Die Krise des deutschen Journalismus – Teil 1

Von links unten nach rechts oben

Ein Kommentar von Dirk Pohlmann .

Der Ruf der etablierten Medien ist angeschlagen. 60% der Einwohner Deutschlands haben wenig oder gar kein Vertrauen in die Informationen und Interpretation, die Ihnen Tag für Tag in den sogenannten Qualitätsmedien und öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten vorgesetzt werden. Bei Jugendlichen ist das Misstrauen noch größer. Die Reaktion der Erziehungsberechtigten in den Redaktionen auf die Respektsverweigerung ihres Publikums ist oberlehrerhaft: schlechte Kopfnoten, beißender Spott und und genussvoll formulierte Häme. Beliebtestes Mittel der Mainstreammedien-Journalisten gegen die „Meuterer“ ist die Gleichsetzung der Mehrheit der Kritiker mit den jeweils dümmsten und radikalsten existierenden Elementen, also Beleidigung und Herabsetzung. Wer ARD, ZDF, Zeit und FAZ öfters doof findet, muss selber doof sein. Und außerdem irgendwie pegida und wer so drauf ist, glaubt natürlich auch jede Verschwörungstheorie, die Ken Jebsen oder der Kopp Verlag angeblich verbreiten: etwa dass reptiloide Aliens das Weiße Haus übernommen haben, und dann WTC 7 sprengten. Hahaha. Schenkelklopf und Prust unter der Atlantikbrücke.

Diese Einschätzung bestätigen Journalisten gerne durch selektive O-Ton Auswahl bei Straßenumfragen. Wer nicht ihrer Ansicht ist, wird stets als unterbelichtet „gefilmt“. Standard-Publikumsreaktion auf die solcherart zur Schau gestellten Prekariats-Fußgänger: „Unglaublich, wie hirnlos die meisten Leute sind! Wie gut, dass ich nicht zu den meisten Leuten gehöre!“ (Obwohl die Mehrheit bei den meisten Themen natürlich zu den „meisten Leuten“ gehört, sonst wäre sie ja nicht die Mehrheit. Aber wer wird schon gerne als Herdentier vorgeführt?) Dass angebliche Humanisten und Linke die Unterschicht verachten und dabei auch noch ein gutes Gewissen haben, ist eine finstere Angelegenheit – ein Thema für sich.

Publikumsverachtung ist eine miese, aber übliche Haltung unter Journalisten. Selektive Darstellung wird allerdings nur bei bestimmten Interessengruppen betrieben. Wie oft hat man schon eine O-Ton-Collage idiotischer CDU, SPD oder Grünen-Meinungen gesehen? Könnte man sie drehen und schneiden? Natürlich. Jeder TV-Journalist weiß, dass man bei Straßenumfragen jede beliebige Stoßrichtung darstellen kann, wenn man nur genug Interviews zur Verfügung hat.

Früher, in den 80er Jahren, wurde das auch getan, da wurden die Grünen ähnlich wie die AfD jetzt behandelt, nämlich als Untergang des Abendlandes. Auch sie waren angeblich irgendwie nazi-artig. Begründung damals: Grüne wie Nazis wären eher Bewegung als Partei, beiden gemeinsam wären die jugendlichen Anhänger, das Fehlen eines seriösen Programms, das Ressentiment gegen die bewährte Ordnung, beide wären Protestpartei und noch dazu gewaltbereit. Ich erinnere mich, wie in der ARD präsentiert wurde, dass jeder Bewohner des Startbahn-West-Hüttendorfes ein asozialer Problembär gewesen sei.

Mittlerweile sind die ehemals verleumdeten Ökopaxe im Mainstream angekommen, wollen auch mal Kriege führen und warnen eindringlich vor einer Partei, die angeblich zum Untergang des Abendlandes führen wird. „Die größten Kritiker der Elche waren früher selbe welche.“ Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die entsetzte AfD Berichterstattung eher früher als später freundlicher ausfallen wird, nämlich sobald diese Schein-Protest-Partei in die Rundfunkgremien einzieht und dort Macht ausübt.

Ich kritisiere meine Kollegen nicht, weil ich insgeheim im Keller bei Vollmond AfD Sympathisant wäre. Ich bin es weiß Gott nicht. Ich kritisiere sie, weil ich ihnen Verrat an der journalistischen Berufsethik vorwerfe. Wir Journalisten haben zu berichten, was sich außerhalb der Redaktionsgebäude tut, mit möglichst guter Abbildungsgenauigkeit. Wir sollten die besten Argumente der von uns Interviewten akkurat berichten und Mächtige hartnäckig mit den Fragen traktieren, die sie am wenigsten hören wollen. Wir sollten wann immer möglich selbst vor Ort nachgucken, wer was warum macht, mit offenen Ohren, offenem Sinn und Neugierde. Wir müssen mit allen Menschen reden, was nicht bedeutet, dass wir allen glauben müssen. Wir sollten ritterlich sein, also nachsichtig mit den Schwachen und mutig gegenüber Mächtigen.

Wer sich stattdessen als Erziehungsberechtigter oder Missionar sieht, sollte Kindergärtner werden oder bei einer Freikirche anheuern. Als Journalist ist er eine Fehlbesetzung – die allerdings in Deutschland hundertfach vorkommt.

Durch solche Arroganz im Amt, Kontaktvermeidung, durch nicht vor Ort nachgucken und mangelnde Neugierde entsteht auch die vorherrschende Berichterstattung über Ken Jebsen, die vollkommen tatsachenfrei einen Rechtspopulisten aus ihm macht. Eine Fehlleistung, die nur durch mangelnde intellektuelle Belüftung und Groupthink möglich ist, durch Vor-Urteile. Eine Ursache dafür: Journalisten gleichen sich leider viel zu oft untereinander ab, statt unabhängig voneinander an der Wirklichkeit, wie sie es sollten. Wäre es anders, würde zwangsläufig bei allen Themen ein vielfältigeres Meinungsbild in den Medien sichtbar werden, als es jetzt der Fall ist. Dass das Meinungsspektrum von Journalisten viel enger ist als das der Bevölkerung ist kein Schönheitsfehler, sondern systemisches Versagen. Der heutige Journalismus ist weitgehend dysfunktional.

Ein randständiges Symptom der Krankheit, die im Mediensystem grassiert, ist die rasante Aufwertung der Bild-Zeitung. Gestern noch Problemfall (objektiv z.B. feststellbar anhand der Rügen des Presserates), ist sie heute geschätztes Mitglied des Medien-Establishments, das selbst mit dem Finger auf andere zeigen darf. Die Rolle des Enfant terrible, schwarzen Schafs und Objektes der Empörung haben andere übernommen. Zum Beispiel Ken Jebsen. Woher stammt die Einmütigkeit solcher Urteile? Aus der Realität? Nein, sie stammt aus der Neigung der Journalisten zum Chorgesang.

Das Spitzenpersonal des Medien-Establishments ist erstaunlich austauschbar. Auch das passt ins Bild der geistigen Enge. Die Damen und Herren an der Spitze sind sich weitgehend einig, sie bilden eine seltsame Querfront. Stefan Aust, nur ein Beispiel, startete einst links unten, mittlerweile ist er rechts oben angekommen, als Herausgeber und zeitweiliger Chefredakteur der „Welt“. Er ist heute Chef des Flaggschiffs seines Feindbildes der frühen Jahre. Früher schrieb Aust mit Ulrike Meinhof bei der linksradikalen Konkret und mit Hendryk M. Broder bei der Pornopostille St. Pauli Nachrichten.

