Die Idee einer linken Sammlungsbewegung und die Realität

von Bernhard Trautvetter.

Die alternativen Kräfte, ob links-alternativ, demokratische Sozialisten, grün-alternative, sich autonom verstehende, sozialliberale DemokratInnen, menschenrechtsbewegte Solidaritäts-Initiativen und -Organisationen, AktivistInnen der Friedens- und Umweltbewegung waren schon einmal stärker.

Sahra Wagenknecht und andere reagieren darauf mit der Idee, eine linke Sammlungsbewegung über Parteigrenzen ins Leben zu rufen.

Das dahinter liegende Denken birgt die Gefahr in sich, von einer überstülpenden Logik geprägt zu sein. Im Idealfall existieren solche Bewegungen wie Graswurzeln weit über das Land und die Spektren verbreitet von unten aus und suchen nach Verbindungen, die im Sinne der Synergie ihre Kräfte verbinden, wodurch das Gesamte mehr ist, als die Summe der Teile.

Die Zeiten sind heute allerdings andere, als es während der Studenten-, Jugend- und Lehrlingsbewegung der Fall war, in deren Verlauf viele Basisinitiativen immer wieder nach überregionalen Vernetzungen drängten. Damals – um das Jahr 1968 herum – gab es sogar weltweite Vernetzungen und Kampagnen, die sich gegenseitig verstärkten. Es ging gegen den Vietnamkrieg der USA, um die Überwindung einer nachfaschistisch-autoritären Gesellschaft, gegen die Notstandsgesetze und Hetze in Boulevard-Zeitungen mit Millionenauflage, um die Rechte der Jugend – und das alles verstärkt durch einen kulturellen Aufbruch, der in der Erziehung, an den Universitäten, in der Mode und im Lebensstil, ja sogar in der Musik Raum gewann.

In den 80er Jahren entwickelte sich noch einmal eine bunte Alternativbewegung, die von der Basis her den Widerstand gegen die Atomenergie und atomare Aufrüstung entfaltete und sich für eine Friedenskultur einsetzte. Zu den großen Umwelt- und Friedensdemonstrationen kamen Friedens- und Umweltengagierte mit den unterschiedlichsten Weltanschauungen und Parteizugehörigkeiten. Es kamen GewerkschafterInnen, Unorganisierte, Menschen unterschiedlichsten Alters, Demonstrationserfahrene und Neulinge. Ihre Zahl überraschte auch die OrganisatorInnen der Friedensaktionen und brachte dieses Land auf den Weg einer gefühlten Unregierbarkeit2.

In der Tat braucht die Menschheit eine globale Bewegung, die mit langem Atem radikale Umwälzungen erzwingt. Tagtäglich sterben 150 Pflanzen- und Tierarten aus, jede Stunde gibt die Menschheit knapp 1,25 Mrd. Tonnen Kohlendioxyd in die Atmosphäre ab. Jeden Tag verlieren die Antarktis und Grönland mit wachsendem Tempo weit mehr als einen Kubikkilometer Volumen mit entsprechenden Konsequenzen für den Meeresspiegel. Jede Stunde sterben 1000 Hungernde weltweit, während täglich über 410 Millionen € in die Rüstung verbrannt werden. Hinzu kommen die ungezählten Profite der Milliardäre, die sich den gesellschaftlich erarbeiteten Reichtum privat aneignen.3

Um von den systembedingten Zusammenhängen zwischen diesen Fakten und Prozessen abzulenken, vollziehen die Herrschenden manipulierende Meinungsmache, die sie inzwischen „Strategische Kommunikation“ nennen, die von systemisch-strukturellen Zusammenhängen ablenkt und dabei mit Sündenbock-Theorien Arme und teils noch ärmere Benachteiligte spaltet oder gar gegeneinander aufbringt. Das passiert immer systematischer, wie ich bereits in meinem KenFM-Text zum humanistischen Grundkonsens2 aufzeigte, in dem ich einen Text der US-Militärs zur „Strategischen Kommunikation“ zitierte, demzufolge die Herrschenden ganz bewusst die Glaubwürdigkeit oppositioneller Kräfte untergraben.

Angesichts der Zukunftsgefährdungen sind alternative Sammlungsbewegungen einerseits notwendig, um ihre Wirksamkeit kraftvoller zu entfalten. Andererseits wird genau das aus den dargelegten Gründen schwierig: Es gibt diese von unten her wachsenden alternativen Spektren nicht so breit gestreut, dass ihr Zusammenwachsen quasi von selbst läuft. Es müsste eine katalysatorische und koordinierende Unterstützung von einer überregional wirkenden Kraft her haben, was schon oft fehlgeschlagen ist. Und es muss immun sein gegen die vergiftende Wirkung der De-Legitimierung oppositioneller Kräfte durch die herrschende Meinungsmache – die auch von NATO-Seite aus immer systematischer angewandte „Strategische Kommunikation“.

Es müssten wenigstens aus den je unterschiedlichsten Spektren wichtige Personen und Gruppen eine gemeinsame Plattform und Aktionsplanung mit Ausstrahlungskraft auf die Öffentlichkeit entwickeln.

Der Menschheit läuft die Zeit davon – der Punkt, ab dem es kein Zurück mehr in eine kontrollierbare Entwicklung der Ökosphäre gibt naht, wenn er nicht sogar schon hinter uns liegt. Selbst wenn es keine solche Chance gibt, macht nichts anderes mehr Sinn, als es zu versuchen. Denn die Geschichte lehrt, dass die Zukunft nicht vorhersehbar ist, so konkret sich die nächsten Phasen auch scheinbar abzeichnen.

Hoffnung entspringt nach Václav Havel nicht der Aussicht auf Erfolg, sondern aus dem Erlebnis, dass es Sinn macht, was wir tun…

Quellen und Anmerkungen:

1 http://www.zeit.de/1983/42/kein-kreuzritter-wider-die-macht

2 https://kenfm.de/der-humanistische-grundkonsens-und-die-strategische-kommunikation/

3 Die Zahlen habe ich teils selbst aus Angaben über die Zahlen pro Jahr umgerechnet

https://www.wuerzburg.de/themen/umwelt-verkehr/umweltstation/aktionen-und-projekte/tag-der-biodiversitaet/408712.8222Tag-der-Biodiversitaet—2014.html

+ Herr Urban von der AfD meint, der größte Anteil von in die Atmosphäre emitiertem CO2 stamme aus der Natur; dazu: CO2, das Pflanzen nachts abgeben, verstoffwechseln sie am Tag mit einem Plus an Sauerstoff – [https://www.mdr.de/nachrichten/vermischtes/globale-co-zwei-emissionen100.html]

+ http://bildungsserver.hamburg.de/treibhausgase/2052404/kohlendioxid-konzentration-artikel/

+ https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article131429593/Eis-schmilzt-in-Groenland-und-Antarktis-schneller.html

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Artikels.

