Die Macher: Erwin Thoma – Holz100

Kapieren, Kopieren, Kooperieren.

Erwin Thoma ist ein Pionier in Sachen Holz. Er baut in 33 Ländern Häuser, die zu 100 % aus Holz gefertigt werden. Seine Konstruktionen sind erdbebensicher. Sie erfüllen deutlich höhere Brandschutzklassen als Häuser aus Stahl und Beton und hinterlassen, weder bei der Produktion, noch bei theoretischem Abriss, das, was man Müll nennt.

Häuser von Erwin Thoma orientieren sich an einer Kreislaufwirtschaft, die den Wald kopiert. Der Wald ist ein komplexer Lebensraum, der sämtliche Materialien selber erzeugt und zu 100 % recycelt. Kann der Mensch dieses System übernehmen?

Ja, das kann er, wenn er das System verstanden hat. Wenn er bereit ist, es zu kopieren und wenn er die Idee dahinter erkennt: Kooperation statt Konfrontation.

Enkelkompatible Wirtschaft und Nachhaltigkeit sind die Zukunft, will der Mensch als Spezies überleben. Ressourcenkriege wie in Middle East wären unnötig, würde man beginnen, komplett auf regenerative Energie umzustellen, würde man vor allem beginnen, Energie zu sparen.

Thoma baut Häuser auch in der Alpenregion mit ihren klirrenden Wintern. Trotzdem kommen seine Gebäude OHNE Heizung aus. Die Vollholzgebäude kopieren mit ihrer Klimatechnik die Idee von Ameisenhaufen. Strom wird über ein Solardach erzeugt – 100 % autark.

Diese Häuser sind weit mehr als Wohnorte. Sie sind gelebte Friedensbewegung, denn sie machen NATO-Beutezüge nach Gas und Öl unnötig. Aber Thoma ist mehr als ein Volkswirt, der das Jahrhunderte alte Wissen der Holzarbeiter von einst anwendet, um ganze Städte aus Holz zu bauen. Thoma war der jüngste Förster Österreichs. Er lebte zusammen mit seiner Frau im Karwendel-Tal und lernte dort nicht nur, das Wesen der Natur zu erkennen. Er lernte auch, als er regelmäßig eingeschneit über Wochen von der Außenwelt abgeschnitten war, sich selbst zu dechiffrieren – als Mensch.

Sei selber der Wandel, den du sehen willst. Thoma setzt um. Er ist ein Macher und startet damit die KenFM-Serie „Die Macher“, die wir am 1.10.2016 vor dem Kanzleramt angekündigt haben.

Hier der Link zum Interview mit Erwin Thoma: https://kenfm.de/erwin-thoma/

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Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://www.kenfm.de/kenfm-unterstuetzen/

14 Kommentare zu: “Die Macher: Erwin Thoma – Holz100

  1. Verwandte von mir haben vor rund 7 Jahren mit Thoma gebaut und bei einem Besuch derer bin ich anschließend nicht mehr von diesem Konzept abzubringen gewesen. Es gibt nichts nachhaltigeres, effizienteres oder gesünderes Wohnen.

    Als ich dann mit meinen 28 Jährchen an die Umsetzung ging, hatte ich nicht viel EK, da weder geerbt noch begünstigt durch Geldregen. Ein guter Freund ist Bauplaner, Projektmanager, Architekt und früher mal Zimmermann. Mit Hilfe so einer Kompetenz konnten wir das Holzhausprojekt tatsächlich umsetzen.

    Die Baukosten mit einem örtlichen Zimmermann beliefen sich auf rund 280t€ mit viel, viel Eigenleistung (bei Dielen, Douglasien-Fassade, Außenanlage, etc.) für ein 123m²-MassivholzHaus mit Carport. Bei den Anbietern (jeweils nie direkt, sondern nur über Partner) von Holz100 und NURHOLZ landeten wir bei rund 480t€. Das ist für uns nicht realistisch gewesen, auch bei 2% Zinsen nicht.

    So ehrlich muss man leider sein. Thoma ist klasse, aber bisher nur für Privilegierte. Bei Interesse gebe ich gern die Kontaktdaten des Zimmermanns weiter, er baut massiv, etwas einfacheres Konzept, aber gleich ökologisch, gesund und nachhaltig – und wesentlich günstiger.

