Die 68er-Bewegung: 1968 bis 2018

Das Jahr 1968 ist zum Synonym für vieles geworden, was schon Jahre vorher begann, bis heute gewirkt hat und noch lange nachwirken wird.

von Wolfgang Bittner.

„Blowin’ In The Wind“ sang Bob Dylan, und Joan Baez sang „We Shall Overcome“. Vielleicht wäre es angebracht, ein Revival zu feiern, und zwar in Erinnerung an diesen Aufbruch in eine bessere Welt, an die Sehnsüchte und Forderungen der damaligen jungen Generation, die sich in einer Zeit politischer Stagnation weltweit für Frieden und Gerechtigkeit engagiert hat.

Inzwischen sind die 68er siebzig Jahre alt geworden und eine der Aktivistinnen aus der Berliner Kommune 1, Uschi Obermaier, erfreute uns mit dem Satz: „Das war eine geile Zeit“. Nun gut, wenn das heißen soll: frei sein, unabhängig sein, aufatmen können, gegen Krieg und Unterdrückung und für soziale Gerechtigkeit sein, wäre dem zuzustimmen.

Von konservativen Kreisen verteufelt, ist heute kaum mehr bekannt, was 1968 alles auf den Weg gebracht wurde: in Staat und Gesellschaft, in den Universitäten, den Kirchen, in Bildung, Wissenschaft, Kunst und Kultur, Justiz, Medizin, Presse und Film, in der Musik, Literatur und so weiter.

Vergessen sind Notstandsgesetze, Remilitarisierung, Spitzeleien, Telefonüberwachung, Berufsverbote oder die Übergriffe von Polizei, Verfassungsschutz und Bundesnachrichtendienst. Vergessen ist die „bleierne Zeit“ mit Altnazis wie Globke, Kiesinger, Filbinger, und vergessen sind auch die albernen Phrasen der Adenauer-Zeit, der Muff unter den Talaren, die Doppelmoral und diese bigotte Aufgeblasenheit der Fünfziger und Sechziger Jahre.

Jetzt ist vieles von dem, wogegen so erbittert demonstriert wurde, wieder aufgelebt. Die Reaktion marschiert, aber es gibt kaum Widerstand gegen Spitzeleien, flächendeckende Überwachung, Militarisierung und die Aggressionspolitik der USA mit der von ihr dominierten NATO. Viele der Vorstellungen von 1968 sind während des „Marsches durch die Institutionen“ verloren gegangen und von Politikern wie Angela Merkel, Joschka Fischer, Margaret Thatcher, François Hollande, George W. Bush oder Barack Obama ausgelöscht oder ins Gegenteil verkehrt worden. Hinzu kommt, dass die Medien nicht nur in Deutschland als sogenannte vierte Gewalt im Staate versagen.

Es erscheint dringend geboten, dagegen aufzustehen, Perspektiven zu erkennen und aus einer neuerlichen politischen Rückschrittlichkeit und Stagnation herauszukommen.

Göttingen, im April 2018

Der Schriftsteller und Publizist Dr. jur. Wolfgang Bittner lebt in Göttingen. 2017 erschien von ihm im Westend Verlag eine überarbeitete und um 111 Seiten erweiterte Neuausgabe seines Buches „Die Eroberung Europas durch die USA“.

Siehe auch KenFM im Gespräch mit Wolfgang Bittner: https://kenfm.de/wolfgang-bittner/

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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18 Kommentare zu: “Die 68er-Bewegung: 1968 bis 2018

  1. Es gibt einiges, was die 68’er Bewegung und ihre Überlebenden bis heute nicht verstanden haben und das sie daran hindert, Fortschritte zu machen.

    Zentraler Punkt dieser Mängel stellt das Unverständnis gegenüber gesellschaftlicher Struktur dar.
    Es gibt im Grunde nur zwei verschiedene große Gesellschaftssysteme – die große Sammlung an zentralistischen Modellen und jene an föderalistischen Modellen.
    Wir leben in einem streng zentralistischen System. „Weicher Faschismus“, wie der letzte, über Palästina referiende Gast von Ken Jebsen sagte. Im Mittelalter, als es keine zentralistischen Staat gab und die Städte durch Selbstverwaltung ihren Bewohnern einiges mehr an Mitsprache und Gestaltungsmöglichkeit boten, erlete Europa eine kulturelle Blüte. Heute erleben wir Stagnation in alles Lebensbereichen, bis zur Ökologie.
    Das ist das Wesen des Zentralismus – konzentration, die schädlich und beengend wirkt.

    Auf die 1968′ Bewegung bezogen ist es völlig klar, wieso sich bspw. Anarchisten und Maoisten irgendwie feindlich gegenüber stehen mussten: Weil sie ganz entgegengesetzten gesellschaftssystemen Entsprangen: Der Marxismus mit seiner Diktatur und der ANarchismus mit der Emanzipation haben nicht viel gemeinsam, eher widersprechen sie sich.
    Bis heute wird versucht, einem abstrakten Masse-Dogma folgend – all diese Bewegungen unter einen „linken“ Hut zu bringen.
    Das kann nicht funktionieren und beraubt beide Seite ihrer Identität und Funktion.
    Keine soziale Bewegung, keine Organisation kann auf Dauer den Widerspruch zwischen Zentralismus und Föderalismus aushalten.
    Die Menschen müssen sich entscheiden: Zwischen Selbst und Autorität. Eigenständigem Denken und Dogma. Freiheit und Gesetz. Freier Vereinbarung und Staat.

