Die Bärensuppe: Bastian Barucker – Leben in der Wildnis

Kaum einer kennt sich noch mit dem Leben im Wald aus. Nur wenige wissen, welche Pflanzen, Pilze und Insekten essbar sind und welche Kräuter bei welcher Krankheit helfen können. Ein Feuer ohne Streichhölzer anzufachen oder aus Ästen, Moos, Blättern und Zweigen ein Nachtlager zu bauen, scheint als Aufgabe unlösbar. Der Geruch … Wie riecht der Wald?

Kaum einer kann die Laute der Vögel und Tiere, die Spuren, die sie am Waldboden und an den Bäumen hinterlassen, auseinanderhalten. Die Natur ist dem modernen Menschen fremd geworden. Die Menschen beendeten vor etwa 10.500 Jahren ihr Dasein als Jäger und Sammler. Sie entdeckten den Ackerbau, kultivierten Böden und Wildpflanzen, wurden sesshaft und bauten Siedlungen auf. Die Lagerhaltung wurde erfunden, die Nahrungsversorgung langfristig gesichert. Die mühsame Suche nach Essen war vorbei. Es entstanden Dörfer, Städte, Klassen, Religionen und Herrschaftsdynastien. Hochkulturen bildeten sich heraus und gingen wieder unter. Der Mensch blieb in Gemeinschaft und entfaltete seine Kreativität. Er entdeckte Astrologie und Philosophie, erfand Geld, Banken, Versicherungen und Religionskriege, Hexenverfolgung, Supermärkte und Onlineshops.

Der Homo sapiens ist heute ein gezähmtes Stadtwesen. Seinen natürlichen Lebensraum nennt er ängstlich Wildnis und den Dschungel aus Beton und Empathielosigkeit, in dem er lebt, liebevoll Zivilisation. Doch das Leben in und mit der Natur ist weit weniger feindseelig, als man denken mag. Zumindest dann, wenn man es kennt – das Leben in der Wildnis. Bastian Barucker kennt es. Er ist Überlebenstrainer, Archäotechniker und Wildnispädagoge.

Bilbo Calvez hat ihn für das Projekt „Die Bärensuppe“ interviewt. Sie sprach mit ihm u.a. über das Verhältnis des modernen Menschen zur Natur, die Bedeutung von Ehrlichkeit, um als Gruppe in der Wildnis zu überleben, und die Macht des Hungers.

Text von Gunther Sosna/ Neue Debatte.

≈ ≈ ≈
Weiterführende Links: http://www.wildnisschule-waldkauz.de

≈ ≈ ≈
Weitere Infos über den Werdegang der Bärensuppe findet ihr hier:

http://:baerensuppe.berlin
https://www.facebook.com/groups/14326…
https://youtu.be/2i36j75Ryvk https://youtu.be/JoilktFNafk

≈ ≈ ≈
Bitte abonniert den Kanal um auf dem Laufenden zu bleiben:
https://www.youtube.com/c/bilbocalvez

≈ ≈ ≈

Spendekonto
Bilbo Calvez
TRIODOS BANK
IBAN DE61 5003 1000 1042 8230 03
BIC TRODDEF1XXX

≈ ≈ ≈
Bitcoins: 1Dr36Wm8Ai5fVtVNkxzCV4KxynJKwAUPam

≈ ≈ ≈
Paypal
https://paypal.me/bilboc

≈ ≈ ≈
© Bilbo Calvez
http://www.bilbo.calvez.info

+++

Alle Beiträge von KenFM sind ab sofort auch auf der KenFM App verfügbar: https://kenfm.de/kenfm-app/

29 Kommentare zu: “Die Bärensuppe: Bastian Barucker – Leben in der Wildnis

  1. Ein super interessanter Beitrag. Einer der besten auf KenFM. Mich beeindruckt insbesondere die Ehrlichkeit von Bastian. In extremen Situation, wie z.B. in der Wildnis zu leben, wächst der Mensch über sich hinaus. Das merkt man ihm an. Von mir aus könntet ihr noch ein paar Videos mit ihm machen über andere Themen.

  2. Ich würde gerne kurz hervorheben, um was es m.A.n. Herrn Barucker im Kern geht.

    Sich selbst als Teil dieses Planeten wieder zu entdecken und respekt- und würdevoll damit umzugehen.

