Die große Kunst der kleinen Schritte | Von Dirk Pohlmann

Ein Kommentar von Dirk Pohlmann.

In Österreich gibt es seit 2019 eine neue Partei, die in diesem Jahr zum ersten mal zur Landtags und Gemeinderatswahl antritt. Sie heißt SÖZ, Soziales Österreich der Zukunft. Söz ist aber auch ein türkischer Begriff, der „Wort“ oder „Versprechen“ bedeutet. Die Doppelbedeutung dürfte kein Zufall sein, denn viele Mitglieder und Kandidaten sind türkischer Herkunft, die meisten sind Österreicher mit migrantischem Hintergrund der 2. oder 3. Generation.

Spitzenkandidaten sind Hakan Gördu, ein 1984 in Wien-Favoriten geborener Sohn einer Gastarbeiterfamilie, der einen Master in Innovations und Technologiemanagement besitzt und jetzt Unternehmer ist, sowie die Energie und Umweltingenieurin Martha Bißmann, achtes von neun Kindern österreichischer Eltern und ehemals Abgeordnete der grünen Liste Pilz im österreichischen Bundesparlament.

Obwohl es nicht dem Selbstbild von SÖZ entspricht und auch nicht den beiden Spitzenkandidaten,  wird sie oft als Migrantenpartei bezeichnet, was durchaus abschätzig gemeint ist. Die Kombination der Wörter Türke und Migrant sorgen für Kaskaden von abrufbaren Denkmustern. So etwa: Wollen die Türken eine eigene Partei in Österreich gründen? Sind die Nicht-Migranten, die mit antreten, nur ein Feigenblatt?

Steckt Erdogan hinter SÖZ? Sind das Islamisten im Schafspelz? Islamische Traditionalisten? Warum haben einige weibliche Kandidaten Kopftücher auf? Andere nicht? Das passt alles gut ins übliche Schema. Anderes nicht. Warum sind mehr als die Hälfte der Kandidaten Frauen? Wieso sind Umweltpolitik und der Klimawandel ein Hauptanliegen? Bildung ist wichtig, gut, das sagen alle. Aber warum ist das so ein wichtiges Thema für SÖZ? Meinen die damit Islamschulen? Für das bedingungslose Grundeinkommen treten die ein, um sich in die soziale Hängematte legen zu können, klar. Sie reden vom Märchen des ewigen Wirtschaftswachstums, von Umverteilung und dass die soziale Frage wieder gestellt werden muss. Sind diese Islamisten etwa Kommunisten? 

Man kann es auch rational erklären. Weil viele Mitglieder von SÖZ, nicht nur die mit Migrationshintergrund als Unterschichtkinder aufgewachsen sind, gehört Bildung zu ihren Hauptanliegen. Sie legen Wert auf ein soziales Miteinander, die Familie ist bei vielen Migranten das soziale Sicherungsnetz, das sich in Coronazeiten als belastbarer erweist als das Single-Dasein des Metropolen-Wieners. Weil sie erlebt haben, dass die Sozialdemokraten sie nach den Wahlen schnell vergessen haben, wollen sie Sozialdemokratie für alle. Weil sie rassistische Anfeindungen als Lebenserfahrung mitbringen, ist ein rassismusfreies Wien für sie ein Dauerthema. Weil sie in einer Großstadt leben, beschäftigen sie sich mit Kreislaufwirtschaft, Luftqualität und Lärmbelastung.

In einer Stadt wie Wien, wo nach groben Schätzungen jeder zweite Einwohner einen Migrationshintergrund hat, schließlich war die KuK Monarchie eine ziemlich gut funktionierende Multikulti-Staatsform, gibt es Bio-Österreicher, die gar nicht wissen, dass sie gar nicht Angehörige eines sortenreinen Stammes sind, sondern Migranten in der 5. oder 9. Generation.

Aus deutscher Sicht ist Österreich ist ein merkwürdiges Land. Vielen Österreichern fällt nicht auf, was fast alle Deutschen bemerken, wenn sie sich abseits der Skipisten aufhalten. Da ist irgendwie mehr möglich in Österreich. Es geht allgemein beweglicher und weniger besserwessiartig zu als in Piefkeland. In den Talkshows wird härter diskutiert, das Meinungsspektrum ist nicht ideal weit, aber größer als im ZDF. Es gibt mehr Schmäh, aber auch mehr Diskurs. Es gibt sogar eine kommunistische Partei, die in Graz heftig gewählt wird, weil sie bessere sozialdemokratische Politik macht als die Sozialdemokraten. In Österreich ist mehr Leben und Leben lassen. Liegt es an den Kaffeehäusern? Die es immer noch gibt, trotz der US-Franchisingwüsten, die sich auch in Wien ausgebreitet haben wie ein böses Virus? Wer je in Wien im plüschigen Kaffehaus gefrühstückt hat, oder dort abends mit Freunden einen Tafelspitz gegessen hat, entzündet abends im Hotelzimmer eine imaginäre kleine grüne Kerze des Neides und fragt sich, warum die Österreicher haben, was wir nicht haben.