Ein weiteres Beispiel ist Nikolaus Blome, der zwischen redaktionellen Leitungsfunktionen bei Spiegel und Bild hin und her wechselt. Er oszilliert also zwischen dem „ehemaligen Nachrichtenmagazin“, weiland als „Sturmgeschütz der Demokratie“ bezeichnet, ach, das waren noch Zeiten, heute ist der Spiegel eher das Verbandsorgan der Atlantikbrücke – und der Hauptpostille der „Lügenpresse“, der „Bild“. Als Lügenpresse wurden nämlich 1968 von den demonstrierenden Studenten die Springer-Zeitungen, insbesondere „Bild“ tituliert. Heute ordnet Springer, genau wie andere „Qualitätsmedien“, den „Lügenpresse“ Begriff gerne der NS Vergangenheit zu. Das macht es einfacher, Kritik an sich abtropfen zu lassen.

Zu einem der schlimmsten Haßobjekte der „Bild“-Zeitungs-, „Zeit“-Bildungs-, Spiegel, FAZ, ARD und ZDF Journalisten avancierte innerhalb weniger Jahre KenFM.

Darf man fragen warum? Tatsache ist doch: KenFM ist ein Programm, dass in weiten Teilen die Arbeit erledigt, die der öffentlich rechtliche Rundfunk nicht mehr leistet, mit Interviews, die eigentlich den Öffentlich-Rechtlichen bestens zu Gesicht stünden; Dinosaurier meines Alters erinnern sich vielleicht noch an „Günter Gaus im Gespräch mit:“ z.B. Rudi Dutschke oder Hannah Arendt.

KenFM wird für seine Arbeit von MSM-Journalisten mit einer Verachtung überzogen, die der KuKluxKlan verdient hätte, aber nicht ein alternatives Medium, dass hochkarätige Stimmen zu Wort kommen lässt, die selten oder gar nicht im Mainstream vorkommen, das dem Publikum ermöglicht, Argumentationsketten zu verfolgen und Zusammenhänge zu verstehen, statt nur Soundbites zu konsumieren. Was an KenFM rechtspopulistisch, antisemitisch und demokratiefeindlich sein soll, weiß der Teufel, ich jedenfalls nicht und die hysterischen KenFM-Hasser wissen es selbst nicht, denn sie können den Vorwurf nicht sauber durch typische Belegstellen beweisen. Sie behelfen sich deshalb mit der ständigen Wiederholung von Behauptungen, sowie dem Verweis darauf, dass viele andere auch schon solche Behauptungen berichtet hätten. Immer wieder wird geraunt, dass Ken Jebsen wegen antisemitischer Äußerungen beim rbb entlassen worden sei. Das ist  schlicht falsch, was gut 40 von ihm gewonnene Gerichtsverfahren wegen dieser Behauptung belegen. Wenn man den Vorwurf des Antisemitismus anhand des rbb Chats genauer recherchiert, löst er sich in nichts  auf. Trotzdem kommt kaum ein Artikel über ihn ohne dieses Thema aus. Irgendetwas wird schon hängenbleiben. Ein ebenfalls oft gebrauchtes Zitat aus einer Ken Jebsen Rede, dass Zugvögel keine Demokratie brauchen, gerne als Beleg für seine Demokratiefeindlichkeit benutzt, ist selbst ein Zitat, aus einer Performance-Rede des Künstlers Jonathan Meese. Was keinem der entsetzten Bildungsbürger-Journalisten aufgefallen ist. Vielleicht sollten sie öfter ins Theater oder Kunstaustellungen gehen statt sich mit Kollegen abzugleichen?

Ken Jebsen rechtspopulistisch zu nennen ist nur durch Rechercheverweigerung möglich, sowie durch ein Verfahren, dass im heutigen Journalismus gerne angewendet wird. Man spult sich durch 300 Stunden O-Töne und Interviews, bis man endlich eine Stelle gefunden hat, die man bei schlechter Absicht falsch verstehen kann. Die wird dann zum Beweis aufgeblasen und ad infinitum wiederholt. So, wie bei der Zugvögel-Nummer.

Manchmal ist es auch noch schlimmer, das ZDF zum Beispiel pfeift auf jeden Rest-Anstand, greift tief ins Klo und probiert es mit Verleumdung. In den zwei verlinkten Szenen versucht es auf perfide Weise, Ken Jebsen bildlich eine Nähe zum Salafismus und IS anzudichten. Wer solchen Journalismus betreibt, braucht sich über den Vorwurf „Lügenpresse“ nicht zu wundern. Es handelt sich ja nicht nur um die Fehlleistung eines einsamen Stürmers, immerhin ist dieses Schmierentheater bei einer Abnahme durchgegangen. Den Namen des verantwortlichen Redakteurs sollte man sich merken. Er hat eine brilliante Karriere vor sich: Er ist zu allem fähig.

Sichtbar wird also statt eines Skandals bei KenFM absichtsvolles Falschverstehen und ein selbstreferentielles System bei den Mainstream-Medien, dass sich aus Vorurteilen speist, nicht aus Tatsachen. Das ist das Gegenteil einer Arbeitsweise, die den Namen „Qualitätsjournalismus“ verdient, egal wie oft sich diese Medien selbst diesen Orden verleihen.

Bei aller Nachsicht, irgendwann ist es mal genug mit diesem Serientäter-Unsinn. Dieser Zeitpunkt war vor spätestens 2 Jahren.

Das Alarmgeschrei der Etablierten in den politischen Parteien und Medien hat verschiedene Grade der Realitätsnähe und diverse Ursachen, aber eine ist simpel und klar. Die Etablierten beider Gruppen bekämpfen eine neuentstandene Konkurrenz. Ein Konkurrent wird nicht freudig begrüßt. Das ist eigentlich eine banale Erkenntnis. Aber sie wird hinter einem dichten Nebel aus aufgeblasener Empörung verborgen, der undurchdringlich wie eine Mauer erscheint, aber zumindest beim Fall Ken Jebsen aus nichts Substantiellem besteht. In Sachen AfD, die eine veritable parlamentarische Konkuurrenz darstellt, liegt der Fall etwas komplizierter, aber auch diese Partei wird alles andere als fair behandelt. Journalisten sollten dem Publikum nicht als Erziehungsberechtigte erklären, was es gefälligst zu denken hat, sondern der AfD die Gelegenheit geben, sich eigenständig in Grund und Boden zu reden. Dieser Partei genau wie allen anderen. Es darf keine Sonderregeln geben, so wenig, wie es die in der Justiz geben darf.

Neben dieser Ähnlichkeit in der Sache gibt es allerdings auch wesentliche Unterschiede zwischen Medien und Parteien. Diese fundamentalen Unterschiede sind wichtig bei der Analyse des Problems.

Während die politischen Parteien sich im Meinungskampf wegbeißen sollen, sogar totbeißen dürfen, sie sollen schließlich Kräfte bündeln, Entscheidungen herbeiführen und Personal für die praktische Politik bereitstellen, liegt der Fall bei der Medienberichterstattung anders.

Ihr Daseinszweck ist Vielfalt und Staatsferne. Der Meinungskampf ist „schlechthin konstituierend für die Demokratie“ – stellte das Bundesverfassungsgericht 1958 fest. Massenmedien haben besondere Rechte und genießen besonderen Schutz, damit sie ihre „öffentliche Aufgabe“ erfüllen können. Die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichtes kreisen darum, dass die Medien die Arena herstellen sollen, in denen sich die Wahlbürger über die Positionen und Ideen der politischen Akteure informieren können und wo sie selbst am Meinungskampf teilnehmen können. Die Akteure sind nicht nur die Parteien, sondern alle Kräfte der Gesellschaft, die real an der Meinungsbildung mitwirken. Die Medien sollen diesen Prozess abbilden und anfeuern, Journalisten sind dabei Beobachter und Teilnehmer zugleich. Sie erfüllen ihre Aufgabe, wenn sie sozusagen einen Urwald herstellen, der vor Bioaktivität aus den Nähten platzt. Schillernde Schmetterlinge, Paradiesvögel, Lianen, riesige Bäume, Pfeilgiftfrösche, Fledermäuse, Jaguare – je bunter, je vielfältiger, je vielstimmiger, desto besser.