    Alle die es interessiert können diesen Hinweis in Schriften nachlesen, die wesentlich älter sind, als die 68’er Bewegung und das führt mich gleich zum nächsten Mangel, der verhindert, dass den verbliebenen 68’ern und ihren Anliegen keine Zukunft beschieden ist und dass ihnen kaum mehr Gehör geschenkt wird:

    Die Geschichte zu vergessen und sie nicht autodidaktisch zu ergründen verdammt uns dazu, sie zu wiederholen.
    Die heutigen 68er drehen sich gerne um ihren Bauchnabel, aber es gab revolutionäre Bewegungen schon vor und wird es nach ihnen geben. Welche Lehren sind aus diesen Zeiten zu ziehen?
    Auch das ist eine Frage, die in der Breite von den 68ern und ihren Nachfahren den Autonomen, nicht beantwortet wurde.
    Und das Resultat: Wiederholung der gleichen Fehler.

    Eine zukünftige Bewegung muss einiges besser machen, als es die Vergangenheit vorgelebt hat. Dazu ist es wichtig, die Vergangenheit zu kennen und sie auszuwerten. Die nächste Revolution sollte die letzte sein, die die Gesellschaft von der Schlangenheut des Zentralismus befreit und sie in einen Zustand fortdauernder Lebendigkeit versetzt, statt in einen Zustand andauernder Beklemmung und Festklammern an Totem.

    Wer ist dazu willens?

  2. Lieber Bernhard,
    dass gelogen und vernebelt wird, wissen wir heute mehr denn je. Ein Grund für mangelnden Erfolg – einerlei wo und bei was – liegt inzwischen großenteils daran, dass die Bewegungen/ Gruppen/ Parteien usw. gezielt unterwandert werden. Ich habe das in den vergangenen Jahren mehrmals beobachten können, zum Beispiel als ich auf einer Friedensversammlung eine Rede hielt. Es war verblüffend und zugleich erschreckend, mit welchen Pseudoargumenten versucht wurde, alles zu zerreden. Wie das 1968 und in den folgenden Jahren war, kann ich nicht beurteilen, aber ich vermute, dass manche Spaltung auch damals schon „verursacht“ wurde.

    Heute musste ich übrigens daran denken, dass vor der Strafrechtsreform die Häftlinge in den Zuchthäusern noch gestreifte Anstaltskleidung tragen mussten und nur einmal im Monat Post in Empfang nehmen durften.

    Noch ein Wort zu Nick Mott (den Kommentatoren, Hoffnungen und Placebos): Ich schreibe seit über vierzig Jahren Kommentare, Artikel, Essays, Romane, Satiren … Und ich glaube nach wie vor, dass Aufklärung not tut und nicht nur breite Bevölkerungskreise, sondern gerade die sogenannten Intellektuellen, die sich für bestens informiert halten, am leichtesten dem karriereförderlichen Mainstream und der Propaganda der „Leitmedien“ und ihrer Politiker erliegen. Das ist mir kürzlich auf einer Tagung des PEN sehr deutlich geworden, als ich meinen Antrag, die Bundesregierung zur Beendigung der Sanktionspolitik gegen Russland aufzufordern, zurückzog, weil er sogleich abgewertet und „zerquatscht“ wurde.

    Herzliche Grüße aus Göttingen

    • Die Kernfrage ist doch: WARUM ist das so?
      Dass ein Teil einer gesteuerten destruktiven Einheit angehört, um unliebsame Bewegungen zu diskreditieren, zu lähmen, zu deprimieren ist klar.
      Aber weder sind alle Intellektuelle zu blöde, noch zu feige, noch sind die ‚breiten Bevölkerungskreise‘ zu unverständig an sich und doch hält sich der Impetus zu notwendigen Veränderungen sehr in Grenzen.

      Rationalität wird an dieser Stelle absolut überbewertet.
      Sie besitzt nicht das Primat unter den Argumenten.
      Selbst die historischen Aufklärer – von Sokrates bis Rousseau z.B. – rangen ja bereits mit sich selbst mehr als mit denen, die es zu überzeugen galt.
      Es muss also eine andere, der Rationalität vorgelagerte, dominante Schicht geben, die die letztlich Entscheidung diktiert und durch Rationalität weder zu erschüttern noch zu maßregeln ist.
      Wäre es anders, wäre es ganz anders.

      Ich behaupte nach meiner Erfahrung, dass die meisten das rationale Argument in letzter Konsequenz nicht gelten lassen, weil der Ratio ZWEI Schichten vor- oder übergelagert sind:
      1. Gefühl
      2. Glaube
      dann kommt erst
      3. Geist

      Gefühle können irrational sein, Glaube IST es grundsätzlich, weil sich Glauben nicht mit Wissen rational vereinbaren lässt – entweder…oder.
      Eine Phobie ist zwar u.U. verständlich, aber nie verstandesgemäß, also nicht rational, also irrational.
      Phobie bzw. Angst (etymologisch von ‚Enge‘ abgeleitet, der gefühlten bis gewissen Begrenztheit
      des eigenen Handlungsspielraumes) macht dann Sinn, ist also teilweise rational, weil sie den davon Betroffenen abhalten kann sich außerhalb seines Möglichkeitenspektrums bewegen zu wollen, wo er mit hoher Wahrscheinlichkeit deshalb scheitern wird.

      Wenn man also irgendwelchen Menschen, egal ob ‚Intellektuelle‘ oder ‚breite Bevölkerungskreise‘ einen rationalen Vorschlag macht, der gefühlt bis gewiss deren Handlungsspielraum verlässt bzw. sie dazu anhalten würde, ist es eben quasi-rational sich dem für diese Menschen als irrational darstellenden (weil aus ihrer Sicht nicht verwirklichbaren) Forderungen zu widersetzen – selbst wenn das Risiko zu Scheitern immer noch besser wäre als gar nichts zu tun, weil unter Bedingungen die Veränderung fordern, das Sich-nicht-verändern-wollen/können ganz sicher zum Scheitern führt.

