Die Freude am Ungehorsam

Hoffnungslosigkeit und Ohnmachtsgefühle sind der ideale Nährboden für Neoliberalismus und Krieg. Dem setzt Rubikon ein Mutmach-Special entgegen, das vom 18. bis 22. Februar 2020 erscheint.

Hinweis zum Rubikon-Beitrag: Der nachfolgende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

Von Elisa Gratias, Jens Lehrich und Jens Wernicke.

Eine bessere Welt ist nötig. Möglich wird sie aber erst, wenn viele Menschen die tiefe Sehnsucht danach in sich spüren und zulassen. Und wenn sie zugleich den Mut in sich entwickeln, bei starkem Gegenwind voranzuschreiten — denn die Mächtigen wollen uns nicht als glückliche, voll verwirklichte Menschen. Bürger mit starkem Defizit-Empfinden sind leichter manipulierbar. Oft gilt die Absicht, es sich gut gehen zu lassen und an der eigenen Persönlichkeit zu arbeiten unter politischen „Köpfen“ als irrelevant oder gar konterrevolutionär. Das ist ein Trugschluss. Nur Menschen, die mit sich im Reinen und davon überzeugt sind, dass sie Besseres verdienen, werden sich ihr Recht auf ein erfülltes Leben auch erkämpfen. In einer Gesellschaft, in der wir gezwungen werden sollen, uns in eine graue Welt zu fügen, führt der Weg zum Glück daher über den Ungehorsam. Der Rubikon feiert den freudvollen Widerstand mit einem Themen-Special.

„Es ist eine der wichtigsten Strategien psychologischer Kriegsführung, uns unser Recht auf ein schönes und erfülltes Leben auszureden! Leiden gehört zum Menschsein. Ein erfülltes Leben allerdings auch. Es liegt also in unserer Verantwortung, dem Bewusstsein für Leid ein Bewusstsein für die Schönheit des Lebens zur Seite zu stellen“, schreibt Christiane Borowy im Rubikon-Buch „Nur Mut!“.

Ähnlich sieht es auch Rubikon-Herausgeber Jens Wernicke:

„Wenn wir nicht daran glauben, dass wir es wert sind, gut behandelt und geliebt zu werden, neigen wir dazu, uns den Interessen und Ideologien der Mächtigen zu unterwerfen. Dann geben wir ein ums andere Mal klein bei, wenn man uns den nächsten Krieg oder Maßnahmen gegen unser aller Wohl zu ‚verkaufen‘ sucht — denn die anderen wissen ja, was ‚für uns alle‘ das Beste ist. Die Errichtung einer besseren, menschlicheren Welt beginnt daher stets bei der Wiederentdeckung der eigenen Würde, dem festen Glauben an sie und unsere ureigene Wahrnehmung: Nur, wenn wir uns selbst wertschätzen und unseren Gefühlen trauen, können wir Lüge, Verrat und Missbrauch erkennen und ihnen widerstehen.“

Oder, um es mit Arno Gruen zu sagen:

„Eine bessere Welt ist keine Phantasie eines verlorenen Paradieses. Eine bessere Welt wird sichtbar, wenn der verblendete Gehorsam aufgebrochen wird und sich in echte zwischenmenschliche Empathie verwandelt.“

In diesem Sinne hat jeder einzelne von uns große Macht, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Dazu braucht es den Mut, auch in hoffnungslos erscheinenden Zeiten, auch in einem Umfeld von „Das ist ja schön und gut, aber…“-Sagern die Flamme der Begeisterung für das, was uns wichtig ist, in uns zu entzünden und uns selbst und unserem Umfeld damit Wärme zu spenden.

So gewinnen wir auch den Mut und die Kraft, Ungerechtigkeit mit Wut und Entschlossenheit zu begegnen, anstatt jenen zu glauben, die uns erzählen „Um der Zukunft willen musst Du den Gürtel so eng schnallen, dass Du Deine Miete nicht mehr zu zahlen vermagst und Deine Würde verlierst!“

Mit unserem Buch „Nur Mut!“ möchten wir andere Menschen mit dem Funken Zuversicht anstecken, der uns davor bewahrt, in Lethargie zu verfallen und uns selbst aktiv werden lässt. Lebendige, zarte Grashalme wachsen durch die harte Betondecke einer Straße. Wenn sie ausgerissen werden, wachsen sie einfach nach. Seien wir wie diese Grashalme.

Dafür veröffentlichen wir in dieser Woche, also vom 18. bis zum 22. Februar, ein mutmachendes Themen-Special mit vielfältigen Beiträgen, die zu verschiedensten Aspekten des Lebens einen Funken Zuversicht versprühen, der in Ihnen, lieber Leser, mit etwas Glück auf fruchtbaren Boden fällt.

Haben wir den Mut, den Idealismus als Tugend wieder salonfähig zu machen?! Erinnern wir uns daran, dass jeder Wandel zum Positiven durch Idealisten geschah, die sich von starkem Gegenwind nicht entmutigen ließen.

Woher Zuversicht nehmen in einer Welt, die doch laut Medien und Experten dem Abgrund entgegenrast? In diesem Themen-Special versuchen wir Sie mit unterschiedlichen Beiträgen zu inspirieren: Der Umgang mit Geld, Friedensaktivismus in Form von Musik, die Beziehung zwischen Mann und Frau, ein Leben als Aussteiger in der Ukraine, Transhumanismus, eine poetische Aktion für den Frieden, Glücksgefühle durch Engagement… Die Bereiche, in denen wir im Kleinen ansetzen können, sind so vielfältig wie wir Menschen.

Peter Maffay bringt in einem seiner Lieder wundervoll zum Ausdruck, was jeder von uns selbst erlebt:

„Ich wollte nie erwachsen sein,
Hab‘ immer mich zur Wehr gesetzt.
Von außen wurd‘ ich hart wie Stein
Und doch hat man mich oft verletzt.

Irgendwo tief in mir bin ich ein Kind geblieben.
Erst dann, wenn ich’s nicht mehr spüren kann,
Weiß ich, es ist für mich zu spät,
Zu spät, zu spät

Unten auf dem Meeresgrund,
Wo alles Leben ewig schweigt,
Kann ich noch meine Träume sehen
Wie Luft, die aus der Tiefe steigt.“

Vielleicht gelingt es uns, Sie wieder das Kind in Ihnen spüren zu lassen und die harte Schale aufzuknacken, die Sie sich zulegen mussten, um in diesem System irgendwie zurechtzukommen.

Vielleicht tauchen Träume und alte Ideale wieder vor Ihrem inneren Auge auf? Vielleicht lässt schon die Erinnerung an Ihre Träume von einst das Leben in Ihren Adern pulsieren?

Und vielleicht gibt diese zarte Kraft der Begeisterung Ihnen den Antrieb, doch noch aktiv zu werden. Selbst zu handeln. Sich zu fragen, was Ihnen wirklich wichtig ist, und im Alltag, in kleinen Schritten, danach zu handeln.

Lernen wir, die kleinen Schritte ernst zu nehmen, ohne die große Schritte gar nicht möglich sind.

Erwachen wir aus der Machtlosigkeit und bemächtigen uns wieder unserer selbst. Zuversicht liefert den dringend benötigten Antrieb dafür.

Inhalt der Rubikon-Sonderausgabe:

Hier können Sie das Buch bestellen: als Taschenbuch oder E-Book.

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Danke an die Autoren für das Recht zur Veröffentlichung.

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Dieser Beitrag erschien am 22.02.2020 bei Rubikon – Magazin für die kritische Masse.