Der Markt lieferte früher ausreichende Vielfalt. Von der Nationalzeitung über Welt, FAZ, Süddeutsche und Frankfurter Rundschau bis zur Roten Fahne gab es den geforderten Urwald. Wo die Technik hohen Aufwand erforderte und damit eine immense Hürde für den Zugang darstellte, so wie früher beim Fernsehen, sorgte das Verfassungsgericht dafür, dass die Vielfalt künstlich entstand indem sie eine demokratische Kontrolle des Programms vorschrieb, eine Art Parlament der „gesellschaftlich relevanten Gruppen“, die dafür sorgen sollten, dass der Rundfunk nicht einer Interessengruppe oder gar dem Staat ausgeliefert wird.

Der Geist dieser Vorschriften ist klar. Er ist zutiefst demokratisch. Man kann, darf und sollte aus vollem Herzen dahinter stehen. So ist das gut und richtig gedacht.

Die Realität war und ist aber, dass immer mehr Printmedien immer weniger Verlegern gehören und dass vor allem die Parteien ständig versuchen, die Kontrolle über die Rundfunkanstalten zu erhalten. So entsteht von selbst eine ungute Konzentration der Presse und Parteienfunk, es bedürfte einer konstanten Anstrengung, um den Laden in Schuss zu halten. Aber die  gibt es nicht. Es ist eine Situation ähnlich wie in der Weimarer Republik, die eine Demokratie war, in der es wenig Demokraten gab und die daran zugrunde ging, dass sie niemand erhalten wollte.

Bei der Presse stirbt die Artenvielfalt aus wirtschaftlichen Gründen ab, wie in einem gerodeten Urwald, der zur Palmölplantage wird. Die Presse ist todgeweiht, ihr Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr, seit das Internet die Anzeigeneinnahmen ins Bodenlose hat fallen lassen.

Aber der Niedergang hat auch mit Mentalitäten zu tun. In den Medien gibt es zu wenige Chefredakteure, die den Meinungskampf als Mittel und Zweck begreifen und seine Existenz schätzen, es gibt weit öfter zähneknirschende „Toleranz für Andersdenkende“ und viel zu viele, die als Politikersöldner um die „Luftherrschaft über den Stammtischen“ kämpfen. In Deutschland sind sich Politiker und Journalisten in den Absichten zu ähnlich, um ihre jeweiligen Aufgaben gut zu erfüllen.

Journalisten sollten abweichende Meinungen nicht tolerieren, sondern lieben. Ihr natürlicher Ort ist idealerweise zwischen allen Stühlen, nicht auf dem Schoß der Mächtigen.

Die Realität ist ganz anders. Das hat Ursachen. Insbesondere in den Rundfunkanstalten macht niemand Karriere, weil er oder sie der schärfste Jagdhund ist, der oft und wirkungsvoll Beute gemacht hat. Um Chefredakteur zu werden, muss man diplomatisch geschickt sein und es sich möglichst nie mit den Alpha-Tieren und Elefanten verscherzt haben. Man muss durchkommen, dabei nicht anecken und sich von den vorherrschenden Windverhältnissen in Stromlinienform bringen lassen.

Das aber ist das Gegenteil der Berufsbeschreibung eines guten Journalisten.

Es ist also auch ein Problem des Auswahlverfahrens. Statt die leitenden Journalisten vom Publikum und den Journalistenkollegen wählen zu lassen, werden sie von parteiendominierten Gremien oder Besitzern von Zeitungen bestimmt. Diese Umweltbedingungen steuern den evolutionären Anpassungsprozess in den Redaktionen. Was dabei herauskommt, können wir jeden Tag besichtigen. Serienmäßig werden da keine Königstiger wie Peter Scholl-Latour produziert, sondern Schoßhündchen. Und statt eines lebensstrotzenden Urwaldes ähnelt die Medienlandschaft zunehmend einem Friedhofsparkplatz.

Die Vielfalt der Meinungen in der Bevölkerung ist deutlich größer als die Vielfalt der Meinungen in den Medien. Man könnte auch sagen: der derzeitige Journalismus stellt eine eigenständige, verengte Spartenmeinung dar, die sich durch vorauseilenden Gehorsam für einen gefühlten Konsens hervortut.

Dieses Versagen der Medien hat existenzgefährdende Konsequenzen für die freiheitlich demokratische Grundordnung, wozu ich im zweiten Teil meines Kommentars kommen werde.

Was hier noch zu sagen ist: KenFM ist keine Verfallsform des Journalismus, wie die etablierten Medien behaupten. Der Verfall, den sie anprangern, sind sie selbst.

KenFM hingegen ist die bitter nötige Ergänzung einer vermodernden Medienlandschaft, ein Lebenszeichen der Demokratie. Wir brauchen mehr solche zarten und dornigen Pflänzchen der Unbotmäßigkeit, des kritischen Diskurses und der alternativen Sichtweisen. Wir brauchen mehr rückenmarksgetriebenen Rythm und Blues und weniger Easy-Listening Fahrstuhlmusik in Dolby Surround.

In Gedenken an Rudi Dutschke – Schaffen wir zwei, drei, viele KenFM!

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

31 Kommentare zu: “Die Krise des deutschen Journalismus – Teil 1

  1. Lieber Dirk, natürlich werde ich mit meinem Vorderlader gerade noch rechtzeitig auf den Barrikaden sein, um dort meinen Mann zu stehen, wenngleich ich eigentlich ein Feigling bin, ein Maulheld, wie viele unserer Profession. Jedanfalls dachte ich das mal. Erinnerst Du dich an die Passage aus dem „Tahiti-Projekt“, in der Cording Zeuge eines Guerilla-Kampfes um die letzten Redwoods wird?

    „Wieder einmal überkam Cording ein nicht zu bändigender Hass auf die Spezies, der er angehörte und deren einzige Berstimmung die Zerstörung des Planeten zu sein schien. Irgendwann würde er an dieser Erkenntnis zerbrechen. Vielleicht hätte er seine Sensibilität im Widerstand ersticken sollen, er hätte zum Beispiel einer dieser Guerillatypen werden können. Einer der bereit war, guten Glaubens einen Forstarbeiter zu erledigen, bevor der letzte Baum zu Boden fiel. Der bereit war, sich selbst zu opfern, falls es notwendig sein sollte. Aber er war nun mal keiner, der klaglos seinen Ameisendienst verrichtete, nicht einmal in einer moralisch so hochgerüsteten Armee. Außerdem war er zu feige für den Kriegsdienst. Er hatte sich für ein Reporterleben entschieden. Als Reporter blieb er unangetastet und wurde doch Zeuge all der Tränen, Ängste, Missverständnisse und Vergewaltigungen, Zeuge von Gewalt und Verbrechen, Zeuge für das gesammelte Aufgebot gegen die Lebensfreude. Auch keine einfach zu ertragende Aufgabe …“

    Hab Dank für deine lieben Zeilen, sie treffen mich dort, wo der Entschluss gefallen ist, den Vorderlader scbon einmal durchzuladen.

  2. Das hier in den Kommentaren Zustimmung überwiegt, ist nicht erwartet und ich schließe mich da überhaupt nicht aus.
    Die mediale Querfront gegen Jebsen, die auch vielfältiges Echo in Blogs und Userkommentaren findet, hat auch was gutes. Erst dadurch wurde er mir bekannt und ich zum ständigen Rezipienten.
    Und eigentlich sollte es euch stolz machen, wenn ihr seht, wo und von wem das orchestriert wird. Es ist der überzeugenden Beweis der erreichten Relevanz. Und das „grenzdebile Internettrolle“ (cr Thomasz Konicz) das nachplappern, verwundert nun wirklich niemanden.