  2. Ich verbringe viel Zeit in meinem Leben auf Baustellen und sehe die Problemlage genauso: Müll und hässliche Gebäude aus giftigen Materialien verschlechtern das Leben der darin hausenden Sklaven noch weiter, zusätzlich durch den Druck durch den Kapitalismus und den Staat.
    Auch die Arbeitsbedingungen sind nicht nur verbesserbar, sondern schreien nach einer radikalen Umwälzung des ganzen wirtschaftlichen Systems.
    Ich rede hier nicht nur von der „Entlohnung“, die nichts anderes als Diebstahl und Betrug darstellt, sondern ich rede von dem allgemeinen Stand, den ein Arbeiter und eine Arbeiterin im gesellschaftlichen Gefüge inne haben. Und genauso rede ich von der parasitären Stellung der Unternehmerklasse, die ohne die Arbeit derer, die unter ihnen stehen und bei all dem Applaus für „unternehmerische Fortschritte“ außen vorbleiben.

    Das Hol100 Konzept ist technisch eine gute Sache. Ökologisches Bauen ist das mindeste – Beton und Glas, wie es in der Folge davor angesprochen wurde – ist eine Zivilisationsschande.
    Aber in den knastähnlichen Gebäuden, die in Städten die Nachfrage (Nicht den Bedarf!!!) nach Wohnraum stillen sollen, kann man viel erkennen.

    1. Sie sind einförmig, wie auch das Leben der darin „lebenden“ Arbeiterklasse.
    2. Sie sind profitabel, sodass einige „Eigentümer“ am Ruin vieler „Mieter“ verdienen. Das ist genauso „normal“, wie ein Unternehmer an der Arbeit von tausenden Arbeitern verdient, obwohl er dafür keine rationale Argumentation parat hätte.
    3. Sie weisen kein individuelles Merkmal auf: Für die Bourgeoisie, deren „Archtitekten“ uns diese Gefängnisse bescheren sind wir nur eine pauschale Masse – homogen, denn wir dienen nur einem Zweck: Wie Vieh zu schuften und das zeigen schon diese Betonbunker, die wir wie Ställe beziehen sollen – schön nah an den Industriezentran gelegen oder den „Verkehrsadern“, damit wir es nicht weit zum Ausbeutungsplatz haben….

    Dem kann aber leider nicht nur der Wandel in der Baustoffindustrie bzw. in der Beheizung der Räumlichkeiten Abhilfe schaffen. Es ist das ganze äußere Wirtschafts- bzw. Machtgefüge, welches einer „Renovierung“ bedarf… einer Warmsanierung…
    Wir sehen in der Sendung über den Holzmann einen Unternehmer, der sein Ding gemacht hat. Deshalb ist er ja auch ein Macher – oder?
    Ich meine mal zu 99% sind diejenigen, die die Häuser da tatsächlich zusammenbasteln mindestens genauso „Macher“, wenn nicht noch mehr – denn ohne ihre Hände….. und ich widerspreche dem Holzmann in dem, was er bezüglich zu geben und nehmen gesagt hat: Es geht nicht darum, dass ein Unternehmer freigiebig „gute Löhne“ zahlt!
    Es geht verdammt noch mal darum, dass die gesellschaftlichen Stellungen aufgebrochen werden!!!
    Es kann nicht sein, dass der Ken Jebsen nur mit dem Unternehmer redet, aber nicht die Arbeiter nach ihren Belangen selbst befragt! Wer weiß, vielleicht ist es gar nicht so weit her mit den „guten Löhnen“ – und wie sieht es mit der Lebensqualität aus? Wieviel ist ein „guter Lohn“ im Austauch mit Bandscheibenvorfall und Tinnitus in der lauten Halle da, jeden Tag 8h, von den ganzen anderen Gefahren, wie Maschienen, Staub usw. gar nicht zu sprechen.

    Also ich seh aus diesem zweiteiligen „Dossier“ durchaus schlechte Dinge heraus.
    Der technische Fortschritt ist ok, aber der ist sowieso lange überfällig. Was aber das soziale anbelangt ist das ganze etwas rückschrittlich. Ich hätte gerne erfahren, wie sich die Menschen im Betrieb organisieren, wie sie sich vor „Standortschutz“ und (kapitalistischer) „Rationalisierung“ schützen usw.
    Man muss sich im Klaren darüber sein, dass all das Gerede vom erfrischenden Wald für die Arbeiter in Halle da nicht gilt!

