Der tote Winkel. Das unsichtbare Leiden der Kinder | Von Bernhard Loyen (Podcast)

Überraschung? Schnelltests sind wohl weniger zuverlässig als gedacht.

Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Am vergangenen Wochenende fand ich zu meiner Überraschung die aktuelle Ausgabe der Apotheken-Umschau in meinem Briefkasten. Ein erster Blick auf die Titelseite verriet die Topthemen der Ausgabe April. Starke Hände – Gelenkprobleme, die ideale Krankenkasse, das saisonale Thema Pollenallergie, Expertentipps für dies und das.

Dann entdeckte ich den kleinen Klebezettel.  Musst du lesen, schlimm, Seite 38, schrieb eine mir bekannte Nachbarin darauf.

Der Artikel trägt die Überschrift: Corona ist blöd. Im Inhaltsverzeichnis: Das unsichtbare Leiden. Bei den Kleinsten hinterlässt die Corona-Krise tiefe Spuren. Es ist ein sehr guter Artikel, der nachdenklich stimmt.

Die zurückliegenden Tage war endlich vermehrt über das Leid der Kinder in dieser politisch initiierten Gesellschaftskrise zu lesen. Man mag dies nicht wirklich als erfreulich bezeichnen, sondern eher von unbedingter Notwendigkeit. In seiner Wirkung dahingehend zu spät, da diverse aktuelle Studien die sich jetzt schon abzeichnenden Folgen für die Jüngsten unserer Gesellschaft aufzeigen. Die Ergebnisse sind bestürzend und offenbaren das totale Versagen in diesem ursprünglich selbstverständlichen Vorgang, dem unbedingten Schutz der Kinder und Jugendlichen.

Sie wurden in den letzten zwölf Monaten nicht an die sprichwörtliche Hand genommen, sondern fahrlässig und unbedacht schlicht mitgeschleift.

Die sollen sich mal nicht so anstellen, wir sind ja nicht im Krieg, war des öfteren zu vernehmen. Da haben die Oma, ggf. der Ur-Opa schon ganz andere Sachen überlebt. Das schätzte Herr Macron in Frankreich zwar anders ein (1) und auch die Kanzlerin sah zumindest die größte Herausforderung seit Ende des 2.Weltkriegs auf das Land zukommen. 25 Millionen Deutsche verfolgten im März 2020 ihre Fernsehansprache (2), Auszüge: Deswegen lassen Sie mich sagen: Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst. Seit der Deutschen Einheit, nein, seit dem Zweiten Weltkrieg gab es keine Herausforderung an unser Land mehr, bei der es so sehr auf unser gemeinsames solidarisches Handeln ankommt (3).

Im Anschluss fanden sich mit Kabelbindern gesicherte, also verschlossene Spielplätze. Es wurde die erste Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Landeshäuptern beschlossen. Es diene nur dem Kampf gegen die sich anbahnende Corona-Pandemie. Zumindest in Berlin war nach gut sechs Wochen diese Regelung beendet (4). Es war trotzdem der Startschuss für wechselnde Dynamiken und Torturen, die vor allem den Kindern bewusst, etwaig irritiert bis zum heutigen Tage nur eines vermitteln. Die Leichtigkeit des kindlichen Dasein wurde und wird peu a peu genommen, geklaut. Entrissen.

Es folgte der erste Schul-Lockdown gleich im März 2020, die Einschulungen im Sommer verliefen unter den Vorgaben des Staates. Der rbb aus Berlin konnte beruhigt im August eine Mutter dazu zitieren: “Einschulung unter Corona-Bedingungen ist eigentlich kein großes Ding. Auch weil Kinder es ja eh so nehmen, wie es kommt.“ (5)

War, also ist dem so? Man erinnert sich an die kontinuierliche Dynamik des eingeforderten Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit. Das Framing geschickt – die Alltagsmaske kam in das Leben der kleinen und größeren Mäuse und blieb bis zum heutigen Tage. Nähanleitungen zusammen mit der Mutti. Fein, das macht Spaß und ist solidarisch. Gemeinsam zum Schutze der geliebten Großeltern, die weggeschlossen in den Seniorenheimen sowieso die Enkel nicht sehen, geschweige denn drücken durften und dürfen.