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24 Kommentare zu: “Die Idee einer linken Sammlungsbewegung und die Realität

  1. Hallo Bernhard, dankeschön.

    Das Problem einer linken, rechten oder mittigen Sammlungsbewegung sehe ich einzig und allein im Vertrauen an diese und in ihre Akteure.

    Ich schaue mir das seit langem an und bin beschämt, das die Politik und auch politisch aktive Menschen immer wieder aufs neue versuchen das Pferd aufzuzäumen und sich dabei als erstes die Scheuklappen selber anziehen.

    Ein Beispiel aus meiner Arbeit: die musikalische „Kunst“ ist bei uns in Deutschland etwas geworden, in dem der junge kreative Geist keine anderem Wunsch unterliegt, als sich systemisch anzupassen. „Ich lerne Musik, dann mach ich meine Masterarbeit, mein Album, und dann gehe ich zu meinem Arbeitgeber, dem Label und bin glücklich. Nicht über die Musik und ihre Magie, aber über die feste gut bezahlte Arbeitsstelle.“

    Dem gleichen Gedanken ist die kreative Öffentlichkeitsarbeit in der Politik zum Opfer gefallen. Sie ist völlig systemisch.

    Der letzte Abkömmling dieser Gedankenverknappung ist nun eine Sammlungsbewegung, egal welcher Geschmacksrichtung.

    Es wäre doch so einfach, wenn man das Problem und damit das Pferd mal umdreht und von der richtigen Seite angeht.

    Politik hat ein Vertrauensproblem(!),

    dass folgendermaßen angegangen werden muss:

    1. Der Beruf des Politikers muss wieder zu dem des annerkannten Volksvertreters werden.

    2. Die Reste dieser Integrität von Berufswegen des Abgeordeten können genutzt werden, um das Vertrauen in den Berufsstand wieder herzustellen.

    3. Dies braucht ein neues Gesicht, oder eines, das über jeden Zweifel erhaben ist bzw. nicht korumpierbar ist. Frau Wagenknecht hat sicherlich die Möglichkeit sowas durchzuziehen, wenn sie es denn wöllte.

    4. Dies braucht eine völlige fiskale Transparenz des Abgeordneten über den Zeitraum der Volksvertretung. Die einfachste Lösung und die unantastbarste ist ein Gehaltsverzicht über diesen Zeitraum.

    5. Es müssen endlich persönlich Konsequenz für Fehlentscheidungen zum Unwohle der Allgemeinheit gezogen werden. Wer nicht im Sinne des Volkes handelt (auch aus Dummheit) muss sich diesem stellen. Dies ist derzeit nur auf freiwilliger Basis möglich.

    6. Es muss eine direkte Beteiligung der Menschen (aller politischen Richtungen!) an den Entscheidungen im Bundestag geben, um diese wieder zu informieren und Politik gesellschaftsfähig zu machen. Durch den Vertrauensverlust derzeit ist das unmöglich und die technische Möglichkeit muss derzeit tatsächlich die Crowd schaffen. Das ist nochmals beschämend.

    Hier ein ganz privates Beispiel, warum es für mich persönlich derzeit keine Bewegung aus dem alten Politsystem heraus geben kann:

    Wenn Frau Wagenknecht eine Rente nach dem Vorbild Österreichs (wie bei uns vor der Schröderbande) fordert, wird für mich das Problem sehr deutlich.
    Ich halte persönlich auch die Stärkung der gesetzlichen Rente und das Abschneiden des privaten Zopfes der Versicherungen für eine / die Lösung unseres Rentenproblems. Jetzt hat eine Änderung dieses Systems zum Wohle aller aber zur Folge dass ich als Selbständiger monatlich ein paar hundert Euro mehr auf die Seite legen muss. Das würde ich für die Allgemeinheit auch machen.

    Aber: ich bin hier schon einmal beschissen worden und sehe nun keinen Sinn darin zusätzlich finanzielle Entbehrungen auf mich zu nehmen, die innerhalb der nächsten 30 Jahren von einer der vierjährig wechselnden Verbrechercliquen wieder in die eigene Tasche oder die ihrer Kumpels geschaufelt wird.

    Überzeugt mich (gern auch emotional), dass das klappt und ich bin dabei! Derzeit sehe ich aber keine Hoffnung auf Vertrauen in die Kaste. Dafür müssten die Jungs und Mädels noch lange lange kollektiv zu Kreuze kriechen. Das ist nach 70 Jahren neoliberaler Hirnindoktrination aber mit den bestehenden Köpfen ausgeschlossen, wie ich meine.

    Hier noch eine einfache Lösung für unser derzeitiges Problem der Kriegsvorbereitungen:

    Ein Volksentscheid (gern auch inoffiziell, hauptsache die Beteiligung stimmt…) dass unsere Volksvertreter im Bundestag im Kriegsfalle eingezogen werden und verpflichtend so lange an vorderster Front kämpfen müssen, bis sie entweder endlich diplomatisch handeln, oder sich das Problem von allein löst und ihr Staatssekretär nachrückt. Da hätten wir ganz schnell Frieden.

    Danke fürs bis hier Durchhalten,
    Jörn

  2. Eine linke Sammlungsbewegung?

    Solch ein Projekt wird wahrscheinlich schon am Streit über die Frage ‚Was ist eigentlich links?‘ scheitern.

