Die Links-Rechts-Demagogie. Ein Interview mit Rainer Mausfeld.

Interview von Jens Wernicke mit Professor Rainer Mausfeld in den NachDenkSeiten vom 05.08.2016.

KenFM empfiehlt diesen Artikel. Hier der Link zum Text: http://www.nachdenkseiten.de/?p=34504

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24 Kommentare zu: “Die Links-Rechts-Demagogie. Ein Interview mit Rainer Mausfeld.

  1. Mit seinen Worten über die Grundsätze der Aufklärung, seinem Beispiel David Hume und seinem Verweis auf die Ebenen „individuelle Personen und politische Gruppierungen“ zeigt doch Mausfeld sehr deutlich, dass man die Begriffe „rechts und links“ als Ausdruck politischer Orientierung in den Mülleimer der Geschichte werfen kann.

    Wenn es nicht einmal einem Philosphen gelingt, den Widersinn in seiner politischen Selbstwahrnehmung zu erkennen, wie sollte man es von dem durchschnittlich gebildeten Bürger erwarten? Dem Schlagwort „links“ mag Herr Mausfeld Werte der Aufklärung zuordnen, doch was ihm die breite Masse der mehr oder weniger politischen Bürger zuordnet, ist ein Mischmasch aus vagen Gefühlen und ungefähren Gedanken über das, was man als „links“ zu verstehen hat.

    Genau deshalb sind die Worte alles- und nichtssagend, und damit bestens geeignet, von den Massenmedien beherrschenden Eliten mit Bedeutungsinhalten gefüllt zu werden, die ihnen genehm sind. Daran ändert auch ein Interview in den Nachdenkseiten nichts oder ein Video auf KenFM.

    Mir erschließt sich auch nicht der Sinn, statt „prinzipelle Gleichwertigkeit aller Menschen“ sowie „ernsthafte demokratische Gesellschaftorganisation“ den Ausdruck „links“ zu verwenden. Während Erstere relativ konkret sind, ist Letzterer völlig vage.

    Oder anders formuliert:

    „Die Linken“ kann man kritisieren, ohne von der Mehrheit für einen Demokratiegegner gehalten zu werden.
    Doch „Befürworter der direkten Demokratie“ kann man schwerlich kritisieren, ohne von der Mehrheit als Demokratiegegner geoutet zu werden.

    Wir sollten uns um konkrete Inhalte bemühen, nicht um leere politische Konservendosen.

    Hier die Mausfeld-Zitate, auf die ich mich beziehe:

    Die Behauptung, eine Links-Rechts-Unterscheidung hätte sich historisch überlebt, würde also letztlich beinhalten, dass sich die Leitideen einer prinzipiellen Gleichwertigkeit aller Menschen und einer ernsthaften demokratischen Gesellschaftsorganisation überholt hätten – eine These, die natürlich gerne von denen vertreten wird, deren Macht gerade auf rassistischen, chauvinistischen, nationalistischen oder exzeptionalistischen Ideologien basiert.

    In der Sache sind links und rechts in der Tat Gegenpole und können daher in der Substanz so wenig Berührungspunkte miteinander haben wie Aufklärung und Gegenaufklärung oder wie Demokratie und Elitenherrschaft.

    Das war auch zur Zeit der Aufklärung nicht anders. Beispielsweise gilt der große schottische Philosoph David Hume als zur Aufklärung gehörig; gleichwohl sah er Schwarze „von Natur aus den Weißen unterlegen“ an, vertrat also rassistische Auffassungen.

    So war Hume einerseits von den Leitidealen der Aufklärung fasziniert; zugleich vertrat er – weil er eine mögliche Gefährdung seiner eigenen privilegierten Lebensform fürchtete – ein gesellschaftliches Weltbild, das die damalige gesellschaftliche und kolonialistische Praxis rechtfertigte.

    Noch einmal: In der Sache kann es im Kern keine Berührungspunkte zwischen links und rechts geben; auf der Ebene individueller Personen und Gruppierungen ist jedoch so ziemlich alles an Kombinationen politischer Einstellungen möglich.

