Der Schulz-Effekt und der Quandt-Effekt

Wahlen sind dem Stockholm-Syndrom unangenehm ähnlich.

Von Ulrich Gellermann.

Die Wahlen an der Saar sollten die Probe auf den Schulz-Effekt sein. Was das Auftauchen von Martin Schulz aus den dunklen Tiefen der Eurokratie bewirkt hat, ist eine höhere Wahlbeteiligung als bei den letzten Landtagswahlen. Ähnlich wie bei sportlichen Ereignissen ist es auch bei Wahlen so, dass der neue Stürmer-Star den Besuch im Stadion anregt. Aber ansonsten hat Schulz für die SPD im Saarland einen Erfolg in den Umfragen bewegt. Träumereien von einer rot-roten Koalition, die vom Saarland aus die Bundeseben erreichen könnte sind vorläufig begraben. Nicht Umfragen bewegen die Politik. Nur politische Bewegungen ändern politische Verhältnisse. Wahlen sind nicht wesentlich mehr als der Test für den politischen Reifegrad der wählenden Bevölkerung. Aber eben auch nicht weniger.

Wie Schiffe auf hoher See begegneten sich jüngst zwei Nachrichten auf dem Medien-Meer: Die Geschwister Stefan Quandt und Susanne Klatten werden in Kürze mit mehr als einer Milliarde Euro Dividende aus ihrem BMW-Besitz überschüttet. Und: In brave Kameras erzählt die Arbeitsministerin Nahles von einer „verfestigten Ungleichheit bei den Vermögen“. Die reichsten zehn Prozent der Haushalte besäßen mehr als die Hälfte des Gesamtvermögens. Ein Tuten hallte über das Wasser. Dann fuhr das eine Schiff in diese, das andere in jene Richtung. Als hätten sie nichts miteinander zu tun.

Die Quandts sind eine weit verzweigte Sippe. Zurückzuführen lassen sich die Zweige auf Günther Quandt. Der wurde gut reich durch die „Arisierung“ jüdischer Unternehmen, als Produzent von Rüstungs- und Industriegütern in der Nazi-Zeit und durch die brutale Ausbeutung von Zwangsarbeitern. Zwar wurde er auf Anordnung der US-Militärregierung verhaftet und blieb zwei Jahre interniert. Aber der Kriegsverbrecher Quandt entkam der blinden alliierten Justiz. Er wurde 1948 zum „Mitläufer“ erklärt. Alles Geld der Quandts ist verzinstes Blutgeld. 

Einem der Quandt-Erben, Sven Quandt, fielen dazu diese Sätze aus dem Mund: „Wir haben ein Riesenproblem in Deutschland: Dass wir nie vergessen können. In der Familie … und wir haben über die Themen oft genug gesprochen … Wir finden es aber schade, denn es hilft Deutschland unheimlich wenig weiter. Je mehr wir […] da drüber nachdenken und daran erinnert werden alle, genauso wird man im Ausland daran erinnert. Und wir müssten endlich mal versuchen, das zu vergessen“. UNHEIMLICH ist das Wort: Leider hat niemand den Quandt zu einem Todesmarsch zum KZ Bergen-Belsen befohlen, wie es jenen VARTA-Zwangsarbeitern geschah, die den Erben Sven und Sonja Quandt das VARTA-Erbe erst ermöglichten. Unheimlich auch, dass die bewährte Firma erst die U-Boote der Nazi-Marine und später die U-Boote der Bundesmarine mit Batterien ausrüstete.

„Sind die Unterschiede zwischen Arm und Reich zu groß und wird erworbener Reichtum als überwiegend leistungslos empfunden, so kann dies die Akzeptanz der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung verringern“, heißt es im jüngsten Armutsbericht der Bundesregierung. Der Satz sollte den Konjunktiv nutzen: Die gesellschaftliche Unordnung, die das unrechte Gut oben schwimmen und die jene ohne Güter ersaufen lässt, „könnte“ die Akzeptanz der Unordnung verringern. – Die reichsten zehn Prozent der Haushalte besäßen mehr als die Hälfte des Gesamtvermögens, sagt Arbeitsministerin Nahles. Was sie nicht sagt: Dass fast zwei Millionen Kinder und Jugendliche im Hartz IV-Ghetto leben. Dass sie, wenn sie unter 17 Jahre alt sind, ganze 306 Euro monatlich zugewiesen bekommen. Dass die Menschenwürde ihrer Mütter mit 409 Euro monatlich beziffert wird. Und dass im Jahre 2015 rund 12,9 Millionen Menschen in Deutschland unter der Einkommens-Armutsgrenze lebten, das fügt der PARITÄTISCHE Gesamtverband hinzu.