Vieles wird schneller von der Möglichkeit zur Wirklichkeit in Österreich. Der erste populistische Rechtsruck entstand in Österreich mit der FPÖ, die bereits 1983 in einer Bundesregierung vertreten war. Damals zum Entsetzen der bundesdeutschen Presse. War nicht auch Hitler zuerst Österreicher? Und war er nicht angewidert von all den vielen Kulturen, die dort zusammentrafen und den vielen Sprachen, die man in Wien hören konnte? Eine frühe Form von Multi-Kulti-Allergie, die im Massenmord endete. War es wieder soweit?

Man betrachtete gerne von oben herab. Als Oberlehrer. Das ist die Attitüde, die deutsche Journalisten beim Volontariat erlernen und sie die sich mit jeder erklommenen Sprosse der Karriereleiter verfestigt. Bis sich dann im Endstadium die Fregatte „Arroganz“ mit geblähten Segeln in heimischen Gewässern bewegt. Dieses Endstadium nennt man Chefredaktion und Mitgliedschaft in der Atlantikbrücke, dem American Enterprise Institut oder dem German Marshall Fund. 

Tja, Österreich ging nicht unter und mit Verspätung entstand dann auch in Deutschland die AfD. Die deutsche Antwort auf die FPÖ. Mit der Lizenz zum beleidigten Besserwissen. In deren Reihen, wie bei der FPÖ, ebenso betroffen wie gründlich über die Gefahren der Parallelgesellschaften nachgegrübelt wird, über die Bedrohung durch eine totalitäre Religion, über Bevölkerungsaustausch und wie man sich als Fremder im eigenen Land fühlt.

Letzteres verstehen die Mitglieder von SÖZ sehr gut. Schließlich werden sie als Kinder gebürtiger Wienern oft gefragt, wo sie eigentlich herkommen. Also in Wirklichkeit. Weil, so braun ist doch kein Österreicher. Na gut, das kann man missverstehen, aber hier ist die Gesichtsfarbe gemeint.

Wenn man zu überschießendem gutem Willen und Optimismus neigt, könnte man sagen, dass es doch supertotalgut integrationsmäßig ist, wenn Menschen aus Migrantenfamilien das Gemeinwesen mitgestalten wollen. Wenn sie sich nicht nach rückwärts orientieren, um eine imaginäre bessere Vergangenheit wiederzubeleben. Nein, ich meine nicht „Make America Great Again“. Ich meine die Vorstellung eines goldenen Zeitalters des Islam, die durch genaue Imitation alter Regeln  wiederhergestellt werden soll. Die SÖZ Migranten und Nicht-Migranten sind doch wahrhaftig, wenn auch vermutlich unwissentlich, Gefolgsleute des Perikles von Athen, der um 450 vor Christus sagte: „Wer an den Dingen seiner Gemeinde nicht Anteil nimmt, ist kein stiller, sondern ein schlechter Bürger“. Und dann noch auch noch „Nur Wenige sind fähig, eine politische Konzeption zu entwerfen und durchzuführen, aber wir sind alle fähig, sie zu beurteilen.“ Die SÖZ Leute wollen nicht nur Anteil an den Dingen ihrer Gemeinde nehmen, sie versuchen auch noch eine lebensfähige politische Konzeption zu entwerfen. Ihre Denkrichtung geht in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit. Das ist doch wirklich!–  nein. Nicht die Höhe sondern ziemlich gut und demokratisch, oder?

Wenn man statt zu Optimismus zu Minderwertigkeitskomplexen neigt, könnte man auf folgenden Gedanken kommen: Warum passiert das nicht in Berlin Neukölln, sondern in Wien?

