Die Latte-macchiato-Klimaschützer | Von Roland Rottenfußer

In ihren Auswirkungen auf Klima und Gesundheit ist die Herstellung von Milchprodukten ähnlich schlimm wie die Fleischproduktion.

Ein Standpunkt von Roland Rottenfußer.

Es ist der riesengroße blinde Fleck in den aktuellen politischen Debatten: Wenn wir die beiden wichtigsten politischen Themen der letzten beiden Jahre betrachten — Klima und Corona —, so stellen wir fest, dass bei beiden Krisen die Massentierhaltung massiv ursächlich beteiligt war. Zum Thema machen dies die Medien jedoch nur selten — wenn nicht gerade ein „unübersehbarer“ Skandal wie im Fall Tönnies die Republik erschüttert. Und auch dann werden die richtigen Schlussfolgerungen nur selten gezogen. So gut wie nie wird dazu geraten, den eigenen Fleisch- und Milchkonsum drastisch zu reduzieren, obwohl dies bitter notwendig wäre. Übrigens auch, weil tierische Nahrungsmittel — speziell wenn sie schadstoffverseucht sind — das menschliche Immunsystem schwächen, was auch die Anfälligkeit für die so gefürchteten Viren erhöht. Vor allem aber, weil die Fleischproduktion auf unserem Planeten die Umweltsau Nr. 1 ist. Und die Milch? Macht‘s noch schlimmer.

Der Latte Macchiato war in letzter Zeit häufig Anlass für Sticheleien gegen eine angebliche überhebliche urbane Elite, vor allem im Milieu der Grünen-Wähler. Tatsächlich aber ist Latte Macchiato heutzutage nicht übermäßig elitär. Gemessen an den gesamtgesellschaftlichen Kosten der Milchproduktion ist das Getränk sogar noch ziemlich billig. Menschen, die bei Weißwürsten ethische Bedenken hätten, hängen die Latte bei Milchprodukten in der Regel nicht so hoch. Sie wähnen sich moralisch auf der sicheren Seite. Eine einfache Überlegung zeigt aber, dass dies falsch ist. Der überwiegende Teil der Umweltschäden wird nicht durch Tierquälerei angerichtet (die natürlich ebenfalls eine schlimme Sache ist), sondern durch die bloße Existenz einer so großen Anzahl von Tieren. Die Milchkuh belastet das Klima ebenso wie die Fleischkuh.

Auch demjenigen, den die Umwelt und das Leid der Tiere nicht so interessieren, sollte eines doch auf den Nägeln brennen: die eigene Gesundheit. Für alle, denen ethische Überlegungen „wurst“ sind, solange die Wurst schmeckt, hält John Robbins in seinem Buch „Ernährung für ein neues Jahrtausend“ (1) ein paar Argumente bereit, vor denen niemand die Augen verschließen kann.

Die moderne Massentierhaltung fordert auch von uns Menschen einen hohen Preis. Das Fleisch auf unseren Tellern enthält Rückstände von Pestiziden, Hormonen, wachstumsfördernden Substanzen, Insektiziden, Tranquilizern, radioaktiven Isotopen, Herbiziden, Antibiotika und Appetitanregern. Der menschliche Fleischesser dient, da er am Ende der Nahrungskette steht, all diesen Stoffen als „Endlager“.

Kinder saugen diese Schadstoffrückstände buchstäblich mit der Muttermilch auf. Aber auch der Genuss von Produkten aus Kuhmilch durch Erwachsene ist nicht ohne. So listet das Portal sagneinzumilch.de auf:

„Antibiotika werden neben der Eindämmung von Mastitis auch als Masthilfe zur Leistungssteigerung eingesetzt, was offiziell nicht erlaubt ist, sich aber von der Verwendung als Arzneimittel kaum unterscheiden lässt. Zusätzlich können Pestizide, Herbizide, Rückstände von Desinfektionsmitteln (hauptsächlich Chloroform) und Schadstoffe (Schwermetalle, PCB) in der Milch vorkommen, die beispielsweise über Futtermittel als Rückstände in der Milch zurückbleiben und hin und wieder in Form von Lebensmittelskandalen publik werden.“

Virusinfektionen als Folge der Massentierhaltung

Es kommt etwas hinzu, was erst mit der Corona-Krise verstärkt ins Bewusstsein drang. Die Massentierhaltung hat erheblich dazu beigetragen, die Wahrscheinlichkeit zur Verbreitung von allerlei Erregern zu erhöhen. Natürlich wissen Leser dieser Seite, dass Sars-CoV-2 kein außergewöhnlich gefährliches Killervirus ist und dass an der Presse-Berichterstattung diesbezüglich einiges übertrieben ist. Dennoch hätten es die Pharmalobby und die mit ihr verbundenen Politiker und Experten nicht so leicht gehabt, uns die Pandemie-Panik aufzuschwatzen, hätten nicht die Zustände in der fleisch- und milchverarbeitenden Industrie dazu beigetragen, eine explosive Situation zu schaffen. Bestimmte für unsere „Zivilisation“ typische Faktoren begünstigen die Entstehung neuer Viren-Typen und deren Verbreitung:

  • Die Enge in den Ställen und die teilweise schlimmen hygienischen Verhältnisse.
  • Die soziale Situation der an der Verarbeitung tierischer Produkte beteiligten Arbeiterinnen und Arbeiter.
  • Zu viel Kontakt zwischen Mensch und Tier infolge des dichten Zusammenlebens.
  • Zu viel Kontakt zwischen verschiedenen Tierspezies, weil der Mensch die Lebensräume von Wildtieren immer stärker einengt.

Viele dieser Zusammenhänge hat der Biologe Clemens G. Arvay in seinem neuen Buch „Wir können es besser“ ausführlich dargestellt. So schreibt Arvay:

„Der Einsatz von Billigarbeitskräften, die zum Beispiel in Schlachthöfen schwere Akkordarbeit am Fließband leisten müssen und unter beengten, unhygienischen Bedingungen untergebracht werden, stellt nicht nur eine inakzeptable Form der Ausbeutung dar, sondern kann auch die Entstehung von Clustern in der Infektionsverbreitung begünstigen. Schon der Ausbruch von COVID-19 in Italien steht unter anderem mit dieser fragwürdigen Praxis in Zusammenhang“ (2).

Ein weiteres großes Gesundheitsproblem wird durch die fortgesetzte Einschränkung der Biodiversität geschaffen.

„In Bezug auf Lebensmittel muss auch klar gesagt werden, dass unser Fleischkonsum reduziert werden sollte. Wie ich in diesem Buch bereits ausgeführt habe, verfüttern wir die Ressourcen der Welt an unsere Nutztiere und tragen damit zu einer Zerstörung der Biodiversität bei. Diese wäre aber unser bester Schutz vor Epidemien und anderen Gesundheitsbedrohungen“ (3).

Ein Beispiel: Wegen Nahrungsverknappung — weil ihre Lebensräume durch menschliches Zutun immer weiter zusammengedrängt wurden — flohen Fledermäuse in China in die Großstädte.

„Je weiter die intakten Ökosysteme schrumpfen, desto näher kommen sich Vertreter der unterschiedlichen Arten inklusive uns Menschen, auch wenn sie im Laufe der Evolutionsgeschichte bisher keinen Kontakt zueinander hatten“ (4).

Viren wechseln so leichter ihre Besitzer und treffen auf Spezies, deren Immunsystem an sie nicht gewöhnt ist. Zoonosen, das heißt ansteckende Krankheiten, die von Tieren auf Menschen überspringen können, werden so immer wahrscheinlicher.

