Die Jahrhundertrezession | Von Christian Kreiß

Wie die Corona-Lockdowns in den schlimmsten Wirtschaftsabsturz der Neuzeit führen

Ein Standpunkt von Christian Kreiß.

Der Wirtschaftsabsturz

In den letzten Tagen wurden die neuesten Zahlen zur Wirtschaftsentwicklung in den USA und Europa veröffentlicht. Der Internationale Währungsfonds spricht von einer „Krise wie noch nie“ und das Institute for International Finance betitelte eine Studie „Covid-19 zündet die Lunte an“.

Die US-Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal (April bis Juni) 2020 um 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das war „die größte Kontraktion, die es jemals gab“. Europa traf es noch deutlich schlimmer. Der Euroraum schrumpfte im zweiten Quartal 2020 gegenüber dem zweiten Quartal 2019 um 15 Prozent. Das heißt: Mehr als ein Siebtel der Wirtschaftsleistung ist einfach verschwunden. Jedes siebte Produkt oder Dienstleistung sind heute nicht mehr da. Dabei traf es in der Regel diejenigen Länder mit den härtesten staatlichen Corona-Zwangsmaßnahmen auch am härtesten beim Wirtschaftsabschwung: Die Wirtschaft Spaniens schrumpfte um 22 Prozent, Frankreich um 19 Prozent, Italien um 17,3 Prozent. Die deutsche Wirtschaft ging um 11,7 Prozent zurück, die schwedische um 8,2 Prozent.

Gleichzeitig haben die Industrienationen ihre Staatsausgaben zur Abmilderung des tragischen Wirtschaftsgeschehens über Neuverschuldung in einem geschichtlich noch nie dagewesenen Ausmaß erhöht. Auf dem Arbeitsmarkt sind daher die katastrophalen ökonomischen Entwicklungen erst zu einem kleinen Teil angekommen. Praktisch alle Regierungen der westlichen Welt geben gewaltige Geldsummen aus, um betroffene Arbeitnehmer vor dem Abschwung abzuschirmen, beispielsweise durch Kurzarbeitergeld. Daher werden die offiziellen Arbeitslosenzahlen in fast allen Ländern sehr viel niedriger ausgewiesen als die tatsächliche Arbeitslosigkeit bzw. Unterbeschäftigung in Wirklichkeit ist. De facto betrug in den meisten Industrieländern im zweiten Quartal die Arbeitslosigkeit mindestens 20 Prozent, das heißt mindestens jeder fünfte erwerbsfähige Mensch hatte keine oder zu wenig Arbeit.

Schulden auf neuem Höchststand

Gleichzeitig sind die Schulden auf neue Rekordhöhen gestiegen. Bereits im Januar 2020, vor den staatlichen Corona-Zwangsmaßnahmen titelte der US-Sender CNN: „Die Welt ertrinkt in Schulden“. Im ersten Quartal 2020 beliefen sich die Schulden weltweit auf 258 Billionen US-Dollar bzw. 331 Prozent vom Welt-Sozialprodukt. Im zweiten Quartal haben sie sich nochmals dramatisch erhöht, vor allem der Schuldenstand im Verhältnis zum stark gesunkenen BIP. Die bis Juni angekündigten Erhöhungen der schuldenfinanzierten Staatsausgaben beliefen sich laut IWF auf 11 Billionen US-Dollar. Bei Ausbruch der Finanzkrise 2008 betrugen die weltweiten Schulden 168 Billionen US-Dollar bzw. etwa 282 Prozent vom Welt-BIP. Das war damals bereits viel zu viel, sodass dadurch eine Finanzkrise ausgelöst wurde, weil die Schulden nicht mehr in voller Höhe bedient werden konnten. Heute ist die Lage noch weitaus schlimmer, genauer: noch viel weniger tragbar als 2008. Momentan dürften die Schulden deutlich über 350 Prozent vom Welt-BIP betragen, also die Schuldenlast gut ein Viertel höher liegen als 2008. Genau das ist mit dem oben zitierten Spruch „Covid-19 zündet die Lunte an“ gemeint: Die Lunte unter dem Sprengsatz der Schuldenbombe, die nun hochgeht.

