Die Krise und die Chance der Menschwerdung des Menschen – mit Herz und Hirn

von Bernhard Trautvetter.

Vor genau zehn Jahren begann eine Erschütterung der Welt-Ökonomie, die noch immer nachwirkt. Sie „nahm ihren Anfang mit der Immobilienkrise in den USA, deren erstes deutliches Zeichen die Talfahrt der Aktienkurse der beiden größten US-amerikanischen Hypotheken- banken Fannie Mae und Freddie Mac war, die bereits im August 2007 begann.“

Angesichts vieler Krisen der Weltwirtschaft vom instabilen Euro über den Hauptschuldner der Welt, die USA, bis zur längst nicht überwundenen meist so genannten Finanzkrise von 2008 stellen viele immer wieder die Frage, ob der Kapitalismus noch zu retten ist. Sozialisten stellen diese Frage nicht, denn sie gehen davon aus, dass die Probleme der Menschheit ohne seine Überwindung nicht zu lösen sind. Sie stellen allerdings die Frage, ob der Kapitalismus rechtzeitig vor einem Zusammenbruch der Weltökonomie überwunden werden kann. Viele auch bürgerliche Wissenschaftler kommen zur Erkenntnis, Marx hatte doch mehr Recht, als es viele westliche Ökonomen wahr haben wollen.

Marx ist aufgrund seiner wissenschaftlichen Leistung zum berühmtesten Deutschen geworden. Fundamentale Kritik an seiner Leistung ist in der Regel damit verbunden, dass seine Ergebnisse nicht in ihrer Konkretheit, Gedankenführung und Analyse zur Kenntnis genommen werden. Das geschieht auch in der Sendung „Positionen – Politik verstehen“ Nr. 11, hier bei KenFM, etwa durch den ökologisch und sozial beherzt-engagierten Erwin Thoma.

Marx hat keineswegs nur eine nette Idee einer gerechten Gesellschaft ohne Ausbeutung und Krieg aus einer herzlich-naiven Fehleinschätzung des Menschen abgeleitet.

Manch bürgerliche/r Politiker/in konstatiert, dass der Mensch nun einmal nicht so gut sei, wie er für den Kommunismus sein müsste. Berühmt ist hier der Ausspruch von Georges Clemenceau oder Churchill: „Wer mit 20 Jahren nicht Sozialist ist, der hat kein Herz, wer es mit 40 Jahren noch ist, hat kein Hirn.“

Zu Marx‘ herausragenden Leistungen zählt es, uns einen Zusammenhang zwischen zentralen Faktoren der Geschichte so zu erklären, dass wir mehr verstehen können, als wer wann in der Geschichte mit welchen Unterdrückungsmethoden geherrscht hat. Wir können die Geschichte in ihrer Veränderbarkeit begreifen. Eine weitere seiner Leistungen war, dass  er uns das Wesen der Ausbeutung ganz sachlich wissenschaftlich herausgearbeitet hat.

Marx zur ökonomischen Wissenschaft der Ausbeutung:

Der Lohn-Abhängige (der Bindestrich ist ganz bewusst im Doppelbegriff) bietet seine Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt an, so wie andere irgendwelche anderen Waren auf dem Markt feil bieten. Die Lohn-Abhängigen stehen in diesem Markt-Segment in Konkurrenz zueinander.

Jede Ware, auch die Ware Arbeitskraft, hat als Tauschwert ganz grundlegend erst einmal die Kosten, die anfallen, um die Ware herzustellen. Bei Geräten bemisst sich das hauptsächlich nach dem in ihnen enthaltenen Arbeitsaufwand, was die Beschaffung der Materialien, der Werkzeuge, den Handelsweg, das Marketing und die Verkaufs-Logistik betrifft. „Der Preis einer Ware ist bestimmt durch ihre Produktionskosten„.

Bei der Ware Arbeitskraft ist das komplizierter, aber grundsätzlich genauso, wie Marx in „Lohnarbeit und Kapital“ ausführte:

„Dieselben allgemeinen Gesetze nun, welche den Preis der Waren im allgemeinen regeln, regeln natürlich auch den Arbeitslohn, den Preis der Arbeit.

Der Lohn der Arbeit wird bald steigen, bald fallen, je nach dem Verhältnis von Nachfrage und Zufuhr, je nachdem sich die Konkurrenz zwischen den Käufern der Arbeitskraft, den Kapitalisten, und den Verkäufern der Arbeitskraft, den Arbeitern, gestaltet. … Innerhalb dieser Schwankungen aber wird der Preis der Arbeit bestimmt sein durch die Produktionskosten, durch die Arbeitszeit, die erforderlich ist, um diese Ware, die Arbeitskraft, hervorzubringen.

Welches sind nun die Produktionskosten der Arbeitskraft?

Es sind die Kosten, die erheischt werden, um den Arbeiter als Arbeiter zu erhalten und um ihn zum Arbeiter auszubilden. Je weniger Bildungszeit eine Arbeit daher erfordert, desto geringer sind die Produktionskosten des Arbeiters, um so niedriger ist der Preis seiner Arbeit, sein Arbeitslohn. In den Industriezweigen, wo fast gar keine Lernzeit erforderlich ist und die bloße leibliche Existenz des Arbeiters genügt, beschränken sich die zu seiner Herstellung erforderlichen Produktionskosten fast nur auf die Waren, die erforderlich sind, um ihn am arbeitsfähigen  Leben zu erhalten. Der Preis seiner Arbeit wird daher durch den Preis der notwendigen Lebensmittel bestimmt sein.“ [ebenda]

Neben den Tauschwert der Arbeit tritt ihr Gebrauchswert. Die Arbeitskraft ist diejenige Ware, die den Gebrauchswert hat, in einer bestimmten bezahlten Zeiteinheit Waren und damit Werte hervorzubringen, die ihren Preis (Tauschwert) bei weitem übertreffen. Im Preis sind neben dem Arbeitslohn die Beträge für die Ressourcenbeschaffung, die Werkzeuge und Immobilien, das Marketing, usw. enthalten. Der Preis der Waren, der auch um ihre Produktionskosten herum schwanken kann, kann im Wechselspiel von Angebot und Nachfrage eine Marge an Extra-Einnahmen mit sich bringen, die dann ausschließlich für die Kapitalseite zu Buche schlägt, außer es gibt Vereinbarungen über Gewinnbeteiligung. Der Arbeiter, der für 10 € Stundenlohn arbeitet, aber in dieser Zeit deutlich mehr als diese 10 € erwirtschaftet, hat Chancen, eingestellt zu werden. ‚Eingestellt‘ ist hier ein anderes Wort für ‚ausgebeutet‘ – kein Kapitalist stellt gerne Lohnabhängige ein, die mehr kosten, als sie erbringen. Er würde in der Konkurrenz untergehen.

Das marxsche Gesetz der Geschichte

Wir wissen, dass die Menschheit ca. 3-4 Mio. Jahre existiert.

Die längste Zeit waren wir Jäger und Sammler, bis vor nur ca. 12 000 Jahren der Pflug erfunden wurde. Nun konnte und musste die Sesshaftwerdung erfolgen, Siedlungen entstanden, Vorformen späterer Ur-Städte,… Aus den Gemeinschaften herum-nomadisierender Sippen wurde die Klassengesellschaft mit Sklavenhaltern und Sklaven, die wie damals jedes sächliche Eigentum Besitz zur freien Verfügung ihrer Herren waren. Mit den ersten Häusern und Mauern konnte es sich erstmals lohnen, Besiegte nicht mehr zu töten, sondern sie zu versklaven. Der ungeheure Produktivitätssprung infolge des Feldanbaus gegenüber dem, was durch Jagen und Sammeln zusammen kommen konnte, kam als begünstigender Faktor für die Bildung von Reichtum in den Händen einiger Herren hinzu.

Das neue System der Sklavenherren –Marx nannte es Sklavenhaltergesellschaft-, zerbrach, als die rein quantitative Größe der Sklaven-Gruppe in Großstädten wie Rom, wo sie nach Duden mit ca. 300 000 Menschen ca. ein Drittel der Bevölkerung ausmachten, immer schwerer zu beherrschen war. Sklaven waren schon alleine aufgrund ihrer Rechtlosigkeit so unzufrieden, dass auch Sabotage um sich griff. Das schwächte die Macht ihrer Unterdrücker. Die Übergriffe der unterdrückten Völker kamen hinzu. West-Rom zerbrach am Zusammentreffen vieler Faktoren, die auch in ihrem Zusammenspiel nicht im einzelnen hinreichend erforscht sind. Auf die Sklavengesellschaft folgte die Agrargesellschaft des Mittelalters mit den Leibeigenen als Mehrheit, unterjocht von Lehnsherren, Baronen, Vögten und Königen…, von Adeligen. Kunstgriff der Feudalgesellschaft war es, dass die Geknechteten ihr Werkzeug selber besaßen und es nicht Opfer von Sabotage wurde. Das geschah nicht nach einem großen Plan eines Genies, sondern es war Resultat, Zwischenstand einer Entwicklung. Vor 250 Jahren patentierte dann James Watt die Dampfmaschine, mit der Muskelkraft auf Maschinen überging. Ihr Einsatz ermöglichte bald die Massenproduktion in der Großindustrie, die mit der Agrargesellschaft des Mittelalters unvereinbar war. Diese Werkzeugentwicklung erzwang den Niedergang der Feudalgesellschaft der Adligen als Herrschaftsstruktur.

Marx wertete Analyse dieser Entwicklung in einem seiner berühmtesten Texte (Vorwort zur Kritik der politischen Ökonomie) wie folgt aus:

„Das allgemeine Resultat, das sich mir ergab und, einmal gewonnen, meinen Studien zum Leitfaden diente, kann kurz so formuliert werden: In der gesellschaftlichen Produktion ihres Lebens gehen die Menschen bestimmte, notwendige, von ihrem Willen unabhängige Verhältnisse ein, Produktionsverhältnisse, die einer bestimmten Entwicklungsstufe ihrer materiellen Produktivkräfte entsprechen. Die Gesamtheit dieser Produktionsverhältnisse bildet die ökonomische Struktur der Gesellschaft, die reale Basis, worauf sich ein juristischer und politischer Überbau erhebt und welcher bestimmte gesellschaftliche Bewußtseinsformen entsprechen. Die Produktionsweise des materiellen Lebens bedingt den sozialen, politischen und geistigen Lebensprozeß überhaupt. Es ist nicht das Bewußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt. Auf einer gewissen Stufe ihrer Entwicklung geraten die materiellen Produktivkräfte der Gesellschaft in Widerspruch mit den vorhandenen Produktionsverhältnissen oder, was nur ein juristischer Ausdruck dafür ist, mit den Eigentumsverhältnissen, innerhalb deren sie sich bisher bewegt hatten. Aus Entwicklungsformen der Produktivkräfte schlagen diese Verhältnisse in Fesseln derselben um. Es tritt dann eine Epoche sozialer Revolution ein. Mit der Veränderung der ökonomischen Grundlage wälzt sich der ganze ungeheure Überbau langsamer oder rascher um. In der Betrachtung solcher Umwälzungen muß man stets unterscheiden zwischen der materiellen, naturwissenschaftlich treu zu konstatierenden Umwälzung in den ökonomischen Produktionsbedingungen und den juristischen, politischen, religiösen, künstlerischen oder philosophischen, kurz, ideologischen Formen, worin sich die Menschen dieses Konflikts bewußt werden und ihn ausfechten. Sowenig man das, was ein Individuum ist, nach dem beurteilt, was es sich selbst dünkt, ebensowenig kann man eine solche Umwälzungsepoche aus ihrem Bewußtsein beurteilen, sondern muß vielmehr dies Bewußtsein aus den Widersprüchen des materiellen Lebens, aus dem vorhandenen Konflikt zwischen gesellschaftlichen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen erklären. Eine Gesellschaftsformation geht nie unter, bevor alle Produktivkräfte entwickelt sind, für die sie weit genug ist, und neue höhere Produktionsverhältnisse treten nie an die Stelle, bevor die materiellen Existenzbedingungen derselben im Schoß der alten Gesellschaft selbst ausgebrütet worden sind. Daher stellt sich die Menschheit immer nur Aufgaben, die sie lösen kann, denn genauer betrachtet wird sich stets finden, daß die Aufgabe selbst nur entspringt, wo die materiellen Bedingungen ihrer Lösung schon vorhanden oder wenigstens im Prozeß ihres Werdens begriffen sind. In großen Umrissen können asiatische, antike, feudale und modern bürgerliche Produktionsweisen als progressive Epochen der ökonomischen Gesellschaftsformation bezeichnet werden. Die bürgerlichen Produktionsverhältnisse sind die letzte antagonistische Form des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, antagonistisch nicht im Sinn von individuellem Antagonismus, sondern eines aus den gesellschaftlichen Lebensbedingungen der Individuen hervorwachsenden Antagonismus, aber die im Schoß der bürgerlichen Gesellschaft sich entwickelnden Produktivkräfte schaffen zugleich die materiellen Bedingungen zur Lösung dieses Antagonismus. Mit dieser Gesellschaftsformation schließt daher die Vorgeschichte der menschlichen Gesellschaft ab.“

Der Kapitalismus gebiert die Krise, die seine Existenz infrage stellt

Mit der Digitalisierung geht nun auch noch geistige Arbeit des Menschen an Maschinen über.

Während der Kapitalismus von der Dampfmaschine eines James Watt bis zum Fließband von Henry Ford eineinhalb Jahrhunderte brauchte, vollzog sich der Schritt vom ersten elektronischen Chip-basierten Computer bis zur ‚mann-losen‘ Produktion von Waren in nicht einmal einer Hand voll Jahrzehnten.

Ist der Damm erst einmal gebrochen, dann reißt er ziemlich alles mit sich. Dies wälzt dann die schier unüberschaubare komplexe Architektur des Lebens der menschlichen Gesellschaft lokal und dann global mit einem nie gekannten Tempo um.

Wenn Kapital-Eigner nur noch einen immer geringeren Teil der überwältigenden Mehrheit Lohn-Abhängiger in den kapitalistischen Gesellschaften für die Ausbeutung der Ware menschliche Arbeitskraft gebrauchen, um den Laden ökonomisch am Laufen zu halten, dann endet das dem Kapitalismus eigene Verhältnis von Lohnarbeit und Kapital. Es gibt zwar beschwichtigende Äußerungen aus Politik und Wirtschaft, denen zufolge Roboter und menschliche Arbeit Hand in Hand wirken, aber Studien sprechen eine andere Sprache: Zum Beispiel besagt eine Studie der ING-DiBa von 2015, in Deutschland seien durch die Digitalisierung 18 Mio. Arbeitsplätze gefährdet:

„Laut Analyse sind folgende fünf Berufe am meisten betroffen:

    Büro- und Sekretariatskräfte (1,9 Millionen Arbeitsplätze)

    Hilfskräfte für Post- und Zustelldienste sowie Lagerwirtschaft (1,5 Millionen Arbeitsplätze)

    Verkäufer (1,2 Millionen Arbeitsplätze)

    Hilfskräfte in der Reinigung (1,1 Millionen Arbeitsplätze)

    Gastronomieservicekräfte (661.570 Arbeitsplätze).

Alleine durch den Einsatz von Drohnen, durch automatisierte Abläufe in Lagerhallen und im Transport könnten demnach bis zu 1,5 Millionen Arbeitsplätze ersetzt werden. Insgesamt machen alleine die fünf genannten Berufe 6,3 Millionen gefährdete Arbeitsstellen aus.“

Die Weltwirtschaftskrise von 2008 und den Folgejahren hatte bereits als eine ihrer Ursachen die Konsequenzen der automatisierungsbedingten ökonomischen Krise, und sie wirken dem entsprechend bis heute fort:

„Die Firmen bauen Arbeitsplätze ab, weil die Endnachfrage nicht gross genug ist. Doch der Abbau von Arbeitsplätzen reduziert das Arbeitseinkommen, steigert die Ungleichheit und verringert am Ende die Nachfrage.

