Der Spekulationswahn und die Krypto-Währungen

von Ernst Wolff.

Zehn Jahre nach dem Beinahe-Zusammenbruch des globalen Finanzsystems gleicht die Wirtschafts- und Finanzwelt erneut einem Spielcasino. Der Grund: Die zur Rettung des Systems erzeugten und zu immer niedrigeren Zinssätzen vergebenen Geldmengen sind zum überwiegenden Teil nicht in die Realwirtschaft, sondern in den Finanzsektor geflossen.

Da das Geld von den Zentralbanken nicht verschenkt, sondern verliehen wird, haben wir es gegenwärtig mit der weltweit höchsten Verschuldung aller Zeiten zu tun. Und weil der größte Teil des Geldes in die Spekulation wandert, erleben Aktien-, Anleihen- und Immobilienmärkte zurzeit einen Kursrekord nach dem anderen.

Der Run auf die Krypto-Währungen

Die dadurch entstandene Stimmung an den Börsen führt einerseits dazu, dass immer neues Geld geliehen und eingesetzt wird, um am vermeintlichen Goldrausch teilzuhaben. Andererseits wird fieberhaft nach neuen Möglichkeiten gesucht, um vor dem Ende des Rausches noch weitere Gewinnmöglichkeiten zu schaffen.

Besonders erfolgreich sind dabei Geschäftsmodelle, die Investoren dazu bringen, die Kurse durch gegenseitiges Überbieten auf immer neue Rekordstände zu treiben. Ein extremes Beispiel hierfür bieten die Krypto-Währungen, allen voran Bitcoin.

Bis vor einiger Zeit lehnten die Banken die Krypto-Währungen noch rundheraus ab. Sie fürchteten, die zugrunde liegende Blockchain-Technologie (die direkte Übermittlung eines geldwerten Datensatzes vom Absender zum Empfänger ohne den Weg über die Banken) könnte das Bankwesen überflüssig machen. Inzwischen aber haben die Banken ihre Strategie geändert und versuchen, am Bitcoin-Rausch mitzuverdienen. Selbst die Chicagoer Börse wird in das Geschäft einsteigen und zum Jahresende Bitcoin-basierte Derivate anbieten.

Das zeigt aber nur, dass der Spekulationswahn inzwischen keine Grenzen mehr kennt. Bei Bitcoin und anderen Krypto-Währungen handelt es sich nämlich keinesfalls um Währungen (also Gewährleistungen für einen Wert), sondern um künstlich erschaffene Spekulationsobjekte, die an keinen realen Wert (also einen mit Hilfe von menschlicher Arbeit erzeugten Gebrauchsgegenstand wie zum Beispiel eine Edelmetall-Münze) gebunden sind.

Ein Blick in die Geschichte 

Es lohnt sich, zum Verständnis der Zusammenhänge auf die historische Entstehung von Währungen zurückzublicken: In grauer Vorzeit wurden auf Märkten ausschließlich Waren gegen Waren getauscht. Da das mit der Zeit zu aufwändig wurde, wurden Edelmetalle in Form von Münzen als Tauschmittel eingesetzt. Später wurde das Papiergeld eingeführt.

Sowohl Münzen, als auch Geldnoten hatten eines gemein: Sie repräsentierten reale Werte. Allerdings ermöglichte die Einführung des Papiergeldes die Erzeugung von mehr Geld als in Wirklichkeit durch Waren gedeckt war – die Geburtsstunde der Inflation. Sie führt dazu, dass sich die Kaufkraft der einzelnen Münze oder des einzelnen Geldscheines verringert, wenn ungedecktes neues Geld in Umlauf gebracht wird.

Seit der Einführung des elektronischen Zahlungsverkehrs sind der Geldschöpfung endgültig keine Grenzen mehr gesetzt. So sind seit der Krise von 2008 von den Zentralbanken weltweit zwischen 14 und 16 Billionen US-Dollar an ungedecktem neuen Geld geschaffen worden und zu einem großen Teil direkt ins Finanzcasino geflossen.

Im Finanzsektor werden keine Werte geschaffen 

Hier aber liegt der Hund begraben: Im Finanzsektor werden nämlich keine Werte geschaffen. Hier wechselt nur Geld den Besitzer. Da das ganze System aber kreditgetrieben ist, wird zur Bedienung von Zinsen und zum Abtrag von Schulden ständig neues Geld benötigt. Wegen der seit Jahren weitgehend stagnierenden Weltwirtschaft und der daher sehr geringen Wertschöpfung springen seit 2008 die Zentralbanken ein und schaffen neues Geld – ohne jeden materiellen Gegenwert.

Dieser künstlich angeheizte Kreislauf führt zwangsläufig zu einer Entwertung des Geldes und schlussendlich in die Hyperinflation. Bisher zeigt sich diese – wegen der (vor allem durch die Austeritätspolitik bedingten) geringen Massenkaufkraft – allerdings kaum im Alltag, dafür aber umso mehr an den Aktien-, Anleihen- und Immobilienmärkten, an denen die Kurse boomen.