Eine klügere Form des Egoismus

Alle genannten Risikofaktoren werden grundsätzlich auch von der Milchwirtschaft verursacht, zumal schon die große Dichte an „Nutztieren“ in einem Gebiet die Umwelt belastet und die Biodiversität gefährdet. Fassen wir noch einmal zusammen, welche Faktoren bei der Produktion von Fleisch und Milchprodukten das Klima belasten. Ich habe diesen Sachverhalt in meinem Artikel „Die Weißwurst-Klimaschützer“ ausführlicher dargelegt:

  • Kuh-Fürze und -Rülpser (Ausstoß von Methangasen),
  • Landverbrauch durch Tierhaltung und den Anbau der Futterpflanzen,
  • Wasserverbrauch durch Tierhaltung und den Anbau der Futterpflanzen,
  • Wasser- und Bodenverschmutzung durch Gülle,
  • Boden-, Wasser- und Luftverunreinigung durch mehr Unkrautvernichtungsmittel,
  • Insekten- und Vogelsterben in der Folge fehlender oder vergifteter Lebensräume,
  • Rodung von Urwäldern für den Anbau von Futtermitteln.

Wenn wir uns das anschauen, kommen wir zu dem Ergebnis, dass nicht die Tierquälerei klimaschädlich ist – diese ist „nur“ ein trauriger und besonders abstoßender Skandal, der dringend beendet werden muss –, nein, schädlich ist vor allem die bloße Existenz von „Nutztieren“ in so großer Zahl: ihr Lebensbedarf und ihre Ausscheidungen. Das bedeutet: Wer nicht will, dass Tiere leiden, sollte auf tierische Lebensmittel verzichten. Aber: Auch wem Tiere egal sind, weil er sie für primitive, nicht schützenswerte und im Niveau weit unter ihm stehende Kreaturen hält, sollte auf tierische Lebensmittel verzichten, sofern er daran interessiert ist, die eskalierende Klimakatastrophe aufzuhalten.

Überall dort also, wo nicht die Tierquälerei das Hauptproblem ist, sondern die Existenz dieser Lebewesen in übermäßiger Zahl, ist Milch genauso schlimm wie Fleisch.

Denn die Milch gebende Kuh furzt, produziert Gülle und verbraucht Land, Wasser und Pflanzennahrung ebenso wie die Fleisch gebende Kuh.

Wie Milch- und Fleischproduktion zusammenhängen

Hier muss ich noch einmal ein bisschen ausholen, um deutlich zu machen, dass Milchproduktion keineswegs eine lässliche „Sünde“ ist. Oberflächlich gesehen ist die Sache klar: Ich sehe eine Kuh vor mir und überlege mir, was schlimmer ist: ihr ein Schlachtermesser in den Hals zu rammen oder ihre Zitzen mit den Händen zu ergreifen und ihr ein Glas Milch abzuzapfen. So gesehen ist der Fleischesser ein Unhold, der Milchtrinker dagegen die Unschuld selbst. Doch so einfach ist es nicht. Fleisch- und Milchproduktion sind eng miteinander verzahnt.

Generell herrscht bei Verbrauchern die Meinung vor, Kühe gäben irgendwie immer Milch. Was schadet es da, wenn ihnen der Mensch ein bisschen was davon abzapft? Tatsächlich ist es bei Kühen aber nicht anders als bei den „Weibchen“ anderer Säugetierarten, einschließlich den Menschen: Sie geben nur Milch, wenn sie gerade geboren haben. Um eine dauerhafte Milchproduktion zu gewährleisten, müssen Kühe deshalb ständig künstlich schwanger gehalten werden. Man befruchtet sie gegen ihren Willen mit Bullensperma.

Kälber nun, für die die Milch der Kühe eigentlich gedacht ist, sind für Menschen produktivitätsmindernde Konkurrenten. Die Diebe sind quasi beleidigt, weil ihnen die rechtmäßigen Eigentümer die Milch wegtrinken. Kälber werden deshalb schon früh ihren Müttern entrissenen und in kleinen Einzelkäfigen gehalten. Kühe gebären pro Jahr nur ein Kalb, in ihrem gesamten Leben meist nur durchschnittlich vier. Lässt ihre Milchleistung nach, kommen sie in die Rindfleischproduktion. Also nicht erst, wenn sie Kuh-Greisinnen sind und ihr Fleisch zäh geworden ist, sondern schon im mittleren Alter, wenn ihre Milchproduktion nicht mehr das erwünschte Optimum erreicht. Dieselbe Kuh wird also zweimal benutzt: zuerst von Milchtrinkern mit gutem, dann von Fleischessern mit (manchmal) schlechtem Gewissen.

Da ein Bauer die Zahl seiner Stellplätze für Kühe nicht beliebig erhöhen kann, rückt für jede aus Altersgründen ausgemusterte und geschlachtete Kuh ein Kalb nach. Wie wir vorher gehört haben, gebären Kühe in ihrem Leben aber durchschnittlich vier davon. Was passiert mit den anderen drei? Was die männlichen Exemplare betrifft, so kann man sich die Antwort denken: Kalbfleisch. Aber auch eines der beiden weiblichen Kälber landet in der Fleischproduktion.

Würde also im ganzen Land schlagartig niemand mehr Fleisch essen, würden Milchprodukte jedoch weiter konsumiert werden, so wüssten Bauern gar nicht mehr, was sie mit den überzähligen Tieren anfangen sollten. Diese wären wie männliche Küken ein Fall für den Schredder. „Zum Glück“ gibt es für weiches, blütenweißes Kalbfleisch und kräftiges, fasriges Rindfleisch aber genügend Abnehmer.

Fazit also: Milchkühe, die scheinbar nur der Käse-, Joghurt und Schokoladenherstellung dienen, werden zu drei Vierteln ohnehin der Fleischproduktion zugeführt, das restliche Viertel stirbt nach kurzem „arbeitsreichem“ Leben weit vor ihrem biologischen Tod. Zu schweigen von den extremen psychischen Härten, die entstehen, wenn Rindermütter und ihre Kinder früh getrennt werden. Vegetarier können sich also nicht einfach damit herausreden, sie äßen ja gar keine Schweinskopfsülze, dafür umso lieber gemischte Käseplatten mit Eierlikör.

Bei Eiern übrigens ergibt sich ein ähnliches Bild: Hähne kommen in den Schredder oder als Hähnchen in die Tiefkühltruhe; Hühner werden aussortiert, sobald sie mal nicht mehr so „können“. Zumindest aber gilt der Ausstoß von Methangas durch Hühner als vernachlässigbar.

Drei Argumente gegen tierische Nahrungsmittel

Es gibt gegen tierische Nahrungsmittel drei Gruppen von Argumenten: gesundheitliche, ethische (am Tierwohl orientierte) und ökologische. Erkenntnisse über die schädlichen gesundheitlichen Folgen von Fleisch, Eiern und Milchprodukten kann man noch vom Tisch wischen, indem man anführt, dass man relativ wenig davon isst („ausgewogene Mischkost“) und auf biologische Qualität achtet (keine Antibiotika im Fleisch).

Ethische Fragen kann man ignorieren, solange man sich der stillschweigenden Zustimmung der meisten Mitmenschen sicher ist und die Wahrheit über die „Nutztierhaltung“ verdrängt.

Wie ist es aber mit dem Klimaargument? Denken Sie an dieser Stelle einmal nicht an die Tiere. Verschwenden Sie keinen Gedanken an kastrierte Ferkel, geschredderte Küken, an den Müttern entrissene Kälber, an Schlachtungen mit nicht vollständig vorgenommener Betäubung, an brüllende Rinder in der Enge und Verzweiflung kilometerlanger Tiertransporte, an ausblutende Lämmer, an stinkende Schweinehälften, die maschinell in menschengerechte Stücke zerteilt werden, an Millionen eingepferchter Wesen, die in ihrem Leben keinen Sonnenstrahl zu sehen bekommen werden. Lassen Sie nicht zu, dass diese Bilder in Ihrem Kopf entstehen. Denken Sie nicht dran.

Aber denken Sie an sich selbst.