Die jüngsten Grossdemonstrationen, Naher Osten, einschliesslich Israel und Grossbritannien, und die steigende Wut der Menschen in China – und bald auch in anderen hochentwickelten Volkswirtschaften und Schwellenmärkten – werden alle durch dieselben Probleme und Spannungen angeheizt: Wachsende Ungleichheit, Armut, Arbeitslosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Selbst die weltweite Mittelklasse bekommt den Druck fallender Einkommen und abnehmender Chancen zu spüren.“

Wenn die Nachfrage nach der Ware Arbeitskraft zurückgeht, geht auch deren Preis zurück. In der Folge haben die Gewerkschaften geringere Chancen auf Erfolge beim Erkämpfen besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen. Sozialdemokratische Parteien, die die Arbeiterbewegung mit dem ’soziale Marktwirtschaft‘ genannten Kapitalismus versöhnen wollen, haben in der Folge Probleme, wie man das am Schwund des Einflusses der Sozialdemokraten ablesen kann. Wenn es keine Kultur der Arbeiterbewegung mehr gibt, wie z.B. in der Weimarer Zeit, in der es in vielen Wohngebieten u.a. Arbeitersportvereine etwa  für Fußball und Fahrrad gab und lebendige Gewerkschaftsgruppen in vielen Betrieben, wenn die Vereinzelung der Opfer der Krisen am PC und Handy oder im Fallgespräch am Amt gibt, wird die Mobilisierung der Gegenkräfte umso schwerer, je nötiger sie ist.

Über die Symptome hinaus denken, dann kann Krise zur Chance werden

In der Situation wird es möglicherweise zum Gebot der Gegenwart, dass die Menschheit einen nach-kapitalistischen Weg eröffnet und einschlägt. Unter den neuen Bedingungen der Produktivkraftentwicklung besteht vielleicht doch noch die Chance, eine Form des Mensch-Mensch-Zusammenlebens zu entwickeln, in der Gesellschaft so funktionieren kann, dass es eine Zukunft vielleicht doch noch geben kann. Insofern kann es sein, dass der Sozialismus und danach der Kommunismus nach Marx den vielleicht letzten Notausgang eröffnet.

Durch diese Entwicklung erweist sich die sozialistische Vision, die auf Marx bezogen wird, nicht als lebensfremde, träumerische Vision von Menschen, die kein Hirn haben, sondern als Erfordernis für das Zusammenleben der Menschen. Alle Versuche gegen jeweils einzelne Symptome der Struktur-Krise des Systems – etwa gegen weiter wachsende Armut in der auseinanderklaffenden Kluft von Arm und Reich und Perspektivlosigkeit …- etwas zu unternehmen haben mehr Aussicht auf Nachhaltigkeit, wenn sie nicht alleine auf die konkreten Probleme bezogen sind, sondern über das System privater Profit-Konkurrenz hinaus zielen. Was 2007 zur Weltwirtschaftskrise führte, die massenhafte Verarmung unzähliger Kreditnehmer, schwebt wie ein Damoklesschwert über der instabilen Situation 2017. In dieser Situation haben die US-Wahlen einen Mann zum Präsidenten gebracht, der in seiner Rhetorik die Kriegsgefahr gefährlich nahe bringt. Wobei das Wort Krieg ein vermutlich verharmlosendes ist. Wenn Rosa Luxemburg vor der Alternative ‚Sozialismus oder Barbarei‘ warnte, hatte sie vermutlich mehr Recht, als uns Heutigen lieb sein kann. Daraus erwächst der Linken und den sozial-alternativen Kräften von der Friedensbewegung, über die Ökologie-Initiativen sowie die Gewerkschaften des 21. Jahrhunderts eine besondere Verantwortung, die solange das Handeln begleiten sollte, wie es noch eine noch so geringe Chance auf einen Ausweg gibt. Das ist auch angesichts der Entwicklung der Destruktivkräfte unabdingbar, da die wissenschaftlich-technische Revolution Militärtechnik hervorbringt, die in ihren Aus-Wirkungen die Vorstellungskraft ihrer Auftraggeber übersteigt und überfordert. Soziale Unruhen, die sich aus den Entwicklungen allzu häufig und massiv ergeben können, können in Gewalt und Unkontrollierbarkeit umschlagen. Deshalb ist die Friedensbewegung gerade an der heutigen Stelle der Menschheitsentwicklung vielleicht sogar überlebenswichtig für die Gattung Mensch, für alle Mit-Wesen, für die Natur der Erde.

Es geht darum, zu verhindern, dass das System des Kapitalismus in seiner Existenzkrise die Menschheit mit sich in den Abgrund reißt. Diese Gefahr ist konkreter, als wir es uns vorstellen mögen.

Nach dem renommierten schwedischen Friedensforschungsinstitut Sipri halten alleine die 3 Nato-Atomstaaten und Russland ca. 4.000 Sprengköpfe  direkt einsatzbereit.

Eine Studie aus den 80er Jahren ergab, dass ein Atomkrieg, bei dem ein Bruchteil der einsatzbereiten Sprengkraft zur Detonation kommen würde, ausreichen würde, die Erdatmosphäre so zu verdunkeln, dass die Erde unbewohnbar wird, da selbst im Hochsommer 12 Uhr mittags Temperaturen unter Null existieren. Das ist der Nukleare Winter: „Fazit, das Nobelpreisträger Herbert A. Simon aus der Wissenschaftler-These zog, schon 100 Megatonnen atomarer „Nutzlast“, ausschließlich über Städten abgeworfen, könnten den nuklearen Winter auslösen. Der Einsatz von Nuklearwaffen wäre als „Selbstmord …  eine ebenso schwere Strafe … wie man sie seinem Opfer zugedacht“ hatte.

Das zu verhindern ist die primäre Aufgabe aller, die an einem Überleben interessiert sind. Davon ausgehend geht es um eine Gesellschaftsordnung, die einen solchen Wahnsinn nicht ins Kalkül zieht.

Doch ehe wir so weit sind, geht es um etwas sehr Konkretes: Wenn Krisenmanager mit ihrem Latein am Ende sind, kann man mit allen kopflosen Reaktionen auf Seiten der Macht rechnen. Das Inferno könnte zum Eintreten des Vorhersehbaren werden. Das zu verhindern ist vornehme und vordringliche Aufgabe derer, die nicht aufgeben. Angesichts der gewaltigen Gefahren ist das Gebot der Gewaltlosigkeit ein Überlebenserfordernis für den Lebensraum Erde bewohnenden Wesen.

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Textes.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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75 Kommentare zu: “Die Krise und die Chance der Menschwerdung des Menschen – mit Herz und Hirn

  1. Wenn ich es mir – auch nach genauerer Lektüre dieses Textes- genau überlege, was ich bisher nicht für nötig befand, so ist die Frage, warum ich mich nie besonders für Karl Marx und seine Schriften interessiert habe, ganz einfach zu beantworten. Es liegt einfach daran, dass ich mit meiner Betrachtung unserer Geschichte ganz anders beginne. Ich sehe die Fehlorientierung nämlich schon viel früher. Ich sehe diese ganze Zivilisation, die im Grunde eine patriarchale Hirtenkultur und daher von Grund auf auf Gewalt und Herrschaft aufgebaut ist, als den Knackpunkt, den es zu kritisieren bzw. abzuschaffen gilt. Dass ich mich auch für Goethe nie so von Herzen interessiert habe, hat z.B. den selben Grund, da Goethe ein „Dichter- Fürst“, eben auch ein Macht-Mensch gewesen ist, der sich der vorhandenen Machtstrukturen bediente. Unsere Geschichtsschreibung(der Herrschenden) lehrt z.B. auch, dass Ägypten die erste Hochkultur entwickelt habe. Dagegen wissen wir aber kaum etwas über die vorangegangenen matriarchalen Kuturen. Nicht ganz ohne Grund, denn die Matriarchatsforschung wird bis jetzt extrem behindert und diskriminiert. Buch: Die Diskriminierung der Matriarchatsforschung – eine moderne Hexenjagd.

    • Das Matriarchat hatte sogar noch auf frühe Klassengesellschaften z.B. im alten Griechenland Einfluss.
      „Im Wort Matriarchat verbirgt sich Ma und Tria – aus der alten Sprache mit Unsere Drei zu übersetzen. Sie stehen für die menschliche Familie (die Weltfamilie der Menschen) in Mutter – Vater und dem Kind. Der österreichische Traunstein zeigt das Profil des Federhaubenträgers aus dem Diskus von Phaistos – den Vater. Gegenüber zeigt der große Priel, der auch die schlafende Griechin genannt wird das Profil einer Frau. Das Wort Traun sagt, sehen soll mein Tun beeinflussen – denn siehe: Solange Vater und Mutter friedlich vereint sind, gibt es das Kind. So lange die Familie der Menschen friedlich vereint ist, gibt es die nächste Generation – den Fortbestand der Menschheit.“
      https://pankultura.jimdo.com/welt-des-matriarchats/

    • Dies ist aber doch keine Entgegnung auf meine Überzeugung, dass wir soz. nur noch mehr oder weniger im Trüben fischen, wenn wir das menschliche Leben und seine Möglichkeiten immer noch soz. nur durch die patriarchalen Brille betrachten.
      Außerdem ist die Definition, die hier erwähnt wird, eine künstliche. Das Griechische Wort Arché hat ursprünglich die Bedeutung „im Anfang“. „Matriarchat“ heißt also nicht „Herrschaft der Mütter“, denn sie ist ja wieder nur durch die Patriarchenbrille möglich, sondern „Im Anfang die Mütter“. Schon die Verfälschung der Bedeutung dieses Wortes ist von politischer Relevanz. „Matriarchat“ bedeutet also in Wirklichkeit keinesfalls Herrschaft, sondern es benennt eine Gesellschaft, die bedürfnis- statt machtorientiert, gewaltfrei, egalitär und bewusst friedfertig orientiert werden kann.
      Das einzige umfassende literarische Werk über die matriarchale Welt, von dem ich weiß, stammt von Heide-Göttner-Abendroth.

    • Matriarchat bedeutet, dass das Mütterliche Prinzip den Mittelpunkt bildet und nicht von außen mit Gewalt(Gesetz des Stärkeren) die Regeln gesetzt werden.

    • Lieber Specht, ich habe nicht den Ansatz einer patriarchalen Geschichtsbetrachtung. Da scheinen wir einander nicht gut zu verstehen. Was mir sehr sympatische ist, weshalb ich mich nicht so patriarchalisch empfinde, das ist die Resonanz, die Christa Wolfs Text zu Maxi Wanders „Guten Morgen Du Schöne“ auslöst:
      >>Ökonomisch und juristisch sind wir den Männern gleichgestellt, durch gleiche Ausbildungschancen und die Freiheit, über Schwangerschaft und Geburt selbst zu entscheiden, weitgehend unabhängig, nicht mehr durch Standes- und Klassenschranken von dem Mann unserer Wahl getrennt; und nun erfahren wir (wenn es wirklich Liebe ist, was wir meinen, nicht Besitz und Dienstleistung auf Gegenseitigkeit), bis zu welchem Grad die Geschichte der Klassengesellschaft, das Patriarchat, ihre Objekte deformiert hat und welche Zeiträume das Subjektwerden des Menschen – von Mann und Frau – erfordern wird. Immer noch müssen viele Frauen sich verstellen, damit ihre Liebe zum Tauschwert für das unreife Liebesverlangen vieler Männer werden kann (,Man muß den Männern etwas vorspielen, sonst verschreckt man sie‘).
      Obwohl es sehr schwierig ist, finden diese Frauen heraus, daß auch Frauen einander lieben, miteinander zärtlich sein können. Daß sie den Rückzug des im Außendienst starken Mannes auf infantiles Verhalten in ihren Armen nicht mehr decken wollen. Also fliehen sie das ,enge Schlafzimmer‘, in das sie mit ihrem Mann ,verbannt‘ sind, finden sich mit der Gefühlsverkrümmung nicht mehr ab, an der viele Männer durch generationenlangen Anpassungszwang an ,zweckmäßige‘ Verhaltensweisen leiden, verweigern die Mutterrolle und lassen sich scheiden.
      Sie zahlen für ihre Unabhängigkeit mit einem schwer erträglichen Schmerz, oft mit Alleinsein, immer mit zusätzlicher Arbeitslast, meist mit schlechtem Gewissen gegenüber Mann, Kindern, Haushalt, Beruf, dem Staat als Über-Mann. Erst wenn wir – unsere Töchter, Enkel – nicht mehr schlechten Gewissens sind, werden wir wirklich gewissenhaft handeln, erst dann werden wir den Männern helfen können, jenen Unterordnungs- und Leistungszwang wahrzunehmen, der vielen von ihnen, historisch bedingt, zur zweiten, verbissen verteidigten Natur geworden ist. Erst dann werden die Männer ihre Frauen wirklich erkennen wollen. ,Ich habe noch keinen gekannt, der dahinterkommen wollte, wie ich wirklich bin und warum ich so bin.‘ […]
      Und doch: wieviel Solidarität untereinander, wieviel Anstrengung, die eigene Lage zu erkennen, wieviel Spontaneität und Erfinderlust in ihren Selbsthilfeunternehmen, wieviel Phantasie, welche Vielfalt. Ich kann nicht finden, daß wir in der DDR gar nichts davon zu lernen hätten.
      Durch viele Anzeichen, nicht zuletzt in diesem Buch, kündigt sich nämlich bei uns ein Ungenügen vieler Frauen an: Was sie erreicht haben und selbstverständlich nutzen, reicht ihnen nicht mehr aus. Nicht mehr, was sie haben, fragen sie zuerst, sondern: Wer sie sind. Sie fühlen, wie ihre neue Rolle sich schon zu verfestigen beginnt, wie sie sich in den Institutionen plötzlich nicht mehr bewegen können; ihre Lebenslust ist groß, ihr Wirklichkeitshunger unersättlich.
      Also berühren sie, tastend noch, die neuen Tabus, denn die Veränderungen werden immer da am heftigsten weitergetrieben, wo sie am tiefgreifendsten waren. Die Möglichkeit, die unsere Gesellschaft ihnen gab: zu tun, was die Männer tun, haben sie, das war vorauszusehn, zu der Frage gebracht: Was tun die Männer überhaupt? Und will ich das eigentlich?
      So äußert sich ein neues Zeit- und Lebensgefühl (übrigens auch bei jungen Männern). Frauen, durch ihre Auseinandersetzung mit realen und belangvollen Erfahrungen gereift, signalisieren einen radikalen Anspruch: als ganzer Mensch zu leben, von allen Sinnen und Fähigkeiten Gebrauch machen zu können.
      Dieser Anspruch ist eine große Herausforderung für eine Sozietät, die, wie alle Gemeinwesen des Zeitalters, ihren Gliedern mannigfache Zwänge auferlegt, zum Teil auferlegen muß; immerhin hat sie selbst, wissentlich oder nicht, diesen Anspruch geweckt; mit Frauenförderungsplänen, mit Krippenplätzen und Kindergeld allein kann sie ihm nicht mehr begegnen; auch damit nicht, glaube ich, daß sie mehr Frauen in jene Gremien delegiert, in denen überall in dieser Männerwelt, auch in unserem Land, die ,wichtigen Fragen‘ von Männern entschieden werden.
      Wir werden uns daran gewöhnen müssen, daß Frauen nicht mehr nur nach Gleichberechtigung, sondern nach neuen Lebensformen suchen. Vernunft, Sinnlichkeit, Glückssehnsucht setzen sie dem bloßen Nützlichkeitsdenken und Pragmatismus entgegen – jener ,Ratio‘, die sich selbst betrügt: Als könne eine Menschheit zugleich wachsende Anteile ihres Reichtums für Massenvernichtungsmittel ausgeben und ,glücklich‘ sein; als könne es ,normale‘ Beziehungen unter Menschen irgendwo auf der Welt geben, solange eine Hälfte der Menschheit unterernährt ist oder Hungers stirbt. Das sind Wahnideen. Es kommt mir vor, daß Frauen, denen ihr neu und mühsam erworbener Realitätsbezug kostbar ist, gegen solchen Wahn eher immun sind als Männer. Und daß die produktive Energie dieser Frauen deshalb eine Hoffnung ist.<<
      (Es handelt sich hier um einen Auszug aus dem Vorwort des Buches von Maxi Wander "Guten Morgen, du Schöne".)