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Bildhinweis: PHOTOCREO Michal Bednarek / shutterstock

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27 Kommentare zu: “Die Freude am Ungehorsam

  1. An Elisa Gratias, Jens Lehrich und Jens Wernicke.

    Ihr schreibt am Ende Eures sehr schönen Beitrags

    "Vielleicht gelingt es uns, Sie wieder das Kind in Ihnen spüren zu lassen und die harte Schale aufzuknacken, die Sie sich zulegen mussten, um in diesem System irgendwie zurechtzukommen.

    Vielleicht tauchen Träume und alte Ideale wieder vor Ihrem inneren Auge auf? Vielleicht lässt schon die Erinnerung an Ihre Träume von einst das Leben in Ihren Adern pulsieren?

    Und vielleicht gibt diese zarte Kraft der Begeisterung Ihnen den Antrieb, doch noch aktiv zu werden. Selbst zu handeln. Sich zu fragen, was Ihnen wirklich wichtig ist, und im Alltag, in kleinen Schritten, danach zu handeln.

    Lernen wir, die kleinen Schritte ernst zu nehmen, ohne die große Schritte gar nicht möglich sind.

    Erwachen wir aus der Machtlosigkeit und bemächtigen uns wieder unserer selbst. Zuversicht liefert den dringend benötigten Antrieb dafür."

    Und am Ende des ganz außerordentlichen Rubikon-Beitrags von Kurt Gostenschnigg "Das ewige Geheimnis" fand ich eben die folgende Aussage von Sri Aurobindo

    "Europa rühmt sich seiner praktischen und wissenschaftlichen Organisation und Effizienz. Ich warte darauf, dass seine Organisation perfekt ist, dann wird ein Kind es zerstören."

    Ist es das KInd in jedem von uns heute, das Aurobindo sah, das das Potential hat, die Schale zu knacken ?

    Satprem, ein Schüler der Mutter, deutet dies rätselhafte Kind so: ""Das Kind …" ist es vielleicht das Kind der Neuen Welt?… Mit einem Lächeln lässt es all das einstürzen." https://www.aurobindo.ru/workings/ma/agenda_12/1971-12-11-01_g.htm

  2. > Woher Zuversicht nehmen in einer Welt, die doch laut Medien und Experten dem Abgrund entgegenrast?

    Ganz einfach: Weil die Wahrscheinlichkeit, dass sich alles zum Besseren wendet, größer als Null ist! Ansonsten wäre die Zukunft wohl voraussagbar. 🙂 Wenn zudem alles so hoffnunslos wäre, würde wohl niemand hier auf KenFM schreiben, kommentieren oder gute Videos machen, es gäbe dann wohl kein KenFM, kein rubikon.news und keine anderen alternativen Medien, oder? 😉

    > Die Bereiche, in denen wir im Kleinen ansetzen können, sind so vielfältig wie wir Menschen.

    Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass Ungehorsam gegenüber dem Mainstream bzw. das Gegenteil von dem zu tun, was von einem erwartet wird, zwar manchmal anstrengend ist, aber ein gutes Gefühl hinterlässt bei dem Gedanken „Ich bin anders“ und man merkt, dass man nicht mehr Teil des Mainstream und seinen Wirrungen ist. Hier ein paar persönliche Beispiele:

    Während für den Mainstream die Elektrizität einfach nur aus der Steckdose kommt, nutze ich alternative Energiequellen, sofern sie zur Verfügung stehen: Zwischengespeicherte Solarenergie oder angeblich leere Batterien von Freunden, die meist noch voll genug sind, um Akkus damit zu laden oder direkt eine LED-Leuchte zu betreiben. Mit kleinen Solarpanelen, die bequem in die Hand passen oder am Rucksack mit Klettverschluss befestigt werden können, lade ich Akkus komplett unabhängig vom Stromnetz.

    Während der Mainstream im großen Elektromarkt neue Elektrogeräte mit begrenzter Haltbarkeit kauft, baue ich mir einfache kleine Geräte selbst. Zuletzt eine LED-Leuchte, die dank Überdimensionierung (viele einzelne LED) mit nur 2 Watt Energiebedarf so hell leuchtet wie eine 11W-Energiesparlampe und kaum Wärme erzeugt. Komplexe Geräte, die ich nicht selbst bauen kann, gibt es meist auch gebraucht, vielleicht sogar geschenkt, weil sie sonst im Elekroschrott gelandet wären. Manches Gerät lässt sich auch umbauen, sodass es besser zu den eigenen Bedürfnissen passt. Hier lässt sich viel Geld sparen, vor allem, wenn man Geräte lange nutzt.

    Während der Mainstream Musik oft online via Smartphone hört, habe ich wieder begonnen, Musik auf Kassetten zu hören und neue Kassetten aufzunehmen. Einfach weil es ein ganz anderes Musikerlebnis ist und man sich beim Zusammenstellen einer Kassette viel stärker mit der Musik befasst als es beim Hören via Smartphone der Fall wäre: Es gibt eine Zeitbegrenzung und die Lieder sollten irgendwie zusammen passen und den Platz möglichst gut ausfüllen. Zudem konnte ich einiges über Kassettenhardware lernen, insbesondere im Hinblick auf die Reparatur, was bei jedem Lernerfolg wieder ein gutes Gefühl brachte.

    Während der Mainstream noch bei Instagram, Twitter, WhatsApp und Facebook abhängt, bin ich in werbefreien, dezentralen sozialen Netzwerken wie Mastodon, Friendica, Diaspora u.v.m. unterwegs. Da die Betreiber der Server dieser Netzwerke im Allgemeinen einen sehr hohen Wert auf Datenschutz legen, brauch ich mir wenig Sorgen wegen der Werbeindustrie zu machen. Zensur ist auch schwieriger aufgrund der dezentralen Struktur der Netzwerke (viele Server statt einer zentralen Serverfarm) und weil man auch einen eigenen Server für eines der Netzwerke aufsetzen kann.

    Während es im Allgemeinen heißt, dass sich ein Arbeitsloser mehr anstrengen sollte, um irgendeine Arbeit zu erhalten („hauptsache Arbeit“) halte ich bei solchen Gesprächen mittlerweile dagegen, dass es besser ist, Arbeit zu finden, die einem wirklich liegt anstatt irgendwas zu machen, worauf man eigentlich keine Lust hat, da letzteres der Gesundheit schaden kann, was mit Geld nicht ausgeglichen werden kann.

    Während im Allgemeinen der tägliche Konsum von Unterhaltungsmedien, ob klassisch via Fernsehen oder neu via Streamung-Dienst, als normal angesehen wird, habe ich meinen Konsum stark reduziert, wodurch es mir besser geht. Ein zu langer Konsum von Unterhaltungsmedien kann das Hirn träge machen und am Ende mehr geistige Energie verbraten als einen Abend lang als Hobby an einem Softwareprojekt zu arbeiten.

    Als Fazit kann ich jedem nur dazu raten, für sich selbst zu prüfen, ob der Weg, den der Mainstream vorgibt, für einen selbst passt oder vielleicht nur anscheinend glücklich macht und nur das Unglück hinter einer Fassade verdeckt. Wenn letzteres zutrifft, ist Ungehorsam gegenüber dem Mainstream vernünftig.

    • @ Moritz

      vielen Dank für diese Beispiele der Freude am Ungehorsam und das kurze & knappe Fazit, welches sehr gut aufzeigt, dass man in Kleinen und Jeder bei sich selbst genau damit anfangen kann und es für JEDEN Lebensbereich – je nach eigener Resonanz – etwas gibt, dass man für sich ändert. Je weiter man dann damit kommt – und das immer von sich selber ausgehend – des so mehr Bereiche betrifft es. Und so kann es sich gut entwickeln – für einen Selbst und gerne darf man da kopieren….