Wenn man dazu neigt, nach dem Haar in der Suppe zu suchen, könnte man auf die Idee kommen, dass das alles nur Absichtserklärungen sind. In Wirklichkeit geht es doch wahrscheinlich insgeheim um die schleichende Islamisierung. Warum distanzieren sich die Kandidaten zum Beispiel nicht vom Kopftuch? Dem Symbol der Unterdrückung der Frau im Islam? Das habe ich den Pressesprecher der SÖZ Partei gefragt, Stefan Bartunek. Seines Zeichens Bio-Ösi und in Wikipedia von Kopilot, Feliks und Phi als Anhänger rechtspopulistischer, verschwörungstheoretischer, rassistischer – na ja, sie kennen das. Wikipedia halt. Und jetzt in der Migranten Partei. Was sich dazu wohl die Wikipedia-Junta aus den Fingern saugen wird? (Disclaimer – Ich bin mit Stephan Bartunek befreundet, er hat den „Wikihausen Kongress“ von Markus Fiedler und mir organisiert und war mehrmals mit ihm in einem Kaffehaus. Hiermit tue ich kund und zu wissen: Stephan Bartunek ist Schauspieler und neigt genausowenig wie der RocknRoller Ken Jebsen zum Spießertum. Anders als Kopilot, Feliks und Phi.)

O-Ton Bartunek: „Das ist eine religiöse Geste, aber eine unserer Kandidatinnen, die ein Kopftuch trägt, ist Ärztin mit eigener Praxis. Das ist nicht so einfach einordenbar. Viele junge Muslima bei uns tragen das, wie die Punks früher die Irokesenfrisur. Sie werden ständig wegen des Kopftuchs angemacht, auch sehr übel, die Mutigeren kultivieren das deshalb. Sie gehen mit Adidastrainingsjacke und Kopftuch auf die Straße. Absichtlich. Das hat schon lustige Gespräche an den Wahlständen gegeben, wenn die Wiener ihre Erwartungen und die Antworten nicht zur Deckung bringen konnten. Erstaunlich vielen gefällt das aber.“

Es ist eine merkwürdige Sache mit dem Ansehen anderer Religionen. Der Islam wird als bedrohlich und gefährlich eingeschätzt. Syrien aber klingt in unseren Ohren nicht nach dem friedlichen Zusammenleben der Religionen, für das es einmal berühmt war. Das Land und seine Kultur haben nicht viele Fürsprecher im Kulturestablishment, die „Hände weg von Syrien“ fordern. 

Aber für Tibet und den Buddhismus engagieren sich ganze Heerscharen von Hollywoodstars. Es ist ein Sehnsuchtsort, der Mythos von Shangri La, eines von hohen Bergen umgebenen Refugiums, in dem hunderte Jahre alte Mönche die geistigen Schätze der Menschheit hüten, verstellt bis heute den Blick auf die historische Realität. 

In Tibet gab es bis zum Einmarsch der Chinesen Leibeigenschaft. Nicht vereinzelt, sondern flächendeckend. In den Klöstern gab es Folterkammern. In Tibet wurden flüchtigen Sklaven oder Dieben auf Anordnung von Mönchen die Augen ausgerissen, die Sehnen durchtrennt und Gliedmaßen abgehackt. Vergewaltigungen von männlichen Novizen und weiblichen Bediensteten durch den Gelugpa Klerus waren an der Tagesordnung. Es gab brutale Machtkämpfe verschiedener Lamas um die Vorherrschaft. Bis in die jüngste Vergangenheit war Tibet eine Klassengesellschaft wie es sie im europäischen Mittelalter gab. Was zum Beispiel auch Peter Scholl Latour im soeben dargestellten Sinn kritisch kommentierte.

Der jetzige Dalai Lama passt nicht in dieses sehr negative Bild, stimmt, aber es passt auch nicht in sein positives Bild, dass er mit der CIA und von ihr auch persönlich finanziert einen Guerillakrieg gegen die Chinesen organisierte, was er erst zugab, als die CIA dazu Dokumente veröffentlichte. Es passt eine ganze Menge nicht in dieses Bild. So sagte der US Historiker Howard Zinn: „Ich habe den Dalai Lama immer wegen seiner Plädoyers für Gewaltlosigkeit und seiner Unterstützung der tibetischen Rechte gegen die chinesische Okkupation bewundert. Aber ich muß sagen, ich war enttäuscht, als ich mir seinen Kommentar zum Irakkrieg angesehen habe, denn das ist eine so offensichtliche und klare moralische Angelegenheit, bei der massive Gewalt gegen die Iraker ausgeübt wurde, was Tausende von Toten zur Folge hatte.“. Die Neue Zürcher Zeitung kommentierte ironisch das Verhalten des Tibeters als die Taktik „eines Interessenpolitikers, der weiß, wer ihm die Butter aufs Brot streicht“

Die unterschiedliche Haltung zum Islam, der verschiedene Ausprägungen hat, von den geradezu „buddhistischen“ Sufis bis zu den brachialen Wahabiten reicht, und dem Buddhismus, der von der gewaltlosen Lehre des Gautama Siddharta bis zum tibetischen Gelugpa System reicht, ist aus sich selbst nicht erklärbar. 