In meinen Augen als ehemaliger Investmentbanker ist es ausgeschlossen, dass der derzeitige Schuldenberg jemals real zurückgezahlt werden kann. 350 Prozent vom BIP bedeutet, dass die gesamte Erdbevölkerung dreieinhalb Jahre ohne Lohn ausschließlich für die Gläubiger arbeiten müsste. Das sind im Wesentlichen die oberen ein Prozent der Erdbevölkerung, denen gut die Hälfte des Erdvermögens gehört, bzw. die oberen 10 Prozent, denen 85 Prozent gehört. Dazu kommt: Wie soll ein neuer Schuldenhöchststand durch eine Wirtschaft zurückgezahlt werden, die durch staatliche Zwangsmaßnahmen so stark erwürgt wurde wie noch nie in der Geschichte? Die eigentliche Schuldenbereinigung steht erst noch bevor. Entweder kommt ein Crash im Finanzsektor bzw. an den Finanz-, insbesondere an den Anleihemärkten mit zahlreichen Staatsbankrotten, massenweisen Unternehmenspleiten, internationalen Handelsverwerfungen und einem Heer von Arbeitslosen.

Oder es kommt eine kräftige Inflation. Wenn die Preise im Dollar- und Euroraum sich binnen drei bis fünf Jahren verdoppeln würden, wäre die Schuldenlast von heute real halbiert. Inflation wäre also tatsächlich eine Lösung für die untragbar hohen Schulden. Allerdings führen starke Inflationsprozesse zum Aushebeln der Steuerungsfunktion der Preise, weil die Preise ganz unterschiedlich stark steigen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten, sie werden also ganz durcheinandergewürfelt. Unternehmen und Konsumenten befinden sich dann im Blindflug, weil der (Preis-) Kompass fehlt oder falsch ist. Deshalb kommt es nach Inflationsprozessen praktisch immer zu realwirtschaftlichen Verwerfungen. Vermutlich kommt in den nächsten Jahren eine Mischung aus beidem: Masseninsolvenzen von Unternehmen und Staaten plus Inflation.

So oder so: Ein Blick auf die ökonomischen Fundamentaldaten zeigt, dass die kommende Finanz- und Wirtschaftskrise um einiges schlimmer werden dürfte als die „Great Recession“ von 2008/2009 und unabsehbares Leid und Elend vor allem in den ärmeren Ländern der Welt bringen wird, aber auch für die ärmeren Bevölkerungsschichten in den Industrieländern. Soziale Unruhen, Aufstände, Plünderungen und vielfaches Chaos weltweit sind vorprogrammiert, auch in den Industrieländern, wenn wir nicht schleunigst umsteuern.

Vergleich Deutschland – Schweden

Was tun? Die Situation ist nicht alternativlos. Es gibt sehr wohl eine Alternative. Um diese aufzuzeigen, soll nun die Situation von Deutschland und Schweden verglichen werden. Wie oben erwähnt, schrumpfte die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal 2020 um 11,7 Prozent, die schwedische um 8,2 Prozent. Im ersten Quartal 2020 ging die deutsche Wirtschaft um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück, die schwedische wuchs um 0,4 Prozent. Addiert man die beiden Quartale zusammen, ergibt sich für das erste Halbjahr in Deutschland eine Wirtschaftsschrumpfung um etwa 14 Prozent, in Schweden um etwa 7,8 Prozent. Die deutsche Wirtschaftsleistung schrumpfte also beinahe doppelt so stark wie die Schwedens. Das ist kein Zufall. Die staatlichen Zwangsmaßnahmen, Zwangsschließungen und das Aushebeln der Menschenrechte waren in Schweden nicht annähernd so schlimm wie in Deutschland.

Dazu kommt: Deutschland pumpt derzeit ungleich mehr schuldenfinanziertes Staatsgeld in die Wirtschaft als Schweden. Die Ratingagentur Fitch rechnet mit einem Anstieg der deutschen Staatsschulden um 14 Prozentpunkte vom BIP 2020 und einem weiteren Anstieg des Schuldenberges 2021. In Schweden sollen die Staatsschulden laut Fitch 2020 um 11 Prozentpunkte vom BIP steigen, aber 2021 bereits wieder sinken.