    • Sie schreiben, Sie haben nicht den Ansatz einer patriarchalen Geschichtsbeschreibung. Ich sehe das anders, denn in dem Moment, wo ich die orthodoxe, allgemein verbreitete Geschichtsschreibung kritiklos gläubig übernehme, habe ich auch den Ansatz der herrschenden Geschichtsschreibung.
      Für mich ist es z.B. gar nicht erwiesen, ob wir die längste Zeit „Jäger und Sammler“ waren. In Indien wird z.B. von einer alten Hoch-Kultur erzählt, die viele tausend Jahre Bestand hatte und die dabei ganz ohne Waffen auskam. Sie brauchte weder Waffen für Kriege gegen Menschen noch für Kriege gegen Tiere(Jagd). Es wurde sich von Pflanzlichem ernährt. Sie hatte „Baumtempel“, große naturbelassene Areale, als Zuflucht für die wilden Tiere und als Pflanzenschutzgebiete eingerichtet, in die nie ein Mensch einen Fuß setzen durfte. Sie wurden von Priesterinnen bewacht. Sie hatte eine hoch komplexe Sprache entwickelt, die durch die Übernahme in die vedische Kultur bis heute in Resten erhalten ist. Einige dieser „Baumtempel“ sollen sogar bis heute noch existieren. Ebenso einige ihrer Steintempel, ihrer Tänze und Reste ihrer Sprache. Die höchste gesellschaftliche Stellung hatte die Frau inne. (SEIN.de „Vergessene Weisheiten“)
      Diese über 10 000 Jahre hoch entwickelte „Drawida“- Kultur wurde vor etwa 7000 Jahren von einfallenden asiatischen kriegerischen Reiternomaden angegriffen und erobert und es entstand danach die vedische Kultur mit ihrem strengen Kastensystem und ihrer Herrschaft durch eine oberste Kaste von Priestern. Damit war es dort aus mit dem egalitären Gesellschaftssystem und das Leben dort wurde hierarchisch geordnet und Viehzucht konnte beginnen.
      Diese mündliche Überlieferung ist gestützt durch ihre Überbleibsel und durch die schriftlich festgehaltenen Fakten aus der vedischen Kultur.

      Es ist für mich jedenfalls nicht erwiesen, dass wir „die längste Zeit Jäger und Sammler“ waren. Unser Körperbau, der sich im im Prinzip nicht verändert hat, zeigt keine Merkmale für eine Anlage zur tierlichen Ernährung.
      Auch unsere Körpersäfte(Enzyme, Säure-Basen-Verhältnis) unsere biochemische Anlage, zeigt solche Merkmale nicht. Selbst unsere psychische Verfasstheit zeigt bis heute noch immer nicht eindeutige Merkmale, die eine natürliche Anlage zum Töten und Essen von Tieren zur Schlussfolgerung haben kann, denn r Menschen mögen von klein auf bei einer Tötung nicht freiwillig zugegen sein, geschweige denn sie selbst vollziehen. Das Töten hat sich im Laufe der Jahrtausende der Kriege und Auseinandersetzungen zwischen Menschen zu einer immer fester eingetretenen Tradition mit entwickelt. Einer Tradition des rituellen Tötens, die den Glauben hervorgebracht hat, ein natürlicher Drang zum Töten wohne dem Menschen von Natur aus inne.
      Wahrscheinlich hat sich dieser Glaube dadurch genährt und bis zum heutigen Extrem aufgebläht , dass tatsächlich der mächtigste Effekt, den ein Mensch erzielen kann, das Töten ist. Unsere Art hat das größte Problem mit der Machtgier.

    • Ich stelle die These auf, dass die Menschen sich in sehr vielem irren, was sie über sich selbst, die Menschheit, die Evolution, den Kosmos und die menschliche Geschichte zu wissen glauben.
      Mittels intuitiver Forschung und Hellsichtigkeit hat sich beispielsweise herausgestellt, dass der Mensch mitnichten vom Affen abstammt. Da diese Art, Wissen zu erlangen, jedoch nicht anerkannt und meist in den Bereich der Parawissenschaften weggeleugnet wird, werde ich besser auch keinen Link angeben und auf dieser Position auch nicht beharren oder sie gar in Diskussionen verteidigen. Ich will es nur gesagt und darauf hingewiesen haben.
      Ich weiss, dass ich nichts weiss. Ich weiss, dass wir nichts sicher wissen können.

      Wer sich dennoch interessiert, schreibt mir eine Private Nachricht und erhält dann kommentarlos einen Link.

    • Die orthodoxe herrschende Geschichtsforschung will uns weismachen, sie hätte verlässlich herausgefunden, wie „der Mensch“ vor zigtausenden von Jahren war und gelebt hat. Und zwar auf der ganzen Welt. Wenn wir heute eine kluge, d.h. lebensunterstützende freie Wissenschaft hätten und nicht eine gekaufte, lebenszerstörerische, dann würde ich mir ja vielleicht überlegen, ob ich ihr trauen will oder kann. Aber so?
      Wie kann es sein, wenn die Herrschenden, die uns alle und sogar sich selbst über die Gegenwart und die Zukunft derart belügen, dass sie sich dann über die früheren Zeiten im Klaren sind und uns darüber die Wahrheit verkünden? Es wird doch in allen Bereichen nur jene Art Forschung und Forscher mit großen Geldern unterstützt, die den Machthabern der Erde genehm sind und ihren von Machtgier getrübten Vorstellungen entsprechen.

    • Dschungelkind: Mir ist es eigentlich egal, ob wir von den Affen abstammen, oder nicht. Festzuhalten wäre nur, dass wir mit ihnen genetisch sehr eng verwandt sind, was unsere fast identischen Ernährungs- und Verdauungsorgane beweisen. Was uns vom Äusseren unterscheidet ist unser aufrechter Gang und deren Ganzkörperbehaarung, sowie die logischerweise verschiedene Ausformung der Füße und das proportional verschiedene Verhältnis von Arm- und Beinlängelänge zum Körper.

    • Lieber Herr Trautvetter! Ich bin nicht für die Mannerherrschaft -und auch nicht für die Frauendominanz und ich bin auch nicht für die Menschenherschaftzsdominanz. Ich finde es hat keinen Sinn mehr, irgend etwas Altes wieder aufzuwärmen. Aus meiner Sicht ging es einfach in die verkehrte Richtung. Es gibt so schöne Worte von einer Umweltaktivistin namens „Starhawk“, die das am besten beschreiben, was ich mir von einer irdischen Zukunft erhoffen würde:

      „Wenn das Heilige in der Natur wohnt, dann haben wir nicht mehr die Berechtigung, die natürlichen Systeme, die das Leben erhalten, auszubeuten, zu verschmutzen und zu zerstören. Wenn das Heilige verkörpert ist, dann tragen unsere Körper eine heilige Autorität in sich. Wenn die Erde selbst der Platz des Heiligen ist, dann müssen wir lernen, in Harmonie mit der Erde zu leben“.

    • Liebe/r Specht
      ich rede nicht von vielen Tausend Jahren, wenn ich von der Menschheitsgeschichte rede. Die Menschheitsgeschichte umfasst nach meinem Text eine in Millionen Jahren messbare Zeitspanne. Dazu in Relation sind tausend Jahre so etwas mehr als ein Wimpernschlag. Solange wir bis zur Entwicklung des Feldanbaus überall nur so lange gewesen waren bis wir bzw. unsere Vorfahren das jeweilige Revier abgegrast haben und dann das nächste, solange waren wir Jäger und Sammler.
      In der Tat kommen auch offizielle Mainstream-Historiker um diese Erkenntnis nicht herum. Dann aber trennen sich meine Wege von den ihren: Sie folgen einer Phänomenologie der Epochen – etwa: Ägypten, Griechenland, Rom, von der Antike bis zum Mittelalter, Karl der Große, Luther, Napoleon… (Siehe z.B.: https://www.isb.bayern.de/download/1555/broschuere-der-lehrplan-im-ueberblick.pdf) .
      Ich dagegen versuche, die Entwicklungslogik aufzuspüren und sie dann darzulegen. Die rein deskriptive Geschichtsschreibung ist nicht die, der ich folge. Insofern verstehe ich Ihre Kritik nicht so ganz.

    • Sie glauben also, wenn ich Sie richtig verstanden habe, dass ich aus reinem Glauben oder Wünschen und nicht nach bewiesenen Fakten argumentiere und Sie sich mit der „deskriptiven Wissenschaft“ dagegen auf sicherem Boden befinden. Ich dagegen sehe es umgekehrt, nämlich, dass ich von vorn herein an gar nichts glaube und erst einmal alles in Frage stelle, aber umgekehrt Sie so fest an diese orthodoxe Wissenschaft glauben, dass Ihnen das überhaupt nicht bewusst ist.
      Mich würde einmal interessieren, was Sie ganz bei sich selbst als Grund herausgearbeitet haben, warum die Menschheit eigentlich das Leben auf diesem Planeten in so relativ kurzer Zeit an die Wand gefahren hat.
      Für mich ist es z.B. schon lange klar, dass es nicht allein die GIER war, sondern mit ihr ein durch den Glauben an Gewalt völlig in die verkehrte Richtung laufendes Denken. womit alles durchsetzt ist, was im Verlauf dieser Zivilisation aufgebaut wurde. Und am aller meisten kommt dieses verkehrte Denken natürlich mit unserer sog. WISSENSCHAFT zum tragen, die seit der Kirchengläubigkeit dem Gläubigkeitsbedürfnis und Richtungsgebungsbedürfnis der Menschen gefolgt ist.

      Es gibt ein wunderbares Büchlein von einem Physiker namens Claudio Hofmann. „Smog im Hirn“, das mir ein Freund überlassen hat, weil es vermutlich nicht mehr zu bekommen ist. Hofmann hat sich lange mit der „Wissenschaft der Wissenschaften“ beschäftigt. Er hat über Einsteins Relativitäts-Theorie promoviert, als Physiker und Mathematiker an den Unis Basel, Freiburg, Paris und Izmir gearbeitet. Nach einer Reihe fachwissenschaftlicher Arbeiten schrieb er Texte über aktuelle politische und pädagogische Probleme. Später Hochschulllehrer in der Lehrerausbildung der TU Berlin, wo er sich besonders mit der Rolle der Wissenschaft in der Schule und mit neuen Ansätzen der Gestalt-Pädagogik befasst.
      Ich schreib das nur, damit klar ist, welchen Hintergrund er hat, wenn er unsere Wissenschaft derart kritisiert, wie hier im Vorwort zu diesem Büchlein: (der Text ist aus den 1980er Jahren, fühlt sich aber für mich ziemlich aktuell an.)

      „WARNUNG AN ALLE LESER
      Wenn einer nachts aus dem Schlaf schreckt und der Alptraum kommt erst mit dem Erwachen: Wie viel abschußbereite Atombomben seit dem Einschlafen, wie viel Tonnen radioaktiver Müll für zweitausend Jahre in dieser Nacht; wieviel ermordete und gefolterte Guerilleros, wie viel vergewaltigte Frauen, wieviel verhungerte Menschen, wie viel ausgerottete Tierarten in diesem Jahrzehnt, wie viel verlorene Paradiese:
      Können wir es uns da noch leisten, über Wissenschaft nachzudenken? Und was hat die Wissenschaft mit all diesen Gefahren und Katastrophen zu tun?
      Genau darauf möchte ich in antworten und zeigen, wie das wissenschaftliche Denken unlösbar verbunden ist mit der heutigen Bedrohung durch Atomkrieg und ökologische Katastrophen; dass wir uns deswegen die Zeit nehmen müssen, uns auch mit der Wissenschaft zu beschäftigen und neue Denkformen zu probieren. Denn so lange wir nicht erkannt haben, wie die wissenschaftliche Denkweise mit patriarchalischer Unterdrückung, Entmündigung und Ausbeutung zusammenhängt, so lange werden wir in unseren Hoffnungen und Utopien, aber auch in unserem Widerstand und unserem Kampf allzu leicht von dem glänzenden Bild einer Wissenschaft verblendet, die uns noch immer die bequemen Instrumente zur Erarbeitung und Verwendung von Wissen verspricht.

      Denn die Wissenschaft muss endlich begriffen werden als Institutionalisierung der Denkform einer auf Unterdrückung und Männerherrschaft beruhenden Gesellschaft.

      Was immer die Wissenschaft einmal gewesen sein mag: heute ist die Wissenschaft am Ende ihrer geschichtlichen Entwicklung angelangt; sie kann in ihrem eigenen System nicht weiter funktionieren und erstickt an ihren Produkten. Zum anderen ist sie nicht mehr in der Lage, für die der Menschheit drohenden Katastrophen sinnvolle Lösungsmöglichkeiten zu finden. Im Gegenteil, durch ihre Erkenntnisweise muss die heutige Wissenschaft die Katastrophe noch beschleunigen:
      Jeder Versuch, mit wissenschaftlichen Mitteln die Umwelt zu schützen, führt zu erhöhter Umweltverschmutzung.
      Jeder Versuch, mit wissenschaftlichen Mitteln den Hunger in der Dritten Welt zu bekämpfen, führt zu noch katastrophaleren Hungersnöten.
      Jeder Versuch, mit wissenschaftlichen Mitteln die Arbeit zu humanisieren, führt zu erhöhter Ausbeutung.
      Jeder Versuch, mit wissenschaftlichen Mitteln eine psychologische Betreuung aufzubauen, führt zu psychischer Verelendung.
      (….)
      Die Frage nach der Wissenschaft kann also für niemanden eine akademische Frage bleiben, weil vielleicht unser Überleben auch davon abhängt, ob wir rechtzeitig merken, dass die heutige Wissenschaft mit unseren Problemen nichts mehr anfangen kann und dass unser Festklammern an dieser Wissenschaft die Einsicht in die Möglichkeiten der Zukunft gerade verbaut.
      Weil keiner sich an den Haaren aus dem Sumpf ziehen kann, soll hier der Wissenschaft nicht mit wissenschaftlichen Methoden zu Leibe gerückt werden….“usw.

    • Interessanter Austausch.
      In der Argumentation von Herrn Tr. ist das zu erkennen, was ich als die Grenzen des atheistischen Denkens bezeichnen würde: nicht in der Lage, von sich selbst zu abstrahieren – und selbst wenn es versucht, Tausende anderer Perspektiven einzunehmen – nicht in der Lage, das egoisch-rationale System zu transzendieren – und selbst wenn es versucht, noch so selbstlos und nächstenliebend zu sein und alles, was es kennt, zu durchdringen und allem auf den Grund zu gehen – außerstande die Blase des denkenden Geistes jemals dauerhaft zu verlassen – außerstande, still zu sein und zurückzutreten, um etwas Höherem die Führung zu überlassen; denn: dieses Höhere gibt es nicht.

      Man nenne diesen begrenzten Geist, der sich für unbegrenzt hält, diese Struktur, die behauptet, durch Differenzierung sich selbst zu verlassen, dieses System, das alles gefangenhält und einknastet, vor allem auch durch Begrifflichkeiten wie Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit – (das wird nur schwer zu hören sein innerhalb der egoisch-rationalen Bewußtseinsstruktur): man nenne dieses niemals im Kern erkannte Unding in uns allen wissenschaftliche Methode, man nenne es Spekulation; man nenne es, in wohlmeinenden Ausprägungen gar Empathie und MItgefühl; man nenne es von mir aus auch – in der Hoffnung auf die Wohlfahrt durch Yin, die Yin/Yang-Balance verlassend, Matriarchat statt Patriarchat. All das wird jedoch immer von der nahezu totalen Identifikation mit sowohl Denken als auch Materie ausgehen und nicht darüber hinaussehen und nicht darüber hinausdenken können. Also auch keine Lösungen bringen.
      Woher wissen wir, daß diese ganze millionenlange Geschichte wirklich stattgefunden hat?
      Wer sind die lebendigen Zeugen, die uns davon berichten?
      Haben Sie welche? Nein? Nur ein paar Versteinerungen und Scherben?
      Oder vielleicht die Radiocarbonmethode?
      Was ist eine Zeit, die nicht jetzt stattfindet, sondern von der behauptet wird, daß sie einst stattgefunden habe?
      Wissen Sie überhaupt, was Zeit ist?
      Ich bin sicher, Sie werden es behaupten und an Ihre Behautungen glauben.
      Ich sage: Sie wissen es nicht.
      All Ihr Wissen und all Ihre Überzeugungen werden weder Lösungen noch Frieden bringen, Herr T, bevor sie nicht in sich jenes Zentrum erkannt und erleuchtet haben, von der aus all Ihre tapferen Friedensbemühungen ausgehen; bevor Sie nicht wissen, wer Sie sind; bevor Sie zusammen mit Ihrem falschen Wissen über sich selbst nicht die alten Paradigmen vollständig losgelassen und sich auf das Neue ausgerichtet haben, das mit großer Kraft in die Menschenwelt hineinströmen möchte – aber es nicht kann, weil die Dickköpfe eben nahezu völlig verschlossen sind und lieber weiterdiskutieren, lieber die alten, schon Tausende von Malen angetriebenen rationalen Mühlräder weiter am Drehen halten, so wie hier traurigerweise vor allem von Herrn T vorgeführt – statt sich einfach mal umzugucken (Das habe ICH angerichtet) und statt sich einfach, in einem biser nie erfahrenen Moment der wahren Menschenwürde und Freiheit einzugestehen: ICH HABE MICH TOTAL GEIRRT!
      Die Welt, wie sie mich umgibt, ist das Ergebnis meines eigenen Wirkens.
      Warum mache ich eigentlich so weiter, sogar in meinen Behauptungen, daß jetzt alles anders werden müsse?