    Herr Barucker scheint Menschen dazu anzuregen, darüber nachzudenken, wie all der sog. Komfort hier bei uns zustande kommt.

    Gedanken sind der Anfang von Taten.

    Die vegangen Mitmenschen sind gedanklich einfach schon einige Schritte weiter als wir restlichen und sie haben diese Art sich zu ernähren bereits erfolgreich in Ihren Alltag integriert.

    Die Frage sollte also nicht lauten, warum Herr Barucker ein von einem Jäger getötetes Tier mit den Menschen zerlegt hat, sondern ob es möglich ist, unser aller Energiebedarf heute auf fleischlose Art zu decken. Falls dem so ist, ist die Frage mehr als berechtigt, warum dann noch Tiere töten…

    Wie bei den meisten guten Dingen, steht dem allerdings leider unsere Geldwelt mit der Profitgeschichte im Weg.

    Sollten wir es endlich mal schaffen, den Scheiß mit dem Tausch zu überwinden, dann kann ich mir vorstellen, dass wir die meisten Probleme aus der Welt schaffen können.

    Bleibt friedlich…

    Ich

  3. „Zurück zur Natur“ ist schön und gut. Aber es heißt auch „zurück zur eigenen Natur“. Uns ist ein natürliches Tötungs- Tabu eingeboren. Mental gesunde Kinder müssen erst gezwungen werden, beim Töten zuzuschauen, sie wenden sich sonst instinktiv davon ab. Es ist ein schreckliches Erlebnis für sie. Und ich halte gar nichts davon, diese natürliche Hemmung vor dem Blutvergiessen immer wieder von Neuem zu durchbrechen. Wo das hin geführt hat, sehen wir doch alle. Es hat keinen Sinn, „die Rolle rückwärts zu machen“, wie Heike schon sagte. Dann beginnt der gleiche Teufelskreis nur wieder von vorn. Es ist ganz einfach zu verstehen. Warum trotz aller gegenteiliger Einsichten und Beweise immer wieder so hartnäckig auf dieser Notwendigkeit bestanden wird, darüber mache ich mir seit Jahrzehnten Gedanken.
    Ich erkenne das Tiere-Töten als Überlebenspraxis nicht an. Ein Leben, dass auf Blutvergiessen basiert, halte ich gar nicht für lebenswert.

    • „Enttäuschung“ schrieb: „… und ich möchte in einer Welt, wo angeblich Blut vergossen werden muss und gewaltsam empfindsamen Lebewesen das Leben geraubt wird, um weiter zu leben, gar nicht überleben! Wozu denn?“

      Diesem Satz kann ich nur aus vollem Herzen zustimmen.
      Würden wir nicht von klein auf daran gewöhnt, Tiere und aus ihnen gemachte Produkte zu essen, zu verwerten, und würde die damit verbundene Grausamkeit uns stets und ständig vor Augen geführt, ich bin sicher, dass der größte Teil der Menschen dies vermeiden würde.

      In unseren Breiten findet definitiv kein Überlebenskampf an der Fleischtheke statt – hier MUSS niemand diese Brutalität für sein Überleben in Kauf nehmen, jeder hat die Wahl, kann sich entscheiden. Ich kann mir nicht helfen, aber wenn der Sinn und Zweck des „Waldabenteuers“ darin besteht, in erster Linie zu lernen, wie man Tiere tötet und verwertet, dann kann ich darin nichts Positives sehen. Wo ist die viel besungene Naturverbundenheit, wenn man sich gleichzeitig mit Gewalt von einem Teil genau dieser Natur trennt, indem man es tötet? Wenn es, wie Herr Barucker schreibt, ansonsten nicht möglich wäre, im Wald, in der Wildnis zu überleben, dann ist das doch wirklich keine positive Erfahrung mehr?! Also, ich muss das nicht haben, kann mir auch kaum vorstellen, dass da viele ethisch bewegte Veganer teilnehmen, die dann mal so einfach alle ihre erkannten moralischen Beweggründe über Bord werfen und „total einsehen, dass das jetzt halt mal nicht anders geht ….“

      Bezeichnend ist doch auch, dass die Tiere gar nicht selbst von der Gruppe getötet wurden, sondern von einem Jäger, und dass sie „nur“ noch den Rest erledigen mussten. Da wird die natürliche „Tötungshemmung“ schon mal nicht getriggert, das Tier war ja schon tot – so wie man das kennt – da muss man sich dann das Gewissen nicht allzu schwer machen, oder?