Schuldenfinanzierte Staatsausgaben, sogenanntes deficit spending, bewirkt normalerweise einen Anstieg des Sozialproduktes ungefähr in Höhe des Defizits, weil sie unmittelbar die Nachfrage ankurbeln. Obwohl also Deutschland eine deutlich stärkere schuldenfinanzierte Politik der Wirtschaftsankurbelung betreibt und pro Kopf deutlich mehr Geld in die Wirtschaft pumpt, ist der Wirtschaftseinbruch fast doppelt so stark wie in Schweden. In Wirklichkeit, unter Einbeziehung der Konjunkturpolitik, ist also die Wirtschaftsentwickelung in Deutschland noch erheblich schlechter als die offiziellen Zahlen bisher ausweisen und noch viel schlechter als die Schwedens. In Wirklichkeit ist die deutsche Wirtschaft – entgegen einem falschen bzw. irreführenden Bericht im staatseigenen Deutschlandradio – im ersten Halbjahr 2020 mehr als doppelt so stark abgestürzt wie die schwedische.

Im Übrigen ist die Zahl der Corona-Infektionen in Schweden seit Ende Juni sehr stark gesunken und die Zahl der Corona-Toten seit 25. Juli nahe Null. Also auch im Kampf gegen Corona ist Schweden in jüngerer Zeit deutlich erfolgreicher als viele andere Länder, wo die Fallzahlen wieder steigen. Was wir anders machen sollten als Schweden ist, unsere gefährdeten Zielgruppen, insbesondere die Alten- und Seniorenheime, besser zu schützen. Das sieht selbstkritisch auch Anders Tegnell, der schwedische Staatsepidemiologe so, während man selbstkritische Töne in der deutschen Politik oder in unseren Medien leider weitgehend vergeblich sucht.

Deutsche Corona-Politik in der Sackgasse

Kurz: Der deutsche Umgang mit Corona ist eine Sackgassenpolitik. Sie ist ökonomisch vollkommen unhaltbar und führt uns direkt in ein ökonomisches Desaster. Nicht so in Schweden. Die schwedische Wirtschaft könnte mit einem blauen Auge davonkommen. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit und die durch den Lockdown verursachten verschiedensten negativen sozialen Entwicklungen, wie steigende häusliche Gewalt, zunehmender Alkohol- und Zigarettenkonsum, starke Zunahme des Medienkonsums unserer Kinder, steigendes Übergewicht, steigende Mortalität wegen unterbliebener Arztbesuche und Operationen sowie zunehmende Selbstmorde dürften in Schweden insgesamt deutlich geringer ausfallen als bei uns. Dass die schwedische Ökonomie überhaupt so deutlich in Mitleidenschaft gezogen wird, liegt auch stark an der hohen internationalen Verflechtung der schwedischen Wirtschaft mit der Welt und nicht so sehr an den spezifisch schwedischen Corona-Maßnahmen.

Was können wir daraus lernen? Noch ist es nicht zu spät. Wir bräuchten einen ganz anderen Umgang mit Corona. Statt ständigem unberechtigten Angst-Schürens seitens der deutschen Regierung und durch die Massenmedien bräuchten wir einen sachlichen Umgang, eine tolerante Diskussionskultur und sinnvolle Corona-Maßnahmen statt Diffamierung Andersdenkender und angstgetriebenen Aktionismus. Angst vor Corona ist für den Großteil der Bevölkerung unbegründet. Angst vor Quarantäne, vor Reisen, vor Kontakt mit anderen, vor Schulschließungen usw. bewirkt weniger Einkäufe, weniger Arbeit, weniger Produktion. Angsterzeugung und eine weitverbreitete Maskenpflicht erwürgt unsere Wirtschaft immer weiter.