    Wenn es da nicht dieses böse Ende gegeben hätte, wäre ich geneigt, an die „Weltbühne“ zu erinnern. Eine publizistische (im Kern) Zwei-Mann-Show. Tucholsky mit KJ zu vergleichen, ist vielleicht (noch) vermessen. Aber in einem Kontext mit Tucholsky/Ossietsky gedacht werden zu können – das muss man sich erst mal erarbeiten. Respekt!
    Übrigens hatte sich die weltbühne durchaus auch heftigster medialer und politischer Angriffe zu erwehren. Viel Feind, viel Ehr‘

    Gestatten Sie mir aber doch einen kritischen Einwand gegen eine Passage Ihres Textes zu erheben. Ich halte die verbreitete Formel vom Mangel an Demokraten, der ursächlich für den Untergang der Weimarer Republik gewesen sein soll, für genauso falsch wie weit verbreitet.
    Ich will jetzt weder Sie noch einen zufalligenLeser mit meiner Sicht auf die Republik langweilen, möchte aber daran erinnern, dass die Nazis bis zur vollkommen irrelevanten Wahl im November 33 nie eine eigene Mehrheit hatten. Die verschafften ihnen ausschließlich jene rechtskonservativen bürgerlichen Kräfte, die nach 45 diese These von der Republik, die zwischen Rechts und Links zerrieben worden sei, verbreiteten. Was für eine bizarre Verdrehung. Folgerichtig war im ersten Bundestag die größte (virtuelle) Fraktion die der ehemaligen NSDAP-Mitglieder.

    Man kann der Untergang der Republik mE nicht auf einen,auch noch arg verzerrten, Mangel an politischer Vernunft zurückführen.
    Man muss über die Weltwirtschaftskrise, eine schwere existenzielle Krise des Kapitalismus sprechen, über die reale Lage, in der Millionen existierten.
    Und nochmal, es war zunächst nicht mal die Mehrheit der Opfer der Krise, die die autoritäre Lösung suchten sondern „das Kapital“, das die Nazis mit Geld versorgte und ihnen zum Schluss die Machtübernahme ohne eigene Mehrheit ermöglichten. Irgend wie ist diese Beschreibung so unglaublich unmodern geworden. Geradezu unsexy. Falsch wird sie dadurch doch nicht.

    Zum Schluss nochmals Dank für den Text und weiter viel Mut und Energie

  3. Herzlichen Dank, lieber Dirk Pohlmann, für dieses brilliant geschriebene, gescheite Stück!

    Komischerweise hatte ich erst gestern, beim Lesen über Bröckers‘ Jebsen-Buch den Gedanken: über Jebsen ein Buch? Ist das nicht ein wenig verfrüht? Nein. Eher visionär. Mir wurde klar, dass ich KenFM noch ganz Großes zutraue, dass daraus noch ein Schwergewicht in der deutschen Medienarena wird. Gar keine Frage. Und nun lese ich ähnliches von Ihnen. Wie schön auch, dass Sie dabei sind!

    Ich kenne kein Medium, das mir in den letzten zwei Jahren soviel Erkenntnis und politisches Wissen vermittelt hat wie dieses. Wo kriegt man schon in den MSM ausführlichste Gespräche mit Mausfeld, Drewermann, Leukefeld, Hofbauer, Fleck, Ploppa und natürlich auch mit Ihnen und so vielen Anderen zu hören? Welcher Qualitätsjournalist kann mir soviel Relevantes über die USA erzählen, wie Prinz Chaos? Bei KenFM sitzen die wahren Experten, diejenigen, die Illner & Co. zu frei und unabhängig sind. Immer mehr Leute spüren, dass sie hier die richtigen und wichtigen Informationen bekommen, um die Ereignisse in der Welt einzuordnen und zu verstehen. Es macht Spaß, Euch beim Wachsen zuzusehen!

  4. Ein sehr guter Kommentar. Es ist schon traurig wie die Journalisten in den etablierten Medien sich selber ihr Grab schaufeln. Es ist einfach unfassbar wie der ehemals gute Journalismus vom „Spiegel“ sich fast vollständig aufgelöst hat. Wie eine Zensur bei Leserbriefen stattfindet, wenn man nur Zitate von Willy Brandt erwähnt. Kann es nciht verstehen wie unsere Demokratie, in diesem Tempo, hinwegfegt wird. Leider wird die folgende Generation bitter darunter zu leiden haben. Die Gründungsväter unseres Grundgesetzes müssen sich im Grabe umdrehen. Und wie nach 1945 wird man sich später fragen müssen „Wie konnte das passieren?“.

  5. „Journalisten sollten abweichende Meinungen nicht tolerieren, sondern lieben. Ihr natürlicher Ort ist idealerweise zwischen allen Stühlen, nicht auf dem Schoß der Mächtigen.“

    Mit dem Zusatz „… und erst recht nicht in ihrem Darm“ gehört der Satz all denen Presstituierten hinter die Ohren geschrieben (um den Ausdruck „um die Ohren gehauen“ zu vermeiden), die sich – wie wir wissen – nicht angesprochen fühlen.

  6. Glaubt man wirklich die Presse weiß nicht was sie tut?
    Wer das glaubt, der hat nie einen Blick auf unsere Gesellschaft geworfen , wenn doch, dann sehr selektiv!Eine Gesellschaft die zusieht wie man Arbeitslose drangsaliert.selbst noch drauf haut, die Lügen immer wieder hinnimmt, zusieht in welche Schulen die Kinder gehen müssen, wie sich der Lohn entwickelt hat, man lässt sich für angebliche Geschenke von Regierenden kaufen, ist zu dumm um zu kapieren, dass das die eigenen Steuern sind…so eine Gesellschaft lässt sich , um Ruhe haben zu können, gern manipulieren.Damit das so bleibt wählt man die Politiker weiterhin.

    • Vielen Dank für Ihren Hinweis!!! Es ging um den Heute Journal Beitrag, in dem Ken Jebsen mit der 16 jährigen Salafistin Safia in Verbindung gebracht wird, die Polizisten mit einem Messer angegriffen hat. Der Abschnitt soll den Eindruck erwecken, als ob Ken für das Attentat mitverantwortlich ist.

      Hinter dem ersten von mir geposteten link ist jetzt ein völlig anderer Ausschnitt hinterlegt.

      Der Beitrag aus dem Heute-Journal vom 20.10.2016 ist im Internet gelöscht. In der ZDF Mediathek ist das Heute Journal vom 20.10.2016 gelöscht.

      Ich finde nur noch dieses Video, in dem wenigstens der entscheidende Ausschnitt vorkommt.

      https://www.youtube.com/watch?v=6iLQeFfC_6Y

    • In der Tat fehlt genau von diesem Tag der Mitschnitt des ZDF heute journals. Wie an allen anderen Tagen auch, gibt es auch vom 20.10.16 einzelne Beiträge als Mitschnitt, nur leider nicht den, der sich mit der mutmaßlichen Salafistin. Schade, dass man sich keinen persönlichen Eindruck mehr von der Originalquelle verschaffen kann. Vielleicht sollte man beim ZDF mal nachfragen, wo der Mitschnitt der Sendung geblieben ist.

    • …darum wollte ich mir die Sendung ja gerne im Original ansehen. Ich habe gestern Abend mal beim ZDF (Zuschauerredaktion@zdf.de) angefragt und gebeten, die Sendung wieder online zu stellen. Vielleicht fragen ja noch ein paar mehr Leute an…

    • schwarz ist weiß sagt: 13. November 2016 at 00:12
      und was hat das mit Ken Jepsen zu tun?

      Ja natürlich. Das ist für den Empfänger der Botschaft eine unterbewusste Beeinflussung/Konditionierung. Sehr stark und wirksam, da sich der Empfänger dessen nicht bewusst ist, die Botschaft aber im Unterbewusstsein gespeichert wird.

      Salafisten – Böse – Ken Jebsen. So kommt das an.