      Ich hatte geschrieben, dass ich nicht wissen kann, ob ich in Ausnahmesituationen fähig wäre, ein Tier zu töten und zu essen, ich kann nur aus einer relativen „Komfortzone“ heraus denken und fühlen, würde aber vermutlich eher neben einem Kaninchen verhungern, als dass ich ihm etwas antun könnte.

      Heike

    • Ja, mir fiel da eben nur noch dieser weise Spruch von Einstein ein: „Probleme kann man niemals mit der selben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind. Mit anderen Worten: wir können uns jetzt auch nicht mehr rückorientieren an unseren Vorfahren. „Phantasie ist wichtiger als Wissen, weil Wissen immer begrenzt ist“. Das ist auch von Einstein.

  4. Liebe Zuseher des Beitrags, ich habe gar nicht mitbekommen, dass es so viele Diskussionspunkte zu dem Beitag gab. Leider ist die angegeben Webseite gerade nicht voll funktionsfähig und deshalb weise ich auf die meiner Wildnisschule hin: http://www.wildnisschule-waldkauz.de
    Ich bin erstaunt von all der eher abwertenden Kritik, aber nehme sie auch gerne auf und hinterfrage mich und meine Ansichten. 4h Arbeit am Tag sind kein Mythos sondern wissenschaftliche Feldforschung gewesen. „The Original Affluent Society“. Ja, ich habe mich getraut dass Thema Ernährung anzusprechen, aber keine Veganer diffarmiert und möchte gerne darauf hinweisen, dass ich es wichtig finde über diese Themen zu sprechen. Übrigens geht es beim Verzehr von Tieren in der Wildnis nicht haupstächlich nur um das Fleisch, sondern die 100.000 Kalorien des Fettes. Ich kenne auch „Wir essen uns zu Tode“ und habe jedoch viele Monate in der Wildnis vebracht und erlebt, was Monate mit Kalorienmangel ausmachen, nämlich den schleichenden Tod. Ich freue mich über gesicherte Erkenntnisse von Jäger und Sammlern, die sich vegan ernährt haben, denn das ist mein Forschungsgebiet. Und worum es in meiner Arbeit geht ist etwas sehr positivies eine tiefe, gefühlte und intime Beziehung zur Erde und ihrer Lebewesen. Nicht WIssen oder kognitive Aspekte, sondern ein Gefühl, welches nur durch intensiven und erfahrungsbasierten Kontakt möglich ist. Mit so einer Verbundenheit würden Entscheidungen in allen Bereichen nachhaltiger getroffen und darum geht es mir. Ein Mensch, der wirklich in die Natur geht, beginnt auch seine Natur zu entdecken, zu fühlen. Das ist in der heutigen Zeit wichtig und elementar, da wir Natur sind. In unserer Waldgemeinschaft lernten wir offen und ehrlich zu sein, aber auch mit Respekt zu sprechen und eher fragend zu bleiben als Vermutungen und Unterstellungen zu äußern. Das ist auch mein Wunsch für die hier stattfindende Unterhaltung.
    Einen schönen Abend
    Bastian Barucker

    • Was mir an Ihrer Rede z.B. gar nicht gefallen hat, dass Sie den Schmerz, den Menschen über das Blutvergiessen natürlicherweise empfinden, als etwas hinstellen, was man „überwinden“ solle oder müsse. Ich sehe das genau umgekehrt. Unsere natürlichen Gefühle, mit denen wir unverbildet auf die Welt kommen, sind unser sicherster Wegweiser dafür, wohin die Reise der Menschheit gehen sollte, wenn wir mit dem Kriege-Führen aufhören wollen. Und wer möchte das nicht? Wenn ich jetzt die Abneigung und das Grausen vor so einem blutigen Gewaltakt einübe, zu verdrängen, dann tue ich mir und der Welt alles andere als etwas Gutes. Das ist meine Sicht der Dinge und ich möchte in einer Welt, wo angeblich Blut vergossen werden muss und gewaltsam emfindsamen Lebewesen das Leben geraubt wird, um weiter zu leben, gar nicht überleben! Wo zu denn?

