden Lebens, das weithin als normal betrach-
      tet wird, führt zu einer endlosen Saga des Kämpfens. Es sickert
      durch die Risse in unseren nobelsten Bestrebungen und manifestiert
      sich als Krankheit, Konflikt und Versagen. Global drückt es sich als
      Krieg und als ökonomischer und umweltbezogener Irrsinn aus.
      Den Jago-Faktor können wir nicht direkt sehen oder messen;
      wir erkennen ihn nur durch seine Auswirkungen. Es ist vergleichbar
      mit Waschbären, die von Zeit zu Zeit nachts unsere Küche besu-
      chen. Ich habe nie wirklich Waschbären in unserer Küche gesehen.
      Wie also weiß ich, dass sie uns besuchen? Ich merke, dass das
      Katzenfutter gefressen und der Müll umgeschmissen wurde und
      dass da schmutzige Pfotenspuren überall auf dem Boden sind.
      Eigenschaften der Jago-Trance
      Wie unsere natürliche Vision, so beinhaltet auch der Jago-Zustand
      verschiedene Eigenschaften:
      Das Gefühl von Mangel.
      Das grundlegende Fundament der Jago-
      Trance ist ein beherrschendes und undefiniertes Gefühl davon,
      dass etwas fehlt. Genug ist nie genug. Wir möchten immer mehr
      oder etwas Besseres. Wir sind nie spirituell genug, schlank ge-
      nug, klug genug oder locker genug. Wir filtern alles durch das
      Gefühl von Mangel. In unserem schlimmsten Vorstadt-Alp-
      traum erscheinen permanent irgendwelche Nachbarn, mit de-
      nen wir Schritt halten müssen.
      Das Gefühl von Trennung
      . Wenn wir uns der externen Welt zuwen-
      den, um unseren empfundenen Mangel zu beseitigen, dann sind
      wir weiter auf eine ich-orientierte Realität konzentriert, die
      Entfremdung und Trennung verstärkt. Die Jago-Trance ist cha-
      rakterisiert durch diese 24-stündige Absorption in dieses
      „Ich“, während wir in Wirklichkeit von unserem eigenen wah-
      ren Selbst getrennt sind.
      Sucht.
      Beides, das Gefühl des Mangels und das des Verlangens, die-
      se Leere zu füllen, ist so stark in uns, dass wir, sobald wir auch
      nur vage merken, dass etwas Externes es „bringen“ könnte, gie-
      rig danach greifen und süchtig danach werden. Auf diese Weise
      kann Jago uns in eine Sucht bringen nach Arbeit, Sex, Essen,
      Trinken, Drogen, das Internet oder sogar nach spirituellen
      „Highs“.
      Angst
      . Sobald Wünsche und Süchte unser Leben übernehmen, wer-
      den wir von einer unspezifischen Angst gepackt. Wir beschlie-
      ßen, dass unser Verlangen durch Geld befriedigt wird, und
      schon werden wir von der Angst vor Armut gepackt. Wir glau-
      ben, dass die richtige Beziehung unseren nagenden Mangel lin-
      dert; sofort wird Einsamkeit zu einem erschreckenden Schick-
      sal.
      Misstrauen.
      Unspezifische Angst macht uns misstrauisch. Wenn wir
      tief in Jagos Trancezustand sind, trauen wir niemandem ganz,
      nicht einmal Familienmitgliedern.
      Strategisches Leben
      . Wir planen sorgfältig für die schlimmsten Even-
      tualitäten vor. Jeden Moment könnte sich etwas Schlimmes er-
      eignen. Jago peitscht unsere Gedanken in einen Wirbelwind von
      Notfallreaktionen. Wir leben in einem permanenten Alarmzu-
      stand.
      Besorgnis.
      Der Gedanke, dass etwas falsch ist, dass wir mehr tun
      müssten, um ganz zu sein, kreiert ein konstantes Gefühl von Be-
      sorgnis. Es ist so, als ob wir dauernd zu spät dran sind für eine
      Verabredung mit etwas, an das wir uns nicht erinnern können.
      Feindseliger Konkurrenzkampf.
      Jago kreiert ein Gefühl von feindseligem Konkurrenzkampf im Gegen
      satz zu einem kreativen Miteinander. Wenn es nicht genug gibt, müssen wir andere be-
      kämpfen, die dasselbe wollen. Unser Erfolg, ja sogar unser
      Überleben, hängt von ihrer Niederlage ab.
      Andere Eigenschaften des Jago-Zustandes beinhalten Selbstzweifel,
      Selbstsabotage, Enttäuschung und Sinnlosigkeit.
      Weil wir konfrontiert sind mit der unmöglichen Aufgabe, uns
      erfolgreich mit dem Rest eines feindseligen Universums messen zu
      müssen, kreiert der Jago-Faktor in uns ein Gefühl von „Ich kann
      nicht, weil …“ und füllt dann diese Lücke aus. Zweifel werden zur
      sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Wir sind sicher, dass wir es
      einfach nicht in uns haben, Glück zu finden, und beweisen uns, dass
      dies wahr ist. Jago lenkt uns von unserer natürlichen Vision ab, in-
      dem er uns Rechtfertigungen für destruktives und reaktives Han-
      deln zuflüstert. In unserem Trancezustand lässt uns sogar die ange-
      nehmste Erfahrung letztendlich nach mehr begehren. Weiterhin
      machen wir unsere Erfüllung an äußeren Dingen fest. Aber nichts
      außerhalb von uns bleibt unverändert. Jede Blume, die wir pflücken,
      wird schließlich verwelken, das Baby wird erwachsen und verlässt
      das Haus, die Beziehung endet. Wir fangen an, Enttäuschungen zu
      erwarten. Früher oder später resignieren wir und glauben, dass bei
      uns nie etwas funktioniert. Wir werden apathisch und stecken in der
      Sinnlosigkeit des Lebens fest.
      Und so machen wir weiter. Jedes Leben, das in dem Gefühl von
      empfundenem Mangel verstrickt ist, das im Kreislauf von Wunsch
      und Angst gefangen ist, ist ein Leben in konstanter Aktivität und
      Veränderung. Wir suchen einen anderen Partner, weil unserer jetzi-
      gen Beziehung etwas fehlt, etwas, das wir weder beschreiben noch
      uns in Erinnerung rufen können. Wir wechseln Arbeit und Auto.
      Wir ziehen um. Wir werden von einem konstanten Gefühl verfolgt,
      zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Diese Jago-basierte Rea-
      lität zerstört jegliche Möglichkeit von Frieden. Die Sorge über un-
      spezifische Probleme und das dringende Bedürfnis nach sofortiger
      Handlung kreieren alle möglichen Verkrampfungen und Verspan-
      nungen im Körper und sind die Wurzel einer Vielzahl von physi-
      schen und mentalen Krankheiten.
      Jago ist der vorherrschende Trancezustand unseres Planeten. Er
      beeinflusst unsere Beziehungen, unsere Sexualität, unser Verhalten
      als Eltern und unsere Versuche, uns zu entspannen. Er durchdringt
      Firmen, die internationale Politik und unser Wirtschaftssystem.
      Trotzdem treffen wir Entscheidungen und planen, als ob der Jago-
      Faktor nicht existieren würde, und wir sind überrascht, wenn er sein
      hässliches Antlitz erhebt. Betrügen, lügen, Missverständnisse, Krie-
      ge, Umweltzerstörung, all das fühlt sich unnatürlich an. Wir wissen,
      dass das Leben so nicht sein sollte. Tief in uns haben wir ein Emp-
      finden, dass unser natürlicher Zustand liebend und mutig ist und
      dass das Leben wohlwollend ist. Instinktiv erwarten wir, dass die
      Dinge klappen, und sie gehen dauernd schief.

    • ja, das hat mich wieder darauf gebracht, was ich schon lange wahrgenommen habe und eigentlich immer wieder von Neuem: Tatsächlich entfachen solche jesuanischen Menschen oft in der Menge genau das Gegenteil von dem, was sie verdienen: Sie entfachen Hass! Die gedankenlose und ungebildete Menge hasst nämlich das, was ihr fremd und unverständlich ist zunächst einmal. Andersartigkeit hat immer schon in der Menschheit aus der verbreiteten Unverständigkeit heraus Angst erzeugt und Angst erzeugt auch Hass, der sich dann wiederum in Minderachtung und Verachtung ausdrückt. Diese Unverständigkeit wurde schon immer von der Herrschsucht genutzt und entsprechend kanalisiert. Damit lässt sich auch teilweise z.B. der Judenhass oder auch andere Rassismen besser erklären und ihre Lenkung. Außerdem ist es leider auch so, dass Wehrlosigkeit bei vielen Menschen negative Angriffsinstinkte freisetzt, den sog. Killer- Instinkt. Das sind uralte Muster, die irgendwann aus irgendwelchen Gründen entstanden sind und die bewusst gemacht werden müssen, damit sie wieder aufgehoben werden können. Das Feld, das wir beackern müssen, ist die menschliche Psyche und was mit ihr geschehen ist im Laufe der Jahrtausende. Ein Schlüssel dazu ist auch unsere blutige traditionelle Ernährung.

  2. „Machen Sie sich frei davon!“
    lautete eine vollmundige Aufforderung auf dieser Seite.
    Dreist.
    Aus einer Gefangenschaft heraus, die noch nicht einmal wahrgenommen wird, andere dazu aufzufordern, sich frei zu machen.
    Das ist das konditionierte System, das bei anderen die Befreiung einklagt, dabei jedoch die innere Spaltung, die es lebt, weiterhin im Außen aufrecht zu erhalten angewiesen ist. Zu schmerzhaft ist es, sich dem zu stellen, was innerlich abgespalten wurde. Also projizieren wir diesen Schattenanteil auf die anderen und greifen ihn dort an.
    Wahrlich ein wahnsinniges System.
    Wer aber immer noch glaubt, Rebellion gegen das System sei etwas anderes als die Anpassung an das System, der hat noch nicht einmal angefangen zu verstehen, wie sehr er gar nicht in der Lage ist, zu hören, zu sehen, zu fühlen, zu verstehen, was WIRKLICH vor sich geht.
    Rebellion/Anpassung? Die gleich Medaille, derselbe Geist.
    Die 1 oder die 0.
    Das Entweder/Oder.

    Ein Anfang wäre es, einfach alles, was man über andere sagt, mal auf sich selbst zu beziehen einige Monate lang. (Aber das kann und will der Systemgeist nicht hören.)

    Oder an das Ende jeder Aussage über andere, den kleinen Nachsatz anzuhängen: genau wie ich.

    Klassismus/Rassismus? dieselbe Medaille.
    Aber da schreit er auf, der denkende, aufgeklärte Geist in seiner Ignoranz.
    Statt sich einmal zu fragen: Könnte es sein, daß ich hörend taub bin, sehend blind und fühlend gefühllos?
    Wäre es möglich, daß ich bis zum heutigen Tag noch nie irgend jemanden wirklich gehört habe?
    Sondern immer nur meine eigenen Gedanken über das, was der andere gesagt hat?

    Das ist der systemische Monolog, der glaubt, er würde Dialoge führen.

    Genau wie ich.

  3. Freundlich betrachtet eine Art Bauklötzchen- und Bilderbuch-Denken. Die Abgründe und die Aufstiege des menschlichen Geistes, die in Wahrheit das Leben prägen, sind dabei völlig ausgeblendet. Aber als mechanistisch-materialitisches Denken in seiner Wirkung so oder so niederträchtig.
    Links der „Klassismus“, rechts der „Rassismus“ – sind sie doch beides in meinen Augen Faschismen und es wundert mich gar nicht, dass selbst ernannte „Linke“ nach „rechts“ überschnappen können oder auch umgekehrt.
    Oben sollen da nur eine Handvoll Bösewichter sitzen, die den Karren Kapitalismus in den Dreck fahren, aber der Rest der Menschheit ist angeblich gut- und wenn aus seinen Reihen auch das Leben noch so sträflich missachtet wird. Schuld allein und an allem soll nur das System sein, das die paar Bösewichter da oben am Laufen halten.
    Mit so einem plakativen, oberflächlichen Weltbild konnte ich noch nie etwas anfangen. Meines Wissens kann das nur eine Entwicklung zum Guten und zur Heilung dieser Welt hemmen.

    • @Enttäuschung
      Ich bin fassungslos. Sie schreiben: „Oben sollen da nur eine Handvoll Bösewichter sitzen, die den Karren Kapitalismus in den Dreck fahren“. Wer hat denn das behauptet? Wo finden Sie dafür einen Beleg? Den könnten Sie doch nur bei bösartigen Fälschern finden! Schauen Sie sich z.B. die Beiträge von Frau Bonath doch mal genau an. Da finden Sie in etwa Folgendes:

      Der Kapitalismus ist ein SYSTEM, bei dem das Kapital nur überleben kann, wenn es sich vermehrt. (Ewiges Wachstum!) Insofern ist der einzelne Kapitalist („bei Strafe des Untergangs“, Karl Marx) verpflichtet, alles zu tun, damit sich sein Kapital vermehrt. Das schließt zu Gunsten des Profits eben mit ein alle negativen Ergebnisse, die wir auch heute immer wieder sehen: Monopole, Arbeitslosigkeit etc.

      Das kapitalistische System ist insofern „das Böse“, wenn Sie unbedingt in Gut und Böse denken wollen, nicht der einzelne Kapitalist. Deswegen sollte man auch das Sysem abschaffen und ein anderes WirtschaftsSYSTEM betreiben! Das heißt auch nicht, daß alle Nicht-Kapitalisten gut sind. Es geht nicht um Gut und Böse.

      Das Sein bestimmt das Bewußtsein, kein Wunder also, daß die meisten Kapitalisten ihr Wirtschaftssystem gut finden. Wer gibt schon gerne sein Luxusleben auf? Aber das „Sein bestimmt das Bewutsein“ ist nicht so zu verstehen, daß es nur diesen deterministischen Tunnelblick geben kann. Es gibt auch Kapitalisten, die sich von dieser einseitigen Sichtweise trennen können. Friedrich Engels war ein hervorragendes Beispiel. Und es gibt Arbeiter, die so bekloppt sind und AfD wählen.

      Es gibt eben auch Leute, die den Mist, den ich oben zitiert habe, glauben. Machen Sie sich frei davon!

    • Sie wollen mich anscheinend nur falsch verstehen. Glauben Sie wirklich, nach allem, was ich hier bisher schrieb, dass ich nicht weiß, dass der Kapitalismus ein lebenszerstörerisches System ist? Gut ich hätte mich vielleicht exakter so ausgedrückt und das tue ich auch jetzt:
      Oben sollen nur eine Handvoll Bösewichter sitzen, die durch den Karren Kapitalismus alles in den Dreck fahren.