    Aber mal im Ernst: In Anbetracht der Dringlichkeit und der Bedeutung der zu lösenden Probleme bedarf es eines Bündnisses aller gesellschaftlichen Kräfte, die sich in den wichtigsten Fragen zumindest auf einen Minimalkonsens verständigen können. Dazu gehören m.E. folgende politische Ziele:

    (1) konsequente Friedenspolitik
    (2) eine Wirtschafts- und Finanzpolitik die durch folgende Punkte gekennzeichnet ist:
    – Nachhaltigkeit im Umgang mit Mensch und Umwelt
    – Gerechtigkeit bei der Verteilung der erarbeiteten Waren und Leistungen
    (3) Ausbau der Bürgerrechte
    (4) Schutz der Persönlichkeitsrechte

    Wer Lust hat, kann hier gern noch den einen oder anderen Punkt ergänzen. Aber bedenkt: Es geht um einen Minimalkonsens zu den wichtigsten Fragen.

  3. Nach meinem Ansicht ist heute das Problem ‚was ist die Realität ?‘.
    So werden hungerende Kinder genannt.
    Aber, so lange in viele Länder Frauen mindestens drei Kinder haben müssen für Ansehen, wenn es kein Hunger gäbe wurde die Weltbevölkerung noch explosiver steigen.

  4. Meiner Meinung nach beissen sich konstruktives Miteinander und Aufteilung in Links, Mitte, Rechts, Megalinks und Megarechts..
    So gibt man der, eigentlich zur Gesamtbevölkerung verhältnismäßig kleinen Riege, die mit aller Macht und Hilfe von Speichelleckern, ihren ach so toll klingenden „Neoliberalismus“ (übersetzt: Weltherrschaft), weltweit durchsetzen will, schon das erste Basiskampfmittel in die Hand.

    Glücklicherweise gibt es immer Menschen, die das erkennen und sich überparteilich engagieren.
    Erkannt aber haben das wiederum die, die spalten wollen/müssen.
    Und so werden, hoch motiviert, fleißig weitere Grenzlinien geschaffen.
    Neben Nation, Rasse und Religion haben wir nun auch Genderbewegung, Sprach- und Meinungspolizei und wieder ganz aktuell Mann gegen Frau oder umgekehrt usw..
    Spaltung bezweckt immer, den einzelnen damit zu beschäftigen seine Linien zu verteidigen, auf dass er den Blick aufs Ganze verlieren möge.

    Wenn ich mal ein paar Jahre zurück denke, waren wir eigentlich auf einem gutem Weg.
    Immer mehr Menschen haben die Gesamtentwicklung kritisch gesehen. Kriege, Ernährung, Umwelt, den Umgang mit dem Leben an sich.
    Es wurde begonnen Alternativen zu entwickeln.
    Für rücksichtslos Profit-/Machtorientierte können das nichts weiter als sich vermehrende Störenfriede sein.
    Ich persönlich bin diesbezüglich skeptisch gegenüber der unkontrollierten Einwanderung.
    Ganz einfach weil ich nicht Glaube, dass das Motiv derer, die diese möglich machen, Gutmütigkeit ist.
    Eher befürchte ich, dass die Flüchtlinge/Einwanderer selbst hier benutzt werden. Erst werden sie produziert, weil die Verantwortlichen mit grundsätzlich verwerflichen Mitteln ihre Interessen durchsetzen. Und jetzt benutzt man sie meiner Meinung nach um die letzten Hürden in Europa zu überwinden.
    Millionen Menschen wandern ein, die meist aus Gebieten kommen, in denen man schon auf Grund der Lebensumstände seine gesamte Energie in die Sorge ums nackte Überleben steckt und deren gesellschaftliche Strukturen oft geistige Entwicklung verhindern. Für Nachhaltigkeit und Verantwortung fehlt unter prekären Verhältnissen schon die Basis.
    Jedem, der auch nur über einen Hauch von Empathie verfügt, sollte klar sein, dass Überlebenskämpfe und Doktrin oftmals zur Verrohung führen, die einen ein Leben lang begleitet und nicht einfach so mit einem Umstandswechsel von einem abfällt.
    Hinzu kommt auch noch ein nicht zu verachtender wirtschaftlicher Vorteil (Wirtschaftswachstum Oo).
    Neben jeder Menge Unternehmen die plötzlich seit 2015 aus dem Boden gestampft wurden und deren einziges Standbein die Flüchtlinge/Einwanderer sind, haben die neuen Bürger natürlich auch Nachholbedarf. Konsumiert wird in der Regel viel. Dabei ist es, aus oben genannten und verständlichen Gründen meist völlig egal, wo, von wem oder unter welchen Umständen das Konsumierte hergestellt wird.
    Mit massenhafter Einwanderung kann man die Erfolge der unliebsamen Störenfriede blockieren, neue Spaltungen produzieren und Entwicklungen aufhalten bzw. zurückwerfen.
    Bin ich nun rechts oder links?

    Und hier müsste sich jeder einmal selbst an die Nase fassen.
    Zuzulassen, dass man sich gegeneinander aufspielen lässt, weil man sich selbst in eine Schublade gesetzt hat, um irgendwo zuzugehören, Hip zu sein, Selbstbestätigung zu erhalten, sich in der Masse zu verstecken oder glaubt die Weisheit gepachtet zu haben, ist bereits das Kernproblem.
    Die Masse der Menschen möchte das Selbe: Respekt, Anerkennung und ein möglichst gesundes, sorgenfreies Leben, was ganz anderes als finanziellen Reichtum voraussetzt.

    Die Sprach- und Meinungspolizei ist meiner Meinung nach zur Zeit die gefährlichste Form der Spaltung von allen.
    Alles sollte gesagt werden dürfen. Jede Meinung sollte stehen gelassen werden. Das ist nicht immer angenehm, aber wir leben nun mal nicht auf einem Ponyhof oder in einer Welt voller Regenbogen kotzender Einhörner.
    Ich bin der Meinung, nur so sind konstruktives Miteinander und geistige Entwicklung möglich.
    Linien behindern und nutzen nur denen, die es verstehen, diese geschickt auszunutzen.

  5. Warum braucht es überhaupt eine neue „linke“ Sammelbewegung ?

    Weil die „alte“ Linke, insbesondere die Partei, den Bezug zur Realität verloren hat und damit ihrer Glaubwürdigkeit ein Ende gesetzt hat.

    In den Gesichtern und Augen der Parteiführung, abgesehen von Frau Wagenknecht und Herrn Lafontaine, erblickt man nur noch ideologischen „Wahnsinn“, gerade im Bezug auf die Migrationspolitik.