Dass Bitcoin und die andere Krypto-Währungen gerade jetzt einen solch gigantischen Aufschwung erleben, liegt vor allem daran, dass sie die letzte und höchste Form der Finanzspekulation darstellen: Hatten Derivate („abgeleitete“ Finanzprodukte) zumindest noch einen indirekten Bezug zu realen Werten, so handelt es sich bei Krypto-Währungen um absolut synthetische Erzeugnisse, die nichts, aber auch gar nichts mehr mit der Realwirtschaft zu tun haben.

Krypto-Währungen sind also nichts anderes als die ultimative logische Konsequenz der Explosion des Finanzsektors. Je nachdem, wie lange das gegenwärtige auf totaler Manipulation durch die Zentralbanken basierende Finanzsystem noch existiert, kann ihr Kurs noch weiter in die Höhe schnellen und immer neue Rekorde aufstellen. Das zeigt aber nicht, wie wertvoll die Krypto-Währungen sind, sondern beweist, wie wenig unser Geld in Wirklichkeit noch wert ist.

Sobald das zurzeit noch mit Mühe von den Zentralbanken aufrecht erhaltene Kartenhaus des globalen Finanzsystems in sich zusammenfällt – und dazu wird es mit hundertprozentiger Sicherheit kommen – werden Bitcoin und Co. sowie der Rest der künstlichen Finanzprodukte auf ihren tatsächlichen Wert reduziert werden. Und dieser liegt – wegen der nicht vorhandenen Deckung durch einen realen Wert – bei Null.

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Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches „Finanz Tsunami – Wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“:

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Artikels.

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32 Kommentare zu: “Der Spekulationswahn und die Krypto-Währungen

  1. Ich stecke in einem wirklichen Dilemma.

    Einerseits lehne ich Geld bzw. ein Geldsystem (egal in welcher Form auch immer Muscheln, Kryptographie, Edelmetalle, Paapier, Kartoffeln,…) rundweg ab.

    Andererseits muss ich mich dennoch mit dieser Materie auseinandersetzen, um meinen Verstand sachkundig in solche Diskussionen einbringen zu können.
    Das kostet mich viel Zeit, sehr viel Zeit, die ich aber zumindest momentan noch nicht in der Lage oder Willens bin, aufzubringen.

    Fest steht, das Geld nicht (mehr) das Äquivalent von menschlicher Arbeit/Leistung ist, als das es aber immer noch ausgegeben wird.

    Fest steht auch, dass Geld aber jenes Mittel/Äquivalent darstellt, welches bestimmt, wieviel der einzelne Mensch an der Waren- und Dienstleistungsschöpfung teilhaben darf.

    Fest steht also, das Geld somit auch nicht das Bindeglied zwischen menschlicher Arbeit/Leistung und Teilhabe am Wohlstand ist.

    Diese Funktion des Geldes hat spätestens dann aufgehört, als Geld ohne Arbeit/Leistung zu bekommen war und zwar sogar wesentlich mehr davon als durch Arbeit/Leistung – Tendenz rapide steigend.

    Fazit:
    Wir brauchen dringend ein anderes Verteilungssystem für anfänglich zumindest die lebensnotwenigen Güter.

    Problem:
    Würde das funktionieren, also gäbe es so ein praktikables System, dann wäre auch der Schritt auf die nichtlebensnotwendigen Güter (Luxus) nicht mehr weit.
    Und das wäre eine ernste Gefahr für alle Reichen und Wohlhabenden.

  2. Es lohnt sich, zum Verständnis der Zusammenhänge auf die historische Entstehung von Währungen zurückzublicken: In grauer Vorzeit wurden auf Märkten ausschließlich Waren gegen Waren getauscht. Da das mit der Zeit zu aufwändig wurde, wurden Edelmetalle in Form von Münzen als Tauschmittel eingesetzt. Später wurde das Papiergeld eingeführt.

    David Graeber hat in seinem Buch ‚Schulden. die ersten 5000 Jahre‘ das Gegenteil dokumentiert. Am Anfang standen Schuldsysteme (ohne Geld bzw. mit symbolischen Ersatzwährungen wie zB Muscheln o.ä.). Er legt weiterhin offen, dass es in der Geschichte des Geldes eine Art Konjunktion zwischen wertbasierten Geldsystemen (zB Goldstandard- Geldsysteme) und Kreditsystemen (Anschreiben und Auslösen) gibt, die etwa alle 500-800 Jahre wechseln. Wobei dieser Zyklus für die verschiedenen Regionen der Erde unterschiedlich verläuft.

    Die Mär vom Tauschhandel als universales System zu Wirtschafen hat sich Adam Smith (oder einer seiner Vordenker aus dem 18. Jhdt.) ausgedacht. Sie ist schlichtweg nicht wahr, wird allerdings an allen ökonomischen Fakultäten weltweit gelehrt.

    • habe vergessen den ersten Absatz zu zitieren:

      Zitat E. Wolff:
      „Ein Blick in die Geschichte

      Es lohnt sich, zum Verständnis der Zusammenhänge auf die historische Entstehung von Währungen zurückzublicken: In grauer Vorzeit wurden auf Märkten ausschließlich Waren gegen Waren getauscht. Da das mit der Zeit zu aufwändig wurde, wurden Edelmetalle in Form von Münzen als Tauschmittel eingesetzt. Später wurde das Papiergeld eingeführt.“

  3. Lieber Herr Wolff,

    es ist wirklich sehr schade, dass Sie Geldsysteme, Geldschöpfung und „Geldwert“ grundlegend nicht verstanden haben. Ich möchte Ihnen bestimmt nicht zu Nahe treten, wenn aber jemand, der sich offenbar intensiv mit Währungen auseinandersetzt, so fundamentale Fehleinschätzungen zu Kryptowährungen wie auch Währungen allgemein hier wiedergibt, kann entweder nur in einem Moment der Schwäche einem tiefgreifenden Irrtum unterlegen sein oder bewußt falsche Behauptungen verbreiten.