Die beliebte Pixi-Kinderbuchreihe reagierte umgehend. Der Markt muss handeln, ansonsten machen es andere. Pixi 2513 – Corona und der Elefantenabstand. Schon 2020 in der zweiten Auflage. In der Reihe Lesemaus zwei Top-Seller: Conni macht Mut in Zeiten von Corona und Ein Corona-Regenbogen für Anna und Moritz. Empfehlungen der Redaktion aus dem Hause Carlsen im Juni 2020, Zitat aus der Einleitung der Heftchen:

Liebe Eltern, lieber Erzieher*innen. Seit vielen Wochen hält ein Thema die ganze Welt in Atem. Das neue Corona-Virus und die damit verbundene Krankheit Covid-19 (…).

(…) Um die kindliche Psyche so wenig wie möglich zu belasten, sollten wir den Kleinen diese Ausnahmesituation so sensibel wie möglich vermitteln. So schwer es manchmal fällt – es ist wichtig, dass wir Erwachsene die Ruhe bewahren.

Erklären sie ihrem Kind, dass die Krankheit ähnlich wie eine Grippe ist aber dass es derzeit noch keinen Impfstoff gibt (…). Hören sie ihrem Kind zu, nehmen sie seine Ängste ernst und versuchen sie, ihm diese möglichst zu nehmen.

Das Büchlein Lena’s Maske aus dem September 2020 wird beworben mit: Eine bezaubernde Geschichte für Kinder über den Umgang mit der Maskenpflicht und Corona.

April 2021. Beim gestrigen Entschleunigungs-Spaziergang kam ich an einer Apotheke vorbei. Neu eingetroffen, jubilierte der improvisierte Selfmade-Ständer vor der Tür. FFP Masken für Kinder in verschiedenen Farben. Moldex, eine Firma für professionelles Atem- und Gehörschutzzubehör klärt auf (6): FFP-Masken schützen vor partikelförmigen Schadstoffen wie Staub, Rauch und Aerosol. Typische Anwendungen für eine FFP2-Maske sind beispielsweise der Umgang mit Weichholz, Glasfasern, Metall, Kunststoffen (nicht PVC) und Ölnebel. Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt zur Behandlung und Pflege von Patientinnen und Patienten mit einer Infektion durch das Coronavirus SARS-CoV-2 FFP2-Masken.

Aha? Nun sieht man die kleinen Ströppkes mit diesen Lappen der Beeinträchtigung auf der Straße, im Supermarkt, auf den Schulhöfen, in der U-Bahn. Es ist zum Verzweifeln.

Kleines Bonmot am Rande. Das chinesische Konsulat in Hamburg hat im März 2021 Strafanzeige gegen den Carlsen-Verlag gestellt. Das Problem – Textirritationen. In dem Buch Ein Corona-Regenbogen für Anna und Moritz behauptet nämlich der Vater von Anna und Moritz, dass das Coronavirus aus China gekommen sei und sich dann auf den Rest der Welt ausgebreitet habe. Die Chinesische Gemeinde war, bzw. ist empört und reagierte. Ein Anwalt erläuterte: „Dies hat ein psychologisches Trauma in der chinesischen Gemeinschaft ausgelöst, insbesondere bei Kindern. Deswegen reagieren Chinesen in Deutschland stärker auf dieses Buch als gewöhnlich, da es rassistische Diskriminierung und Hass zur Folge haben könnte“ (7).

Der Carlsen-Verlag reagierte ebenfalls. Musste reagieren, die Rezensionen bei Amazon wohl zu dominant geprägt. In einer Stellungnahme an den Bayerischen Rundfunk heißt es: “Die Zuschriften zu diesem Thema haben wir aufgegriffen und die Auslieferung des Buches gestoppt. Die Nachauflage ist bereits veranlasst (8).

Im Artikel der Apotheken-Umschau bestürzende aktuelle Realitäten. Die Kinder leiden still, so die zitierten Experten. Sie seien die großen Verlierer dieser Pandemie, da sie keinerlei Lobby hätten, wie Friseure oder Gastwirte. Es wurden Kinderpsychologen, Logopäden und Kinderärzte befragt. Die Entwicklung der zurückliegenden Monate mehr als besorgniserregend, schockierend.