    Auch die „linke“ Friedensbewegung hat ein Glaubwürdigkeitsproblem. Wo sie sich mit Pathos und viel Engagement für den Frieden in Welt einsetzt, so tut sie das für den inneren Frieden im eigenen Land keineswegs.

    Es gibt nun mal faktisch eine Grenze für die Aufnahme- und Integrationsfähigkeit von Migranten (Asylanten/Flüchtlinge), gerade für einen Sozialstaat. Wer dies leugnet, verleugnet damit die Realität.
    Die Realität mit ihren Konsequenzen und Folgen lässt sich aber nur für eine begrenzte Zeit unter einen Deckmantel der Relativierung und Ablenkung verbergen.

    Buntheit, Toleranz und Weltoffenheit – müssen diese Begriffe unbedingt im Widerspruch zu 100% Rechtsstaatlichkeit und Grenzschutz stehen ?

    Muss für das Ziel der Buntheit, Toleranz und Weltoffenheit Einzelfälle als eine Art Kollateral-Schaden hingenommen werden ?

    Anstatt eines ideologischen realitätsfremden Humanismus, der durch moralische Schein-Dilemma effektive und schnelle Lösungen verhindert, bedarf es einen pragmatischen Humanismus mit dem Grundmaxime „Leben schützen und Leid mindern“.

    Die jetzige nationale und europäische Migrations / Asylpolitik schützt weder nachhaltig Leben noch mindert oder verhindert sie Leid, im Gegenteil es führt zur mehr Problemen, gefährdet den inneren Frieden und die Beziehungen zwischen den EU-Ländern.

    Frankreich, Schweden, Deutschland, Italien – die öffentliche Sicherheit hat extrem abgenommen.
    Der Schutz der nationalen Grenzen wurde ins Inland verschoben, anstatt die Grenzen einzuzäunen werden öffentliche Veranstaltungen eingezäunt, bewacht mit Polizisten mit Maschinenpistolen.
    Es gibt Warnungen der Polizei bestimmte Gegenden zu bestimmten Zeiten zu meiden, nicht alleine Joggen zu gehen. Von Politikern hört man Ratschläge wie eine Armlänge Abstand oder man muss Menschen nicht so nah an sich ranlassen. Von den „Linken“ hört man Parolen wie man darf Flüchtlinge nicht unter Generalverdacht stellen und bekommt von den System-Medien -jetzt weniger als früher- ein einseitiges Bild gezeigt mit „positiven“ Einzelfällen. Unser Rechtsstaat bemüht sich um Nachsicht bei Migranten-Straftaten, da wird aus einem versuchten Tötungsdelikt gleich nur eine gefährliche Körperverletzung, weil das Opfer nach dem 1. Stich nicht gleich zusammengebrochen ist.
    Auch diese „Einzelfälle“ der Rechtsverdrehung und das komplette Versagen des Rechtsstaates bei der Grenzsicherung führt zu einen massiven Vertrauensverlust und gesellschaftlichen Spannungen.

    Als wären die jetzigen Probleme nicht schon Warnung genug, nein die Kanzlerin und ihre linken Helfer halten am Kurs fest. Mit einem Scheinaktionismus ,wie mit einer Obergrenze die für keinen gilt oder einen Heimatministerium, versucht man weiter die Menschen zu täuschen.

    Mit den bestehenden Gesetzen hätte man die Grenzen problemlos sichern können und auch damit die Zuwanderung steuern. Aber nein… man wollte die Probleme im Land haben, die jeder, der sich mit der Thematik rational beschäftigt hatte, voraus sah.

    Mit Hilfe der inneren Spannungen hat man einen Grund für weitere Gesetzesverschärfungen wie das NetzDG und jetzt auch eines neues Polizeigesetz -erstmal nur in Bayern- wo die Polizei weiter militarisiert wird und Vollmachten bekommt, die eigentlich nur dem Geheimdienst vorbehalten sind.
    Mehr Überwachung, mehr Terrorabwehrgesetze = mehr Kontrolle

    Die Linken warnen „Nie wieder 1933“ aber mit ihrer Einstellung und ihrer weltfremden Ideologie helfen sie fleißig mit bei der Verfestigung und Etablierung eines neuen Polizeistaates, der einzig und allein dazu dient die Macht der Elite zu zementieren.

    Ich kann bei den Menschen, die diese Politik aus einen kurzsichtigen Humanismus heraus unterstützen, nur noch appellieren: Öffnet die Augen und sieht die Gefahren, auch die, die sich hinter einem Gewand der Mitmenschlichkeit und tadelloser Moral verbergen.

    • Guten Morgen
      „kurzsichtiger Humanismus“ bedeutet indirekt, dass Humanismus kurzfristig als Herzlosigkeit daherkommen kann. Hölderlin sagte einst: „Wie hass ich die Barbaren, die meinen, sie seien weise, weil sie kein Herz mehr haben…“
      Weder die Linke, noch die Friedensbewegung ist dafür verantwortlich, dass die Weltflüchtlingszahlen so dramatisch angestiegen sind, wie seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr – hier ein Link dazu, der vor der offiziell so genannten Füchtlingskrise entstanden ist: http://www.spiegel.de/thema/fluechtlinge/ . Niemand nimmt dieTodesgefahr der Flucht auf sich, nur um sich ein schöneres Leben möglich zu machen.
      Solange Waffenexport und Export von Kriegsgeschehen/Streitkräften … weitergehen, wird das Problem weiter ansteigen und dann von Feinden des Lebens erbarmungslos im Sinne der Zerstörung jeder Humanität weiter ausgenutzt werden, und zwar so langfristig, wie es ihnen nur eben möglich ist. -https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-27-maerz-2018-100.html-
      Alle 14 Minuten stirbt ein Mensch durch aus Deutschland exportierte Kleinwaffen.
      Ale ca. eineinhalb Stunden starb 2017 ein Flüchtling auf der Flucht aus Kriegs-/Todes-/Gewaltzonen dieser Welt -http://www.fr.de/politik/flucht-zuwanderung/fluechtlinge-2017-fast-3000-tote-im-mittelmeer-a-1382630.
      Wenn wir die Mauern im Mittelmeer noch weiter hochziehen, ist das wissentliches Herbeiführen von Traumata, Leid und Tod. Für das Erstarken der Feinde des Lebens sind kapitale PolitkerInnen + Konzerne + Medien verantwortlich. Die einen durch die Herbeiführung der Umstände, die immer mehr Menschen in die Flucht schlagen, die anderen durch die Ablenkung der Öffentlichkeit von Erkenntnissen über diese Ursachen für das Leid und für das Schaffen von Sündenbock-Theorien, wie das die Nazis schon erfolgreich nach der Weltwirtschaftskriese 1929 getan hatten – mit allen schlimmen Folgen für die Betroffenen und die Gesellschaft insgesamt, die am Ende -1945- in Schutt und Asche lag.
      Davor zu warnen ist eine der Aufgaben einer linken/humanistischen Bewegung für die Zukunftsfähigkeit der menschlichen Gesellschaft.