      „Es wird daher entscheidend darauf ankommen, nicht einfach bestimmte gesellschaftliche Gruppen oder Institutionen zu attackieren, sondern aufzuzeigen, daß ihre Einstellung und ihre Verhaltensweisen ein Wertesystem widerspiegeln, welches unserer gesamten Kultur zugrunde liegt und inzwischen (vollkommen!) überholt ist“
      Fritjof Capra.

      Und wo wir schon von Spekulation sprachen. Das von S. zitierte Buch ist noch erhältlich. Und zwar in großer Zahl nur bei diesem einen Antiquar zum Beispiel:

      https://www.zvab.com/servlet/SearchResults?tn=%22Smog+im+Hirn%22&an=Hofmann,+Claudio&cm_sp=exo-title-srp

      Zugegeben: Was ich hier schrieb wurde extrem übertrieben – und wird daher vermutlich so einigen Unrecht tun – um mal in aller Einfachheit und Direktheit den Finger auf das zu legen, was nur eine sehr geringe Zahl der politischen Aktivisten sich jemals wirklich eingestanden hat: Ich bin die Ursache der Welt, die mich umgibt. Und es gibt vermutlich nicht eine einzige Sauerei auf diesem Planeten, zu der ich sagen könnte: Ich war nicht beteiligt.

    • Ein mutiger Text von Dir, Andreas. Ich möchte noch ganz bewusst etwas persönliches anfügen zu meiner grundsätzlichen Kritik an unserer Wissenschaft und der entsprechenden Gläubigkeit, die sich aber des sicheren Wissens wähnt. Nach meiner eigenen Erfahrung an Leib und Seele hat diese irrsinnige Wissenschaft(„Die Wissenschaft denkt nicht“, Heidegger) die beiden brutalsten und lebensbedrohlichen Eingriffe in mein Leben verschuldet. Zuerst mit der Behauptung, der Mensch habe von Natur aus eine omnivore Anlage, sei „das Ende der Nahrungskette“ und zum 2. mit der unverschämten Entwicklung einer hochgiftigen Substanz, dem Amalgam, als Zahnfüllung. Ich bin zwar durch eigene Bewußtmachung heute vergleichsweise mit anderen in meinem Alter immer noch ziemlich gesund trotz meiner genetisch bedingten Empfindlichkeit, aber ich weiß, dass ich heute noch viel viel gesünder sein könnte und vor allen Dingen viel mehr im Leben hätte leisten können, wenn diese beiden höllischen Faktoren nicht auf mich eingewirkt hätten. Erst jetzt, im letzten Drittel meines Lebens, da ich mich artgerecht, d.h., vegan ernähre, lebe ich wirklich wieder mich selbst. Ohne Übergewicht, ohne Hautprobleme, ohne Stiche in der Brust und vor allem ohne Depressionen und ohne Schuldgefühle. Und das hochgiftige Amalgam, das Zahnärzte heute noch den armen Patientenopfern in die Zähne schmieren dürfen laut Wissenschaft, hat mir mindestens 15 Jahre Nervenschmerzen beschert und in der Zeit meine ganze Lebensenergie dafür aufgesaugt. Ich kann nur von Glück sagen, dass ich so liebe anthroposophische Großeltern hatte, mit deren geistig-seelischer Unterstützung ich immer schon mehr an meine eigene Wahrnehmung geglaubt habe, als an diese teuflische Wissenschaft, sonst wäre ich heute sicher nicht mehr am Leben und hätte auch keinen schönen Tod gefunden. Die schöne Erlösung, die uns allen bevorsteht, wenn wir einigermaßen richtig leben.

    • ..und noch etwas möchte ich anfügen, da es mir wichtig erscheint: Wissen ist natürlich gut und notwendig, aber nur dann gut wirksam, wenn es auch tief genug reicht, sodass es jeweils die allem gemeinsame Ebene berührt und der informierte Mensch dann alles miteinander verbinden kann. Diese eigentlich ganz einfache, aber wichtigste Erkenntnis, dass alles mit jedem im Leben miteinander kommuniziert und reagiert, ist heute erstaunlicherweise bei den meisten völlig in den Hintergrund getreten, bzw. wird nur selten beachtet. Wissen wird deshalb auch zu oft nur dazu benutzt, sich gegenseitig damit zu bewerfen und outzuknocken, anstatt echte Verbindung herzustellen.

    • Wer das System ändern will (egal in welcher Ausprägung: Parteiendemokratie; Parteinendiktatur; Diktatur des Proletariats; Gelddiktatur; direkte Demokratie; Plutokratie; Friedensföderalismus; Hierarchie der Guten; Revolutionäre Zellen und Organismen und was es da sonst noch so alles gibt) muß das System erst mal INNERLICH verlassen haben. Ansonsten sind seine Zutaten immer: Bequemlichkeit, Zweifel, Angst, Faulheit, Verzeiflung, systemisches Denken, Zurückhaltung, gesundheitliche Probleme, Selbstsucht, mangelnde Hingabe, Egozentrismus, Überlebenskampf auf der mentalen Ebene (Rechthabenmüssen) und was es da sonst noch an Hinderungsgründen so alles gibt. Mit anderen Worten: das innere System wird Dich daran hindern, das äußere zu ändern.

    • Sehr schön gesagt, Specht. Sie haben wirklich Ihre ganz eigene Art, die Dinge auszudrücken.

      ich bin gerade dabei, einen Text abzutippen. Ihn, sobald fertig, in meine Home hier auf KenFm zu stellen und die nächsten Tage, falls ich Zeit finde, zu übersetzen. Vorerst nur auf Englisch und vorerst auch nur etwa ein Siebtel jenes Textes, auf den ich gerade wieder mal gestoßen bin:

      Ein Ausschnitt aus dem Buch “The origins of man and the universe – the myth that came to life” von Barry Long.

      The error of Science
      In what follows I am not attempting to denounce science, but am drawing attention to an area of conjecture (Vermutung; Mutmaßung) into which science is unknowingly straying from the boundaries of realism. In so doing it can unintentionally uphold and perpetuate a method of reasoning in cosmic physics that is both invalid and based on false premises. As the erroneous reasoning employed looks like beeing repeated for a long time, it is appropriate and essential to refide (widerlegen) it now before it infects (!) new generations of mind. The alternative, the real, must be stated.
      Man has not yet realised – and it is at the root of the whole problem of his reasoning – that he cannot calculate or deduce back beyond his own past (…). To do so as science does in pursuing an external cosmic beginning is like solving a murder that has never happened. Beyond the unique past of life on earth, there is nothing to go back to. The cosmic truth and reality are all in the now. The past is the sole, unreal (!) creation of earth intelligence (…). This is the fundamental truth of existence that has to be realised for man to jump to the next, the real, time-gradient.
      Only the past (…) can contain differences and changes – not the now. Once intelligence understands this mighty truth – that there is no cosmic past apart from what man himself has created with his perception – the past and the value of it will be seen in an entirely new light. I repeat: all past is man’s; the cosmos has none.“

      Fortsetzung folgt, allerdings nicht mehr an dieser Stelle.

    • Es geht vor allem darum, die Zusammenhänge zu erkennen und sichtbar zu machen. Und ich glaube, der beste Kompass dabei ist der eigene Schmerz. Ich erlebe das jedenfalls so bei mir. Ich bin im letzten Abschnitt meines Lebens und mein verflossenes Leben zieht in einer ununterbrochenen Schau an meinem Innersten vorbei und hält an allen bedenklichen Stellen inne. Und das sind die Punkte, wo noch die Erinnerung an einen Schmerz ist. Das bedeutet, dass da etwas noch nicht aufgeklärt ist. Wenn ich das dann lange genug betrachte und alle Tentakel dieses Schmerzes verfolge bis zu ihrem Ursprung, so erkenne ich am Ende die Gründe und die Zusammenhänge und der Schmerz kann erlöst werden. Zum Beispiel, wenn ich nicht verstehen kann, warum mir irgendjemand im Leben mit Abneigung begegnet ist und immer nur das Schlechte an mir herauskehren wollte, dann kehrt die Frage nach dem Warum so lange wieder, bis sie gelöst ist. Und ich erlebe immer wieder, dass alle diese ungeklärten Fragen nach und nach gelöst werden können, indem ich weder mir noch den anderen letztendlich eine Schuld anlasten brauche, weil ich die Zusammenhänge, wie bei jedem der Schmerz entstanden und weiter gegeben wurde, erkannt habe.
      Nur wenn wir Menschen uns alle zuerst selbst erlösen, können wir die ganze Welt auch vom Schmerz der ganzen Menschheit erlösen. Das ist und bleibt der einzige Weg. Es ist die einfachste Wahrheit, aber gerade deshalb wird sie vielleicht so schmählich übersehen. Die Menschheit hat sich angewöhnt, sich im Komplizierten zu versteigen. Hauptsache hoch hinaus. Es war der verkehrte Kurs. Schon sehr lange wohl.

    • Ja, Specht, gut gesprochen. Die Befreiung vom eigenen Unglück muß der Mitarbeit an der Befreiung vom kollektiven Unglück voran- und vorausgehen; oder zumindest damit Hand in Hand gehen. Der Weg der Linken war jedoch leider schon fast immer auf das Äußere gerichtet: schaffen wir erst gerechte Lebensumstände, dann werden alle Menschen glücklich sein. (Also wenn das nicht naiv ist?) Und daher werden auch meist völlig unbekümmert die eigenen Neurosen in die politische Arbeit eingebracht.
      Und daher leide ich manchmal auch unter dem ziemlich assymetrischen Menschenbild in diesem Forum; sowie unter der Selbstherrlichkeit der Linken. Denn der Weg der Rechten lag ja eher darin, sich als seines eigenen Glückes Schmied zu betrachten und mit der Arbeit erst mal bei sich selbst anzufangen.
      Diese beiden Ansätze zu einer goldenen Mitte der Versöhnung und gegenseitigen Ergänzung zu verschmelzen, wäre das nicht eine Vision für ein integrales Leben, das dann gekrönt werden könnte von Selbsterkenntnis und Selbsttranszendenz?

    • Ja, der Faschismus ist sehr tief in die kollektive Menschenseele eingedrungen- ist wahrscheinlich immer eine Gefahr für Menschen gewesen. Er zeigt sich in allen möglichen politischen Richtungen und man kennt ihn sogar auch in Ansätzen von sich selbst. Es begann schon, wenn ich unbedingt irgendwo dazugehören wollte und dafür weniger auf meine innere Stimme horchte. Es begann schon damit, dass ich die von außen gesetzten Werte des Systems als Dogma anerkannte. Mein Glück war nur, dass ich es mit all dem nie aushalten konnte und der Schmerz dabei immer nur größer wurde. Sich selbst zu leben, kann zunächst als Seiltanz erscheinen, aber in Wirklichkeit ist es das einzig wirklich sichere Leben.
      Der italienische Kommunist Ignazio Silone sagte schon zu Zeiten Mussolinis Niedergang , dass der Faschismus, wenn er wiederkehrt als Antifaschismus auftreten wird. Das liegt daran, dass es immer zu viele Mitläufer-Naturen gibt. Ob nun mit rechts oder links mitgelaufen wird- beides befreit nicht von faschistischen Tendenzen.
      Allerdings sehe ich diese auch genauso bei kreischenden Fans und in der Guru-Kultur.

  2. “ Die Finanzkrise 2008 nahm ihren Anfang mit der Immobilienkrise in den USA, deren erstes deutliches Zeichen die Talfahrt der Aktienkurse der beiden größten US-amerikanischen Hypotheken- banken Fannie Mae und Freddie Mac war, die bereits im August 2007 begann. Schon seit Jahren wurden Kredite (wie z. B. Baufinanzierungen) an Kunden vergeben, deren Sicherheiten nicht ausreichten, um eine fristgerechte Rückzahlung zu gewährleisten. Anfang September 2008 standen Fannie Mae und Freddie Mac unmittelbar vor dem Konkurs. Der völlige Zusammenbruch der beiden Kreditinstitute hätte die Existenz von etwa 4 Millionen US-Bürgern bedroht und wurde nur dadurch verhindert, dass die US-Regierung die zeitweilige Kontrolle der beiden Hypothekenfinanzierer übernahm “

    Jedes Kind kann doch verstehen das Geld leihen an Menschen die nicht im stande sind ihre Verpflichtungen daraus zu zahlen zu Verluste führt.
    Leider gab es keine Kinder bei Banken, aber Leute die komplizierte mathematische Modelle bauten, die berechneten was der absolute Mindestwert solche Anleihen waren.
    Die Modelle waren so kompliziert das Niemand sie verstand, vermutlich auch die Mathematiker nicht die sie bauten.
    Es gibt keine absolute Mindestwert, für nichts.
    Und so kam die Katastrophe, die nichts mit Kapitalismus zu tun hat, nur mit Dummheit.
    Wie diese entstehen konnte beschreibt Sarrazin deutlich
    Thilo Sarrazin, ‚Europa braucht den Euro nicht, Wie uns politisches Wunschdenken in die Krise geführt hat‘, 2012 München

    Und wieder kommt eine Katastrophe, durch Dummheit:
    Yanis Varoufakis, ‚The Global Minotaur, America, Europe and the Future of the Global Economy‘, London, New York, 2013

    Diesmal ist es Merkel die die Katastrophe verursacht, sie will unbedingt der Euro behalten.

    Das Problem mit Robotisierung verstehe ich nicht.
    Die Romaner waren gegen das Judentum weil an einen Tag nicht gearbeitet wurde.
    Jetzt arbeiten wir noch fünf Tage in die Woche, wenn es gelingt mit vier Tage, was ist das Problem ?

    Economics is common sense made difficult.
    Leider gibt es wenig common sense.

    • Des Bankers Sarrazins Katastrophenrechnungen und Begünstigungen des Rassismus und seine arrogante Herabwürdigung von Kritikern ist hier m.E. ein ganz schlechter Kronzeuge gegen Kapitalismuskritk> ’nachdenkseiten.de/p?=6572′

  3. „Vor genau zehn Jahren begann eine Erschütterung der Welt-Ökonomie, die noch immer nachwirkt. Sie „nahm ihren Anfang mit der Immobilienkrise in den USA, deren erstes deutliches Zeichen die Talfahrt der Aktienkurse der beiden größten US-amerikanischen Hypotheken- banken Fannie Mae und Freddie Mac war, die bereits im August 2007 begann.““

    Ich weise mal darauf hin, dass es sich dabei um eine Subprime-Krise handelte.
    Im Klartext:

    Der Grund für diese Krise war, dass die USA ein aus finanztechnischer Sicht verfehltes Sozialstaatsmodell haben.

    Die USA zwingen Banken dazu, (im finanziellen Sinne) „schlechten“ Antragstellern dennoch Kredite zu geben. Damit ersetzen sie die fehlende Sozialhilfe.
    Dieses System in den USA ist angenehm (weil man nicht als Bittsteller bei Behörden auftreten muss), aber leistet nicht das, was ein richtiges Sozialsystem wie das deutsche leistet.