Als Bewohnerin oder Bewohner eines sich immer mehr überhitzenden Planeten, von dem alles, was ihn lebens- und liebenswert gemacht hat, Stück für Stück verschwinden wird — bis am Ende überhaupt kein Leben mehr auf ihm möglich sein wird.

Diese dritte Gruppe von Argumenten, jene, die Umwelt- und Klimafragen betreffen, wird immer schwerer vom Tisch zu wischen sein. Es wird immer schwerer werden, zu begründen, warum man seine geistigen Kräfte dazu genutzt hat, eine falsche Lebensweise gegen Kritiker zu verteidigen, anstatt damit zu beginnen, eine richtige einzuüben.

„Gutmenschen“ — ja bitte!

Was das konkrete Leid einzelner liebenswerter Kreaturen nicht bewirken kann, vielleicht bewirkt es nun ein abstrakter Begriff wie „Das Klima“. Die Alternative ist: Wurst essen in der Wüste oder Bratkartoffeln in fruchtbarer Landschaft. Natürlich ist diese Bemerkung nicht komplex genug. Es gibt andere Klimakiller und auch andere Essalternativen. Aber in der Tendenz stimmt sie.

Wenn der letzte Vogel tot ist, streamen Sie am besten eine Datei mit Vogelstimmen aus „alter Zeit“. Wenn die letzte Biene gestorben ist, können Sie statt dem Honig- ein Nutella-Brot essen. Aber wenn dieser Planet gestorben ist, gibt es keinen zweiten mehr.

Das Klimaargument wird diejenigen, die an der alten auf Fleisch- und Milchkonsum fixierten Lebensweise festhalten, zunehmend in die Defensive treiben. Zunehmend werden — da die vernünftigen Argumente ausgehen — Leugnen und Wegschauen als letzte Auswege bleiben. Eine Methode, die auch viele bemühte Klimaschützer leider gewählt haben: Sie fordern meist „nur“, Kohlekraftwerke abzuschalten und CO2-Steuern einzuführen sowie seltener mit dem Jet um die Welt fliegen. Alles richtig. Aber war da nicht noch was anderes?

So schlimm wie die Fleischwirtschaft

Das Klimaargument zeigt nicht zuletzt auch eine unbequeme Wahrheit: Wo es um Tierleid geht, ist die Milchwirtschaft etwas gnädiger als die Fleischwirtschaft (wenn auch nicht so harmlos, wie wir gern meinen möchten); wo es jedoch um die bloße Existenz von Tieren in so großer Anzahl geht (Wasser-, Land- und Pflanzenverbrauch, „Kuh-Fürze“ und dergleichen), da ist die Milchwirtschaft so schlimm wie die Fleischwirtschaft. Da ist es egal, ob Sie der Kuh mit sanftem Eutergriff Milch abzapfen oder sie gleich schlachten: Die Kuh ist da, sie gibt Methangas in die Atmosphäre ab, ihre Gülle übersäuert die Böden, sie verbraucht unmäßig viel Platz durch den Anbau von Pflanzen, die sie zu ihrer Ernährung benötigt.

Natürlich scheint es widersprüchlich, Tierfreund zu sein und zugleich eine drastische Reduktion der Anzahl von „Nutztieren“ zu fordern. Es bräuchte aber nur wenige Tiergenerationen, um durch Sterilisation und die systematische Umstellung auf biologischen Pflanzenanbau die entstandenen ethischen und ökologischen Probleme deutlich zu vermindern.

Und auch wenn die radikal bedrohliche Situation, in der wir uns befinden, nahelegt, das eigene Konsumverhalten ebenso radikal umzustellen — es ist wichtig zu wissen, dass nicht nur die „perfekten“ Veganer einen wertvollen Beitrag leisten. Wer statt 10 Schnitzeln monatlich nur noch 9 isst, hat ebenso einen Fortschritt gemacht wie jemand, der es von einem Schnitzel auf 0 schafft. Ich bin zwar entschieden dafür, weit mehr zu tun, als nur einen „Veggie-Day“ pro Woche einzulegen — es mag aber für Menschen, die momentan nicht so konsequent sein können, beruhigend sein, zu wissen: Jeder kleine Schritt der Ernährungsumstellung zählt. Und auch lange Wege beginnen mit dem ersten Schritt.

Dennoch gilt natürlich: Die Zeit läuft uns davon. Wenn jeder und jede nur einmal wöchentlich die Leberkäsesemmel zur 9-Uhr-Brotzeit durch eine Emmentaler-Semmel ersetzt, wird das nicht reichen.

Bei einem Vortrag von Robert Habeck in Peißenberg demonstrierten Bauern mit dem Slogan: „Mit Bienen wollt ihr werben, die Bauern lasst ihr sterben.“ Es erscheint auch auf den ersten Blick besonders schäbig, derart niedere Lebewesen wie Insekten der „Krone der Schöpfung“ vorzuziehen. Aber das Argument verfängt nur bedingt, da die Bienen ja dem gesamten Ökosystem und damit auch dem Menschen nützen.

Die niedrigen Preise für Milch, unter denen Bauern stöhnen, sind — wenn wir ökologische und ethische Argumente kontra Milch hier einmal beiseitelassen — allerdings ein Skandal. Sie sind der Herstellung und dem Vertrieb von Lebensmitteln unter den Bedingungen des Kapitalismus geschuldet. Verbraucher wollen alles billig kaufen — und teilweise müssen sie es, aus finanziellen Gründen. Der Großhandel lässt seine Kunden Könige sein — auf Kosten der Anbieter, deren Mitarbeiter teilweise wie Sklaven arbeiten müssen.

Bauern leiden, ja, aber Kühe leiden gewiss mehr. Dazu schreibt der Tierschützer und Buchautor V.C. Herz:

„Den Preis für den günstigen Milchpreis zahlt übrigens hauptsächlich die Kuh. Die aggressive Zucht auf eine möglichst hohe Milchleistung schadet den Tieren. Heutige Kühe haben eine bedeutend schlechtere Lebensqualität, werden häufiger krank und werden wegen rückläufiger Milchleistung früher geschlachtet. Das Opfer des Milchpreises ist entsprechend die Kuh, nicht der Bauer.“

Mitgefühl einüben

Ich habe dargelegt, warum tierschützerische Ambitionen gar nicht unbedingt nötig sind, um sich heute für eine drastische Reduzierung tierischer Nahrungsmittel auszusprechen und dies auch im Alltag zu praktizieren.

Die einzige Form des Mitleids, die hierzu nötig ist, ist das Selbstmitleid, das in unserer Gesellschaft ausreichend zur Verfügung steht. Haben Sie Mitleid mit sich und den vielen anderen Menschen, die auf einem zunehmend verödenden Planeten leben müssen.

Ich will Ihnen zum Abschied dennoch auch das Mitgefühl mit anderen Lebensformen ans Herz legen. Es ist auch für Sie selbst ein Gewinn, wenn Sie Ihr Herz empfindungsfähig halten. Es existiert eine Veranlagung zu Mitgefühl in Ihnen — etwas, was, als Sie Kind waren, vermutlich lebendig in Ihnen war und das entsetzt war bei der Vorstellung, dass jemand dem „süßen“ Kaninchen oder Lamm etwas antun könnte. Den meisten von uns wurde da etwas genommen und abgewöhnt, was zum Wertvollsten gehörte, wozu wir fähig sind.

Holen wir uns diesen unterdrückten Teil unserer Persönlichkeit zurück — mit Achtsamkeit, mit Hinsehen, mit hilfreichen Informationen – und dann mit „Verzicht“. Verzicht, der doch eigentlich nur eine sanfte Veränderung dessen bedeuten würde, was wir in Zukunft genießen.

Roland Rottenfußer, Jahrgang 1963, war nach dem Germanistikstudium als Buchlektor und Journalist für verschiedene Verlage tätig. Von 2001 bis 2005 Redakteur beim spirituellen Magazin connection, später für den „Zeitpunkt“. Aktuell arbeitet er als Lektor, Buch-Werbetexter und Autorenscout für den Goldmann Verlag. Seit 2006 ist er Chefredakteur von Hinter den Schlagzeilen.