Die extrem diversen Beurteilungen haben sicher damit zu tun, welche geopolitischen Machtinteressen damit verbunden sind. Was gut an der Beurteilung der Uighuren zu erkennen ist. Sie sind Muslime, aber über sie wird in westlichen Medien ähnlich fürsorglich berichtet, wie über die tibetischen Buddhisten. Bei beiden Völkern liegt der Fokus auf Menschenrechtsverletzungen der Chinesen, die Uighuren haben sozusagen den Tibet-Bonus statt des Islam-Malus. Weil beide Völker gegen China genutzt werden können. 

Der Islam wurde im Rahmen des unipolaren Machtanspruches der USA zum Feindbild des Westens, zum neuen Erzfeind, nachdem die Sowjetunion dafür nicht mehr zur Verfügung stand.

Die Auswirkungen dieser Frontstellung und der damit verbundenen Kriege reichen bis in unsere europäischen Städte. 

Leben und leben lassen, diese Grundmaxime könnte in Wien eine neue, zukunftstaugliche Ausprägung erhalten.

Die SÖZ Partei aus Wien ist nicht aus geopolitischen Motiven entstanden, sondern aus praktischen Fragen des Zusammenlebens in Wien. Ihre Bedeutung könnte aber weitaus größer werden als die Kommunalpolitik der österreichischen Hauptstadt.

Auch die Entspannungspolitik der Sozialdemokraten entstand aus praktischen Erfordernissen des Zusammenlebens in Berlin nach dem Mauerbau. Das haben Egon Bahr und Willy Brandt stets betont. Die Mauer sollte absolut trennen. Trotzdem gab es zehntausende Berliner, die aus praktischen Gründen im beidseitigen Interesse die Grenze überqueren mussten. Der Grenzverkehr musste organisiert werden. Und dazu mussten beide Seiten miteinander verhandeln. Die Verhandlungen führten in kleinen Schritten zu Verständigung. Sie konterkarierten die politische Absicht der Abschottung. Die Möglichkeit der Verhandlungen nutzten Brandt und Bahr zu immer weitergehenden Dialogen, auch über Außen- und Sicherheitspolitik, auch mit anderen Staaten des Warschauer Paktes. Politik ist die Kunst der kleinen Schritte und der großen Ideen, die sie lenken.

SÖZ ist eine kleine, noch unbedeutende Partei, die in Wien etwa 3% der Stimmen erhalten könnte. Aber die Gründung und Existenz einer Partei des Zusammenlebens ist ein gutes Signal. Da könnte noch einiges auf uns zukommen. Ausnahmsweise etwas Gutes. 

+++

Danke an den  Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

+++

Bildquelle: S.Borisov / shutterstock

+++

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

+++

KenFM jetzt auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommt Ihr zu den Stores von Apple und Google. Hier der Link: https://kenfm.de/kenfm-app/

+++

Abonniere jetzt den KenFM-Newsletter: https://kenfm.de/newsletter/

+++

Jetzt KenFM unterstützen: https://www.patreon.com/KenFMde

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu weiteren Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

+++

Jetzt kannst Du uns auch mit Bitcoins unterstützen.

BitCoin Adresse: 18FpEnH1Dh83GXXGpRNqSoW5TL1z1PZgZK

22 Kommentare zu: “Die große Kunst der kleinen Schritte | Von Dirk Pohlmann

    • youtube.com/watch?v=QDzMZMETu6w

      Pohlmann hat doch die Fakten auf seiner Seite. Gegen Janich und für seine Greta-NWO.

      Dann mal raus in die Debatte und alle Dummen blosgestellt.

      Kann doch nicht so schwer sein. Mit soviel Wahrheit in Gepäck.

      Herrn Janich kann man doch verklagen, wenn die Beweise so eindeutig sind.

      Und was das Klima angeht. Herr Pohlmann, wo bleibt die Debatte?