    • Und ich glaube Ihnen ehrlich gesagt nicht, dass Sie das selber wirklich glauben, dass Pflanzen Schmerz und Todesangst genauso stark empfinden wie die hoch empfindsamen Tiere, die Menschen für ihre Ernährung töten.
      Man kann mit irgendeiner „Wissenschaft“ heute alles mögliche „beweisen“, wenn es denn einem lukrativen Zweck dient. Und ich erlebe in meinem eigenen Leben z.B., dass die Fleischesser überhaupt mit Pflanzen(z.B. mit Bäumen) eher noch viel weniger Mitgefühl haben, als mit Tieren. Ich habe einmal einen Nervenzusammenbruch erlitten, nachdem ich durch eine Allee gefahren bin, wo jeder einzelne Baum bis zur Unkenntlichkeit beschnitten war. Wer sich „überwunden“ hat, ohne schlechtes Gewissen Tiere zu töten, der braucht sich dann erst recht nicht mehr überwinden, gefühllos Bäume zu Krüppeln zu schneiden. So herum ist es in Wahrheit!

    • Und warum haben denn die Wüstenwanderer von Frau Schatalova bei ihren Strapazen kein Tierfett gebraucht und damit immer so viel besser abgeschnitten als dienigen, die dabei Tierfett zu sich nahmen?
      Und warum geht es mir so viel besser, seit ich kein Tierfett mehr zu mir nehme?
      Außerdem sprachen Sie tatsächlich von Proteinen, wenn ich mich recht erinnere und nicht von Tierfett.

  5. Hier werden außerdem völlig falsche Annahmen miteinander verknüpft und als gültige Realität hingestellt. Erstens dass diese vergleichsweise zur Urzeit verkümmerten letzten Reste an Wald, die heute noch in der Welt zu finden sind- vor allem in Deutschland – „Germanien“ war sogar vor nicht allzu langer Zeit noch ein einziger Wald- als Lebensraum und Ernährungsmöglichkeit unserer frühen Ahnen angenommen wird. Das kann man gar nicht vergleichen. Oder dass ganz selbstverständlich angenommen wird, dass die Urmenschen tatsächlich so gelebt haben, wie man sich das heute -nach mindestens 10 000 Jahren -zusammen reimt. Drittens -und das ist die große Lüge der heutigen industrieabhängigen orthodoxen Ernährungsforschung – die Überbewertung, ja Falschbewertung des tierischen Proteins für unsere Ernährung. Heike hat es schon angedeutet mit dem Beispiel der Elefanten. Es gibt aber endlos viele Beispiele aus der Säugetierwelt -der Mensch ist ja auch eins- dafür, dass das tierische Protein überhaupt nicht benötigt wird, um zu überleben und dass ganz im Gegenteil die größten, stärksten und widerstandsfähigsten Tiere reine Vegetarier sind. Diese Schieflage in der Betrachtung der Proteine ist von echten Ernährungsforschern schon lange klar gestellt worden. Es ist ja sogar im Gegenteil so, dass es die tierischen Proteine sind, die vom menschlichen Organismus viel schwerer verarbeitet werden und Ablagerungen darin bilden und dadurch Krankheiten generieren. Ich hatte darüber bei dem „Ess“- Artikel schon geschrieben. Es wurden Anfang des 20. Jahrhunderts andere, viel realistischere Formen von Überlebenstrainings veranstaltet. Nämlich große Test- Wanderungen – u.a. durch Wüsten- wo die Hälfte der Teilnehmer ausschließlich pflanzlichen Proviant dabei hatten und mit Abschnitt in Bezug auf ihr Durchhaltevermögen und den Zustand ihres Organismus NACH den Wanderungen ausnahmslos mit Abstand am besten abschnitten(„Geheimarchiv der Ernährungslehre“, Dr. Ralph Bircher und „Wir fressen uns zu Tode“ Galina Schatalova). Die Annahme, Mensch bräuchte zum Überleben tierische Proteine, ist eine Zwangsvorstellung. Überhaupt existiert in der alt-hergebrachten,bezahlten Ernährungsforschung von Anfang an ein Kalorienwahn. Wer darüber genau informiert werden will, dem empfehle ich den Artikel „Der große Eiweiß-Mythos“ in John Robbins Buch „Ernährung für ein neues Jahrtausend/Diet for a New America“. Es ist in Wirklichkeit geradezu ein Kunststück für die Ernährungsforscher, eine Ernährung zusammenzustellen, die Eiweißmangel erzeugt. Wohingegen viele sog. „Zivilisationskrankheiten“ , u. a, Osteoporose, ihren Ursprung in einem Zuviel an (tierischen) Proteinen haben. Wie gesagt, wer’s nicht glaubt, der lese und denke mal selber richtig nach, vergleiche einfach mal alle vorhandenen Fakten. Zum Beispiel auch die Parallelität der Häufigkeit von bestimmten Krankheitsvorkommen in den Ländern mit hohem Eiweißkonsum im Vergleich zu denen mit weniger (teirischem)Eiweißkonsum.