    • @Freiherr von Irgendwo

      Ich sehe es wie Sie – und doch nicht so. Allein aus praktischen Gründen.

      Aus Ihrem Mülleimer entsteigt gewissermaßen eine Jahrhundertaufgabe: Wie sollten im politischen Alltagsdiskurs die klaren Gegenpositionen zu den (in Deutschland, in der EU, global) etablierten kapitalistischen (Parteien-)Ideologemen genau jenem „durchschnittlich gebildeten Bürger“ sonst nahegebracht werden, als über einen klaren Grundkatalog des Gesellschaftsbildes, das mit einem schlichten Begriff, etwa „links“, transportiert wird? Etwa die „Prinzipielle-Gleichwertigkeit-aller-Menschen-Partei“ oder –„Bewegung“, die PGMP?
      Die Denunziation und Diffamierung, Verdrehung, Verfälschung und Entstellung dieses Begriffs seitens der Herrschenden – was ist Neues daran? Wo die bessere, praktische Lösung? Gut, im Neoliberalismus ist die Dimension freilich noch eine ganz andere, zugegeben. Und dass es innerhalb des Spektrums, das sich als links bezeichnet nur so wimmelt von, sagen wir, anstrengenden bis hin zu gefährlichen Plagiatoren ist ebenfalls nicht neu. Trotzdem, bei allem Überwindungswürdigen: Das Links-Rechts-Schema als Blitz-Erkennungs-Trigger, wo im Groben (!) das eine und das andere zu verorten ist, hat noch lange nicht ausgedient.

      Die Epoche, in der das alles nicht mehr nötig ist, sehe ich auch langfristig nicht.

      Sie schreiben „Wenn es nicht einmal einem Philosphen geling“, ja – dann ist das völlig normal! Was sollte Philosophie auch können? Eine schreckliche Marotte. 🙂

    • Links ist eine Ortsangabe. Wenn man diese nicht durch konkretere Attribute ersetzen kann, die das Wesentliche auf den Punkt bringen, betreibt man Politik von gestern – also konservative.
      Nehmen wir bspw. das Attribut „sozialistisch“. Da denkt kaum einer an „sozial“ – ein Schlagwort, das im übrigen auch die CSU und SPD im Namen führen – sondern an DDR. Und denkt man an DDR, denkt man auch an die alte Sowjetunion. Kein Glücksgriff also – weder sozial noch sozialistisch, aber immerhin konkret.
      Wählt man aber bspw. das Attribut „menschlich / human“, dann lässt sich daran nicht so viel herumdeuteln. Selbst wenn Propagandisten in puncto Krieg von humanen Absichten sprechen – also quasi einen humanen Krieg, lassen sich nur ausgesprochene Dummköpfe einen Krieg als humanitäres Unterfangen verkaufen. Denn die Alternative wären humane diplomatische Lösungen.
      Wenn ich die Wahl hätte zwischen jemandem, der offensichtlich humanitäre Ziele verfolgt und jemandem, der sich zu irgend einer Sparte des breiten linken Spektrums zählt, würde ich mich ohne Zögern für Ersteren entscheiden.

  2. Lieber Herr Jebsen,

    konnte dieses Interview Ihre immer wieder verbreitete These, es gäbe kein Links und kein Rechts mehr, zumindest etwas ins Wanken bringen? Nach allem, was Ihnen durch „Linke“ an Diffamierungen und Unrecht widerfahren ist? Ich denke, Mausfeld hat wirklich glasklar gemacht, um was es beim „linken Projekt“ geht – und dass es aus sich selbst heraus keine, absolut keine Überschneidungen mit z.B. der AfD geben KANN.

    • @Reyes Carrillo

      heißt das für Sie, daß man mit diesen Leuten nicht reden kann?

      Andere Leute in dieser Weise auszugrenzen scheint mir nicht kompatibel mit den Ideen der Aufklärung. Und somit auch nicht kompatibel mit einem genuinen linken Projekt.