  1. Vermutlich hat hier die Nähe/die Freundschaft zum Wiener Aktivisten das Urteilsvermögen stark getrübt ! Ich greife nur einen Punkt auf:
    Der politische Islam spielt also keine Rolle und das Kopftuch – na klar, es ist Ausdruck der Freiheit der Frau, nämlich ein Protestmittel gegen die argwöhnischen Blicke der Kritiker, die blöderweise den Zeichen einer rückwärtsgewandten Religionsausrichtung argwöhnisch entgegen sehen. ..Der Islam wird nicht kritisiert, das ist das Credo aus jeder linken Ecke, undzwar aus Rücksichtnahme. Toleranz wird höher veranschlagt als Freiheit und Analyse, denn der politische Islam, der sich seit den 70er Jahren durch die Grauen Wölfe hier in allen offiziellen islamischen Vereinigungen etabliert hat und am runden Tisch mit den Politikern verhandelt, – vor dem verschließt man die Augen. Man verschließt die Augen, dass diese Vereinigungen nicht gegen die Verfolgung und Tötung von Exmuslimen aufstehen; dass sie nicht gegen sog. Ehrenmorde aufstehen. Man verschließt die Augen davor, dass diese sattelfesten Vertreter eines rückwärtsgerichteten Islam moderne muslimische Frauen, (die ihre Kritik an überkommenen Regeln, die sie als Frau herabsetzen, äußern) aus den Zusammenkünften am interkulturellen Tisch drängen. Erstaunlich, dass die Politiker da nicht genau hinsehen wollen. Man will sich halt nicht mit Problemen beschäftigen: Tun wir einfach so, als gäbe es sie nicht…
    Aber muss Dirk Pohlmann daraus eine Lobhudelei für den Islam machen?

    Erwachen wird man erst in 20 Jahren, wenn die Demografie uns ihre Früchte aufzwingt. Aber das werden vor allem die Frauen zu spüren bekommen.

  2. Ich finde, Ken muss sich mal damit beschäftigen, dass Janichtrolle (medium ist da ein Dauerbeispiel, wirklich jedes mal) und Identitäre hier die Lufthohheit in den Kommentaren übernommen haben. Dass diese Ansichten vorkommen, OK, aber ausschließlich geht für mich nicht in Ordnung. Übrigens passiert das gleiche bei Wikihausen, wo ich dezidiert wieder mitmache, um mich mit Markus zu solidarisieren. Da kommt dieses Widerlingsorchester, dass sonst "Spaltung" schreit, sobald man sich zum Klimawandel anders als AfD artig äußert sofort mit Klimawandel als Argument, warum man mit mir nicht reden kann und darf. Es sind halt Faschos im Schafspelz, die die toale Macht und dann ihr eigenes Guantanamo wollen. Ich habe genug Mitteilungen zu dem neuen Nürnberger Prozess bekommen, in dem ich verurteilt werden soll und… . Ich werde mich nicht neben Leute stellen, die in überwiegender Zahl, d.h. mehrheitlich so ticken. Dafür riecht die Zeit zu sehr nach Weimar.

    • Ja, gründ` nur ne Partei,
      Sei nur ein real big spender
      Und gründ` dann noch ne weitre Partei,
      Das Volk, es liebt die Blender.

      Ob nun Publikumsbeschimpfung ihrerseits schon als Indikator für das feucht gewordene Schießpulver zu werten ist, man weiß es nicht. Der Linksdystopismus ist nur die Möhre, mit der die Menschen der Weltregierung zugeführt werden soll. Brain control gobal via Paniksäuen, die man durch die Hirne von Alt und Jung jagt.

      (Fehlt nur noch der evergreen mit den Außerirdischen. Aber man arbeitet sicher dran, falls das Covid 0815-Narrativ die Hufe hochreißt oder Gretel doch noch alle Latten an den Zaum rankriegt)

      Entrismus und Kulturmarxismus haben sich soweit bezahlt gemacht. (Außer für die, welche ausgerechnet beim Feindsender YT um Spenden betteln müssen. Teufel aber auch!)

      Die Erde als Ersatzproletariat und in Brüssel herrschen Kommissare und dekretieren Öko-5-Jahrespläne, auf dass der Westen deindustrialisiert wird und endlich die Verelendung eintritt, welche in der Bibel geweissagt wurde. Also in der roten.

      Der proletarische Mensch war als Träger von det Janze einfach ein Totalausfall.

      Und über Migration zu reden, wäre hier wohl Eulen in Athen zu schlachten. Ein Lieblingsprojekt der Internationalsozialisten. Jede Silbe eine Lästerung. Eh klar.

      Aber sollte sich der liebe Ken, Rock und Roller der er angeblich sein soll, höchstselbst um Trollantentum kümmern:

      Nihil obstat.

    • Hallo Herr Pohlmann,

      ihren Artikel haben 9 Personen bis zu diesem Zeitpunkt kommentiert: Medium, Pachamama, Wildenfelser, Berndraht, Peter Lau, Schlafschaf, Jan Müller, Carlo Witz, GedanKEN.
      Sie sprechen von Janichtrollen und Identitären, Plural. Sie benennen Medium als Solchen, da im Plural beschrieben meinen Sie mehr als Einen.

      Meine Fragen an Sie:
      – Ich kenne die Begriffe Janichtrollen und Identitären nicht, ist dies diffamierend gemeint?
      – Wegen der Plural Formulierung, wen noch meinen Sie? "aber ausschließlich geht für mich nicht in Ordnung" könnte meinen dass Sie alle 9 Kommentatoren meinen. Ist dies so?

