Die Antipeacemaker

von Rüdiger Lenz

In diesem Text unternehme ich den kleinen Versuch, klar zu stellen, was bestimmte Störer und Störgruppen antreibt, gegen Aufklärer von heute vorzugehen.

Vorangegangen ist mir der Impuls, diesen Text zu schreiben, eine Buchlesung in Koblenz, bei der ich nicht persönlich zugegen war, die mir aber in zweierlei Hinsicht im Internet aufgefallen ist. Zum einen wurde ich in einer Gruppe selbst angegangen, weil ich mich über die AntiFa als „SA der Neocons“ ausließ. Was pauschal betrachtet natürlich Unsinn ist. Und zum anderen weil es bei der Gruppe um eine Veranstaltung ging, in der der von mir geschätzte Hermann Ploppa aus einem seiner hochinteressanten Bücher selbst vorlesen wollte. Die Veranstaltung fand Anfang März 2018 in Koblenz statt. Auf eben diese Veranstaltung und den Diskussionen auf der Facebook-Seite von Hermann Ploppa bezieht sich mein Text.

Schon seit ein paar Jahren stören selbsternannte Gruppen, die mit dem Label der antifaschistischen AntiFa auf „Menschenjagd“ gehen und so gut wie jede alternative Sichtweise oder Lebensart massiv angehen. Diese Gruppierungen haben nichts mit tatsächlicher antifaschistischer Arbeit zu tun. Im Grunde genommen entsprechen die Menschen solcher seltsamen Gruppierungen sehr deutlich dem, was man in der speziellen Literatur der Psychologie über die Psychologie von Gewalttätern nachlesen kann. Verirrte Persönlichkeiten, die selbst in dieser Welt mit ihren Weltbildern nicht klar kommen und diese inneren Desintegrationen nach außen projizieren. Und zwar in Form von destruktivem Verhalten.

Solche Menschen schließen sich häufig Gruppen an, in denen sie ihre Legitimität in Rechtfertigungsstrategien wandeln, um ihre negativen Energien in Zerstörung abzuladen. Seelisch nackt betrachtet sind sie allesamt Gewalttäter, also in ihren Weltbildern „maladaptiv“ (ersatzbefriedigend) unterwegs, um sich selbst dabei in ihrer Wertigkeit zu erhöhen. Sie müssen sich oft auf destruktive Weise erhöhen, da ihnen durch ihre eigene Desintegration in der Gesellschaft keine anderen Mittel zur Verfügung stehen, um sich einen Bedeutungsgehalt abzuholen, der ihnen die Kaskade an Gefühlen spendet, die man einen „inneren Flow“ nennt: Glück im Leben, in der Liebe und in der Arbeit, um es ganz einfach zu formulieren.

Die Feindbilder, die solche Menschen stets selbst erfinden, dienen ihrer eigenen Erhöhung. Und wenn sie, meistens junge Menschen, diese „Tour de Flow“ länger für völlig normal halten, kann daraus ein Abhängigkeits- oder auch ein starkes Suchtverhalten manifestiert werden. Maladaptive Verhaltensweisen sind prädestiniert dafür, eine Sucht oder auch Abhängigkeit entstehen zu lassen. Sie lenken vom eigentlichen Problemlöser ab und setzen auf den kurzfristigen Erfolg. Lebenserfolg bekommen die meisten Menschen aus guten Beziehungen, einer sinnstiftenden Arbeit, und wenn sie es verstehen, wie sie dauerhaft Lebensqualität für sich und auch für andere liebgewonnene Menschen anhäufen können.

Daher: Behandelt diese Leute von Anfang an wie Gewalttäter. Also: Polizei benachrichtigen, Security vor Ort installieren, deeskalierend auf sie eingehen, oft auch, wie bei dieser Veranstaltung, der Lesung von und durch Hermann Ploppa, mit „paradoxer Intervention“ begegnen. Regeln stringent durchsetzen und Ruhe bewahren.