      Tatsache ist, dass es gegen dieses niederträchtige System bisher viel zu wenig Widerstand gibt. Das heißt, dass „die weiter unten“ aus verschiedensten Gründen bis heute mitgemacht haben. Ich will damit sagen- und habe es hier auch schon oft gesagt, dass es ein Problem der gesamten Menschheit ist. Es geht doch im Grunde um die Frage, ob Gewalt überhaupt von uns Menschen irgendwo angewendet werden darf oder vernünftigerweise sollte.
      Und dazu sage ich nein. Wir missbrauchen mit der Anwendung von Gewalt unsere evolutionär entwickelten Fähigkeiten. Ganz offensichtlich ist es Missbrauch, was heute in allen Bereichen unseres Lebens stattfindet. Das Leben und die lebenserhaltenden Systeme der Erde werden missbraucht, wobei die Mehrheit der Menschheit mit macht. Dass es mit Druck von oben geschieht, ist klar. Aber das ist nur möglich, weil insgesamt zu wenig Bewusstsein vorhanden ist. Zu wenig Achtung vor der gesamten, lebenserhaltenden Schöpfung. Und da sind mir die selbst ernannten Linken heute z.B. auch schon viel zu neoliberal, d.h. auch wissenschaftsgläubig.

    • …nur mal ein kurzes Zitat:

      „Wir missbrauchen mit der Anwendung von Gewalt unsere evolutionär entwickelten Fähigkeiten.“ <= Falsch!

      Wir gebrauchen mit der Anwendung von Gewalt unsere evolutionär entwickelten Fähigkeiten. <= Gewalt und deren Anwendung haben sich genau so weiter entwickelt, wie alle anderen Fähigkeiten auch. Das gilt es zu erkennen um dagegen etwas unternehmen zu können. Solange wir nicht akzeptieren was wir sind, dreht sich die Spirale immer weiter…

    • Sehr geehrte Enttäuschung! (Sorry, aber den Namen benutzen Sie) Nein, ich will Sie nicht falsch verstehen. Ich habe mich in meinem Kommentar einzig auf den Satz bezogen, den Sie geschrieben haben, einen Satz, aus dem Sie sogar „Klassismus“ und „Rassismus“ = Faschismus abgeleitet haben und noch so manches mehr, für das, ich fürchte, keine vernünftige Erklärung zu finden ist.

      Ich will Sie auf keinen Fall persönlich angreifen. Mit meinen 70 Jahren habe ich schon so viele Fehler gemacht und Mist gebaut, da müssen sich andere erst mal anstrengen, um das zu „schaffen“. Aber das bedeutet nicht, daß ich es unterlasse, Unsinn als Unsinn zu kennzeichnen.

      Die hiesigen Kommentare sollten sich auf das Thema „Klassenpolitik“ beziehen. Frau Bonath wird hier kritisiert, weil sie offensichtlich nicht ihren besten Tag hatte. Ok. Habe ich auch nicht immer. Es wird aber auch viel Unsinn verbraten. Dazu gehört nunmal (nicht nur) Ihr Zitat: „Oben sollen da nur eine Handvoll Bösewichter sitzen, die den Karren Kapitalismus in den Dreck fahren…“ Das hat Susan Bonath nicht gesagt und auch sonst keiner in diesem Thread behauptet oder auch nur angedeutet. Warum polemisieren Sie dann dagegen? Das erscheint mir als die bekannte Methode, etwas geschickt so formulieren, als sei es gesagt worden und das dann vernichtend kritisieren.

      Ehrlich gesagt, Ihr gesamter Kommentar von 05:37 wird von mir u.a. auch so interpretiert, daß man die Frage nach Klassen gar nicht stellen sollte. Sie schreiben z.B.:“Links der ‚Klassismus‘, rechts der ‚Rassismus‘ ? sind sie doch beides in meinen Augen Faschismen…“

      Der Versuch, Klassen und Schichten der Bevölkerung oder eines Staates zu definieren hat einen ganz bestimmten Grund. Das Sein bestimmt das Bewußtsein oder wie ein anderer Autor es volksnaher formulierte: „Erst kommt das Fressen und dann die Moral“.

      Praktische Beispiele:

      Milliardärsweiber beklagen sich, daß es so schwer ist, vernünftiges Personal zu bekommen. Ist schon wahr, denn Sie sehen (vielleicht) nicht, daß Ihr Mann vorher seinen Polit-Lakaien mitgegeben hat, die Bildungskosten zu senken und die Arbeitslosigkeit so auszunutzen, daß sich Angehörige der Arbeiterklasse gezwungen sehen, als Lakaien zu dienen.

      Der Kapitalist (oder sein Manager) sieht angesichts der Wettbewerbslage nur, daß er Arbeiter entlassen, neue Märkte erobern muß etc.

      Der Arbeiter aufgrund seiner Lage im Produktionsprozeß sieht, daß er machen kann was er will, er kommt aus seiner Lage nicht heraus. Der Kapitalist wird immer reicher, er hält sich über Wasser. Beten hilft auch nicht. Dagegen könnte er nur das System ändern.

      Das wissen die Kapitalisten und installieren in den Gewerkschaften und den Parteien die Klasse/Schicht der Leute, die den Arbeitern was von sozialer Marktwirtschaft erzählen, die auf die warnenden Beispiele in Rußland, China etc. hinweisen. (Bevor ich falsch verstanden werde, Rußland, China etc. sind wirklich Beispiele, wie man es nicht machen soll – aber das ist ein anderes Thema) Diese Politclowns kämpfen dann für den Erhalt der Arbeitsplätze (wie bei Siemens in Cottbus) und „dank“ mangelnder Bildung fallen auch viele Arbeiter und Angestellt darauf herein.

      Kurz: Um die Interessenlage von Klassen zu verstehen, muß man ihre Rolle im Produktionsprozeß verstehen. Milliardärsgattin = parasitär. Kapitalist = durch das SYSTEM selbst getriebener Ausbeuter, der aber gut darin leben kann. Arbeiter = Schuften + meistens Überleben im Elend (nicht in D, aber in der 3. Welt)

      Die Analyse der Gesellschaft dient also dazu, die Interessenlagen besser zu verstehen und daraus Politik abzuleiten. Das hat doch nichts mit Faschismus zu tun.

      Wenn Sie z.B. Chemiker oder Apotheker sind, dann haben Sie doch sorgfältig analysiert, woraus Ihre Stoffe bestehen. Zum Beispiel das Periodensystem etc. Die erstellen Ihre Stoffe doch nicht nach dem rassistischen Prinzip: „Oh geil, ich mische mal das rote mit dem grünen Zeug!“ Aber selbst das wäre nicht faschistisch! Übrigens: Rassismus gab es schon lange vor dem Faschismus, den gab es schon in Sklavenhaltergesellschaften lange vor Erscheinen des Kapitalismus. Wenn man das so wie Sie, einfach alles in einen Topf wirft, dann hilft man nicht Verstehen, sondern Verwirren und den Faschismus verharmlosen. Dagegen wende ich mich.

      Diesen Versuch der Analyse von Klassen und Klassenpolitik halten Sie für ein „oberflächliches Weltbild“. Schauen wir mal:

      Sie reden stattdessen ganz unreflektiert von „Schöpfung“ und „Wissenschaftsgläubigigkeit“ und schieben uns Ihr idealistisches Weltbild unter. Schöpfung? Wer hat denn hier geschaffen? Die versoffenen Filzläuse von Zeus? Das fliegende Spaghettimonster? Die Creationisten erklären, daß es ihr Gott (der Schöpfer) in 6 Tagen gemacht hat, vor ca. 6.000 Jahren glaube ich. Wer widerspricht, ist wissenschaftsgläubigig!

      Bei der Wissenschaft handelt es sich nicht um Glauben. Ich liebe das Bonmot, daß Wissenschaft immer nur der letzte Stand unserer Irrtümner sei. In der Wissenschaft handelt es sich stets darum, daß Hypothesen aufgestellt werden, die überprüft werden können, müssen und werden. Bei diesem Prozeß kann man Irrtümer aufdecken, sich weiterentwickeln. Das alles kann man beim Glauben nicht. Da kann man sich nicht irren. Da kann man nur glauben, vielleicht irrglauben, aber irren kann man sich da nicht.

      Deshalb sind Wissenschaftler und auch ich alles Mögliche, aber eben nicht wissenschaftsgläubig!

      Hach, jetzt reichts erst mal. Erklären Sie mir doch erst Mal Ihr tiefschürfendes Glaubensbild von der Schöpfung. Wer, wann, wo und wie!

      Nee, eins doch noch: Ich sage, der Computer, den Sie benutzen, verdankt seine Entwicklung der Wissenschaft zu 100%, dem Glauben zu 0%. Wenn Sie das glauben, sind Sie dann auch wissenschaftsgläubig?

    • Ganz ehrlich, HJ, sie sind schon 70? ich hatte sie – nicht als Beleidigung gemeint – nach dem, was Sie hier von sich geben und hören können, so zwischen 15 und 25 eingeordnet.
      So alt und noch kein bißchen weise?

      Das Sein bestimme das Bewußtsein, schreiben Sie. Das ist richtig. Was ist jedoch das Sein? Meine Identität als Arbeiter? Meine Identität als Produktionsmittelinhaber? Meine Identität als Linker? Meine Identität als Rechter? Das sind nur wenige von vielen Rollen, die ich in dieser Welt zu spielen habe neben all diesen hier: Vater, Sohn, Geliebter, Maler, Veganer, Sänger, Autor, Mann, Meditierender, Erwachter, Homöopath, Deutscher, Pazifist, Freidenker, Querdenker, Gesundheitspraktiker – all das sind Rollen und Etiketten, von denen ich, da ich weiß, wer ich WIRKLICH bin, nicht eine einzige zurückzuweisen nötig habe, (wie das beispielsweise dem Deutschtum gegenüber gern die ignorante LInke tut;) all das bezeichnet Rollen, aber gewiß nicht mein Sein. Das stellt sich nämlich erst dann ein, wenn all diese Rollen, all diese Schubladen, all diese Konzepte, all diese Systeme transzendiert sind – wenn ich also weiß, was ich bin, was mein Sein ausmacht. Bis dahin befinde ich mich in einer Jago-Trance. (siehe Link zu Ardahg weiter unten; dort wird die Jago-Trance erklärt)

      Bis dahin bin ich vor allem Ego. Und Egos sind bis heute mit JEDEM System, jeder Ideologie, jeder Philosophie, jedem Weltbild gescheitert. Es liegt also nicht an den Systemen, es liegt an den Menschen; es liegt am Geist, der sich innerhalb der Systeme bewegt und sie regiert. Ist dieser selbstlos und liebevoll? Wunderbar. Dann wird ein jedes System zum Guten führen bzw. wird sich ganz schnell so verändern, daß es gut ist für alle. Ich stimme Herrn Neelen zu, wenn er sagt: „In der Essenz ist es der Egoismus, den man in den jetzigen Gegebenheiten auseinander deklinieren muss.“

      Das trifft des Pudels Kern!!!!!!!!!!!!!!!

      Alles andere sind nur wieder neue Wortschwälle, die zu nichts führen, außer zu neuen Auseinandersetzungen und noch mehr Wortschwällen.

      „For there was never yet Philosopher, that could endure the toothache patiently.“

      Sehr frei übersetzt: Bis heute hat noch nie auch nur ein einziger Denker (Systembildner, Theoretiker, Philosoph) bei Zahnschmerzen nicht seinen inneren Frieden verloren.

      William Shakespeare

      ************************************

      „Die lautlose Revolution“, ein Buch von Nick Ardagh, möchte ich jedem, der sich mit dieser Essenz, auf die Herr Neelen deutet, befassen will, wärmstens ans Herz legen.

      https://www.infea-shop.de/images/Leseproben/Leseprobe_Lautlose_Revolution_Arjuna_Ardagh_9783899010909.pdf

    • Ich halte nun mal nichts davon, Menschen durch die „Klassen-Brille“ anzuschauen. Ich glaube nicht, dass ein Klassenkampf zu etwas Gutem führen kann. Wie ich schon schrieb – und damit leider von hj_allemand missverstanden wurde- ist es aus meiner Sicht ein Geisterkrieg. Und unsere „Waffen“ sind dabei Scharfsinnigkeit, Selbstreflexion, Gerechtigkeits- und Mitgefühl und ständige Lernbereitschaft und der Mut zur grundlegenden Veränderung und die Einübung zur höchsten Vernunft des Menschen: zur allumfassenden Liebe.

  4. Lieber Herr Andreas S. Gesierich,

    vielen Dank für die unterstützenden Worte im Beitrag von „Ken Jebsens Statement“.
    Hat gut getan.

    Wer denkt, dass er unter einem Decknamen sicher ist, naja

    Hier trauen sich so viele mit so vielen Worten aus der sogenannten „Deckung“ und dann?

    Da wir hier alle Suchende sind…

    Ja, auch selbst die, die schon Antworten haben, sind auf der Suche

    Das wird bei mir zur Such(t) (nicht als Witz verstehen)

    Ich bin täglich auf der Suche nach Menschen, die suchen, nicht nach Menschen, die Antworten haben

    Dostojewski, Aitmatow, Tolstoi…

    Was ist perfekt?

    Gibt es den perfekten Menschen?

    Ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage:

    JA

    Claudia Volke aus Dresden

    • Hallo, Claudia,
      es freut mich sehr, daß Sie wieder hier sind oder immer noch.
      Sie sind eine Bereicherung für dieses Forum.
      Wir brauchen viel mehr lyrische, ganzheitlich veranlagte Seelen.
      Und solche, die wissen: ich weiß, daß ich nichts weiß.
      Wer nicht mehr sucht und alles schon gefunden zu haben glaubt,
      der ist wahrlich arm dran.
      Andreas

  5. Liebe Susan,
    danke für Deinen Mut Dich dahin zusetzen und Dir das ‚anzutun‘.
    Wie andere schon richtig vor mir geschrieben haben, es ist ein gewaltiger Unterschied einen Text abzuliefern oder sich mündlich äussern zu müssen.
    Die Fragen fand ich auch etwas pauschal, bzw. z.T sogar irreführend.
    Was für mich bleibt: die Neocons haben offensichtlich eines ihrer Ziele fast erreicht, nämlich den Klassenbegriff zu entwerten bzw. zu zerstören.
    Das sich Werktätige nicht als Arbeiter sehen, ist bewusst seit Jahren propagiert.
    Dabei sind die Klassen und gesellschaftlichen Schichten recht übersichtlich formuliert.
    Die Klasse der Industriearbeiter, wie sie sich ja auch aus den Industrie-Gerwerkschaften (Bau, Chemie, Metall, Kohle und Bergbau etc.) ableiten.
    Die Klasse der Kleinbauern und Agrararbeiter und dann die Schichten, wie Beamte und Intelligenz und selbstständige kleine Handwerker/Künstler.
    Prof. Mausfeld u.a. beschreiben das ja sehr gut, wie die mentale Fragmentierung der Menschen hier bewusst geteuert wird um davon abzulenken.
    Auch die Beschreibung der 4 – 5 Ringe, wie im Buch ‚der tiefe Staat‘ von U. Mies und Kollegen, bringt hier deutlich nach vorn was Sache ist.
    Fü alle die Links und Rechts noch immer nicht wahr haben wollen oder einordnen können, hier vielleicht ein Gedicht:
    Erich Fried

    Wer Kindern sagt ihr habt rechts zu denken
    der ist ein Rechter
    Wer Kindern sagt ihr habt links zu denken
    der ist ein Rechter
    Wer Kindern sagt ihr habt gar nichts zu denken
    der ist ein Rechter
    Wer Kindern sagt ihr es ist ganz gleich was ihr denkt
    der ist ein Rechter
    Wer Kindern sagt was er selbst denkt
    und ihnen auch sagt, dass daran etwas falsch sein könnte
    der ist vielleicht ein Linker

    Die Entwicklung von Klassenbewusstsein aus dem Nichts, ist natürlich Blödsinn.
    Die klassenbewussten Arbeiter waren schon immer eine Minderheit, die Avantgarde, die am meisten disziplinierten und ja, auch intellektuell befähigten Arbeiter und Angehörigen der anderen Schichten.
    Von Marx bis Lenin waren es keine Arbeiter, Stalin war gescheiterter Jesuit und Trotzki Sohn eines adligen Lehrers. Wo sollte denn im analphabetisierten Russland oder im englischen Manchaster Kapitalismus die Arbeiterschaft ihre intellektuelle Kraft finden und entfalten?
    Wir sehen ja heute, 100 Jahre später, das die meisten Leute sich für schlau halten aber gesellschaftswissenschaftlich total unbeleckt sind, ja sogar alles was nicht zu den MINT-Studienfächern gehört, etwas herbwürdigend betrachten.
    Der Neoliberalismus ist aber eine Gesellschaftswissenschaft, die des am meissten agressiven und menschenverachtenden Imperialismus/Faschismus in sich tragende.