  3. HIER MEINE ZUSAMMENFASSUNG UNSERES GESPRÄCHS MIT DER BITTE AN DAS TEAM VON KENFM, DEN VORSCHLAG ZU PRÜFEN, EIN NEUES FORMAT "ALLTAGSMACHER" HIER EINZUFÜHREN. DER SINN UND ZWECK – ODER AUCH UNSINN – EINES SOLCHEN FORMATS IST ANSATZWEISE AUS UNSEREM GESPRÄCH ERSICHTLICH.

    M.G.T.: "Schön wäre eventuell wenn auch hier eine Rubrik so ein Thema hätte und jeder Kommentator seine Gedanken, wie er für sich die Welt verändern kann, äußert."

    Josef Gabriel Twickel: „"Schön wäre eventuell wenn auch hier eine Rubrik so ein Thema hätte und jeder Kommentator seine Gedanken, wie er für sich die Welt verändern kann, äußert." Eine klasse Anregung, M.G.T. !
    Wie seht ihr vom kenfm-Team das ?
    Meine Anregung für heute: ich lese den Artikel oder den Kommentar, den ich kommentiere, vorher so gründlich, dass ich ihn wirklich verstanden habe.“

    Margit Geilenbrügge: „Ich schließe mich Eurem Vorschlag an, liebe/lieber M.G.T und lieber Joga!
    Eine neues Feature auf KenFM, an dem sich alle User beteiligen können: Mein persönlicher Beitrag für eine menschlichere Welt. – Es wäre ein Experiment wert. Gruß Margit“

    Rüdiger Lenz: „@M.G.T. Guter Vorschlag, jedoch, ich will ehrlich sein.
    Vor 7 Jahren hätte ich dem vorbehaltlos zugestimmt. Doch nach 7 Jahren in der "Öffentlichkeit" mit nämlich genau dem Thema hier, bin ich eines Besseren belehrt worden, und zwar genau durch die neuen Medien, in der alles unausgegorene eine Megawichtigkeit erlangen will; nichts gegen die, die echt das Ganze befruchten und sich auch mit guten Ideen einbringen. Aber der ganze große Unsinn, der von sehr vielen mit einer enormen Energie gesehen werden will, zerstörte in allen Projekten, die ich schon sehr lange erlebe alles, was mit so einer sehr guten Idee zu tun hatte.
    Überall Egoshooter und Egopolierer und dann noch die Klugscheißer und Alleswisser aus den politischen Bereichen, vor allem von…, na ihr wisst schon…
    Aber nur zu, macht so etwas. Aber verlangt nicht nur, dass Andere es machen. Macht es selbst oder macht dabei mit.“

    Margit Geilenbrügge: „Lieber Rüdiger, danke für Deine Rückmeldung…Aber sich von alten Erfahrungen leiten zu lassen, muss nicht immer richtig sein……könnte es nicht auch sein, dass M.G.T.’s Vorschlag so etwas ist wie eine „lebendige Idee“, die ein Potential in sich birgt, durch das etwas Neues in die Welt kommen will…Warum behaltet Ihr den Vorschlag nicht einfach mal ganz zwanglos im Hinterkopf?!“

    Josef Gabriel Twickel: „Also, diese Antwort, Herr Lenz … nun ja, hab ich von Ihnen nicht erwartet…Ich frage mich, warum Sie dann die ganze Zeit hier bei Kenfm psychologische Themen ansprechen, darlegen, mitteilen. Aber egal. Sie schreiben hier auch: "Änderungen kommen nur, wenn sich jeder Einzelne ändert."… Also lasst uns damit anfangen hier bei kenfm. Ich verändere den Vorschlag von M.G.T. dementsprechend etwas:
    Wir wünschen uns, dass hier eine Rubrik `AlltagsMacher` eingerichtet wird, wo jeder Kommentator seine Gedanken äußern kann, wie er SICH – und damit die Welt verändert.“

    Rüdiger Lenz: „…Ihr könnt ja anderer Meinung sein, aber für mich sind Gruppen, die nur herumreden oder herumdiskutieren, zum Scheitern und Entern verurteilt; die Trolle kommen…Wir brauchen eine "aussersoziale Opposition" zu dem, was hier Leben, Arbeit, Beruf, Gemeinschaft, Beziehung, Liebe und Waschtum, also Bildung heißt. Kein Theoretisieren mehr, ein echtes Handeln IN all dem, was wir wissen. Kein linkes, rechtes oder sonst ein politische Gequassel mehr.
    Und, diese Gruppe darf nicht einmal versuchen, in die Öffentlichkeitsarbeit einzusteigen. Sie muss in allen Mitglieder ungedingten Ungehorsam fordern, kein Anhimmeln irgendwelcher Führerpersönlichkeiten und aufarbeiten des inneren Terrors, also der Traumen oder Konflikte.“

    M.G.T.: „@ Rüdiger Lenz, es war eine spontane Idee – beim lesen des Artikels geboren und einfach mal "ausgeplaudert"…Bei so viel Hass und Hetze, die tagtäglich von denen ausgesprochen & begangen werden, die angeblich dagegen sind – welch Schizophrenie! – ist eine positive Form des Miteinander Umgehens ein wohltuender Gedanke – von dem ich nicht besser wußte, wie man das umsetzen könnte damit man mehr Menschen erreicht….“

    Josef Gabriel Twickel: „…Es geht natürlich nicht darum, eine Gruppe zu bilden, die "nur herumredet oder herumdiskutiert". Diesen Pappkameraden hier aufzubauen hätten Sie sich sparen können. Wie wir gerade in unserem Viereraustausch hier erleben, geht es auch in einem stinknormalen Forum, dass man sich substantiell austauscht. Wir brauchen nur ehrlich und offen miteinander zu schreiben. Und eventuelle Trolle außen vor lassen…
    Schön, dass Du das "mal einfach ausgeplaudert" hast, M.G.T. !
    Denn natürlich "..ist eine positive Form des Miteinander Umgehens ein wohltuender Gedanke .." ! Sind wir nicht gerade mitten dabei, Deinen wohltuenden Gedanken wirklich zu machen ?“

    Margit Geilenbrügge: „Hallo zusammen, Deinen Vorschlag “AlltagsMacher“, Joga, finde ich richtig gut, weil er an „Die Macher“ anknüpft und bewusst macht: Es sind nicht nur die Leuchtturmprojekte, die etwas verändern. Änderung geschieht genauso im Alltag durch vielerlei Handlungen, Gesten, Gespräche …So wie ich Dich, Rüdiger, verstehe, ist ein solches Format, wie Joga es vorschlägt, für Dich überhaupt keine Option mehr, weil „die Trolle kommen“. ›Wir brauchen eine "aussersoziale Opposition"…‹
    Wäre es dann nicht konsequent, die Kommentar-Funktion bei KenFM gleich abzuschalten und auf Einwegkommunikation überzugehen? Ich verstehe das Dilemma, in dem Ihr als Herausgeber steckt, aber kann Kapitulation wirklich die Lösung sein?“

    Rüdiger Lenz: „@Margit Geilenbrügge, wenn, wie ich sage, es um einen selbst geht, dann geht es auch um die anderen Selbst für sie selbst. Ergo, die Kommentarfunktion auszuschalten wäre das Gegenteil von dem, was ich meine. Jeder auf seinem Bahnhof und jeder kann sich seiner selbst irgendwann wirklich bewusst werden. das ist ein Prozess, zu dem vieles gehört, aber vor allem FREIHEIT…“

    Josef Gabriel Twickel: „@ Margit und Rüdiger. Wir können uns mittels der bereits vorhandenen Kreativität unseres Geistes hier und jetzt in diesem Austausch bisher gut verständigen, finde ich. Wenn jetzt andere dazwischen funken würden – müssen wir uns durch sie, die nicht verstehen, ablenken lassen und aus unserem Gespräch aussteigen ?“

    • <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/josef/' rel='nofollow'>@Josef</a>

      Die Rubrik "Alltagsmacher" hört sich gut an – ob das hier verwirklicht werden kann, steht nicht fest…aber vielleicht kann man hier einfach unter diesem Artikel damit anfangen? ES hindert uns ja keiner dran und man bleibt einfach dran – denn es ist kein MUSS, dass es "großartig" wird für die Öffentlichkeit. Wer es interessant findet, kann sich ja beteiligen.