    Selbst wenn man als Quelle zur Währungen, Geld und Geldsystemen nur KenFM zugrunde legen würden, fänden sich schon mehr als genug Stimmung und fachkundige Interviewpartner, die Ihren Thesen fachlich grundlegend widersprechen.

    Falls Sie tatsächlich nicht nur in Rage geschrieben und einem Irrtum aufgesessen sind, dann frage ich mich, was Ihre Motive für diesen Artikel sind?

    Mit freundlichen Grüßen

  4. Es ist sehr schade hier auf KenFM ein derart schlecht recherchierten und voreingenommen Artikel zu lesen 🙁

    Vorab: der Kryptomarkt läuft gerade extrem heiß und jedem, der daran beteiligt ist, wird schwindlig, wenn er nicht genügen mentale und psychische Kondition hat.

    Wie funktioniert das alles? Man muss hier Kryptowährung und Blockchain auseinander halten.

    Eine Kryptowährung basiert auf asymmetrischer Kryptographie. Man generiert sich ein Schlüsselpaar. Dazu muss man niemanden fragen. Öffentlicher und privater Schlüssel. Der öffentliche Schlüssel fungiert als Kontonummer. Wenn man etwas von seinem „Konto“ (Adresse) überweisen will, erstellt man eine Transaktion und unterschiebt sie mit dem privaten Schlüssel. Den privaten Schlüssel muss man niemanden mitteilen, aber jeder kann prüfen, dass die Unterschrift nur jemand erstellt haben kann, der den privaten Schlüssel vom Konto hat. Der privaten Schlüssel ist also das Passwort zur Kontonummer. Mit einer (digitalen) Buchführung kann man nun eine Währung darstellen. Das ist dann nichts anderes als Gold, Silber, Euro, Dollar usw. Die Frage ist nur: Wer hat die Macht über die Buchführung? Beim Euro und Dollar gibt es eine Zentrale, die alles diktiert – darum „Fiat“.

    Die Blockchain ist ein Werkzeug, um diese Buchführung effizient zu dezentralisieren. Man einigt sich auf ein Algorithmus, um automatisiert einen Konsens zu finden. Hier gibt es neben Proof-of-Work (Bitcoin) viele weitere Ideen wie Proof-of-Stake und andere. Hier gibt es also einen positiver Wettbewerb, um die Macht zu dezentralisieren und den Menschen Freiheit und Selbstbestimmung anzubieten. Die Software und die Blockchains zu den allermeisten Projekten ist Opern-Source und jeder kann sich einbringen.

    Es gibt hier also ein Fundus von hochqualitativen Opern-Source-Code, den jeder nutzen darf, und eine extrem leistungsstarke Gesellschaft, die den Gegenwert zum Kryptomarkt, welcher hoch demokratisch funktioniert, darstelle. Es ist alles ohne Zwang und organisch gewachsen!

    Da es hier um viel Geld und Macht geht, sind Betrüger, Idioten und Wichtigtuer auch nicht weit, die den Markt und Neueinsteiger verunsichern. Aber wenn man die Mafiastaaten weltweit entmachten will, wird man wahrscheinlich um eine Disruption des aktuellen Finanzmarkt basieren auf das Mittelsmann-Prinzip nicht herum kommen.

    Lieber Herr Wolff, sie mögen dieser Technologie, der Freiheit, der Selbstbestimmung und der Basisdemokratie keinen Wert beimessen. Aber andere tun das. Und darum hat Bitcoin und andere Blockchain-Währungen und die Menschen dahinter ihren Marktwert und Nutzen. Und zur Erinnerung: Würde es Bitcoin nicht geben, so würde Wikileaks längst nicht mehr existieren. Auch können die Zentralbanken heute schon nicht mehr walten und schalten wie sie wollen. Wenn Sie in einem autoritären Staat versklavt werden wollen, ist es ihre Sache. Aber lassen sie bitte anderen die Freiheit und Selbstbestimmung.

    Vielen Dank

    • Davon hat Ernst Wolff überhaupt nicht gesprochen. Er hat nur behauptet, dass dem einzelnen BitCoin kein Wert zugrunde liegt, wie er einer Münze zu eigen wäre. Das heißt der BitCoin fußt wie Papier- und Giralgeld auch auf Luft, Liebe und Vertrauen, und sonst nix. Und damit hat er recht – was man an den Kurssteigerungen auch direkt ablesen kann.
      Ob jetzt das BitCoin-System, und die Werkzeuge an sich einen Wert darstellen oder nicht, ist hier nicht Thema. 😉

    • Die Idee der Demokratie ist in ihrem theoretischen Ansatz auch wunderbar. Meine Gegenfrage, haben wir irgendwo weltweit einen demokratischen Staat? Nennen Sie bitten einen.
      Die Idee des Internets ist genau so ähnlich, dezentrale Machtverteilung, Netzneutralität, Anonymität und Privatssphäre, aber auch Tranzparenz Bsp. Open Source, blablabla…
      Können Sie erklären was NSA, also Geheimdienste im Allgemeinen, IT-Konzerne wie Google, Facebook, Amazon, Verizon, AT&T auf sich haben?
      Sind Sie Selbstversorger in Ihren IT-Belangen, heißt, Sind Sie Ihr eigener Netzprovider?
      Sind Sie frei und selbstbestimmend was IT betrifft? Haben Sie Ihre eigenen IT-Gerätschaften, Netzwerkverbindungen selber entwickelt?