Manchmal muss man dem Bayerischen Rundfunk dankbar sein. In Vorbereitung der Saarland-Wahlen verwies er den Schulz-Effekt ins Reich der religiösen Legende: „Ähnlich wie wir unsere Zeitrechnung einteilen in vor und nach Christi Geburt, kann man Umfragewerte zurzeit einteilen in vor und nach Martin Schulz. Bevor der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments im Januar designierter SPD-Chef und Kanzlerkandidat wurde, standen die Sozialdemokraten im Saarland bei 26 Prozent. Die jüngste Umfrage von Infratest dimap sieht sie bei 34 Prozent.“ Der Effekt, so sagen Martin Schulz und Frau Nahles übereinstimmend, läge nicht im Kippen, sondern im Nachjustieren der Agenda 2010. Es geht dabei also auf keinen Fall um mehr Arbeitsplätze sondern um mehr Almosen. Der „Effekt“, sagt Wikipedia, sei mit „Wirkung“ zu übersetzen. Was er bisher bewirkt – darin einem Vollrausch durchaus ähnlich – ist eine Aufhellung der Stimmung für die SPD.

Der Schulz-Effekt ist nur durch ziemlich verzweifelte Hoffnungen auf irgendeine soziale Besserung zu erklären. Denn ob Nahles oder Schulz, beide waren in unterschiedlichen Ämtern und Funktionen brave Parteisoldaten der Sozialdemokratie. Jener Partei, von der die Agenda 2010 nicht nur erfunden, sondern in unterschiedlichen Koalitionen auch exekutiert wurde. Der Schulz-Effekt ist also nur eine Unterart des Stockholm-Syndroms. Jenes psychologischen Phänomens, bei dem die Opfer von Geiselnahmen ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern aufbauen. Das kann dazu führen, dass die Opfer mit den Tätern sympathisieren und mit ihnen kooperieren. Fraglos wurden und werden erheblich Teile der sozialdemokratischen Wähler in Geiselhaft genommen. Und weil der maximale Kontrollverlust bei einer Geiselnahme nur schwer zu verkraften ist, redet sich das Opfer ein, es sei zum Teil auch sein Wille, und identifiziert sich mit den Motiven der Entführer: Bis heute wird ja behauptet und offenkundig geglaubt, die Agenda 2010 – von der SPD erfunden, von der CDU mit Begeisterung umgesetzt – sei gut für „Deutschland“.

Danke an den Autor für das Recht der Zweitverwertung.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

17 Kommentare zu: “Der Schulz-Effekt und der Quandt-Effekt

  1. „Angst essen Seele auf.“

    Vor kurzem musste ich mir von meiner Mutter vorwerfen lassen, das ich in einer Lebenssituation die sich über einen Zeitraum von zwei Jahren erstreckte, „falsche Entscheidungen“ getroffen hatte.

    Zwei meiner nächsten Menschen – zuerst mein Verlobter und danach meine platonische Liebe und Lebenspartnerin – verstarben innerhalb von drei Jahren. Das hat meine Welt erschüttert.

    Ich fragte meine Mutter ob sie glaubt das man eine gute Entscheidung aus Trauer heraus treffen kann. Oder aus Angst? Oder aus Stress? Oder aus Depression?

    Ihre Antwort kam schnell und in einem unbeschreiblichen Moment des „Stutzens“ wurde ihr klar, das sie gerade ihren eigenen, an mich gerichteten Vorwurf selbst zerschmettert hatte.

    Es gibt wahrscheinlich keinen Menschen der in einem Zustand der Angst, des Stresses, oder Depression eine klare Entscheidung treffen kann.

    Hierin liegt die Aufgabe der sogenannten „Politiker“. Politiker sind Menschen die die Ängste ihrer Mitmenschen, aka „Wähler“ für ihre eigenen Zwecke und Vorteile missbrauchen. In einer unheiligen Allianz von Politik und „Medien“, werden Ängste geschürt – potentielle Wähler ‚herumgeschoben‘ um zum gewünschten Ergebnis zu kommen.