Es würden sich eindeutige Symptome von posttraumatischen Belastungsstörungen zeigen, so eine Vertreterin des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. Die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen seien völlig aus dem Blick geraten.

Eher bekannt – fehlende Sozialkontakte, Bewegungsmangel, Betreuungs – und Schulprobleme, geschlossene Spielplätze und Jugendeinrichtungen, kein Vereinssport, fehlende Freizeitmöglichkeiten, das Vermissen von wichtigen Kontaktpersonen, wie Großeltern oder Lehrern. Die so wichtige und auch gewünschte Struktur des Alltags seit Monaten genommen. Ängste. Dazu belastende Wohnverhältnisse und dementsprechende familiäre Konfliktsituationen. Seit Wochen, Monaten. Ein fataler Kreislauf .

Völlig unbeachtet, bzw. nicht diskutiert, die Gesundheitssituation von chronisch erkrankten Kindern. Nicht nur Erwachsene müssen zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen und Therapieaufenthalten in die Krankenhäuser. Verzögerte Diagnosestellungen, Verzögerung von Heilungsprozessen, bzw. Entgleisungen bei chronischen Ereignissen. Dazu Kindeswohlgefährdungen durch häusliche Gewalt und Vernachlässigung. Entwicklungsverzögerungen, logopädische Rückschritte bei fehlendem Förderbedarf.

Eine Sozialarbeiterin aus Bayern antwortet auf die Frage der Autorin nach den Krisenverlierern: Kinder! Mit ganz vielen Ausrufezeichen dahinter.

Studienergebnisse

Im Februar 2021 wurde die COPSY-Studie des Uni-Klinikums Hamburg-Eppendorf veröffentlicht. Zu den Fragen der Themen Lebensqualität, psychische und psychosomatische Auffälligkeiten antworteten vier von fünf der befragten Kinder und Jugendlichen, sie fühlen sich durch die Corona-Pandemie belastet. Ihre Lebensqualität habe sich im Verlauf der Pandemie weiter verschlechtert. Ängste und Sorgen haben bei den Kindern im Vergleich zur ersten Befragung noch einmal deutlich zugenommen. 85% der befragten Sieben – bis 17-Jährigen gaben bei der zweiten Befragung an, sich durch die sogenannten Corona-Krise weiterhin belastet zu fühlen. Sie zeigen häufiger depressive Symptome sowie psychosomatische Beschwerden wie zum Beispiel Niedergeschlagenheit oder Kopf- und Bauchschmerzen (9).

Die Ergebnisse bestätigen, jene Kinder und Jugendlichen die vor der Pandemie gut dastanden, Strukturen erlernt und vermittelt bekamen und sich in ihrer Familie wohl und gut aufgehoben fühlen, werden auch gut durch diese belastende Zeit kommen. Die andere Gruppe waren, sind und bleiben die großen Verlierer dieser künstlich am Leben gehaltenen Gesellschaftskrise. Die Schuldigen sind bekannt und können eindeutig benannt werden.

Zu beobachtende Symptome bei den Kindern und Jugendlichen lauten ein nervöses ängstliches Gefühl, Grübeln und Reizbarkeit. Depressive Verstimmungen, geringe Freude etwas zu tun, Müdigkeit und wenig Energie, sowie geringer Hunger sollten als aktuelle Warnhinweise gelten. Eltern entsprechend alarmieren.

Es ist ein weltweites Ereignis. Ein Beispiel aus dem Nachbarland Schweiz. Das Kinderspital Zürich verzeichnet doppelt so viele Suizidversuche bei Kindern und Jugendlichen wie vor der Pandemie (10). Der österreichische Psychologe und Bewusstseinsforscher Manuel Schabus von der Uni Salzburg warnt vor seelischen und körperlichen Kollateralschäden. Er mahnt, das Schlimmste komme erst noch und warnt vor jahrelangen Lockdown-Folgen (11).

Die ersten Ergebnisse eines deutschlandweiten Registers zur Mund-Nasen-Bedeckung, also dem Maskenzwang bei Kindern und Jugendlichen, zeigt ebenfalls erschreckende Erkenntnisse. Bei den Betroffenen häufen sich laut der Studie Narrative über Beschwerden durch das verordnete Tragen von Masken. Von 20.353 Datensätzen stammen 17.854 von Eltern, die Daten zu 25.930 Kindern eingegeben haben. Die Resultate sind dahingehend entsprechend einzuschätzen, da die Umfrage ab Oktober 2020 stattfand, unter Beteiligung von 363 Ärzten und Ärztinnen. Seitdem erfolgte eine verschärfte, also noch belastendere Situation, durch die Forderung an die Kinder ebenfalls FFP-Masken tragen zu müssen.