Das, was solche Täter unbedingt brauchen, ist eine „Täter-Umkehr-Politik“. Es muss ihnen gelingen, die eigenen inneren Ursachen ihres gewaltaffinen Verhaltens umzukehren, so dass sie ihre Opfer zu Tätern stilisieren können. Eine Strategie, die wir alle auch aus Kriegen kennen oder auch aus der Scheidungskultur. Diese Strategie ist die universelle Strategie von Gewalttätern ganz allgemein. Bei den Tätern finden wir sie als leicht durchschaubar wider, bei den Kriegstreibern hingegen bedarf es schon eines zuvor aufgeklärten Verstandes, um diese Strategie auch zu erkennen. Wir Alpha-Redner oder Schreiber, wir, die Veranstalter alternativer Lebensweisen oder Weltbildvermittler, wir allesamt dienen ihren kruden Feindbildvorstellungen! Wir sind Ihr Pool, aus dem sie ihre Legitimität zum destruktiven Handeln schöpfen und sich dabei vor ihrer Peergroup erhöhen, also in ihrem Weltbild legitimieren. Dazu wenden sie immer Bagattellisierungen ihres negativ aggressiven Verhaltens an, auf das man nach Möglichkeit nicht eingehen sollte!

Solange die innere Umkehrstrategie nicht wirklich vollzogen ist, was ja bei der Lesung anscheinend nicht gelang, können diese nicht destruktiv intervenieren. Professionellere Gewalttäter hingegen verhalten sich erheblich skrupelloser und übertragen Gewalt erheblich schneller.

Auch die sich selbst ernennenden Gruppen der antifaschistischen AntiFa haben solche Täter in ihren Reihen. Diese aber treffen sich erheblich „lieber“ im „offenen Gefecht“ auf größeren Straßendemos. Denn dort können sie viel unbehellichter und umfassender operieren. Hier findet dann auch beispielsweise der ungehemmte Übergang solcher Gruppen zum schwarzen Block statt. Die Anonymität, zum Beispiel in Newsgroups oder vermummt auf der Straße, gibt ihnen den Schutz, auch allein zu agieren — was deren Hemmschwelle, Gewalt anzuwenden, zu erhöhen hilft.

Da solche Störer aber schon zahlreiche Erfahrungen mit Opfern gemacht haben oder der Druck in der Gruppe Anerkennung zu erarbeiten groß ist, müssen sie auch im Kleinen vehement vorgehen. Sie müssen wahrgenommen werden, um in der Gruppe die Lorbeeren zu erhaschen. Die Mechanismen sind die gleichen wie bei einfachen „Halbstarken“, wie man sie früher nannte.

Der Faschismus ist eine komplexe und sehr umfassende Theorie. Um ihr etwas entgegenzusetzen, ist es nicht etwa bloß ein Fehler, gegen ihn mit Gewalt zu antworten. Es ist schlichtweg völliger Blödsinn, gegen ihn so vorzugehen. Echte Antifaschisten brauchen und haben ein gut funktionierendes Gehirn. Sie wissen, wie und wodurch der Faschismus zu schwächen ist. Man kann ihm nur intelligent begegnen, denn der Teufel steckt auch hier im Detail. Und das ist der Kapitalismus, den Antifaschisten Finanzkapitalfaschismus nennen.

Jeder, der ein gut funktionierendes Gehirn sein eigen nennt, sieht ihn derzeit in voller Blüte in der neoliberalen Theorie des Pentagon und der NATO-Streitkräfte, die den Kapitalismus erfüllen. Einen Hermann Ploppa bei einer Buchrede zu stören, hat nichts mit antifaschistischer Arbeit zu tun. Das gleiche gilt für alle solchen Kalibers, die sich dafür einsetzen, den neuen, gerade aufkommenden Faschismus sein Versteck zu entreißen. Solche, die derzeit in der Aufklärung dafür sorgen, dass man das Versteck des Teufels offenbart, sie möglichst Mundtod zu machen und den Veranstaltern die Hölle auf Erden zuzusichern, sind keine Antifaschisten.

Es sind Menschen, die nichts weiter als einfache Gewalttäter sind. Sie suchen sich dafür ein Versteck und legen sich einen Mantel der Mimikry zu. Und das ist derzeit für einige junge Menschen die AntiFa.