      Selbstverständlich muß man auch den Dialog mit diesen Leuten suchen. Zumindest mit denjenigen unter ihnen, die dialogfähig sind. Und ich denke nicht mehr und nicht weniger ist bezüglich dieser Leute das Anliegen von Ken.

    • Lieber W. Schürer,
      hätten Sie Ihre Einschränkung, mit denen zu reden „die dialogfähig sind“ an den Anfang gesetzt und nicht in die vorletzte Zeile, dann wäre das redlicher gewesen. Wie kommen Sie dazu, mir zu attestieren, ich würde irgendwen „in dieser Weise ausgrenzen“? Wenn Sie das Interview aufmerksam gelesen haben, ist genau dies Mausfelds Konklusion, ohne jedoch den Schluss daraus zu ziehen, den Sie eben mal so mir unterstellen.
      Herr Jebsen hat viel dazugelernt und lernt dazu; das vor allem zeichnet ihn aus. Möglicherweise kennen Sie seinen Werdegang nicht richtig. Natürlich hat auch Herr Jebsen eine Entwicklung vollzogen, so wie hoffentlich wir alle. Ich „kenne“ ihn noch als Radiomoderator, hatte mich auch etwas in seinem Streit mit Broder engagiert usw. Und es gab da die „Vaterfigur“ Elsässer, von der er sich erst lösen musste. So ist das eben im Leben, wenn man, wie gesagt, lernfähig ist. Und: Es ist doch der Protagonist selbst, der immer davon sprach und spricht, das Rechts-Links-Schema sei überholt. Deshalb mein kritischer Eingangskommentar. Fazit: Ich finde die Entwicklung von Ken Jebsen spannend, wohltuend authentisch und seine Arbeit insgesamt als einen Segen.

    • @Reyes Carrillo

      Ich kann Ihnen nur zustimmen.

      Ob Elsässer für Ken eine Vaterfigur gewesen ist, bezweifle ich.
      Ken wollte, soweit ich das sehe, immer autark sein.

      schaut noch mal:
      KenFM im Gespräch mit Jürgen Elsässer über: Feindbild Familie
      schon aufschlussreich ….

    • Lieber Reyes Carillo,

      wie kommen Sie denn darauf, daß ich Ihnen etwas unterstelle?

      Mein erster Satz war eine Frage und keine Unterstellung. Tut mir leid, wenn die Reihenfolge meiner Sätze zu dem Eindruck beigetragen haben sollte, daß ich Ihnen etwas unterstelle.

      Das war auf keinen Fall meine Absicht.

      So lange wie Sie kenne ich Ken Jebsen noch nicht. Ich bin erst durch den unsäglichen Beitrag von Jutta Dittfuhrt in einer 3SAT-Sendung auf die Friedensbewegung und Ken Jebsen aufmerksam geworden. Seitdem bin ich begeisterter Leser dieses Portals.

    • Lieber W. Schürer,

      vielen Dank für die Lösung meines Missverstehens!

      Oh ja, was war das für eine unsägliche Diffamierung in enger Umarmung mit dem transatlantischen-3SAT-TV! Das sind eben diese heftigen Tritte gegen die linke Idee, die von rechter Seite niemals so wirkungsvoll sein könnten: Dieses erbärmliche Geschäft muss schon u.a. eine „ultralinke“ Dogmatikerin verrichten, die vermutlich lieber mit ihrem Antisemitismus-Knüppel ins Bett steigt als…, lassen wir das. Auch Ulla Jelpke war sich nicht zu schade, in der jW gegen Jebsen zu hetzen. Und die jW selbst rief derweil die tief zerstrittene, selig vor sich hin dösende „alte“ Friedensbewegung via ihres Bauchredners Monty Schädel zum alleinigen – ideologiebegründeten – „Rechteinhaber“ (!) für alle Fragen von Krieg und Frieden aus. Und fröhlich tobten die Kriege… Rainer Rupp schließlich, immerhin Redaktionsmitglied der jW, verfasste dann eine kluge, wichtige Gegenposition zu der geradezu albernen Haltung seiner Rest-Redaktion. Eine Veröffentlichung dieser Schrift wurde – demokratisch! – von dieser abgelehnt und Rupp musste in Gellermanns Rationalgalerie anklopfen, die dann sein Plädoyer nach Überwindung des Ideologischen in der Grundfrage von Krieg und Frieden freilich sofort veröffentlichte. Ich könnte jedenfalls an der Verfassheit vieler, vieler Linker/“Linker“ Tag und Nacht verzweifeln.