      Aufklärung – also zu sagen, bewusst zu machen, was richtig wäre – ist richtig und wichtig – aber völlig sinnlos, solange der andere Part, die Entängstigung = Entengung der Handlungsspielräume (geistig, moralisch, machtbezogen, konditioniert, regelkonform etc.) nicht GLEICHZEITIG, besser im Vorhinein, mit aufgearbeitet wird/worden ist!

      Aufklärung funktioniert seit jeher meist leider nur so:
      Der Sportlehrer sagt: „Du brauchst mindestens eine 4 im Sport, um versetzt zu werden.
      Dazu musst du jetzt die 100m unter 11 Sekunden laufen…..Na nun beweg dich endlich! LAUF!“
      Aber ein Training zur Befähigung, zur Fitness, um 100m unter 11 Sekunden zu laufen, hat nicht stattgefunden!

      Die Aussage, dass er eine mindestens eine 4 im Sport braucht, um versetzt zu werden ist richtig und rational formuliert.
      Die Forderung dies ohne vorbereitendes Training zu leisten ist völlig irrational, weil jeder weiß ziemlich genau, dass er ohne Training keine 100m unter 11 Sekunden läuft und kassiert vermutlich lieber gleich die 5 als sich zum Affen zu machen und dabei doch zu scheitern.

      So ungefähr jedenfalls.

      Dass sich der PEN-Club nicht exponieren will ist zwar irrational angesichts der absolut schädlichen Sanktionshysterie gegen Russland, aber rational gemessen an der Unwahrscheinlichkeit des Erfolges und den Risiken die mit der Exponierung verbunden sind!
      Damit verteidige ich den PEN-Club nicht, ich VERSTEHE aber, dass die angesichts eines erbärmlichen Spielraumes, den sie haben, ANGST davor haben Ihnen z.B. aus rationaler Sicht zustimmen zu müssen, aber gleichzeitig von, aus deren Sicht, aller Wahrscheinlichkeit nicht zu bewältigenden Risiken ausgebremst werden.
      Hier tritt also eine kognitive Dissoziation (nicht nur Dissonanz!) ein – das kann man lösen, aber das muss man gelernt haben.
      Das lernt man aber auf keinem Gymnasium und keiner Uni.

      Das so entstandene Widersprüchliche in einem selbst auflösen oder damit konstruktiv umgehen lernen – darum geht es.

      Wer ´ne bessere Erklärung und damit einen fundierteren Lösungsansatz bieten kann – her damit!

  3. Lieber Wolfgang und liebe Mitlesende
    Damals wussten wir: Die Herrschenden lügen (Beispiel Bild-/Springer-Presse), sie handeln gegen die Demokratie (Beispiel Notstandsgesetze), sie brechen Recht mit Gewalt (Beispiel Iran, Vietnam, Kongo, Faschismus in Spanien und Griechenland,…), sie decken Altnazis (Beispiel Beate Klarsfelds Ohrfeige für den CDU-Politiker Filbinger und Beispiel: das berühmteste Transparent der Studentenbewegung „Unter den Talaren der Muff von Tausend Jahren“). Und wir genossen die Nähe zwischen uns Aktiven, die in der Solidarität spürbar war… einige könnten damit nicht umgehen. Dass wir nicht so erfolgreich waren, wie es nötig ist (wir waren die letzte Revolte, die nichts von den ökologischen Zukunftsgefährdungen wusste), ist bitter, auch wenn wir in der Erziehung und Kultur einiges öffnen könnten. Ein Grundfür den mangelnden Erfolg, der in der Bewegung selbst liegt, war die Spaltung in Antiautoritäre, Traditionalisten, verschiedene maoistische Gruppen, usw. . Interne Grabenkämpfe nahmen Kraft. Das kennt manisch heute.

    • Alles richtig.
      Vor allem aber die Feststellung, dass die 68er (unter anderem) an der EIGENSPALTUNG gescheitert sind, also das ‚divide et impera‘ der Machthaber in vorauseilendem Gehorsam selbst vollzogen haben.

      Meines Wissens nach ist gerade DIESER Fakt in keiner Weise primär untersucht, verstanden, kommuniziert und geändert worden.
      Die LINKE ist krachend gescheitert aus eben demselben Grunde.
      Sarah Wagenknecht ist ganz sicher alles andere als intellektuell unterprivilegiert und besitzt den Mut ihre Erkenntnisse auch auszusprechen.
      Aber: was fällt ihr angesichts des Desasters ein?
      EINE WIEDERHOLUNG DESSELBEN FEHLERS!? = Neusammlung der Linken!
      Häh, wie bitte???

      Das ist genauso dämlich wie die ewig Rechten sich ‚erneuern‘ über die CDU/CSU/FDP nach dem Krieg, über die NPD, die Republikaner, die DVU, die Bürgerbewegung pro irgendwas, die RECHTE, den III.Weg bis zur AfD.

      ALLE diese haben nicht verstanden oder verstehen wollen, dass diese Form der Machtteilhabe zu einer nachhaltigen Veränderung nicht funktioniert oder agieren als vorsätzliches Splittermaterial.