    • Probiert es einmal (gedanklich). Man kann wirklich ausnahmslos ALLEM Negativen etwas Positives entnehmen – und umgekehrt.

      Positiv in dem Fall, die Lügenpresse fühlt sich genötigt sich mit KenFM zu beschäftigen. Sie denken an ihn. Durch ihre Diffamierungen und Lügen, respektive durch die schonungslose Aufklärung an an anderen Stellen, erhöht sich der Bekanntheitsgrad. Es werden IMMER Menschen hängenbleiben und weiter recherchieren oder einfach nur bei KenFM reinschauen, die KenFM noch nicht kannten.

      Und von denen bleibt wieder ein gewisser Prozentsatz hängen, wird regelmäßiger Leser, Hinterfrager, Durchblicker. Während von den „Stammlesern“ nicht einer deswegen abwendet.

      Das heißt die Lügenpresse erreicht genau das Gegenteil dessen, was sie eigentlich erreichen möchte durch ihre Lügen und Diffamierungen. Und natürlich verlieren sie so auch peu a peu ihre Leser. Zumindest aber werden gar nicht so wenige ihre geliebte Lügenpresse sehr viel kritischer betrachten.

      Und das ist doch wohl Positiv – oder etwa nicht?

  7. WOW! Jetzt dreht die Kriegstreiber- Kampagnen- Lügenpresse erst mal richtig auf. Ist mir zuviel einige Sätze und Bemerkungen wie – Donald Trump hat am Tag nach der Wahl Kreide gefressen – einzutippen.

    Irgendein viertklassiger „Moderator“ aus der achten Reihe, hat den Befehl extrem verbal respektlose gegenüber Trump aufzutreten und führt den Befehl so gesehen mit Bravour aus.

    Sehens und Hörenswert das auslandsjournal extra auf 3sat um 21:29 Uhr.

  8. Ich bin mir nicht sicher, ob man von einer Krise des deutschen Mediensystems reden kann. Klar ist, das die Printmedien rückläufig sind, was nicht so sehr den Inhalten geschuldet ist, als der technischen Überlegenheit digitaler Medien und deren Bevorzugung insbesondere durch die technikfreudige Generation. Beinahe müsste es eher so sein, die Printmedien ebenso zu verteidigen wie das Papiergeld. Wenn all diese täglichen Papiermüllberge und Druckschwärzeflüsse nicht wären.
    Klar ist auch, das die neuen Medien andere Formen des Journalismus und der Aufbereitung erfordern. Und klar ist auch, dass das Fernsehen eben nicht mehr die alleinige, geschweige denn zeitgemäßeste Informations- und Unterhaltungsquelle darstellt. Wir erleben sogar, das Twitter und Facebook schon in dieser Politikergeneration Einzug gefunden haben. Und wir erleben, das die MSM bei dieser Medienwende nicht zurückgeblieben sind, sondern fleissig mitmischen. Was zurück blieb sind unsere Oldies. Es ist eine Generation, der man überhaupt nicht verdenken kann, das sie mit Smartphones und Internet-PC’s nichts so recht können, und auch nicht mehr können wollen. Sie sind heute unsere Rentner, und auch immer noch Wähler! Sie erinnern wohl daran, wie es war, das amerikanische Soldaten die Nazi-Diktatur vertrieben, dazu freigiebig Schokolade und Kaugummies verteilten. Und ein amerikanischer Präsident in Berlin bekundete, das er ein Berliner sei. In einer Zeit, wo alle die Rache und die Panzer der Russen fürchteten, die da in der unmittelbaren Nähe weiterhin verharrten.
    Und so gilt, was Max Planck über die Durchsetzung von Theorien der neueren Physikergeneration (wie z.B. Einstein^^) sinnierte: die Neuen setzen sich nicht durch, die Älteren sterben nur aus. Und so ist jede Art des Establishment ein Frage des Generationenwechsels. Der Missbrauch der Medien zu Propagandazwecken hat nach 9/11 seinen Höhepunkt erreicht. Und sich dabei insbesondere der neuen digitalen Möglichkeiten bedient (wenn auch recht dilettantisch). Mag man früher noch mangels Aufklärung noch eingeschüchtert den Grimmschen Märchen zugehört haben, oder gar spekuliert, ob hinter dem Klaubautermann nicht doch ein Korn Wahrheit stecke, so relativiert sich heute doch recht vieles über die jederzeit per Suchmaschine abrufbare Informationsvielfalt im weltweiten Netz. Und hier stoßen wir auch auf KenFM und seine Autoren und können nur staunen, wie sich Themen und Inhalte darlegen, wenn sie nicht darauf abgerichtet sind, zu manipulieren sondern aufzuklären. War früher die einzige Quelle zwangsläufig die wahre Quelle, so ist es heute die Vielzahl der Quellen die uns die Wahl gibt, wem oder was man glauben mag. Kritisch abzuwägen geht nun. Deutsche Medien haben im Netz keine bevorzugte Stellung. Das Netz kennt nur deutschsprachige Seiten. Von diesem Wandel ist jede Nation betroffen. Selbst die USA. Und gerade dort liefert der mediale Kampf um die Präsidentschaft einen offensichtlichen Beleg für eine zielgerichtete Propaganda der Mainstreammedien und deren Verwobenheit mit dem politischen Establishment. Wie vertraut uns dies hier auch in Deutschland vorkommt. Stecken die Medien daher in einer Krise? Nein, sie haben sich längst ins Netz rübergerettet, und die Gelder werden ihr Dank der Klientel so schnell nicht ausgehen. Dem Gegenüber dürfen die Alternativen Medien froh sein, wenn jeder hundertste Leser mal eine kleine Spende verabreicht. Gerade deshalb kann man nur darüber staunen, wie viel Wirkung die kleinen, unterfinanzierten alternativen Medien mittlerweile und respektive entfalten. Und so wiederholt sich heute die Geschichte von David und Goliath. Feiern und fördern wir die Wirksamkeit der Alternativen Medien und ihrer Davids.

  9. Herrlich! Diese Synapsen! Dieses wortgewaltige Deutsch das den Nagel auf den Kopf trifft: Bei der Presse stirbt die Artenvielfalt aus wirtschaftlichen Gründen ab, wie in einem gerodeten Urwald, der zur Palmölplantage wird.
    Ob die Presse todgeweiht ist, weil ihr Geschäftsmodell der Anzeigeneinnahmen ins Bodenlose gefallen ist, kann ich nicht sagen, aber das die Manipulation der Massen nicht mehr so funktioniert wie bisher, das ist unbestritten seit dem es das Internet gibt.
    Das der Niedergang mit den Mentalitäten der wenigen Chefredakteure zu tun hat, die den Meinungskampf um die „Luftherrschaft über den Stammtischen“ in den Medien als Mittel zum Zweck missbrauchen, begreifen die wenigsten.
    Nur die Politikinteressierten und Söldner der Geschichte begreifen die Zusammenhänge und durchschauen die Manipulation durch Politiker und Journalisten, weil sie sich in Deutschland in ihren Absichten zu ähnlich sind, um ihre jeweiligen Aufgaben mit Sicherheit erfüllen zu können.
    Ihre zähneknirschende „Toleranz anders denkender Meinungen“ ist in unserer demokratischen Gesellschaft viel zu offen kundig, weil es in der postmodernen Meinungsvielfalt nur noch einerlei Meinungsfreiheit gegenüber der Offiziellen gibt.
    Journalisten sollten nicht abweichende Meinungen tolerieren, sondern diese lieben, denn durch diese abweichenden Meinungen gibt es Gesprächsstoff, Diskussionen und Spaltungen, durch welche die Bewährten ersichtlich werden.
    Nur da wo im Geiste gestritten wird, ist ein natürlicher Ort, idealerweise zwischen den Stühlen um nicht auf dem Schoß der Mächtigen unter zu gehen.
    Die Realität ist ganz anders. Das hat Ursachen.
    Nicht nur in den Rundfunkanstalten macht jemand Karriere, der wie der schärfste Jagdhund oft wirkungsvoll Beute macht, sondern der, der dem Obersten nach dem Mund redet. Um Chefredakteur zu werden, muss man diplomatisch geschickt sein und darf es sich möglichst nicht mit den Alpha-Tieren und Elefanten verscherzen. Man muss durchkommen, dabei nicht anecken und sich Stromlinienform von den vorherrschenden Windverhältnissen ins Ziel bringen lassen.