Am Rande sei bemerkt, dass dasjenige Bundesland mit den strengsten Corona-Maßnahmen und besonders großer Angsterzeugung auch die höchsten Fallzahlen hat: Bayern. Das spricht nicht gerade für eine erfolgreiche Corona-Eindämmungspolitik durch Markus Söder. Warum gerade der erfolgloseste Corona-Eindämmer in den Mainstream-Medien besonders gelobt wird, ist ein Rätsel für sich.

Ein Lösungsvorschlag: Segmentierung als Schutz der gefährdeten Zielgruppen

Angesichts der derzeitigen emotional und politisch aufgeheizten Stimmung in unserem Land könnte man folgenden Kompromiss machen. Um die gefährdeten Zielgruppen, also alte, schwer vorerkrankte oder auch ängstliche Menschen zu schützen und einen Senizid zu verhindern, könnten wir bei Einkäufen eine Maskenpflicht und social distancing zu bestimmten Tagesstunden einführen, z.B. „von 10 bis 12 ist Sicherheitszeit“. Das Gleiche gilt für kulturelle oder ähnliche Veranstaltungen: An bestimmten Wochentagen gibt es für ängstliche oder gefährdete Menschengruppen spezielle Sicherungsvorkehrungen. Statt Lockdown und Zwang unterschiedslos für alle wäre ein differenzierter Schutz deutlich effektiver und sehr viel gesellschafts- und sozialverträglicher. Und er würde unsere Wirtschaft nicht ruinieren, sondern ihr Luft zum Atmen lassen.

Zum Autor:
Prof. Dr. Christian Kreiß, Jahrgang 1962: Studium und Promotion in Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeschichte an der LMU München. Neun Jahre Berufstätigkeit als Bankier, davon sieben Jahre als Investment Banker. Seit 2002 Professor an der Hochschule Aalen für Finanzierung und Volkswirtschaftslehre. Autor von sechs Büchern: Profitwahn – Warum sich eine menschengerechtere Wirtschaft lohnt (2013); Geplanter Verschleiß – Wie die Industrie uns zu immer mehr und immer schnellerem Konsum antreibt – und wie wir uns dagegen wehren können (2014); Gekaufte Forschung – Wissenschaft im Dienst der Konzerne (2015); Werbung nein danke – Warum wir ohne Werbung viel besser leben könnten (2016); BWL Blenden Wuchern Lamentieren – Wie die Betriebswirtschaftslehre zur Verrohung der Gesellschaft beiträgt (2019, zusammen mit Heinz Siebenbrock); Das Mephisto-Prinzip in unserer Wirtschaft (2019). Drei Einladungen in den Deutschen Bundestag als unabhängiger Experte (Grüne, Linke, SPD), Gewerkschaftsmitglied bei ver.di. Zahlreiche Fernseh-, Rundfunk- und Zeitschriften-Interviews, öffentliche Vorträge und Veröffentlichungen.

Homepage: www.menschengerechtewirtschaft.de

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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Bildquelle:  Vincent Grebenicek / shutterstock

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14 Kommentare zu: “Die Jahrhundertrezession | Von Christian Kreiß

  1. Gregor Gysi & Hans-Werner Sinn sind sich bei ANNE WILL einig – "The show must go on."

    H. W. Sinn: "…wir müssen zurückkehren zu einem System, das den Leuten nicht vorgaukelt, dass das Geld auf den Bäumen wächst".

    "…es werden die Ansprüche von Kapitalanlegern auf der ganzen Welt gerettet".

    Ob es aber funktionieren könnte, wenn man, wie H. W. Sinn dies vermutlich andeutet, etwa als Staat einfach nur mit seinem Geld haushaltet? Schließlich würde dann doch der Wirtschaftsmotor ins Stottern kommen.

    gute-frage-de
    Was passiert mit Schulden wenn das Finanzsystem zusammenstürzt?

    Antwort (unter anderem:)
    Die Höhe der Kreditschulden bleiben.

    Dann bescheinigt der Nobelpreisträger Krugman der Bundesregierung eine „Obsession“ mit Schulden, die langsam, aber sicher die Weltwirtschaft bedrohe.