      Danke

    • Also Herr Pohlamm ist arm dran, so macht er uns im Juli 2019 glauben. Hat aber weder Janich verklagt noch Eier gezeigt, sich einer Debatte um Schellnhubers Märchen zu stellen.

      "Willkommen in Absurdistan. Der Hausmeister dort heißt Oliver Janich." Und später:

      "[I]m Diesseits hat Oliver Janich eine erstaunlich große Anhängerschaft. Und er hat Telegramgruppen. Eine heißt Konterrevolution. Mit ihr dirigiert er seine Fan-Group in die Kommentarspalten der sozialen Medien."

      Messerscharf kombiniert fragt der Sherlock weiter:

      "Vielleicht hat jemand Interesse mal nachzuforschen, ob es das unterstellte Netzwerk der Grünen mit Rezo vielleicht in Wirklichkeit als PR-Netzwerk Janich-AfD-Seibt-EIKE gibt? "

      Herr Pohlmann, haben Sie nicht richtig recherchiert oder naja, den kennen Sie ja ja sicher gut.

      Und wir 9 sind also die Wahnsinnsarmee von Janich? Na, entweder hat der mit dem Hut nix auf Tasche oder Sie leiden unter einem Wahn.

      Drei Klicks bei Telegram und ich kese, dass Oliver Janich sich von Ihnen verleumdet sieht.

      Nun, wer lügt den nun von Euch zwei Hübschen?

      Kann es sein, dass Sie unter einem Phantomschmerz leider und hier einfach keiner mehr kommentiert?

  3. Nachdem die etablierten Bundesparteien sich bevorzugt für übernationale Interessen lieb Kind tun, was bei einer globalen Entwicklung von Recht und Wirtschaft nicht so verwunderlich ist, ist der Blick auf kommunal wirkende Parteien und Bewegungen durchaus plausibel. Insbesondere wenn sie ein gutes Zusammenleben zum Motiv hat und nicht irgendwelche abstrakt-ideologische Vorstellungen. Das solche Parteien wie SÖZ aufkommen, lässt sich da durchaus als gutes Signal werten. Nüchtern betrachtet müssen wir eingestehen, das wir als Bürger in viel zu hohem Maße unser Autonomie verloren haben, und unsere bürgerlicher Existenz in viel zu großer Abhängigkeit zu den Konzernen steht. Wo bleiben wir, wenn die Banken dicht machen, Strom und Wasser abgedreht werden, oder es es keine bezahlte Arbeit mehr gibt. Die Gizeh Pyramiden bleiben auch ohne Spitze stehen. Weil sie nicht an der Spitze hängen, sondern auf dem Boden stehen. Ob kommunale Parteien die Lösung bilden? Da bin ich eher skeptisch. Wahrscheinlich wird es eher die Not sein, die einfach dazu zwingt, sich wieder auf die eigenen Beine zu stellen und sich zu organisieren. Ganz egal, was oben im Wolkenkuckucksheim oder auf dem Olymp passiert. Und da ist ein politisches Motiv des guten Zusammenlebens, gar kein schlechtes Signal. Gut beobachtet!!

  4. Mir und meiner Familie bringt diese Entwicklung nur Nachteile. Sie kostet mich schlichtweg mehr als sie mir einbringt. Und ich habe genug Hobbys, ich gehe nicht zum Spaß arbeiten. Deswegen will ich diese Entwicklung nicht.
    Erst holen die Bonzen alle auf meine Kosten her, ohne das ich gefragt wurde, dann kommen die nächsten Generationen, die auch nicht halten, was man mir versprach und wenn ich diese Entwicklung nicht gut heiße, werde ich als unmoralisch dargestellt.
    Das ist wie einen alten Mann die Treppe runterschupsen und fragen: "Was rennst du denn so?"

    Wollte ich solche Beiträge lesen oder hören, würde ich mir wieder einen Fernseher kaufen.
    Dieser Artikel hat eher zersetzenden und spaltenden Charakter, denn aufklärenden.

    • Dass der Autor ausgerechnet bei zwei zentralen Kernthemen der NWO (Migration und Klimaschwindel sowie Überwachungsstaat) keinerlei Beißhemmung hat wo der doch sonst hinter jedem Busch einen Räuber vermutet, kann ich seiner mangelnden Blickigkeit unterschieben – oder eben einer Agenda.
      Egal, Pohlamnn übt Verrat.

  5. Bis zum "Klimawandel" habe ich mir das angehört. "Hohe Bedeutung des Kliamwandels" heißt übersetzt Absenkung des Lebensstandards der Massen. Also ist die SÖZ eine weitere knallhart neoliberale, grüne Partei wie viele andere auch. Typisch für Pohlmann, dass er so etwas hypt.