    Und dass Veganer plötzlich ein Einsehen in die Notwendigkeit des Tierverzehrs und des angeblich notwendigen Blutvergiessens haben, wenn sie da mit Herrn Barucker in einem Wald sitzen, kann ich nicht glauben. Ich kenne solche Veganer jedenfalls nicht. Ich denke, echte Veganer nehmen an so einer Kitsch-Veranstaltung gar nicht erst teil.

  6. Schöner Beitrag, Danke.
    Auch wenn die meisten Menschen nicht so leben wollen oder können.
    Ich finde es gut, man weis ja nie was einem widerfährt, wenn man zumindest ein, zwei Tage in der „Wildnis“ zurecht kommt.
    Viele bekommen ja schon Panik, wenn mal für ein paar Stunden der Strom weg ist oder man in seiner Nähe keine Toilette hat.
    Das mit dem Feuer machen, werde ich mal probierten.

  7. Erwartungsgemäß hat dieses Interview bei mir ambivalente Gefühle ausgelöst; der Grund dafür dürfte sich rasch aus meinem Nickname ableiten lassen ;-). Es erging mir da ähnlich wie Bilbo.

    Zunächst konnte ich mich dem Argument nicht entziehen, dass man, im Wald lebend, als Veganer (Vegetarier geht gar nicht erst, denn woher sollten Käse, Milch und Eier kommen??) schlechte Karten aufgrund des Kalorienmangels hätte. Andererseits gibt es pflanzenfressende Tiere, die ein Vielfaches an Kalorien benötigen (ich denke da exemplarisch an Elefanten). Mit diesem Thema könnte man sich jetzt weiter beschäftigen, Frage ist aber: Wozu?

    Das bringt mich zu meinen weiteren Überlegungen: Welchen Sinn hat es, im Wald ein Überlebens-Training zu absolvieren, außer vielleicht die Nähe zur Natur zu erleben, dem urbanen Stress zu entfliehen und bisher unbekannte Erfahrungen zu sammeln? Abenteuerurlaub also, oder?
    Schließlich hat man ja immer sein „Backup“ im Rücken. Außerdem hätte ich persönlich enormen Stress, wenn ich ein Tier töten müsste, so dass das ganze schöne, romantische Natur-Feeling mal gleich wieder verschwunden wäre.

    Nein, ich weiß natürlich nicht, wie ich reagieren würde, wenn ich „wirklich“ Hunger hätte. Ich kann nicht ausschließen, dass ich dann, wenn ich könnte, ein Tier töten und essen würde, kann es mir aber aus meiner aktuellen Lebenssituation und inneren Haltung heraus nicht vorstellen. Dazu kommt, dass ich in fortgeschrittenem Alter (Ü50) auch nicht so sehr an meiner irdischen Existenz hänge, als dass ich diese, koste es WEN es wolle, zwanghaft verlängern wollte.

    Mir ist beim Schreiben dieser Zeilen durchaus bewusst, dass ich dies jetzt nicht mit letzter Sicherheit wissen kann und dass eine entsprechende Situation erst zeigen würde, ob diese Haltung von Bestand ist, insofern muss das jetzt nicht diskutiert werden.

    Zum Sinn oder Unsinn mag man einwenden, dass man im Fall der Fälle wisse, wie man überleben kann. Ist das so? Glaube ich nicht.