Die durchschnittliche tägliche Tragedauer der Maske betrug bei den befragten Kindern 4,5 Stunden. 79% der Kinder haben laut Angabe keine Vorerkrankungen. Zu den am häufigsten genannten Nebenwirkungen zählten Gereiztheit (60%), Kopfschmerzen (53%), Konzentrationsschwierigkeiten (50%), weniger Fröhlichkeit (49%), Schul-/Kindergartenunlust (44%), Unwohlsein (42%), Beeinträchtigungen beim Lernen (38%) und Benommenheit/Müdigkeit (37%). Zudem wurde bei 25% der Kinder angegeben, dass sie neue Ängste entwickelt hätten (12).

Dies wird von anderer Stelle bestätigt. Bei deutschen Schulkindern seien verstärkt Ängste oder auch Depressionen zu beobachten, so eine Professorin für Kinder- und Jugendlichenpsychologie und -psychotherapie an der Humboldt-Universität in Berlin. Die Corona-Politik müsse für Kinder und Jugendliche dringend verbessert werden (13). Wie reagiert die Politik?

Es werden in Etappen die Schulen wieder geöffnet. Gibt es eine vorsichtige Strategie der Wiederherstellung von geordneten Abläufen? Werden Ängste genommen. Nein. Erhöhter Leistungsdruck, Unsicherheit und zusätzliche mentale Belastung durch den noch zusätzlich staatlich verordneten Test-Gagaismus an den Schulen und Universitäten. Eine fatale Entscheidung. Dazu die weiterhin rigide Forderung nach Maskenpflicht auf dem Schulgelände und in den Schulgebäuden bis in das Klassenzimmer hinein.

Erfolgt der Druck auf die Schüler nur seitens der Erwachsenen? Absurderweise nein. Angesichts der gestiegenen Infektionsgefahr durch die Virusmutation würden die freiwilligen Testangebote nicht ausreichen, so der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz Dario Schramm in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am 10.04. Er konkretisierte: „Jede Schülerin und jeder Schüler muss mindestens dreimal die Woche in der Schule auf Corona getestet werden. Das Ziel muss sein, dass möglichst bald an jedem Tag getestet wird.“ (14).

Wer ist dieser Jüngling, mit dermaßen forschen Forderungen an seine Mitschüler und Mitschülerinnen? Dario Schramm ist 20 Jahre alt und Mitglied der SPD. Er hat anscheinend ambitionierte Ziele, denn er legt noch nach: „Schülerinnen und Schüler, die den Corona-Test verweigern, können nicht zum Unterricht in der Schule kommen, sondern müssen in den Distanzunterricht gehen“. Diese Forderung falle ihm nicht leicht, aber es gehe darum, Zitat: dass wir das Recht auf Bildung und Gesundheitsschutz möglichst gut zusammenbringen.“ (14) Wir? Er versteht sehr früh das Polit-Geschäft, eine Position zu nutzen, ja auch zu missbrauchen.

Herr Schramm sollte die o.g. Studien studieren und sich im Anschluss selbst fragen, worin wirklich seine persönlichen Ziele liegen. Karriere oder das Wohlbefinden seiner Mitschüler*innen?

Schon am 02.04. ließ Gerd Landsberg, der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes wissen, die Schüler und Schülerinnen, die sich nicht testen lassen möchten, sollten nach den Osterferien nicht am Schulunterricht in Präsenz teilnehmen dürfen. Auch der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, befürwortete Anfang April eine Testpflicht für Schüler nach den Osterferien. Zitat: „Der Deutsche Lehrerverband unterstützt vorbehaltlos die Forderung des Deutschen Städte- und Gemeindebunds nach einer umfassenden Testpflicht für Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen als Voraussetzung für die Teilnahme am Präsenzunterricht“ (15).