    Es ging noch nie um die Menschen in Deutschland. Es ging immer nur um die Eliten. Die kleinen Menschen sind es nicht wert sich um sie zu kümmern. Da gibt es nichts zu holen, oder zu gewinnen.
    NUR wenn „Wahlen“ (für den eigenen Nachteil) anstehen, werden potentielle Wähler hofiert.

    Schulz, wie Hinz und Kunz, kümmert es einen feuchten Dreck was mit den Menschen in Deutschland passiert. Im Gegenteil. Oft erscheint das Gespenst des perversen Misanthropen „Bernays“ in den Wahlkampfreden dieser Huren des Großkapitals. Bernays hasste den „gewöhnlichen“ Mensch. Er verwendete sein ganzes Leben um alles zu tun damit diese „nutzlosen Esser“ dezimiert werden. Er beriet Goebbels und andere hohe Nazis im Umgang mit dem Abschaum/der Masse und nachdem das Nazi-Reich den Rhein runter floss, wanderte er einfach in die USA aus, wo er der am besten bezahlte Berater der größten US Konzerne wurde. Es war dieser Verbrecher-gegen-die-Menschheit Bernays, der maßgeblich an der Einführung der „Geplanten Obsoleszenz“ beteiligt war und kann zurecht als „Vater“ der geplanten Obsoleszenz betrachtet werden.

    Wirtschaftsfaschismus erster Klasse. Auch Deutschland hat sich diesem Modell verschrieben und folgt in der Konsequenz dem US Geschäftsmodell für größtmöglichen Konsum.

    Nur eine totale Enthaltung (aus offensichtlichen Gründen schwer machbar) bei „sogenannten“ Wahlen kann eine Veränderung bringen. Es ist aber auch klar das auch Deutsche Bürger nicht nur an Stockholm Syndrom leiden, sondern auch an einer bestimmten Geisteskrankheit die Einstein so beschrieb:

    Immer wieder das Gleiche machen in der Hoffnung auf Veränderung.
    Rudi Dutschke musste sterben, weil er eine Gefahr für die Eliten war.
    Rudi konnte den Menschen klar machen das nur eine „Außerparlamentarische
    Opposition“ funktioniert. Der Bundestag ist unter der Kontrolle der Eliten. Wer
    da reinkommt, oder geht wird bestimmt – nicht von Wählern, sondern von
    Leuten wie Quandt et al.

  2. „Nicht Umfragen bewegen die Politik. Nur politische Bewegungen ändern politische Verhältnisse.“

    Umfragen sind religionsähnliche PR- und Glaskugel-Manipulationen, die Politiker und Wähler bewegen, und sie kosten viel Geld. Die politischen Bewegungen, die politische Verhältnisse ändern, sind jene, die viel Geld kosten dürfen (Lobby, Soros, Denkfabriken, NGOs, Medien…).
    Politische Bewegungen ändern die politischen Verhältnisse, so wie Umfragen das potentiell tun; in jedem Fall nicht ohne viel Geld.
    Wahlen sind der Test für das Funktionieren des Glaubens der Wähler daran, daß Geld die Welt regiert, und daß das eben so ist. Das ist wie Religion.

    Zum Schulz-Effekt:
    Cohn-Bendit in einem Interview neulich meinte: „Linker als Schulz, kann man nicht sein.“ Der Interviewer hat nicht nachgefragt, ob sich das auf eine politische oder charakterliche Verortung bezog.

    Zum Quandt-Effekt:
    Der Reichen Überdruss wär‘ der Armen Überfluss (Johann Fischart).

    https://www.bloomberg.com/news/articles/2013-01-27/nazi-goebbels-step-grandchildren-are-hidden-billionaires