    • Moin, Bernhard Trautvetter, natuerlich ist die Verhinderung/Abschaffung von Ruestungsexporten vordringliche Aufgabe hier im Westen. Darueber sollte es keinen Zweifel geben.
      Was allerdings die Problematik der Einreise von Fluechtlingen (nicht Asylylsuchenden) angeht, so hat die von Ihnen beschriebene Problematik aber auch den anderen Aspekt des Lohndumpings hier im Westen. Teilweise gut ausgebildete Fachkräfte, die in anderen Staaten ausgebildet wurden, verdingen sich hier zu konkurrenzlos niedrigen Löhnen und senken damit das Einkommensniveau, während sie in ihrem Heimatland beim Aufbau so notwendig wären. Gleichzeitig ziehen die Mieten an, und schaffen so einen ungeahnten Stress auf der Seite der Wohnungssuchenden.
      Es wurden am Nordafrikanischen Strand Faltblätter gefunden, die Anschriften und Telefonnummern zeigten, wo sich Fluechtlinge Rat suchen können oder Anträge stellen können in DE.
      Wenn ich diese Seiten der Fluechtlingswelle mir anschaue, so wird mir klar, dass es sich um eine konzertierte Aktion von Interessierter Seite handelt, dass diese Fluechtlingswelle nicht abrechen sollte.
      Unternehmer, Vermieter, Schlepper sie alle profitieren von der Einwanderung. Im Gegensatz zu den (noch) arbeitenden Menschen oder Arbeitslosen, die nur neidisch auf die Ankömmlinge blicken können. Und da stellt sich auch die Frage, wem nuetzt es?
      Ich weiss nicht mehr, wo ich es gelesen habe, aber ich meine es war der Autor der „einzigen Weltmacht“, der davon sprach, dass der US-Imperialismus gut daran täte die Europäer, insbesondere die Deutschen unten zu halten, genau wie eine Direktrive der USA direkt nach dem Kriegsende formulierte, um mögliche Konkurrenz auszuschalten. Das Prinzip erkennt man sehr gut, wenn man sich nur anschaut, wieviel Syrer die USA aufgenommen haben, und wieviel die Europäer aufnehmen mussten.

    • Niemand nimmt dieTodesgefahr der Flucht auf sich, nur um sich ein schöneres Leben möglich zu machen.

      Wer bezahlt die Schlepper ? Woher stammt das Geld der Reise ?
      Stellen Sie sich vor der Krieg bricht aus und sie werden vertrieben und können nur das Retten was sie am Leib tragen… woher neben Sie das Geld, zumal wenn sie selbst zur sozialen Unterschicht gehören ?

      Die Lebensbedingungen und Perspektiven in den Herkunftsländern sind unter Umständen so schlecht, dass selbst die „Mittelschicht“ sich in Schlauchboote zwängt. Meist werden wohl auch nur junge kräftige Männer als Vorhut vorausgeschickt. Das Geld für den Schlepper wird von der Groß-Familie zusammengelegt damit dieser sie später nachholt oder Geld aus den Sozialsystemen / von der Arbeit zurückschickt. Meinen Sie wirklich Flüchtlinge/Migranten gehen zur Tafel, pöbeln und belästigen andere weil Sie die Lebensmittel unbedingt brauchen ? Nein sie wollen sich das Geld sparen… Flüchtlinge/Migranten die wirklich Lebensmittel brauchen verhalten sich anders.

      Mangelnde Kontrolle bzw. gar keine Kontrolle ist ein enormer Anreiz für Kriminelle und Terroristen sich als „Flüchtling“ einzuschleusen.

      Ihrer sonstige Darstellungen sind korrekt, aber die Fluchtursachen bekämpfen, Kriege beenden, (Welt)Wirtschaftspolitik ändern, Rüstungsexporte reduziere sind internationale Anliegen und Probleme. Selbst wenn Deutschland allein nach ihren Vorstellungen handelt, wäre die Wirkung marginal.

      Da sie meinen Befürchtungen und Prognosen nicht widersprochen haben, wie wollen Sie \ die linke Friedensbewegung die nationale Krise lösen ?

      Wollen sie nichts tuen und warten bis das US-Imperium und die größten Konzerne der Welt ihre Gutmenschlichkeit entdecken ?

      Das die Flüchtlingskrise initiiert und gesteuert wird dürfte ihnen wohl auch klar sein. Land destabilisieren, Bürgerkrieg – Hilfen für Flüchtlingslager kürzen – nationales und europäisches Recht ignorieren für eine illegale Massenmigration. Wirkung für die EU, die ohne hin durch die Eurokrise geschwächt ist: Weitere Destabilisierung durch soziale und finanzielle Belastungen der Migration.

      Nichts in der Weltpolitik geschieht durch Zufall, hinter jeder oberflächlichen humanitären Fassade verbirgt sich ein inhumanes „teuflisches“ Ziel.

      Für die Flüchtlingsindustrie, sind diese Menschen wirklich Goldstücke.
      Für die pädophile Machtelite und Menschenhändler ist der „Flüchtlingsstrom“ ein unkontrollierter
      Selbstbedienungsladen.

      Das ganze System gleicht einem teuflischen Kreislauf wo alle beteiligen Menschen mehrmals missbraucht und ausgebeutet werden für finanzielle und machtpolitische Ziele.

      Wer das nicht erkennt, will es nicht sehen aus welchen Gründen auch immer….

    • MOIN Hog
      Völlig d’accord. Das können Sie dircjaus bei Brzezinski gelesen haben.
      Verschwörungs… Ohr vorletzter Absatz: Ebenfalls d’accord. Das aber heißt, es gibt keine Lösung auf der Ebene reinen Grenzmanagements.