    Wie es weiter gehen wird? Ich denke ganz einfach, nämlich so wie Lenin es richtig beschrieben hat.
    Die Kette wird am schwächsten Glied brechen, dann wenn das Elend und die Armut der Menschen so gross ist, das sie nichts mehr zu verlieren haben.
    Allerdings wird das nur in Blut und Terror enden, es sei denn, dass die Arbeiterklasse ihre Avantgarde der Klassenbewussten parat hat und die sich an die Spitze der Bewegung setzen.
    Bis dahin bleibt es abwarten und sich verbünden/organisieren.
    Ihnen alles Gute

    • „Für alle die Links und Rechts noch immer nicht wahr haben wollen oder einordnen können,“…
      Oha.
      Diese Wortmeldung würde ich als eine linke Tour zwar am liebsten links liegen lassen und ihr eine gewisse Linkischkeit attestieren, es gelingt mir jedoch nicht ganz.
      Körperphysiologie: Linke Gehirnhälfte, für das Abstrakte zuständig, die Formel , die Maschine, das Reißbrett, die Speicherung von Informationen, das Digitale, der Computer, die Geschichte (spirituell: Karma), die vornehmlich rationalen, logischen Prozesse, die Eins und die Null, das Entweder/oder. Hier ist die materialistische Wissenschaft beheimatet, der Mathematiker, der Ingenieur, der Professor, Doktoren, das Mechanische.
      Rechte Gehirnhälfte: das Kreative, das Neue, das Originelle, das Verbindende, das Ganzheitliche, das Spirituelle, die Intuition, die Liebe, die Seele, die Freiheit, die Erfüllung, das menschliche Glück.
      Von meinen Meditationslehrern wurde ich dazu angehalten, mich von der Linkshirnigkeit möglichst abzuwenden, bzw. sie nur dort einzusetzen, wo sie am rechten Ort ist, also angemessen. Der Klangstrom, der Lichtstrom, das Göttliche erreicht mich auf dem rechten Weg. Und das Recht, das Richtige, der Rechtsstaat, das richtige Denken (ganzheitlich integral) kommen ja auch nicht von ungefähr.

      Wohl dem, der beides miteinander verschränken kann.
      Und von Verbündung nicht nur spricht, sondern sie ist und tut.

      http://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/13681004

    • Puh! 1993 konnte man im SPIEGEL noch lesen. So richtig abgestürzt ist er dann erst nach den ersten Jahren von 2000.

    • Wußte ich doch, daß Sie, Enttäuschung, zu den ganz ganz wenigen gehören, die in der Lage sind, das zu hören, was Botho Strauß schrieb.
      Ich bin gerade über einen Satz von Peter Rühmkorf gestolpert, ebenfalls einer der ganz Tiefen:

      «Nichts Höheres möchte der Reim, als freudig mit den Ohren gelöffelt und der Seele als ein Lockruf eingeflüstert werden. Und nichts Edleres hat er im Sinn, als den Zusammenklang des tragisch Getrennten, fatal Auseinandergerissenen, umständehalber Zerteilten wenigstens für einige Atemzüge lang als möglich erscheinen zu lassen.» Peter Rühmkorf.

      Statt Reim könnte man auch sagen: die Kunst. Die Lebenskunst.
      Die politische Lebenskunst.
      Wenn es sie denn gäbe.
      Und nicht nur die linkshirnige Trennerei, die einerseits behauptet, sich gegen Fragmentierung auszusprechen, andrerseits aber gleich wieder die Kasten beschwört.

      Rühmkorfs Lieblingsplatz war immer zwischen den Stühlen, wird gesagt.

      Muß es nicht auch noch einen dritten Weg ums Gehirn rum geben?

      Om C. Parkin: „Das Leben ist nicht so, wie Du denkst.“

    • @ Gesierich: Bitte politisch es Links-Rechts nicht mit dem Gehirn- Linksrechts verwechseln. Dass die Linken linke genannt werden hat nur damit zu tun, dass sie im Parlament auf die linke Seite gesetzt wurden- auch ein Propagandatrick der Machterhaltung der „Rechten“, da rechts = recht= richtig positiv konnotiert ist links aber mit link,= hinterhältig, bösartig, unberechenbar, nicht vertrauenswürdig negativ belegt war und ist.
      Es ist darum vielleicht an der Zeit, diese Vokabeln mal abzulegen und zu ersetzten durch humanistisch und friedlich (was ja links politisch bedeutet) als Gegensatz zu profitorientiert und kriegerisch (= rechts). Damit ließe sich vielleicht eher eine breite solidarische Bewegung begründen.
      Fakt ist aber, es gibt nach wie vor Linke und Rechte und die dazugehörigen Widersprüche, das lässt sich nun mal nicht wegdiskutieren. Die Frage wäre, wie man mit diesen natürlichen Widersprüchen umgeht.

    • „humanistisch und friedlich (was ja links politisch bedeutet) als Gegensatz zu profitorientiert und kriegerisch (= rechts)“

      Ich gebs auf.

      *************************************

      Rennst du gegen Wände
      Mann, was soll der Stuß
      Irgendwann ist Ende
      Irgendwann ist Schluß

      (aus dem Gedächtnis unkorrekt zitiert von Peter Rühmkorf; finde das Gedicht gerade nicht)

  6. Das ist also die Frau, die am 13.11.17 in der „Tagesdosis“ Sarah Wagenknecht kritisiert hat. Ich habe mir damals schon überlegt, ob die verstanden hat, wovon sie redet – jetzt weiß ich sicher: sie versteht es nicht. Arme Sarah, du bist zwar nicht perfekt (wer ist das schon), doch du hast geistreichere KritikerInnen verdient!

    Das Interview habe ich mir ausnahmsweise nicht bis zum Ende angehört – Göttin lass‘ Hirn regnen oder:
    Manch einer hat durch tiefes Schweigen und durch würdevolle Art das Geheimnis seiner Dummheit bis an seinen Tod bewahrt. (Unbekannt)

    • Ich ahne, wer da schreibt. Harte Kritik, aber in der Sache berechtigt. Unser Geographie -Lehrer, den wir damals alle zärtlich „Charlie Pinguin“ nannten wegen seiner Fußstellung, vielleicht liest’s ja ein(e) Klassenkamerad(in), sagte in solchen Fällen von Ahnungslosigkeit immer nachsichtig lächeld: „Hätten Sie geschwiegen, wär’n Sie Philosoph geblieben.“

    • Jou, im Reden ist Frau Bonath wirklich nicht die Leuchte, aber ihre Artikel sprechen eine andere Sprache. Die sind durchaus nicht so einfach abzuqualifizieren. Ich bin durchaus nicht mit allem , was sie verbreitet, einverstanden, sehe aber durchaus kluge Gedankengänge in ihren Artikeln. Und Sarah Wagenknecht hat durchaus auch einige kritikwürdige Eigenschaften/Haltungen und auch Äußerungen.

    • Lieber vizero! Wenn Sie diese „durchaus klugen Gedankengänge“ der Frau Bonath und diese „durchaus kritikwürdigen Eigenschaften/Haltungen“ der Sahra Wagenknecht, die Sie hier behaupten, nicht konkret benennen, dann ist ihr Kommentar hier einfach nur ein nichtssagendes Blabla. Verstehen Sie das? Damit kann kein Mensch was anfangen, selbst wenn er sich noch so viel Mühe gibt. Das einzige, was man daraus herauslesen könnte, ist der Wunsch, Frau Bonath Schützenhilfe zu leisten. Aber das ist kein Argument.

  7. Wenn mit der Dummheit und der Naivität und der Angst von machtlosen Menschen Machtpolitik getrieben wird, so ist das ein Verbrechen, aber die Dummheit, Naivität und Angst sollten nicht marginalisiert werden und werden es ja in den alternativen Medien auch nicht. Wenn aber das selbe üble Machtspiel mit der Brutalität und Gewaltbereitschaft aus der selben Menschengruppe der politisch Machtlosen getrieben wird, dann übersieht man diese Brutalität und Gewaltbereitschaft, so als ob es sie, weil politisch benutzt, gar nicht erst gäbe! Seltsam, was sich manche Menschen so alles ausdenken, um mit gewissen Problemen gar nicht erst konfrontiert zu werden und sich die Menschengesellschaft wie Schwarz-Weiß-Malerei vereinfacht in „unten die Guten“ und „oben die Bösen“ einteilen. ! Ich empfinde dabei die Mitleidlosigkeit gegenüber den Opfern als besonders abstoßend!

    • Einfacher ausgedrückt: Die selbe unterdrückerische Brutalität, die man denen „da oben“ mit zunehmender Intensität als Verbrechen vorwirft, möchte man bei denen, die man als deren unterste Opfergruppe eingeteilt hat, lieber konsequent übersehen, weil sonst das künstliche Weltbild platzen würde. Dabei wird aber offensichtlich der Opfergruppe derer da unten gar nicht erst gedacht. Das ist ein völlig herz -und hirnloses politisches Weltbild, was unsere ganzen Probleme nur noch schlimmer macht.

    • Man sollte sich aber trotzdem bewusst sein, dass diese Unterklassentäter auch Opfer sind (von Propaganda, Sachzwängen) und mangels Bildung sich leicht verführen lassen.
      Richtig ist, dass SW- Malerei nie angebracht ist.

    • Wer Gewalt gegen Schwächere ausübt, um sich selber stark zu fühlen, macht sich schuldig. Egal wie viel oder wenig Macht und Geld er besitzt.

  8. Ich denke man hat in diesem Interview sehr klar erkennen können, dass die Philosophien und Definitionen von Marx nur im zeitlichen Kontext funktionieren und in der Komplexität unseres Hier und Jetzt, nur bedingt verwendbar sind.

    Die Arbeiterklasse wurde in den Betrieben durch Leiharbeit und Präkarisierung bei einer gleichzeitig hochbezahlten Stammbelegschaft und Gewerkschaftern zerrieben.

    Aber auch der Unternehmer ist schon lange ein Sklave der Aktienbesitzer – die wiederum Mitglieder seiner eigenen Arbeiternehmerschaft beinhalten.

    Vielleicht hätte man besser über die Akzeptanz des allumfassenden Egoismus nachdenken sollen.

    • Jegliche Philosophien und Definitionen funktionieren nur im zeitlichen Kontext. Welchen Grund sollte es geben, um das ausgerechnet bei Marx erwähnen zu müssen?

    • Ich beziehe mich nicht nur relativ direkt, sondern direkt auf die Klassentheorie von Marx. Was ist so besonders daran? An Marx’s Theorie (zeitlicher Kontext!) oder daran, daß ich Gedanken dazu beisteuere, wie man das heute beurteilen könnte/müßte?

      Eine Bezugnahme darauf, daß man (ausgerechnet) Marx im zeitlichen Kontext sehen muß, läßt in mir den Verdacht aufkommen, daß die Marx’schen Erkenntnisse in Bausch und Bogen abgewertert werden sollen. Aber da täusche ich mich vielleicht, Sie haben es möglicherweise nicht so gemeint. In diesem Sinne können wir vielleicht beide uns bemühen, ein besseres Verständnis von den heutigen Klassenverhältnissen zu bekommen.

    • @hj_allemann

      Die Essenz der Klassentheorie von Marx, ist nach meiner Interpretation der Egoismus in all seinen Ausprägungen und komplexen Wirkungen.

      Wenn wir heute jedoch Begriffe aus jener Vergangenheit benutzen um über die Wirkungen dieses Sachverhaltes aufzuklären, wird dies mit Sicherheit misslingen!

      Dazu hat Professor Mausfeld sehr explizit ausgeführt mit welch raffinierten Methoden die Klassenidentität aufgelöst worden ist, um die bedingungslose Selbstvermarktung logisch wie ein Naturgesetz erscheinen zu lassen. Für den Erfolgreichen ist die Ausbeutung seiner selbst oder anderer absolut logisch und nicht anzweifelbar.

      In der Essenz ist es der Egoismus, den man in den jetzigen Gegebenheiten auseinander deklinieren muss.

  9. Einfühlungs- und Vorstellungsvermögen ist etwas, was Frau Bonath anscheinend vollkommen abgeht. Man stelle sich nur einmal vor, jemand der Hinterbiebenen der Ermordeten von Kandel liest folgenden Satz aus ihrer letzten Tagesdosis:
    „Die Gewalttat von Kandel soll aktuell den Hass Einheimischer auf Nichtdeutsche schüren.“ So kann man sogar den Hinterbliebenen einer Ermordeten noch versuchen, ein schlechtes Gewissen anzuhängen. Was ist das nur für eine verdrehte Gefühls-und Gedankenwelt, in der Sie leben, Frau Bonath? Was haben Sie sich eigentlich bei diesem Satz gedacht? Vermutlich gar nichts weiter. Najaaa….

    • Der Satz kommt im besten Fall direkt von einem konditionierten Reflex unter Umgehung des Hirns.
      Denn wenn diese Äußerung auch noch bewusst gemacht worden wäre, dann…nun gut.
      Das ist doch alles ideologisch aufgeblasener Abwehrkrampf.

    • Das mediale Aufbauschen einer einzelnen Gewalttat (wie der in Kandel) während andere Gewalttaten, wenn sie von Nicht-Ausländern verübt werden, in den Polizeiberichts-Kleinanzeigen der Tageszeitungen stehen bleiben, soo in der Tat den Hass Eiheimischer auf Nichtdeutsche schüren. Passt es den Rechtspopulisten etwa nicht, wenn mal wirklich Klartext geredet wird?