So greifen die Corona-Mechanismen gegelt und geölt anstandslos ineinander. Ambitionierte Jung-Ämterträger, zusammen mit Entscheidern an den entsprechenden Schalthebeln und natürlich der einzig entscheidenden Komponente, die der Eltern. Abermillionen Erziehungsberechtigte nehmen diese Verordnungen nicht nur hin, nein sie fordern sie ihren Kindern auch noch nachdrücklich täglich ab. Das irritiert und schockiert zugleich.

Der Schwarzwälder-Bote weiß am 26.03. zu berichten, Zitat: So unterschiedlich, wie Familien mit den Herausforderungen der Corona-Pandemie umgehen, so unterschiedlich sind auch ihre Reaktionen auf die Maskenpflicht und die Testmöglichkeiten an den Balinger Grundschulen.

Balingen ist eine Kleinstadt im Süden Baden-Württembergs. Einblicke in Parallelwelten, für Wenige. Begeistert beklatschte Hauptwelten für Abermillionen. Wie erwähnt, irritierend und schockierend zugleich, Zitat: Balingen – Eine richtig tolle Idee, die den Kindern das Testen schmackhaft macht, kommt mal wieder vom Schulverbund Frommern. Leiter Martin Kettner wird am kommenden Montag nämlich “kleine Corona-Helden” auszeichnen. Aber wer ist denn ein Corona-Held? “Alle Kinder, die sich schon fünfmal haben testen lassen, bekommen eine Urkunde, weil sie auf die Art nämlich ›Corona-Bekämpfer‹ sind”, sagt Kettner und schmunzelt dabei – und meint es dennoch völlig ernst. (16).

Für das Bundesland Bayern steigt die bekannte Augsburger Puppenkiste in den Corona-Versteher-Ring. Das berühmte Marionetten-Theater hat jüngst für das bayerische Kultusministerium eine Art Schulvideo gedreht und auf Youtube veröffentlicht. Es erklärt in einem achtminütigen Video, was die Kinder tun müssen, damit beim Selbsttest nichts schief geht. Schauen sie sich das verlinkte Video an (17). Bilden sie sich ihre eigene Meinung dazu. Mich hat es traurig gestimmt, da auch von dieser künstlerischen Seite nachweislich nun nicht mehr zu erwarten ist, ausser regierungstreue Kindernötigung.

Es wagen nun erfreulicherweise immer mehr deutsche Gerichte diese kinderschädlichen Verordnungen seitens der Politik zu hinterfragen und zu unterbinden. Ausschlaggebend eingereichter Klagen fürsorglicher Eltern. Beeindruckt das die Politik und ausführende Behörden. Nein, man setzt sich darüber hinweg und geht seinen eingeschlagenen Weg unbeirrt weiter.

Beispiel Thüringen. Das Bildungsministerium Thüringen reagierte auf eine Entscheidung des Amtsgerichts Weimar, hinsichtlich der Untersagung Maskenvorschriften, Abstandsregeln und Schnelltests weiterhin an zwei Schulen anzuwenden. Zitat: In jenem Fall betreffe er nur die zwei Kinder, deren Mutter vor Gericht gezogen war. Ansonsten gelten an den zwei Schulen in Weimar und im ganzen Freistaat die Infektionsschutzmaßnahmen (…) unverändert”. Das Gericht könne – wenn überhaupt – nur Entscheidungen für die Menschen treffen, die am Verfahren beteiligt sind – also nicht für andere Kinder (18).

Der Satz der Woche kommt vom Regierungsdarling Dr. Christian Drosten. In seinem aktuellen NDR-Podcast fabuliert er schon wieder Details aus seiner gefürchteten Gedankenwelt. Der Satz lautet: Schnelltests entdecken eine Infektion nur an fünf von acht Tagen. Steht da wirklich so. Warum? Achtung anschnallen, Zitat: Die Schnelltests schlagen erst am Tag eins nach Symptom-Beginn an, da ist man aber schon drei Tage lang infektiös…Wenn man davon ausgeht, dass eine infizierte Person in der Regel acht Tage lang ansteckend ist, heißt das: An fünf von acht Tagen entdecke ich mit dem Antigentest eine Infektion, an drei Tagen werde ich sie übersehen.“ (19).