    • Das aber heißt, es gibt keine Lösung auf der Ebene reinen Grenzmanagements.

      Das stimmt: Nur die Grenzen zu sichern ohne sicherzustellen, dass die Menschen, die diese Grenze erreichen und abgewiesen werden nicht mit dem Notwendigsten versorgt werden, führt zu den Problemen die „Linke“ so gerne als Extrembeispiel anführen. Diese Maßnahmen sind notwendig um Leben auf beiden Seiten zu schützen. Offene Grenzen führen zwangsläufig zum Kollaps des Sozialstaates, dass ist eine sozioökonomische und mathematische Wahrheit im Rahmen unseres Schuldgeldsystems, dass nun mal leider unser aller Leben bestimmt.
      Wenn Sie dies bestreiten, beantworten sie hier oder für selbst die Frage: Wie viele Menschen kann unser Sozialstaat versorgen bis er zusammenbricht ?
      Die Antwort ist ,neben anderen Faktoren die auch berücksichtigt werden, eine Obergrenze.
      Das Pochen auf internationale Vereinbarungen ist obsolet, sofern eine uneingeschränkte Einhaltung derer zu einen gesellschaftlich Kollaps führt und ein Staat destabilisiert wird.
      Wenn es keinen (Sozial)Staat mehr gibt, der das eigene Volk und die Migranten versorgt, ist keinem geholfen. Wenn ein Helfer durch Überbelastung schrittweise Selbstmord begeht, dann kann er in Zukunft keinem mehr helfen.

      Auf seinen Grabstein steht dann: Ich habe zwar nicht logisch gehandelt, dafür aber moralisch und „humanistisch“ tadellos.

    • Wenn wir uns angemessenerweise in diesem Land und in diesem Profitsystem erst einmal über die volkswirtschaftlich schlechtest ausgegebenen Milliarden für Rüstung und über die kriminell steuervermeidenden Milliardentricks Superreicher aufregen würden, dann wäre das der Sache angemessen. Cum-Ex und Cum-Cum-Modelle haben dem Staat einen Schaden von 31, Mrd. Euro zugefügt -so die ZEIT Nr. 24/2017. Beteiligt: 40 deutsche Banken … Quelle: ebenda Hinzu kommen die Milliarden, die bei den Panama-Papieren bekannt wurden 28 deutsche Bankinstitute als Mittäter bekannt. (Süddeutsche Zeitung 5.4.16) Die Steuergewerkschaft vermutete schon 2014, dass dem deutschen Steuerzahler jährlich bis zu 60 Mrd. Euro vorenthalten werden -Quelle:TAZ 8.3.2014.
      Und wir werden durch das Arm-Gegen-Ganzarm-Ausspeíelen der Mainstream-Medien davon abgelenkt und Parteien, die an den Machtverhältnissen in der Ökonomie nichts ändern wollen, gewinnen Zulauf. Da ist die Linke gefordert und gefragt und in der Verantwortung. Wir reden hier wohlgemerkt noch nicht über den Kapitalismus, zu dem es das berühmte Zitat von Max Horkheimer gibt, wer “vom Kapitalismus nicht sprechen will, soll vom Faschismus schweigen‘. -Quelle: http://www.philolex.de/horkheim.htm

  6. Sammlungsbewegungen sind mir immer etwas suspekt. Sie sind in der Regel ein Mischmasch von Ideologien und ein WischiWaschi von Meinungen. Dadurch sind sie jederzeit ein leichtes Ziel für den Gegner. Irgendein Depp findet sich immer, der sich für etwas Bakschisch vor des Gegners Karren spannt und diese Sammlungsbewegung, wenn sie denn größer geworden sein sollte, zerlegt.

    Ich begrüße ja die grundsätzliche Idee, aber Sammlungsbewegungen gibt es doch nun schon zur Genüge. Ich wünschte mir da viel lieber eine Organisation die geeignet ist als Koordinator aufzutreten. Ein auf breiter Basis bestimmtes gesellschaftliches Ziel anzusteuern und dabei auftretende Hindernisse zu bekämpfen, den Kompass in der Hand zu halten und den Kurs anzusagen. Nach Ansage durch die Gesellschaft auch mal zu korrigieren.

    Dazu müssten aber erst einmal ein paar Begriffe geklärt werden. Will ich also eine Gesellschaft in der die Menschen miteiander und zum gegenseitigen Vorteil friedlich zusammen leben. Dann muss ich den Feind einer solchen Gesellschaft definieren. Und dies ist doch wohl eindeutig das Kapital. Und jetzt muss ich eben diesen Feind anfassbar machen. Und dann muss dieser Feind auch als Feind bekämpft werden.

    Aktieninhaber die über Banken gesteuert das Elend von Menschen ausnutzen um ihr Kapital zu mehren. Aber auch die Kirche ist ein solcher Feind. Nicht die Gläubigen. Wer zum Trost für sein Elend den Glauben braucht, nun ja dann lass ihm doch den Glauben. Wer aber diesen Glauben benutzt um Armut zu rechtfertigen, um Hunger und Elend zu festigen, um Kriege zu führen, der ist wohl der Feind eines friedvollen Zusammenlebens. Und bei näherer Betrachtung ist dies schon eine Organisation namens Kirche, mit ihren Unterorganisationen wie CDU, CSU etc..

    So, und jetzt können sie dreimal raten, warum Sammlungsbewegungen etwas ganz nettes sind, aber nichts erreichen werden. Die Linke ist doch schon eine solche Sammlungsbewegung. Die webseite ein Speigelbild dessen. Wischiwaschi in Phrasologie gegossen. Aggressive Positionierung gegen die Lügerei mit den Arbeitslosenzahlen, Fehlanzeige. Dabei werden diese Lügen dort durchaus aufgelistet. Schon seit Jahren. Werden Sie benutzt um die Demagogen wieder und wieder an den Pranger zu stellen? Fehlanzeige.

    Wer etwas positiv für alle Menschen in dieser Gesellschaft verändern will, wird das nicht mit einer Sammlungsbewegung oder mit einer Demo oder mit einem Streik erreichen. Erstreik dir 2% mehr Lohn. Dein Vermieter dankt es dir bei der nächsten Mieterhöhung. Gönnerhaft werden dir 3% Rentenerhöhung gewährt. Dein Pflegeheim oder deine Krankenkasse wird sich bei Dir mit einer Erhöhung der Beiträge oder Anteilssätze bedanken. Kapital funktioniert nun einmal wie Kapital funktioniert. Durch Verbrechen.