      Und wenn ich ein Angehöriger der Ermordeten wäre, ich würde mir eine solche Instrumentalisierung verbitten. Nur interessiert das die Boulevard-Medienvertreter, die eine Kampagne planen, in der Regel kein bißchen, was die Angehörigen von Gewaltopfern wirklich wollen!

    • Das mediale Aufbauschen einer einzelnen Gewalttat (wie der in Kandel) während andere Gewalttaten, wenn sie von Nicht-Ausländern verübt werden, in den Polizeiberichts-Kleinanzeigen der Tageszeitungen stehen bleiben, soll ganz offensichtlich den Hass Einheimischer auf Nichtdeutsche schüren.

      Dabei können andere Flüchtlinge, Ausländer, Nichtdeutsche etc. genauso nichts für diese Tat wie andere Deutsche.

      Passt es den Rechtspopulisten etwa nicht, wenn mal wirklich Klartext geredet wird?

      Und wenn ich ein Angehöriger der Ermordeten wäre, ich würde mir eine solche Instrumentalisierung verbitten. Nur interessiert das die Boulevard-Medienvertreter, die eine Kampagne planen, in der Regel kein bißchen, was die Angehörigen von Gewaltopfern wirklich wollen!

    • Thatsit: Sie wollen also hier behaupten, dass die selbe Straftat, von einem Einheimischen verübt, in den Polizeibericht-Kleinanzeigen der Tageszeitungen stehen bleiben würden?
      Komisch,ich habe da eine ganz andere Wahrnehmung. Erst einmal die, dass solche brutalen Straftaten IMMER medial aufbereitet wurden und werden und außerdem, dass bei vielen anderen Straftaten, die in ihrer Art von Frauenverachtung hier bis vor einigen Jahren nie üblich waren, extra die Herkunft der Täter NICHT genannt wird.
      Ich erinnere mich z.B. auch noch genau daran, dass bei diesem Silvester-Desaster in Köln und anderen Städten die Medien sehr zögerlich damit heraus rückten, was wirklich geschehen war! Und das finde ich auch ganz typisch für unsere Regierung, dass sie nämlich lieber all das medial unter den Teppich kehrt, damit ihr Tun, nämlich das bedenkenlose Öffnen der Grenzen für unkontrollierbare Immigranten auch weiter im schönen Licht der Humanität erscheinen kann. Wir sollen uns lieber ohne mediale Begleitung gegenseitig die Köpfe einschlagen, damit sie irgendwann behaupten können, dass es ohne Militärpolizei nicht mehr geht. Das Ziel ist letztendlich die Ausrufung des Notstands. Und die Vergewaltigungen, kombiniert mit Diebstahl wurden von vielen unserer Politikern sogar möglichst klein geredet. Einer von den Grünen, Name hab ich vergessen, verstieg sich sogar zu der Aussage, dass Männer doch im Grunde alle Vegewaltiger seien. Das scheinen Sie alles nicht mitbekommen zu haben. Ich frage mich jetzt nur, ob Sie hier ganz bewusst die Unwahrheit sagen, oder ob sie schon so massenmedial vernebelt sind, dass Sie das gar nicht mehr bemerken.

    • Ich erlebe T. als einen bezahlten Transatlantik-Propagandisten. Allein die Idee, daß es gut für die Unterschicht wäre, daß es keine Grenzen mehr gebe, damit sie besser reisen können. Das grenzt schon an Satire.

    • Und wen meint eigentlich jetzt Thatsit mit „Rechtspopulisten? Sollen wir das etwa sein? Dann hätten wir ja wieder das bereits bekannte Muster: Wer gegen Gewalt und Frauenverachtung seine Stimme erhebt, wird hier gleich zum „Rechtspopulisten“ gestempelt. Da kann man doch mal sehen, welcher Geist hier von einem einzigen Bonath-Spruch befeuert wird!
      In Wirklichkeit sieht es nämlich sogar genau anders herum aus, als wie Frau Bonath und hier auch noch Thatsit behaupten: die Gewalttaten gegen Frauen in Deutschland sind nämlich durch muslimische Immigranten derart angeschwollen, dass sie in den Medien schon längst nicht mehr alle aufgezählt werden. Und das sage ich jetzt gewiss nicht, um Hass zu schüren, sondern, weil ich- im Gegensatz zu den genannten- ein wahrheitsliebender Mensch bin. Hass schürt man, wenn man die Unwahrheit behauptet und Greueltaten unter den Teppich kehrt oder verharmlost. Soll ich mal die typischen Gewalttaten gegen Frauen in nur EINER WOCHE diesen jahres im August aufzählen, die es bis in die Boulevard-Presse geschafft haben? Wobei zu bemerken ist, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist?

      Mann geht mit Messer auf Ex los:Festnahme(Heidenau bei Dresden)
      Angeklagter soll Frau fast bis zur Lähmung verprügelt haben(Dresden).
      Wilder Beziehungsstreit: wollte er seine Freundin überfahren? (Dresden)
      Michelle Hunzinger in Angst! Zwei Stalker bedrohen ihr Leben. (Hamburg)
      Mann geht mehrfach fremd und erwürgt seine Frau. (Münster)
      Tödliches Familiendrama: Haftbefehl wegen Mordes beantragt. Offensichtlich stach er die Frau vor den Augen der Tochter nieder. (Detmold)
      Familiendrama: Flüchtling sticht hoch schwangere Frau zu Tode.(Leipzig)
      Prozess um Hurenmord: Scheinwelt des Angeklagten geplatzt.(Chemnitz)
      Heisser Rosenkrieg: Er fackelte den Wagen seiner Ex ab.(Dresden)

      Ich habe das aus dem Netz. Ich selber lese keine MSM.

    • Damals, als ich mich noch gern politisch links verorten ließ, waren für mich ganz selbstverständlich noch die „linken“ Werte auch die meinigen, nämlich: 100% Aufrichtigkeit, Durchschauen der Realität, für Gerechtigkeit eintreten, Gleichbehandlung für alle, Beschützen der Schwächeren usw. und vor allem: gegen Gewalt, egal von wem und egal gegen wen. Dieses Vertrauen in die politische Linke in Deutschland ist bei mir total erschüttert, weil ich, wie hier, von allem genau das Gegenteil vertreten sehe. Rosa Luxemburg, Rudi Dutschke, würden sich die Haare raufen, wenn sie diese Art Linken heute erleben müssten! Heute und hier sieht es so aus: „Links“ meets „Neoliberalism“!

    • @ Enttäuschung
      „Sie wollen also hier behaupten, dass die selbe Straftat, von einem Einheimischen verübt, in den Polizeibericht-Kleinanzeigen der Tageszeitungen stehen bleiben würden?“

      Ja, diesen Eindruck habe ich.

      Gegebenenfalls vielleicht in die Lokalpresse unter dem Verharmlosungswort ‚Beziehungsdrama‘.

      So ähnlich war die Lage, als diese weltweite Kampagne wegen der gewaltsamen Verbrechen gegenüber Frauen gezielt gegen Indien gefahren wurde. Bis sich irgendwann „herausstellte“ (d.h. von denkenden Leuten erwähnt wurde), dass Indien über 10 mal so viele Einwohner wie Deutschland hat und daher die Quote der entsprechenden Verbrechen in Indien wohl sogar niedriger ist als in Deutschland.

      „Ich erlebe T. als einen bezahlten Transatlantik-Propagandisten.“

      Tja, da erleben Sie wesentliche Dinge ganz anders als die Realität. Ich bin freiwillig für das transatlantische Bündnis, und dennoch gegen übermäßige Sanktionen und für eine möglichst gute Beziehung mit der kriegführenden Militärmacht Russland. Und zwar aus dem Grund, weil unschuldige Bürger (in diesem Fall EU-Bürger, Ukrainer und Russen) nicht die Zeche für die Politikverwirrungen zahlen sollten.

      „Allein die Idee, daß es gut für die Unterschicht wäre, daß es keine Grenzen mehr gebe, damit sie besser reisen können. Das grenzt schon an Satire.“

      Das ist halt die Wahrheit. Reisefreiheit ist ein Grundrecht, und nur offene Grenzen garantieren, dass auch ärmere Leute dieses Grundrecht überhaupt haben. Wo Grenzen geschlossen sind, können wirklich Reiche mit Investorenvisa in aller Regel immer noch in die betroffenen Länder dauerhaft einreisen, ohne Integrationsverpflichtung, aber mit Familiennachzug natürlich. Während Ärmere dann wörtlich vor dem Grenzzaun stehen müssen, damit die Folgen der gescheiterten Politik ausbaden müssen und ihrer Grundrechte beraubt werden (das geht bis zu gespalteten Familien).

      Gäbe es keine EU oder wären die offenen Binnengrenzen der EU 2015 geschlossen worden, wie es die rechten Hetzer forderten, wäre es bereits jetzt nicht mal mehr sicher, ob ärmere Leute einmal einen Ausflug nach Paris oder Budapest machen könnten.

      Das zu negieren, wie es die Rechtspopulisten tun, ist auf dem Niveau von Satire, aber ohne lustig zu sein.

      Allein die Idee, daß es gut für die Unterschicht wäre, daß es keine Grenzen mehr gebe, damit sie besser reisen können. Das grenzt schon an Satire.“

    • @ Enttäuschung
      „Sie wollen also hier behaupten, dass die selbe Straftat, von einem Einheimischen verübt, in den Polizeibericht-Kleinanzeigen der Tageszeitungen stehen bleiben würden?“
      Ja, diesen Eindruck habe ich.
      Gegebenenfalls vielleicht in die Lokalpresse unter dem Verharmlosungswort ‚Beziehungsdrama‘.
      So ähnlich war die Lage, als diese weltweite Kampagne wegen der gewaltsamen Verbrechen gegenüber Frauen gezielt gegen Indien gefahren wurde. Bis sich irgendwann „herausstellte“ (d.h. von denkenden Leuten erwähnt wurde), dass Indien über 10 mal so viele Einwohner wie Deutschland hat und daher die Quote der entsprechenden Verbrechen in Indien wohl sogar niedriger ist als in Deutschland.
      „Ich erlebe T. als einen bezahlten Transatlantik-Propagandisten.“
      Tja, da erleben Sie wesentliche Dinge ganz anders als die Realität. Ich bin freiwillig für das transatlantische Bündnis, und dennoch gegen übermäßige Sanktionen und für eine möglichst gute Beziehung mit der kriegführenden Militärmacht Russland. Und zwar aus dem Grund, weil unschuldige Bürger (in diesem Fall EU-Bürger, Ukrainer und Russen) nicht die Zeche für die Politikverwirrungen zahlen sollten.
      „Allein die Idee, daß es gut für die Unterschicht wäre, daß es keine Grenzen mehr gebe, damit sie besser reisen können. Das grenzt schon an Satire.“
      Das ist halt die Wahrheit. Reisefreiheit ist ein Grundrecht, und nur offene Grenzen garantieren, dass auch ärmere Leute dieses Grundrecht überhaupt haben. Wo Grenzen geschlossen sind, können wirklich Reiche mit Investorenvisa in aller Regel immer noch in die betroffenen Länder dauerhaft einreisen, ohne Integrationsverpflichtung, aber mit Familiennachzug natürlich. Während Ärmere dann wörtlich vor dem Grenzzaun stehen müssen, damit die Folgen der gescheiterten Politik ausbaden müssen und ihrer Grundrechte beraubt werden (das geht bis zu gespalteten Familien).
      Gäbe es keine EU oder wären die offenen Binnengrenzen der EU 2015 geschlossen worden, wie es die rechten Hetzer forderten, wäre es bereits jetzt nicht mal mehr sicher, ob ärmere Leute einmal einen Ausflug nach Paris oder Budapest machen könnten.

    • Es gibt in der Tat bezahlte Trolle, ich bin aber keiner davon. Ich ziehe es vor, unabhängig zu bleiben und schreibe meine eigene Meinung.

    • Thatsit: Dann kann ich nur sagen, dass Sie für mich ein Spinner sind. Gezielte Kampagne gegen Indien? Dort sind so grauenhafte Vergewaltigungdmorde geschehen bzw. einige von ihnen zutage gekommen, dass sie zwangsläufig die übrige Menschheit erschüttern MUSSTE. Jedenfalls diejenigen die noch alle ihre Sinne beisammen haben. Und dabei wird noch eine ganz andere, tief finstere Industriesparte vertuscht: Der Handel mit den sog. „Snuff-Videos.

    • @ Enttäuschung
      Werden Sie jetzt persönlich beleidigend mangels Argumenten?

      Natürlich sind da grausame Verbrechen geschehen, aber eben von wahrscheinlich organisierten Einzeltätern.
      Zudem haben Sie meinen Punkt offenbar gar nicht verstanden oder wollen ihn nicht verstehen.

      Es ist natürlich mindestens dubiose Propaganda gegen ein Land, meines Erachtens sogar eine Form der Lüge, wenn so getan wird als ob nur in diesem Land Verbrechen geschehen, während in anderen Ländern ggf. sogar die gleichen Verbrechen häufiger (pro Einwohner) geschehen!

      Darum geht es hier und diese Art der Medienhetze meinte Frau Bonath völlig zu Recht – so werden Verbrechen instrumentalisiert. Ich teile zwar die kommunistischen Ansichten von Frau Bonath nicht im Geringsten, aber es wird langsam Zeit – vorsichtig ausgedrückt – dass nicht nur Linke sich um ein angemessenes Maß an rechtsstaatlicher Einstellung bemühen. Weltoffenheit und Reisefreiheit sind essentielle Themen für bürgerliche Politik, die den Namen ‚bürgerlich‘ auch verdient (nicht zu verwechseln mit der aktuellen FDP).

    • @ Enttäuschung
      Wenn Sie mal Links waren, haben Sie offensichtlich irgendwo die falsche Abfahrt genommen, um es mal freundlich zu formulieren.
      Ein Linker gibt seine Überzeugung nicht auf, nur weil einige andere, sich Links nennende, die Ideale mit Füssen treten. Wenn man sich dann enttäuscht abwendet anstatt die/den anderen argumentativ zu begegnen, ist es schon etwas schwach. Scheint mir so nach dem Motto; Kamerad kämpf du, ich hole Verpflegung.
      That’s it ist bestimmt niemand mit dem ich überein stimme aber ihn dafür zu disqualifizieren, finde ich nicht okay.
      Für mich wäre z.B. viel interessanter zu wissen, wie er zu seinen Ansichten gekommen ist.
      Ein Bier mit ihm zu trinken und zuzuhören, anstatt ihm zu erklären wie blöd er ist.
      In der Sache des tragischen Mordes stimme ich sogar mit ihm überein.
      Dies wird gezielt eingesetzt um die Ausländerfrage am kochen zu halten.
      Wo war denn z.B. Ihr Aufschrei als der Österreicher seine eigene Tochter als sex-Sklavin im Keller gehalten hat bis ihr die Flucht gelang?
      Wo ist denn ihre Empörung wenn der alltägliche Wahnsinn in unseren Wohnzimmern platz findet, wo Frauen -auch in der Ehe- geschlagen, mishandelt und erniedrigt werden?
      Tja, das steht im Lokalteil unter „Beziehungsdrama“.
      Der ganze Scheiss-Feminismus, Genderquatsch und Homogetue ist doch nur ne Ablenkung vom Wesentlichen.
      Sie werden sehen, in Kürze wird man im Iran die Homos befreien wollen.
      Von mir aus jeder nach seiner Fasson aber das Aufblasen zu einer gesellschaftlichen Angelegenheit, ist bewusste Irreführung, da hat Frau Bonath absolut recht.
      Leben und leben lassen, gilt eben für alle, auch für die nicht Deutschen.