Dies erklärt die Testmanie an den Schulen, denn so Drosten im Podcast, wenn ein Schnelltest bei Erwachsenen eine Infektion “übersieht”, wird diese Person herumlaufen in der Annahme, dass sie nicht ansteckend ist – und kann so mitunter andere infizieren. Aufschlussreich.

Also müssen die Kinder diese Nichteffektivität von Schnelltests durch Quantität in der Ausführung, also den anvisierten täglichen Schultestungen ausgleichen. Perfide, vor allem als permanentes belastendes Drohszenario für kleine KInderseelen.

Wir leben in einer Surrealität, die von zu vielen Menschen als neue Normalität schon komplett verinnerlicht wurde. Das einzig Entscheidende aktuell ist die fahrlässige, vorsätzliche und katastrophale Nötigung und Belastung unserer Kinder und Jugendlichen. Physisch, psychisch, in seiner Gesamtheit. Wir belassen sie in ihrer Emotionalität, den Ängsten und Sorgen in dem individuellen toten Winkel alleine zurück. Was wurde ihnen in den zurückliegenden Monaten alles genommen? Was wird ihnen mitgegeben auf dem Weg in das weitere Dasein?

Welch’ Bürde für die Erwachsenen für die kommenden Monate und Jahre. Jahrzehnte.

Hinsichtlich des notwendigen Trostes, des Verständnisses. Der Geduld, Liebe und Fürsorge.

Der Aufarbeitung und Wiedergutmachung.

Quellen:

  1. https://www.youtube.com/watch?v=5wYyJckGrdc
  2. https://www.quotenmeter.de/n/116839/25-millionen-deutsche-verfolgen-merkels-historische-rede-im-tv
  3. https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/ansprache-der-kanzlerin-1732108
  4. https://www.berlin.de/aktuelles/berlin/6156945-958092-berliner-spielplaetze-oeffnen-wieder-ter.html
  5. https://www.rbb24.de/panorama/thema/2020/coronavirus/beitraege_neu/2020/08/berlin-einschulung-feiern-kinder-pankow-grundschule.html
  6. https://www.moldex-europe.com/de/moldex-know-how/schutzstufen-ffp1-masken-ffp2-masken-ffp3-masken
  7. http://german.china.org.cn/txt/2021-03/08/content_77286813.htm
  8. https://www.br.de/nachrichten/kultur/corona-kinderbuch-china-ist-sauer-ueber-hamburger-verlag,SR9RwrM
  9. https://www.uke.de/allgemein/presse/pressemitteilungen/detailseite_104081.html
  10. https://nzzas.nzz.ch/hintergrund/kinderspital-zuerich-stellt-anstieg-bei-suizidversuchen-fest-ld.1611236
  11. https://www.focus.de/corona-virus/massive-probleme-fuer-kinder-und-jugendliche-das-schlimmste-kommt-erst-noch-psychologe-warnt-vor-jahrelangen-lockdown-folgen_id_13092846.html
  12. https://www.uni-wh.de/fileadmin/user_upload/03_G/04_Forschung/Projekte/Tag_der_Forschung_2021/Medi/a-l/Corona_Kinderstudien_Erste_Ergebnisse_eines_deutschlandweiten_Registers_zur_Mund-Nasen-Bedeckung.pdf
  13. https://www.forschung-und-lehre.de/politik/psychologen-warnen-vor-corona-folgen-fuer-kinder-3479/
  14. https://www.welt.de/politik/deutschland/article230101365/Corona-Tests-an-Schulen-Schuelervertreter-fordern-Testpflicht.html
  15. https://www.welt.de/politik/deutschland/article229635813/Kommunen-fordern-Ausschluss-ungetesteter-Schueler-vom-Praesenzunterricht.html
  16. https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.maskenpflicht-an-schulen-so-gehen-die-balinger-grundschulen-mit-masken-und-tests-um.21bb4f65-3dd2-438a-aba4-dcfe781f6acc.html
  17. https://www.youtube.com/watch?v=A0EqaSBurX0
  18. https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_89821094/corona-regeln-familiengericht-in-weimar-untersagt-maskenpflicht-in-schulen.html
  19. https://www.ndr.de/nachrichten/info/Drosten-Schnelltests-sind-wohl-weniger-zuverlaessig-als-gedacht,coronavirusupdate178.html

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle:   Sergii Sobolevskyi / shutterstock

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