      So nun können Sie bitte mal Erklären was Geld ist? Können Sie erklären was der Mensch neben der Luft und seine soziale Anbindung an andere noch braucht und warum?
      Können Sie erklären, warum andere Lebewesen kein Geld benötigen und trotzdem erfolgreicher als der Mensch diesen Planeten länger besiedelt hatten?

      Letzte Frage, können Sie erklären was die Blockchain-Technologie für eine Beziehung bzw. der Zusammenhang in der Wertschöpfungskette menschlicher Produktion eine Rolle spielt?

    • Son_Snow’s Kommentar emfinde ich als wohltuend. Besonders diesen Teil: „Können Sie erklären, warum andere Lebewesen kein Geld benötigen und trotzdem erfolgreicher als der Mensch diesen Planeten länger besiedelt hatten?“

      Neulich an meinem Kaffee-Stammtisch, ploppte das Thema
      „Finanzierung“
      „kann man nicht finanzieren“
      „soziale Hängematte der ‚Asylanten'“
      usw. hoch.

      ich stellte eine einfache Frage: „Also, wie war das jetzt, irgendwer muss doch das Universum finanziert haben. Es ist völlig unmöglich, dass das alles „umsonst“ existiert. Also welche Bank war das eigentlich? Erst Gelächter, dann gespielter Ärger auf meiner Seite. Ich bekam nie eine Antwort.

    • Vielen Dank für diesen Kommentar! Ich glaube Herr Wolff hat sich mit dem Thema nicht ausreichend beschäftigt oder das Prinzip dahinter nicht verstanden und ist offenbar in Anbetracht der Bitcoin-Spekulationen in Rage geraten. Danke für die erläuternden Worte.

  5. Ernst Wolff irrt, was seine Einschätzung einer Hyperinflation betrifft. Um eine Hyperinflation zu erzeugen braucht es 2 Vorraussetzungen.

    Zum einen die grundsätzliche Bereitschaft, für Lohnerhöhungen. Die ist aber überhaupt nicht zu sehen. Deswegen haben wir in der Realwirtschaft noch nicht mal die Zielinflation der EZB, denn von Lohnsenkungen können Arbeitnehmer keine inflationären Brotpreise bezahlen. Wir haben Inflation bei den Wertanlagen, also im Finanzsektor, im Immobiliensektor… , ja ganz klar. Aber selbst da sind wir von Hyperinflation weit entfernt.
    Und das hängt mit der 2. Bedingung für Hyperinflation zusammen. Es braucht ein knappes Gut, das jeder braucht, und auf das man nicht – noch nicht einmal zeitweilig – verzichten kann. Nahrungsmittel bieten sich an. Wenn die knapp sind, und man versucht, dem Problem beizukommen, indem man bereit ist, höhere Preise zu bezahlen – für ein Gut, das einfach nicht da ist; und aus welchen Gründen auch immer nicht beschafft werden kann – dann kann man den Preis beliebig steigern. Und so lange die Menschen in die Lage versetzt werden, den Preis zu bezahlen (also Lohnerhöhungen), so lange werden sie den Preis bezahlen. Was sollen sie auch tun?

    Genau so lief es in der großen Depression. Damals hat der Staat versucht in die Wirtschaft einzugreifen in dem er Geld geschaffen hat, damit die Leute sich das Nötigste kaufen konnten. Das Nötigste war aber nicht da. Also musste das wenige verteilt werden, was da war. Und wie macht man das im Kapitalismus? Über den Preis natürlich – der die Armen von der Versorgung ausschließt und den Reichen ihren Anteil sichert. Und nur wenn man auch den Armen ermöglicht, jeden Preis zu zahlen, muss der Preis für das knappe Gut noch schneller steigen, als deren Lohnzuwächse.

    • Vielleicht noch den Gedankengang zu Ende vollziehen. Vorher noch einige Grundinformationen: Das Dogma der modernen Produktion ist von überwiegender Lagerhaltung weit weg zur „just in time“ Logistikkette übergegangen; „die größte Lagerstätte sind die Autobahnen“.
      So, da auf dem Finanzkasinopakett mit alle erdenklichen Produkten gewettet werden und zugleich die Zentralbanken diese inflationiär mit Fiatmoney füttern, hat man doch aus der Erfahrung der Vergangenheit das Wissen das sich Blasen bilden. Zugleich zeigt die Erfahrung auch, dass diese Blasen bisher immer platzten.
      Weitere Erfahrung über die Nachwirkungen des Platzen der Blase hat man auch.
      Eine davon ist die Logistik sowie Produktion. Sobald diese ausfällt und das tat sie bisher immer beim Crash, dann haben Sie ihre Knappheit an Gütern.
      Sobald die Lkws Aldi, Lidl, Kaufland & Co nicht mehr beliefern, dann können Sie ausmalen wie die Hölle dann aussieht.
      Ich hoffe Sie haben dann genügend Vorratshaltung betrieben, wie die Bundesregierung es empfohlen hatte. Diese sollten Sie aber viel großzügiger gestalten.