    In Wirklichkeit ist es aber das Problem, dass die derzeitige Geldentstehung als Schuld bei den Banken als solche bereits einer krummen Logik folgt.

    Dann erklärt es etwa Werner Vontobel bei Makroskop, warum Draghi eben doch kein Drogenpapst ist.

    An anderer Stelle behauptet er, dass in Deutschland 80 Leute die Arbeit von 100 machen.

    Andererseits gibt es doch auch nicht besonders wenige Bullshit-Jobs.

    Werner Vontobel:
    Es ist genug Geld da – leider!
    Die Schweiz würde 60 Milliarden Franken aufwenden, um den Kreislauf des Geldes wieder in Gang zu bringen. Was kostet dies wirklich?

    Mir kommt es jedenfalls so vor, als würden Regierungen sich einfach nur nicht die Mühe machen sich in die Funktionsweise des Geldes hineinzudenken. Stattdessen werden auch jetzt etwa beim Kommunal-Wahlkampf NRW Wahlen wieder mal einfach nur mit Geld gewonnen.

    Dann erklärt es etwa Investment Punk – Gerald Hörhan – "Warum ihr schuftet und wir reich werden"

    Selbst wenn Herr Hörhan diese Frage vermutlich richtig beantwortet, kennt doch derzeit niemand ein funktionierendes Wirtschaftssystem.
    Bei der jetzigen Praxis muss die Politik immer schneller mit immer höheren Ausgaben in die Bresche springen und immer neue Schulden machen, weil das ständig neu benötigte Geld nur so entstehen darf. Damit wird man dann zwar als Land auch immer "wettbewerbsfähiger", aber es gibt eben auch das Problem, dass Staaten ihre vielen Schulden nie wieder abbauen können.

    Man könnte es also behaupten, dass wir ein Wirtschaftssystem haben, das versklavt.

    Das kann dann doch wirklich kein nachhaltiges Wirtschaften sein.

  2. Die 0,001% der Superreichen dieser Welt (wer immer das ist) bzw. die Teilnehmer an der Weltwirtschaftskonferenz in Davos haben sich für ihr nächstes Treffen in 2021 "the great reset" zum Thema gewählt. Was auch immer sie darunter verstehen, es wurden bereits in vielen Artikeln hier oder anderswo Vermutungen darüber angestellt, resultierend aus den offiziellen Äußerungen einiger weniger aus dieser Gruppe. Eine weltweite Versklavung und/oder eine massive Reduktion der Weltbevölkerung erscheinen dabei als mögliches Resultat.

    Ein anderer Teil der Bevölkerung wünscht sich ebenfalls einen "great reset" in dem Sinne, die herrschenden Machtstrukturen zu durchbrechen, um eine lebenswertere, okologischere, gesündere und friedlichere Welt zu gestalten.

    Beide Szenarien werden unvorstellbares Leid über die Menschen bringen. Die Macht wird sich nicht kampflos ergeben. Die Umgestaltung der derzeitigen Systeme wird unzählige Menschenleben kosten, sei es durch Hunger, sei es durch weitere Kriege oder sei es durch Bürgerkrieg oder Revolution. Für die Entfesselung des Volkzornes bedarf es zuvor einer Not und eines Elends, die das Überleben des Einzelnen per se in Frage stellten. Eine Lage, die ich mir nicht annähernd vorzustellen vermag und die ich ehrlich gesagt auch nicht eleben möchte.

    Gibt es einen Weg da raus? Wenn ich mich nicht irre, wurde allgemein (zumindest innerhalkb der EU) beschlossen, die Rückzahlung der Schulden bis 2028 auszusetzen. Also bleibt ein bisschen Zeit für andere Strategien. Obwohl ich glaube, dass die andere Seite – sofern man davon sprechen kann – den Kritikern an den aktuellen Zuständen immer einen oder hundert Schritte voraus ist.

    Es wäre wünschenswert, wenn alle Politiker dieser Welt sich ihrer Aufgaben erinnerten und ihre Politik zum Wohle der Menschen, ihrer Völker und ihrer bzw. aller Nationen ausrichteten. Doch das ist die reine Utopie. Diejenigen, die es versuchen, werden mit Embargos belegt, finanziell erpresst oder, wenn das nicht hilft, ganz aus dem Verkehr gezogen. Auch dieses Szenario würde also Elend und Tod zur Folge haben.