Wir, die wir persönlich von diesen Gewalthorden attackiert werden, sollten verstehen, dass es die echte AntiFa auch noch gibt. Sie wird nicht mit den beiden bekannten Fahnen der USA und ISrael auftreten. Denn für einen linken Antifaschisten ist das Wehen solcher Fahnen ein Fürspruch übelster Kriegstaten.

Links bedeutet auch immer, gegen imperiale Politik und gegen eine Politik zu sein, die andere unterdrückt. Das ist, neben den Marx’schen Thesen, die wichtigste Identitätsbindung für eine linkspolitische Ausrichtung. Faschismus bedeutet quasi a priori „bist du nicht willig und anderer Meinung, so breche ich dir die Knochen“. Wichtigste Regel: Ihr müsst dem Alpha seine Wirksamkeit durchbrechen. Und das gelingt nur, wenn ihr seiner Aufforderung zum Zweikampf nicht zustimmt. Das kann bis an die Grenzen eurer gesamten inneren Substanz und eurer Fähigkeiten gehen.

Noch eine Regel: Bei jeder Tat optimiert sich der Täter und die Gruppe stärkt dadurch ihre Legitimität. Gelingt der „Nichtkampf“ auf unserer Seite, optimieren wir uns also selbst, dann muss der Verursacher seine destruktive Energie intrinsisch, also in sich selbst lösen — was ihn zu einem Spiegel seiner inneren Unruhe macht.

Jetzt müsste tiefenpsychologisch interveniert werden, was aber der ungeübte Verteidiger und die ungeübte friedfertige Gruppe in der Regel nicht kann. Gelingt dies, beginnt der Täter das erste Mal mit einer Spaltung seiner Destruktivität, in dem er seine Paradoxie erkennt. Wenn hier jetzt keine Opferempathie transportiert wird, wird sich die Legitimität zur Destruktivität verfestigen. Das hat mit der Traumastruktur von Tätern zu tun und kann an dieser Stelle nicht weiter beschrieben werden. Es ist von enormer Bedeutung für ein friedliches Beenden solcher Situationen, dass der Täter seine intrinsische Motivation zur Tat emotional selbst erkennt. Und das geht nur Mithilfe einer professionellen Deeskalation vor Ort.

Solange die Strategie „Gewalt mit Gewalt begegnen“ die einzige Form ist, werden sich die Gewaltakte in Gruppen stärken und quasi an ihren Erfolgen nähren. Denn Gewaltantworten nähren den Täter und schwächen die Opfer. Daher ist Gewalt gegen Gewalt einzusetzen immer (a priori) das Stärken der Gewalt ganz allgemein. Daraus entsteht weitere Legitimität im Täter.

Das zu durchbrechen, vor genau dieser Aufgabe steht heutzutage die Aufklärung und auch die Arbeit echter Antifaschisten für eine Politik des Friedens, bei dem jeglicher Versuch, den Kapitalismus nicht in seine Schranken zu weisen, kläglich versagen wird.

Die Lösung dahin ist keine weitere politische Struktur, Partei oder eine linke Legislative — es ist der Umgang mit uns und unseren Gewaltpolen, die unsere Gesellschaft über die sogenannten Desintegrationsprozesse seiner Mitglieder selbst erzeugt. Politisch und gesellschaftlich betrachtet braucht es einen Wertewandel. Dieser kann, darf und soll seine Wertigkeit nicht in Öl und anderen Bodenschätzen vermitteln, sondern muss einzig im Menschen selbst sein.

Bist Du dafür bereit? Denn das wäre echter Antifaschismus.

Doch solange sich die linke und rechte Politik die Waage halten, sich gegenseitig ausspielen und ausnutzen, solange sich beide gegenseitig bedingen und in Wahrheit das System erhalten, in dem sie die Spieler bleiben, weil ansonsten die eigene Legitimität sich in Luft auflösen würde, solange braucht der Antifaschist den Faschisten in Persona und der Linke den Kampf aller Klassen.

Vernünftig ist das nicht.