      Ich finde, <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/moritz/' rel='nofollow'>@Moritz</a> hat das einfach mal begonnen. ;o))

  4. Hallo zusammen,
    von mir noch eine letzte Bemerkung, bei der ich mir auch erlaube, die Du-Form zu benutzen:

    Wenn Du schreibst, Rüdiger, dass die “geistige Welt“ in der „Bewegung“ keinen Platz hat, dann fasst Du sie vielleicht etwas zu eng. Ich gebe nur zwei Beispiele für Gruppierungen, die genau das machen: die WIRKLICHKEIT hinter der sichtbaren Welt mit einbeziehen:
    Die Soziale-Plastik-Bewegung, die nach dem Tod von Joseph Beuys von seiner Schülerin Shelley Sacks weitergeführt wird, ist beispielsweise so ein Prozess. Ich empfehle dazu das Buch: Sacks, Shelley, Kurt, Hildegard (2013): Die Rote Blume – Ästhetische Praxis in Zeiten des Wandelns. Klein Jasedow: Drachen Verlag.
    Auch die Tiefenökologie (The Work That Reconnects“) geht so vor. Prominenteste Vertreterin ist Joanna Macy. Auch ich nehme öfters an solchen oder ähnlichen Gruppen teil.

    Und was wird aus unserem Vorschlag, eine Rubrik “AlltagsMacher“ auf KenFM einzurichten? – Verläuft im Sande.
    Macht’s gut und: Bis die Tage!

  5. Vereinzelte „Plaudertaschen und Selbstdarsteller und Dummköpfe“ sind ja noch zu verkraften, Joga. Aber wenn – wie ich es auch schon auf KenFM erlebt habe − die Diskussion/der Austausch „gekapert“, in eine andere Richtung gelenkt wird, dann hast du einfach keine Lust mehr, für solche Spielchen deine Zeit einzusetzen. Da verstehe ich Rüdiger sehr.

    Das Dilemma besteht für mich darin, dass keine der beide Möglichkeiten: die User ausklammern und sich ein Format kaputt machen lassen, wie Rüdiger das erlebt hat, eine Lösung darstellt.

    Aber das heißt ja nicht, dass es jenseits dieser Möglichkeiten keine Lösung gibt.
    Anstatt vorschnell aufzugeben oder einfach so weiterzumachen wie bisher, könnte man sich ja mal eine Art Besinnungspause gönnen und sich daran erinnern, dass die Kreativität unseres Geistes unvorstellbar mächtig ist.

    Sie ist so mächtig und hält so viele Neuheiten und Überraschungen bereit, dass man sich fragen muss, warum es ausgerechnet für diese Situation keine weitere, bessere Lösung geben sollte.

    • @Margit Geilenbrügge,
      Die User haben ja nicht mein Format gekuppt gemacht. Ich schreibe ja noch immer. Die Sendung M-Pathie meinte ich damit auch nicht – ich weiß, Sie auch nicht.
      Irgendwann kommt man an eine Weggabel, wo das Leben sagt: Nicht die Anderen, Du bist es. Das ist der Beginn, wo man die geistige Welt erkennt und ihr beitritt. Das ist dort, wo nicht nur diese Welt gilt, wo es eine Brücke gibt, zu den geistigen Dingen und man erkennt, dass man nicht das ist, was man zuvor über sich dachte.

    • @ Margit und Rüdiger
      Wir können uns mittels der bereits vorhandenen Kreativität unseres Geistes hier und jetzt in diesem Austausch bisher gut verständigen, finde ich. Wenn jetzt andere dazwischen funken würden – müssen wir uns durch sie, die nicht verstehen, ablenken lassen und aus unserem Gespräch aussteigen ?

      Was Du von Deinem geistigen `Standort` hier schreibst, lässt mich sehr aufhorchen, Rüdiger. Darüber ausführlicher zu lesen und zu schreiben, tut Not, denke ich. Ich musste sofort an das letzte Gespräch zwischen Jens Lehrich und Dirk C. Fleck denken, in dem sie so normal über ihre paranormalen Erfahrungen sprachen. Die geistige Welt ist eben nicht getrennt von unserer materiellen Welt.
      Ich erlebe es so, dass es in mir einen `Ort` gibt, wenn ich sitze und still werde und nichts will, wo nur Liebe und Friede und Gegenwart ist. Das bin wirklich Ich.

      War es ok, Dich zu Duzen, Rüdiger ?

    • <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/josef/' rel='nofollow'>@Josef</a> Gabriel Twickel, ist okay, mich zu duzen 🙂
      Der erste, aber vor allem der zweite Weltkrieg hat in Deutschland nicht nur Elend gebracht und ist vor allem von Deutschland auch ausgegangen. Beide Kriege haben in Deutschland die "Geisteswissenschaften" und die damaligen viele Orte, Vereine und Gruppen quasi völlig zerstört. Wie holt man die geistige Welt in sein eigenes unmittelbares Umfeld? Wie geht diese Kommunikation und was kann diese für das eigene Leben bedeuten?
      Auch dazu gehört MUT, sehr viel MUT. Denn die meisten Menschen in diesem Land halten das für Schwachsinn, gerade weil die Kultur darüber in diesem Land gar keine Tradition mehr hat.

      Man muss zum Beispiel Rudolf Steiner nicht zum Guru oder Führer selbst erheben, aber sich mit ihm nicht zu beschäftigen, führt automatisch in eine Sackgasse des eigenen Denkens und Verstehens.
      Nie wird in der Bewegung darüber gesprochen, nicht auf ihn hingewiesen. Ich glaube, weil man ihn nicht kennt. Steiner ist raus aus dem Debattenraum unseres Denkens und Kommunizierens.

      Diese ganzen Kreistänze über Geostrategie und Politik werden einem fast wie Erleuchtungsmomente klar, wenn man begreift, dass man selbst falsch denkt, dazu ja konditioniert wurde, falsch zu denken.
      Na ja, ich will es mal dabei belassen und hier den Rat geben, sich mit ihm zu beschäftigen, mit der geistigen Welt, in der auch wir leben, es aber oft gar nicht wissen. Daraus ergeben sich ganz andere Lösungen als die, die wir in den Bewegungen diskutieren.

      Alles Bisherige tritt zurück, wenn wir uns dabei neu kennen lernen und uns auch als ein geistiges Wesen erkennen. Davon nix in der Bewegung und das meine ich wenn ich sage oder schreibe auf Fragen, dass ich sagen soll, was ich denke: Wenn ich das schreiben oder sagen, versteht mich einfach niemand mehr, ausser die, in und mit der geistigen Welt auch schon leben.

      "Ich erlebe es so, dass es in mir einen `Ort` gibt, wenn ich sitze und still werde und nichts will, wo nur Liebe und Friede und Gegenwart ist. Das bin wirklich Ich." Das ist das Plateau der geistigen Welt. Jetzt könntest Du nur noch den Eingang dazu finden und hineintreten. Das geschieht, wenn Du dich der geistigen hingibst und in ihr durch dein Denken hineinströmst. Der Eingang ist für alle offen und er ist einfacher zu finden, wenn du alles materielle erst einmal in den Hintergrund schiebst und Dich dem Feinstofflichen anvertraust.