    Die Finanzkrise war ein reines Staatsversagen der USA, geschickt anderen Ländern aufgebürdet mit Hilfe von Kollaborateuren in der Bankenbranche. Es hatte nichts, NICHTS mit Kapitalismus zu tun.

    „Insofern kann es sein, dass der Sozialismus und danach der Kommunismus nach Marx den vielleicht letzten Notausgang eröffnet.“

    Wenn Marx – wie Sie in einem anderen Posting schrieben – wirklich die individuelle Entwicklung jedes Einzelnen fördern wollte, kann er kein Kommunist gewesen sein. So absurd es sich anhören mag.

    Kommunismus will per Definition den Privatbesitz an Produktionsmitteln und den freien Markt verbieten. Privatbesitz an Produktionsmitteln und freier Markt (insbesondere freier Handel für jeden einzelnen Bürger, weltweit) sind aber Grundrechte, die insbesondere für die individuelle Entwicklung jedes Bürgers unabdingbar sind.
    Kommunismus scheitert daher systemimmanent.
    Kommunismus hat nie im Sinne Marx‘ funktioniert und wird nie funktionieren, weil seine pure gundlegende System-Logik das nicht zulässt.

    „Der Kapitalismus gebiert die Krise, die seine Existenz infrage stellt“

    Der Kapitalismus gebiert keine Finanzkrisen, sondern fehlerhafte staatliche Sozialpolitik tut das, wie die Finanzkrise in den USA zeigte.
    Der Kapitalismus hat zudem ohnehin gar keine Krise, wohl aber der Kommunismus, weil sich weltweit das Unvermeidliche zeigt: Kommunismus funktioniert nicht.

    • Großartig, „der Kapitalismus hat zudem ohnehin keine Krise.“

      wuahwuahwuah….

      Das haben Sie ja wirklich nur noch mit dem Satz getoppt:

      „Die USA sind gar kein Imperium.“ (Tagesdosis vom 12.8.)

      Huhuuuu, der KenFm-Transatlantiker in Action.

    • „Großartig, „der Kapitalismus hat zudem ohnehin keine Krise.“

      wuahwuahwuah….“

      Andere argumente haben Sie nicht. Muss ich zur Kenntnis nehmen.
      Fakt ist: Der Kapitalismus hat keine Krise.

      „Das haben Sie ja wirklich nur noch mit dem Satz getoppt:“

      „Die USA sind gar kein Imperium.“ (Tagesdosis vom 12.8.)

      Natürlich nicht – die USA erfüllen als Staat nicht die Voraussetzungen eines Imperiums:
      Sie setzen in ihrem Machtbereich keine US-amerikanische Politik durch.

      „Huhuuuu, der KenFm-Transatlantiker in Action.“

      Ich bin unabhängig, Sie auch?
      Ich kontere das mit folgender Frage:
      Ich bin für die eurasische Landbrücke, konkret für Russland in der EU (samt Ukraine und Weißrussland). Viele transatlantsiche Lobbyisten wollen das nicht, aus dubiosen Gründen.

      Sind Sie für oder gegen einen EU-Beitritt Russlands?

    • “ Der Grund für diese Krise war, dass die USA ein aus finanztechnischer Sicht verfehltes Sozialstaatsmodell haben “

      Der Grund war das Banken, und nicht das erste Mal in die USA, erfolg hatten mit den Steuerzahler das Risiko zu geben.
      Lese:
      ⦁ Jonathan Raban, ‚Bad Land‘, London 1997
      Bei uns kann der Steuerzahler die Euro Katastrophe zahlen.

    • Dies noch: Das Grundgesetz sieht vor: „Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden.“ und: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ Demzufolge ist legt das Grundgesetz diese Gesellschaft nicht auf den Kapitalismus fest. Wer das anders sieht, ist demzufolge mitnichten ein Gegner der Grundrechte. Zu den Menschenrechten gehört es, dass niemand im Sinne des Gebots der Philosophie der Aufklärung Mittel zu einem fremden Zweck sein darf: „…der Mensch … nicht bloß als Sache bzw. Mittel gebraucht werden…“ (https://freidenker.cc/immanuel-kants-selbstzweckformel/4301)
      Kommunisten und Sozialisten per se zu Verfassungsgegnern zu machen erklärte Willy Brandt nach einer Welle der Kritik an den sogenannten Berufsverboten als „Irrtum“ (http://www.berufsverbote.de/tl_files/docs/hh-bethge.html)

    • Ich denke nicht, dass jeder Kommunist gleich ein Verfassungsfeind ist oder überhaupt persönlich grundrechtsfeindlich eingestellt ist. Ich glaube aber, dass sich Kommunisten in westlichen Ländern oft einer starken Selbsttäuschung hingeben.

      Es ist simpel erklärbar (und ich habe es hier ja erklärt), dass Kommunismus per Definition Grundrechte aufhebt. Und zwar sogar solche Grundrechte, die besonders wichtig für die Ärmeren und Nicht-Etablierten sind! Kommunisten verbieten begabten Handwerkern (aus ärmeren Verhältnissen), ihre eigene Fabrik aufzumachen. Kommunisten verbieten Ärmeren, schöne (und günstige) Produktie aus dem Ausland zu importieren.

      Daher funktioniert Kommunismus bei seinem eigenen erklärten Ziel nicht – Kommunismus erzeugt Armut und Entrechtung, anstatt sie zu bekämpfen, und schadet besonders den Ärmeren und Nicht-Privilegierten.

      Interessanterweise ‚funktionieren‘ sogar religionsfaschistische Dikaturen wie Saudi-Arabien sogar besser dabei, ausgewählte ‚ärmere‘ Gruppen besserzustellen. Saudi-Arabien verbietet weder Handel noch Gründung von Betrieben, schränkt aber dafür andere Grundrechte massiv ein (Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Refisefreiheit (wie Kommunisten auch)). Damit stellt Saudi-Arabien in der Tat seinen eigenen Bürgern (nicht zu verwechseln mit den sklavenartig behandelten ‚Gastarbeitern‘) gewisse ‚kommunistische‘ materielle Vorteile bereit. Und in der Tat ist das ein Grund, warum sich viele Saudi-Arabier(innen) mit dem Regime arrangiert haben.

      Bezüglich der deutschen Verfassung: Wenn Deutschland überhaupt eine Schlagseite hat, dann bestimmt nicht in Richtung Kapitalismus, sondern in Richtung Sozialismus. Der „Eigentum verprflichtet“-Paragraph ist haarscharf an der Grenze der Grundrechtseinschränkung. Er ist zwar pragmatisch gesehen tolerabel, aber man ist in Deutschland als Eigentümer bsiweilen rechtlich eingeschränkt. Das ist ebenfalls Fakt.

    • Glauben Sie das, was Sie schreiben?

      „aber man ist in Deutschland als Eigentümer bsiweilen rechtlich eingeschränkt. Das ist ebenfalls Fakt.“ 🙂 🙂 🙂

      Und als Habenichts ist man priviligiert?

      Woher wollen sie eigendlich wissen, das Kommunismus;“ Armut und Entrechtung, anstatt sie zu bekämpfen, und schadet besonders den Ärmeren und Nicht-Privilegierten“ schafft.
      Meines Wissens gab noch keinen Kommunismus.

      Lob des Kommunismus
      Text: Bertolt Brecht

      Er ist vernünftig, jeder versteht ihn. Er ist leicht.
      Du bist doch kein Ausbeuter, du kannst ihn begreifen.
      Er ist gut für dich, erkundige dich nach ihm.
      Die Dummköpfe nennen ihn dumm, und die Schmutzigen nennen ihn schmutzig.
      Er ist gegen den Schmutz und gegen die Dummheit.
      Die Ausbeuter nennen ihn ein Verbrechen.
      Aber wir wissen:
      Er ist das Ende der Verbrechen.
      Er ist keine Tollheit, sondern
      Das Ende der Tollheit.
      Er ist nicht das Chaos
      Sondern die Ordnung.
      Er ist das Einfache
      Das schwer zu machen ist.

    • Korrigierte Version:

      Zur Finanzkrise 2007/2008/2009:
      „“ Der Grund für diese Krise war, dass die USA ein aus finanztechnischer Sicht verfehltes Sozialstaatsmodell haben “

      Der Grund war das Banken, und nicht das erste Mal in die USA, erfolg hatten mit den Steuerzahler das Risiko zu geben.“

      Nein, das war die – in der Tat ziemlich ausgeklügelte – Methode, mit der die US-Regierung mit Hilfe von Kollaborateuren bei zahlreichen Banken, die Lasten der Krise auch in anderen Ländern abgeladen hat.
      Die Gründe, warum es überhaupt die Krise gab, waren
      – dass die Banken in den USA eng mit dem Staat verbunden sind und dass Kredite in den USA den Sozialstaat, die fehlende Sozialhilfe größtenteils ersetzen sollen
      – dass aus diesem Grund die Banken in den USA staatlich verpflichtet wurden, Kredite für Immobilien auch an Leute zu geben, die diese kaum zurückzahlen konnten.

      Das ist ein klares Staatsversagen gewesen. Ein Versagen dabei, die sozialstaatliche Absicherung finanztechnisch korrekt zu lösen.
      Es hat aber eine unsinnige Dauerdiskussion der 2000er-Jahre mit einem Schlag beendet. Es wurde ja ständig von Lobbyisten besonders aus den USA behauptet, dass korrekte Sozialsysteme wie etwa in Deutschland oder Norwegen ’nicht finanzierbar‘ seien und dass Deutschland oder Norwegen am besten sofort alles wie die USA machen sollen. Es waren aber genau die Staaten mit korrektem Sozialstaat (wie Deutschland oder Norwegen), die den Bail-Out der USA mitfinanzierten und dennoch ihre Systeme problemlos am Laufen halten konnten.

      Was nicht funktioniert hat, war die US-amerikanische Version des Sozialstaats!

    • „Glauben Sie das, was Sie schreiben?“

      Natürlich!

      „aber man ist in Deutschland als Eigentümer bsiweilen rechtlich eingeschränkt. Das ist ebenfalls Fakt.“ 🙂 🙂 🙂

      „Und als Habenichts ist man priviligiert?“

      Ich gebe Ihnen mal ein konkretes Beispiel: In Deutschland ist man am Rande der Entrechtung oder darüber hinaus, wenn man eine kleine Eigentumswohnung in einem großen Gebäude besitzt und ein Mehrheitseigentümer die Hausverwaltung gegen einen instruiert. Die Gesetzeslücken, die die Probleme verursachen, kommen größtenteils vom ‚Eigentum verpflichtet‘-Paragraphen bzw. dessen unzureichender Auslegung.
      Das trifft keine Reichen, sondern Ärmere! Auch die Mieter übrigens!

      „Woher wollen sie eigendlich wissen, das Kommunismus;“ Armut und Entrechtung, anstatt sie zu bekämpfen, und schadet besonders den Ärmeren und Nicht-Privilegierten“ schafft.
      Meines Wissens gab noch keinen Kommunismus.“

      Natürlich gab es den: UdSSR, ‚DDR‘, Kuba, Nordkorea etc.! Die übliche Selbsttäuschung von Kommunisten und Kommunismus-Sympathisanten. Kommunismus funktioniert schon aus systemlogischen Gründen nicht und natürlich wird das in der Realität dann ein aufs andere Mal bewiesen.

    • „Meines Wissens gab noch keinen Kommunismus.“

      „Natürlich gab es den: UdSSR, ‚DDR‘, Kuba, Nordkorea etc.!“

      So großkotzig waren nicht mal die Länder, die Sie aufzeigen.
      Da ging es um einen, wie auch immer gearteten Sozialismus und es gab große Unterschiede der einzelnen Länder.
      In der DDR sprach man damals vom „entwickelten Sozialismus“.
      Das Ziel war angeblich der Kommunismus, von dem man selber nicht wusste, wann es erreicht ist.
      Als kommunistische Länder wurden sie nur vom Westen bezeichnet und das war und ist Propaganda.
      Lesen Sie mal die Definition. (Wörterbuch)

      „Kommmunismus – die Vorstellung von einer zukünftigen, dem Sozialismus folgenden Gesellschaft, in der das Privateigentum abgeschafft, die Produktionsmittel in Gemeineigentum überführt, der Konsum auf der Grundlage gemeinschaftlicher Lebensführung und allgemeiner Gütergemeinschaft geregelt und die materiellen und kulturellen Bedürfnisse aller Menschen gleichmäßig befriedigt werden.“

    • „Das Ziel war angeblich der Kommunismus, von dem man selber nicht wusste, wann es erreicht ist.
      Als kommunistische Länder wurden sie nur vom Westen bezeichnet und das war und ist Propaganda.“

      Nein, eben nicht. Das war und ist einfach eine logische und wahrheitsgemäße Einschätzung des Westens gewesen.

      Es ist der typische Irrtum der Kommunisten, zu behaupten, dass man den ‚finalen‘ Kommunismus mit weniger Diktatur aufrechterhalten könnte als den ‚Weg‘ dorthin, den sie ‚Sozialismus‘ nennen.
      De facto geht es darum, dass die wesentlichen Grundlagen des Kommunismus, nämlich die Abschaffung des Eigentums an Produktionsmitteln und dessen Verbot sowie die Einschränkung des freien Handels, nur mit massiver, grundrechtswidriger Diktatur überhaupt real durchgesetzt werden können.

      Und zwar gilt das für den eigentlichen ‚finalen‘ Kommunismus mindestens genauso wie für etwaige ‚Übergangsphasen mit dem Ziel des Kommunismus‘.

      Mit ‚Irrtum‘ habe ich das jetzt nett beschrieben. Ich vermute eher, dass z.B. Stalin das alles wußte und die Leute einfach belogen hat. Er behauptete ja, dass die Diktatur nur ‚temporär‘ sei und dann im Kommunismus plötzlich ‚weg‘ sei.
      Das ist aber natürlich Unfug. Wer den Leuten das Grundrecht auf freien Handel und freie Produktion nehmen will, braucht DAUERHAFTE massive Diktatur. Und daher bedingt Kommunismus Diktatur, ob als Ziel oder als ‚Zustand, den die Regierung bewahren‘ will.

      Die Mißstände in der ‚DDR‘ sind ein Resultat dessen, dass Kommunismus da das Ziel war.

    • Es geht nicht um die Abschaffung des Eigentums an Produktionsmitteln sondern um die Überführung der Produktionsmittel in Gemeineigentum.
      Wer sagt denn, dass es ein Grundrecht auf das Eigentum von Produktionsmitteln gibt?
      Ist das ein Naturgesetz?
      Wer erarbeitet den den ganzen Reichtum?
      Und mit welchem Recht gehört so wenigen fast alles? Das unsere Welt so nicht in Frieden leben kann, müsste doch auch dem Dümmsten klar sein. Das das im Kapitalismus nicht vorgesehen ist, ist schon klar.

  4. „Vor genau zehn Jahren begann eine Erschütterung der Welt-Ökonomie, die noch immer nachwirkt. Sie „nahm ihren Anfang mit der Immobilienkrise in den USA, deren erstes deutliches Zeichen die Talfahrt der Aktienkurse der beiden größten US-amerikanischen Hypotheken- banken Fannie Mae und Freddie Mac war, die bereits im August 2007 begann.““

    Ich weise mal darauf hin, dass es sich dabei um eine Subprime-Krise handelte.
    Im Klartext: Der Grund für diese Krise war, dass die USA ein aus finanztechnischer verfehltes Sozialstaatsmodell haben. Die USA zwingen Banken dazu, (im finanziellen Sinne) „schlechten“ Antragstellern dennoch Kredite zu geben. Damit ersetzen sie die fehlende Sozialhilfe.
    Dieses System in den USA ist angenehm (weil man nicht als Bittsteller bei Behörden auftreten muss), aber leistet nicht das, was ein richtiges Sozialsystem wie das deutsche leistet.

    Die Finanzkrise war ein reines Staatsversagen der USA, geschickt anderen Ländern aufgebürdet mit Hilfe von Kollaborateuren in der Bankenbranche. Es hatte nichts, NICHTS mit Kapitalismus zu tun.