      So gesehen: Natürlich darf es, und der Kampf für den Frieden ist das beste Beispiel, keine Berührungsverbote mit wem auch immer geben! Da sind wir absolut einer Meinung.

    • Lieber Reyes Carillo,

      ja, diesen ganzen Zirkus habe ich dann natürlich mitbekommen.
      Fernsehen schaue ich schon seit fast 30 Jahren nur äußerst sporadisch. Ich besitze auch kein solches Gerät. Das Ditfurth-Interview sah ich – wenn ich mich recht erinnere – in der Mediathek oder auf Youtube. Ich wurde beim stöbern im Internet darauf aufmerksam, daß es da jetzt was Neues gibt: Montagsmahnwachen und daß man laut Jutta aufpassen müsse, da die rechts unterwandert sind. Da wollte ich mich natürlich informieren.

      Und das war ein echter Glücksgriff! Von da an wurde Ken mein täglicher Einstieg in die Nachrichtenwelt. Vorher „informierte“ ich mich noch über SPIEGEL-Online. Diesen Abklatsch eines einstmals hervorragenden Nachrichtenmagazins besuche ich seitdem höchstens noch wenn mal ein Verweis aus den Nachdenkseiten dort hin verweist.

  3. Als „normalo“ bin ich durchaus in der Lage, das was in diesem Interview gesagt wurde, geistig zu erfassen und ich stimme dem zu.
    Nur wird es nicht viel bringen, vor einem anstehenden nationalen Konflikt (Deutschland aber auch in anderen europäischen Ländern) über die Ursachen zu sprechen und THEORIEN zu diskutieren, wenn die Machthaber dieses Landes in der PRAXIS alles kaputt machen und ungebremst realitäten schaffen, die wir alle sehr teuer bezahlen werden. Meiner Meinung nach, müssen wir uns (leider) der Praxis zuwenden und auch Entscheidungen treffen, die sehr wahrscheinlich neues Unrecht hervorrufen.
    Ich betone LEIDER!
    Extreme Zeiten, erfordern extreme Maßnahmen und hier kommt eine Parallellogik zum Zuge, die so verwerflich als auch unmenschlich ist:

    Friss, oder stirb!

    Wir wissen alle, so denke ich, wo der „Feind“ sitzt. Jeder Volltrottel sollte mittlerweile begriffen haben, worum es geht.
    Das stellt uns alle vor unliebsame Aufgaben, die zu bewältigen ein großes Opfer darstellen.
    Ich bin meiner Einstellung nach links und ich kann rechtem Gedankengut nicht viel abgewinnen. Es wird aber, in naher Zukunft, eine Zeit geben, in der wir froh sein werden, „Glatzen“ zu haben. Es schmeckt mir nicht, aber es wird so sein.
    Wenn das für den einzelnen zu finster aussieht, tut es mir Leid, ich hätte auch lieber etwas anderes.
    Es war seit jeher so, der kleine Mann blutet, nicht die mit den Privatflugzeugen.

    P.S. Ich mag den Mausfeld

    • „Es wird aber, in naher Zukunft, eine Zeit geben, in der wir froh sein werden, „Glatzen“ zu haben. Es schmeckt mir nicht, aber es wird so sein.“ (Parallellogik)
      Könen sie das näher ausführen?
      Sonst kann ich Ihnen folgen.