      Kennst Du dass hier von mir? https://www.youtube.com/watch?v=IUSrpaOyFU8&feature=emb_title

    • Deinen podcast hab ich mir gerade angehört. Danke Dir ! Sehr schön, Dich so näher kennenzulernen ! Bisher gibt es dazu 436 Kommentare. Soweit ich geschaut habe, alle positiv ! Offenbar sind viele Menschen in Richtung Selbst auf der Suche und unterwegs. Ich ja auch – und schätze Steiner dabei außerordentlich.
      Mich erinnern und wach sein unterwegs, das hilft mir, meiner Seele zu folgen !
      Nochmal: Danke !

      Ich poste hier einfach mal ein autobiographisches Kapitel aus dem Buch von OM Parkin "Die Geburt des Löwen", das bildmächtig beschreibt, wie und warum wir hier auf die Erde kommen. Diese Sicht leuchtet mir sehr ein.

      "Der Pakt

      Ende der 80er Jahre arbeitete ich eng mit einem Kreis von Wahrheitssuchenden in Österreich zusammen. Ein- bis zweimal im Jahr trafen wir uns zu gemeinsamen Nachtritualen, in denen wir uns gegenseitig auf Reisen nach innen begleiteten. In jener Nacht hatte ich die Reise mit dem vermeintlich harmlosen Anliegen eröffnet, mehr darüber erfahren zu wollen, woher meine Grundangst gegenüber anderen Menschen und der ganzen Welt stammte.

      Plötzlich fand ich mich in einem Kellergewölbe wieder. Unterirdische Gänge waren in den Fels geschlagen, welcher durch das Licht der Kerzen an den Wänden kupfern schimmerte. Eine festliche, eine erhabene Stimmung ging von diesen Gewölben aus, als ich mich durch die langen Gänge bewegte und in einen großen runden Saal mit einer Kuppel eintrat.

      Der goldene Glanz der großen Altarkerzen erhellte den Raum nur spärlich. Es herrschte absolute Stille. Ich schaute in den Kreis. Sie waren zusammengekommen für dieses Ritual, Satan und seine Hohenpriester: die Herrscher der Unterwelt, zwölf an der Zahl, elf mächtige Gestalten in schwarzen, wallenden Gewändern, einer in Weiß. Ich wusste um meine innere Führung. Das gab mir absolutes Vertrauen. Der Ablauf eines jeden Bildes oder Gedankens geschah mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks. Ich war gekommen, um den Pakt zu lösen. Ich wollte beginnen, mich umzuschauen, als der Bewusstseinsfaden riss und die Kontinuität der Wahrnehmung abbrach. Ein neues Bild erschien: Ich sah die Seele auf ihrem Weg, in diese Welt zu inkarnieren. Als ich durch das Eingangstor hindurchschritt, hielt mich noch unter dem Torbogen ein Wächter an: Es war ein Engel von vollendeter Schönheit, seine blauen Augen wie aus Eis. Sein Name war Luzifer, und er ließ sich mit »Seine Majestät« anreden. Die Menschen sprachen von ihm als dem gefallenen Engel, er selbst stellte sich jedoch als ein Abgesandter Gottes vor, beauftragt, die Teilnahmeregeln hier auf Erden festzulegen und über ihre Einhaltung zu wachen – und er ergoss sich in Schwärmereien über die Lebensbedingungen auf Erden.

      In dem Moment, als wir den Handel besiegelten, geschah etwas Seltsames. Eine gewaltige Macht spaltete sich entzwei, und ich vergaß. Ich vergaß den Engel, ich vergaß den Handel, ich vergaß, wer ICH BIN. Da dämmerte es mir, dass dieser Handel ein Pakt gewesen war. Ich nenne ihn »die Versuchung«, und sie begann, gnadenlos zu wirken von dem Moment an, wo der Pakt besiegelt worden war. Immer wieder von neuem manifestierte sich diese Versuchung, in tausend Masken, in unendlicher Vielfalt, maßlos, begierig.

      Wie konnte das geschehen ? Ich hatte vergessen. Und doch war der Pakt so etwas wie eine Eintrittskarte gewesen. Ich erkannte, es gibt keine Seele auf der ganzen Welt, die keinen Pakt mit dem Teufel eingegangen ist, denn ohne diese Eintrittskarte hat noch nie ein Mensch dieses Theater von innen gesehen. Die Macht dieses Wächters ist hier allgegenwärtig. Doch jeder glaubt, sich an ihm vorbeigeschlichen zu haben. Und er lacht sich ins Fäustchen, denn so lange sie das glauben, hat er sie fest im Griff.

      Noch einmal kehrte ich bewusst zu dem Moment des Paktes zurück und da wusste ich plötzlich, dass ich trotz allem freiwillig gekommen war, ja, dass noch nie eine Seele von Luzifer gefangen genommen worden war. Langsam kehrte meine Aufmerksamkeit in den Saal zurück, in dem der Kreis der Herrscher der Unterwelt zusammengekommen war. Sie taten nichts anderes, als meinen Auftrag zu erfüllen, meiner Absicht stattzugeben. So hart und unerbittlich die Lehrzeit auch gewesen sein mochte, alles funktionierte nach genau festgeschriebenen Gesetzen. Es waren göttliche Gesetze, denn es gibt keine anderen. Diesem illustren Kreis von Gottgesandten kam hier die besondere Aufgabe zu die Seelen durch Versuchung ins Menschsein und damit in die Sünde, die Absonderung zu verführen, um ihnen somit durch Erkenntnis die Möglichkeit zur Rückerinnerung an Gott zu geben.

      Luzifer bedeutet Bringer des Lichtes. Was für ein Spiel, das göttliche Spiel. Ich musste unweigerlich lachen. Wieder schweifte mein Blick durch die Runde: mächtige Männer, die Gesetze der Unterwelt schienen sie verhärmt zu haben. Strenge Lehrer, aus deren Gesichtern sich die Freuden des Lebens zurückgezogen hatten. Einer dieser Männer fiel gänzlich aus der Reihe. Er war in Weiß gekleidet. Ein schöner Jüngling von sanfter, lichter Ausstrahlung, wie in seinen Gesichtszügen zu lesen war. Nur die Harfe hätte das Bild zur Vollendung gebracht. Was hatte dieser schöne, venusgleiche Mann ausgerechnet in dieser Runde verloren. Ich erhielt die Antwort: „Der Engelsdämon.“ Ich konnte es kaum fassen: Er verkörperte den Aspekt des Teufels, der sich in der Gestalt des Engels manifestierte. Erneuter Filmriss…

      „Der Engelsdämon“ – noch einmal tauchte diese Wort in meinem Bewusstsein auf, bevor meine Aufmerksamkeit zurück in die Katakomben taumelte, in denen ich mich aufhielt, zurück zu dem Schönling in der Runde der Zwölf. Da endlich begriff ich den Mephisto in Goethes Faust, der da verkündet: „Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“

      So nahm ich ihn wahr als eine Macht jenseits der Form von Gut und Böse. Er konnte sich jeder beliebigen Form bemächtigen oder anders: Er vermochte in jeder Form dieser Welt zu erscheinen. Die Teufelsvorstellungen des Christentums, insbesondere der Kirche entpuppten sich als bloße Schattenprojektionen abgespaltetener, animalischer Kräfte im Menschen. Meine innere Führung ermahnte mich, mich wieder meines Auftrags zu erinnern.