    Stellen wir uns vor, morgen ist hier „Schichtende“ und ein Leben in den Städten nicht länger möglich. Und dann? Alle ab in den Wald? In welchen denn? So viele gibt es gar nicht, in die sich Millionen Menschen flüchten könnten. Außerdem wäre dann auch Schluss mit Idylle, Stille und Harmonie im Wald ;-). Soviel „Wildnis“ und „Wild“, die nötig wären, gibt es ganz einfach nicht, und somit erübrigt sich ein solches Training.

    Zu dem Thema „Pflanzen sind auch Lebewesen und daher ist es egal, ob ich ein Tier oder eine Pflanze töte“ habe ich eine gänzlich andere Auffassung.

    Pflanzen besitzen kein Zentralnervensystem und sind nicht fähig, Schmerz zu empfinden (dies allen pseudowissenschaftlichen Studien zu Trotz, die Gegenteiliges behaupten). Der Schmerz hat naturgemäß die Aufgabe, Lebewesen vor Schaden zu bewahren. Da Pflanzen aber nun einmal nicht weglaufen können, ist es evolutiv betrachtet völlig sinnlos, dass sie so etwas wie ein Schmerzempfinden entwickeln.

    Niemand wird mich je davon überzeugen können, dass das Ernten eines Salatkopfes ein auch nur im Ansatz vergleichbares Geschehen wäre wie das gewaltsame Töten eines Tieres (dies beziehe ich jetzt auf das sog. zivilisierte Leben, nicht auf das Überleben im Wald – obwohl sich meine Empfindungen dazu dann auch nicht ändern würden).

    Und abschließend ist es aus meiner Sicht auch nicht sinnvoll, die Rolle rückwärts zu machen. Ja, Naturverbundenheit fehlt uns allen, aber ist „back to the roots“ wirklich eine Option? Wollen wir tatsächlich auf die Vorteile fester Häuser und fließenden Wassers verzichten? Ehrlich gesagt: ich nicht. Ein besseres Verhältnis Natur-Zivilisation halte ich für wünschens- und erstrebenswert, unbedingt sogar, aber ich sehe mich definitiv nicht in der Rolle des „Jägers und Sammlers“ (auf die gendermäßig korrekte Formulierung verzichte ich hier – und auch sonst – bewusst und gerne ;-)).

    Heike

    • Der Rangunterschied zwischen Tier und Mensch(wir sind ja auch Säugetiere) ist künstlich und mit Gewalt hergestellt worden. Wer, um nicht zu hungern, eine Gewalttat begeht, das Blut eines Tieres verrgiesst, warum sollte der nicht auch das eines Menschen vergiessen? Wahrscheinlich tut er das nur dann nicht, wenn er die entsprechenden Sanktionen zu befürchten hat. Und so war es ja auch. Es gab ja Menschenfresser. Aber da macht der Fleischesser einen Riesenunterschied, wobei der zwischen Tier und Pflanze in seiner Wertung nicht vorhanden sein soll. Wie heuchlerisch!

    • Das sehe ich auch so – (Über)Leben in der Wildnis als Nomade ist weder für mich persönlich noch für die Mehrheit der Menschen heute eine Option. Da ist es sogar noch realistischer, dass unserer Spezies eine politische vernünftige Revolution gelingt. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