  3. Auch auf die Gefahr hin, dass man meine Kommentar-Erlaubnis hier löscht: Gerade links eingestellte Deutsche werden nie müde, die heutigen Deutschen an die Verbrechen der Nazis zu erinnern obwohl die heutigen Deutschen nicht dafür können, was vor ihrer Gebur geschah. Als ob links eingestellte Denker an eine Art „Vererbung des Bösen“ an „Böse Gene“ glaubten. In Wirklichkeit dient dieses ständige Erinnern an Verbrechen früherer Generationen der Unterdrückung des freien Denkens der Heutigen. Schuldgefühle sollen erzeugt werden für etwas, wofür wir Heutigen nichts können.
    Was heißt das, dass ständig an die Verbrechen, die von Nazis begangen wurden, erinnert wird, aber viel weniger an die Verbrechen anderer Völker, z. B. das, was ich am 27.1.2017 aus Wikipedia herunterkopiert habe:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kongogr%C3%A4uel
    Kongogräuel: „Unter der Bezeichnung Kongogräuel wurde die systematische Ausplünderung des Kongo-Freistaats etwa zwischen 1888 und 1908 bekannt, als Konzessionsgesellschaften, vor allem die Société générale de Belgique, die Kautschukgewinnung mittels Sklaverei und Zwangsarbeit betrieben. Dabei kam es massenhaft zu Geiselnahmen, Tötungen, Verstümmelungen und Vergewaltigungen. Es wird geschätzt, dass acht bis zehn Millionen Kongolesen den Tod fanden, etwa die Hälfte der damaligen Bevölkerung.[1][2][3]“ Acht bis zehn Millionen!!!
    https://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Burenkrieg
    „Guerillakrieg, „verbrannte Erde“ und Schaffung von Konzentrationslagern
    Christiaan De Wet, einer der erfolgreichsten Anführer der Buren im Guerillakrieg
    Nun änderten die Buren ihre Taktik und gingen zu einem für die Briten äußerst verlustreichen Guerillakrieg über. Unter ihrem Anführer, General Christiaan De Wet, kämpften sie noch volle zwei Jahre lang weiter. In kleinen Trupps führten sie Überraschungsangriffe durch – zumeist auf die Nachrichtenverbindungen, Nachschub- und Verkehrswege der Briten –, um sich dann rasch zurückzuziehen.
    Da ein so operierender Gegner auf konventionelle Weise kaum zu fassen war, wandte Kitchener eine Strategie der „verbrannten Erde“ an: Die Farmen in den Guerillagebieten wurden zerstört und die Ernten vernichtet, um den Gegner auszuhungern. Rund 120.000 Farmbewohner, vor allem Frauen und Kinder, wurden in Konzentrationslagern interniert. Davon starben über 26.000 aufgrund katastrophaler Lebensbedingungen an Hunger und Krankheiten. Die Britin Emily Hobhouse besuchte mehrere Konzentrationslager und setzte sich in ihrer Heimat öffentlichkeitswirksam für die Internierten ein…“ Kitchener – ein Brite und Freimaurer!
    https://de.wikipedia.org/wiki/Stalinsche_S%C3%A4uberungen
    Stalinische Säuberungen
    „…Die Debatte geht jedoch weiter, solange einige Historiker diese offiziell bisher herausgegebenen Daten für unzuverlässig halten.[4] Inzwischen ist man sich sicher, dass die Daten unvollständig sind, da über einige Opfergruppen keine sorgfältigen Daten erhoben wurden. Dazu gehören die Opfer von ethnischen Deportationen und die Vertreibung der deutschen Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg.
    Deshalb vertreten einige Wissenschaftler die Meinung, die Opfer Stalins überschreiten nicht die vier Millionen, während andere glauben, die Zahl liege wesentlich höher. Der russische Schriftsteller Wadim Erlikman[5] stellte beispielsweise folgende Schätzung an:
    • 1,5 Millionen exekutiert,
    • 5 Millionen starben im Gulag,
    • 1,7 Millionen verloren bei der Deportation ihr Leben (von den 7,5 Millionen Deportierten)
    • 1 Million umgekommene Kriegsgefangene und deutsche Zivilisten,
    Danach ergibt sich eine Gesamtzahl von ungefähr 9 Millionen Opfern der Säuberungen.
    Stalins Biograf Dimitri Wolkogonow schätzt dagegen, dass 1929 bis 1953 19,5 bis 22 Millionen Menschen durch die so genannten Säuberungen zu Tode kamen.[6]
    Gunnar Heinsohn gibt eine Zahl von mindestens 20 Millionen Opfern an, davon 4,4 Millionen in den Jahren des „Großen Terrors“ 1936–1939.[7]
    Am 13. August 1990 wurden die insgesamt etwa vier Millionen Menschen, die in dem Zeitraum von 1920 bis 1950 von der Repression betroffen waren, offiziell rehabilitiert.[8]
    ….“ Man weiß nicht genau, wieviele den Stalinischen Säuberungen zum Opfer fielen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord_an_den_Herero_und_Nama
    gilt als erster Völkermord im 20. Jahrhundert
    „…Der Völkermord in Deutsch-Südwestafrika hatte also 40.000 bis 60.000 Herero sowie etwa 10.000 Nama das Leben gekostet.[11][7][15][16][17][18]…“
    gilt als erster Völkermord des 20. Jahrhunderts -aber was war denn dann das im Kongo, das ich oben von Wiki zitiert habe? Die Kongogräuel gingen doch von 1888 bis 1908… also müsste doch das der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts gewesen sein – da starben doch noch mehr Menschen – wieso wird immer so getan, als ob die Deutschen die Bösesten der Bösesten gewesen seien?