    Das aber ist das Gegenteil der Berufsbeschreibung eines guten Journalisten.

    Es ist also auch ein Problem des Auswahlverfahrens. Statt die leitenden Journalisten vom Publikum und den Journalistenkollegen wählen zu lassen, werden sie von parteiendominierten Gremien oder Besitzern von Zeitungen bestimmt. Diese Umweltbedingungen steuern den evolutionären Anpassungsprozess in den Redaktionen. Was dabei herauskommt, können wir jeden Tag besichtigen. Serienmäßig werden da keine Königstiger wie Peter Scholl-Latour produziert, sondern Schoßhündchen. Und statt eines lebensstrotzenden Urwaldes ähnelt die Medienlandschaft zunehmend einem Friedhofsparkplatz.
    Die Vielfalt der Meinungen in der Bevölkerung ist deutlich größer als die Vielfalt der Meinungen in den Medien. Man könnte auch sagen: der derzeitige Journalismus stellt eine eigenständige, verengte Spartenmeinung dar, die sich durch vorauseilenden Gehorsam für einen gefühlten Konsens hervortut.
    In einer Zeit, die nach Reformen schreit und sich auf die 500 Jahr Feier einer zurückliegenden Reformation vorbereitet, ist es schwierig Innovationen zu finden, die in der Lage sind eine mögliche Entformation zu starten, weil sie mit althergebrachtem Schluss machen, damit eine Neue Information beginnen kann, durch die eine Geform geschaffen wird, die eine Neuform für das Denken und Handeln schafft, weil man die Geschichte aufgrund eines Fehlers über Generationen falsch verstand.
    Weil der Niedergang mit den Mentalitäten der wenigen Chefredakteure zu tun hat, die den Meinungskampf um die „Luftherrschaft über den Stammtischen“ in den Medien als Mittel zum Zweck missbrauchen, ist es überhaupt schwierig als Autor einen Verlag zu finden, der bereit ist die Weltsicht und Überzeugung eines „anders denkenden“ zu veröffentlichen.
    Aus diesem Grund nahm „Der Hund“ die Veröffentlichung selbst in die Hand, damit das ganze zur 500 Jahr Feier der Reformation fertig wird, wohl wissend, dass sich verändernde Ansätze erst gegen die Widerstände im Denken des herrschenden Zeitgeistes behaupten müssen. Um diesen Prozeß einer Neuform des Denkens in die Wege zu leiten, riskierte der als der unter dem Pseudonym „Der Hund“ schreibende Autor den Schritt einer eigenen Finanzierung dieses Projektes,
    Dieses Versagen der Medien hat existenzgefährdende Konsequenzen für die freiheitlich demokratische Grundordnung, wozu ich nun im zweiten Teil meines Kommentars kommen werde.

    Denken wir an Martin Luther dessen Reformation in diesem Jahr von Vielen gefeiert wird.
    Wenn Er sich nicht hin gesetzt hätte und sich die Mühe gemacht, die Bibel ins Deutsche zu übersetzten, die Theorie der römisch katholischen Lehre und Kirche zu überdenken und sich auf das Wort, sola skriptura zu berufen, dann wären wir heute nicht da, wo wir sind!

    Hätte Luther nicht mit seinen 95 Thesen gegen die gegebenen Umstände aufbegehrt und sich den Umständen gefügt, hätte die Reformation so niemals stattgefunden. Die Thesen Luthers waren die bitter nötige Ergänzung eines modernden theologischen Lehrgebäudes, ein Lebenszeichen der lebendigen Demokratie.
    Sein Protest war notwendig, um in das muffig modernde Lehrgebäude der römisch katholischen Kirche frischen Wind zu bringen. Sein von dem Mund des Volkes abgeschauter Wortschatz brachte so manche Stilblüte hervor und bildete ein sich einigendes Volk der Deutschen, das sich nicht mehr für Dumm verkaufen ließ.

    Wenn Dirk Pohlmann in seinem Beitrag sagt, das KenFM keine Verfallsform des Journalismus ist, sondern die bitter nötige Ergänzung einer vermodernden Medienlandschaft, ein Lebenszeichen der Demokratie, und das Wir mehr solcher zarten und dornigen Pflänzchen der Unbotmäßigkeit des kritischen Diskurses und der alternativen Sichtweisen brauchen, so pflichte ich ihm da voll und ganz zu. Wir brauchen mehr rückenmarksgetriebenen Rythm und Blues und weniger Easy-Listening Fahrstuhlmusik in Dolby Surround.
    Der Verfall, den die etablierten Medien anprangern und behaupten in KenFM zu sehen, sind sie selbst.

    Und ich, „Der Hund“ und Autor der Bücher „Scheiße -Voll angepisst!“ und „Scheiße – Voll beschissen!“ behaupte das die von mir verfasste Literatur keine Verfallsform des Wortschatzes ist, sondern die bitter nötige Ergänzung eines vermoderten Lehrgebäudes der Protestanten, die ein Lebenszeichen der Demokratie nötig haben, und das Wir mehr solcher zarten und dornigen Pflänzchen der Unbotmäßigkeit des kritischen Diskurses und der alternativen Sichtweisen im Protestantismus benötigen!
    Und ich würde mich freuen wenn man mir beipflichtet und mir da voll und ganz zustimmt, dass wir mehr rückenmarksgetriebenen Rythm und Blues von aufrechten Menschen brauchen, als die Easy-Listening Fahrstuhlmusik für Rollstuhlgeplagte Bücklinge in Dolby Surround, die es nie gelernt haben aufrecht zu stehen.
    Luther stand einst da, weil Er nicht anders konnte! Seine Nachfolger kriechen demnächst wieder zu Boden!
    Der Verfall, den die etablierten Kirchen und Christen anprangern und behaupten in mir zu sehen, sind sie selbst.

    Ich wusste gar nicht, das Politiker seit 1864 in völkerrechtlichen Verträgen organisiertes Töten durch das Recht im Kriege in humanitärem Rahmen festlegten – Diese Hunde des Krieges ‚ius in bello‘ sind Bestien, Menschen, die als abstrakte Personen zwischen den Völkern Unfrieden sähen und hinterher nicht als juristische Personen für die Grausamkeiten verantwortlich sind, die Sie verursachten.
    Es wird höchste Zeit, das die Menschheit aufsteht und gegen die Bestien Sanktionen einführt, die gegen Sie unrechtmäßig Krieg führen, da es überhaupt kein Recht gibt, Krieg gegen die Menschheit führen zu dürfen, ‚ius ad bellum‘!
    Das es in der Geschichte möglich ist, eine Bande von Bestien vor ein Strafgericht zu stellen, ist eine Farce an sich, denn die vor das Gericht stellende Bande ist genauso von Bestien durchdrungen wie die vor das Gericht gestellte Bande, – nur das diese nach dem Prozess weiter existiert!
    Wenn Richter internationaler Strafgerichte das Unrecht gescheiterter Potentaten ahnden wollen, ist das ein schöner Versuch, – die Durchführung eine ganz andere Sache! Denn es ist ein Werk voller Widersprüche und abweichender Meinungen, da auf allen Seiten gelogen und betrogen wird. Die Rechtsfindung ist immer ein Kompromiss der Sieger, um von der eigenen Schuld und Verantwortung abzulenken und diese zu verwischen!
    Journalismus sollte genau darüber berichten!