  3. Bin perplex ueber Kreiss`Schnapsidee von 10 bis 12 Uhr: sind Virenpartikel dann 2 stunden lang groesser als Poren in Gesichtsmasken? Oder soll man in dieser Zeit nur Zugang haben, wenn man ueber sechzig Jahre alt ist, also zur Altenrisikogruppe gehoert und alle anderen sind gesperrt?
    Den Rest des Artikels muss ich unkommentiert hinnehmen, da ich Wirtschaftslaie bin.
    Kennt Kreiss Rudolf Diesels Buch "Solidarismus"? Was haelt ein Wirtschaftsprofessor von sowas als mal einen Versuch wert wo? Als echten Great Reset mal?
    Anstatt ueppig mit Pensionen ausgestattes Korrruptionsdummpersonal der Multimilliardaere aus Politparteienschweinestaellen?

  4. Man könnte meinen, dass dieses Ergebnis ja so schlecht nicht ist und man sich damit zufrieden geben könnte. Aber weit gefehlt. "Mutti" und Jens reicht das nicht, weshalb sie mit Zähnen und Klauen für die "Maßnahmen" kämpfen und alles tun, um die Pandemie zu retten. Ob sie wohl zufrieden sein werden, wenn sich der Schaden verdoppelt hat?

  5. ———— Zerstörung und Reise nach Jerusalem ———-
    Sind die Grundsätze weltweiten „Haushaltens auch Wirtschaft genannt.“
    ——
    Bänkers Elixier dabei sind Verschuldung und Kreditvergabe.
    Wie denken Bänker? Vor der IBB in Berlin an der Bundesallee ist das
    Beeindruckend in einem Kunstwerk festgehalten. Ein stabiler Kubus aus
    Edelstahl in den ein Vakuum gezogen wurde.
    Die Viren Mafia zieht auch eben gerade so ein Vakuum weltweit in die Völker.
    Zur Dauerverschuldung jährlich aufgepeppt . Als Akademiker denken sie da
    zu kompliziert Herr Kreiss. Es ist viel einfacher wie meist in den oberen Etagen.
    Fitch und andere Rating-Erpresser – setzen sie auf den Index, wenn das Land nicht pariert.
    Atomkrieg da stirbt der, der zuerst schießt als zweiter. Das müssen selbst Mafiosi umdenken.
    ———
    Die EU wollte auch mal Rating lt. Norbert Häring. Doch da kam sogleich das Setzen auf die Liste – Index –
    = Zinsschraube zur Sprache. Deshalb gibts so etwas nicht.

  6. Die Jahrhundertrezession | Von Christian Kreiß
    Bei Minute 9:15 stellt der Autor die Frage: "Was können wir daraus lernen?" und sucht dann nach Antworten. Sicher ist in Krisen auch Symptomlinderung wichtig und hilfreich. Doch wenn die geistigen Ursachen für die Irrwege nicht erkannt und folglich auch nicht korrigiert werden, geht es im selben alten Un-Geiste noch immer tiefer in die Katastrophe.
    1990 bin ich auf die Ideen von Simone Weil (1909 -1943) gestoßen, zu denen Albert Camus das folgende Statement abgab: "Es scheint mir unmöglich zu sein, sich eine Wiedergeburt Europas vorzustellen, welche die von Simone Weil definierten Forderungen unberücksichtigt ließe."
    Schauen wir uns ihre Grundforderung nach Einwurzelung an, dann sehen wir, daß die gesamte neoliberale Politik, Bildung, Wirtschaft bisher in die genaue Gegenrichtung marschiert ist.
    Als ob Simone Weil etwas von der jährlichen Verleihung des Karlspreises geahnt hätte, warnte sie: "Es ist absolut falsch, daß eine Art Mechanismus der Vorsehung jeweils das Beste einer Epoche dem Gedächtnis der Nachwelt überliefert. Der Natur der Dinge nach wird die falsche Größe überliefert… darum ist es unerläßlich, die wahre Größe von der falschen zu unterscheiden…
    Die unglücklichen Völker des europäischen Kontinents bedürfen der Größe noch mehr als des Brotes, und es gibt zwei Arten von Größe: die echte Größe, die dem Geiste angehört, und die alte Lüge der Welteroberung."