    Und wenn wir in der DDR zum erbrechen gelernt bekommen haben, dass der Sozialismus die Vorstufe des Kommunismus ist, dann lehrt uns die heutige tagtägliche Praxis das der Kapitalismus die Vorstufe des Faschismus ist. Denn Minderheitenverfolgung mit anschließendem Konzentrationslager sind nun einmal die effektivste und maximale Kapitalverwertung überhaupt. Wer will aber den Kampf gegen diesen Feind durchfechten. Eine Sammlungsbewegung wohl kaum. Ein Verräter findet sich immer. Und wenn es ein Sozialdemokrat ist. Auf welcher Seite die Kirche in der Vergangenheit gestanden hat lässt sich in den Geschichtsbüchern nachlesen. Ausnahmen bestätigen die Regel.

  7. Und noch eine Frage steht im Raum: Wenn in Deutschland nicht einmal eine solidarische, gemeinsame Friedensbewegung möglich ist, wie soll dann erst ein gemeinsames „linkes“ Projekt entstehen, das ja programmatisch noch weit über simple friedenspolitische Forderungen hinausgeht?

    • Sie ist möglich. * Sie war möglich.
      Der Weg dahin ist die Umsetzung der Empfehlung Gandhis, dass es keinen Weg dort hin gibt, sondern dass der Frieden in unserem Handeln schon hier, heute und jetzt der Weg ist.
      Das bedeutet auch, die Menschen selbst im Konflikt nicht so zu behandeln, wie sie evtl. mich und uns behandeln, sondern so, wie sie und wir alle handeln könnten. Dies trägt am ehesten zur Entwicklung der Gesellschaft bei, wie mir scheint. Das Ersetzt mitnichten die Nicht-Kooperation und den zivilen Ungehorsam gegenüber den Mächten, die den Terror des Profits steigern, solange sie das tun. Unsere Unerbittlichkeit ist so ein Element gütekräftigen Vorgehens. So verstehe ich „There is no way to peace; peace is the way.“
      Dazu habe ich einmal ein Gedicht geschrieben, übrigens inspiriert durch „Imagine“ – deshalb heißt es „Stell Dir ‚mal vor“ – siehe: https://kenfm.de/stell-dir-mal-vor/

    • Nein, ist nicht möglich, wie die vergangenen Jahre gezeigt haben und wie auch wieder anlässlich der diesjährigen Ostermärsche bilanziert werden muss.
      Von den verschiedenen Dachorganisationen der Friedensbewegung ist es allein die FbK (Friedensbewegung bundesweite Koordination), die eine solidarische Zusammenarbeit anbietet und praktiziert.
      Andere versuchen fortgesetzt, parteipolitische Interessen in die Friedensbewegung zu tragen und wer diesen Interessen im Wege steht, wird ausgegrenzt. Die FbK hingegen begreift Friedensbewegung, so wie die klassische Friedensbewegung früherer Zeiten, als breites Bürgerbündnis für den Frieden.
      Friedensbewegung bedeutet den gemeinsamen Dienst aller an der historischen Verantwortung, unabhängig von individuellen Weltanschauungen. Weder ist die Friedensbewegung der Ort für Parteipolitik noch für soziokulturelle Grüppchenbildung.

      Da ich kein Freund leerer Worthülsen und bekannt für Theorie > Praxis / Wort > Tat bin, biete ich Ihnen an, für das Essener Friedensforum auf der grossen Friedensdemonstration HIROSHIMA MAHNT! am 4. August in Berlin zu sprechen.
      Nehmen Sie die Einladung an?

      http://Friedensbewegung.info

      .

  8. Der Vorteil von Bewegungen ist es, dass die Hürde einer Parteizugehörigkeit nicht genommen werden muss.
    Es ist attraktiver für jedermann/frau, sich einzubringen, ohne gleich ein entsprechendes Fähnchen zu schwingen.

    Das „Forum Demokratische Linke“ um SPD-Linke Hilde Mattheis wirbt auch um Nicht-Mitglieder.

    http://www.forum-dl21.de/

    Einen Schritt weiter geht die neu gegründete „Progressive Soziale Plattform“, die ebenfalls von einem SPD-Linken mitinitiiert wurde, nämlich good ol‘ Marco Bülow.

    https://www.plattform.pro/

    Hier erklärt Herr Bülow das Ganze ein bißchen: https://youtu.be/705k0BuiDlI

    Dort finden sich auch schon ein paar prominente Erstunterzeichner, unter ihnen Heiner Flassbeck und Raul Krauthausen.
    Ich halte das für einigermaßen vielversprechend.

    Die Bewegungsidee von Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine bleibt wohl vorerst eine Idee, weil beide eine permanente Diffamierungskampagne inner- und außerhalb der Linken ertragen müssen, die seinesgleichen sucht und die sie in dieser Hinsicht praktisch handlungsunfähig macht.
    Außerdem wird ihnen vorgeworfen, die Bewegung für parteiinterne Machtspielchen mißbrauchen zu wollen, sobald es sie gäbe… !

    Und keine Sau will das Fähnchen der anderen vor sich her tragen, also arbeitet gefälligst kein Linker mit einem anderen Linken zusammen.
    Es geht hier also nicht um Gestaltungswillen und gute Ideen, sondern schlicht um unendlich dämliche kleine Eitelkeiten.

    Von außen betrachtet wirkt das einigermaßen grotesk, weil alle dasselbe erzählen und alle zwar beklagen, dass niemand mit niemandem zusammenarbeitet, dann aber nicht die Größe besitzt, sich einfach mal einer bestehenden Bewegung anzuschließen !!!

    Habe ich schon gesagt, wie sehr mich das ankotzt oder konnte man es schon zwischen den Zeilen erkennen ?

    Ich persönlich setze jedenfalls auf Bülow’s Ding, einfach weil ich mich einbringen will und ich ihn für einigermaßen authentisch halte, von Flassbeck mal ganz zu schweigen.