Quellen:

(1) John Robbins, Ernährung für ein neues Jahrhundert, Hans-Nietsch-Verlag
(2) Clemens G. Arvay, Wir können es besser, Quadriga Verlag, S. 152
(3) Ebd., S. 234
(4) Ebd., S. 32

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Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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22 Kommentare zu: “Die Latte-macchiato-Klimaschützer | Von Roland Rottenfußer

  1. Ich bin seit etwas über 3 Jahren Veganer und muss sagen… ich bereue so viel, nämlich jeden einzelnen Bissen Fleisch und Tierprodukte allgemein, den ich in meinem Leben jemals gegessen habe. Das ist das mit Abstand Beste, was mir jemals passiert ist.

    Ich habe in dieser Zeit über 60 Kilo abgenommen, bin viel aktiver geworden, treibe Sport, habe enorm viele chronische Beschwerden geheilt, habe meine Depression besiegt, die mich seit Jahrzehnten nicht in Ruhe gelassen hat. Ich habe das erste mal in meinem Leben einen normalen Schlafrhythmus, wache nicht mehr Mitten am Tag auf und gehe nicht mehr morgens um 7 ins Bett, sondern stehe um 7 auf, ohne Wecker. Ich habe schon vergessen, wie sich das Sodbrennen angefühlt hat, welches mich Jahrelang jeden einzelnen Tag quälte. Mein Kreislauf war sehr belastet, wenn ich einige Stunden vor dem PC saß, hat sich so viel Wasser in meinen Füßen gesammelt, dass ich kaum in meine Schuhe gepasst habe – das verschwand nach der ersten Woche ohne Tierprodukte.

    Auch wenn ich der Gesundheit wegen Veganer geworden bin, haben die 2 anderen Hauptgründe, weswegen Menschen eine solche Ernährung bzw. Lebensweise anfangen, mehr an Bedeutung gewonnen. Ich habe meine Augen gegenüber Tierleid geöffnet und der Umweltaspekt hat mich auch positiv motiviert.

    Das schwierigste an der Ernährung ist, irgendwo auswärts Essen zu gehen, ob im Restaurant oder bei Freunden und Familie zu Besuch. In meinem Bekanntenkreis gibt es keine anderen Veganer und viele Freunde und Verwandte, die ich nicht sehr oft sehe, haben absolut keine Ahnung, was das überhaupt ist. Fragen wie: "Darfst du Zwiebeln essen?" sind keine Seltenheit. Die Ernährung ist einfach so etwas selbstverständliches in der Gesellschaft, dass kaum jemand diese verändern möchte, sie anzweifelt oder gar ablehnt. Sogar Leute die gewisse Dinge wegen Krankheit oder Allergie nicht essen, sagen dennoch, dass diese Lebensmittel im allgemeinen Gut sind, ich kenne laktoseintolerante Eltern, die ihren Kindern literweise Kuhmilch verabreichen.

    Die Menschen sind, meiner Erfahrung nach, extremst stur und denkfaul, wenn es um die Ernährung geht. Sogar meine Mutter behauptet immer noch, mir würden wichtige Nährstoffe fehlen… obwohl ich mich um Welten besser fühle, besser aussehe, besser schlafe, besser einfach alles. Das ist rein logisch schon nicht mit der Realität vereinbar, aber sie musste bis jetzt nie über ihre Essgewohnheiten nachdenken, so fällt es ihr leichter, einfach den gewohnten Weg weiter zu gehen, obwohl sie auch zahlreiche Beschwerden hat, die, wie ich mittlerweile weiß, fast alle auf das Essen zurückzuführen sind.

    Ich habe mich in dieser Zeit mit Dokumentationen, Büchern, Artikeln usw. informiert und bin zu dem Schluss gekommen, Menschen sind Pflanzenfresser, die so tun als wären sie Allesfresser, auf kosten ihrer Gesundheit. Je mehr Leute auf eine vegane Lebensweise umsteigen, desto besser für alle. Das Gesundheitssystem wäre weitaus weniger belastet, die Tierwelt würde eine gewaltige Erleichterung verspüren, die Regenwaldabholzung hätte ein Ende, weil die Anbauflächen, die wir jetzt für Tiernahrung benutzen, ausreicht, um 3 mal so viele Menschen zu ernähren, wie z.Z. die Erde bewohnen. Einfach jeder einzelne Aspekt unseres Lebens würde dadurch verbessert werden. Aber die Leute einfach als "Mörder" zu beschimpfen oder sie und ihre Lebensweisen anderweitig zu beleidigen erhärtet sie nur in ihrer Perspektive. Das Argument dreht sich vom Sachlichen auf Sie gegen Dich, Hauptsache dir nicht recht geben wird dann eine höhere Priorität haben, als eine echte Diskussion um des Wissens willen.

    • Ich habe eine ähnliche Transformation wie du durchgemacht, war auch wesentlich dicker, hatte Sodbrennen usw.. Heute bin ich schlank und sportlich. Meine 40kg habe ich allerdings nicht durch Veganismus, sondern durch Kohlehydratverzicht abgenommen.

      Es ist einfach eine wissenschaftliche Realität, dass sehr viele Ernährungsumstellungen funktionieren. Dass die pflanzliche Nahrung bei dir funktioniert hat (was ich toll finde), heißt nicht, dass bei dir (oder anderen) NUR die pflanzliche Nahrung funktioniert.

      Ich bin großer Fan von Scott Jurek, dem veganen Extremläufer. Genauso aber von Zach Bitter, dem größtenteils tierische Nahrung zu sich nehmenden Extremläufer.

      Menschen sind anatomisch gesehen die perfekten Allesfresser. Der Magen kann so viel Säure aufbauen wie extreme Aasfresser, ein Überbleibsel unserer Vergangenheit in Afrika. Gleichzeitig bilden wir extrem viel Amylase im Speichel, und können dadurch Stärke wesentlich besser verarbeiten als alle anderen Menschenaffen.

      Die perfekte Ernährung ist wohl, nicht zuletzt durch Simpson und Raubenheimer gezeigt, eine größtenteils pflanzenbasierte Ernährung mit einem kleinen Anteil an hochwertigen tierischen Produkten. Es muss nicht viel Protein sein, pflanzliches Protein kann heutzutage tierisches gut ersetzen, falls unbedingt gewünscht.

    • Die 3 Jahre persönliche Weiterbildung, die ich erfahren habe, lassen meiner Meinung nach nur den Schluss zu, dass tierische Nahrung in keinster Form gut für uns ist. Dass unser Körper sie verwerten kann und sie uns nicht nur am Leben hält sondern auch sättigt, daran ist wohl kein Zweifel. Aber auf lange Sicht schadet uns der Konsum tierischer Nahrung.

      Es ist so ähnlich wie beim Rauchen, heute sind sich die allermeisten Menschen einig, es ist pures Gift. Trotzdem spüren die meisten Kettenraucher die negativen Konsequenzen erst Jahrzehnte später, wenn überhaupt. Fleisch essen ist zwar nicht ganz so schädlich wie Rauchen, aber gesund ist es, meiner Meinung nach und der Meinung einer stetig wachsender Anzahl von Ernährungswissenschaftlern, nicht.

      Woran die meisten Leute, die eine vegane Ernährung ausprobieren scheitern, ist der Druck von Außen und die von Kindheit an einwirkende Indoktrinierung von Fleisch als kraftspendendes Hauptnahrungsmittel, was Quatsch ist. Die Konsequenzen dieser Ernährung werden dann gar nicht erst als solche wahrgenommen. So wird aus einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder sonstigen auf Ernährung zurückzuführenden Krankheiten, ein Schlag des Schicksals und keine Konsequenz jahrzehntelangen Konsums tierischer Produkte.