    Zu dieser Lüge der Welteroberung zähle ich beispielsweise auch die Eine-Welt-Regierung, der fast alle Staatenlenker heute zustreben und für die sie die Reste von Demokratie, Autonomie und Wohlstand ihrer Nationen opfern.
    Wenn irgendetwas noch einmal gut werden soll, dann brauchen wir ein Denken, das sich nicht an Macht, am Recht des Stärkeren, an Geld und Technik orientiert, nicht auf Angst und Terror (Zwänge) setzt, sondern auf Wahrheit, breite Diskussion, Menschlichkeit und die dazugehörigen Bedürfnisse.
    Wahre, geistige, menschliche Größe ist nur mit dem Frieden mit dem Kind zu verwirklichen. Ohne ihn steht die gesamte Kultur mitsamt ihren Werten Kopf und strebt unweigerlich gezielt dem Untergang zu.
    Ich könnte hier den ganzen Ausstellungkatalog der Friedensbibliothek Berlin zu Simone Weil zitieren – wer interessiert ist, bestelle sich ihn. Zusammen mit den Schlüssen von E. von Braunmühl oder Alice Miller könnten Simone Weils Worte weiterhelfen bei der Erkenntnis, daß Erziehung auf Erzeugung von Machtgier angelegt ist, indem sie kleine Menschen einer abgrundtiefen Willkür und Ohnmacht ausliefert. So wird das seelische und körperliche Selbstvertrauen und Immunsystem gestört oder gar zerstört. Erzogene Menschen kompensieren ihre Angst dann durch Identifizierung mit dem Aggressor, sind leicht einzuschüchtern und in Hierarchien einzusetzen. In der Regel lassen sie oder wählen sie die Grausamsten und Machtgierigsten an die Spitze aller Institutionen und gehorchen ihnen blind.

    • Alexej Sesterheim, ich stimme Ihnen vollinhaltlich zu.
      "Wenn irgendetwas noch einmal gut werden soll, dann brauchen wir ein Denken, das … auf Wahrheit, breite Diskussion, Menschlichkeit und die dazugehörigen Bedürfnisse setzt."

  7. Leider enttäuschend rundumTradtionalitäten verbreitende Denke, Herr Kreiss – bis auf die neue Praktikabilitäten anzielende Schlussidee für den Fall, dass der kommende Winter eine überdimensionierte Grippewelle bringen sollte, wofür ja keineswegs wirklich etwas spricht, bezöge man sich endlich einmal auf real validierbare Relationalitäten und entsprechend an Verhaltnismäßigkeits-Kriterien gebundene Handlungs- und Verhaltens-Horizonte !!

    Kein Crash, kein wie auch immer gearteter Revolutionsversuch wird mehr oder minder schlagartig punktuell oder gar weltweit für neuartige Staatslenkungen und zwischenstaatliche Verhältnisse sorgen können !

    Die Chance liegt in entschlossenen Parallel-Aktivitäten um den Aufbau selbstorganisatorischer Kernstrukturen mit Aufwandsminimierungspotential bei gleichzeitig denkbar hochgradigen Flexibilisierungs-Potentialen – – – über die endlich tragfähige Räume dafür zu erschließen wären, was der Würde alles Existenten einen für alle tauglichen Stellenwert verschaffte . . . !!!

    – – – etwa so: https://diskursblickwechsel.wordpress.com/2020/04/13/5688/

    • Ja, ich find's auch entäuschend. Herr Kreis nimmt neue Corona Religion für gegeben hin. Er versucht zum Schluss diese nur für jene, die sich dieser Relegion nicht unterwerfen wollen, zum Schluss den Umgang damit etwas zu vermeiden, mit einer Maskenpflicht nur von 10 bis 12 Uhr.