      Angesichts des überwältigenden historischen Fundus, der den akademisierten 68ern zur Verfügung stand, hätte man das wissen können.
      Die Gründung der APO zeugt zumindest davon, dass einige sehr wohl verstanden haben, dass der Marsch durch die Institutionen in die Irre führen muss.
      Die Mehrheit besoff sich aber lieber an der nutzlosen Randale und Propagandageschrei, das im Wesen in nichts von dem der Kritisierten und Bekämpften zu unterscheiden war.
      Die Floskelhuber haben dann die Oberhand gewonnen, wie weiland die ‚Realos‘ (ausgerechnet!) über die Grünen.
      Danach war es vorbei, so wie die Grünen spätestens seit Fischer in den Endneunzigern tot sind.

      Man kann gerne Fehler machen, für echten Fortschritt ist das unerlässlich (siehe T.A. Edison: „Ich habe nicht 10.000 Fehler gemacht, sondern 10.000 Wege gefunden wie es nicht funktioniert“ – um letztlich erkennen zu können wie es funktioniert. Anm. von mir).
      Aber Edison hat nie dieselben Fehler ZWEIMAL gemacht – DAS ist der Unterschied.
      Und der Bereich der Technik ist auch nochmal etwas anderes als der politische, denn hier kann sich keiner 10.000 Fehler erlauben um zu reüssieren.
      In der Regel noch nicht mal einen einzigen, weil er sonst gleich von den Gschaftlhubern demontiert wird.
      Ich sage nur: Engholm.

      Das alternative Gesellschaftsangebot für die Nicht-68er FEHLTE VÖLLIG

    • die 68er haben zuerst für sich gesprochen und nicht bedacht, dass sie nicht alleine in diesem Lande sind, und dass es wenig hilfreich ist, zig-Millionen andere zu stigmatisieren, weil die dann gerade mal NULL Grund haben mit diesen Ideen zu sympathisieren oder diese gar aktiv zu unterstützen – eigentlich voll logisch, oder?

      Die RAF war die verzweifelte Antwort auf die Erfolglosigkeit des grundsätzlich ja ‚ehrenvollen‘ Anliegens der 68er.
      Verändert haben DIE tatsächlich was: DIE RAF ist schuld daran, dass es heute NOCH mehr Freiheitsdefizite zu beklagen gibt als selbst zu Kiesinger-/Filbingerzeiten!

      Aber eine Veränderung um ihrer selbst willen, zumal wenn sie zum Schlechteren führt, kann nicht wirklich begrüßt werden, nicht wahr?

      Das was so mancher Kommentator abfeiert als ‚verbessernde Veränderung‘ und seine Hoffnungen darauf ruhen lässt, bis sie dabei endgültig zu Grabe getragen werden, sind nichts anderes als PLACEBOS, die großzügig durch die Machthaber verteilt werden (denn man besehe sich einfach mal ganz unbedarft, wem all diese Produktions- und Verteilungsstätten gehören, die dem Plebs damit das Maul stopfen!).

      Im Mittelalter war der Aderlass auch eine willkommene Veränderung der ärztlichen Praxis.
      Man hoffte dadurch gefühlt eine Besserung erwarten zu dürfen, was allein ja schon das Leiden lindert, also insofern nicht völlig nutzlos ist, aber auch nicht wirklich heilt.

  4. GESUNDES MISSTRAUEN

    Gerade jetzt in Kriegszeiten darf die Bevölkerung nicht im Ungewissen gelassen werden.

    Da keine Transparenz vorhanden ist, fehlt es der «Friedensbewegung», den «Friedens- und Menschenrechtsorganisationen», Hilfswerken, Institutionen und dergleichen, welche weitaus die meisten transatlantisch ausgerichtet sind (wie Campact), an Glaubwürdigkeit und Vertrau-enswürdigkeit von Seiten der Bevölkerung. Der Missbrauchsverdacht und deshalb die Nicht-teilnahme sehr vieler Menschen an Demonstrationen (verursacht durch die genannten Grup-pierungen) ist deshalb mehr als verständlich.
    Verantwortungsbewusste Menschen wollen, zu recht und auch zu ihrem Schutze, wissen woran sie sind.

    Deshalb ist es aus meiner Sicht dringend notwendig, dass über die Vernetzungen, die Tätigkeiten und die Ausrichtung der Friedensbewegungen, Friedens- und Menschenrechts-Organisationen, Hilfswerken, Institutionen und dergleichen recherchiert und laufend Bericht erstattet und der Bevölkerung Gelegenheit geboten wird, diese zu kontrollieren, zu hinterfragen und in Frage zu stellen.

    Ich befürchte, dass dies nicht zustande kommen wird. Die betreffenden Leitungsgremien reden und theoretisieren wohl gerne über Demokratie und Mitwirkung, aber praktisch wollen sie wohl kaum etwas davon wissen. Sie werden, diesen Kommentar wohl nicht einmal zur Kenntnis nehmen.

    Deshalb wird das berechtigte Misstrauen der Bevölkerung weiterhin und berechtigt bestehen bleiben.

  5. Es ist jammerschade, dass man die 68er nicht einfach mal spaßeshalber mit den 33ern den Platz tauschen lassen kann, um zu sehen, wieviel von den aufgeblasenen Schwartlappenlamentos sich unter dem Druck der knallharten Realitäten tatsächlich bewährt hätte.

    Die gehypten 68er waren eine Eintagsfliege und bereits ab den 70ern schon rein kalendarisch tot.
    Kiesinger oder Dutschke – who cares.