    http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2010/09/mao-zedong-der-grosste-massenmorder-der.html
    insgesamt während gesamter Mao-Periode: 72 Mio Tote
    https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article125158458/Sagt-endlich-dass-Mao-der-groesste-Massenmoerder-war.html
    Mao 45 Mio Tote

    https://de.wikipedia.org/wiki/Mao_Zedong
    Laut westlicher und teils stark antikommunistischer Literatur starben während seiner Herrschaft ungefähr 44 bis 72 Millionen[1] Menschen an den Auswirkungen politischer Kampagnen, diktatorischer Machtausübung und verfehlter Wirtschaftspolitik. Diese Zahlen werden von anderen Schriften relativiert.[2]

    https://de.wikipedia.org/wiki/Drei%C3%9Figj%C3%A4hriger_Krieg

    Dreißigjähriger Krieg: „…Am 24. Oktober 1648 endete der Krieg in Deutschland. Seine Feldzüge und Schlachten hatten überwiegend auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches stattgefunden. Die Kriegshandlungen selbst, aber auch die durch sie verursachten Hungersnöte und Seuchen verwüsteten und entvölkerten ganze Landstriche. In Teilen Süddeutschlands etwa überlebte nur ein Drittel der Bevölkerung. Nach den wirtschaftlichen und sozialen Verheerungen benötigten einige vom Krieg betroffene Territorien mehr als ein Jahrhundert, um sich von deren Folgen zu erholen…“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Potos%C3%AD
    Potosi – Silberbergwerke Bolivien

    „…Die indigenen Zwangsarbeiter, die vielfach nicht aus dem Hochgebirge stammten, kamen zu Tausenden in den Minen zu Tode. Sie wurden trotz der dünnen Luft des Hochgebirges zu Höchstleistungen unter riskanten Bedingungen angetrieben. Der Verlust von Menschenleben wurde von der spanischen Bürokratie, die die jährlichen Fördermengen und Ablieferungen nach Sevilla zu leisten hatte, in Kauf genommen. Wie hoch die menschlichen Verluste tatsächlich waren, ist ein in der Wissenschaft umstrittenes Thema, denn weder die Zahlen der indigenen Bevölkerung vor, noch bei Eroberungsbeginn sind bekannt. Nicolás Sánchez Albornoz und Ruggiero Romano weisen daher auf starke Schwankungen bei den Berechnungen des demografischen Rückgangs hin. Im Rahmen dieser Diskussion entwickelte sich die so genannte leyenda negra über viele Millionen toter Minenarbeiter. So veranschlagt Eduardo Galeano „8 Mio. Leichen von Indianern“ als die Kosten des Silberbergbaus. Der spanische Versuch, schwarze Sklaven einzuführen, scheiterte an der sauerstoffarmen Höhenluft. Die meisten starben, bevor sie unter Tage eingesetzt wurden. Der Vizekönig von Perú Graf Lemos schrieb 1699 nach einem Besuch des Bergwerks an den Indienrat: „Nach Spanien wird nicht Silber, sondern Indianerblut und Indianerschweiß verschifft.“ 1719 raffte der Typhus allein in Potosí 22.000 Menschen in 10 Monaten dahin…“
    8 Millionen Leichen…

    http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Geschichte-im-Ersten-Schuften-f%C3%BCr-den-E/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=40114478
    Schuften für den Erzfeind
    11 Millionen deutsche Kriegsgefangene
    Rheinwiesenlager: Am Anfang seien sie 100 000e gewesen, sagt einer, in den Gräben lägen 17000 tote deutsche Kriegsgefangene.
    Frankreich fordert 1750 000 deutsche Kriegsgefangene – 525 000 wurden dann geliefert; 43000 müssen Minen wegräumen; Zitadelle von Besancon: 400 verhungert. Proteste des internationalen Roten Kreuzes. 40 000 Gefangene verloren ihr Leben.

