Die Eliten unter sich

Die Bertelsmann Stiftung verbreitet steuerbefreite Globalisierungspropaganda.

Hinweis zum Rubikon-Beitrag: Der nachfolgende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

Von Norbert Häring.

Der Organisation Attac wurde die Gemeinnützigkeit aberkannt — mit der offiziellen Begründung, sie sei eine politische Organisation. Wird da wenigstens der gleiche Maßstab an alle angelegt? Eine andere, sehr mächtige Organisation, die sich massiv in politische Angelegenheiten einmischt, gilt noch immer als gemeinnützig: die Bertelsmann Stiftung.

Der Organisation Attac, die für eine Finanztransaktionssteuer wirbt und sich an verschiedenen Kampagnen für Reformen im vermeintlichen öffentlichen Interesse beteiligt, wurde der Gemeinnützigkeitsstatus aberkannt. Ganz anders bei der Bertelsmann-Stiftung, die dank ihres massiven politischen und medialen Einflusses Politik macht, oft zum Nutzen des Bertelsmann-Konzerns, und allzu oft mit manipulativen Studien. Hier ein neues Beispiel.

Folgendes hat die Stiftung gerade auf ihrer Website publiziert, basierend auf einer Studie zu den Vorteilen der Globalisierung:

„Seit das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) in Kraft getreten ist, ist das Land ‚open for business‘. Das reale BIP je Einwohner ist in Mexiko zwischen 1990 und 2016 um 2.070 Euro gestiegen. Davon sind rund 270 Euro der zunehmenden Globalisierung zu verdanken . Die Resultate sprechen für sich: Die neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten haben dazu beigetragen, die Lebensqualität im Land während der letzten Jahre deutlich zu steigern. Hier profitierten hauptsächlich die Bereiche Bildung und Gesundheit sowie der Arbeitsmarkt.“

Um 270 Euro oder sensationelle 10 Euro pro Jahr ist das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner also globalisierungsbedingt gestiegen. Das macht etwa 0,1 Prozent pro Jahr, deutlich unterhalb des Messfehlers und sehr weit unterhalb der Schwankungen des Wechselkurses. Diese 10 Euro pro Person und Jahr haben also die Lebensqualität im Land deutlich gesteigert, wovon vor allem Bildung und Gesundheit profitiert haben sollen.

Das ist solch lächerliche Propaganda, dass einem fast die Worte fehlen. Wenn man dann noch ins Bild nimmt, dass die ohnehin extreme Einkommensungleichheit noch zugenommen hat, dann bedeutet das, dass für ärmere Mexikaner und wohl für die Mehrheit der Bevölkerung kein Wohlstandsgewinn durch die Globalisierung und vermutlich sogar ein Rückgang herausgekommen ist. So heißt es etwa in einem Oxfam-Bericht:

„Obwohl die mexikanische Wirtschaft zwischen 2005 und 2014 kaum Wachstum verzeichnete, der Durchschnittslohn gleich blieb und die Anzahl derer, die in Armut leben, eher zunahm, gelang es den Milliardären, ihren Wohlstand jährlich um durchschnittlich fünf Prozent zu steigern.“

Das ist eine Stoßrichtung, wie man sie auch von Attac kennt, also nicht gemeinnützige politische Bildung, sondern Kampagnentum; mithin etwas ganz anderes als die selbstlosen Initiativen der Bertelsmann Stiftung zur konzernfreundlichen Meinungsmanipulation.

Mehr zum gemeinnützigen Wirken der Bertelsmann Stiftung zum Wohl der internationalen Konzerngemeinschaft:

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Dieser Beitrag erschien am 09.03.2019 bei Rubikon – Magazin für die kritische Masse.

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3 Kommentare zu: “Die Eliten unter sich

  1. Puh, habe mal die Verweislinks des Authors angeclickt
    Da stehen ja erst die wirklichen Hammer dieses Artikels.
    Und so ein Betruegerladen hantiert im von den Buergern durch die Mohngepemperte Regierungsobrigkeit alle zwangsaufoktroierten Krankenkassenkarten mitsamt saemtlichen lebenswichtigen und ins Intimste gehenden Daten jedes einzelnen Buergers?
    Und ist, nebenbei, der anerkannt groesste Datenhaendler Deutschlands?
    Helle Empoerung und ab sofort Totalverweigerung.

  2. Könnte man sich nicht darauf einigen, künftig das Wort „Eliten“ in solchen Zusammenhängen durch „Parasiten“ zu ersetzen? Ich habe noch nie verstanden, warum den von ihnen selbst gefalteten Kröhnchen auf diese Art auch noch Bedeutung verliehen wird.

    • Da haben Sie Recht. Hab das Wort „Machtzentren“ an die Stelle gesetzt und fuer uns Machtunterworfene. Letzeres gilt ja auch fuer die Nomenklatura der Machtzentren: Parteikomiker, Manager, Militaer, Geheimdienstler, Medien und Jurispudenz.

      Habe uebrigens mal auf einer Party mitgehoert, wie ein Amerikanischer, schon im besten Mannesalter, sich aufgrund seiner sportlichen Leistungen ganz oben bei der internationalen Elite angekommend fuehlend (der war in der Tat sportliche Elite, war darin einer meiner Konkurrenten und echt gut) auf eine Partyfrage hin, was er denn nun noch weiter erreichen und machen wolle, „mal sehen“ antwortete, „vielleicht mache ich einfach mal einen Sender mit nix als Nachrichten. Das ewige Gedudel zu Hause geht mir naemlich auf den Geist“.
      Es hat zwar keiner gelacht, der Typ war bekannt fuer seine flapsigen Redearten.
      Den Rest dieser story koennen Sie unschwer nachrecherhieren. Der hat da zwar damit ziemlichen Gewinn gemacht. Aber er gehoert heute nicht mehr zur Elite.
      Dafuer will er die Weltbevoelkerung auf 4 Milliarden begrenzen. Elite oder Feind fuer 4 Milliarden, Sie moegen es selber beurteilen…

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