    „Insofern kann es sein, dass der Sozialismus und danach der Kommunismus nach Marx den vielleicht letzten Notausgang eröffnet.“

    Wenn Marx – wie Sie in einem anderen Posting schrieben – wirklich die individuelle Entwicklung jedes Einzelnen fördern wollte, kann er kein Kommunist gewesen sein. So absurd es sich anhören mag.

    Kommunismus will per Definition den Privatbesitz an Produktioinsmitteln und den freien Markt verbieten. Privatbesitz an Produktionsmitteln und freier Markt (insbesondere freier Handel für jeden einzelnen Bürger, weltweit) sind aber Grundrechte, die insbesondere für die individuelle Eintwicklung jedes Bürgers unabdingbar sind.
    Kommunismus scheitert daher systemimmanent. Kommunismus hat nir im Sinne Marx‘ funktioniert und wird nie funktionieren, weil seine pure gundlegende System-Logik das nicht zulässt.

    „Der Kapitalismus gebiert die Krise, die seine Existenz infrage stellt“

    Der Kapitalismus gebiert keine Finanzkrisen, sondern fehlerhafte staatliche Sozialpolitik tut das.
    Der Kapitalismus hat zudem gar keine Krise, wohl aber der Kommunismus, weil sich weltweit das Unvermeidliche zeigt: Kommunismus funktioniert nicht.

    • Aber Kapitalismus funktioniert? Sie müssen wohl erst selbst betroffen sein, bis Ihnen ein Licht aufgeht.
      „freier Handel für jeden einzelnen Bürger“ leben Sie in Wolkenkuckucksheim?

    • Nicht jede Version des Kapitalismus funktioniert.
      Kommunismus funktioniert aber gar nicht.
      Kapitalismus kann funktionieren (und funktioniert in weiten Teilen der Welt), Kommunismus kann nicht funktionieren.

      „„Freier Handel für jeden einzelnen Bürger“ leben Sie in Wolkenkuckucksheim?“

      Nein – denn bereits Kapitalismus garantiert genau das. Man braucht dazu kein Wokenkuckucksheim, sondern nur die Abwesenheit von sozialistischer oder kommunistischer Diktatur. Es gibt übrigens auch Sozialismus von Reichen gegen Arme.

    • Ob der Kommunismus funktioniert, weis ich nicht.
      Das Wort ist negativ besetzt worden.
      Es wurde für Alles benutzt, was im Osten nicht klappte und auch kritikwürdig war.

      Ich weis nur, dass Kapitalismus nicht funktioniert.
      Er hat noch am besten in D. funktioniert, als es den Ostblock noch gab.
      Warum wohl?

      Weder Kapitalismus noch Kommunismus garantieren irgend etwas.

      P.S: Ich habe fast 30 Jahre im real existierenden Sozialismus gelebt. Ich war auch oft frustriert und wütend über einige Zustände in der DDR.
      Von Reichen gegen Arme habe ich da nichts gemerkt. Das muss mir wohl entgangen sein.
      Es gab auch Unterschiede in der Vermögensverteilung, aber längst nicht so krass wie im „Vereinten Deutschland“.
      Darum wurde auch über die angeblichen „Gleichmacherei“ im Osten gewettert?

    • Korrigierte Version:

      „Ich weis nur, dass Kapitalismus nicht funktioniert.“

      Kapitalismus funktioniert offensichtlich dann, wenn es ein soziales Korrektiv gibt, das beim Staat liegt.

      Und Kapitalismus ist eben die einzige Möglichkeit, da
      – freier Handel für alle Bürger
      – Reisefreiheit
      – das Recht auf den Privatbesitz an Produktionsmittel

      Grundrechte sind, von denen Kommunisten zwei (Handel und Produktionsmittel) per Definition negieren und das dritte (Reisefreiheit) in allere Regeln in der Praxis verweigern.

      Um diese elementaren Grundrechte zu sichern, die besonders für Ärmere, Nicht-Privilegierte wichtig sind (Parteibonzen gehemigen sich in der Regel Sonderrechte), braucht es Kapitalismus.

      „Ich war auch oft frustriert und wütend über einige Zustände in der DDR.“

      Diese Zustände sind systembedingt. Sie liegen am Kommunismus selbst und nicht etwa an dessen ‚Ausführung‘.

      „Von Reichen gegen Arme habe ich da nichts gemerkt. Das muss mir wohl entgangen sein.“

      Es gab aber sehr wohl – wie in allen Diktaturen – privilegierte Bonzen, im Fall der ‚DDR‘ haben die sich ganze Landstriche angeeignet (z.B. die ‚Schorfheide‘, um da unschuldige Rehe abzuknallen (was Marx zu solchen Freizeitpräferenzen von Kommunisten gesagt hätte, wäre mal interessant)).
      Im Kapitalismus mit adäquatem Korrektiv gibt es weniger Probleme bezüglich der ‚Privilegien‘ als im Kommunismus.

    • „unschuldige Rehe“ abknallen – sie sind ja echt putzig.
      Da ging es nicht Reich gegen Arm.
      Oder denken Sie die Bonzen haben die Rehe den Armen weggeschossen, das die nichts mehr zu essen hatten?
      Sicher waren das Bonzen!
      Deren „Westwasserhähne“,die im Westen in jeder Sozialwohnung sind, wurden den Leuten als Privilegien der „Führungselite“verkaufte. Ein Klempner aus dem Westen hätte einen Lachanfall bekommen.
      Ich will die Führungsriege auch gar nicht in Schutz nehmen. Viele haben ihre Ideale verraten und Wasser gepredigt und Wein gesoffen. Da gab es auch noch andere Sachen die viel schwerer wiegen.
      Ich könnte ja mal ne Liste machen, wenn ich mal viel Zeit habe.

      „Im Kapitalismus mit adäquatem Korrektiv gibt es weniger Probleme bezüglich der ‚Privilegien‘ als im Kommunismus.“
      Das mit dem Korrektiv im Kapitalismus sollten sie mal erklären. Wo findet man den das? Sagen Sie jetzt nicht in der Opposition.

    • „„unschuldige Rehe“ abknallen – sie sind ja echt putzig.
      Da ging es nicht Reich gegen Arm.
      Oder denken Sie die Bonzen haben die Rehe den Armen weggeschossen, das die nichts mehr zu essen hatten?
      Sicher waren das Bonzen!“

      Nein, ich will jetzt nicht angeben, aber wenn ich ein Reh sehe, ist es nicht mein erster Reflex und auch nicht mein zweiter, auf das (harmlose, ‚unschuldige‘) Tier zu schießen, AUCH daher geht mein Verständnis dafür, was Honecker und Co. in der Schorfheide abgezogen haben, nicht allzu weit.
      Für das Thema hier ist es aber sicher relevanter, zu sehen, was das für ein „feudaler“ Zeitvertreib war, und dass Kommunisten, wenn sie an der Macht sind, sich regelmäßig aufführen wie mittelalterliche Lehnsherren.

    • „„Im Kapitalismus mit adäquatem Korrektiv gibt es weniger Probleme bezüglich der ‚Privilegien‘ als im Kommunismus.“
      Das mit dem Korrektiv im Kapitalismus sollten sie mal erklären. Wo findet man den das? Sagen Sie jetzt nicht in der Opposition.“

      Das Korrektiv ist die sozialstaatliche Absicherung, kombiniert mit Arbeitnehmerrechten.
      Was es z.B. in Indien so nicht gibt – dort regiert wirklich Vulgärkapitalismus, und der funktioniert auch nicht wirklich.

    • Seit der sogenannten Wende werden in Deutschland sozialstaatliche Absicherung u. Arbeitnehmerrechte immer weiter abgebaut, weil das Korrektiv, der Ostblock, sich aufgelöst hat.
      Wie ist es denn in den USA mit sozialstaatlicher Absicherung u. Arbeitnehmerrechten. Dahin bewegen wir uns.

  5. „Schwarzistweiss, erzähl doch erstmal im Forum, wer du selber bist, bevor du von anderen verlangst, ihre wahre Identität preiszugeben: Vorname, Name, Postleitzahl, Wohnort, Telefon, Schuhgrösse, Unterhosenfarbe und nicht zu vergessen das Geschlecht, bitte. Die Reihenfolge darfst du dir selbstverständlich aussuchen. Butter bei die Fische!“

    Ein Klares JA oder NEIN hätte mir als Antwort gereicht.
    Aber so wichtig ist es mir auch gar nicht.
    Jedenfalls nicht so wichtig, das ich Ihnen meine Schuhgröße verrate.
    Beruferaten mit R. Lembke fand ich eher langweilig.

    Schönen Tag auch noch.

  6. Nicht, daß Ihren Kommentar überhaupt gelesen hätte, G.
    Dazu ist mir meine Zeit zu schade. Nicht ein Wort habe ich gelesen und das werde
    ich auch weiterhin so halten.
    Ich möchte hier nur öffentlich mitteilen, wie vorhersehbar Ihr seid.
    Es war doch klar, wer hier erwidern würde….
    Ich schließe mich Susan Bonath noch einmal an mit einem herzhaften.
    Hahahahahahahahahahahaha

  7. Und „Perfidie comes beore death.“

    Nicht wieder reinlocken lassen, André. Du hast Dein Bestes doch schon lang gegeben und bist
    gescheitert. Man kann einfach nicht alle ins Boot holen.

    Der Taschendieb wird, wenn er Buddha auf der Straße begegnet, und käme er auch im Abstand
    von nur wenigen Metern an ihm vorbei, immer nur dessen Taschen sehen können.
    Und niemals den Buddha.

    Ich freue mich sehr, daß das Immunsystemm von KenFM nun doch noch gegriffen hat.

  8. Lieber Herr Trautvetter! Ihr Text zeigt u.a., dass Sie volles Vertrauen auf die herrschende Geschichtsschreibung setzen, was unsere Vorzeit betrifft. Aber mir war schon lange klar, dass die herrschende Geschichtsschreibung die Geschichtsschreibung der Herrschenden ist, auch bevor ich das als Zitat von Karl Marx kannte. Wir bekommen unsere gesamte Geschichte aus der Sicht der Gewalttätigen präsentiert und nach deren Gusto. Siehe auch „Verfälschung der Bibel“.

  9. Lieber Herr Trautvetter,

    ich möchte mich auf einen wesentlichen Satz von Ihnen konzentrieren:

    Angesichts der gewaltigen Gefahren ist das Gebot der Gewaltlosigkeit ein Überlebenserfordernis für den Lebensraum Erde bewohnenden Wesen.

    Ein absolut zentraler und wichtiger Satz.
    Und ich bin der festen Überzeugung, dass die Umsetzung der Gewaltlosigkeit schon in der Kommunikation mit den Nachbarn, mit Fremden oder auch in Foren große Fortschritte machen kann, wenn die meisten Menschen einen friedlichen Umgang miteinander pflegen.

    Lieben Gruß Ihnen und danke für Ihren tollen Beitrag.

    • Da kann ich nur zustimmen. Nur besteht offenbar keine Einigkeit darüber, was unter der Wort „Gewalt“ denn jeweils verstanden wird- und genauso unter dem Wort „Gerechtigkeit“ oder „Artgerechtigkeit“. Deshalb besteht auch keine Einigkeit darüber, wo Gewalt beginnt, obwohl wir alle sehen, wo sie hinführt.

    • Da stimme ich Ihnen zu, Specht.
      Die Worte klingt gut, aber die Semantik ist unklar: in welcher Beziehung stehen die Worte zu vielen anderen Dingen?
      Darüber sollten wir als Menschen eine Begrifflichkeitsdiskussion haben: ab wann Gewaltlosigkeit beginnt oder aufhört.

    • Dann fang doch mal bei deiner eigenen Gewaltbereitschaft an, die du jedesmal zeigst, sobald du dich Kritik ausgesetzt siehst. Das wäre doch mal eine Möglichkeit, mit gutem Beispiel voranzugehen.

    • Natürlich gibts die, genauso wie es nimmersatte Profithaie gibt, die zwei Völker gegeneinander hetzen, beiden Waffen verkaufen und sich dann die Hände darüber reiben, was für ein herrliches Blutbad sie wieder angerichtet haben und wie daraus die Dollars tropfen. Dann haben wir aber auch all die Leute, die bei den Rüstungskonzernen arbeiten und sich strikt weigern, sich die Tatsache bewusst zu machen, dass sie Tötungsgeräte herstellen. Ausserdem haben wir da noch die Journaille, die brav und gehorsam mithetzt, wenn man ihnen befiehlt, die Kriegstrommeln zu schlagen. Und nicht zuletzt haben wir die ganzen Mitläufer und Wohlstandsbürger, die stolz auf den Exportüberschuss sind, mit dem wir ganz Europa kaputtmachen: Billige Waren werden mit Hilfe des grössten Niedriglohnsektors in Europa auf den Markt und damit die Produkte aus anderen europäischen Ländern aus dem Rennen geworfen. So säht man Zwietracht in Europa, dass man doch laut Merkel eigentlich zusammenhalten und retten will.

      Wie man hier im Forum sieht, lassen sich die Leute viel zu sehr von Worten blenden und sehen nicht, was diese Wortblender wirklich tun. An ihren Taten sollt ihr sie erkennen.

  10. Gehört die Welt nicht allen Menschen gemeinsam? Ghandi soll einmal gesagt haben, dass auf der Welt genug für alle Menschen da sei, aber nicht genug für die Gier der Menschen. Sie gieren nach Macht und Geltung, nach Einfluss und Grösse, es kann ihnen nie gross genug sein. Aber wieso? Ist das die Natur des Menschen, wie man immer so gerne sagt? Meine Natur ist das jedenfalls nicht. Da geb ich Marx recht, wenn er sagt, daß der erarbeitete Mehrwert allen gehört, an der Produktion beteiligt waren, und zwar zu gleichen Teilen. Doch was nützt uns allen diese Erkenntnis? Rein gar nichts, weil die Ausbeutung nicht die Ursache ist, sondern die Folge von Gier.

    Wir wissen doch, dass die europäischen Fürstentümer allesamt aus Raubrittertum entstanden sind. Auch die grossen Reiche, von denen man sagt, sie sind untergegangen, sind so entstanden. Aber Rom ist nicht untergegangen. Der rechtliche Nachfolger des Cäsarenreiches ist der Vatikan. Unsere westlichen Staaten handeln nach wie vor nach dem römischen Recht. Also: Rom ist nicht untergegangen, es hat sich nur etwas ausgebreitet. Die letzte Auseinandersetzung mit den Germanen liegt etwa 70 Jahre zurück.

    Wir glauben auch, die Sklaverei sei abgeschafft, sogar weltweit. Irrtum. Sie hat sich nur verändert. Heute braucht man keine Ketten mehr, um Menschen zwingen zu können, für andere zu arbeiten. Man hat seit einigen hundert Jahren die Schulen erfunden, und man hat seit einigen tausend Jahren die Gesellschaftsregeln erfunden, um schon die Kinder auf ihr Sklavendasein vorzubereiten. Wer seine Kinder nicht als Sklaven erzieht, wer heute seine Kinder nicht in die Schule schickt, wo sie indoktriniert werden und wo man ihnen die verbliebene Lust am Lernen austreibt, wurde gestern und wird auch heute noch bestraft. In Europa herrschte jahrhundertelang die Leibeigenschaft. Nachdem das ehemalige Germanien von den Römern erobert worden war, begann sie auch dort. Die freie Lebensweise der germanischen Stämme war endgültig gestorben. So ging es auf der ganzen Welt zu, so dass bis heute nur noch ein paar indigene Stämme überleben dürfen, weil sie als schützenswertes Naturvolk gelten.