    • A.Eberl

      Gerade links eingestellte Deutsche werden nie müde, die heutigen Deutschen an die Verbrechen der Nazis zu erinnern……
      ———-
      Aber auch der Vorwurf hilft kräftig dabei, Schuldgefühle wecken zu können!
      So gesehen erhält der Bürger, der meint eine Erbschuld angenommen haben zu müssen, stets die Erinnerung daran, sein Erbe ja nicht zu vergessen.
      Wenn den Menschen nicht in den Kopf kommt ein Erbe abzulehnen, sollten sie vielleicht einmal über sich nachdenken….
      Davon abgesehen, die Vergangenheit wird heute in einem immer schnelleren Maße alltäglich, sofern man einmal die Politiker, deren Handlungen und die Reaktion Vieler in unserer Gesellschaft, beobachtet!
      Erschreckend naiv, boshaft, nichts gönnend, aus der Gesellschaft treibend…und zwar egal welcher Schicht sie angehören.

  4. Auch auf die Gefahr hin, das man meine Kommentar-Erlaubnis hier löscht: Was heißt das, dass man die Profite von Deutschen während des Dritten Reiches immer wieder anspricht, aber andere unrechtmäßige Profite, die von Angelsachsen und Angloamerikanern gemacht wurden, nicht?

    Ich will hier mal etwas nachholen:

    Ein Gutteil des Reichtums des British Empire beruhte auf dem Opium- Krieg – also darauf, dass das British Empire das unwillige China durch zwei Kriege dazu zwang, britische und amerikanische Schiffe massenhaft Opium an Chinesen verkaufen zu lassen, was unzählige Chinesen süchtig und krank machte.
    Auch die Familie des Mitbegründers des Ordens Skull & Bones, William Huntington Russel war durch Drogenhandel (Opium) reich geworden.

    Und eine weitere amerikanische Familie hat wahrscheinlich von der Zwangsarbeit profitiert: Hier Wikipedia-Eintrag über Prescott Sheldon Bush (initiiert bei Skull & Bones im Jahre 1917), Großvater von G.W.Bush:
    „…Die Harriman Bank war der wichtigste Wall-Street-Kontakt für deutsche Firmen und die verschiedenen finanziellen Interessen von Fritz Thyssen in den USA, der bis 1938 ein früher finanzieller Unterstützer der NSDAP gewesen, jedoch 1939 aus Deutschland geflohen war und eine kritische Haltung zu Hitler eingenommen hatte. Handel mit dem Deutschen Reich war nicht illegal, bis Hitler den USA den Krieg erklärte. Das änderte sich sechs Tage nach Pearl Harbor, als Präsident Roosevelt den Trading With the Enemy Act unterschrieb. Am 20. Oktober 1942 ordnete die US-Regierung die Einstellung des Bankverkehrs mit Deutschland in New York an.
    1942 wurden Bushs Geschäftsanteile an der Union Banking Corporation enteignet, einem Unternehmen, in dessen Management er tätig war und das gegen den Trading with the Enemy Act verstoßen hatte. Als Entschädigung erhielt er dafür 1,5 Millionen Dollar, die er als finanzielle Grundlage für das spätere Engagement der Familie Bush in der texanischen Ölindustrie nutzte.
    Die New York Herald Tribune bezeichnete den deutschen Industriellen Fritz Thyssen als „Hitlers Engel“ und erwähnte Bush nur als einen Mitarbeiter der Investmentfirma Thyssen in den USA. Es handelte sich dabei um eine ironische Bezeichnung, da Thyssen 1939 bereits ausgebürgert wurde und nach dem Zerwürfnis mit Hitler wegen des Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes in die Schweiz emigriert war.
    Toby Rogers behauptet, dass Bushs Verbindungen zur Silesian-American Corporation ihn der Mittäterschaft an den Minenoperationen der polnischen Firma schuldig machten, bei der Sklavenarbeiter aus Auschwitz eingesetzt wurden, wo später das Vernichtungslager Auschwitz gebaut wurde. Die Behauptungen, dass Prescott Bush von Sklavenarbeit oder dem Konzentrationslager Auschwitz profitierte, bleiben jedoch unbewiesen.
    Am 1. November 2004 versuchte die Internationale Projektgruppe Auschwitz mit Sammelklagen, seinen Enkel George W. Bush auf Schadensersatz in Höhe von 400 Millionen Dollar zu verklagen, weil Prescott Bush an einem Unternehmen beteiligt war, das Gewinn aus der Zwangsarbeit von KZ-Häftlingen zog.
    Ihrer Ansicht nach beruht das geerbte Vermögen Bushs zum Teil auf Gewinnen aus NS-Sklavenarbeit, die dessen Großvater Prescott Bush durch Geschäfte mit den Nazis im Zweiten Weltkrieg gemacht haben soll. Der Miteigentümer einer Stahlfirma habe so auch von der Sklavenarbeit im Vernichtungslager Auschwitz profitiert, erläuterte Wolz. [8]
    Die Journalistin Eva Schweitzer kommt in ihrem Buch Amerika und der Holocaust zu dem Urteil: „Sie haben an den ganzen Geschäften mit der Schwerindustrie verdient und hinterher noch Entschädigungen kassiert. Ein Gutteil ihres Vermögens stammt aus Geschäften mit dem Dritten Reich.“ Wiki-Zitat Ende