  8. Wenn ich das Interview geführt hätte, hätte ich vor allem mal gefragt, was diese Leute dem Wald denn eigentlich zurück geben für seine „Geschenke“. Ich sehe hier nicht die kreative neue Lebensschöpfung, die jetzt notwendig ist. Zurück zur Natur ist klar. Aber nicht so, wie die Menschheit es seit zigtausend Jahren getan hat mit dem Ergebnis, was wir heute haben. In seinem Buch Food-Revolution schreibt John Robbins z.B. an einer Stelle über ein Projekt einer Hilfsorganisation irgendwo in Afrika(ich müsste es nochmal raussuchen), wo die Menschen angeleitet wurden, rings um ihre Behausungen kleine Gärtchen anzulegen mit einer Auswahl nährstoffreicher Pflanzen von denen sie gut überleben können. Menschen können z.B. auch lernen, die legendäre „schwarze Erde“, die besonders fruchtbar ist, selber herzustellen und so gibt es zahlreiche Mittel und Methoden, wie man im Austausch mit Mutter Erde gut leben kann. Man kann Sträucher und Bäume selber pflanzen, es gibt sogar heute Systeme, wie man auf gesunde Weise ohne Gifte Regen in die Wüste bringen und sie fruchtbar machen kann.
    Ich kann nicht an ein Leben glauben, wo der Mensch nur immer der Nehmende ist und die übrige Natur immer nur die Gebende. Wir haben jetzt lange genug unsere Rechnungen ohne den Wirt gemacht, bzw. ohne die Wirtin.
    Mir ist gar nicht wohl bei dem Gedanken, dass jetzt die wenigen halbwegs noch intakten Wälder, die es überhaupt noch gibt, von Menschen heimgesucht werden, die darin üben wollen, wie nach ihrer Vorstellung die Frühmenschen gelebt haben sollen. Ich habe Wälder immer geliebt und als etwas Heiliges empfunden und ich bin dafür, dass sie geschützt und nicht vernutzt und bejagt werden. Solche Wälder, wie wir sie heute haben mit Rotwild hat es ja auch in den Frühzeiten gar nicht gegeben. Das Rotwild lebte nämlich ursprünglich gar nicht in Wäldern. Es ist eigentlich ein Steppentier. Es hat sich nur mit der Zeit, um sich besser gegen die Bejagung durch Menschen schützen zu können und mangels Lebensraum, in die Wälder zurück gezogen.
    Das Jagen ist auch nur ein grausames, überflüssiges, naturschädigendes Geschäft. Lasst doch mal die Wälder in Frieden. Geben ist seliger, denn nehmen. Das effektivste „zurück zur Natur“ ist die Selbstbesinnung oder auch Meditation. Zum achtsamen Wandern und Meditieren könnte man von mir aus diese Wälder noch betreten, aber nicht zum „Abstauben“.

    • Was sollte ein Mensch denn geben? Außer seinen Ausscheidungen und später mal seinem eigenen Körper. Ich verstehe nicht, was Sie meinen. Wenn der Mensch keinen Müll mehr geben würde, wäre ja schon mal unendlich viel gewonnen.

    • ..und was Herr Barucker über die angebliche Notwendigkeit, Blut zu vergiessen, sagt stimmt nicht. Wieso, frage ich, geht es mir und genauso vielen anderen denn körperlich und seelisch so viel besser, seit wir überhaupt keine tierischen Proteine mehr zu uns nehmen? Die „Waldmenschen“ wie Gorillas und Orang Utans mussten auch kein Blut vergiessen, um zu leben. Das ist doch Quatsch-und sogar noch ein gefährlicher- was der da erzählt von wegen wir müssten unsere Abneigung gegen das Töten überwinden. Und diesen Pflanzen-Tiere -Vergleich finde ich obszön: So als ob es das selbe sei, einem Tier den Kopf abzuschlagen wie sich einen Kohlkopf abzuschneiden.
      Ich glaube es den Fleischessern einfach nicht, dass sie mit Pflanzen mitfühlen. Sie fühlen mit Pflanzen genauso wenig mit, wie mit Tieren. Diese Gleichstellung ist nur eine ihrer gewissenlosen Ausreden.

    • Benjamin: Wie ich schon schrieb, kann der Mensch unfruchtbaren Boden wieder fruchtbar machen. Er kann Bäume, Sträucher und viele andere Pflanzen anpflanzen, die ihm, aber auch der gesamten Natur zugute kommen. Und ja, wenn er sich vegan ernährt, kann er sogar der Erde fruchtbaren eigenen Dung zurückgeben. So haben es die chinesischen Bauern über Jahrtausende gemacht, die sich nicht über den Umweg über Tiere ernährten und dabei kerngesund waren. (siehe „Vorkriegs-China“ in „Geheimarchiv der ERnährungslehre von Dr. Ralph Bircher). Genauso, wie es für Menschen die Möglichkeit des Raubbaus an der Natur gibt, gibt es die Möglichkeit für Menschen, die gesamte Natur zu hegen und zu pflegen und zu heiligen. Die Ur-Drawidas in Indien, eine matriarchale Hochkultur vor etwa 7000 Jahren, schützten große Waldgebiete als „Waldtempel“ als Rückzugsgebiete für die wilden Tiere und Pflanzenschutzgebiete, in die kein Mensch einen Fuß setzen durfte. Sie wurden von Priesterinnen bewacht. Diese Drawidas hatten keinerlei Waffen, auch keine Jagdwaffen. Sie ernährten sich pflanzlich. (siehe SEIN.de „Vergessene Lebensweisheiten“ 2009).