      Unser Körper weist auch kein einziges Merkmal auf, das auf natürlichen Fleischkonsum hinweist. Unsere Zähne, unser horizontal beweglicher Kiefer, die Länge unseres Darms und sogar unsere Augen, die deutlich mehr Farben erfassen können als die eines Fleischfressers, schreien alle geradezu nach Pflanzenfresser, denen all diese Merkmale am ähnlichsten sind.

      Das Thema Eiweiß ist ein eigenes Kapitel in sich. Der Hype rund um Protein ist maßlos übertrieben, es ist mittlerweile erwiesen, dass Eiweiß für uns nicht ansatzweise so wichtig ist, wie immer behauptet wurde. Die wohl natürlichste Nahrung des Menschen, die Muttermilch, ist unter den Säugetieren diejenige mit dem mit Abstand geringsten Proteingehalt. Des weiteren ist jedes Protein pflanzlichen Ursprungs, Tiere stellen kein eigenes Protein her, sie verwerten das Eiweiß, das sie aus der Nahrung bekommen, sie sind quasi nur der Zwischenhändler. Wenn jemand beweisen kann, dass ein Tier sein Eiweiß selbst herstellt, dem ist der Nobelpreis der Biologie schon sicher. Das Gerücht, tierisches Protein ist qualitativ besser, weil pflanzliches Protein nicht alle essenziellen Aminosäuren enthält, ist erstens verdreht weil das Gegenteil der Fall ist und alle pflanzen alle essenziellen Aminosäuren enthalten, nur die Proportionen variieren, zweitens ist dieses Gerücht in dem Boulevardblatt Vogue Magazine in den 70er Jahren entstanden und hält sich seither hartnäckig. Jeder der also soetwas behauptet, stützt sich auf einen über 40 Jahre alten Artikel und keine wissenschaftlichen Daten. Pflanzliches Protein ist die bessere Wahl.

    • Danke, Serg, für deinen sehr persönlichen Beitrag und dafür, dass du zu deinen Erfahrungen und deinem Wissen stehst, auch wenn andere glauben, es besser zu wissen!
      Ich wünsche dir weiterhin gute Gesundheit und viel Lebensfreude!

  2. 1) Unsere von so manchen in diesem Forum so geschätzten haarigen Vorfahren waren allesamt Vegetarier. Also: sind sie nun unsere Vorfahren oder nicht? Wenn ja, dann wären wir nämlich rein biophysiologisch auch Vegetarier.
    Menschenaffen ernähren sich von Früchten, die sie mit täglich 0,2 bis 2,2% Proteinen versorgt; was in etwa der Proteinkonzentration der menschlichen Muttermilch entspricht.

    2) Muttermilch enthält im Durchschnitt 1,4 % Eiweiß.
    Gibt es irgendeinen Grund anzunehmen, daß diese Nahrung NICHT optimal für uns war?

    3) Dr K. Eimer entdeckte, daß sich die Leistung von Athleten, die ihren Proteinverzehr von 100 Gramm tierischem Eiweiß auf 50 Gramm PFLANZLICHES(!) Eiweiß reduzierten, verbesserten.

    4) Die Forschungen von Experten auf der ganzen Welt weisen darauf hin, daß unser täglicher Eiweißbedarf bei 25 – 30 Gramm liegt. (Dr. Ragnar Berg, Schweden; D.V.O.Siven Finnland; beide kamen unabhängig voneinander zu diesem Schluß – weiter: Dr. Hegstedt, Harvard Universitiy; Dr. Kuratsuen, Japan; Dr. Chittenden: „30 -50 Gramm reichten in Versuchen mit Soldaten und Athleten aus, um eine maximale physische Leistungsfähigkeit sicherzustellen.“)

    5) Die Wendt-Doktrin: Die Wendts konnten in 30-jähriger Forschungsarbeit neben vielem anderen feststellen, daß überschüssiges Protein die Basalmembran verstopft. (Eine Filtermembran, die sich zwischen den Kapillaren und den Zellen befindet) Wodurch das ganze System (der menschliche Organismus) langsam erstickt. Folge: Chronisch-degenerative Erkrankungen, Mißbildungen aller Art ( at Andre!!! Wirbelsäule!!!), Bluthochdruck, Diabetes, etc. p.p.

    6) Ein weiser Mann hat gesagt, daß sogar Raubiere und andere im Moment noch fleischfressenden Tiere ihre Ernährungsgewohnheiten „umstellen“ würden (metaphorisch gesprochen), wenn sich der Mensch eines Tages vom tötenden Prinzip abwenden würde.
    Mit anderen Worten: die Welt bist Du!!!! Wie innen so außen; wie außen, so innen.
    Was da draußen geschehen wird, hängt davon ab, ob eine genügend große Anzahl von Menschen durch eine weise Wahl ihrer Ernährungs- (und vor allem: Denkgewohnheiten) das kollektive Bewußtsein so stark verändern wird, daß die Menschen wieder kollektiv anfangen werden zu fühlen.

    7) In vielen spirituellen Traditionen (und die waren ja nicht NUR schlecht!) wird die Ernährung unter dem Gesichtspunkt betrachtet, daß man sich so ernähren solle, möglichst wenig an „Tattwas“ (Elemente) zu zerstören. Auch vegetarische Ernährung zerstört ja Leben, nämlich das der Pflanzen.
    In Pflanzen sind die Kombinationen der Tattwas jedoch von niedrigerem Bewußtsein. Der Mensch enthält alle fünf Elemente, die Tiere enthalten unterschiedlich viele, je nach Evolutionsstufe. Der Pflanze werden nur zwei zugesprochen. Folge: Weniger schlechtes „Karma“ (Was Du säst, das wirst Du ernten) durch geringere Zerstörung anderen Lebens.
    Für mich selbst: Ein glücklicheres Leben, weniger Leiden, weniger Schicksalsschläge, bessere Gesundheit, mehr Energie, klarerer Geist, leichterer Zugang zu Seele und GEIST.

    8) In der evolutionären Entwicklung – von der Materie zum Körper zum Geist zur Seele zum GEIST – hat die westliche Zivilisation eine pathologische Verformung erfahren. Wir sind kollektiv den Seeleninfarkt gestorben. Auf der dritten Stufe (Geist) fand aus einer falsch interpretierten Aufklärung heraus statt Weiterentwicklung eine Umkehr statt; ein Rückkehr zur Materie und einer materialistischen „Wissenschaft“ in einem abgestorbenen Konzeptmaterialsmus (Verfinsterung von Geist). Die Existenz von Seele und GEIST werden seither schlichtweg geleugnet aus einer Ignoranz der Tatsache, daß Religion früher auf PRÄrationalen Zuständen beruhte (also gefährlich und zerstörerisch und irrational war), heute Spiritualität aber erstmals wahrhaft TRANSrational sein kann, also hochvernünftig. Das ist die bekannte Prä-/Trans-Verwechslung, auf die erstmals Ken Wilber hingewiesen hat. (Siehe hierzu auch: Der Übergang vom konkret-operationalen Denken zum formal-operationalen Denken der jetzt, in der Transrationalität zum analogischem Denken (Schaulogik 1, 2 und 3) möglich ist.

    9) Erst auf der Ebene der Seele jedoch wird ein menschliches Wesen in der Lage sein, Mitgefühl mit allem, was existiert, zu empfinden und bereit sein, sich diesen fundamentalen und veheerenden Irrtum einzugestehen, der in einer Verbindung mit dem tötenden Prinzip besteht; und somit also erstmals die vollkommene Verantwortung für sein eigenes Leiden und das der Welt zu übernehmen. Denn die Welt bist Du! Wie innen, so außen – wie außen, so innen!