Und genau deswegen braucht es zur Lösung dieses allumfassenden großen Problems keine neue Partei, keine neuen Sitzplätze im Parlament. Eher zeigt sie damit eine völlige Unkenntnis zur Lösung des großen Problems auf. Die Dämonen des Kapitals haben eine intrinsische, und keine, wie fast alle Aufklärer auch heute noch feststellen, extrinsische Natur. So ist dann auch der Finanzkapitalfaschismus bloß ein Label, das Legitimität verschafft. Ebenso wie einige Banken die Legitimität für das erschaffen von Fiat-Money haben. Weil der Glaube Berge verstehen kann, nicht aber, weil es wahr ist und das echte Problem auch wirklich löst.

Einer der wenigen anerkannten Ökonomen, der das verstanden hat, ist Tomáš Sedláček. Er schreibt: „Wenn Nationalstaaten die Fetische unserer Großväter waren, dann scheint der Fetisch unserer Zeit das Ökonomische zu sein (als ein gesellschaftlich hergestellter, hoch abhängig machender Bevollmächtigter für Glück und Freiheit)“.

Hierin verborgern liegen die echten realen Gründe für den Finanzkapitalfaschismus, für Krieg und für die Struktur der Täter, für Legitimität und Ursachen auch dessen, was der Analyst Ernst Wolff uns staunend vorführt.

Die Menschen, die unsere tiefsten Antriebe lesen und erkennen können, sind rar gesät. Denn das Plakative scheint wie der mächtigste Magnet zu sein. Mächtiger als der Nordmagnet. Doch für unsere Entscheidungen ist das fatal, denn es führt uns direkt in das Spiel aller Spiele hinein, das wir das Spiel umschreiben und es einen Ausweg nennen.

Doch es ist kein Ausweg, sondern ein Vergrößern des Spiels: Divide et impera.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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8 Kommentare zu: “Die Antipeacemaker

  1. Lieber Rüdiger,

    zunächst zwei Anmerkungen zum Text:
    „was deren Hemmschwelle, Gewalt anzuwenden, zu erhöhen hilft.“
    Meintest Du „herabsenken“?

    „was der Analyst Ernst Wolff uns staunend vorführt.“
    Nein, ich glaube nicht, dass Herr Wolff staunt ;o) aber es macht einen staunen darüber, was man vorher so alles nicht gewusst hat; das stimmt schon.

    Du meinst also, diese Antifanten sind auch nur Bullies, nur diesmal mit Parole? Das selbe Muster?

    Liebe Grüße und Frieden
    waldbaer

  2. In diesem spezielen Fall widerhole ich sehr gerne, was ich andernorts schon mal über den gekauften neubraunen Ha$$&Hetzer-Horden der ANTIFA-Psychopathen gesagt habe:

    Der neue Faschismus wird nicht sagen:“Ich bin der Faschismus“ Er wird sagen: „Ich bin der Antifaschismus“
    Ignazio Silone.

    Die neuen Faschisten stehen links und bedienen sich mittlerweile der gleichen Methoden wie ihre Braunen Ge$innungs-Brüder von 1933.

    SCHWARZ+ROT=BRAUN. Und nicht „BUNT“!

    An ihren Farben und Früchten könnt ihr sie erkennen:

    https://neorepo.files.wordpress.com/2017/08/mob-gang-thugs_supression-of-liberty.png?w=1088&h=9999

    https://neorepo.wordpress.com/2017/08/21/1930s-1940s-nazis-brown-shirts-communists-antifa-night-of-the-long-knives/

    ANTIFA, Linke Gewalttäter, Dauerkiffer, Alkoholiker, Muttersöhnchen und arbeitslose Versager sowie A-Sozialschmarotzer, die auf Staatskohle die Anarcho-Revoluzer mimen, um ihr erbärmliches von Selbsthass zerfressenes Ego aufzupolieren!

    Linke Gewalttäter: Muttersöhnchen, Arbeitslose und gescheiterte Existenzen

    Bei der Abteilung „Verfassungsschutz“ der Senatsverwaltung für Inneres und Sport wird seit Jahres etwas besonders Interessantes erstellt: Ein Bericht über die linke Kriminalität, linke Gewalttaten und die entsprechenden Kriminellen. Im Gegensatz zu Heiko Maas, der seine Trägheit ganz offensichtlich nur überwinden kann, wenn man ihm die Worte „rechter Hass“ als Anreiz setzt, wird in Berlin Statistik über die linken Kriminellen geführt, die für sich reklamieren, politisch motivierte Straftäter zu sein und doch nichts anderes sind als gewöhnliche Kriminelle.