    Die Probleme der Urteilsfindung sind nahezu unüberwindbar, solange man Krieg an und für sich nicht zu Verbrechen der Politiker durch die Militärs an der Menschheit erklärt, – aus welchen Gründen auch immer, – egal ob nun aus Angriff oder aus Verteidigung! Es ist der Mensch der dem Menschen den Krieg erklärt, – als Bestie dem Menschen, – als Politiker der Person, – als Verantwortliche Person der Verteidigung dem Soldaten in Uniform, im Angriff zur Verteidigung auf Kosten der Wahrheit und Menschlichkeit, – zu leiden hat immer die Natur und Bevölkerung.

    Wenn auf der Rückseite des Spiegel Nr.40 als Werbebanner eines Baumarktes steht: „Bei allem, was dir wichtig ist, machst du keine halben Sachen.“ Und im erklärenden Text darunter: „Du machst es für Menschen, die dir am Herzen liegen – und du fühlst dich verantwortlich: für die Qualität, fürs Gelingen, fürs Ergebnis. Man verlässt sich auf dich.“ – und in der Werbung der Text mit der Feststellung weitergeht, das sich der Häuslebauer auf diverse Dinge verlässt, die er wählt um sein Haus zu bauen, – dann frage ich die Leser der Menschheit, was wählt Ihr und worauf verlasst Ihr euch? Und ich frage die Politiker als Bestien, was habt ihr gewählt und worauf verlasst ihr euch? – Darauf das wir es gut machen?

    Auf der letzten Innenseite des Spiegel ist eine andere Werbung mit der Überschrift: „So nah, so fern.“ – darunter ein Bild mit einer schief an einem Seil hängenden defekten Gondel – Im erklärenden Text steht: „von Hannibal bis Napoleon waren die Alpen nur ein gigantisches, lebensbedrohendes Hindernis gewesen. Wer das Gebirge überqueren wollte, musste mit allem rechnen. Die moderne Technik und die damit verbundenen Reisemöglichkeiten haben den Bergen ihren Schrecken über weite Strecken genommen – die Alpen wurden erschlossen und technisiert: Straßen, Aufstiegshilfen, Lifte, Gondelbahnen, gesicherte Wege und Steige.“ –

    Ich möchte aus dem Spiegelheft Nr.40 das Werbebild von Seite 85 nehmen und den dortigen Text in Folgenden umformulieren: „Der Friede ist so nah, und doch so fern!“ – Im erklärenden Text: „von Hannibal bis Napoleon waren Kriege nur gigantische, lebensbedrohende Hindernisse. Wer heute Kriege überleben will, muss mit allem rechnen. Selbst die Berge haben den modernen Techniken und der damit verbundenen Zerstörungskraft nichts mehr entgegen zu setzen. Ihr Schrecken ist erblasst – die Erde wurde erschlossen und technisiert: Straßen und Datensätze auf Kontinente verteilt. – heute verbreitet moderne Technik Angst und Schrecken, – die damit verbundene Zerstörungskraft wurde durch Drohnen, Atombomben und Zielgenaue DU-Geschosse erschlossen und durch Abwurfhilfen mit gesicherten Rahmenbedingungen durch Satelliten technisiert.“ – Nun in weißer Schrift auf dem grün gepixelten Bild in weißem Rahmen „Wir suchen keine Menschen und friedliche Helden. Wir suchen feige Bestien und Killer für die Ferne.“ – darunter: „Mach, was wirklich zählt: Halt als dummer Befehlsempfänger für Politiker den Kopf hin und mach als Leiche Karriere – Jetzt als Quereinsteiger auf 300 vorübergehende todsichere Jobs bewerben! Dein Bundesheer“ – Dahinter ein Kreuz.

    Wird es nicht höchste Zeit, das die Menschheit aufsteht und gegen die Bestien Sanktionen einführt, die unrechtmäßig Krieg gegen Sie führt, da es überhaupt kein Recht gibt, gegen die Menschheit Krieg führen zu dürfen, ‚ius ad bellum‘?

    Hängt die Erde nicht schon wie eine defekte Gondel schief genug in den Seilen?
    Müssen wir uns erst strangulieren bis die Bestien endlich Ruhe geben?
    Oder können wir selbst endlich mal die Verantwortung übernehmen?
    Stellt Euch vor es ist Wahl und keiner geht hin, weil die Menschheit endlich Verantwortung für sich übernimmt und Sanktionen gegen die Wirtschaft verhängt, in der korrupte Politiker, Militärs und Medien-Mogule mit religiösen Priestern und Bänkern über Geschäfte plaudern. – Stellt Euch vor es ist Krieg und keiner geht hin, weil es uns Menschen Wichtig ist, auf einmal keine halben Sachen zu machen, sondern Ganze – Weil es uns wichtig ist totalen Frieden zu machen und Häuser für unseren Nächsten zu bauen, weil wir uns für diese verantwortlich fühlen!

    Stellt Euch vor es ist Wahl und keiner geht hin, – stellt Euch vor Ihr habt die Verantwortung, – stellt Euch vor: „Wir schaffen das!“ – Alle gemeinsam in Frieden miteinander in der Verantwortung für einander zu leben! – ohne Politiker an die wir unsere Stimme abgeben, weil wir selbst für das Verantwortung tragen wollen, was wir tun, und weil wir etwas zu sagen haben und man uns zuhört!

    Versteht Ihr warum ich angepisst bin? Ich finde die Situation beschissen!
    Deshalb erlaubte Ich mir als „Der Hund“ und Autor mein Bein zu heben und den Hintern zu strecken!
    „Scheiße – Voll angepisst!“ in Leipzig 2016 und „Scheiße – Voll beschissen!“ 2016 in Frankfurt

  10. Und oh ja, auch ich bewundere das Durchhaltevermögen gegenüber der Gleichgültigkeit,Unwissenheit und Ignoranz, denn noch immer, auch wenn es jedem Selbstdenker weh tut, die Presse verfügt weiterhin über zu viele Gucker, Hörer, Leser, ja sie bezahlen sogar dafür,weiterhin belogen werden zu können.
    Die Anerkennung gegenüber Menschen, die sich viel Mühe, Arbeit antun,um einen Teil der Gesellschaft wissender zu machen,diese sollte aber niemals in Glorifizierung ausarten…Dann mache ich den Usain Bolt..

  11. Mach doch einfach.
    Wieso noch auf andere Medien und deren Unfähigkeit hinweisen? ICH denke es reicht. Für mich sind diese Qualitätsmedien es nicht mehr wert das man übereits sie schreibt. Für mich sind Kenfm und seine Brüder nun die Medien. Die andern, ach ja….egal .

    • Na als unfähig, würde ich die Medien nicht bezeichnen.
      Sie arbeiten doch gar nicht so schlecht – mindestens besser als hier geglaubt wird.
      Der Marktanteil ist viel größer als bei den „Alternativen“. (auch wenn er sinkt)
      Ein „Vorteil“ ist, was wir kritisieren, das sie fast mit einer Stimme sprechen.
      Wir haben es leicht Kritik zu äußern, den Meinungsvielfalt ist Mangelware.
      Die alternativen Medien sind zum großen Teil ein zerstrittener Haufen.
      Jeder kritische Mensch der im Netz unterwegs ist, hat seine „Heros“.
      Das ist kein Grund sich abzuschotten.
      Die Meinungsvielfalt ist doch das was wir wollen.
      Wenn die Qualitätsmedien sich wieder auf Ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren und selbständig arbeiten, werden die alternativen Medien es schwerer haben.
      Aber Medien sind kein Selbstzweck. Die sollen doch was ändern – ich hoffe, zum Besseren.

  12. Eine sehr exakte Analyse des Ist Zustandes!

    Ich sehe nur eine mögliche Wendung dieses Systems der gegenseitigen Medien und Politik Anbiederung nur darin, ein Plebiszitäres System zu erschaffen.