      Ich frage mich wo die Linke ist mit ihrer Forderung nach Abschaffung von HartzIV, Stärkung der Gewerkschaften, Blossstellung des rechten Seeheimer Kreises der SPD, Forderungen nach Umweltschutz durch die Unternehmen, raus aus der Nato. usw??
      Da kommt nur Gendershit und halbgare Anbiederung an die SPD weil man mitregieren will.
      Eine bürgerliche Linke braucht niemand und Linke wie Sie auch eher weniger, fürchte ich.

    • Im Übrigen zum Thema Indien: Die Politik Indiens ist in der Tat kritikwürdig, aber deshalb, weil sie vulgärkapitalistisch ist und von Korruption und massivem Klassenkampf von oben gekennzeichnet ist!
      Der Gipfel dessen war der Antibiotika-Skandal, wahrscheinlich ist die Korruption in Indien für die Entstehung zahlreicher multiresistenter Krankheitserreger verantwortlich.

      Hier zeigt sich ein – von den sogenannten ‚Eliten‘ gewollter – Nebeneffekt der rechten Hetze.

      Anstatt einer breiten Diskussion über wirkliche politische Mißstände im Sinne der wirklich Unterdrückten und im Sinne der Verhinderung von Korruption und Klassenkampf von oben, dominiert die künstlich erzeugte Hetze die kommerziellen Medien. Das ist den Klassenkämpfern von oben sowie den korrupten Politikern und Beamten natürlich ganz recht.

      Auch in dieser Beziehung sind die Rechtspopulisten nichts weiter als Büttel der ‚Eliten‘, die wirklich gefährlich für die normalen Bürger sind.

    • fpdcb: Sie haben mich nicht richtig verstanden. Wie könnte ich je meine Werte aufgeben? Ich möchte mich deshalb nicht mehr als links bezeichnen, weil ich mit den meisten Leuten, die sich heute in Deutschland so wichtigtuerisch als links verorten, nicht d’accord gehe und an ein veraltetes Wort als solches mich selber nicht mehr anketten will. Ich brauche kein Etikett, ich bin, die ich bin. Links heißt, im Parlament links zu sitzen und ich glaube nicht mehr an diese politischen Parlamente. Sie können von mir aus meine Haltung schwach finden, wenn Sie möchten. Ich finde dagegen Ihre Lesart von Texten zu schwach. Wer Menschen hinter ihren Texten so verkehrt versteht, ist z.B. auch nicht unvoreingenommen. Und was Sie sonst noch über Frauenrechte schreiben, verrät, dass Sie sich auch mit der Unterdrückung der Frau nur oberflächlich und voreingenommen beschäftigt haben. Es kann heute deutlich sichtbar nicht mehr um dieses oder jenes bisher bekannte System gehen, es muss jetzt um eine grundlegende Kritik an unserer gesamten sog. Zivilisation gehen.

    • Zitat „Komisch,ich habe da eine ganz andere Wahrnehmung. Erst einmal die, dass solche brutalen Straftaten IMMER medial aufbereitet wurden und werden und außerdem, dass bei vielen anderen Straftaten, die in ihrer Art von Frauenverachtung hier bis vor einigen Jahren nie üblich waren, extra die Herkunft der Täter NICHT genannt wird.“
      Wenn solche Straftaten aufgebauscht werden, hat man immer eine Teile-und-herrsche-Strategie im Hintergrund. Und in der Tat werden in De täglich von deutschen Männern Frauen vergewaltigt und wenn diese Anzeige erstatten wollen werden sie wie der letzte Dreck behandelt, weshalb viele es nicht tun. Und davon liest man nichts in den Zeitungen. In Köln hat es übrigens „nur“ sexuelle Belästigungen gegeben- die Vergewaltigungsbehauptungen haben sich weitgehend in Luft aufgelöst.
      Dass die Herkunft der Täter nicht genannt werden soll, ist richtig, denn es hat damit nichts zu tun. Straftat ist Straftat, ob Täter einheimisch ist oder nicht.
      Die frauenverachtenden Taten hat es übrigens schon immer gegeben, nur solange es Einheimische waren, ,gab es darüber keine Schlagzeilen. Noch vor 10 Jahren gab es Statistiken, dass jede 3. Frau mit 40 schon mal Vergewaltigungsopfer war! Dagegen ist selbst das spektakuläre Kölner Ereignis ein Fliegenschiss.

    • vizero: Es ist nicht wahr, was Sie da schreiben. Solche zutiefst menschen-und frauenverachtenden Taten und in dieser Vielzahl, wie sie hier auch in Deutschland von muslimischen Migranten verübt werden, kannten wir hier bisher noch nicht. Sie scheinen da Scheuklappen angelegt zu haben. Genauso, wie Susan Bonath und Thatsit.
      Was mich aufbringt, ist dieses Unter-den-Teppich-Kehren der Wirklichkeit. Mir fehlt bei Euch der Blick für echte Gerechtigkeit und Gleichbehandlung. Man muss ja nur einmal die Statistiken mit den dokumentierten sog. „Ehrenmorden“ anschauen(die nur einen Teil der Taten darstellen-die Dunkelziffer ist viel höher) oder in die Frauenhäuser schauen, wie hoch da der Anteil von muslimischen Frauen ist, die ständigen Prügelattacken ausgesetzt waren und für ihr Leben fürchten müssen. Aber das tut Ihr eben nicht und deshalb seid Ihr in meinem Augen unredlich, sogar gegenüber Euch selbst. Genauso, wie Ihr das frauenverachtende Verhalten der Männerhorden in Köln und anderen Städten dauernd verharmlosen und marginalisieren wollt. Heute brauchen wir bei großen Festen auf der Straße „Schutzzonen für Frauen“. So etwas haben wir früher niemals gebraucht. Heute traue ich mich als Frau nachts nicht mehr auf die Straße und tags nicht mehr in einsame Gegenden, sogar, obwohl ich schon 70 bin. Um junge Mädchen muss man noch dreimal so viel Angst haben. Und diese Vorsichtsmaßnahme ist durchaus realistisch. Ich bin zutiefst empört darüber und habe kein Vertrauen mehr in Euren Gerechtigkeittssinn.
      Und hiermit möchte ich diese leidige und völlig unfruchtbare Diskussion nun auch abschließen, so wie auch Gesiering schon oben. Leider ist das so.
      I

    • lieber Thatsit bzw. Michael Kanellos, Sie schreiben am 12.Januar um 12:27 an mich: Werden Sie jetzt persönlich beleidigend mangels Argumenten?

      Oh nein, Sie verwechseln da Aufrichtigkeit mit einer persönlichen Beleidigung. Für mich ist einfach jemand, der hier, um seine persönlichen Theorien zu verteidigen, einfach Dinge behauptet, die er mal kurz so annimmt, aber mitnichten beweisen kann, nichts weiter als ein Spinner. Mir geht es um nichts anderes als um die Wirklichkeit und die Wahrheit über uns Menschen. Denn eine kollektive Selbstreflexion der Menschheit und ihrer Irrungen und Wirrungen ist dringend notwendig. Genauso eine Spinnerei, wie hier war damals vor langer Zeit Ihre Behauptung(noch als Michael Kanellos) Atomstrom sei die Ideale Energie, man müsse nur eben noch sichere Lagerplätze für den strahlenden Müll finden. Die sicheren Lagerplätze sind bis jetzt noch nicht gefunden und können nach meinem Wissen auch niemals gefunden werden. Das aber einfach mal so zu gedankenlos zu glauben, dass es die gibt, ist für mich nun einmal Spinnerei. Genauso eine Spinnerei, wie zu behaupten, dass z.B. deutschen Männer im Schnitt mit ihren Frauen genauso verächtlich umgehen, wie manche -und nicht wenige- Muslime gewisser Glaubensströmungen aus dem Islam. Das ist einfach nicht wahr und eigentlich müssten Sie das auch wissen. Spinner wäre dann also in dem Fall noch eine freundliche Verharmlosung. An Argumenten fehlt es mir mitnichten, aber ich möchte die anderen Leser nicht überstrapazieren und ich glaube auch nicht, dass bei unserem Dialog hier noch etwas Erhellenderes heraus kommen kann. Alles Gute noch Ihnen!

  10. Schwaches Herumgestochere des Interviewers auf den Definitionen.
    Und auch schwache Antworten: Was ist denn bitteschön an Beamten (speziell Polizisten oder Lehrer) „privillegiert“? Die dürfen doch nicht mal in eine Partei eintreten ohne diffamiert zu werden oder gar ihren Job zu verlieren! Ich kenne keinen Beamten, der es sich leisten könnte, seinen Job zu verlieren.
    Es gibt doch so wunderbare KenFM-Gespräche wie z.B.
    https://kenfm.de/bernd-senf/
    https://kenfm.de/peter-haisenko-hubert-von-brunn/
    wo die Antworten zu finden sind: 15% der Weltbevölkerung profitieren vom Zins, die anderen 85% verlieren dabei.

    • …ich habe mich nach den ersten 3min Interview tatsächlich gefragt, was das denn für ein Geeiere der Interviewpartnerin ist. Sich selbst im Kreis drehende Erklärungsversuche um ein starres Machtdenken, „die da oben“…

      Weiter bin ich bisher gar nicht gekommen – das Telefon klingelte und nun überlege ich ernsthaft, ob ich meine Lebenszeit dafür opfern soll? Es scheint ja auf diesem Niveau weiter zu gehen…

      Mir stellt sich mal so grundsätzlich die Frage, ob es wirklich sinnvoll ist, diejenigen zu interviewen, die sowieso jede Woche mind. einmal ihren Senf hier publizieren?

  11. Jetzt wird’s schwierig.

    1. Ich kann nur aus der Erinnerug schreiben, denn das Interview aufzuschreiben um zitierfähig zu sein, ist mir zu viel Arbeit und auch wohl nicht nötig.

    2. Ganz wenig (oder keine guten) Antworten in Bezug auf die Klassendefinition. Das ist kein Vorwurf. Ich habe ja selbst keine Antworten und kenne auch keinen, der sie hat. Im übrigen finde ich Menschen, die mehr Fragen als Antworten haben, glaubwürdiger, das gilt auch und gerade für Susan Bonath.

    Deshalb möchte ich jetzt auch einige Gedanken (keine und keine besseren Antworten) beisteuern:

    1. Marx hat den Kapitalismus verdammt gut analysiert, aber

    2. In Bezug auf die Arbeiterklasse hat er sich ja im wesentlichen auf die westeuropäischen Gebiete (Deutschland war ja noch kein Staat) konzentriert, die voneinander ja auch noch relativ scharf getrennt waren.

    2. Kapitalismus hieß ja nie, daß es nur Kapitalisten und Arbeiter (Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse) gibt. Marx hat in der Tat eine wachsende Arbeiterklasse gesehen, die aufgrund ihrer Stellung im Produktionsprozeß am besten dazu in der Lage ist, den Kapitalismus zu begreifen, sich zu organisieren und den Kapitalismus zu stürzen. Rußland war ja auch insofern ein Problem, als es dort nur eine verdammt kleine Arbeiterklasse gab. Noch weniger in China.

    3. Die Prouktionsverhältnisse werden durch die Produktivkräfte geändert. Aber wie weit waren wir damals, als der Feudalismus sozusagen gerade beendet war und wie weit sind wir heute? Eine entscheidende Produktivkraft ist ja auch die Arbeiterklasse selbst.

    4. Die Arbeiterklase müssen wir m.E. nicht so sehr in D oder Westeuropa und USA suchen. Die finden wir in merklicher Anzahl z.B. in China, Indien etc. Die könnten Klassenbewußtsein entwickeln, aber wie? Die Sprachbarriere ist immens. Ich habe Vertragsverhandlungen in westeuropäischen Sprachen geführt, aber schon mein Englisch-Wortschatz ist zu begrenzt, um mich auch nur über meinen Hobbykeller zu verständigen. Was heißt z.B. „schmirgeln“ oder für die im Sozialbereich Tätigen „Rollator“? (Google schlägt „rollator“ vor, ist aber falsch!)

    5. Während die Kapitalisten tatsächlich international nicht nur konkurrieren, sondern auch kooperieren, hat die internationale Arbeiterklasse fast keine Chance sich zu organisieren, eben wegen der Sprachbarriere.

    6. Kleinkapitalisten gab es damals und die gibt es heute. Schon Marx sagte, daß man die gewinnen kann, da sie aufgrund der kapitalistischen Verhältnisse ja durch das Großkapital in ihrer Existenz ewig in Gefahr sind. Das wird den Kleinkapitalisten auch heute klar sein, wo doch schon Warren Buffet 99’% der Weltbevölkerung den Krieg erklärt hat.

    7. Das Gleiche gilt für die vielen Angestellten, vom einfachen Sachbearbeiter bis zum beispielsweise örtlichen Sparkassenleiter. Das gilt sogar für diverse Stars und Sternchen, die sind ja nicht blöd. Ich finde es da nicht so wichtig, für alle diese Leute jetzt eine Klassenbezeichnung zu finden. Die Klasse der Lohnabhängigen ist aber keine Kategorie, mit der ich mich anfreunden kann. Das schlösse ja gerade den Friseurladenbesitzer um die Ecke aus.

    8. Übrigens: Die Gehälter der unteren Polizeichargen sind wirklich verdammt beschissen im Verhältnis zur Elite der Arbeiter bei den großen Autowerken. Vor allem, wenn man in den Zentren arbeiten muß, wo man die Mieten überhaupt nicht mehr zahlen kann.

    9. Das Lumpenproletariat – heute wohl eher Prekariat genannt. Ist das eine Klasse?

    Es gibt nun mal keinen Messias, der fertige Antworten liefert. Das bleibt unser aller Job, dafür war das Interview ein sehr guter Anstoß.

    • Wie oft soll es denn jetzt noch bewiesen werden, dass der Marxismus-Leninismus nur noch ein Anachronismus ist für diese zerrissene Wirklichkeit in der heutigen Welt und ihrer zerstörerischen Technologien?
      Vielleicht wäre es am besten, es gäbe gar keine Arbeiter mehr für die ganze niederträchtige Drecksarbeit ?