    • Die große Kunst, an der Pohlmann scheitern muss, ist nicht ein kleiner oder großer Schritt, sondern einfach mal die Klappe zu halten.

      In der Schule meiner Kinder laufen solche Gestalten zu Hauf herum: Schuldkult auf zwei Beinen, Selbstgeielung hoch und runter exerziert an jedem noch so an der Harren herbeigezogenen Thema. In Bio, Erdkunde, Politik, in Geschichte, also ganz stark in Geschichte und nun neuerdings auch in Englisch.
      Klimawandel, Überbevölkerung. Und Schuld ist immer der hier lebende Mensch mit seinem Lebenswandel.

      Wir produzieren die nächste Generation, welche komplett durchneurotisiert wird.

    • Ich würde meinen, dass Du zwischen "Solchen" und "Solchen" unterscheiden solltest. Machen wir die Ökosphäre kaputt? Ja, machen wir ("wir", die Menschheit). Vergiftete Böden (Massentierhaltung, Gensaaten, Gifte), vergiftetes Wasser (Fracking, Teersande etc.), vergiftete Luft (Beimengung zahlloser Gifte). Dann kommt aber auch hinzu, dass alles Offizielle oder Halboffizielle nur Augenauswischerei ist. Angefangen mit Gretas Billionären, die im "Green New Deal" ein neues, umweltvernichtendes Wachstumsmodell in Gang zu setzen im Begriff sind. Von "Klimasteuer" ganz abzusehen.
      Zu Greta, genau recherchiert: Cory Morgenstern, The Manufacturing of Greta Thunberg. Und noch ein Aspekt. Wo liegt die größte Energiereserve und Schutz der Umwelt? In er VERSCHWENDUNG. Zum Beispiel im weltgrößten Schmutzfinken Pentagon und allen Mitspielern. Darin, dass riesige Schiffe mit dem dreckigstem Öl getrieben über die Meere schippern, weil "dort" die Produktion von bestimmten Teilen ein paar Cent billiger ist. Oder der Transport von gesponsertem EU-Fleisch und Gemüse nach Afrika. Dort glaubt man auch, Beton, Stahl und Glas seien "total geil", (Import!) obwohl man tausendjährige Erfahrung im Lehmbau hat (Großer Energieaufwand schon in der Herstellung).
      Da könnte man noch eine Lange Liste machen.
      Mit unspezifischem CO2-Getröte – siehe auch XR = extinction rebellion, wo man wieder die Alleinschuld bei Dir verorten will, ist natürlich Teil des GRÜNEN BETRUGS. Aber das heißt eben nicht, dass wir ("Wir" – wer genau ist das ???) nicht einen Krieg gegen das Leben führen. Der läuft auf jeden Fall und bringt PROFIT:

    • Dazu passt, dass die Maske die Sauerstoffaufnahme reduziert. Da geht dann die Propaganda leichter rein.
      Es geht nicht nur etwa um die historische deutsche Schuld (Dazu sage ich hier mal nichts) – bei jedem Thema ist der Einzelne der Schuldige, damit er den Kopf einzieht und nicht gegen die vorgeht, die wirklich an der vielfältigen Misere schuld sind.

    • Bei Pohlmann habe ich mich verabschiedet als er hier China so als Vorbild herausgestellt hat. Naja, als politische Melone kann er nicht anders.
      Aber das ist nicht mein Modell.

      Riecht nach Weltinnenpolitik als Nonsens und Leimspur für die tauben Massen, um sie mit einem guten Gefühl und moralinsaurer Überlegen- und Überheblichkeit in die NWO zu rattenfängern.

  6. Na ja, wer den Friedensnobelpreis erhält, wird ja in der Regel instrumentalisiert.
    Warum nicht auch der Dalai Lama. Schließlich geht es ja gegen die bösen Chinesen.
    Allerdings die Verbindung zur SÖZ hat sich mir nicht so recht erschlossen.

  7. Österreich ist weitaus vielschichtiger als Wien und Skipisten.
    Auf vielen Geschäftsreisen habe ich mich in Österreich immer sehr wohl gefühlt, auch menschlich, und eine tolles Angebot an Säften und Kuchen genossen. In Deutschland habe ich das seltener finden können. Meine eigenen Eindrücke!

    Es stände Ihnen gut, Herr Pohlmann, es aus eigener Perspektive zu beschreiben statt verallgemeindernd "Da ist irgendwie mehr möglich in Österreich. Es geht allgemein beweglicher und weniger besserwessiartig zu als in Piefkeland"
    Leben Sie mal woanders auf der Erde für eine Weile und nicht in Westeuropa dann merken Sie eventuell ganz schnell was Sie an Deutschland haben. Das nur am Rande, und ich meine nicht Merkel&Co und all die politische Verlogenheit. Die haben wir überall auf der Erde und auch in Österreich.