    Ein Stock ist ein Stock.
    Der hat zwei Enden.
    Halte ich ihn waagerecht – ist das linke oder das rechte Ende das bessere?
    Halte ich ihn senkrecht – ist oben oder unten besser?
    Male ich ihn schwarz/weiß an – welche Farbe ist besser?
    Schreibe ich auf das eine Ende ‚+‘ und auf das andere ‚-‚ – welches ist besser?
    Zu viele tragen jeweils ihren eigenen Stock im Arsch herum, halten sich für ein Foulcautsches Pendel, denken ernsthaft, dass sich die Welt nur um sie dreht und bedeuten dem Rest der Welt, dass sie sich gefälligst an dem rektalen Ende orientieren, besser noch daran festhalten und sich führen lassen sollen!

    Solange das so ist, verändert sich alles andere, aber die Situation der Menschheit ganz sicher nicht.
    Und die 68er waren keinen Deut schlauer als die 33er oder die 1848er oder die 1524er.
    Und 2018 scheint auch kein Wendedatum zu sein….

    • Sie glauben nicht, dass die 68’er etwas verändert haben?
      Ich will das gar nicht bewerten.
      Aber wer hypt denn irgend was daran?
      In den Medien werden die 68’ger doch eher von den Gegnern madig gemacht.
      Heute weis man alles besser.
      Man kann natürlich sagen, das die Verhältnisse sich auch so verändert hätten.
      Ich bin da aber eher der Meinung von Wolfgang Bittner.
      Das vieles nach kurzer Zeit schon wieder in die andere Richtung gedreht wurde und wird ist klar.
      Das Pendel schlägt zurück.

    • Sie glauben nicht, dass die 68’er etwas verändert haben?

      Ganz recht.
      So wenig wie die Aufklärung selbst.
      Grundgedanke der Aufklärung (sapere aude) war der Glaube an das Primat der Rationalität….
      Hat ja prima geklappt.
      Es reicht halt nicht, das Richtige zu postulieren, es müssen schon auch die dafür notwendigen Voraussetzungen mitgeschaffen und verfügbar gemacht werden.
      Eines der obersten rationalen Gebote wäre z.B. das Ermöglichen von Autarkie eines Jeden durch Anarchie (im Sinne des Wortes) und Autonomie.
      Da ist trotz ‚Aufklärung‘ seit über 5500 Jahren radikal (im Sinne des Wortes) nichts passiert.
      Aktionen wie die von Böhme bis Dutschke snd von daer von vrneherein zum Scheitern verurteilt, denn selbst falls das Richtige gesagt und angestrebt wurde:
      Ich kann ewig und drei Tage den Argumenteteig umrühren – ohne die Hefe der Intrinsik wird nichts Brauchbares daraus.
      Ich sehe aber i.d.R. nur Trieb zur Delegierung der Eigenverantwortlichkeit und das Hoffen auf den ‚deus ex machina‘.
      Deswegen liegt die Macht der wahren Veränderung ja nach wie vor in den falschen HÄnden.
      Die 68er sind auch nur anderen hinterher gelaufen und skandierten deren Namen.
      Das Hinterherlaufen erzeugt aber auch nur neue Trampelpfade, die letztlich in Kreisläufen (mit oder ohne Pappe) mündet.
      Über’s Im-Kreise-sich-drehen kann aber jeder Esel, der den Mühlstein dreht, Profunderes berichten als alle ‚Revolutionäre‘.

      Da gilt also: nett gedacht, schlecht gemacht.

      Es lohnt sich die Geschichte von Hans Böhme und danach den Film <von Fassbinder (1970 eben mit Bezug darauf) zu sichten.
      Da wurde die Begründung des Scheiterns ALLER Revolutionäre seit Spartacus auf einen Nenner gebracht.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Böhm_(Pauker_von_Niklashausen)
      http://www.fassbinderfoundation.de/movies/niklashauser-fart/

      Und die Verhältnisse haben sich nicht geändert.
      Oder hat die Abschaffung z.B. der Paragraphen 218 oder 175 die Machtverhältnisse geändert? wohl kaum.
      Dafür haben wir jetzt so etwas wie das Gefährdergesetz bekommen
      http://www.sueddeutsche.de/bayern/gefaehrder-gesetz-bayern-fuehrt-die-unendlichkeitshaft-ein-1.3594307
      oder das Psychiatriegesetz
      https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2018-04/psychiatrie-gesetz-bayern-psychkhg-stigmatisierung-psychisch-kranke-nationalsozialismus

      In der Gleichberechtigung der Frau war man bei den Wikingern schon weiter und was die Rechtstreue angeht (Völkerrecht, Menschenrechte u.ä.) erleben wir sogar einen neuen Höhenflug der Ignoranz und Arroganz!