    • @Enttäuschung

      Ich frage mich, wo da Marxismus-Leninismus war. Der Versuch, heutige Klassenverhältnisse zu definieren? Das Beisteuern von Gedanken?

      Komme ich doch mal auf Ihren Kommentar von 23:54 zurück, wo Sie schreiben: „Wenn immer noch weiter auf dem ‚Klassenkrieg‘ beharrt wird, wird die Kluft zwischen den Denkarten nur immer noch noch tiefer. Ich nenne es schon lange einen „Geisterkrieg“. Aber dafür braucht es freie, selbstständige Geister und nicht Systemgläubige.“

      Selbst Warren Buffet schreibt vom Klassenkrieg, den er gewinnen will. (Auch ein Systemgläubiger?) Dieser Krieg findet statt! Sie sehen nur Geister? Satan? Aber verstehe ich das richtig, daß für Sie der Versuche der Analyse der Wirklichkeit, z.B. der Existenz von Klassen, nur hinderlich ist bei Geistererscheinungen?

      Ich wünschte mir wirklich positive Beiträge, dazu gehören auch Beiträge, wo Fehler oder problematische Gedankengänge kritisiert werden. Argumentationsfreie Beiträge bestärken mich zwar in meinen Überlegungen, aber sind doch nicht wirklich hilfreich.

    • Ich habe nach einem Homöopathikum für diesen Roten Tisch gesucht. Nach einem musikalischen. Manchmal sagt Musik ja mehr als tausend Worte. Mein erster Gedanke war: Suicidal Tendencies „War inside my head“.
      Kam mir dann aber doch nicht durchschlagend genug vor.
      Das hier bringts aber, ganz argumentationsfrei. (Last Scream of the missing neighbors. The sky is falling and I want my mommy.)
      ttps://www.youtube.com/watch?v=SVGTsxdnKq0

      Schade, daß Sie mir auf der Tagesdosis vom 2.1., die vorzeitig in der Versenkung verschwunden ist, nicht mehr erwidert haben, HJ Allemann. Ich gebe den Link zu dem Ort Ihres Fernbleibens: ttps://kenfm.de/tagesdosis-2-1-2018-spalten-und-aufwiegeln/#comment-130659

    • Ich sehe nicht „nur Geister“. Ich weiß aber mittlerweile, dass alle Zustände, in die diese Menschheit kommt, von der menschlichen Geistesverfassung abhängt. Was Sie mir hier schreiben, trieft von Voreingenommenheit. Sie haben sich anscheinend mit Ihrem Denk-Konzept für immer zur Ruhe gesetzt und meinen, außer diesem könne es sonst nichts mehr bedenkenswertes geben. Da sind sie bei Bonath&Co gut aufgehoben. Dass ein Warren Buffet von einem Klassenkrieg schreibt, den er gewinnen WIRD, ist mir bekannt und ist ja auch völlig logisch. Aber ich denke nicht wie Warren Buffet und auch nicht wie Sie.

    • Lieber Andreas! Mal was rein Technisches: Ich glaube nicht, dass hier irgend jemand inaktive links eintippt.

    • Diesen Links fehlt lediglich der erste Buchstabe, damit sie nicht durch die Kontrolle gehen müssen.
      Man muß sie nicht abtippen.
      Mit angeklickter Maus über die Buchstaben fahren (markieren), rechte Maustaste „kopieren“, neues Fenster öffnen, oben im Browser Link über rechte Maustaste „einfügen“, return und es läuft.

      Aber danke für den Hinweis. Werde es in Zukunft anders halten.

    • @Andreas S….. Ort des Fernbleibens?

      Ich kenne keine Tagesdosis, die in der Versenkung verschwunden ist. Im Menu findet man einen Punkt „Tagesdosis“, da findet man die wieder.

      Ich bin auch nicht bewußt ferngeblieben. Das Format der Kommentare bietet nun mal keinen Raum für ausführliche Diskussionen. Man (zumindest betrifft das mich) schaut irgendwann nicht mehr rein und kenfm bietet leider keine Funktion an, mit der man benachrichtigt wird, wenn ein Kommentar kommentiert worden ist (z.B. bei hpd.de). Das wäre sicher eine Verbesserung.

      Deswegen hier meine Antwort zu Ihrer angemahnten Antwort und zu Ihrem hiesigen Kommentar:

      Ihren hiesigen Kommentar verstehe ich überhaupt nicht. Ich kenne auch Ihre Musikstücke zu selbstmörderischen Tendenzen und erwünschter Mutternähe nicht. Das liegt vielleicht daran, daß ich völlig kunstblind bin. Ich kann das Gekritzel meiner Enkel nicht von einem Picasso unterscheiden und das Gequieke von Sopranistinnen in Opern lösen in mir kalte Rückenschauer und sonst gar nichts aus. In irgendwelchen Bildern oder Tonfolgen mit mir zu sprechen ist so sinnvoll wie einem Blinden den Unterschied zwischen Geld und Blau zu erklären. (Die Erklärung mit der Wellenlänge hilft da auch nicht)

      Zu Ihrem Kommentar auf meine Bemerkung vom 3.1. zu Ihrem Zitat von der AfD-Storch. Ich hatte bemerkt, daß es gut sei, seinen Gegner zu studieren, denn der erkennt die eigenen Schwächen meist eher als man selbst und Schnee bleibt nun mal weiß, auch dann, wenn es ein Rechter sagt.

      Auch da habe ich nicht so ganz verstanden, was Sie meinen. Da hilft auch Ihr Literaturhinweis nicht, ziemlich zu Anfang steht da z.B. folgender Satz: „Der in ihren Geschäften und Bewegungen überall die Balance, die Tanzbereitschaft, das Spiel, die listige Verstellung, die artistische Manier bemerkt – ja dies Miteinander muß jedem Außenstehenden, wenn er nicht von einer politischen Krankheut befallen ist, weit eher als ein unfaßliches Kunststücke erscheinen denn als Brodelkessel, ale eine ‚Hölle der anderen'“ Da habe ich aufgehört zu lesen, ich frage mich an solchen Stellen sofort: „Was will der denn?“. Ich bin halt kunstblind!

      Aber bestimmt habe auch ich mich mit meinem „Schnee“-Kommentar nicht klar genug ausgedrückt. Deshalb hier ein anderer Versuch:

      Nicht alles, was sich links nennt, ist auch links. Beispiel Klaus Lederer. Wer die Meinungsfreiheit unterdrückt, ist rechts!

      Nicht alles, was ein Rechter sagt, muß abgelehnt werden, nur weil es von rechts kommt. Das tritt zu einem Großteil auf das zu, was AfD-Storch in Ihrem Zitat sagt. Die Kritik am NetzDG ist absolut berechtigt. Auch richtig ist es, wenn sie schreibt: „Es handelt sich bei diesem „Sex-Mob“ von jungen Männern nicht um protestantische Schweden, nicht um katholische Polen, nicht um orthodoxe Russen, nicht um jüdische Israelis, nicht um buddhistische Thailänder. Es handelt sich in der übergroßen Mehrheit um junge muslimische Männer. Für sie sind Frauen und Andersgläubige Menschen zweiter Klasse.“ Das ist leider eine Tatsache und die wird von vielen „Linken“ geleugnet, weggeredet etc. Wer daraufhinweist, wird sofort von dieser Sorte Linke in die rechte Ecke gestellt, eben weil in D zu oft nur von Rechten daraufhingewiesen wird.

      Ich finde es richtig, Tatsachen zu akzeptieren und dann klarzustellen, in welcher Absicht diese Tatsachen von Rechten ge- nein mißbraucht werden.

      Zum Beispiel:Für viele in Westeuropa lebende Muslime sind Frauen Menschen zweiter Klasse. Stimmt! Das galt bis vor sehr kurzer Zeit auch bei unserer „christlich-jüdischen“ Tradition. Die Rechten und auch die Talkshowsabbler vergessen zu ergänzen: Tradition mit Verbrennungen von Büchern, Hexen und der Verweigerung des Frauenwahlrechts. (In der Schweiz erst seit 1971 – GEGEN die Konservativen/Rechten wie überall). Glücklicherweise hilft die Aufklärung gegen diese Tradition, das vergißt die christlich-fundamentalistische Storch allzu gern.

      Viele „Linke“ schreien angesichts des Imports von Religiös-Rechten nur noch „Toleranz“. Nein! Keine Toleranz!

      Glücklicherweise gibt es sehr viele Muslime, die ihren Glauben so leben wie die 55% der Deutschen, die noch in der Kirche sind. Kein Problem.

      Wenn man jetzt daraufhinweist, daß z.B. die Muslime, die ihren Mädchen die Teilnahme am Schwimmunterricht verwehren, unerwünscht sind, dann ist man rechts?

      In Österreich verlangt die FPÖ jetzt die Kasernierung von Flüchtlingen. Sofort Geschrei bei vielen „Linken“! Totale Ablehnung! Das lehnt sicher auch der Verfassungsschutz ab. Denn die jetzige Situation in D erlaubt die Einschüchterung der Bevölkerung unter Hinweis auf „den muslimischen, unregistrierten Mob“ und die Forderung nach mehr „Sicherheits“gesetzen. Die erleichterte Rekrutierung weiterer Anis Amris für False Flag Aktionen.

      Warum nicht überlegen: Ja, diese Masse an unregistrierten Flüchtlingen sind ein Problem. Wir fordern diese Kasernierung nur in Verbindung mit einem beschleunigten Asylverfahren (incl. Altersbestimmung und Nationalitätsfeststellung) und nach positivem Bescheid Entlassung aus der Kaserne. Dann debattieren wir nämlich darüber: Die Rechten wollen die Kasernierung auf ewig, die Linken als Schleuse mit vorübergehendem, möglichst kurzem Charakter zum besseren Schutz aller Menschen, ob deutsch oder nicht.

      Ich könnte da mehr zu sagen, aber vielleicht schafft kenfm dazu mal ein „Positionen“?

    • Danke für Ihre Antwort, HJ Allemann. Weiß ich zu schätzen. Ich fürchte jedoch, daß es nicht Sinn macht, sich hier gegenseitig noch mehr Wörter um die Ohren zu hauen.
      Am ehesten würde ich Sie vermutlich erreichen, wenn wir uns mal zusammen einen Abend lang an ein Feuer setzen würden. Und zwar, ohne zu sprechen.
      (Das, was die linke Gehirnhälfte nicht versteht, hört und versteht die Seele in der Stille.)

  12. Ich denke, bei Hartz4 muss man auch genauer hinsehen und unterscheiden. In der Tat ist die grundlegende Idee und Logik bei Hartz4 neoliberal. Die Idee ist, dass der Staat sich möglichst aus reiner Umverteilung heraushält, aber dennoch möglichst effiziente sozialstaatliche Maßnahmen implementiert werden. Das funktioniert soweit sehr gut, besonders auch im internationalen Vergleich. Gerade jetzt beweist sich wieder, dass das deutsche neoliberale System sogar in der Lage ist, das von Milton Friedman postulierte Problem, dass Sozialstaat Migration gewaltsam und grundrechtswidrig behindert, zu lösen – siehe Flüchtlingskrise.
    Allerdings wurden quasi zusammen mit der eigentlichen – soweit gerade auch für die Ärmeren positiven – Hartz4-Reform zahlreiche Dinge eingeführt, die wirklich als ‚Klassenkampf von oben‘ gelten müssen. Die bewusste Entfesselung einer zu niedrig bezahlten Leiharbeit, unter Duldung der DGB-Gewerkschaften (nicht aber der Berufsgewerkschaften wie der GDL), und der ursprüngliche Verzicht auf einen Mindestlohn, der zu einem solchen System gehören muss, gehören dazu.
    Hier wurde zwar kein Mindestlohnsektor geschaffen – auch vor Hartz4 gab es niedrige Löhne – aber es entsteht der Eindruck, dass Niedriglohn absichtlich zementiert wurde.
    Diese Dinge müssen verbessert werden, und hier geht es in gewissem Sinn wirklich um Klassenkampf-Themen.
    Aber ‚Hartz4 abschaffen‘ wäre wiederum auch keine Lösung, da das grundlegende System bei Hartz4 gar nicht das Problem ist, sondern wirklich gut funktioniert, gerade auch im Sinne der Ärmeren und Bedürftigen.

    • Sensationeller Kommentar in Tweetform. Die enorme Aussagekraft erforderte gar ein zweimaliges Einstellen. Die eigene Empfindlichkeit war wohl sehr betroffen.

      Frau Bonath beweist Einfühlungsvermögen und Bodenständigkeit. So klingt das eben wenn man nicht vom Elfenbeinturm herab spricht.
      Die einnehmende Art wirkt mobilisierend auf die, die angesprochen sind.

    • Wir haben es uns zwar in voller Länge angetan, aber was bei mir davon hängen geblieben ist ? Das ständig wiederholte „Najaaa…“ von Frau Bonath. Oder was, lieber Box, hat sie denn bedenkenswertes gesagt? Irgend etwas, was hier irgend jemand noch nicht wusste? Nennen Sie es doch einfach mal, damit ich sicher gehen kann, nichts überhört zu haben! Was war denn da so „klug und bodenständig“?

    • Box: Hier noch mal ein Satz von Susan Bonath aus ihrer letzten Tagesdosis: „Die Gewalttat von Kandel soll aktuell den Hass Einheimischer auf Nichtdeutsche schüren“. Sollen jetzt Kapitalverbrechen, die von Nichtdeutschen verübt wurden in Deutschland lieber gar nicht mehr veröffentlicht werden? Etwas gefühlloseres und gedankenloseres kann ich mir kaum noch vorstellen, als dies. Wo ist da das von Ihnen hier angeführte „Einfühlungsvermögen“ von Frau Bonath? Wo die „Bodenständigkeit“? Sie können einen wirklich manchmal wütend machen mit ihrer Arroganz!
      Und wenn man Ihnen auf den Zahn fühlen will, dann schweigen Sie einfach. Mit solcherlei Oberflächlichkeit kommen wir in der Aufklärung gewiss auch nicht weiter- und wenn Sie noch so viele links hier verteilen.

    • Für mich sehen viel eher die Kommentare von Ihnen und Frau Bonath wie oben von Ihrem zitierten Elfenbeinturm herunter aus!

  13. Klar gibt es Klassenkampf, aber wieso so viel Blabla? Woran man seine Schichtzugehörigkeit erkennt:
    Oberschicht ist der oder diejenige, dessen Vermögen sich ohne unangenehme Arbeit vergrößert. Man ist dann „reich“ und hat Zeit. Zu dieser Schicht gehören wenige, aber denen geht es richtig gut.
    Mittelschicht ist, wer sein Vermögen durch seine Arbeit halten kann. Dazu gehören in Deutschland viele. Wo in der Mittelschicht man steht erkennt man mit einfachen Fragen: reicht’s zum Leben? Mag ich meine Arbeit? Wie viel Zeit bleibt mir? Fühle ich mich (noch) wohl?
    Unterschicht: das Vermögen bzw. der Lebensstandard schwindet, egal, was man tut. Genau hinsehen und ehrlich zu sich selbst sein ist ein guter Ansatz. Sehr viele steigen ganz langsam ab und merken es erst mal nicht.
    Es bringt nichts, seine Schicht zu erkennen, denn es ist fast unmöglich, aufzusteigen. Runter geht einfach. Wenn die Schichten nach oben für jedermann per Beitrag durchlässig sind, ist der Klassenkampf gewonnen. Wenn immer mehr Menschen in der Sklaverei landen und auf Almosen angewiesen sind, ist er verloren.
    Letzteres erscheint leider wahrscheinlich bzw. ist eine nicht verhandelbare Eigenschaft des Kapitalismus.