    Die SÖZ wird an ihren Taten gemessen werden und solange es keine Taten gibt ist alles gut.

    Was hat nur der Exkurs zu den Religionen mit der SÖZ zu tun? Vertrauen in eine parlamentarische Demokratie setzt darauf dass die Volksvertreter zum höchsten Wohle des Gesamtvolkes entscheiden und nicht zum Wohle von Minderheiten.
    Sie werben für Vertrauen in die SÖZ indem Sie den tibetischen Gelugpa Buddhismus beschreiben (jaja, Buddhismus ist vielschichtig von gut zu böse und so ist der Islam auch, und der gute Islam ist die Grundlage der SÖZ….).
    Fragen Sie die SÖZ, was wird diese tun um ständig zum höchsten Wohle des Gesamtvolkes zu entscheiden!
    Wenn Sie mit dem Parteiprogramm kommen, werde ich laut lachen müssen.
    Es liegt an den Menschen! Wenn die SÖZ mit der Antwort käme, es arbeiten ausschliesslich Menschen bei uns die (weitgehend) frei von Traumata, Schocks, neg. Emotionen sind , das wäre ein Anfang. Mitarbeiter die täglich für ihre mentale Gesundheit sorgen.
    Wenn Sie jetzt spontan an eine Sekte denken, dann wissen Sie wo Sie bei sich persönlich anfangen können.

  8. der heute fast achtzigjähriger Bob Dylan sang weiland im unterirdischen Heimweh-Blues: don't follow leaders, watch your parking meters. In den 80igern gründeten Landsleute von uns eine Partei, die mit Sonneblumen, Turnschuhen ihres ersten Landesministers in Hessen, selbstgestrickten Pullovern und schlabbrigen Leinenhosen, mit einer Zuarbeiterin der Kultband Ton Steine Scherben und den Kernthemen Friedenspolitik und Ökologie auf den Fahnen in die Parlamente einzog. Mit Cem Özdemir waren sie auch früh am Start, den Sprössling einer türkischen Zuwandererfamilie bei seinem Aufstieg in der Partei nicht auszubremsen. Wie die Geschichte weiterging muss ich hier nicht weiter ausmalen. Die AfD hat mal als bürgerlich liberal-konservative Partei begonnen, die von Anfang an die Geburtsfehler des Euro thematisierte. Fleisch vom Fleische aus FDP und CDU. Wie ging es weiter, wofür steht Alice Weidel? Was sind die Gründe für eine entsprechende Entwicklung in der Partei DIE LINKE? Was ich im Artikel von Dirk Pohlmann gänzlich vermisse ist die Überlegung, warum die neue Partei in Österreich nicht ein analoges Schicksal ereilen sollte. Worin Herr Pohlmann liegt Ihr Optimismus begründet, dass ein neuerlicher Versuch von Parteigründung für sich in den alten, in den sonst unveränderten Strukturen einen Unterschied machen könnte? Den Tenor des Artikels kann ich kaum nachvollziehen, weil er diese Bedenken nicht ausreichend beinhaltet.

    • Berndraht verkürzt: "Wer wählt hat schon verloren".
      Ergänzend: "Was ist heute die Politik der kleinen Schritte"? Antwort: "Der Schritt von einer kleinen Sanktion zur nächsten."
      Irgendwie ist wohl heute alles nicht mehr so, wie es zunächst aussieht oder sich anhört. Nicht mal im Islam.
      Dazu höre ich das Konzert von Julia Boutros in Tyre 2018. Da findet sich die Seele eines muslimischen Landes (Libanon) wieder. Da wird auch die Hizbollah gefeiert, so eine islamistische, bei uns verteufelte Terrororganisation.
      Nur ist Julia Boutros, wie viele andere Mitglieder, Christin. Und unter den Zuhörerinnen sitzt oder steht die Frau mit Kopftuch neben der ohne. Wie kann das sein? Und dann ist das auch noch ein- bzw. ausdrucksvolle Musik (finde ich).
      Dafür ist dann Saudi-Arabien des Westens bester Freud, wo… na ja, wisst ihr ja. Sanktioniert wird aber der Libanon.

    • Der Herr P. und seine linke Sehnsucht danach, dass alles Gute nur von weit her kommen muss, aber nie in uns selbst liegt. Da röhrt gut vernehmlich der deutsche Selbthass mit, Igitt!

Hinterlasse eine Antwort