  9. Minute 38:
    „Egoismus“ oder wenn es anderen gut geht, geht es mir gut, das heißt am Wohlergehen anderer liegt mein größtes Interesse… Nur die Erklärung ist schlecht, denn es handelt sich nicht um einen Kreislauf, sondern eine Gesellschaft. Die Gesellschaft ist die Mutter des Menschen, nicht der Wald oder die Natur – das sind Bedrohungen.
    Nur in der Gesellschaft mit anderen finden wir Sicherheit und Freiheit. Derjenige ist am freisten, der die meisten Beziehungen hat.
    Deshalb ist auch der Staat scheiße, denn er versucht die zwischenmenschlichen Beziehungen, die Basis unseres Lebens durch seine Vertreter „zu vermitteln“. Das Resultat: Sie sterben ab, diese Beziehungen, wie das feine Wurzelgeflecht der Bäume bei zu saurem Boden.
    Aber das Leben vor der neolithischen Revolution ist keine ANtwort auf dieses Problem unserer heutigen Zivilisation, sondern der Weg nach vorne. „Zurück“ in eine abstrakte Vorstellung von „Natur“ geht es nicht mehr. Romantik ist Realitätsflucht.
    Also was sind die Auswege aus dem Dilemma der staatlich und kapitalistisch geförderten Isolation unter uns?

    • „Derjenige ist am freisten, der die meisten Beziehungen hat.“

      Das wage ich stark zu bezweifeln. Meinen Sie, es macht besonders frei, in einer indischen oder afrikanischen Großfamilie aufzuwachsen (als Beispiel)? Da gibt es dann ja auch sehr viele gesellschaftliche Verpflichtungen. Ich will das nicht alles schlechtreden, es hat natürlich viele Vorzüge, v.a. mehr Sicherheit (richtig) und Solidarität. Aber Freiheit kommt mir in diesem Zusammenhang nicht in den Sinn.

  10. Nettes Kerlchen.Respekt.
    Aber im Kreis sitzen Händchen halten.
    Kunststoff Zelte.
    Schlafsäcke find ich nicht soo toll.
    Nur am Rande bemerkt.
    26 Jahre draußen und im Tipi.
    Nur Felle und Decken.(Keine Kunststoffe)
    Sammle 87 Sorten Pilzsorten.
    Feuer machen in 7-10 Sekunden.
    Und und und ……

    Aber sonst finde ich das eine Tolle Sache.

  11. Was für ein schönes Video,
    Minute 42 etwa: Die Tiere im Wald waren einst die Lehrer.
    Der Mensch als Jäger, die Tiere als Jäger, einst auf Augenhöhe
    und erst mit der Domestizierung der Tiere hat sich der Mensch
    über die Tiere erhoben.

  12. Hallo Bilbo Calvez

    Ich finde Bastian Barucker zeigt den Leuten sehr liebevoll, ohne Dogmadruck und Zeigefinger das Leben im Wald. Bei ihm hätte ich jetzt keine Angst einen Schock zu erleben, der mich dann letztendlich nur noch mehr trennt, als mir wieder Vertrauen schenkt. Selbst bei heiklen Themen wie, Fleisch oder nicht, erreichte er es bei Dir Überraschungsgedanken zu zulassen und eine neue Offenheit der Fragestellung gegenüber.
    Dieses die Sinne wieder öffnen und wieder mehr den Moment zu erleben, kann sicher ungeahnt heilsam sein, selbst wenn es entsteht beim Nachts im Dunkeln ängstlich sein eigenes Zelt nicht mehr sofort zu ertappen.

    Gibt es solche Überlebenstrainer eigentlich auch im Grossstadt Dschungel? Vielleicht in einer Gruppe Geld schnorrender Punks mit angeschlossener Hundemeute, die zwar nicht ganz ohne Bier, aber sicher zum Teil ähnlich nahe in die Gegenwärtigkeit kommend wie ein Bastian Barucker, sammelnd dem Leben nachstellen.

    Ich glaube sogar mann könnte im Wald vertiefte Langsamkeit wieder erlernen, die man danach durchaus auch im Urbanen Gewühle anwenden kann.

    Danke für die feine Waldsuppe.

Hinterlasse eine Antwort