    • Für Angehörige der Mittelschicht bzw. Unterschicht ist es sehr viel wichtiger als für Angehörige der Oberschicht, dass gute Arbeitgeber und gute Arbeitsverhältnisse da sind. Da geht es vor allem um Löhne, aber auch um arbeitsrechtliche Regelungen wie Urlaub, Freizeit, Planbarkeit der Freizeit, Schutzregelungen.

      Den Managern geht es übrigens keineswegs immer so gut, ohne Ironie. In vielen ausbeuterischen Betrieben wird von Managern verlangt, dass sie praktisch keine Rechte für sich wahrnehmen, z.B. ständig verfügbar sind, auf Urlaub „freiwillig“ verzichten, etc.! Das ist durchaus problematisch, da damit ein falsches Beispiel propagiert wird.

      Und auch für Beamte gilt das. Die Sicherheit des Beamtentums ist rein formal, es wird ein großes Maß an Unterordnung dafür verlangt. Man gibt sogar ein großes Stück seiner persönlichen „Markt“freiheit auf, wenn man ins Beamtentum geht. Anders als Leute mit freien oder gewerblichen Berufen können Beamte nicht einfach so tätig sein wie sie es wollen. Jemand mit einem gefragten Beruf (etwa Arzt/Ärztin oder in einem gesuchten Handwerk) hat meines Erachtens eine größere und wünschenswertere Art der Sicherheit als Beamte sie haben.

    • “ Wenn die Schichten nach oben für jedermann per Beitrag durchlässig sind, ist der Klassenkampf gewonnen.“

      Genau so ist es. Es gibt genau ein System, mit dem das überhaupt möglich ist, und das ist die Marktwirtschaft, die ein kapitalistisches System zwingend voraussetzt.

      “ Wenn immer mehr Menschen in der Sklaverei landen und auf Almosen angewiesen sind, ist er verloren.
      Letzteres erscheint leider wahrscheinlich bzw. ist eine nicht verhandelbare Eigenschaft des Kapitalismus.“

      Das „erscheint“ Kommunisten vielleicht so, weil diese einfach negieren, dass Kommunismus nicht funktionieren kann und ein Gefängnis für alle darstellt.
      In Wahrheit ist es nur im Kapitalismus überhaupt möglich, dass Klassengrenzen durch Leistungsorientierung geöffnet werden.

  14. Ich weiß nicht, warum sich Susan Bonath dazu entschlossen hat, die Fragen so sehr an der Oberfläche, so sehr symptomatisch zu beantworten; trotzdem zolle ich ihr großen Respekt, sich in diesem Format etwas „grillen“ zu lassen, denn dazu gehört eine ordentliche Portion Mut.
    Außerdem hab ich mich gefragt, wie ich selbst die Fragen beantwortet hätte.
    Ich weiß nicht, ob ich in der Kürze der Zeit dieses Formats genau so wie unten beschrieben geantwortet hätte:
    – – –

    Gibt es in Deutschland noch Klassenkampf?
    Ja – nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt.

    Wer ist oben, wer ist die obere Klasse?
    Das sind all diejenigen, die sich selbst – also ihre eigene Arbeitskraft – nicht ausbeuten bzw. verkaufen müssen, um an Bezahlungsmittel zu kommen.

    Wo ist dabei die Politik?
    Das kommt darauf an, wie feingranular dieser Begriff „Politik“ gemeint ist. Wenn wir Politik ganz allgemein abfragen, dann gibt es hierzu bei Wiki zu lesen, dass damit „…jegliche Einflussnahme, Gestaltung und Durchsetzung von Forderungen und Zielen in privaten oder öffentlichen Bereichen bezeichnet werden kann.“
    Insofern betreibt zum Beispiel also bereits schon jeder Mensch Politik, der sich beim Einkaufen überlegt, ob er Produkte einkauft, die in einem Unternehmen produziert wurden, welches hart arbeitende Kleinkinder im Ausland für Hungerlöhne ausbeutet oder ob er doch lieber zu anderen Produkten greift, die meist etwas mehr kosten.
    Auch der Mensch, der in der Öffentlichkeit an Demonstrationen teilnimmt und damit zusammen mit anderen Demonstranten Einfluss nimmt durch entsprechende Forderungen und Darstellung von Zielen, betreibt Politik.
    In diesem Fall müsste die Antwort also ganz klar lauten: Die Politik ist in der Hand aller Menschen!
    Wenn mit der Frage jedoch unsere sogenannten „Politiker“ im Bundestag gemeint sind, die ja bei genauem Hinsehen lediglich „Politik-Darsteller“ sind und die in aller Regel lediglich Befehlsempfänger der verschiedenen Lobby-Gruppen der „oberen Klasse“ sind, die zu Tausenden den „politischen Betrieb“ in Berlin bevölkern, dann müsste die Antwort lauten:
    Die Politik tagt im Bundestag und befolgt zumeist gehorsam die Vorgaben, die von der „oberen Klasse“ diktiert werden.

    Thema Staat:
    Ist es tatsächlich so einseitig, dass die Unternehmensklasse dem Staat alles vorgibt? Ist es nicht auch so, dass der Staat von Unternehmen Steuern einnimmt und damit Strukturprogramme macht, damit den Sozialstaat finanziert, damit Bafög für ärmere Studenten gibt usw.?
    Ja – bei Licht betrachtet ist es tatsächlich so einseitig!
    Natürlich nimmt der Staat von Unternehmen Steuern ein, es sei denn, sie haben ihren Firmensitz z.B. in Irland …
    Der sogenannte „Staatsapparat“ muss als Erfüllungsgehilfe für die „obere Klasse“ mit den durch Steuern und sonstige Abgaben erpressten Bezahlungsmitteln eine entsprechende Infrastruktur herstellen, welche das Heranziehen und die Abrichtung von neuen abhängigen Lohnsklaven ermöglicht.
    Begriffe wie z.B. „Ausbildung“ sind euphemistisch – tatsächlich hat Ausbildung gar nichts mit Bildung zu tun, das steckt ja im Wort auch schon ganz klar drin: Bei der Ausbildung ist es aus mit der Bildung. Die Menschen sollen überhaupt nicht gebildet werden, sondern sie sollen als „Fachidioten“ mit Scheuklappen wie bei Pferden abgerichtet werden, damit sie exakt genau nur das machen, was die Wirtschaft von ihnen verlangt, wie das z.B. bei Betriebswirtschaftslehre-Studenten immer wieder sehr deutlich sichtbar zu Tage tritt.

    Wer ist die untere Klasse?
    Ganz einfach – all diejenigen, die nicht zur oberen Klasse gehören.
    Es gab vor geraumer Zeit noch so etwas wie eine Mittelschicht, aber die ist zusehends immer weiter ausgedünnt worden.

    Gehören Beamte nicht zur unterdrückten Klasse?
    Selbstverständlich gehören Beamte ebenfalls zur „unterdrückten Klasse“ – auch sie sind selbstverständlich Empfänger von Anweisungen, welche sie befolgen müssen, und auch, wenn sie der Meinung sind, dass diese oder jene Handlungsweise gegenüber Menschen jedwedem ethischen Standard widersprechen, haben sie diese Anweisungen zu befolgen. Sie sind keinesfalls frei in ihren beruflichen Entscheidungen, denn auch sie sind gezwungen, ihren Lebensunterhalt mit Bezahlungsmitteln zu bestreiten, und die gibt es vom Staat nunmal nur gegen Gehorsam!

    Thema Kollektives Bewusstsein:
    Wo soll dieses kollektive Bewusstsein herkommen?
    Dieses kollektive Bewusstsein kommt nicht plötzlich irgendwoher und dann haben das plötzlich alle. Nein – ein kollektives Bewusstsein muss sich ergeben als Spiegel des ge- und erlebten Miteinanders in einem System, welches genau das nicht nur fordert und fördert, sondern es als Funktions-Voraussetzung in sich trägt. Ein solches System wäre eine gelebte sogenannte „Kooperenz“, also eine Verquickung aus Kooperation und Konkurrenz bzw. Mitbewerb.
    Da unser aktuelles System, in dem sich jeder selbst der nächste ist, einer solchen Kooperenz diametral gegenüber steht, kann es ein solches kollektives Bewusstsein nunmal nicht „gebären“, denn wie bereits oben beschrieben werden unsere Kinder von der staatlich zur Verfügung gestellten Infrastruktur nunmal darauf abgerichtet, egoistische „Idioten“
    (griechisch ‚idiotes‘ = „Nichtswisser“, denn Wissen beschreibt „zusammenhängende Informationen“, ohne Zusammenhänge kein Wissen) zu werden – und eine entsprechende Änderung dieses Systems sieht dieses System für sich selbst überhaupt nicht vor. Selbst, wenn die „obere Klasse“ plötzlich gemeinsam zur Erkenntnis käme, dass dieses System nur ins Verderben führen kann, hätte sie keine Chance, an irgendeinem Stellrad zu drehen, denn bei der kleinsten Bewegung wird dieses System sofort in sich zusammenbrechen.
    Man könnte es mit einem Karussell vergleichen, in das die obere Klasse eingestiegen ist und anschließend den Betreiber gefeuert hat – alle sausen mit einem Affenzahn um die Konsole in der Mitte herum und keiner kommt an den Hebel, um es abzuschalten; also sitzen alle ohnmächtig in ihren Sitzen und warten auf das Bersten der Kugellager, damit der Wahnsinn endlich ein Ende hat. Bezugnehmend auf dieses Bild ist leider nur der Crash des aktuellen Systems die Lösung und damit die Chance eines neuen Systems, welches dann eine gelebte Kooperenz als Funktions-Basis haben kann. Ein solches Kooperenz-System kann nach dem Crash aber nur dann erstehen, wenn in der Gemeinschaft das Wissen um die Möglichkeiten eines solchen Systems existiert, daher ist es aktuell auch so wichtig, dass dieses Wissen breite Verteilung findet.

    Parteien wie die AfD fahren in ihrem Programm einen Frontalangriff gegen Arbeiter und Arbeitslose – warum ist das so?
    Das ist deshalb so, damit sich das „Wahlvolk“ an den Parteien „abarbeiten“ kann – divide et impera. Jede Partei hat ihre ganz eigene Zielgruppe mit ihren ganz eigenen Feindbildern. Wie sagte Pispers doch so richtig? „Wenn der Feind bekannt ist, hat der Tag Struktur!“
    Solange sich das Wahlvolk – umgangssprachlich gesprochen – die Köpfe darüber einschlägt, welche Partei denn jetzt wohl für wen und warum die beste wäre, solange brauchen sich die Menschen der „oberen Klasse“ keine Sorgen um ein Volk machen, das sich plötzlich einig ist, dass die „obere Klasse“ obsolet geworden ist und abgeschafft gehört, denn eine solche Einigkeit kann es bei so viel Parteien-Gedöns niemals geben.
    Letzten Endes ist auch die AfD als zu wählende Partei „nur“ ein weiteres Rad im Systemgetriebe ohne die Möglichkeit, entscheidende Dinge im System zu ändern. Hätte die AfD entsprechende „Mittel“ in ihrem Programm, welche zu eklatanten Änderungen des Systems führen würde, so hätten sie von vornherein überhaupt keine „Bühne“ in der sogenannten veröffentlichten Meinung – gemeint sind hier die „Mainstream-Medien“, bei denen sich die Parteien geradzu anbiedern müssen, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu bekommen.
    Keine einzige der „System-Parteien“ – und damit ist dann auch die Linke gemeint – hat z.B. jemals die Grundpfeiler unseres völlig wahnsinnig gewordenen Finanz-Systems hinterfragt, welches eines der „Grund-Übel“ unseres aktuellen Systems darstellt! Würde eine der Systemparteien dies wagen, wäre das das Ende der Partei – ihr würde sehr schnell die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit durch die Mainstream-Medien entzogen, und damit wären sie dann im wahrsten Sinne des Wortes „Aus dem Auge, aus dem Sinn“.

    Was kann man tun gegen die Vereinzelung?
    Die Vereinzelung ist zwar system-immanent, aber nicht alternativlos.
    Gerade heute haben wir so viele Kommunikations-Möglichkeiten untereinander wie noch nie zuvor in der gesamten Menschheitsgeschichte. Diese kann man nutzen, um sich im Bedarfsfall mit Gleichgesinnten zu treffen, um dann gemeinsame Erfahrungen zu machen, sich auszutauschen etc. Man muss sich einfach nur entsprechend informieren und dann dazu entscheiden.

  15. Wenn immer noch weiter auf dem „Klassenkrieg“ beharrt wird, wird die Kluft zwischen den Denkarten nur immer noch noch tiefer. Ich nenne es schon lange einen „Geisterkrieg“. Aber dafür braucht es freie, selbstständige Geister und nicht Systemgläubige.

  16. Tja, in der Tat ist die Situation der linken Kräfte beklagenswert, insbesondere in Deutschland. Das wichtigste Problem wurde gegen Ende angesprochen, finde ich: Die Vereinzelung und Entfremdung der Menschen voneinander. Lösungen dafür habe ich leider auch nicht im Gepäck.