      Mensch, einfach mal lesen, was auf den zumdist etwas seriöseren Maskensteht: Sie schützen _nicht_ gegen Viren und Bakterien! Warum verweigern sich soviele Leute eigentlich immer wieder der Realität? An Corona ist nicht mehr und nicht weniger dran, als das letztes, vorletzte usw. Jahr war.

      Hier mein Gegenvorschlag: Die Leute sollten statt Masken alle richtig große Schellenkappen tragen, dann würden sie automatisch mindestens 1,50 Metre Sicherheitsabstand halten. Und auch die Viren würden vor Schreck einen Bogen um diese Menschen machen 😉

    • Social distancing und Masken von 10 – 12? Das ist Komödie vom Feinsten. Gab es nicht in "1984" (Orwell) so eine Zeit, zu der alle dem "Führer" huldigen mussten? Oder war das in "Wir" (Samjatin) ? … irgendwo war das….

  8. Ich bin absolut gegen die Zwangsmaskierung, aber dem Kompromiß einer "Sicherheitszeit" von 10-12 Uhr würde ich zustimmen. Ein vernünftiger Vorschlag.

    Ich fürchte nur, Vernunft ist bei den Machthaben nicht erwünscht. Es geht ja gar nicht um unsere Gesundheit, sondern um ganz andere Dinge.

  9. "Ein Lösungsvorschlag: Segmentierung als Schutz der gefährdeten Zielgruppen

    Angesichts der derzeitigen emotional und politisch aufgeheizten Stimmung in unserem Land könnte man folgenden Kompromiss machen. Um die gefährdeten Zielgruppen, also alte, schwer vorerkrankte oder auch ängstliche Menschen zu schützen und einen Senizid zu verhindern, könnten wir bei Einkäufen eine Maskenpflicht und social distancing zu bestimmten Tagesstunden einführen, z.B. „von 10 bis 12 ist Sicherheitszeit“. Das Gleiche gilt für kulturelle oder ähnliche Veranstaltungen: An bestimmten Wochentagen gibt es für ängstliche oder gefährdete Menschengruppen spezielle Sicherungsvorkehrungen. Statt Lockdown und Zwang unterschiedslos für alle wäre ein differenzierter Schutz deutlich effektiver und sehr viel gesellschafts- und sozialverträglicher. Und er würde unsere Wirtschaft nicht ruinieren, sondern ihr Luft zum Atmen lassen."

    Ein absolut sinnvoller und machbarer Vorschlag, dem ich vollkommen zustimme und der nur einen Haken hat:

    Er passt nicht in die bösartige Agenda, die gerade von den Regierungsmarionetten weltweit propagiert und vollzogen wird.

    Es würde auffallen, dass die Gefährlichkeit des Virus in der propagierten Form nicht existiert und auch die naive Masse würde beginnen, den gesamten Plandemiezirkus zu hinterfragen.

    Das würde die weiter Umsetzung der Agenda in unnötige Schwierigkeiten bringen und es wird deshalb auf keinen Fall zu einer derart sinnvollen Lösung des jetzigen Maßnahmenwahnsinns kommen.

    Leider.

    • Ich finde die Vernunft hinter dem Vorschlag ebenso in Ordnung, doch dürften Sie wohl recht haben mit Ihrer Entgegnung.
      Sofern also die ganze langfristige Agenda >alternativlos< in ihrer Umsetzung oder Durchdachtheit sei, was angenommen werden kann.

      Beobachtet werden sollte deshalb vielleicht auch, welche Wandlungsfähigkeit die herrschenden Machtstrukturen in deren ideologischen Überzeugungen aufweisen/ausbilden. Bislang wurde noch immer etwas gefunden, eine {unkritische} Masse für derartige dunkle Spiele 'dranzukriegen, ungeachtet der ähnlichen oder sich gleichenden Vorgehen. Und zuletzt schickten die selbsterlesenen Wegbereiter sich an, Globalisierung und Kontrolle in einem Satz mal ganz anders zu denken. Und schwuppst…

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