      Durch die Runde schweifend, wusste ich sofort, wer von den Zwölfen mein Vertragspartner war. Als ich ihm gegenübertrat, sah ich ihn das erste Mal lächeln, und mich berührte die Güte, die aus seinen Gesichtszügen sprach. Sein Name war Orwhan. „Ich bin gekommen, den Pakt zu lösen. Die Zeit ist da. Lange Zeit habe ich gedient und viel gelernt,“ sprach es aus mir. Das Geschenk der Erkenntnis über den Inhalt des Paktes, das Geschenk der Erinnerung, hatte diesen Moment erst möglich gemacht. Was hatte ich verkauft und was dafür empfangen ?

      „Die Qualität des warmen, mitfühlenden Herzens ist unnötig, ja geradezu hinderlich auf dem Weg der Macht“, hatte er mir offenbart und das Wissen als Instrument schmackhaft gemacht, welches geradezu dafür geschaffen sei, es zu benutzen, um mehr und mehr Macht anzusammeln. Die Macht, zu herrschen, die Macht, sich andere untertan zu machen. „Du bekommst Dein Herz zurück, denn hierher kehren nur diejenigen zurück, die erkannt haben, und glaube mir, es sind wenige. Der Pakt ist es, um den sich das ganze Erdendrama dreht. Der einzige Grund, warum er geschlossen wird, ist, ihn zu erkennen, zu lösen und sich damit an das zu erinnern, was jenseits des Paktes ist. Nur wen Du jetzt glaubst, dass der Pakt im nächsten Moment seine Wirkung verliert, so irrst Du. Erinnere Dich an die Gesetze von Raum und Zeit auf dieser Erde.Die Materie ist träge und der Pakt schwingt nach. Das Opfer des Ego, das Du zu bringen hast, ist gewaltig. Und so werden auch Deine Prüfungen, die erst jetzt beginnen, gewaltig sein. Erst sie werden zeigen, ob Deine Entscheidung eine Entscheidung war. So gehe und nutze Dein hier erlerntes Wissen im Dienste des Einen.“

      Gedankenfetzen flogen vorüber, alles begann von Innen her zu vibrieren, zunächst ganz fein, bald immer stärker. Und immer wieder wiederholte ich diesen Satz: „Wie lange habe ich auf diesen Moment gewartet?“ Eine Freude breitete sich aus, ein inneres Tanzen und Juchzen, eine Leichtigkeit. Es war, als wäre eine tonnenschwere Last von mir abgefallen.

      „Der Teufel ist böse. Gott ist gut“, sagte der Teufel, und das Himmelszelt erzitterte, als er in dröhnendes Gelächter ausbrach, und alle Engel und alle Dämonen stimmten mit ein."

  6. Hallo zusammen,
    Deinen Vorschlag “AlltagsMacher“, Joga, finde ich richtig gut, weil er an „Die Macher“ anknüpft und bewusst macht: Es sind nicht nur die Leuchtturmprojekte, die etwas verändern. Änderung geschieht genauso im Alltag durch vielerlei Handlungen, Gesten, Gespräche …
    So wie ich Dich, Rüdiger, verstehe, ist ein solches Format, wie Joga es vorschlägt, für Dich überhaupt keine Option mehr, weil „die Trolle kommen“. ›Wir brauchen eine "aussersoziale Opposition"…‹
    Wäre es dann nicht konsequent, die Kommentar-Funktion bei KenFM gleich abzuschalten und auf Einwegkommunikation überzugehen? Ich verstehe das Dilemma, in dem Ihr als Herausgeber steckt, aber kann Kapitulation wirklich die Lösung sein?

    • Margit, welches Dilemma meinst Du ? Dass bei jeder für alle offenen Diskussion auch Trolle und Plaudertaschen und Selbstdarsteller und Dummköpfe und… und…und… mitmachen können ?

    • @Margit Geilenbrügge, wenn,, wie ich sage, es um einen selbst geht, dann geht es auch um die anderen Selbst für sie selbst. Ergo, die Kommentarfunktion auszuschalten wäre das Gegenteil von dem, was ich meine. Jeder auf seinem Bahnhof und jeder kann sich seiner selbst irgendwann wirklich bewusst werden. das ist ein Prozess, zu dem vieles gehört, aber vor allem FREIHEIT.
      Mein Weg ist ein anderer geworden und er ist keineswegs irgendwie voller Frust oder sonst was. Jedes Problem, dass ich bekomme, gehe ich sofort an und suche eine Lösung. Ich finde ein e und mache weiter. Alles Vergangene hinterlässt Prozesse, wenn man zurückschaut. Es war ein Prozess, in dem ich lernte und nach Lösungen suchte und sie fand. Bei mir ist das immer so und ich wusste das schon vorher. Viele haben das vor sich und noch mehr Menschen werden dass nie für sich erfahren. Da müssen sie schon in unsere Sandalen schlüpfen 🙂

  7. @M.G.T. Guter Vorschlag, jedoch, ich will ehrlich sein.
    Vor 7 Jahren hätte ich dem vorbehaltlos zugestimmt. Doch nach 7 Jahren in der "Öffentlichkeit" mit nämlich genau dem Thema hier, bin ich eines Besseren belehrt worden, und zwar genau durch die neuen Medien, in der alles unausgegorene eine Megawichtigkeit erlangen will; nichts gegen die, die echt das Ganze befruchten und sich auch mit guten Ideen einbringen. Aber der ganze große Unsinn, der von sehr vielen mit einer enormen Energie gesehen werden will, zerstörte in allen Projekten, die ich schon sehr lange erlebe alles, was mit so einer sehr guten Idee zu tun hatte.
    Überall Egoshooter und Egopolierer und dann noch die Klugscheißer und Alleswisser aus den politischen Bereichen, vor allem von…, na ihr wisst schon.
    Ich habe in der Friedensbewegung mit genau diesen Dingen, die im Buch "Mut" erörtert werden, von der Masse einen Riesenshitstorm bekommen. Als ich dan anfing, mit richtig guter Energie, die Tagesdosen hier zu schreiben, wurde es immer ganz besonders schlimm, sobald ich psychologische Themen brachte. Es folgten einige mit selbigem Beispiel in den alternativen Medien und die machten die gleich Erfahrung.
    Die Leute, und das ist mein Resümee, wollen abgelenkt sein, sie wollen ein bisschen Thrill erleben, aufgeregt sein und daher diese ganze Fokussierung auf die Geostrategie. ABER, wenn es darum geht, die eigenen Anteile anzuschauen und diese zu ändern, was ja Voraussetzumg für einen bessere Welt wäre, da kommt dann. "Wie kannst du es wagen, mir den Spiegel vorzuhalten!" Und dann geht es los.
    Alles was sie dann erblicken, und zwar in sich selbst, werfen sie dann dem Autor vor den Latz. Und dann hört man einfach damit auf, solche Empathieberichte zu schreiben. Wer das nicht selbst erlebt hat, denkt oft: Das kann doch nicht sein. Doch, so sind die Menschen. Sie suchen sich Ersatz und Ablenkung und dies sogar ganz besonders in den sogenannten "Bewegungen", die ihr Gegenteil sein sollen. Ein Versteck, mehr sind Bewegungen nicht. In mehr zeigen sie sich nicht. Änderungen kommen nur, wenn sich jeder Einzelne ändert. Aber sie keifern und sabbern: Du Idiot! Da müssen wir endlich diese und jene wählen! Mittlerweile könnte ich über diese Bewegung ein Buch schreiben. Fazit wäre: Und sie änderten nichts, weil sie ihren Gehorsam lieben, wie die Prügel eines Kindes, das die Prügel mit der Zeit als Zuwendung erlebt und sich freut, wenn der Stock es berührt.

    Aber nur zu, macht so etwas. Aber verlangt nicht nur, dass Andere es machen. Macht es selbst oder macht dabei mit.