    • Moin, Seven, ausser von der Mattheis Initiative habe ich nicht gewusst, dass es die anderen Vorschläge gibt.
      Nun ist es fuer mich als Kommunisten schon schwierig mich unter ein Dach von eh. Sozialdemokraten zu begeben. Aber sollte es das einzige bleiben, was die Linke noch kann, (…) O.K. schaun wir mal.
      Was hier, wie bei anderen Initiativen aber auch wichtig wäre, dass man sich unter gewissen Minimalforderungen einfinden kann.
      Das wäre fuer mich z.B. die Forderung nach Abschaffung der atomaren Bewaffnung seitens der USA in DE
      Der Ausstieg aus der NATO
      Keine militärischen Auslandseinsätze
      Eine gerechte Verteilung des Reichtums, mindestens Abschaffung v. Hartz 4
      Rueckfuehrung und Stopp weiterer Privatisierung von Gesellschaftseigentum.
      Bezahlbarer Wohnraum fuer alle.
      Schluss mit der Neoliberalen Wirtschaftspolitik
      Mit Sicherheit kann man den Forderungskatalog ausbauen, aber es muesste ein Forum geben, wo ueber die Taktik und Strategie dieser Bewegung diskutiert werden kann.

    • Nunja, die PRO befindet sich ja noch ganz am Anfang und im Aufbau.
      Sicherlich wird es da Entwicklungen geben, falls sich genügend Interessierte einfinden, vor allem online.

      Ich verstehe die Berührungsängste mit der sPD sehr gut, mir gehts genauso.
      Aber die Linke allein wird NIEMALS eine entsprechende Bewegung auf den Weg bringen können, dafür sind sie bis in die Parteispitze hinein viel zu unterwandert mit unfassbaren Vollidioten.
      Natürlich besteht bei der sPD die GESAMTE Parteispitze ausschliesslich aus solchen, aber immerhin gibts da noch ein paar vereinzelte Leute mit guten Ideen, gegebenen Vernetzungen und nötigem Drive.
      Das totale Chaos dort kann man auch als Chance begreifen, wenn man möchte : ]

      Ihre genannten Punkte würden so ungefähr auch auf meiner Wunschliste stehen, aber es wird sich erst noch herausstellen, was davon Konsenz sein wird.
      Dafür braucht es vor allem erstmal Mitarbeit, denke ich.
      Wahrscheinlich ist eine Akzentuierung am Anfang noch am leichtesten…

      Die scheiss Hoffnung stirbt eben zuletzt, wa ?!

    • Tja Seven,

      ich kann Deine Verärgerung gut verstehen. Kaum zu glauben, womit sich führende Linke immer wieder gegenseitig das Leben schwer machen, wenn man bedenkt, mit welcher Kategorie von Problemen wir es zu tun haben.
      Es bleibt der Eindruck, dass das jeweilige Ego und der vordere Platz an den Fleischtöpfen eben doch größere Bedeutung haben, als die Interessen derer, die man zu vertreten vorgibt.
      Dem ersten Problem der persönlichen Eitelkeiten könnte man z.B. dadurch begegnen, dass die gewählten Vertreter auch innerhalb ihrer Amtsperioden spontan abgewählt werden können. Ich denke, dass könnte disziplinieren. Problematisch wäre dabei, dass über alle Ebenen des jeweiligen Organisationsapparates hinweg Menschen bereitstehen müssten, die die jeweilige Funktion übernehmen. Dazu müssten diese Menschen bereit sein, ihre bisherige ökonomische Basis aufzugeben und sich in neue, nicht unbedingt komfortable Abhängigkeiten zu begeben. – Mit dem Modell des Berufspolitikers kommen wir wohl nicht weiter.
      Für das oben beschriebene Dilemma habe ich offen gesagt auch keine Lösung. Hast Du eine? Die Zeit läuft: Tick Tack!

  9. Eine schöne Zusammenfassung! Vielen Dank dafür Herr Trautvetter!

    Und was für ein passendes und schönes Zitat: „Hoffnung entspringt nach Václav Havel nicht aus der Aussicht auf Erfolg, sondern aus dem Erlebnis, dass es Sinn macht, was wir tun…

    Neben Hoffnung könnte auch noch Vertrauen und Zuversicht und einiges mehr stehen . . .

    Es ist doch genau diese Sinnhaftigkeit, die in vielen Bereichen abhanden gekommen ist und die wir selber, nicht nur leben können, sondern . . . .Alle auch einfordern sollten, egal in welchem System und in welchen Umständen.

  10. Was wir zuallererst feststellen muessen, ist, dass die demokratischen organisierten Linken, die Linke in der linken Partei und die linken Kräfte in der SPD, wenn es sie denn noch gibt und all die weiteren nichtorganisierten Linken in DE stagnieren. Ich entnehme vielen Kommentaren und Meldungen nicht nur der mainstream-Presse, dass es noch Menschen gibt, die die Hoffnung auf emanzipatorische Veränderungen noch nicht aufgegeben haben.
    Was ist die Alternative zur Sammlungsbewegung (nach Wagenknecht)? Ich habe nicht viel mehr dazu gehört.
    Eine Gruendung der KPD wäre sicherlich zu wuenschen, doch ausser Sektierern sehe ich keine ernstzunehmenden Kommunisten von Format, die sich dieser Sache annehmen könnten.
    Also worin liegt eine Alternative zur Sammlungsbewegung?
    Diejenigen, die im Parlamentarismus keine Zukunft sehen, und davon gibt es eine ganze Menge, könnten das Auftreten der Sammlungsbewegung fuer z.B. eine Wahlveranstaltung nutzen, um andere/ihre Gedanken einer grösseren Öffentlichkeit kundzutun.
    Ich denke, wir haben nicht mehr allzuviel Zeit, das Ruder ‚rumzureissen, deswegen sollten wir diese Gelegenheit nutzen! Oder jemand hat noch eine andere Idee im Schrank liegen, dann mal raus damit!

  11. Das oppositionelle Potenzial wird derzeit durch die AfD und deren Umfeld aufgesammelt. Möglich wurde dies dadurch, dass es der CIA gelungen ist, eine Pseudolinke aufzubauen, welche dieser Scheinalternative die Menschen reihenweise in die Arme treibt.
    Das alles ist seit Jahren bekannt, wurde seit Jahren thematisiert und wird auch in den kommenden Jahren durch die Pseudolinke, die vom System finanziell abhängig ist, weiterhin ignoriert werden.

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