      Finde den Unterschied…

    • Hallo Nick Mott,

      ich denke, Sie möchten hier intellektuell daherkommen und Ihr Pfauenkleid universitär erlangter Fähigkeiten der philosophischen Interpretation geschichtlicher Fakten präsentieren.
      Dabei sind Sie wohl doch recht blind.
      Ja diese von Ihnen beschriebenen Vorhaben der Geschichte sind in Ihrer Zielsetzung gescheitert und werden es wohl auch immer, schon auf Grund der unterschiedlichen Vorstellungen der Beteiligten über das Ziel.
      Das bedeutet jedoch auf keinen Fall, dass diese Vorhaben nichts verändert haben. Wäre dies anders, könnten Sie heute nicht an Ihrem PC sitzen und sozialkritische Texte verfassen, die jeder lesen kann, ohne dafür irgendeine Versehrtheit zu erlangen.
      All diese geschichtlichen Vorhaben hinterließen tiefe Veränderungen in der Gesellschaft. Die tiefste hinterließ meines Erachtens bisher die Oktoberrevolution.
      Es wird wohl niemals möglich sein eine humanistische Umwälzung der Gesellschaft hundertprozentig ihrem vermeintlichen Ziel zuzuführen,- jedoch die mit sich bringenden Veränderungen mehr oder weniger intensiv in dieser Richtung auszuprägen. Hier wären Kenntnisse der Lehren von Marx vorteilhaft, der eine solche Entwicklung von Veränderungen erkannt und für gesetzmäßig erachtet hat, so dass sie einst im Kommunismus münden müssten.
      Im groben von der Urzeit zur Antike zum Feudalismus zum Kapitalismus zum Sozialismus und Kommunismus. Alles durch Umbrüche geschaffen und jedes ein Stückchen sozialer als vorher. Rückschritte sind dabei keinesfalls der Beweis des Scheiterns als Ganzes sondern notwendig zur Nachhaltigkeit der Entwicklung. Womöglich sollte es einfach zu schnell gehen.
      Ob das genauso kommt konnte meiner Meinung nach nicht einmal Karl Marx wissen, aber der Weg ist das Ziel, – sein Ende niemals erreicht werden und sich der Perfektion doch immer weiter angleichen.
      Ohne Etwas zu tun wird sich jedenfalls nichts ändern.
      Ihr Text Herr Nick Mott hat nichts Progressives sondern ist getragen von Stagnation und gereicht dem Neoliberalismus zum Vorteil.
      Möglichkeiten der besseren Umsetzung wäre hier der Text meiner Erwartung an Sie.

    • @Rotauge

      Na, da da haben wir dank Ihrer Einlassung ein sehr schönes Beispiel dafür, warum alle ‚Revolutionen‘ gescheitert sind:
      Ohne jeden nachvollziehbaren Grund beginnen Sie Ihren Kommentar mit einer Herabsetzung durch völlig aus der Luft gegriffene Unterstellungen und das in einem Ton, der die Hybris eher bei Ihnen vermuten lässt als bei mir 😉

      ich denke, Sie möchten hier intellektuell daherkommen und Ihr Pfauenkleid universitär erlangter Fähigkeiten der philosophischen Interpretation geschichtlicher Fakten präsentieren.
      Dabei sind Sie wohl doch recht blind.

      Mir ist das persönlich absolut schnurz, wer mich wie hier meint beurteilen zu müssen, da Ihre wie jede andere Meinung zu meiner PERSON anstatt zur SACHE völlig bedeutungslos ist.
      Aber Ihre Nicht-Argumentation möchte ich gerne als solche entlarven, weil sie als Beispiel dafür dienen kann, wie sich Ihre Gemeinschaft der ‚Veränderungsgläubigen‘ gegenseitig ständig selbst ins Knie schießt

      Ja diese von Ihnen beschriebenen Vorhaben der Geschichte sind in Ihrer Zielsetzung gescheitert und werden es wohl auch immer, schon auf Grund der unterschiedlichen Vorstellungen der Beteiligten über das Ziel.
      Das bedeutet jedoch auf keinen Fall, dass diese Vorhaben nichts verändert haben. Wäre dies anders, könnten Sie heute nicht an Ihrem PC sitzen und sozialkritische Texte verfassen, die jeder lesen kann, ohne dafür irgendeine Versehrtheit zu erlangen.

      Tja, Ihre gelobten ins Feld geführten Veränderungen – …vor dem PC sitzen und Unversehrtheit trotz ’sozialkritischer‘ Texte (woher nehmen sie das? Ich kritisiere hier niemanden, sondern stelle lediglich nüchtern fest und das werden Sie nicht widerlegen können) – sind völlig bedeutungslos.
      Die zur Verfügung stehende Technik des PC verdanken wir weder den 68ern, noch sonst irgendeiner Bewegung sondern schlicht dem Kapitalismus, der das Talent hat geldwerte Geschäftsoptinen zu erkennen und nutzbar zu machen.
      Dem Kapitalismus ist es aber scheißegal, ob hier jemand sozialkritisch schreibt oder nicht.
      Ja, sogar dem Großteil der Gesellschaft ist dies egal auch den Machthabern selbst, auch der Polizei und Justiz,solange klar bleibt, dass solche Texte nichts ändern werden – noch nicht mal bei Ihnen offensichtlich.
      Die Unversehrtheit hört aber sehr schnell auf, wenn Sie oder ich wahlweise doch Bedeutendes, weil potentiell Veränderndes verlauten lassen, gar damit hausieren gehen (siehe z.B. Ken Jebsen selbst oder jeden, der die Propaganda konterkariert. Diffamierung bis justizielle Verurteilung kann ich nicht als garantierte Unversehrtheit wahrnehmen, sondern nur als gewaltmonopolgestützte Willkür, die sich in NICHTS von der eines römischen Imperators unterscheidet!) oder bedeutende negative bis kriminelle Machenschaften der Machthaber entlarvt und flugs unter Kuratell gestellt wird (Mollath & Co.).
      Wo Sie da also fortschrittliche Veränderungen wahrnehmen wollen, nur weil sie mit ein paar Gramm Scheiße weniger beworfen werden oder bei der Verhaftung nicht gleich halbtot geschlagen werden – also ich weiß nicht, das überzeugt mich nicht.

      All diese geschichtlichen Vorhaben hinterließen tiefe Veränderungen in der Gesellschaft. Die tiefste hinterließ meines Erachtens bisher die Oktoberrevolution.

      Aha.
      Was genau hat jetzt die vorgebliche ‚Revolution‘ a) im Ursprungsland und b) im Rest der Welt im Sinne des Ursprungsgedankens, des propagierten Veränderungsanspruches zum Besseren für alle, dieser Revolution verändert?
      Wo ist der Kommunismus oder auch nur die Allmende?
      Klingt eher nach verzweifelter Wunschvorstellung Ihrerseits als nach Fakten.