  3. Hier noch etwas weiterführende Lektüre zum Thema Weidefleisch, und warum es das "veganste" Nahrungsmittel ist. Klingt zunächst widersprüchlich, macht aber Sinn. Genauso, wie eine Maske keine Viren abhält.

    https://medium.com/@drewfrench/grass-fed-beef-the-most-vegan-item-in-the-supermarket-8c46b45a0d47

    • Trollmelthode: Einfach die Behauptung immer und immer wiederholen.

      Die sogenannte „Fachwelt“ ignoriert nach wie vor standhaft z.B. die sogenannte Wendt-Doktrin. (Inneres Ersticken des Organismus durch zu viel Eiweiß in der Nahrung.) Wer sich nur kurz mit der Forschung der Wendts befaßt, müßte doch eigentlich zu einem anderen Urteil kommen.

      http://www.prof-wendt.de/plaintext/profdrlotharwendt/daskonzeptdereiweispeicherkrankheiten/index.php

      Haben die Menschen (schulmedizinische Ärzte, schulmedizinischer Krankenhausbetrieb, Apotheken, Pharmazeuten, Pharmareferenten, Pharmalobby, Impfbefürworter, Krankenkassen) wirklich derart viel Angst davor, ihr Einkommen zu verlieren? Lassen sie lieber zu, daß die Gesellschaft kollektiv degeneriert und in ihren Untergang läuft, als sich einzugestehen, wie verheerend ihr Wirken ist und wie groß ihr Irrtum?

  4. @RULAI

    Ok, das mit dem Klarnamen überlege ich mir nochmal. Militante Veganer sind so benebelt in ihrem Kultdenken, Sie sagen ja selbst, dass Sie aus Prinzip nicht diskutieren würden. Da übertreffen Sie hinsichtlich der Alternativlosikeit Ihrer Endlösung sogar noch die Kanzlerin. Werden Sie irgendwann mit der Machete vor meiner Tür stehen? Von Ihren Posts her würde ich ihnen das zutrauen.

    Meine Argumente sind stichhaltig. Seit Ellen G. White im 19ten Jahrhundert den Veganismus im Rahmen ihres religiösen Fanatismus erfand, treibt diese unsinnige Idee ihr Unwesen. Speziell ethische Veganer wie Sie lügen sich ständig in die eigene Tasche und bilden sich ein, dass keine Tiere für ihre Ernährung sterben müssten, nur weil sie keine auf ihrem Teller haben.

    Ich habe die Bibeln der Veganer alle gelesen, beispielsweise Forks Over Knives und How Not To Die. Ich habe den Unsinn auch längere Zeit ausprobiert und (fast) geglaubt. Danke, dass Sie durch ihre hasstriefenden Posts hier allen zeigen, wie irrational Sie unterwegs sind. Ich hoffe, Sie können das irgendwann einsehen. Hoffentlich, bevor ihr Irrglaube sämtlichen fruchtbaren Boden auf diesem Planeten durch gigantische Monokulturen zerstört hat.

    • Mitgefühl ist der Schlüssel:

      Mario Mantese in „Die Welt bist Du, Perlen der Liebe“:

      „Ich schaue gleichermaßen durch die liebenden Augen aller gebärenden Tiermütter, ich schaue gleicherweise durch die Augen aller gebärenden Menschenmütter. Es ist ein und derselbe liebende Blick, ohne auch nur den geringsten Unterschied, mit dem ich schaue, durch jedes Geschöpf.

      Mein Raum ist erfüllt von einer unermeßlichen Vielzahl von Geschöpfen und Lebewesen aller Art. Die Tiere habe ich in Deine Obhut gegeben, auf daß Du sie beschützest und liebst, sie sind Deine Freunde und teilen denselben Raum mit Dir.

      Warum ermordest Du sie und verpeisest ihr Fleisch, reißt ihnen die Häute von ihren Leibern und verspeisest sogar ihre Eingeweide, Ihre Geschlechtsteile und ihre Herzen?

      Brutal reißt Du das Jungtier von seiner Mutter weg, und sie erleidet genau die gleichen Qualen wie Du, wenn man Dir Dein Kind entreißen und es zur Schlachtbank führen würde. Hast Du vergessen, daß ich es bin, der in aller Kreatur lebt? O Du Gedankenloser, Abgestumpfter, erwache, öffne Deine verdunkelten Augen. Liebe und respektiere alle Kreatur, denn alle Kreatur bin ich.

      Du betest mich an und gleichzeitig tötest Du mich, Du tötest meine Tiere, die ich in all meiner universellen Liebe mit Dir in denselben Lebensraum gestellt habe. Weil Du stärker und scheinbar überlegen bist, behandelst Du sie brutal und respektlos.

      Täglich tötest Du Millionen meiner Geliebten. Ihre lauten, klagenden, schreckenserfüllten Angstschreie, wenn der Schlächter sie ergreift, erfüllen Tag und Nacht die Welt. Wenn die Tiere weinen könnten, wäre der Planet Erde überschwemmt und die Felder und Äcker mit blutigen Tränen durchtränkt. Bist Du Dir bewußt, daß jedes Jahr 1,6 Milliarden Großtiere, 22,5 Milliarden Stück Geflügel abgeschlachtet werden, und daß Billionen von Fischen aus ihrem Element, dem Wasser, gerissen werden, und jämmerlich ersticken?

      Erwache, Geliebtes, reinige und kläre Dein dunkles, abgestumpftes Herz und erkenne, wie weit Du Dich von mir entfernt hast. Warum empörst Du Dich nicht? Warum erwachst Du nicht?

      Mensch tötet Mensch, Mensch mißhandelt und verstümmelt Mensch auf unvorstellbare Art und Weise. Wenn die Angst, der Schmerz und die Verzweiflung dieser Menschen sichtbar würden und sich zu einer dunklen Wolke zusammenballten, würdet Ihr in vollständiger Finsternis leben. Kein Sonnenstrahl würde den Planeten Erde jemals wieder erreichen.“

  5. Sorry, aber das war ein Griff ins Klo. Ich schreibe gerne einen eigenen Standpunkt als Gegenpol, auch unter meinem Klarnamen, falls nötig. Hier die Kurzfassung:

    Das Problem ist hauptsächlich die art-ungerechte Massentierhaltung. Außerdem muss man zwischen verschiedenen Klassen von Nutztieren unterscheiden.

    Eine besondere Klasse bilden Weidetiere wie Kühe und Schafe. Hält man diese artgerecht, das heißt auf der Weide und ohne Zufütterung, so sind diese per Definition CO2-neutral und schadstofffrei. Wer jetzt "Methan" denkt, sollte bedenken, dass Kühe keine Alchemisten sind. Für jedes Molekül Methan (CH4), das eine Kuh rausrülpst, hat sie mindestens ein Molekül CO2 aus der Atmosphere entnommen, wenn auch indirekt durch die pflanzliche Nahrung. Nicht nur dass, durch die spezielle Symbiose mit mehrjährigen Pflanzen (Gras) restorieren/erhalten sie auch den Humus. Die Schlachtung kann auch so erfolgen, dass die Tiere wesentlich weniger leiden müssen, als in freier Wildbahn. Wer schon mal ein Rudel Wildhunde einen Wasserbüffel zu Tode foltern gesehen hat, weiß, was ich meine. Schweine und Hühner sind wesentlich intelligenter und dadurch schwerer artgerecht zu halten, und gleichzeitig für die Umwelt nicht so nützlich. Mein Einwand ist daher, dass es keinen Grund gegen den Verzehr von artgerecht und klimaneutral gehaltenen Kühen/Schafen und deren Milcherzeugnissen gibt. Gleichwohl bedeutet das momentan eine Reduktion des Gesamtverzehrs in Deutschland, da die Mehrzahl der Tiere eben nicht so gehalten werden.