  6. Geld und Märkte überhaupt (!) sind entstanden, als größenwahnsinnige, gewalttätige Herrscher angefangen haben, Kriege in die Welt zu tragen, um ihr Einflussgebiet zu vergrößern. Die dafür benötigten Söldner mussten bezahlt werden (mit dem neuen Geld, z.B. in Form von Münzen) und versorgt werden mit Waren (auf den neuen Märkten in den eroberten Gebieten). Parallel dazu wurden die Menschen dazu gezwungen, Steuern an den Staat abzuführen, wofür sie wiederum Geld benötigten.

    Nicht wegen der „Vereinfachung des Tauschhandels“, welcher den Menschen angeblich ein natürliches Bedürfnis ist.

  7. “ Hier aber liegt der Hund begraben: Im Finanzsektor werden nämlich keine Werte geschaffen. Hier wechselt nur Geld den Besitzer. “

    Wirtschaft, speziëll Volkswirtschaft, bleibt offenbar schwierig.
    In guten alten Zeiten brachten wir Geld zu eine Bank um Zinsen zu bekommen.
    Das es Zinsen gibt ist eine einfache Sache, etwas heute haben ist mehr wert als es in ein oder zwei Jahre habe, wir verlieren etwas, un wollen dafür bezahlt werden.

    Durchschittlich gab es eine Zins von vier Prozent, ohne Vergütung für Verlust durch Inflation, und ohne Vergütung für das Risiko das nicht zurück gezahlt wurde.
    Und so bezahlten wir für Anleihen für Häuser etwa acht Prozent, etwa.

    Das Drama Euro änderte das, und auch das Drama Dollar.
    Man versuchte die Wirtschaft an zu kurbeln mit sehr niedrige Zinsen, also viel Geld.
    Die Volkswirtschafler die das taten, und tun, verstanden, und verstehen nicht, das, mit Ausnahme Immobiliën, Zins fast gar keine Rolle spielt bei Investitionen.

    Meistens wird eine Investition in fünf Jahre abgeschrieben, also 20% pro Jahr.
    Ob dabei die Zins ein oder sechs % ist, nicht sehr wichtig.
    Anders ist es bei Immobiliën, werden in vierzig Jahre abgeschrieben, also 2.5 % pro Jahr.
    Dann ist die Zins relativ wichtig.

    Und so baute Spanien viele, man sagt fünfzig oder so, Flughafen die ohne Wert sind.
    Eine vier Milliarde Anlage wurde für weniger als E 100.000 verkauft.

    Zins hat eine Funktion, wie Wechselkurse, diese Funktionen kann man nicht ohne Folgen verschwinden
    lassen.
    Und so verursacht der Euro das eine Debakel nach der andere.

    Leider ist es im Dollar Gebiet dasselbe.

    • Ich sehe jetzt das der Autor noch glaubt an Deckung durch Realen Wert, Gold ?
      Geld ist nur etwas wert weil wir damit Kaufen können.
      Das heisst Fiduziären Geld, das ist nichts anders als Vertrauen.
      Was Zentralbanken tun, tun müssen, ist nicht mehr oder weniger Geld schöpfen wie nötig ist.
      Nötig für die Wirtschaft.
      Was Draghi seit Jahre tut ist etwas ganz anderes, viel Geld schöpfen um Inflation zu kriegen, dadurch sinkt der Realwert der Anleihen der südliche Länder, und in der Hoffnung die Wirtschaft an zu kurbeln.
      Bei beide Ziehle gelang es nicht.
      Was gelang ist viel mehr Geld in die Wirtschaft zu bringen als nötig.
      In wie fern die Derivate, es scheint zwanzig mal das Erd Einkommen, dadurch möglich wurden, ich fürchte es, aber es war auch Dollar Geldschöpfung.
      Varoufakis prophezeit eine Geld Katastrophe wobei 1929 Kinderspiel war.

  8. Schon vor über einem Jahr habe ich zum Thema Bitcoin meine kritische Haltung kommentiert. Dieser Hype um die ganzen Kryptowährungen ist ein ganz großer Schwindel sowie das Monetäre System auch. Die ganzen Kiddies bzw. Techies die vermeintlich die Welt der Informationstechnologie ergründet zu haben scheinen, steigen auf jeden Tech-Hype-Zug auf ohne den Gedankengang bis zum Ende zu vollziehen („to think things through“ – sagen die englischsprachigen)
    Schon die sehr viele Menschen wissen schon beim Thema Geld nicht mal was es ist, geschweige die Techies. Dann kam das große technische Wunder, das Orakel der Informationstechnologie, die Blockchain Technologie die die Lösung der Menschheitstragödie bringen wird und sofort beginnen die meisten Anhänger dieser in orgasmischer Extase ihren halbfertigen Wissensbrei andere Menschen vor deren Anlitz zu ejakulieren. Bis Heute weiss immer noch keine Sau wer dieser Satoshi Sakamoto ist.
    Weiterhin ist die Community der IT so total verblendet, dass sie glauben alles mit IT lösen zu können. Lebende System bzw. deren Beziehungsinteraktionen zu einander kann niemals durch leblose Werkzeuge gelöst werden, darunter zählt nunmal auch der Waren und Diestleistungsaustausch zwischen Menschen, weil das immer lebende Beziehungen von Mensch zu Mensch sind. Ähnliches Beispiel ist das aktuelle Gespräch mit Manfred Spitzer der zu Recht sich erbost darüber aufregt, dass man anstatt eine vernünftige zwischenmenschliche Beziehung zu den Kinder aufbauen sollte, eher zur Tablets und mehr IT-Dreck greift um eine lebendinge soziale Gesellschaft zu fördern. Das ist die selbe Absurdität wie diese Kryptowährungmanie!