    • Ja, birds of a feather flock together. Über Zeiten und Regionen hinweg: der Januskopf von Mission (Religion) und Handel (Geld).

    • An deutschen Profiten im Dritten Reich war man nicht nur maßgeblich beteiligt, sie wurden ermöglicht: Nicht nur von London und Wall Street, auch z.B. von Schweden.

      Zur Ergänzung und Untermauerung des Kommentars:

      http://www.uni-muenster.de/PeaCon/global-texte/g-a/g-ss/AmericanEmpire/nazis.htm

      http://www.reformed-theology.org/html/books/wall_street/index.html

      http://www.us-politik.ch/index.htm

      http://www.thirdworldtraveler.com/Fascism/Trading_Enemy_excerpts.html

      http://www.gabyweber.com/index.php/de/artikel/1-eichmann

      http://www.gabyweber.com/dwnld/artikel/eichmann/ingles/secret_pact_standard_oil.pdf

    • Was genau wollen sie denn damit über das Vermögen der Familien Quandt & Co sagen? Der Text sagt doch ganz deutlich, dass diese gerade jetzt nur fürs Besitzen und fürs Nichtstun eine halbe Milliarde ausbezahlt bekommen, während drei Millionen Kinder im selben Land unter der Armutsgrenze leben müssen.

      Also… was genau soll ihr Beitrag sagen?

    • Es ist das einseitig Moralisierende dieses Textes, das mich stört und wie zwei Themen „Schulz“ und „Quandt“ hier kleingeistig zusammengebracht werden. Was sollen die Quandts denn tun? Sich Asche aufs Haupt streuen, lebenslang ducken und hündisch kriechen? Ihr Vermögen an die Armen verteilen? Das wäre sicherlich im Sinne des „Heiligmäßigen“ der Katholischen Kirche, die will ja immer gebeugte Nacken sehen… Herr Gellermann etwa auch?
      Oder sollen sie seiner Meinung nach eine Stiftung gründen, wie die Rockefellers und Gates? Die Gelder dieser Stiftung würden ja doch nur zur Förderung unrechter, materialistischer Ziele verwendet werden.

      ABer ich gebe es zu: Was mich am meisten stört ist diese kleingeistige Schuldübertragung auf die Enkel – denn das erleben wir ja tausendfach auch in anderen Zusammenhängen. Ich habe das soo satt.

      Herr Gellermann hat ja Recht: Der Reichtum der Quandts ist unrechtmäßig erworben. Aber er vergisst hinzuzufügen, dass Reichtum fast immer unrechtmäßig oder durch Plünderung udn Ausbeutung anderer erworben ist. Das will ich ja mit meinem Antwort-Text aufzeigen: Dass nicht nur der Reichtum einer der reichsten deutschen Familien durch Unrecht erworben wurde, sondern auch der Reichtum angloamerikanischer Kreise und der Reichtum des British Empire. Das heiße ich keinesfalls gut, aber es stinkt mir, dass immer auf den „deutschen Enkeln“ herumgehackt wird.