    • Ich bitte um Entschuldigung, dass ich erst jetzt antworte. Ich glaube, dass wir gar keine Zeit mehr haben, in Flügelkämpfen zu versinken und das der etwas extremere Nationalist (Glatze) eher bereit sein wird etwas für seine Heimat zu tun.
      Es geht hier nicht mehr um Links, Rechts oder Mitte. Das sind, für unsere heutiges Problem, überholte Vorstellungen, klassisches teile und herrsche Gedöns.
      Um auf Ihre Kernfrage zurückzukommen: die „Glatze“ wird aufrecht kämpfen, wärend der metrosexuelle Hipster sich in die Hose macht und sich bückt, zum Sklaven macht.
      Ich weigere mich zu glauben, dass das alles, mit unserem Volk, gewesen sein soll!
      Sind wir denn wirklich zu Idioten geworden?

  4. Ich hab mich da falsch ausgedrückt.
    sorry – ich meine das Denken in Rechts- und Linkskatigorien nicht hilfreich sei.
    Oder das Rechts-Links-Diskussion zu nichts führt.
    Mein Fehler

  5. Hallo Ken
    Vielen Dank für all die interessanten Interviews.
    Eine bitte hätte ich aber doch.
    Dr.Mausfeld sprach am Anfang des Interviews von der Parlamentarischen Demokratie und das die europäischen Politiker Angst davor haben, den Souverän zu fragen. Es ist mir vorgekommen als ob die PD Gott gegeben ist. In keinem Wort wurde euer Nachbar, die Schweiz mit der Direkten Demokratie erwähnt. Die Pros und Cons darüber hätten doch auch diskutiert werden können?

    Im allgemeinen wird die CH und auch die A Politik, obwohl mit manchmal den jeweiligen Gästen, bei KenFm ausgeblendet. Obwohl es doch auch für das D Publikum interessant wäre, was auf der anderen Seite der Grenze geschieht. KenFm spricht ja die ganze DACH Region an.

    Nichts desto trotz, meinen Support hast Du.

    Grüsse aus der Schweiz

    ibiala

  6. Im Gespräch Ken Jepsen mit Prof. Rainer Mausfeld wurde auch auf dieses Thema eigegangen.
    Darauf gab es bis jetzt keine Reaktion von den Zuhörern.
    Das das Links – Rechts Denken „abgeschafft gehört, habe ich schon oft hir gehört und es wurde, auch von mir, nicht wiedersprochen. (Asche auf mein Haupt)
    Das dieses Denken abgeschafft werden soll, ist auch Ziel des Neoliberalismus und seiner Orwellsche Umdeutung.

    „In der Sache kann es im Kern keine Berührungspunkte zwischen links und rechts geben; auf der Ebene individueller Personen und Gruppierungen ist jedoch so ziemlich alles an Kombinationen politischer Einstellungen möglich. Auch hier bedarf es einer kontinuierlichen Aufklärungsarbeit, um die Unverträglichkeiten bestimmter politischer Überzeugungen mit den Leitidealen der Aufklärung und somit mit dem Kern des linken Projektes aufzuzeigen.“ Prof. Rainer Mausfeld

    Hintergrund dieser Thematik wird sehr gut im Interwiev rausgearbeitet und ist sehr lesenswert.

    Mein Herz schlägt Links.
    P.S. Erst das Interview bis zu Ende lesen – dann antworten.
    Ein „Falschwörterbuch“ gibt es das schon – sonst müsste ein geschrieben werden!
    (so etwas gehört in den Baukasten)

    • Ein „Falschwörterbuch“ gibt es das schon – sonst müsste ein geschrieben werden!
      (so etwas gehört in den Baukasten)

      Es gibt bei dem Link ein Falschwörterbuch, aber es ist unvollständig. Es fehlen noch eine Reihe von Begriffen.

      Es gibt einen kleinen Eindruck von dem, was in Richtung Werkzeugkoffer getan werden könnte und getan werden sollte, für die Personen, die ein Interesse an mehr Solidarität haben.