    Eine kleine Kritik zur Aussage im Abschnitt „Ein Blick in die Geschichte“, da würde ich gern eine Differenzierte Betrachtungsweise wünschen, nämlich die Erkenntnisse von Anthropologen. Im Buch „Schulden: die ersten 5000 Jahre“ von David Graeber, wird überliefert, dass dieser sog.Tauschhandel und dann die Entstehung des Münzgeldes als Anfangsglied der Entwicklung ein Mythos ist. Die Buchhaltung als Resourcenverteilung war der Anfang, wenn man die Überlieferung der ersten Hochkulturen glauben schenkt.

    • Sehr schöner Kommentar! 🙂 Sehe ich auch so ähnlich. Wieso sich immer auf IT-Lösungen verlassen? Es gibt aus meiner Sicht überhaupt keine „IT-Sicherheit“, alles ist ziemlich fragil – und braucht enorme Ressourcen (Energieverbrauch).

    • Nun ja, jeder ist mal jung und naiv, dazu zähle ich mich auch. Mir sind sowohl die „Wirtschaftswissenschaften“ als auch die IT wohlbekannt, weil ich darin „gebrieft“ war. Aber ab einen gewissen Reifungs- bzw. Erfahrungsgrad muss man sich doch eingestehen, dass man sich total geirrt und verlaufen hat, wenn man vor Problemen und Herausforderungen steht die man mit den bisherigen Wissensstand des jeweiligen Fachgebiets nicht lösen kann. Doch irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass eine überaus ungünstige Kultur gepflegt wird, die einem einredet mit brachialer Gewalt gegen die Mauer zu donnern bis einem der Schädel platzt, der Lösungsweg ist.
      Unglücklicherweise praktizieren das immer mehr junge Menschen, wie ein überaus enthusiastischer Beitrag auf Rubikon über Bitcoin von der Jungendredaktion.

    • Das Irre ist, JEDES System, sei es auch noch so unlogisch, noch so vermeintlich unmöglich, noch so undenkbar, „funktioniert“ wenn genügend Menschen es unter-stützen, wenn es eine Anzahl genügend Mitmacher gibt.

  9. Immerhin sind Münzen und Scheine noch wenigstens Print! Mit digitaler Währung werden wir noch angreifbarer durch Täuschung und abhängiger von Technologien auf die die meisten Menschen keinen Einfluss haben. Wie wir wissen, werden wir dabei auch immer gläserner. Meiner Meinung darf das nicht sein, selbst wenn es viele Vorteile hätte.
    Autarkie und Gemeinschaft sind die Auswege aus diesem Wahnsinn.
    Unsere Häuser sind Mist
    Unsere Autos sind Mist
    Unsere Schulen sind Mist
    Unser Gesundheitssystem ist Mist
    Unser Essen ist Mist
    Unser Informationsnetz ist Mist
    Ein grosses Misterium das uns alles abverlangt, und uns zu Mittätern macht!
    Raus aus dem Wahn! Raus aus dem Geld!

  10. Der Grundgedanke von Bitcoin ist auf unserer Seite Leute..

    Sucht auf YouTube nach „Andreas Antonopolous“.

    Ein Meister auf dem Gebiet der Kryptowährungen. Er erläutert in mehreren Vorträgen, wie Blockchain basierte Währungen Banken obsolet machen und jedem auf der Welt ermöglichen an einer gesunden Wirtschaft teilzuhaben.

  11. Das zeigt aber nur, dass der Spekulationswahn inzwischen keine Grenzen mehr kennt. Bei Bitcoin und anderen Krypto-Währungen handelt es sich nämlich keinesfalls um Währungen (also Gewährleistungen für einen Wert), sondern um künstlich erschaffene Spekulationsobjekte, die an keinen realen Wert (also einen mit Hilfe von menschlicher Arbeit erzeugten Gebrauchsgegenstand wie zum Beispiel eine Edelmetall-Münze) gebunden sind.

    Die Argumentation kann ich so nicht nachvollziehen. Warum genau ist der Euro/Dollar entgegen Bitcoin kein künstliches Spekulationsobjekt? In der Natur wachsen keine Scheine an den Bäumen. Der Mensch stellt sie her indem er sie künstlich erzeugt. Wahlweise durch die Druckerpresse und/oder per Knopfdruck. Dass Euro/Dollar Spekulationsobjekte sind braucht denke keiner weiteren Erklärungen und dass sie nur solange Wert haben wie sie ein anderer annimmt haben sie auch mit Bitcoin gemein.