    • Lieber Rüdiger,
      danke für Deine Rückmeldung. In Deinem Beitrag wird sehr deutlich, wie sehr Dich Deine 7-jährigen (eine geradezu symbolische Zahl) Erfahrungen enttäuscht und frustriert haben. Sowas ist sicherlich sehr schmerzhaft.

      Aber sich von alten Erfahrungen leiten zu lassen, muss nicht immer richtig sein. Es kann uns auch die Zukunft verbauen. Das klingt vielleicht etwas leicht daher gesagt.

      Aber könnte es nicht auch sein, dass M.G.T.’s Vorschlag so etwas ist wie eine „lebendige Idee“, die ein Potential in sich birgt, durch das etwas Neues in die Welt kommen will, das alle bisherigen Erfahrungen übersteigt.

      Warum behaltet Ihr den Vorschlag nicht einfach mal ganz zwanglos im Hinterkopf?!

    • Also, diese Antwort, Herr Lenz … nun ja, hab ich von Ihnen nicht erwartet.
      Sie resümieren hier:
      "…Die Leute, und das ist mein Resümee, wollen abgelenkt sein, sie wollen ein bisschen Thrill erleben, aufgeregt sein und daher diese ganze Fokussierung auf die Geostrategie. ABER, wenn es darum geht, die eigenen Anteile anzuschauen und diese zu ändern, was ja Voraussetzumg für einen bessere Welt wäre, da kommt dann. "Wie kannst du es wagen, mir den Spiegel vorzuhalten!" Und dann geht es los.
      Alles was sie dann erblicken, und zwar in sich selbst, werfen sie dann dem Autor vor den Latz. Und dann hört man einfach damit auf, solche Empathieberichte zu schreiben…"

      Ich frage mich, warum Sie dann die ganze Zeit hier bei Kenfm psychologische Themen ansprechen, darlegen, mitteilen.

      Aber egal. Sie schreiben hier auch: "Änderungen kommen nur, wenn sich jeder Einzelne ändert." Ich hab den Eindruck, das M.G.T., Margit und ich diese Auffassung teilen.

      Also lasst uns damit anfangen hier bei kenfm. Ich verändere den Vorschlag von M.G.T. dementsprechend etwas:
      Wir wünschen uns, dass hier eine Rubrik `AlltagsMacher` eingerichtet wird, wo jeder Kommentator seine Gedanken äußern kann, wie er SICH – und damit die Welt verändert.

      Zwei Autoren sind jetzt angesprochen: Margit und Rüdiger, und ein Kommentator: M.G.T.
      Was sagt Ihr dazu ?

    • <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/josef/' rel='nofollow'>@Josef</a> Gabriel Twickel, ich schreibe hier für die, die das ja alles schon für sich erkannt haben und für die, die das irgendwie in sich spüren oder erahnen und den letzten Schubser brauchen. Die Sache ist ja nicht hoffnungslos 🙂
      Man sollte aber realistisch dabei sein und sich die Frage stellen, wieviel wir alle überhaupt sind. 2 Prozent? 3 Prozent? Und wenn man verstanden hat, dass es gar nicht darum geht, es zu tun, damit es mehr werden, sondern etwas tun, damit man selbst immer weiter wächst, dann hat man es wirklich verstanden.

      Ich dachte nämlich längere Zeit, dass ich das für die Anderen tue, dass meine Bücher für die Anderen geschrieben sind. Aber das stimmt gar nicht. Das ist eine Selbsttäuschung. Es geht immer nur um mich – was überhaupt nichts mit Egoismus zu tun hat! Es geht um meine Weg hier. Und so ist es mit allen Menschen, die etwas tun. Sie tun es für sich, sie schreiben für sich, sie geben Vorträge für sich und machen sogar Therapien nur für sich. Ken Follet schreibt in Wirklichkeit nur für sich, Albert Einstein findet die Theorien nur für sich. Ob man das dann wirklich so versteht, ist für den eigenen Weg fast völlig irrelevant. Alles was Menschen tun tun sie in erster Linie für sich. Und damit ist kein Egoismus gemeint, kein Raffen oder für sich einnehmen, Nein! Da tut sich dann ein ganzes Universum auf, dass ich hier jetzt nicht weiter erläutern will. Und genau da sollte man die Menschen für begeistern, was ich beruflich tue.

      Ihr könnt ja anderer Meinung sein, aber für mich sind Gruppen, die nur herumreden oder herumdiskutieren, zum Scheitern und Entern verurteilt; die Trolle kommen. Es müsste etwas sein, dass sich um die Umsetzung bemüht und in der sich leute zusammentun, die JETZ mit sich die Veränderung in der Gruppe gestalten können. Alles andere wird bei Psiram und Co landen.
      Wir brauchen eine "aussersoziale Opposition" zu dem, was hier Leben, Arbeit, Beruf, Gemeinschaft, Beziehung, Liebe und Waschtum, also Bildung heißt. Kein Theoretisieren mehr, ein echtes Handeln IN all dem, was wir wissen. Kein linkes, rechtes oder sonst ein politische Gequassel mehr.
      Und, diese Gruppe darf nicht einmal versuchen, in die Öffentlichkeitsarbeit einzusteigen. Sie muss in allen Mitglieder ungedingten Ungehorsam fordern, kein Anhimmeln irgendwelcher Führerpersönlichkeiten und aufarbeiten des inneren Terrors, also der Traumen oder Konflikte.

    • @ Rüdiger Lenz,
      es war eine spontane Idee – beim lesen des Artikels geboren und einfach mal "ausgeplaudert". Dabei weiß ich aus den selbst gemachten Erfahrungen des Lebens, dass Sie hier absolut die Wahrheit sagen und auch noch Recht haben damit. Bei so viel Hass und Hetze, die tagtäglich von denen ausgesprochen & begangen werden, die angeblich dagegen sind – welch Schizophrenie! – ist eine positive Form des Miteinander Umgehens ein wohltuender Gedanke – von dem ich nicht besser wußte, wie man das umsetzen könnte damit man mehr Menschen erreicht….

      Man macht sich heutzutage nicht unbedingt viele Freunde, denn – aus meiner persönlichen Sicht – wird die Wahrheit oder auch das eigene Spiegelbild als Bedrohung empfunden – und das nicht nur im "politischen" Bereich. Wer versucht genau so und danach zu leben – also ganz praktisch – hat es nicht einfach. Aber so wie Sie sehr richtig erkannt haben, dass zu viele – ich nenne sie Profilneurotiker – die Mitläufer um wichtig zu sein, die Nachplapperer um dazu zugehören, die sich ihrer selbst Nichtbewussten – aus oberflächlichen Gründen, zerstören, was andere aufbauen, sollte man sich nicht entmutigen lassen.

      Bleiben Sie wie Sie sind, nehmen es nicht persönlich wenn andere ihre Gedankengänge nicht teilen können weil sie sich eben auf einem anderen Level befinden. Wer die Hilfe nicht annimmt weil er es nicht versteht – das ist kein Grund an sich zu zweifeln oder zu verzweifeln.
      Ich habe ähnliche Erfahrungen im Leben gemacht wie sie – sicher nur im kleineren Bereich und kann alle ihre Einschätzungen bestätigen. Auch die Zeit der Selbstzweifel – "was stimmt mit mir nicht?" habe ihre Zeit gebraucht um mich davon zu überzeugen, dass ich nicht das Leben der Anderen verändern kann wenn sie es nicht selber wollen.
      Leider ist die kognitive Dissonanz derart verbreitet, dass ich manchmal glaube, Deutschland wäre eine "Freiluft-Irrenanstalt"….. So bin ich auf die Idee gekommen, tatsächlich ziemlich konsequent genau das zu leben in jeder Beziehung von dem ich nach reichlicher Überlegung überzeugt bin – und es geht mir damit wesentlich besser.
      Ich kämpfe nicht mehr "gegen" etwas sondern "für" etwas. Jederzeit begründbar ohne ideologische Scheuklappen anzulegen. Das bringt dann auch eher Neugier für Begründungen einer anderen Perspektive mit sich.
      Und Sie haben natürlich recht, man kann andere nicht ändern wenn die sich /ihr Leben nicht selber ändern wollen….man sollte sie lassen denn jeder kann nur sein Leben leben…..