    Der Bericht ist mit „Linke Gewalt in Berlin“ überschrieben und listet Straftaten auf, die „(1) den demokratischen Willensbildungsprozess beeinflussen sollen, der Erreichung oder Verhinderung politischer Ziele dienen oder sich gegen die Realisierung politischer Entscheidungen richten, (2) sich gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung [beim Berliner Verfassungsschutz kennt man sie noch!], den Bestand und die Sicherheit des Bundes und der Länder richten … (4) gegen eine Person gerichtet sind wegen ihrer politischen Einstellung, Nationalität, Volkszugehörigkeit, Rasse, Hautfarbe, Religion; Weltanschauung, Herkunft oder ihres äußeren Erscheinungsbildes …“.

    Kurz: Die Berliner Verfassungsschützer sammeln Straftaten, die von Linken begangen werden, um ihre ideologische Gesinnung, die sie für so überlegen halten, dass man Personen und Gegenstände, die die Gesinnung nicht teilen, schädigen oder beschädigen muss, durchzusetzen. Straftaten wie: elf versuchte Morde und zwei versuchte Totschlagdelikte, 423 Fälle der gefährlichen Körperverletzung (also der Körperverletzung unter Benutzung z.B. eines Gegenstands, einer Stange, eines Messer usw.) 445 Fälle schweren Landfriedensbruchs, 382 Brandstiftungen oder besonders schwere Fälle der Brandstiftung. Insgesamt haben die Verfassungsschützer in Berlin für den Zeitraum 2009 bis 2013 5.371 Straftaten gezählt, die von Linken begangen wurden, um die Überlegenheit der linken Ideologie zu beweisen. Unter diesen 5.371 Straftaten sind 1.523 Gewaltdelikte.

    Für 1.041 der 1.523 Gewalttaten haben die Verfassungsschützer Informationen zu den Tatverdächtigen. Für 974 Fälle wurden durch die Polizei 873 Tatverdächtige gefasst, was zeigt, dass der Anteil der Mehrfachtäter unter linken Gewalttätern mit 6,2%, die zweier Straftaten verdächtig sind und 2,1%, die zweier oder mehrer Straftaten verdächtig sind, recht hoch ist, so dass man von einer kriminellen Subkultur sprechen muss, wie sie in den Arbeiten von Cohen (1955) oder Wolfgang und Ferracuti (1967) beschrieben ist.

    Ein Blick auf die sozialstrukturelle Verortung der Mitglieder dieser kriminellen Subkultur ergibt das folgende Bild:

    84,4% der Tatverdächtigen (N = 873) sind männlich, 15,6% weiblich.
    Die Mehrzahl der Tatverdächtigen ist volljährig und dem Jugendstrafrecht (bis 21. Jahre) entwachsen: 35% (N= 306) der Tatverdächtigen gehören in die Altersgruppe der 21- bis 24-Jährigen, 18% (N = 157) in die Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen, 12% (N = 105) in die Altersgruppe der 30- bis 34-Jährigen, je 4% (N = je 35) in die Altersgruppen der 35- bis 39-Jährigen bzw. der 40- bis 49-Jährigen, ein Prozent der Tatverdächtigen war zum Zeitpunkt der Straftat 50 Jahre oder älter. 26% der Tatverdächtigen (N = 227) waren zum Tatzeitpunkt zwischen 15 und 20 Jahre alt.

    Niedrigere Fallzahlen (N = 119) liegen zur Wohnsituation, zu Bildung und Erwerbstätigkeit der linken, tatverdächtigen Gewalttäter vor. Entsprechend geben die Ergebnisse eine generelle Tendenz.