  12. Leider glaubt die Menschheit immer noch an diese Märchen und Lügen von Inflation und dem ganzen Quatsch.

    „Allerdings ermöglichte die Einführung des Papiergeldes die Erzeugung von mehr Geld als in Wirklichkeit durch Waren gedeckt war – die Geburtsstunde der Inflation. Sie führt dazu, dass sich die Kaufkraft der einzelnen Münze oder des einzelnen Geldscheines verringert, wenn ungedecktes neues Geld in Umlauf gebracht wird.“

    Es gibt diesen Zusammenhang nicht. Selbst wenn es ihn gäbe, wäre es kein Grund das Waren teurer würden.

    Das wäre ja als wenn ein Verkäufer eines Flachbirschirmes der mit 1.000 € ausgepriesen ist, dem Käufer sagt – das das Preisschild sieht – das das Gerät für ihn 2.000 € kostet, weil der Verkäufer weiß das der Kunde Millionär ist.

    GELD KANN NICHT INFLATIONIEREN! GELD KANN GAR NICHTS! Die „Inflation“ wird ausschließlich BESTIMMT von einer kleinen Gruppe Menschen, die ALLE entweder bei der Regierung angestellt sind, oder von ihr in einem Abhängigkeitsverhältnis stehen, die zweite Krähe ist die der anderen kein Auge aushackt.

    Es weiß auch niemand wieviel Bargeld im Umlauf ist – immer ausgenommen „diese kleine Gruppe wer auch immer“ – oder wieviel neues Bargeld in Umlauf gebracht wird. Wir kriegen ein paar Zahlen vorgesetzt, die niemals irgend jemand (neutrales) überprüfen könnte. Man kann nur ziemlich sicher sein, das sie mit der Realität sehr wenig bis gar nichts zu tun haben. Das ist schon alles.

    Habe gerade kurz recherchiert und einen Artikel aus 2014 der deutsche-wirtschafts-nachrichten gefunden. Hier ein paar – aus dem Zusammenhang gerissene – Auszüge. Wer sich die Mühe machen will, braucht nur einen der nachfolgenden Sätze in eine Suchmaschine zu kopieren und kommt zum Artikel. Es geht um die Inflationslüge.
    *
    „Abgesehen davon, dass außer den Schuldenstaaten kein Mensch eine Inflation braucht: Natürlich gibt es längst deutliche Preissteigerungen und vor allem einen massiven Kaufkraftverlust. Die Autoren Philipp Bagus und Andreas Marquart haben in einem soeben erschienen Buch gezeigt, wie die Inflationslüge funktioniert. Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten dokumentieren im Folgenden einen Ausschnitt aus diesem sehr lesenswerten Buch.

    Wie der Staat Sie mithilfe der Inflation ausbeutet

    Zu Zwecke der Irreführung der Bürger über die wahren Ausmaße von Preissteigerungen und Kaufkraftverlust hat sich der Staat irgendwann einmal das Statistische Bundesamt gegönnt. Dort arbeiten 2.940 Mitarbeiter für ihn (Stand 2013). Die fertigen Monat für Monat unzählige Statistiken an, die genau genommen kein Mensch braucht. Vom Statistischen Bundesamt jedenfalls wird monatlich die sogenannte Teuerungsrate vermeldet, auch gerne Inflationsrate genannt. Und aus der Teuerungsrate bildet sich dann der Verbraucherpreisindex.

    Die Teuerungsrate gehört wohl zu den komplexesten, am schwierigsten nachzuvollziehenden volkswirtschaftlichen Kennzahlen überhaupt. Wahrscheinlich machen es die Statistiker im Auftrag ihres Arbeitgebers (der Staat) deshalb so kompliziert, damit kein Laie auch nur den Hauch einer Chance hat, die Zahlen zu überprüfen. Und wenn vonseiten der Bürger ab und zu Zweifel an den offiziellen Zahlen zur Preissteigerung aufkommen, dann wiegelt man ab, mit dem Hinweis, das sei alles nur Einbildung, und es handle sich um die sogenannte »gefühlte Inflation«. Was sind wir Bürger doch dumm. Wir »fühlen« die Teuerung wohl einfach falsch.

    Mit der offiziellen Teuerungsrate des Statistischen Bundesamtes – die Bezeichnung Preisinflation wollen wir auch gelten lassen – wird einzig und allein ein Ziel verfolgt:
    Die laufend stattfindende Geldentwertung soll verschleiert und ein Vertrauensverlust in das staatliche Geld verhindert werden.

    Denn ein Papiergeldsystem hängt eben am Vertrauen. Geht das verloren, schießen die Preise in die Höhe, keiner will das Papier mehr haben und das System bricht zusammen. Weimar, anno 1923, lässt grüßen. Daran hat der Staat freilich kein Interesse. Er will ja weiterhin von seiner Kontrolle des Geldwesens profitieren. Die Manipulation der erwarteten Teuerung nach unten gehört daher zu seinen geübtesten Kabinettstückchen.

    Wir bezeichnen es schlicht und einfach als dreist, mit welch irrsinnigen und komplexen Berechnungsmethoden das Thema Preise für den Bürger zu einem Buch mit sieben Siegeln gemacht wird. Die amtliche Preisstatistik jedenfalls spielt eine ganz wesentliche Rolle beim Täuschen der Bürger über die wirklich stattfindende Geldentwertung und somit über die Enteignung, die ihnen laufend widerfährt.