    • Wen Quants, dann auch Frau Klatten( geborene Quant), die reichste Frau Deutschlands!
      So und nun zerpflücken wir auch sie, denn letztendlich sind beide Industrielle die Kunden haben, die Reichtumsvermehrer!

    • Eberl…

      Ist ihnen schon mal der Gedanke gekommen es könnte da Gründe geben, warum die im Parlament vertretenen Parteien, die ja für die Interessen des deutschen Volkes und nicht für die der Familie Quandt arbeiten sollen, keine Gesetze machen, die die Vermögens- und Erbschafts-Steuern angehen?

      Vielleichtsoltten sie sich mal ín einer ruhigen Minute still hinsetzen und sich fragen, was ihr Geschwätz von „moralisch“ bedueten soll? Oder noch besser: Was so ein Gequake über SIE aussagt?

  5. Kommt mir vor, wie eine Wutrede, das hilft aber leider nicht. Sahra Wagenknecht hat gestern bei Anne Will auch ähnlich hilflos reagiert, in dem sie auf die Armutsverhältnisse hinwies. Das erschien mir richtig, aber nutzlos, denn wer von den Armen schaut schon Anne Will? Also, was tun? Wer hat da Anregungen? KenFM alleine reicht da offensichtlich nicht.

    • Man kann, wann immer die möglich, die Wahrheit sagen, auf die Wahrheit hinweisen.
      Dumm ist es zu glauben es liesse sich etwas ändern, dumm ist es Hoffnung zu haben.
      Man kann sich selber informieren, die Meinungen der Gegner bedenken und diese auf eigene Denkfehler abklopfen. Niemals die Realität aus den Augen lassen, und wann immer nötig die Konsequenzen ziehen.

      Man KANN seine Koffer packen und einfach weggehen. Wer da mit Ausreden kommt, es ginge dieswegen oder oder deswegen nicht, ist ein Teil der Dummköpfe. Man sollte keine Energie daran verschwenden Dummköpfe von irgendwas überzeugen zu wollen.
      Manche bestehen halt darauf etwas besonderes sein zu wollen… und wenn es nur ein Märtyrer Dasein ist.

    • Eine zufriedenstellende Aussage…. denn wer von den Armen schaut schon Anne Will?

      Sollten die Armen klüger geworden sein?

  6. Besten Dank für die Erwähnung des wiedergeborenen Heiland Martin Schulz, der wenn schon nicht die Erlösung bringt, nur nicht ganz so schlimm sein soll. Und dann noch das weitverbreitete Stockholm Syndrom.

    Vielleicht ist der aufgeblasene Martin Schulz Hype auch nur dazu da, um Frau Merkel in seinem medial überdimensionierten Windschatten eine weitere Amtszeit zu verschaffen. Dann kann er immer noch Vizekanzler, ein Platz am Trog war den SPD-Granden bisher noch immer genug.

    Vor allem da man sich so gut versteht beim Ausblenden von den Ursachen für Armut und Reichtum.

  7. Es ist doch gehüpft wie gesprungen, egal ob Martin Schulz, Nahles, Merkel &Co, der Wähler wird nie etwas ändern, denn seine Gepflogenheiten sind ihm heilig, zumal es noch genug Bürger gibt, denen es gut geht.Was kümmert sie die anderen…heute genauso wenig wie früher!
    Erschreckend ist nur, wie gut man an der Saar fest stellen kann, dass TV, , die schreibende Zunft, noch über genug Einfluss verfügen, denn die deutschen Kriegseinsätze kümmern wohl nur die Hinterbliebenen, die ihre Söhne, Väter verloren haben.Die Ertrunkenen, da guckt man lieber gleich weg, oder kritisiert die, die es über das Meer geschafft haben..
    Wir sind zum größten Teil eine fragwürdige, gleichgültige Gesellschaft!!
    Schulz wäre mir nie einen solch lange Artikel wert, denn wer der SPD, CDU noch glaubt, dem ist sowieso nicht zu helfen!!

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