      Es wird wohl niemals möglich sein eine humanistische Umwälzung der Gesellschaft hundertprozentig ihrem vermeintlichen Ziel zuzuführen,- jedoch die mit sich bringenden Veränderungen mehr oder weniger intensiv in dieser Richtung auszuprägen. Hier wären Kenntnisse der Lehren von Marx vorteilhaft, der eine solche Entwicklung von Veränderungen erkannt und für gesetzmäßig erachtet hat, so dass sie einst im Kommunismus münden müssten.

      Na, das ist, freundlich formuliert, ahistorisch.
      Falls dem so wäre, wo isser denn der funktionierende, humane, sozial gerechte, freie Kommunismus?
      Der ECHTE Kommunismus kommt gerade in Form der NWO daher.
      Die wird letztlich auch scheitern MÜSSEN.
      Marx hat eine Auftragsarbeit abgeliefert und seine Auftragsgeber waren nicht die Arbeitnehmer, ok?
      Marx hat den jetzt ach so beklagten Neoliberalismus mit seinen falschen Theorien sogar noch gefüttert.
      Ob das seine Absicht war, kann ich nicht sagen, aber der Effekt ist offenkundig.
      Natürlich werden Sie das so nicht sehen, weil Sie es nicht verstehen können.
      So wenig wie all die Arbeitnehmer, die an Marx geglaubt haben, aber nicht verstanden haben, dass die Krux ja nicht der Arbeitgeber ist, sondern sie selbst, die Arbeitnehmer mit ihrer Bauernmentalität des 16.Jahrhunderts, wo die Bauern auch erst mal wieder ihr Feld bestellen gegangen sind, nachdem sie ein bißchen Unruhe geschaffen haben, mit wohlfeilen Absichtserklärungen der Machthaber (Arbeitgeber), die sie postwendend wieder kassiert haben, nachdem DIE erstanden haben, dass vom ‚Pöbel‘ keine echte Gefahr droht, ja nicht wirklich drohen kann, wie dann die Niederschlagung all dieser Bewegungen eindrucksvoll bewiesen hat.
      Marx kante die Geschichte von Hans Böhme & Co. natürlich.
      Und? Was hat er daraus gelernt? NICHTS!!!
      Propagiert also dieselbe Scheiße, die auf diese Weise immer und immer wieder gescheitert ist!?
      Da man Marx sicher vieles nachsagen darf, aber nicht, dass er blöd war, MUSS ich ihm unterstellen, dass er also sehr wahrscheinlich wider besseren Wissens das FALSCHE propagiert hat und damit direkt und ohne Einschränkungen dem Kapital/Adel, den Machthabern zugearbeitet hat.
      Falls er das nicht so im Sinne hatte, dann war er intellektuell minderwertiger als man ihm unterstellt und alein von daher nicht der geeignete Initiator von ECHTEN Veränderungen.

      Im groben von der Urzeit zur Antike zum Feudalismus zum Kapitalismus zum Sozialismus und Kommunismus. Alles durch Umbrüche geschaffen und jedes ein Stückchen sozialer als vorher. Rückschritte sind dabei keinesfalls der Beweis des Scheiterns als Ganzes sondern notwendig zur Nachhaltigkeit der Entwicklung.

      Das waren keine Umbrüche, sondern lediglich Variationen ein und dessselben Grundthemas, so wie die 4 Sätze der 5.Symphonie von Beethoven – Ta ta ta taaaa!
      Lässt man sich musikalisch gerne gefallen, da keine Verarschung wie im anderen Falle.

      Womöglich sollte es einfach zu schnell gehen.

      Tja, wie lange muss man Irer Ansicht denn warten?
      Ich bin der festen Überzeugung, dass ein Klassenkampf nicht zu gewinnen ist, weil die von Leuten wie Ihnen in Erwägung gezogenen Zeiträume zur Verwirklichung die dazu notwendigen Generationen nicht homogen überdauern lässt.
      Die MACHT schafft das, denn sie leidet nicht und in allen oberflächlichen Veränderungen (vom Rad bis zur Rakete) ist ihr Status unverändert geblieben!
      Die, die das ändern wollen, weil sie leiden, werden noch mehr leiden, wenn sie es zu verändern versuchen.
      Das bedeutet bei de von Ihnen avisierten Zeiträumen, dass ganze Generationen von vorneherein beschließen müssen, dass ihr Leben nur Leid sei und auch bleibe, weil erst zukünftige Generationen davon profitieren können.
      WIE REALISTISCH IST DAS IHRER ANSICHT NACH???

      Ob das genauso kommt konnte meiner Meinung nach nicht einmal Karl Marx wissen, aber der Weg ist das Ziel, – sein Ende niemals erreicht werden und sich der Perfektion doch immer weiter angleichen.
      Ohne Etwas zu tun wird sich jedenfalls nichts ändern.

      Das, was Sie als ‚Tun‘ anführen, ist nichts anderes als dem Aktionismus das Wort zu reden, um Ihre eigentliche, tatsächliche Macht- und Ratlosigkeit zu kaschieren.
      Wo Sie bisher eine ‚Angleichung an Perfektion‘ erkennen können bleibt Ihr bescheidenes Geheimnis.

      Ihr Text Herr Nick Mott hat nichts Progressives sondern ist getragen von Stagnation und gereicht dem Neoliberalismus zum Vorteil.