    Preissteigerungen auf Vermögensmärkten sind ebenfalls ein bedeutender Faktor, warum die Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich immer weiter fortschreitet. Kann eine Familie gerade noch so von ihrem Einkommen leben, dann bleibt nun mal kein Geld übrig, um in Aktien zu investieren. Von der Investition in eine eigene oder vermietete Immobilie ganz zu schweigen.

    Diejenigen, die schon Vermögen haben, profitieren von den Steigerungen an den Vermögensmärkten. Sie werden immer reicher und können ihr Vermögen als Sicherheit nutzen, um noch weitere Kredite aufzunehmen und noch mehr Aktien oder Immobilien zu kaufen.

    Die Staatsdiener sind nur in einem einzigen Bereich innovativ: wie sie am besten an Ihr sauer verdientes Geld herankommen.“
    deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/05/09/statistik-luege-die-gefuehlte-inflation-ist-die-echte-inflation/
    *
    *
    Zurüch zum Artikel

    „Im Finanzsektor werden keine Werte geschaffen

    Hier aber liegt der Hund begraben: Im Finanzsektor werden nämlich keine Werte geschaffen. Hier wechselt nur Geld den Besitzer. Da das ganze System aber kreditgetrieben ist, wird zur Bedienung von Zinsen und zum Abtrag von Schulden ständig neues Geld benötigt.“

    Und was macht der neue Besitzer des Geldes? Gibt es an einen anderen weiter? Wofür? Was bekommt er dafür?
    Natürlich werden „Werte“ geschaffen. Wobei man über den Begiff Wert oder Wert schaffen philosophieren kann.
    Aber das Geld wird gebraucht, es wird etwas angschafft, gekauft. Oder es wird verschenkt, dann kauft der Beschenkte etwas.
    Oder es liegt unter dem Kopfkissen. dann ist es das sogenannte tote Kapital. Es bleibt aber nur temporär tot, dann wird es wieder lebendig und ausgegeben. Man kann es drehen und wenden wie man will, letzlich wird JEDES Geld irgendwann auch benutzt, „werteschaffend“ ausgegeben.

    Der ganze Vortrag ist nicht schlüssig, nicht stimmig, nicht logisch. Selbst wenn in diesm Moment eine Billion Euro gedruckt und „rausgegeben“ wird, es kriegt doch niemand etwas davon mit. Der kommt doch keine olle Raute angewatschelt und drückt dem Mittelständler, oder dem Bäcker, oder dem Schweißer 10 Mille in die Hand und sagt – wir habe gerade ne Billion gedruckt, das ist dein Anteil.

    Inflation ist letzlich eine Zahl, die völlig willkürlich von einer Gruppe Menschen BESTIMMT wird. Ob Geld in Überfluss gedruckt wurde, oder jede Menge Noten geschreddert wurden, spielt dabei nicht die geringste Rolle. Das dient einzig der Lüge, der „Argumentation“ und Glaubhaftmachung – also Verarschung des Volkes.

  13. Für mich ist dieser Bericht zu oberflächlich. Wo bleibt die Recherche? Wenn man bedenkt, dass der Bitcoin eben nicht nachgedruckt werden kann und zudem gedeckelt ist, könnte man meinen es sei eine gute „Zwischenlösung“ für das sonst so desolate Finanzsystem. Ausserdem stellt Bitcoin einen Wert dar, nähmlich genau den gleichen wie die verschiedenen Staaten ihrer Währung geben wollen. Bitcoin entstehen durch „Proof of Work“ und da das System Fälschungssicher Einheiten übermitteln und jede transaktion fest in einer dezentralen Datenbank hinterlegt ist entsteht eben durchaus ein Wert. Zinseszins ist nicht mehr möglich und jede Transaktion ist einsehbar. In Kriesenländer schützt Bitcoin vor Behördenwillkür. Schade, dass dies im Bericht keinen Platz gefunden hat.

    • Der Bitcoin ist genau so viel oder wenig wert wie jeder Papiergeldschein – von 0 bis das was draufsteht.

    • Jede Währung ist genau das Wert, was Sie an vertrauen von der Bevölkerung bekommt. Und da der Bitcoin durch Mathematik reguliert ist und nicht durch Staaten, Mächte und Personen, ist es durchaus sinnvoller ihm sein vertrauen zu schenken als aktuellen FIAT Währungen.

  14. „Sowohl Münzen, als auch Geldnoten hatten eines gemein: Sie repräsentierten reale Werte.“

    (Alu/Edelstahl)Münzen und Papiergeld sind aber nicht werthaltig. MIt dem Ende der Goldpreisbindung, sind Geldscheine und Münzen nur noch das Vertrauen der Menschen wert.

    Dagegen haben Gold- oder Silbermünzen auch einen Wert in nicht-Münzform. Sie sind werthaltig.

  15. Ich mag Ernst Wolff und seine Ansichten wirklich gerne. Aber hier liegt er mMn wirklich falsch. Bitcoin ist nicht Teil dieser Industrie oder Werkzeug, sondern im Gegenteil, die Möglichkeit davon loszukommen. Dirk Müller hat relativ gut die Pros und Kontras bewertet.

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