    16% der Tatverdächtigen hatten zum Tatzeitpunkt keinen Schulabschluss;
    17% der Tatverdächtigen hatten zum Tatzeitpunkt einen Hauptschulabschluss;
    38% der Tatverdächtigen hatten zum Tatzeitpunkt eine mittlere Reife;
    29% der Tatverdächtigen hatten zum Tatzeitpunkt ein Abitur;

    34% der Tatverdächtigen waren zum Tatzeitpunkt arbeitslos;
    27% der Tatverdächtigen waren zum Tatzeitpunkt Schüler oder Studenten;
    20% der Tatverdächtigen gingen zum Tatzeitpunkt einer Arbeit nach;
    19% der Tatverdächtigen hatten zum Tatzeitpunkt einen Ausbildungsplatz;

    92% der Tatverdächtigen lebten bei Ihren Eltern.

    Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung sind linke Gewalttäter somit eine soziale Negativauswahl. Der Anteil der Arbeitslosen unter linken Gewalttätern ist deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung, das formale Bildungsniveau unter linken Gewalttätern ist deutlich geringer als in der Gesamtbevölkerung und die Fähigkeit auf eigenen Beinen zu stehen, ist unter linken Gewalttätern nicht sonderlich entwickelt.

    Aus soziologischer Sicht muss man linke Gewalttäter somit als Personen ansehen, die mindestens eine Entwicklungsleistung, die auf dem Weg zum Erwachsenen zu erbringen ist, nicht erbracht haben. Sozialpsychologisch muss man daraus schließen, dass sie über keine entwickelte personale Identität verfügen, vielmehr beim Versuch, sich als eigenständige Persönlichkeit zu inszenieren, gescheitert sind und nunmehr eine linke Surrogatexistenz leben, deren wesentliches Element darin besteht, das eigene gesellschaftliche Scheitern zu erklären, zu erklären, warum Klassenkameraden und Kommilitonen einen guten Schulabschluss und eine einträgliche Arbeit gefunden haben und selbständig zu leben im Stande sind, zu erklären, warum Kommilitonen bessere Leistungen an der Hochschule erbringen, zu erklären, warum man im sozialen Vergleich mit anderen so schlecht abschneidet.

    Wenig überraschend finden die linken Gewalttäter die Entschuldigung für ihr Scheitern bei der Ideologie, die darauf setzt, menschliches Versagen zur Grundlage des Staatsaufbaus zu machen und die Versager, oder euphemistisch: Nicht-Leistungsfähigen auf Kosten der leistenden Mehrheit durchzufüttern: Sozialismus. Kampf gegen Antifaschismus, Antiimperialismus, Kapitalismus und die Verteilung gesellschaftlicher Ressourcen stehen als Begründung für Brandstiftungen, Körperverletzungen und sonstigen Gewalttaten ganz oben auf der Agenda. Der Versuch, der misslungen Bildung einer personalen Identität, die soziale Identität eines sozialistischen Robin Hoods zu geben, er ist offensichtlich, so offensichtlich wie die Tatsache, dass die linken Gewalttäter keine Kämpfer für Freiheit und Menschenrechte sind, sondern mehrheitlich Muttersöhnchen, die im sozialen Vergleich mit ihrer Umgebung hinter dem Durchschnitt zurückbleiben. Und man muss sich fragen, hinter welchen Normalitätsanforderungen die Erziehungsleistungen von Eltern und sozialen Institutionen im Zusammenhang mit linken Gewalttätern zurückgeblieben sind, so wie man sich fragen muss, ob man linken Gewalttätern, die die Allgemeinheit schädigen, nicht u.a. das Kindergeld streichen soll, das sie bis zum Alter von 27 Jahren beziehen.

    Literatur

    Cohen, Albert (1955). Delinquent Boys. Glencoe: Free Press.
    Wolfgang, Marvin E. & Ferracuti, Franco (1967). The Subculture of Violence. Toward an Integrated Theory in Criminology. London: Tavistock Publications.

    https://sciencefiles.org/2016/05/05/linke-gewalttaeter-muttersoehnchen-arbeitslose-und-gescheiterte-existenzen/

    • @justZen sagt: 11. März 2018 at 10:10 Zitat: „und an diesen simpel zu dekonstruierenden ‚kontextverschnitt traut sich niemand heran?“

      Wieso dekonstruierst du den „Kontextverschnitt“ nicht selber und widerlegst einfach anhand deiner eigenen Erfahrungen und Ansichten die Erkenntnisse des Autors?
      Mach mal selber…
      Jetzt bin ich mal gespannt (popcornhol-raschell)

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