    Erst dann sind die Kräfte und Meinungen frei – unmöglich sie im Vorfeld Dingfest zu machen – oder zielsicher zu beeinflussen – es ist schlicht zu teuer, dass Gewissen aller Wähler zu kaufen.

    Zudem glaube ich, dass ein Plebiszitäres System eigentlich angenehm konservativ und träge ist ….es würde sich dreimal überlegen ob man wirklich Truppen an der Russischen Grenze aufstellen sollte…..wieso Deutschland denn plötzlich am Hindukusch liegt und wir es da verteidigen müssen?…Wieso wir denn keine Täter sind, wenn wir für die Amerikaner mit unseren Aufklärern, die Ziele erfassen?….ectr….

  13. …in Gedenken an Rudi Dutschke, ja. Ken hat mich in einer seiner Montagsreden gegen Krieg einmal stark an ihn erinnert. Dafür liebe und achte ich ihn auch: für seinen Mut zur Aufrichtigkeit, dass er sein Herz auf der Zunge trägt. Manche sagten später, Dutschke habe etwas „jesuanisches“ an sich gehabt. Wir haben seit tausenden von Jahren immer wieder die „Rufer in der Wüste“.
    Und dieser große Rahmen sollte auch mit den Gesprächshintergrund bilden, wenn wir über das missratene Gesellschaftssystem mit seinen Informationsorganen diskutieren. Wenn womöglich der Eindruck entsteht, man bräuchte hier nur die Zeit etwas zurückdrehen und hätte dann ein gutes Beispiel, wie es heute wieder sein müsse, dann ist das zu wenig, greift bei weitem nicht tief genug. Daher dieser Eindruck des „Auf-der-Stelle-Tretens“ für diejenigen, die das alles auch wissen. Und die anderen, die Mehrzahl, hört wieder nicht zu. „Die Wüste wächst – weh dem, der Wüsten birgt“, Nietzsche, einer der 3 prominenten Vegetarier des 19. Jahrhunderts war auch so ein einsamer Rufer und wer will den heute schon verstehen? Den „Linken“ ist er zu „hintersinnig“.
    Die „alternativen Medien“, die Zahl der „mutigen Journalisten“ schwellen entsprechend der Bevölkerungszunahme und der logischen Aufhäufung der Lebensprobleme natürlich an. Die Hoffnung könnte sein, dass sich jetzt endlich mal grundsätzlich etwas bewegt, weil unsere Lebensgrundlage, die gesunde, unberührte Natur, verschwindet-und das in vergleichsweise rasender Geschwindigkeit. Wenn das nicht jedem genügt, sein eigenes Gedankengebäude grundsätzlich zu überprüfen seinen Lebensstil grundsätzlich zu ändern, dann weiß ich auch nichts mehr…
    Daniele Ganser hat die verbreitete blasierte Oberflächlichkeit auch unter den heutigen Jugendlichen einmal ganz witzig und treffend kommentiert: „Was? Du denkst selber? Ist ja voll peinlich!“

  14. Schmunzeln musste ich bei dem Bild. Man weiß es ja heute nicht: Ist der eine vielleicht jener Papagei, der gerade in der Türkei zum Sinnbild der Pressefreiheit auserkoren wurde? Und der andere ist bestimmt Tuckolskys „Papagei-Papagei“.

  15. Gute Rundumbetrachtunk (mit K), von tunken, in etwas hineinpieken. Aber ach, es ist so sattsam bekannt und es bringt sicher keinen Spaß, das immer und immer wieder den Menschen klar zu machen. Aber das ist eben die Aufgabe derer, die gerne Journalisten sind und nun mit ansehen müssen, wie der Journalismus korrumpiert und zum Propagandawerkzeug jener wird, welche die erbärmlichen Zustände, über die man dringend aufklären sollte, zu verantworten haben. Aber seien wir ehrlich, Dirk: in den meisten Redaktionsstuben gilt wie eh und je das Londoner Journalistencredo: JOURNALISM IS A LOUSY JOB BUT BETTER THAN WORKING!

    • Lieber Dirk, wir wissen ja mittlerweile beide, dass wir nicht nur den gleichen Namen haben. Ich weiß also, dass Du so eine Art ET bis, dessen Herz auch nach dem Tod in einem vollautomatisierten Krankenhaus (man könnte auch sagen, in einer heutigen News-Redaktion) sofort wieder zu schlagen beginnt, sobald Du wahre Liebe spürst. Das ist dein Wesen. Du bist kein abgebrühter, harter Knochen, sondern eine feinfühlige Seele. Und ich weiß, dass Du Deinen Beruf, oder Deine Berufe (Journalist und Romanautor) in Wahrheit liebst, auch wenn Du zum Sterben von der Wirklichkeit enttäuscht bist.
      Ich weiß also, dass Du ebenso wortlos wie treu im entscheidenden Moment auf der richtigen Seite der Barrikade auftauchen wirst, als Pazifist, der sich schweren Herzens zur Tat entschlossen hat, wahrscheinlich mit einem alten Vorderlader in den Händen, das würde passen, weil Du Waffen eigentlich hasst, aber mit scharfem Auge, mit schnellem Geist und vollem Herzen.

      Also, schreibe bitte weiter deine Kolumnen bei KenFM. Das ist keine Arbeit, es ist Journalismus und mehr. Und, seien wir ehrlich – Du kannst doch in Wirklichkeit nicht anders. Und das tut Dir und uns gut.

      In diesem Sinne, Dirk (wer Dirk C. Flecks „Maeva Trilogie“ noch nicht gelesen hat – der nächste Urlaub kommt bestimmt! Ich habe bisher von allen Bekannten, denen ich meine Exemplare geliehen habe nur Bestes gehört, meine Dirk C. Fleck Bücher sind dementsprechend auch völlig zerlesen, die beste Auszeichung, die es für gute Bücher gibt. Ich verspreche den Lesern viele Sonnenaufgänge, auch nachts, egal ob in Balkonien oder an Meeresstränden.)

    • Lieber Dirk, natürlich werde ich mit meinem Vorderlader gerade noch rechtzeitig auf den Barrikaden sein, um dort meinen Mann zu stehen, wenngleich ich eigentlich ein Feigling bin, ein Maulheld, wie viele unserer Profession. Jedanfalls dachte ich das mal. Erinnerst Du dich an die Passage aus dem „Tahiti-Projekt“, in der Cording Zeuge eines Guerilla-Kampfes um die letzten Redwoods wird?

      „Wieder einmal überkam Cording ein nicht zu bändigender Hass auf die Spezies, der er angehörte und deren einzige Berstimmung die Zerstörung des Planeten zu sein schien. Irgendwann würde er an dieser Erkenntnis zerbrechen. Vielleicht hätte er seine Sensibilität im Widerstand ersticken sollen, er hätte zum Beispiel einer dieser Guerillatypen werden können. Einer der bereit war, guten Glaubens einen Forstarbeiter zu erledigen, bevor der letzte Baum zu Boden fiel. Der bereit war, sich selbst zu opfern, falls es notwendig sein sollte. Aber er war nun mal keiner, der klaglos seinen Ameisendienst verrichtete, nicht einmal in einer moralisch so hochgerüsteten Armee. Außerdem war er zu feige für den Kriegsdienst. Er hatte sich für ein Reporterleben entschieden. Als Reporter blieb er unangetastet und wurde doch Zeuge all der Tränen, Ängste, Missverständnisse und Vergewaltigungen, Zeuge von Gewalt und Verbrechen, Zeuge für das gesammelte Aufgebot gegen die Lebensfreude. Auch keine einfach zu ertragende Aufgabe …“

      Hab Dank für deine lieben Zeilen, sie treffen mich dort, wo der Entschluss gefallen ist, den Vorderlader scbon einmal durchzuladen.

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