    Das fast wichtigere Argument ist, dass Veganismus (und der Klimawandel) Teile der "Big Reset" Agenda des WEF darstellen. Alle großen Ernährungskonzerne verdienen wesentlich mehr Geld mit pflanzlichen Nahrungsprodukten, inklusive der vom Autor so gepriesenen "Veggieburger", als mit tierischen Produkten. Initiativen wie "EAT Lancet" sowie die unsägliche Einstufung von rotem Fleisch als "wahrscheinlich krebserregend" der WHO von vor ein paar Jahren, schlagen alle in die gleiche Kerbe: Die Abkehr von lokal produziertem, "echten" Essen (Fleisch, Milch, Obst, Gemüse, Getreide) auf der einen Seite und den Vorzug von industriell produzierten Nahrungsprodukten, die weitgehend aus Weizen, Soja und Mais in großen Fabriken hergestellt und durch gigantische Marketingaufwände weltweit beworben werden. Der Anbau dieser pflanzlichen Zutaten ist nur durch gigantische "Monocrops" möglich, unter Verwendung großer Mengen von fossilen Brennstoffen (zur Düngerproduktion und für die Maschinen), und tötet durch die Pestizide und die Erntemethoden Unmengen an intelligenten und weniger intelligenten Tieren, von der Zerstörung der natürlichen Lebensräume ganz zu schweigen.

    Zusammenfassung: Veganismus ist für die Ernährung, was die Maskenpflicht für unsere Gesundheit ist. Wir sollten weniger tierische Nahrung zu uns nehmen, und dafür darauf achten, dass die Tiere artgerecht und klimaneutral gehalten wurden. So wird auch wieder ein Schuh aus dem Vorwurf des "Latte-Macchiato" Umweltschützers. Bitte mit Weidemilch statt Milch aus Massentierhaltung oder "Mandelmilch".

    • " Bitte mit Weidemilch statt Milch aus Massentierhaltung oder "Mandelmilch"."

      Danke… nun das ja ohnehin UND selbstverständlich auch n u r in Bioqualität, denn gerade auch Mandeln und Hafer aus konventionellem Anbau sind schwer gespritzt. Bei konventioneller Weidemilch fragt man sich natürlich, was diese Tiere im Winter fressen…Gen-Soya aus Südamerika??

      Tierisches Protein ist – oftmals nachgewiesen, siehe auch z.B. Rüdiger Dahlke – leider allgemein für menschlichen Verzehr nicht besonders geeignet und verantwortlich für viele Krankheiten. Siehe auch das Buch "Peace Food" von R. Dahlke. Ein Verzicht ist absolut heilsam für Mensch, Planet und Politik.

      Wenn wir nun langsam vom Billig-Fleisch und – Milch über Bioqualität hin, zu immer mehr vegetarischer und irgendwann veganer Lebensweise wäre ganz vielen Beteiligten und natürlich uns selbst immens geholfen.

      Und der kommende Wirtschafts-Crash ist vermutlich auch leichter auszuhalten, wenn man sich ohnehin nichts aus Fleisch & Milch macht…

    • Da haben Sie aber wirklich fast alles auf den Kopf gestellt.
      Sie bieten Ihren Klarnamen an, raus damit! (Ich halte Sie für einen gut geschulten Troll. )
      Oder hat sich da jemand, der auf Teufel komm raus am tötenden Prinzip klebt und sich seinen Mißbrauch des Lebendigen nicht eingestehen mag, hat sich da ein unverbesserlicher Fleischesser ein paar Argumente zusammengeschustert, mit denen er sich aus der Verantwortung stehlen will? Ihre Strategie, gegen die veganen Nahrungsmittel vorzugehen, ist allbekannt und x mal widerlegt. (Und auf so eine Diskussion steige ich auch schon lange nicht mehr ein, weil von Ihrer Seite immer dieselben Argumente kommen.)
      Weidemilch bitte?! Was für ein Unsinn. Der Mensch sollte das einzige Lebewesen auf der Erde sein, das sein ganzes Leben lang Milch konsumiert? Und dann auch noch nicht mal von seiner eigenen Art?
      Eine artgerechte Tierhaltung, die mit dem Töten und Auffressen der Tiere endet, ist keine.
      Und wenn Sie ein Rudel Wölfe heranziehen, um sich selbst und Ihre Art von Töten als akzeptabel hinzustellen, dann sollte doch eigentlich schnell klarwerden, wer hier spricht und mit welchem Ziel.
      Ihre
      "Zusammenfassung: Veganismus ist für die Ernährung, was die Maskenpflicht für unsere Gesundheit ist."

      ist für die Müllhalde und in meinem Leben ohne jede Bedeutung.

      Und zu ihrer ekelhaften Eingangsmetapher: Hand langsam öffen, loslassen und abspülen.

    • @ Michael

      Da scheint die komplette Unkenntnis veganer Lebensweise durch Ihren Kommentar.

      Ja, es gibt vegan lebende Menschen, die zu industriell hochverarbeiteten NHrungsmitteln greifen. Manche mehr, manche weniger. Da unterscheiden sich Veganer wenig von allen anderen Menschen.

      Es gibt aber auch eine nicht geringe Zahl vegan lebender Menschen, die sich außer vegan auch noch regional und saisonal mit biologisch angebauten Lebensmitteln ernähren und, man höre und staune, ihre Nahrung selbst zubereiten. Diese Menschen benutzen nur in sehr seltenen Ausnahmen hochindustriell verarbeitete Nahrungsmittel. Weil sie wissen, dass hochindustriell verarbeitete Nahrungsmittel Dreck sind, entwickelt für die Gewinnmaximierung der Anbieter und nichts anderes. Und weil es ihnen der Schutz ihrer eigenen Gesundheit und der ihrer Umwelt (Mitmenschen, Flora und Fauna) wert ist, verzichten sie weitestgehend darauf.

      Dies nur zur Info. Und falls Sie wissen möchten, wie man so leben und dabei sehr gut gesund bleiben kann, fragen Sie mich gern. Ich mache das bereits seit 1988. 😉

  6. Vielen Dank, wie immer sehr aufschlussreich und richtig!

    Rüdiger Dahlke hat genau zu diesem wichtigen Thema gerade einen Beitrag herausgebracht: Ernährung, Massentierhaltung, Ansteckung, Immunstärkung usw. und unterstreicht die Ausführungen von R. Rottenfusser damit:

    https://youtu.be/mGliy_nv2ok

  7. Wenn wir irgendwo Überfluss haben ist es die Schuldindustrie .

    Es liegt nicht(kaum) -wie man es uns einzureden versucht- am einzelnen
    sondern daran wie über Gesetze die Produktions- und Lebensbedingungen gestaltet werden können .
    Monokultur und Massenproduktion, die totale Normierung (Integration) sind Ergebnis machtgieriger Finanzinteressen, die am Ausbau von Gewinn und Macht orientiert sind .

  8. Was ist das für ein grottiger Beitrag?! An der Corna Situation war (0:30) "… die Massentierhaltung massiv ursächlich beteiligt …". Der Autor sollte wohl noch einmal besser recherchieren. So einen Unsinn habe ich noch nicht mal in den Massenmedien gelesen.
    Dass die Massentierhaltung ein ernsthaftes Problem darstellt und ethisch zumindest fragwürdig ist mag ich hier gar nicht in Frage stellen! Aber, dass die Massentierhaltung ursächlich für die Corona Krise ist, ist einfach lächerlich.

    • "Aber, dass die Massentierhaltung ursächlich für die Corona Krise ist, ist einfach lächerlich."