    Die Sklaverei ist heute noch immer genauso existent wie eh und jeh. Zu der Zeit, als die Debatte um die Abschaffung der Sklaverei am Ende des 18ten Jahrhunderts in Großbritannien und wenigen anderen Ländern des westlichen Europa an Schärfe gewann, bezeichneten Sklavenhalter und ihre Wortführer Sklaven wiederum euphemistisch als „serf“, „siervo“, „captive“, „apprentice“, „servant“, „domestic“ oder „dependent“. Dies verwies auf des Sklaven Schicksal oder gab seine Funktion an, nicht aber den eigentlichen Status als frei verfügbares Privateigentum. In jedem Fall zeigen all diese Euphemismen, dass ein Sklave in der Gesellschaft ganz unten platziert war. Umgangen wurde mit solchen Bezeichnungen freilich auch die Tatsache, in einen Handel mit Menschen verwickelt zu sein. Die zeitgenössische Vertuschungsstrategie zeitigte nachhaltige Wirkung auf die Geschichtsschreibung, sowohl beim transatlantischen Sklavenhandel und der amerikanischen Sklaverei, vor allem aber bei der Institution der Sklaverei in Süd- und Südostasien. Die fast ausnahmslos britisch (-indische) Geschichtsschreibung zur Sklaverei in Südasien und im Indik folgte in zweierlei Hinsicht der zeitgenössischen „Wahrnehmung“ durch die Kolonialmacht. Zum einen, wie bereits erwähnt, vermieden ihre Vertreter nach Möglichkeit den Begriff Sklaverei. Zum anderen betrachteten sie die Sklaverei in Indien und Arabien als etwas grundlegend Anderes als die in Afrika und Amerika. Diese Differenzkonstruktion basiert auf unterschiedlichen ökonomischen Konzepten. Während „Feldsklaverei“, in den Amerikas überwiegend auf den Zuckerrohr- und Baumwollplantagen, als wirtschaftlich produktiv angesehen war, galt die „Haussklaverei“, wie sie in Indien und den arabischen Ländern vorherrschte, als unproduktiv. Da diese Sklaven, so die europäischen Zeitgenossen, unvergleichlich bessergestellt waren als die amerikanischen Feldsklaven, allein hinsichtlich ihrer physischen Belastung, sahen die Briten sich um so mehr berechtigt, nicht von Sklaverei zu sprechen. Noch 1842 hielt ein anonymer Verfasser für Britisch-Indien fest: „It is an abuse of language to speak of slavery.“

    Heute spricht man nicht mehr von Sklaverei, die gibt es offiziell nicht mehr. Aber was ist die Lohnsklaverei anderes? Gezwungen, zu hungern und auf der Strasse zu leben oder für einen Hungerlohn stumpfsinnige Arbeiten zu machen, die einen Reichen noch reicher machen, das ist die moderne Sklaverei. Die Erkenntnisse Marx‘ haben genau gar nichts gebracht.

    Wenn im Kapital von Marx auch nur ein einziger wichtiger Gedanke enthalten gewesen sein sollte, dann hätte nach so langer Zeit auch irgend ein Marxist diesen wichtigen Gedanken gefunden und in wenigen Sätzen erklärt haben müssen. Offensichtlich ist dies nicht der Fall. Es ist vermutlich jedem Marx-Leser so ergangen: Man findet eine unbrauchbare Theorie über den Arbeitswert von Waren auf kapitalistischen Märkten, die sich wenig mit der Realität in Einklang bringen läßt. Vor allem bietet sie keine Antwort auf irgendeine der vielen wirklich wichtigen Fragen. Bestenfalls ist das Kapital also eine Zeitverschwendung, eine umständliche Erklärung der Ausbeutung der Arbeiter mit einer langatmigen Arbeitswerttheorie. Die meisten Leser geben allerdings nicht zu, daß sie mit Marx nichts anfangen konnten, sondern versichern ihren Freunden und Genossen, wie sehr seine tiefen Erkenntnisse sie bereichert hätten, weil sie fürchten, andernfalls für so dumm gehalten zu werden, daß sie Marx nur nicht verstanden hätten. Doch der Kaiser ist nackt.

    Jeder Arbeiter weiss doch heute und auch schon gestern, dass er ausgebeutet wird. Ob er jeden Tag und dauern dran denken will oder kann, ist eine andere Frage. Aber dazu braucht es keinen Marx und keine langatmige Arbeitswerttheorie. Die Ketten sitzen heute nicht mehr nur im Kopf, sondern auch in der Konstitution der Gesellschaft, in ihrer strukturellen Gewalt, in der Verrechtlichung des Unrechts, das schon vor tausenden Jahren seinen Anfang nahm.

    Daß Marx und Engels keine gefährlichen Revolutionäre, sondern preußische Agenten waren, ist keine aufregende Entdeckung, sondern ein alter Hut und die Angehörigen der herrschenden Kreise haben das selbstverständlich schon immer gewusst. Wenn wir es bis heute nicht wussten, erinnern wir uns doch einfach, wie wir in unseren Kinderjahren voller Vertrauen auf die Eltern und andere Erwachsene noch an den Weihnachtsmann und den Osterhasen geglaubt haben. Die großen Revolutionäre Karl Marx und Friedrich Engels sind der Weihnachtsmann und der Osterhase für rebellische Arbeiter und aufmüpfige Studenten. Die massgeblichen Journalisten und Professoren würden sich hüten, die Namen von Marx und Engels zu kennen, anstatt sie ständig als geniale Kritiker des Kapitalismus ins Gespräch zu bringen, wenn sie über den Betrug nicht informiert wären.

    Ludwig von Westphalen, ein preußischer Geheimrat bei der Justiz in Trier, wurde der politische Mentor des jungen Marx und schulte ihn in den politischen Theorien. Der Marx-Biograph Mehring betonte besonders, daß Marx durch diesen Ludwig von Westphalen vom Sozialismus überhaupt erstmals erfahren habe. Die offizielle Marx-Forschung will uns bis heute einreden, daß der preußische Geheimrat halt ein heimlicher Sympathisant des Sozialismus gewesen wäre – mit einem preußischen Innenminister als mißratenem Sohn. Den geistigen Einfluß des Ludwig von Westphalen hat Marx selbst noch später betont, als er seine Promotion nicht wie sonst üblich dem Vater, sondern seinem Mentor Ludwig von Westphalen widmete.

    Nach dem Studium der Philologie in Gießen, Göttingen und Heidelberg trat Marx 1842 eine Stelle als Hauslehrer und Erzieher im Hause Anselm Salomon von Rothschilds an. Dieser leitete die Filiale des Hauses Rothschild in Wien, lebte aber mit seiner Familie zumeist in Frankfurt und unternahm häufig Reisen nach London und Paris, wohin ihn Theodor Creizenach begleitete. Creizenach war wie die meisten Lehrer des Frankfurter Philanthropin ein Freimaurer. Sein Vater Michael Creizenach war Mitglied der 1807 (also zur Zeit Napoleons) als Tochterloge der Grand Orient de Paris gegründeten Loge Zur aufgehenden Morgenröte, außerdem gab es noch die 1832 gegründeten Loge Zum Frankfurter Adler. Der Vater von Karl Marx, Heinrich Marx, trat der 1812/13 gegründeten Loge L’Ètoile anséatique (Der Hanseatische Stern) in Osnabrück bei, die nach dem Abzug der Franzosen geschlossen wurde.

    • Lieber „unbewusster Gegenentwurf“:): Ich finde das sehr interessant und amüsant, was Du da schreibst. Ich habe zwar in meinem Leben viel gelesen und viel drüber nachgedacht, aber seltsamerweise gehörten die beiden wahrscheinlich berühmtesten Deutschen Schreiber, nämlich Karl Marx und Goethe, dabei nie zu meinen auserwählten Herzenskandidaten. Marx sogar noch weniger als Goethe. Nun habe ich in letzter Zeit erst erfahren, dass Goethe ein Logenbruder war und das erklärt ja dann auch seinen starken politischen Einfluss und seine Machtposition in dieser Gesellschaft – im Gegensatz zu anderen großen und revolutionären Denkern, die sich von diesem gesellschaftlichen Spinnennetz nicht haben einfangen lassen wie z.B. Nietzsche, Schiller, Hölderlin. Nun erfahre ich hier etwas über Marx, der sich auch in der Nähe solcher politisch einflussreichen Machtstrukturen befunden hat. Vielleicht erklärt dies ja meine instinktive Abneigung gegenüber seinem Werk, die natürlich ein leidenschaftlicher Marxist nicht ganz zu Unrecht als Vorurteil definieren wird.
      Ich danke Dir für Deine Infos. Ich hätte selbst nie solche Recherchen angestellt. Find ich toll, was man hier zuweilen durch andere user so alles erfahren kann.

    • Hahahahaha… es gibt nur einen einzigen, der diesen irren Müll verbreitet: Wolfgang Waldner. Er muss sein Buch vermarkten, in welchem er aus lange bekannten Dingen – das Jenny Marx´ Bruder Innenminister war und sie selbst einen bürgerlichen Abstieg für die Heirat in Kauf nahm weiß jeder, der die Biographie gelesen hat und die meisten DDR-Geborenen – wirre Verschwörungstheorien bastelt. In seinem ganzen Buch liefert Waldner nicht einen Beleg. Er verdreht Zitate, verkehrt Dinge nach gut dünken ins Gegenteil, zimmert aus ideologischen Streitigkeiten mit Weitling wirre Thesen genauso wie aus der journalistischen Tätigkeit von Karl Marx. Von Wissen über die damaligen Umstände ganz zu schweigen. Also noch mal: Der einzige Mensch auf der Welt, der diese wirre These verbreitet, heißt Wolfgang Waldner. Und der will sein Buch über den angeblichen Geheimagenten Marx vermarkten. Zum Totlachen. Na, Herr „Ein-unbewusster-Gegenentwurf“-Waldner? Mangelt es Ihnen an Einnahmen für ihr pseudowissenschaftliches Pamphlet? Vielleicht ziehen geneigte Leser lieber die echte Biographie von Marx diesem Schmarrn vor und bilden sich dann ihr eigenes Urteil. 😀

    • Na, endlich durchschaut das mal jemand auf Anhieb, bravo Susan Bonath!
      Jetzt haben Sie uns endlich Klarheit verschafft, was die hintergründigen Interessen waren.
      „Ein-unbewußter-Gegenwurf“ ist auch als „Ein-unbewußter-Gegenentwurf“ unterwegs. Lesen Sie mal auf dem Nordkorea-Thread Tagesdosis vom 12.8. von Ernst Wolff ganz unten, was da so alles ausgespuckt wurde.
      (Entstanden ist das hier aktive Pseudonym als Troll-Name gegen den guten „Ein-bewußter-Gegenentwurf“.)
      Jetzt ist die Sache rund geworden in meinem Verständnis. Danke, Frau Bonath!

    • Lieber Specht, ein schöner Satz von Marx: Ich bin kein Marxist. Es ist überliefert, dass sein Lieblingsmotto dies war:
      „Zweifle an allem!“ Er schrieb es seinen Töchtern lateinisch in einem Fragebogen.

    • Ich möchte Ihnen nochmal kurz vor Augen führen, dass Sie es immer noch beherrschen, die Menschen persönlich zu konfrontieren, statt sachlich zu bleiben:

      https://kenfm.de/die-krise-und-die-chance-der-menschwerdung-des-menschen-mit-herz-und-hirn/#comment-121573

      Und sogar du, mein Schatz, lebst davon, Sätze zu bilden, die andere lesen sollen.

      Frau Specht-Veganislove, das fürfen Sie auf keinen Fall glauben, was ich da geschrieben habe, nicht mal im Ansatz daran denken, dass da was dran sein könnte.

      Ausser natürlich Sie machen das, was unser geschätzter André gerne machen würde, wenn er wüßte, wie: Sich einen oder zwei weitere Accounts zulegen und dann damit die Meinungshoheit an sich reissen.

      Drei Beispiele schon dafür, dass es über die persönliche Ebene läuft und somit unsachlich bleibt.

      Was ich ja immer wieder lustig finde: Da greift man sich das raus, was einem gegen den Strich, den mal nicht mal selber gebürstet hat, geht, und alles andere ist dann automatisch auch Mist. Leute, genau so funktioniert mediale Ablenkung! Wie wollt ihr das jemals begreifen, wenn ihr’s nicht mal an euch selber bemerkt? Nein, alle schwenken pflichtbewußt drauf ein, weil Susan hier quasi zum Personal gehört, zum KenFM-Establishment.

      Ich habe dazu auch schon etwas zitiert, um Sie nochmal zu erinnern:
      https://kenfm.de/me-myself-and-media-21/#comment-89096

      Doch während sich die meisten Menschen ihres inneren Unbehagens nicht klar bewußt sind, haben sie doch ein unbestimmtes Gefühl der Lebensangst, sie fürchten sich vor der Zukunft und vor dem Überdruß, den das tröge Einerlei ihres Alltags hervorruft. Sie fühlen, daß eben die Ideale, an die sie gerne glauben möchten, ihre Verankerung in der sozialen Wirklichkeit verloren haben. Welche Erleichterung bedeutet es für sie, wenn sie erfahren, daß die Konditionierung die beste, progressivste und wirksamste Lösung ist. Viele Menschen kommen zur Psychotherapie, um Lücken der Anpassung zu beseitigen, um sich noch besser anpassen, um noch mehr ihrer einstigen Menschlichkeit aufgeben zu können. Mir wurde einmal von einem gesagt: „Sie wollen sich ja gar nicht wirklich ändern, Sie wollen ja offenbar weiterhin die Probleme haben, wegen denen Sie zu mir gekommen sind. Sie können die Gesellschaft nicht ändern, sie ist, wie sie ist, Sie können nur sich selbst ändern.“ Und die Veränderungen, die er mir vorschlug, waren ausschließlich oberflächliche Verhaltensänderungen, die er bei mir zu konditionieren gedachte.

      Sie werfen ständig anderen Menschen etwas vor, was Sie selber bei sich nicht sehen wollen. Sie nutzen ständig Ihre Beiträge, um Konfrontationen auf persönlicher Ebene zu erzeugen. Sie nutzen ständig Ihre Beiträge, um unter Irwisch, Peter Pan und Frank Rothweiler ehemals Ihre Linkliste zu posten.

      Hier nochmal ein Beispiel für den „Frank“, den Sie mir auch so gerne als Begriff vorwerfen wollten:
      https://kenfm.de/me-myself-and-media-19/#comment-87537

      Jeder, der es überprüfen möchte, findet am Schluß wieder Links zur Irwish-Seite.

      Und wie genau soll ich das alles noch weiter aufschlüsseln, bis Sie mir glauben, dass meine Worte an Sie allesamt nachprüfbar sind?
      Sie wollen es garnicht, selbst wenn man Ihnen den Beweis unter das Gesicht hält.
      Das zeigt Ihre Reaktion gegenüber Frau Bonath nämlich deutlich. Sie werden lieber persönlich, statt sachlich.
      Ebenso ist es offensichtlich, dass Sie ihr Verhalten nicht ändern wollen, wie Sie ja auch als Irwisch schon damals geschrieben haben.

      Und deswegen habe ich Frau Bonath zugestimmt.
      Weil Frau Bonath den Nagel auf den Kopf getroffen hat.

      Ich kann mir vorstellen, dass es viele Menschen geben wird, die erleichtert sein werden, wenn klar ist: was für ein Mensch Sie so sind.
      Frau Bonath hat es ganz treffend formuliert, wie ich finde:

      es gibt nur einen einzigen, der diesen irren Müll verbreitet:

      Und in dieser Definition kann ich Frau Bonath zustimmen, denn trotz dem Aufzeigen meiner Versuche mit Ihnen zu kommunizieren; Lösungen sogar aufzuzeigen, Verständnis aufzeigen, siehe dazu:
      https://kenfm.de/positionen-11/#comment-121234

      haben Sie sich stets standhaft und unbeirrbar, unbelehrbar gezeigt und immer wieder und immer weiter die Provokation gesucht, die auch in diesem letzten Beitrag sich gerne erneut an dem Nick „Specht“ abarbeiten möchte.
      Das erwähne ich jetzt zum dritten Mal Ihnen gegenüber. Sie scheinen es überhaupt nicht zu lesen, was man Ihnen schreibt,

      denn Ihre Lieblingskrititk war:
      https://kenfm.de/tagesdosis-11-8-2017-danke-martin-schulz-fuer-den-langweiligsten-wahlkampf/#comment-121410

      Ist schön, Andre, dass du deinen eigenen Satz nochmal aufschlüsselst. Aber ich wollte wissen, wo in seinem Text der Pedram „kurz die Langweiligkeit der SPD als Notwendigkeit für Lösungen thematisiert“ hat. Ich glaube nämlich, das hat er garnicht thematisiert. Aber du sagst, er hat. Und ich frag mich dann, wie kommst du darauf, wenn er doch gar nicht hat. Und wieso nennst du mich Frank? Wenn schon, dann bitte Franka (ohne Potente), aber ich heisse weder so noch so, und meinen richtigen Namen möchte ich hier nicht verraten, der ist privat. Aber dass du der Andre bist, der sich vorgestern oder so unter grossem Selbstmitleidsgetue abgemeldet hat, stecht sofort raus. Ich sehe dieselbe miserable Textauffassung, die mir schon vor Wochen, als ich hier noch nicht gemeldet war, aufgefallen ist.