      Ich habe Bezug zu diesem Thema genommen. Vielleicht nicht öffentlich.
      Mein persönliches Ziel könnte darin bestehen, viele Menschen zu finden, die arbeitsteilig ihren Beitrag zu einem umfangreichen Werkzeugkoffer leisten wollen.

      Wobei umfangreich u.A. folgende Bereiche abdecken sollte:

      – Definition Neoliberalismus : was ist er genau – woher kam er; was sind seine Wurzeln – wem nützt er?
      – historische Einordnung einzelner Wörter des „Falschwörterbuchs“ -> aktueller Umgang mit bestimmten Wörtern in aktuellen und früheren Kontexten.
      – Medienpositionierung: welche Medien berichten wann was? In wessen Interesse? Wem gehören die Medien?

      Es gibt noch einige Punkte, die ich ergänzen könnte – aber: ich schrieb vorhin schon beim Hauptinterview mit Rainer Mausfeld etwas dazu.

      Es ist und kann keine Einzelarbeit sein, geschichtliche Ereignisse, aktuelle Sprachcodes ( Falschwörterbuch), sowie Verpflechtung medialer Interessen und Benennung der Nutznießer, sowie die kleinen Schritte der persönlichen und globalen Veränderung aufzuzeigen.

      Wer das als seine persönliche, einzelne Aufgabe ansieht; viel Spaß in den nächsten 3 Leben – bzw. die Person braucht ein extremes Maß an Narzissmus, um sich selbst zu motivieren, all diese Zusammenhänge verständlich der Bevölkerung gegenüber aufzuarbeiten und entsprechende, mediale Vernetzungsmöglichkeiten der Verbreitung. Darüberhinaus auch Vernetzungen vor Ort.

      Wie gesagt: ähnliches schrieb ich schon in einem anderen Kommentar – aber: bisher kam keine Reaktion… bleibt abzuwarten, wie viele Menschen wirklich innerlich soweit und bereit sind, sich über der reinen Kommentarmöglichkeit hier zu vernetzen und an etwas größerem gedanklich und handelnd zu arbeiten.

      Schlimmstenfalls mache ich das irgendwann alleine – aber es wird nie so gut werden, als wenn viele Menschen sich vernetzen würden…

    • Das das Links – Rechts Denken scheint nicht von Belang zu sein.
      Das hab ich befürchtet. Ken scheint das anders zu sehen.
      Der nächste Beitrag geht vom ihm in die gleiche Richtung –> Radikal-Demokratie.
      Na dann „Gute Nacht“!
      KurzerLichtblick: da müssen wir mal reden.
      Wenigstens ein kurzer Lichtblick! 🙂
      Schicke mir mal Deine Festnetznummer, wenn das mit dem Vernetzen ernst gemeint ist.

    • @schwarz ist weiß

      >> „Das das Links – Rechts Denken „abgeschafft gehört, habe ich schon oft hir gehört“

      Ich kann mich nicht erinnern, das in dieser Form hier jemals gehört oder gelesen zu haben. Was ich sehr wohl gehört und gelesen habe ist, daß man keine Berührungsängste haben sollte. Unter anderem auch deshalb weil nur Reden hilft um sich gegenseitig seine Standpunkte klar zu machen. Und dieses Vermeiden von Berührungsängsten proklamiert Ken nicht, damit wir uns die rechten Standpunkte zu eigen machen. Sondern ganz im Gegenteil um durch Diskussionen und Aufklärung verirrte Schäfchen in die richtige Richtung zu führen.

      Das finde ich höchst lobenswert. Es macht ja schließlich keinen Sinn, daß Linke sich immer nur gegenseitig überzeugen. Das sollte überflüssig sein.

      Daß es heutzutage – grade unter wenig politisierten und jungen Leuten – viele verirrte Schäfchen gibt ist anzunehmen, angesichts manch höchst eigenartiger Vertreter – um nicht zu sagen ganzer Parteien (SPD, Grüne) – die sich als links bezeichnen. Da kann man schon mal durcheinander kommen.

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