  17. Sehr interessantes Gespräch mit Susan Bonath, deren Texte ich sehr schätze, weil sie immer genau den Punkt trifft. Im Gespräch am Roten Tisch kommt dagegen sehr gut das Problem an die Oberfläche, das heutzutage viele Linke zu haben scheinen, nämlich wenn es zur Frage kommt: Was ist denn nun die Arbeiterklasse (also die Unterklasse im Klassenkampf), die im marxistischen Denken den Kapitalismus überwinden sollte? Hier finde ich hat Frau Bonath sich in der Hitze des Gesprächs ein bisschen aus der Fassung bringen lassen. Denn eigentlich ist die Antwort einfach: Alle, die in einem Angestelltenverhältnis arbeiten, sind Arbeiter und gehören damit der Arbeiterklasse an, und das sind eigentlich immer noch die meisten Menschen in diesem Land. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen und Arbeitslose mit dazurechnen und auch Beamte(!). Das Problem besteht darin, dass nur wenige von all diesen Menschen sich mit der Arbeiterklasse identifizieren und stattdessen sich von verschiedenen Rattenfängern verwirren lassen mit Ideen wie zum Beispiel, das die Ausländer an allem Schuld sind und das wir endlich unser schönes Deutschland wiederhaben wollen. Würden diese vielen Menschen nämlich klar erkennen, das fast alle gesellschaftlichen Probleme ausschliesslich aus einer Richtung kommen, nämlich von der Herrschaft des Kapitals und der Banken. Würden sie auf dieser Basis ihre Solidarität erkennen und dies noch dazu auf internationaler Ebene und würden sie allesamt in den Aufstand gehen, dann wäre dieses System nämlich endgültig am Ende. Und das war es, glaube ich, was Karl Marx meinte, wenn auch er damals in erster Linie an das Heer der Fabrikarbeiter dachte. Aber dieser Punkt kam denn wohl auch im Gespräch mit Frau Bonath zur Rede. Nochmals, recht herzlichen Dank und auch an KenFM und Sector_b (wobei immer nicht weiss, was es mit Sector_b auf sich hat). 😉

  18. Mhmm ???

    also ich schaue die Sendung wirklich gerne und finde auch das Gesprächsformat, wo gezielt eine Frage oder ein Thema vertieft wird, sehr interessant, aber dieses Mal konnte ich nicht wirklich folgen und weiß gar nicht so recht, ob es an dem zu allgemeinen oder zu großem Thema lag, an der Gesprächspartnerin oder schlicht and den Fragestellungen, bzw. der Reihenfolge der Fragen?

    Was zuerst auffiel, dass Susanne Bonath (ok, Insider kennen sie von der Tagesdosis) nicht zu Beginn kurz mit Bezug auf das Thema oder die Fragestellung und auch die Fragen, um die es geht, vorgestellt wurden? Warum wird gerade it ihr dieses Thema besprochen?? (habe aber erst auch im Nachhinein erst gelesen, was den die eigentlichen Fragen des Gespräches waren).
    Ich habe die ersten 20 Minuten wirklich gerätselt, um was soll es eigentlich gehen? Das war so allgemein, auch die Fragestellung, dass es da schon fast eine Kunst ist, da irgendwie halbwegs vernünftig in der kurzen knappen Zeit drauf antworten zu können (da finde ich hat sich Frau Bonath noch echt gut geschlagen). Ich habe mich echt gefragt, was soll das?
    Erst ganz am Schluss, kamen die eigentlichen spannenden Bezüge und Fragen ( Finde die eigentlichen Fragestellungen (siehe text) übrigens sehr interessant und da wurde leider dann auch viel zu wenig darauf eingegangen.

    Aus meiner Sicht hätte man hier das Pferd von der anderen Seite aufzäumen und mit den gegenwärtigen Fragen anfangen sollen: Bspw.: Reichen oder greifen hier eigentlich noch die „alten“ Klassenkampfbegriffe, um Gesellschaftschichten anzusprechen? (oder gez nur so populistisch in Gut und Bösse vereinfachend rechts wie afd) Können wir die Zeiten von vor 150 Jahren mit den heutigen überhaupt so vergleichen? (wir können uns heute so einfach und allumfassend informieren und Bilder und Vorstellungen von der ganzen Welt und ihren Kulturen machen, auf nahezu jeder Maßstabsebene miteinander agieren, sind aber durch alle Schichten und „Sozialkonstrukte“ hindurch so endsolidarisiert, wie scheinbar nie zu vor . . .) Warum ist es grundsätzlich überhaupt so schwierig, dass sich Menschen heute für ein Thema, eine Sache überhaupt solidarisieren, engagieren, etc. (es ist ja nicht nur so, dass in den „einkommensschwachen Schichten“ keine wirkliche Solidiarisierung für das eigene Gemeinwohl stattfindet. . . .)

    Also, Fragestellungen (siehe einführenden Text) super, aber für das Gesprächsformat – aus meiner Sicht – viel zu groß und allgemein ?!

    würde mich glaube ich sehr freuen, wenn es dafür mal eine „große Gesprächsrunde“ geben könnte (in Ansätzen, war es zwar schon hier und da immer wieder mal aufgetaucht)

    Gruß
    und Frohes Neues Jahr 2018 an Alle!!!

  19. Hallo, Frau Bonath !

    Nett, Sie mal zu sehen und nicht nur zu lesen.

    Ich erkenne einen gewissen Unterschied zwischen Ihren wohlüberlegten Texten und den spontanen Aussagen in diesem Interview.
    Das kann ich aber nachvollziehen, denn nicht jeder kann und sollte eine Rampensau sein.

    Sie haben bereits seit langem unter Beweis gestellt, dass Sie in schriftlicher Form durchaus in der Lage sind, Ihre Standpunkte sehr gründlich zu vertreten, daher finde ich Sie jetzt umso sympathischer und menschlicher.
    Und nach einem kurzen Google-Blick fallen mir sogar Ihre gemalten Bilder sehr positiv auf !

    Daher: Machen Sie weiter so, ich freue mich auf Ihre kommenden Texte und auf das, was auch immer noch in Ihnen schlummert !

    Klingt irgendwie fürchterlich nach Schleimerei, aber glücklicherweise darf ich hier ja auch sagen, wenn ich mal was scheisse finde und tue das auch : ]

    • Als heimlicher „three_of_four“ bin ich da etwas anderer Meinung. Eigentlich tendiere ich sogar zum Gegenteil. Nach 12 min. habe ich abgebrochen. Ich hatte das Gefühl, dass Frau Bonath nichts „zu sagen“ hat. Im Sinne von Aufnehmen eines Gedanken durch den Zuhörer und weiterem Vertiefen. Mit einer schlussendlichen Bewertung, die u.U. mehrere Sichtweisen zulässt, oder sogar erfordert.

      Das fand überhaupt nicht statt. Konfus Ideologisch wären die Attribute die mir einfielen.

    • 1. Ich weiss, was Sie meinen.
      Hatte es auch so gemeint mit dem genannten ‚Unterschied‘, ohne gleich das große Losdreschen starten zu wollen.

      2. Ist es nicht problematisch, eine Vertiefung zu fordern, ohne selbst die Vertiefung vorgenommen zu haben ?
      Will heissen, ich hielte es für fair, wenigstens die 28 Minuten durchzuhalten und daraufhin die Meinung zu bilden.

      Bitte nicht als Verurteilung wahrnehmen, ich versuche gerade krampfhaft, mir diese abzugewöhnen : ]

    • Ich mag Ihr Argument, Seven. Es ist sauber und fair gekontert („wenigstens die 28 Minuten durchzuhalten“).

      Ich habe darüber nachgedacht. Was war es denn, was mich zum Abbruch trieb? Ich sag’s mal so: 12 min ist eine relativ lange Zeit in einem Interview. Wenn ich nach dieser Zeit als Zuhörer mich immer noch nicht „mitgenommen“ fühle, und sei es auch durch eine zu formulierende Gegenrede, dann wird das auch in der verbleibenden Zeit kaum passieren.

      Denkbar wäre auch, ich bin sehr verwöhnt. Gerade vor Tagen habe ich sämtliche Vorträge Ernst Wolff’s aufgestöbert, derer ich habhaft werden konnte. Auch wenn es zuweilen Themen waren, über die er bereits sprach, es gab vereinzelt Neues zu lernen!! Das war immer wieder das gleiche Aha-Erlebnis nach dem Motto „huch, wusste ich ja gar nicht“. Selbst wenn es nur kleine Details waren.

      Oder denken Sie an Vorträge Herrn Dr. Ganser’s oder Prof. Mausfeld. Eine ganz andere Liga.

  20. Liebe Frau Bonath,

    erst mal vielen Dank für Ihren Mut. Ich verfolge die Tagesdosis auf KenFm.

    Bei Ihnen, Susan Bonath muss ich leider immer 3 mal nachhören und verstehe es immer noch nicht.

    So ging es mir auch heute.

    So viele Themen und Worte.

    Oben – Unten – links – rechts

    Bitte nicht böse sein, die Fragen von Herrn Shahyar waren sehr bemüht, aber die Antworten sehr unglücklich.

    Frau Bonath. ich bin seit 15 Jahren selbständig, keine Unternehmerin, ich investiere nicht mit Geld in Projekte oder Dinge, ich habe keine Angestellten. Ich arbeite allein.

    Ich achte Menschen, die Verantwortung übernehmen.
    Ich achte Menschen, die anderen Menschen die Möglichkeit geben, sich zu verwirklichen.

    Aber der Mensch ist für sich selbst verantwortlich.

    Ich verachte Menschen, die keine Verantwortung übernehmen.
    Ich verachte Menschen, die andere Menschen für sich arbeiten lassen, um sich besser zu stellen.

    Und, und das ist für mich der Punkt – ich verachte Menschen, die Menschen für sich arbeiten lassen und die Menschen, die für einen arbeiten, schlechter stellen.
    Wir sind alle voneinander abhängig.

    Was ich für sehr unglücklich erachte ist, wenn die Menschen in Oben oder Unten geteilt werden.

    Wir sind alle für uns selbst verantwortlich.

    Ich möchte nicht, dass jemand etwas für mich tut.

    Ich möchte mir nicht leid tun, ich möchte nicht, dass die Menschen, die arbeiten gehen, sich leid tun.

    Ich möchte Kraft geben und ich möchte, dass wir uns gegenseitig Kraft geben.
    Um das System zu ändern, müssen wir uns ändern.

    Ich hoffe sehr, dass Sie das so meinen.

    Claudia Volke aus Dresden

    • Ich schätze Frau Bonath sehr für ihre messerscharfen und oft zugespitzten Analysen. Da trifft sie den Kern von Sachverhalten ohne in ein verklärendes Einerseits Andrerseits abzugleiten. Ich werde Ihren Kommentaren auch weiterhin meine Aufmerksamkeit schenken. Dialogformate sind nicht ihre Sache. Das ist mir schon einmal bei anderer Gelegenheit aufgefallen und wurde durch den runden Tisch bestätigt. Obwohl Pedram vernünftige Fragen gestellt hat stand Frau Bonath etwas neben sich und kam rüber wie eine aus der Zeit gefallene orthodoxe Marxistin. Wie sie uns langjährig bewiesen hat ist da wesentlich mehr Substanz. Dieses Interview ist ein sehr menschliches Dokument, das zeigt, wer ausgesprochene Stärken hat, hat auch Schwächen. Im Konkurrenzgehabe der modernen Medienwelt wird letzteres gerne überspielt, was die Sache in der Substanz nicht besser macht.
      Ganz sicher muss die Abstraktion einer Klassenstruktur der Gesellschaft heute ganz anders diskutiert werden als vor 150 Jahren. Auch entsteht Kapitalakkumulation nicht mehr nur und nicht mal in erster Linie in der Aneignung des Mehrwerts aus realwirtschaftlichen Prozessen. Es wird virtuell spekuliert, wir sehen es monatlich an der Kapitalflut der EZB. Das ist einer der entscheidenden Unterschiede zum Kapitalismus des vergangenen Jahrhunderts. Auch sind die besitzenden Klassen nicht mehr personifizierte Ausbeuter an der Spitze von Unternehmen, es sind Gesellschafter, Shareholder, Fond Besitzer etc. … Im Bereich der ausgenutzten Klasse ist es ähnlich. Die ausgebeuteten sind heute auch sogenannte Selbständige. Denken wir nur an die Dienstleister in Logistikunternehmen. Ein gesellschaftlicher Strukturwandel ist eine notwendige, aber gewaltige Aufgabe und nach meinem Verständnis kaum lokal lösbar.
      Frau Volke, Sie haben recht, es gibt sehr redliche selbstständige Unternehmer. Die sind auch für eine Gesellschaft wichtig. Das ist eine weiter gefasste Diskussion. Das Engagement, die Positionierung und Initiative des Einzelnen hat gesellschaftliche Relevanz. Aber nur in einem durch konkrete gesellschaftliche Umstände gefassten Rahmen. Darüber hinaus wirken jedoch auch objektive, vom Zutun des Einzelnen relativ unabhängige Prozesse, denen Menschen in systemischen Strukturen ausgesetzt sind. Und letztere haben nichts mit guten oder schlechten Charakteren zu tun, sie wirken und zeitigen erstaunliche oder katastrophale Ergebnisse. Das ist die Ebene der Gestaltung gesellschaftlicher und ökonomischer Prozesse. Daran führt kein Weg vorbei, auch nicht mit gestandenen engagierten Verantwortungsträgern.
      Daraus entstehen Fragen, wie eine Gesellschaft strukturiert sein sollte. Es kann sinnvoll sein, dass eine Firma mit Hundert Mitarbeitern privatwirtschaftlich geführt wird, eine Firma mit tausend Leuten sollte wahrscheinlich gesellschaftlich kontrolliert sein, damit sie der Mehrheit von Menschen in einer Bevölkerung dienen kann, die sowohl Produzenten, als auch Konsumenten, aber vor allen Dingen Bürger sind. Eine entwickelte Demokratie wäre da sicher eine gute Basis, in der Menschen reale Chancen haben über solche Dinge mitzuentscheiden. Leider hat der Sozialismus keine geeignete Demokratie mit mehr Freiräumen auch für Unternehmen zustande gebracht und der moderne Kapitalismus ist bisher nicht über eine Scheindemokratie hinausgekommen. Da liegt wahrscheinlich eine der Aufgaben für die Zukunft.
      Ich will ihnen abschließend ein Beispiel geben. Deutschland ist ein entwickeltes Industrieland mit einer Tradition und Erfahrung im Versandhandel. Namen wie Quelle und Otto sind allen geläufig. Was wir heute sehen ist, dass ein Amerikanischer Konzern diesen Markt beherrscht. Das hat mittlerweile ein Ausmaß, dass Deutsch sozialisierte Konsumjunkies an seinem Tropf hängen. Mir stellt sich da bisweilen die Frage, ob wir das Entwicklungsland sind mit Menschen ohne jedes Bewusstsein. Natürlich bietet dieses Unternehmen Komfort und gibt dem Affen der Bequemlichkeit Zucker. Aber wie arbeitet dieses „freie“ Unternehmen. Anständige Mitarbeiterführung ? – Fehlanzeige, gute Bezahlung? – schlechtere Logistiktarife statt versandhandelsübliche Tarife, zahlen sie angemessene Steuern, da wo ihre Wertschöpfung und Wirtschaftstätigkeit stattfindet? – mit Nichten, gibt es einen Betriebsrat, der einen Interessenausgleich bewirken kann? – nein. Das ganze läuft unter dem Rahmen der sogenannten sozialen Marktwirtschaft und einer sie vertretenden Politik, die erstaunt den Dingen ihren Lauf lässt. Meine Impression ist, im Moment geht es vielen in unserem Land zum Glück noch ganz gut. Das ist einer der Gründe dafür, dass grundsätzliche Veränderungen unserer Gesellschafts- und Wirtschaftsstruktur derzeit nicht auf der Agenda stehen. Die damit verbundenen Probleme werden sich jedoch weiter entfalten.
      Jeder ist für sich selbst verantwortlich stimmt insoweit, wie die Gesellschaft einen fairen Rahmen schaffen muss, um diesem Gebot folgen zu können.

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