      Hoho.
      Nun, Statements Ihrer Güte kenne ich seit jeher zur Genüge – ich bin dem, mottseidank, schon lange entwachsen.
      Da Sie sich noch im Retro-Fundus bewegen, ich diesen aber fortschreitend verlassen habe, liegt die Stagnation ungeteilt auf Ihrer Seite. 🙂
      Und ich gehe jede Wette ein – wenn wir vergleichen, wer von uns hier faktisch dem verfickten Neoliberalismus mehr zuarbeitet, dann wird es für jemanden wie Sie ein böses Erwachen geben. Auf mein Wort.

      Möglichkeiten der besseren Umsetzung wäre hier der Text meiner Erwartung an Sie.

      Sie haben ja noch nicht mal die oberen Links gesichtet und sich Zeit genommen darüber zu reflektieren, sonst wäre eine solche Aufforderung ja wohl von vorneherein als total unsinnig zu werten gewesen.
      Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation sind dort nämlich implizit!!!
      Aber ich mache mir doch nicht die Mühe hier ‚Perlen vor die Säue‘ zu werfen, nur um zu sehen, wie sie unverdaut von ignoranten Forengrunzern exkrementiert werden!?

      Nein.
      Beweisen Sie erst mal, dass Sie diskursfähig sind und andere nicht nur hochnäsig zu korrigieren beabsichtigen, dann sehen wir weiter.

      PS:
      Es ist schon erstaunlich, wenn man über die Jahre so die Kommentare sichtet, wie viele davon nichts anderes sind, als eine Form der Selbstvergewisserung anstatt der Informationsbereitschaft.
      Ich bin mir sehr sicher, dass dies nicht im Sinne von Ken Jebsen war, aber er selbst wohl auch mittlerweile sein Lehrgeld bezahlt hat und konstatieren muss, dass dieser Gesellschaft in dieser höchst maroden Verfassung kein Glück zu bescheren ist.
      Und eine echte Veränderung dieser Gesellschaft ist nicht durch Heilslehren, Heilsbringer zu erreichen, da muss jeder selber an sich ran – das sehe ich aber nur vereinzelt und diese sind definitiv zu wenige.
      Schade drum.

  6. Von der Nachhaltigkeit der 68er Bewegung bemerke ich nichts. Kann man mir natürlich einreden. Statt Obermaier haben wir doch heute Heidi! Was für eine krasse Entwicklung nach Oben! Läuft doch alles.

  7. Danke, Herr Bittner. Schöne Rückerinnerung. Nach meiner Erinnerung gab es damals noch viel mehr große Gefühle.
    Es grummelte im Urgrund unserer Menschlichkeit. Heute ist alles viel mehr zugeschüttet mit den realen globalen Überlebensängsten. Und in den 1980ern gab es noch eine Explosion von guten kritischen hoffnungsvollen Büchern über die dringende Notwendigkeit zur Veränderung unserer Lebensweise und unseres Denken. Sie haben noch voll die Gewissheit enthalten, dass sich grundlegend alles ändern wird, weil es zum Überleben notwendig ist. Die Hoffnung wurde noch vom Glauben an das Gute und Einsichtsvolle im Menschen getragen. Von einer wie selbstverständlichen Gewissheit.
    Heute ist die Waagschale der Niederträchtigkeit deutlich mit viel mehr Schwere abgesackt. Wir werden sehen…

    • „Es grummelte im Urgrund unserer Menschlichkeit.“ Das muss aber kurz gewesen sein;)
      „1980ern gab es noch eine Explosion von guten kritischen hoffnungsvollen Büchern ….“ wo ist die Saat geblieben? Hat leider keine Früchte getragen!
      Text Zitat: “ Viele der Vorstellungen von 1968 sind während des „Marsches durch die Institutionen“ verloren gegangen und von Politikern wie Angela Merkel, Joschka Fischer, Margaret Thatcher, François Hollande, George W. Bush oder Barack Obama ausgelöscht oder ins Gegenteil verkehrt worden.“
      Vorstellungen sind auch nur Illusionen. „Marsch durch die Institutionen“ Meiner Meinung nach, gab es da keine Festigkeit der „Vorstellungen“, sonst hätte man die nicht einfach überrennen können. Die meisten „Hippies“/ Revoluzzer aus der der Zeit, sind heute alle Snobs geworden. Mein Blick, als 3 Jährige auf die Welt: “ Hier stimmt was nicht“ hat sich bis heute nicht geändert.

  8. In der medialen Darstellung der 68 Bewegung wird oft ausgeblendet, dass angesichts des Verhaltens unserer Eltern im Nationalsozialismus und den Nachkriegsjahren ein „NIE WIEDER“ für viele von uns Verpflichtung war. Die Empörung über die Verbrechen der US-Armee in Vietnam trieb uns an, die weltweiten Befreiungsbewegungen und ihre Helden gaben uns Hoffnung auf Veränderungen – auch bei uns.

    Heute treiben Zukunftsängste den Wutbürger auf die Straße und Hass in die elektronischen Medien. Ihnen geht es um die eigene Befindlichkeit und nicht um mehr, sondern weniger Humanität. Von dieser Bewegung ist kein Fortschritt zu erwarten.

    Umso wichtiger sind Plattformen wie KenFM oder Rubikon um Hoffnung für die Zukunft zu geben.

    • „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht“ (Vaclav Havel).

      Dieses Zitat stand heute in einem Rubikon-Artikel:

      Donnerstag, 03. Mai 2018, 10:24 Uhr
      ~6 Minuten Lesezeit
      Die Furcht vor der Freiheit
      Wie können wir mit der Angst vor einem dritten Weltkrieg umgehen?
      von Elisa Gratias
      https://www.rubikon.news/artikel/die-furcht-vor-der-freiheit

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