      Wieso kannst du mir nicht einfach sagen, wo der Pedram „kurz die Langweiligkeit der SPD als Notwendigkeit für Lösungen thematisiert“ hat? Dann wäre ich glücklich.

      Und so können Sie sich selbst von Ihrem Geschreibe als „Geysine“, „Peter Pan“, „Ein-unbewusster-Gegenwurf“ in dem Glauben wähnen, Sie wüssten alles besser.
      Weil Sie ja sämtliche Beiträge, Kritik und Gespräche immer wieder gedanklich ausblenden.

      Das es mittlerweile schon in Ihrer Kritik neben dem Nutzer „Specht“ und „Ein-bewusster-Gegenentwurf“ nun auch Frau „Susan Bonath“ trifft, kümmert sie selbst nicht.

      Erst gab es im Forum längere Zeit einen Streit zwischen Ihnen und Specht. Dann kam ich hinzu. Nun kommt Frau Bonath hinzu mit Ihrer Kritik – und Sie merken immer noch garnichts, stimmts?

      Prof. Peter Kruse sagte mal: „In meinem Kopf bin ich immer richtig.“

      Diese Aussage scheinen Sie ja mehr als verinnerlicht zu haben, so wie Sie mehrfach mit anderen Menschen hier schreiben und stets dabei die persönliche Ebene als Konfrontation suchen, gleichzeitig aber irgendwie Ihre Bücher hier an den Mann zu bringen suchen, indem Sie die Irwish-Seite als Aufhänger für Literatur verwenden.

      Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Sie das als Geysine, Frank Rothweiler, Peter Pan oder als Ein-unbewusster-Gegenwurf wieder tun werden.

      Aber es ist auch positiv zu sehen, dass mittlerweile auch bei der Tagesdosis vom 12.08.2017 mehrere Menschen Ihr Verhalten durchschauen.

      Und ich möchte abschließend schreiben; als kleinen Tipp: ich glaube nicht, dass Ihr Buch dadurch populär wird; denn Ihr Verhalten strahlt etwas anderes als Popularität aus.

    • Und ich möchte ergänzend dazu mitteilen:
      https://kenfm.de/positionen-11/#comment-121098

      Das sind uralte Manipulationsmechanismen, hier z.B.: Bringe deinen Gegner aus dem emotionalen Gleichgewicht, dann kann er nicht mehr klar denken und du hast leichtes Spiel mit ihm. Das kann man auch in Internetforen häufig beobachten.

      http://www.stempfle-training.de/documents/33.pdf

      In dem PDF steht z.B.

      Den Kunden provozieren, ihn zur Weißglut bringen, die Schmerzen, die
      durch Nichthandeln entstehen, extrem verstärken, „die Folterinstrumente
      zeigen“: Das ist starker Tobak. Lothar Stempfle geht es bei seinem
      provokanten PPV-Ansatz – den „Provozierenden Problemlösungs-
      Verkauf“ – darum, den Finger in die Wunde zu legen und dem Kunden
      das Engpassproblem bewusst zu machen.

      Und das genau tun Sie, Herr Waldner. Sie probieren verzweifelt, Menschen so sehr provozieren, indem Sie einerseits Ihr Wissen in bestimmten Bereichen dokumentieren möchten, dann auf die Irwish-Bücherlinkliste verweisen, gleichzeitig sämtlichen Menschen bei dem Forum in persönliche Konfontrationen und Konflikte bringen, um dann wieder zu betonen: wie wichtig das Lesen allgemein ist.

      Wenn jetzt die meisten Menschen noch nicht wissen, warum Sie gezielt die Provokation suchen, die als Verkaufsargument genutzt werden kann, könnten Sie es vielleicht nach diesem Beitrag wissen.

      Es wirft ein sehr zweifelhaftes Licht auf Ihren menschlichen Grundcharakter, dass Sie die Provokation hier wählen, um später dann über die Irwish-Webseite Werbung für Bücher zu machen und irgendwann dann auf Ihre eigenen Bücher zu sprechen zu kommen, wenn viele Menschen bei sich erkennen würden :“ich weiß ja nicht so viel, aber der Irwisch, Peter Pan, Geysine, Ein-unbewusster-Gegenwurf und der Frank Rothweiler… die haben ja tolle Links… boahr…und wenn es dann noch ein echtes Buch von denen zum Kaufen gäbe…“

      Ich finde es menschlich schäbig von Ihnen, so mit Menschen umzuspringen.
      Jetzt weiß ich wenigstens, warum Sie nicht auf Kritik eingegangen sind; das hat mit Ihrem sehr eigenwilligen Vermarktungsverständnis auf KenFM zu tun. Verkauf und Aufmerksamkeit durch Provokation. Sich wichtig und groß machen durch Provokation. Das Hauptthema werden durch Provokation.

      Verkäufe ankurbeln durch Provokation. So sieht es aus.

      Mit Ihnen möchte ich nichts mehr zu tun haben.

    • Da habt Ihr mich tatsächlich alle auf dem linken Fuß erwischt, denke ich. Erstmal bin ich auf die Namensähnlichkeit mit „Bewusster Gegenentwurf“ hereingefallen. Das war mir schon schnell nach meinem Posting klar. Ich wollte deshalb jetzt die freundliche Anrede zurückziehen- indes- den Text fand ich trotzdem gut. Aber dass die genannten Fakten über Marx so zweifelhaft sind, hab ich jetzt erst nach Euren postings erfahren. Tja, was soll ich dazu sagen? Ich bin halt, was das Lesen und überhaupt auch alles sonst betrifft, ein Instinktmensch und damit für mich in der Regel immer richtig gefahren. Meine Lust auf Karl Marxens Texte ist leider auch jetzt nicht gestiegen. Das mag aus Eurer Sicht ein Manko sein, aber: nobody is perfekt! 🙂

    • „Gehört die Welt nicht allen Menschen gemeinsam?“

      Nein! Es muss vielmehr eine Balance geschaffen werden zwischen privetam Lebensraum, der NICHT allen gehört, sondern ausschließlich dem Besitzer/den Besitzern und öffentlichem Raum, der allen gehört.
      Beides – Privatbesitz und öffentlicher Raum sind grundrechtlich geboten.

      – Wäre nichts privat, würde natürlich das Grundrecht auf Privatsphäre verletzt. –
      – Gäbe es keinen öffentlichen Raum oder zu wenig, wäre das Recht auf Freizügigkeit verletzt.
      ( Man könnte ggf. nicht mal einkaufen gehen, wenn der ganze Grund vor dem eigenen Grundstück Privatbesitz eines Anderen wäre ).

      Die Balance zwischen diesen beiden grundrechtlichen Ansprüchen zu wahren ist wichtigster Aspekt der ganzen Politik.
      Insbesondere sollten das Rechtspopulisten und Rechtsradikale mal lernen, die ständig fälschlich und grob irreführend so tun als wären offene Grenzen im öffentlichen Raum das Gleiche wie mangelnder Schutz des privaten Raums.

      „Ghandi soll einmal gesagt haben, dass auf der Welt genug für alle Menschen da sei, aber nicht genug für die Gier der Menschen.“

      Ich halte Gandhi für eine dubiose Figur, für einen Troll der britischen Regierung, die Indien ‚loswerden‘ wollte.
      Ist aus meiner Sicht zwar unbewiesen, aber die Fakten deuten darauf hin. Den allermeisten Indern würde es viel besser gehen, wenn Indien heute noch zu Großbritannien gehören würde. Insbesondere gäbe es dann nicht den korrupten Vulgärkapitalismus dort, der z.B. Antibiotikaabwässer ungeklärt in die Landschaft leidet und damit verheerende Probleme verursacht.

    • Thatsit: Gandhi ein Troll der indischen Regierung und Indien stünde mit der Besetzung der Briten jetzt viel besser da?
      Warst Du denn bei der Kolonialherrschaft dabei? Weißt Du, was da mit den Indern alles gemacht wurde? Du spinnst ja total!

    • Dieser korrupten Vulgärkapitalismus existiert nur weil z.B. westliche Pharmariesen billig produzieren wollen.
      Es geht um Profit – Verantwortlungslosigkeit, Lug und Betrug sind an der Tagesordnung.
      Was da läuft ist kriminell – nach uns die Sintflut.

      Der unsichtbare Feind – Tödliche Supererreger aus Pharmafabriken | Die Story im Ersten – You Tube

      Und Kolonialherrschaft wäre besser für Indien? Die Fakten sprechen dafür das Gandhi ein Troll der Engländer war?
      Sie treiben es wirklich auf die Spitze.

    • „Dieser korrupten Vulgärkapitalismus existiert nur weil z.B. westliche Pharmariesen billig produzieren wollen.
      Es geht um Profit – Verantwortlungslosigkeit, Lug und Betrug sind an der Tagesordnung.
      Was da läuft ist kriminell – nach uns die Sintflut.“

      Nein – (hier im wahrsten Sinne des Wortes) krankhafte Profitorientierung ist natürlich ein Faktor. Ohne entsprechend versagende Regierungen kann aber diese Art der Profitorientierung keinen Schaden anrichten.

      Die EU z.B. verhindert Mißstände wie aktuell in Indien diesbezüglich. Die indische Regierung schafft das ganz offenbar nicht (wenn sie es überhaupt will).

      „Und Kolonialherrschaft wäre besser für Indien?“

      Ganz sicher wäre es besser für die allermeisten Inder und für den Fortschritt des Landes Indien, wenn Indien zu Großbritannien gehören würde und somit (noch.. der „Brexit“ ist mir bekannt) zur EU gehören würde.

      Dann gäbe es in Indien
      – bessere Kontrollen der Produktion und insbesondere der ökologischen Standards (also könnte eben keine Antibiotikaabwässer ungeklärt in die Umgebung geleitet werden)
      – besser Arbeitnehmerrechte
      – bessere soziale Absicherung
      – eine bessere finanzielle Situation für die Ärmeren.

      Man kann sich dazu auch Afrika oder Ozeanien anschauen. Beispiele: die französischen ‚Kolonien‘ Reunion und Neukaledonien, deren Bevölkerungen im Vergleich zu den ‚unabhängigen‘ Nachbarländern so etwas wie den Jackpot gezogen haben, zumal sie im Fall von Reunion sogar EU-Reisepässe haben.
      Die Leute dort sind massiv besser gestellt, WEIL sie keine ‚unabhängige‘ Regierung haben.

      Das ganze Thema ist ein essentieller Punkt, gerade auch, um zu verstehen, was am sogenannten ‚Imperialismus‘ (der in Wahrheit keiner ist) schief läuft.

      Viele üble Lobbyisten, die auf vulgärkapitalistische Weise Profit machen wollen und Länder wie Indien wirklich ausbeuten wollen, wollen KEINE westlichen Regierungen in den Zielländern.
      Die wollen ‚unabhängige‘ Regierungen, die aber dann alles so machen (ggf. mittels Korruption), wie es diese Lobbyisten wollen, und westliche Standards bewusst massiv unterlaufen.

      „Die Fakten sprechen dafür das Gandhi ein Troll der Engländer war?
      Sie treiben es wirklich auf die Spitze.““

      Nein, es ist völlig klar, dass die Regierung Großbritanniens Indien nicht ’stemmen‘ konnte (finanziell und organisatorisch) und daher sicher de facto nichts gegen die „Unabhängigkeit“ hatte, ganz im Gegenteil. Ich glaube, die hatten blanke Panik bei der Vorstellung, wie viele Milliarden sie jahrzehntelang möglicherweise nach Indien überweisen müssten, wenn Indien einfach westliche Standards einfordern würde bei Beibehalt der Zugehörigkeit zu Großbritannien. Natürlich hätte es auch finanziell gut laufen können, aber das Risiko war den Briten sicher zu groß.
      Außerdem sind viele Lobbyisten des Kapitals eben gerade NICHT an westlichen Regierungen interessiert, und Lobbyisten haben in Großbritannien eine Menge mitzureden.
      Da kam Gandhi mehr als recht – für die Briten. Das ist offensichtlich. Gandhi hat für Inder nichts erreicht, außer für Schergen der Regierung dort natürlich.

      Die ’nationale Unabhängigkeit‘ war der große Betrug des 20. Jahrhunderts.

    • „Warst Du denn bei der Kolonialherrschaft dabei? Weißt Du, was da mit den Indern alles gemacht wurde? Du spinnst ja total!“

      Ich spinne gar nicht. Du solltest mal genauer hinschauen. Solange sich die westlichen Nationen als ‚Kolonialherren‘ aufspielen konnten, war von jemandem wie Gandhi weit und breit nichts zu sehen.
      Diese Figur Gandhi und andere ‚Unabhängigkeitskämpfer‘ kamen genau dann auf, als – nach dem 2 Weltkrieg – es nicht mehr möglich und auch seitens der jüngeren Leute im Westen mehrheitlich gar nicht mehr erwünscht war, eine diktatorische ‚Kolonialherren‘-Regierung zu führen.
      ‚Kolonien‘ nach dem 2. Weltkrieg hätten massive Investments der westlichen Nationen bedeutet, mit mehr als unklarem ‚Return‘!
      Und ‚Kolonien‘ nach 1945 hätten bedeutet, dass Industrievertreter auch dort westliche Standards einhalten müssen und nicht wie heute In Indien Abwässer ungeklärt in die Landschaft leiten können und Arbeitnehmerrechte verhöhnen können.

      Zu dieser Zeit waren den vulgärkapitalistischen Lobbyisten die ‚unabhängigen Staaten‘ weit lieber. Was liegt also näher, als anzunehmen, dass z.B. Gandhi eine beauftragte Figur solcher Leute war?

  11. „Es gibt zwar beschwichtigende Äußerungen aus Politik und Wirtschaft, denen zufolge Roboter und menschliche Arbeit Hand in Hand wirken, aber Studien sprechen eine andere Sprache: Zum Beispiel besagt eine Studie der ING-DiBa von 2015, in Deutschland seien durch die Digitalisierung 18 Mio. Arbeitsplätze gefährdet:“
    .
    „…Roboter und menschliche Arbeit Hand in Hand wirken..“
    .
    So ist es. Roboter sind Maschinen, die zum Nutzen der Menschen da sind, und zwar aller Menschen und nicht nur ihren Besitzern.
    .
    Was jetzt aber gemacht wird ist Manipulation im größtmöglichen Rahmen, wie ich sie zum Beispiel wieder im Spiegel vom 17. Juni 2017 lesen musste in dem Artikel auf Seite 76:

    „Übersieht der fleißig aufwärtsstrebende Mensch in seinem Eifer womöglich etwas Wesentliches – seine eigene Abschaffung“

    oder

    „Macht sich der Mensch Zug um Zug überflüssig?“

    Solche Aussagen sind einzig dazu geeinget einen nicht existenten „Kampf“ zwischen Mensch und Maschine um Arbeit zu suggerieren.
    Als ob der Mensch nur zum Arbeiten existiert bzw. seine Existenzberechtigung nur durch Arbeit erhält.
    Was sich viele Menschen ja leider auch gerne einreden lassen.

    E ist der Mensch, der die Maschinen gegen seine Mitmenschen einsetzt und nicht zum Wohle aller.
    So wie dieser Schlag Mensch dies eben auch ohne Maschinen tat und tut.

    Die Manipulation ist die Ablenkung und die Fokussierung auf den Scheinkampfes Mensch bzw. überflüssiger, dummer, kleiner Arbeiter gegen „intelligente“ Maschine.

    • Dieser Scheinkampf soll ablenken vom echten Kampf Mensch gegen Mensch bzw. besitzende Klasse vs. besitzlose Masse.

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