    • Ihre folgenden Aussagen haben mich besonders angesprochen, Herr Lenz. Dazu schreibe ich Ihnen hier meine Rückmeldungen.

      Lenz: "Ich schreibe hier für die, die das ja alles schon für sich erkannt haben und für die, die das irgendwie in sich spüren oder erahnen und den letzten Schubser brauchen. Die Sache ist ja nicht hoffnungslos."

      Twickel: Genau für solche Leute könnte auch ein neues Format `AlltagsMacher`ermunternd, wertvoll und unterstützend sein – könnte bis zur persönlichen, nicht mehr virtuellen Vernetzung führen.
      Genau: "Die Sache ist ja nicht hoffnungslos."

      Lenz: "Ich dachte nämlich längere Zeit, dass ich das für die Anderen tue, dass meine Bücher für die Anderen geschrieben sind. Aber das stimmt gar nicht. Das ist eine Selbsttäuschung. Es geht immer nur um mich – was überhaupt nichts mit Egoismus zu tun hat! Es geht um meine Weg hier. Und so ist es mit allen Menschen, die etwas tun. Sie tun es für sich, sie schreiben für sich, sie geben Vorträge für sich und machen sogar Therapien nur für sich."

      Twickel: Ich halte das nicht für wirklich zutreffend und würde schreiben "Ich dachte nämlich längere Zeit, dass ich das vor allem für die Anderen tue, dass meine Bücher vor allem für die Anderen geschrieben sind. Aber das stimmt gar nicht. Das ist eine Selbsttäuschung. Es geht immer in erster Linie und vor allem um mich – was überhaupt nichts mit Egoismus zu tun hat! Es geht letztlich immer um meinen Weg hier. Und so ist es mit allen Menschen, die etwas tun. Sie tun es im besten Fall wirklich aus sich heraus. Sie schreiben Bücher, um sich mitzuteilen, geben Vorträge, um sich mitzuteilen und bieten sogar Therapien an, weil sie selber noch Heilung brauchen."
      Wenn es tatsächlich "immer nur um mich" ginge, dann würde einzig der Platz in der Einsamkeit für die Realisierung in Frage kommen. Für bestimmte Menschen mag auch diese Lebensweise zeitweise oder dauerhaft dran sein. Aber eben nicht für jemand, der Bücher schreibt, Vorträge hält oder Therapien anbietet.

      Lenz: "Alles was Menschen tun tun sie in erster Linie für sich. Und damit ist kein Egoismus gemeint, kein Raffen oder für sich einnehmen, Nein! Da tut sich dann ein ganzes Universum auf, dass ich hier jetzt nicht weiter erläutern will. Und genau da sollte man die Menschen für begeistern, was ich beruflich tue."

      Twickel: (Hier schreiben Sie nun auch "Alles was Menschen tun, tun sie in erster Linie für sich" – Sie schreiben "in erster Linie" – und nicht mehr "nur".)
      Mit einem neuen Format "AlltagsMacher" könnten m. E. auch Menschen dafür begeistert werden, etwas für sich zu tun, statt gegen etwas; könnten darauf gestoßen werden, ihre Opferhaltung zu erkennen und los zu lassen; könnten davon überrascht werden, ihre eigensten Interessen und Fähigkeiten in denen ihres Gegenübers zu erkennen und sich mit ihm zusammenzutun.

      Lenz: "Ihr könnt ja anderer Meinung sein, aber für mich sind Gruppen, die nur herumreden oder herumdiskutieren, zum Scheitern und Entern verurteilt; die Trolle kommen."

      Twickel: Es geht natürlich nicht darum, eine Gruppe zu bilden, die "nur herumredet oder herumdiskutiert". Diesen Pappkameraden hier aufzubauen hätten Sie sich sparen können.
      Wie wir gerade in unserem Viereraustausch hier erleben, geht es auch in einem stinknormalen Forum, dass man sich substantiell austauscht. Wir brauchen nur ehrlich und offen miteinander zu schreiben. Und eventuelle Trolle außen vor lassen.

      Lenz: "Wir brauchen eine "aussersoziale Opposition" zu dem, was hier Leben, Arbeit, Beruf, Gemeinschaft, Beziehung, Liebe und Waschtum, also Bildung heißt. Kein Theoretisieren mehr, ein echtes Handeln IN all dem, was wir wissen. Kein linkes, rechtes oder sonst ein politische Gequassel mehr.
      Und, diese Gruppe darf nicht einmal versuchen, in die Öffentlichkeitsarbeit einzusteigen. Sie muss in allen Mitglieder ungedingten Ungehorsam fordern, kein Anhimmeln irgendwelcher Führerpersönlichkeiten und aufarbeiten des inneren Terrors, also der Traumen oder Konflikte."

      Twickel: so eine intensive Selbsterforschungsgruppe braucht natürlich kein öffentliches Forum zum Austausch. Theorie ist aber auch da unbedingt notwendig. Außer spontanen Handlungen wird jede Tat, und schon gar jede gemeinschaftliche Tat in Gedanken vorbereitet. Auch dies Denken ist Tun. Und das umsichtige Durchdenken unseres Tuns und der Austausch darüber sind notwendig.

      Mit einem herzlichen Gruß von mir zu Ihnen !

    • Schön, dass Du das "mal einfach ausgeplaudert" hast, M.G.T. !
      Denn natürlich "…ist eine positive Form des Miteinander Umgehens ein wohltuender Gedanke …." !

      Sind wir nicht gerade mitten dabei, Deinen wohltuenden Gedanken wirklich zu machen ?

  8. "Schön wäre eventuell wenn auch hier eine Rubrik so ein Thema hätte und jeder Kommentator seine Gedanken, wie er für sich die Welt verändern kann, äußert." Eine klasse Anregung, M.G.T. !

    Wie seht ihr vom kenfm-Team das ?

    Meine Anregung für heute: ich lese den Artikel oder den Kommentar, den ich kommentiere, vorher so gründlich, dass ich ihn wirklich verstanden habe.

  9. Eine wunderbare Idee – schade, dass es nur für einige Tage ist. So kann es schnell untergehen und ins Vergessen geraten.
    Schön wäre eventuell wenn auch hier eine Rubrik so ein Thema hätte und jeder Kommentator seine Gedanken, wie er für sich die Welt verändern kann, äußert.
    Nicht jeder Mensch hat die gleichen Gedanken und Gefühle, Erfahrungen oder das gleiche alltägliche Leben.
    Man könnte VONEINANDER vielleicht sogar noch etwas lernen, z.B. wie man besser auf bestimmte Situationen im Leben reagieren kann damit es wieder mehr miteinander statt gegeneinander gibt?!
    Es ist eine riesen Aufgabe, da es so viele unterschiedliche Lebensbereiche gibt, die zu 'beackern' wären – da darf & sollte man nicht gleich wieder mutlos werden – denn kein Mensch kann und weiß alles und niemand ist oder wird perfekt – dazu ist das Leben auch zu kurz. Aber es ist ein guter Anfang mit kleinen Veränderungen im eigenen Leben zu beginnen.

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