      Nein, nicht lächerlich. Ein starker Hinweis auf die wahren Zusammenhänge.
      Wen wunderts, daß jetzt selbst zum Sklaven gemacht und eingesperrt wird, wer über Hunderte von Jahren Tiere eingesperrt und zu seinen Sklaven gemacht hat.
      Wen wunderts, daß die Menschen, die fast täglich über so lange Zeit hinweg eine Todesnahrung zu sich genommen haben, jetzt selbst mit dem akuten Sterben und Getötetwerden bedroht werden.
      Wen wunderts, daß so viel Todesangst da draußen umgeht, der einmal miterlebt und mitgefühlt hat, in welche Todesängst Tiere bereits auf dem Weg zu ihrem MÖrder (genannt Schlächter) gestürzt werden; und erst recht in der Schlange dann, wo sie anstehen und auf ihre Ermordung warten und die Todesschreie all der anderen Tiere um sich herum mit anhören.
      Das geht ins Fleisch rein, das, wie ich vermute, auch Sie, Querdenker, regelmäßig konsumieren. Diese Todesnahrung führt zu einer inneren Vernebelung, die verhindert, daß die wahren Zusammenhänge klar werden.
      Denn, letztich: Wenn wundert es, daß jetzt wir dran sind, als Sklaven gehalten und eingesperrt zu werden, nachdem wir genau das über so viele Jahre hinweg, den Tieren angetan haben?
      Der Christ weiß es: Auge um Auge, Zahn um Zahn.
      Was wir säen, das werden wir ernten.
      In östlichen Traditionen gibt es das Konzept des Karma. Es erscheint mir sehr glaubwürdig.
      Kaum jemand hat erkannt, daß eine vegane Ernährung das gesamte Energiefeld der Erde zuwie die Aktionen jener, die sich hier als mächtige Entscheider etabliert haben, ändern könnte.
      Eine sehr weise Frau sagte vor einem jahr: Wenn von heute auf morgen die gesamte Bevölkerung vegan leben würde, dann hätte sich nach nur 2 Monaten alles geändert.
      sie wußte, daß dies nicht geschehen würde.
      Es war dennoch eine starke Metapher.
      Ich selbst war bereit das für mein Leben auszuprobieren.
      Ich bin jetzt viel weniger wütend.
      Weniger traurig.
      Weniger angreifbar durch Aggressionen, durch Ängste und durch Schmerz.

      Auch wenn ich natürlich immer noch die leidvollen Schreie der Mütterkühe und deren Kälbchen höre, wenn sie voneinander getrennt werden.
      In unserer Nachbarschaft gibt es nämlich diese künstlich aufgeblähte Milchwirtschaft, und diejenigen, die sie betreiben, sind habsüchtige, gierige, selbstsüchtige, gewalttätige Menschen, die mich ständig attackieren und keinerlei Grenzen respektieren. Ansonsten könnten sie ihren "Wohlstand" nicht derart auf dem Rücken und der Ausbeutung der Tiere errichtet haben.

      Danke, Herr Rottenfußer, daß Sie sich der Sache der wehrlosen Kreatur angenommen haben.

    • Hervorheben, im Zusammenhang mit Corona, würde ich gern auch noch einmal das hier:

      "Die moderne Massentierhaltung fordert auch von uns Menschen einen hohen Preis. Das Fleisch auf unseren Tellern enthält Rückstände von Pestiziden, Hormonen, wachstumsfördernden Substanzen, Insektiziden, Tranquilizern, radioaktiven Isotopen, Herbiziden, Antibiotika und Appetitanregern. Der menschliche Fleischesser dient, da er am Ende der Nahrungskette steht, all diesen Stoffen als „Endlager“.
      (…)

      „Antibiotika werden neben der Eindämmung von Mastitis auch als Masthilfe zur Leistungssteigerung eingesetzt, was offiziell nicht erlaubt ist, sich aber von der Verwendung als Arzneimittel kaum unterscheiden lässt. Zusätzlich können Pestizide, Herbizide, Rückstände von Desinfektionsmitteln (hauptsächlich Chloroform) und Schadstoffe (Schwermetalle, PCB) in der Milch vorkommen, die beispielsweise über Futtermittel als Rückstände in der Milch zurückbleiben und hin und wieder in Form von Lebensmittelskandalen publik werden.“

      Hier liegt der Zusammenhang erhöhter Infektionsanfälligkeit mit Fleisch- und Milchkonsum doch eigentlich klar auf der Hand, oder?
      Fleischesser und Milchtrinker nehmen regelmäßig Antibiotika zu sich. Fragen Sie doch mal Ihr Mikrobiom, was es dazu sagt, – Früher hieß es Darmflora – eines der stärksten Abwehrsysteme des menschlichen Körpers.
      Und fragen Sie auch mal Ihre Thymusdrüse, was sie dazu meint 🙂

      Systemischer Vorschlag: Sie stellen zwei Stühle einander gegenüber. Der erste steht für Sie selbst in Ihrer Gesamtheit.
      Der zweite steht für eine beliebige Entität.
      Fragen Sie auf dem ersten Stuhl sitzend, Ihr gegenüber, was er sie es vom Milchkonsum hält.
      Nehmen Sie dann auf dem zweiten Stuhl platz und fragen sich, was wen Sie gerade verkörpern.

      Sie können auch steuern und beispielsweise bewußt als Immunsystem dort Platz nehmen.
      Sie werden sich wundern, welche Weisheiten und Wahrheiten in Ihnen auftauchen.
      Die Plätze können mehrmals gewechselt werden. Sie tauchen in verschiedene Rollen.

  9. Herzlichen Dank für diesen guten Artikel! Hoffentlich sensibilisiert er einige LeserInnen für die Zustände, die dringender Änderung bedürfen.

    Und was den Milchkonsum angeht, so bin ich sicher, dass jedeR, der/die noch nicht völlig abgestumpft ist, diesen aufgeben würde, wenn er einmal miterlet hat, wie sehr Kuh und Kalb unter der "produktionsbedingten" Trennung leider.

    Ich selbst habe einmal miterlebt, wie eine Mutterkuh aus dem Stall ausgebrochen, ein Gatter, einen Knick, einen Stacheldrahtzaun und einen kleinen Graben überwunden hat, um zu ihrem für den Antransport am nächsten Morgen auf einer Weide separiertem Kalb zu kommen. Das Kalb und die Kuh schrien dabei die ganze Zeit so herzzerreißend, dass ich es heute noch hören kann.
    Hätte ich damals nicht schon lange Jahre vegan gelebt, hätte ich spätestens dann damit begonnen.

    Fassungslos hat mich die Reaktion des Bauern gemacht, der mir auf meine Nachfrage am nächsten Morgen erklärte, dass er die Mutterkuh gleich mit hat abtransportieren, weil mit der "kein Zusammenarbeiten" sei.
    Nein, da kann ich so lange überlegen wie ich will, mir fällt nichts, aber absolut gar nichts ein, womit ich das Verhalten des Bauern anders erklären könnte als mit purer Machtgier. Widerwärtig.

  10. Gute Beitrag, dazu fehlt der Link zu Gary Yourofsky seinem wirklich absolut fantastischen Beitrag: https://www.youtube.com/watch?v=ZCMAIMnI8iw

    Und, was mir noch fehlte, ist der Hinweis, dass nicht nur die Tiere in der Massentierhaltung frühzeitig sterben, durch den massenhaften Verzehr von Fleisch – nein auch Menschen. In der westlichen Welt durch eine vielzahl an Erkrankungen, wie z.B. Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfällen etc. (eine wirklich gute Dokumentation zu diesem THema ist: Eating you alive oder Gabel statt Skalpell) und in der sogenannten dritten Welt durch Nahrungsmittelknappheit, durch billig Fleisch (was in den westlichen Ländern keiner haben will, wird in Afrika billig verkauft und macht dort den Bauernstand kaputt)…

    Für alle "Sportler" unter den Lesern hier sei die Doku "The Game Changer" noch sehr empfohlen…

    • " …durch Nahrungsmittelknappheit, durch billig Fleisch "

      Wenn das, was man an Grünnahrung und Getreide verfüttert, um nur ein Kilo Fleisch – ich weiß gerade nicht genau, wieviel Kilo das sind, jedenfalls gut das Hundertfache, wahrscheinlich mehr – zu "produzieren" nach Afrika ginge, dann wären dort alle Hungersnöte schnell wenn nicht beendet, so doch zumindest abgemildert.

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