    Ich fände es super, wenn die Arbeiter den Betrieb in Selbstverwaltung übernommen hätten, sich im Vorfeld die Kenntnisse dazu angeeignet hätten und das ökologische Prinzip dieses Betriebes selbst weiterführen würden.
    Aber das einzig dezentrale ist ja wieder nur das Outsourcing auf örtlich ansässige Betriebe – und da wurde natürlich auch nicht überprüft, ob die Konditionen fair sind, vielleicht macht es der Holzmann wie Amazon – ich will ihm nichts unterstellen, aber es ist überhaupt nicht hinterfragt worden, welchen kapitalistischen „Alternativlosigkeiten“ sich der Holzmann unterwerfen glaubt zu müssen….

    Also ich will im Betrieb nicht mehr so ein Zahnrad sein, welches einfach nur gehorchen muss und ich sehe bei meinen Kollegen, wenn man sie mal lässt, dass sie alle kreativ und selbstverantwortlich sein können und dass das eine wahnsinnige Bereicherung für die ganze Gesellschaft wäre!!! Aber ich sehe auch, dass sie eben immer dieses Zahnrad im Betrieb bleiben werden, Teil einer Maschine, die eigentlich für den Eigentümer, Boss, Unternehmer oder so steht und das ist einfach scheiße! Das spaltet die ganze Gesellschaft in Klassen und die eine bekommt dadurch mächtig persönlichen Aufschwung und die andere verliert ganz große Teile ihrer Persönlichkeit. Das ist kein Fortschritt – da kann man „grün“ und „öko“ draufschreiben wie man will, davon lass ich mich nicht täuschen.

    Und jetzt noch die Seite von den Konsumenten:

    Zum Einen verbessern sich Lebensqualität, Gesundheit, Ökologie und vieles andere, wenn man in so einem Holzhaus wohnt. Es ist auch für die Arbeiter auf dem Arbeitsplatz in verschiedener Hinsicht besser:
    Weniger Gift, bis gar kein Gift, aber über Stäube, Lärm, Stress darf man sich wie gesagt unter kapitalistischen Bedingungen nicht hinwegtäuschen… Mehr Zufriedenheit mit der geleisteten Arbeit, etwas weniger Entfremdung usw.
    Die Natur interessiert mich nur in der Hinsicht, die ich ehrlich vertreten kann und das ist die Natur als Lebensraum meiner Menschheit.
    Wir Menschen sind meine Heimat und die Natur der Ort an dem wir stattfinden. Das macht sie für mich zu meinem Zu Hause. Daraus folgt dass alle ihre Bestandteile etwas sehr wertvolles sind – ich ergötze mich am Leben – in all seinen Formen. Aber – und das ist der wichtieg Punkt – der Mensch, darf für uns Menschen, niemals unter abstrakte Begriffe wie es die Natur werden kann, sinken!
    Das ist ganz wichtig – wer anfängt von der Menschheit als einem hassenswerten Objekt zu reden, dem kann ich nur die Therapie und die Lösung seiner Selbsthassdepression nahe lagen. Also wenn wir uns ein besseres Leben verschaffen wollen, dann muss klar sein, dass die menschliche Gesellschaft vor allem steht! Das Zwischenmenschliche, die Kultur im weiteren Sinne, muss das Höchste sein. Keine „Natur“ (extra mal in Anführungszeichen gesetzt, um nicht die reale Natur zu bezeichnen, sondern den abstrakten Kampfbegriff), kein Staat, keine Nation, keine persönlichen oder Klasseninteressen dürfen es wagen in unserem Handeln oder denken sich über die menschliche Gesellschaft zu stellen, weil das immer innerartliche Konkurrenz bedeutet und damit den unnötigen, selbstzerfleischenden Kampf des Menschen gegen den Menschen, dem wir endlich abschwören müssen, wenn wir wirklich an einer Verbesserung interessiert sind.
    Dazu müssen die uns spaltenden Attribute des Denkens und Handelns weg.
    Ich bin mir sicher, dass jeder auch begreift, dass wir ohne Gesellschaft aber mit Natur nicht existieren können.
    Wir alleine sind nichts und fehlerhaft bis zum gehtnichtmehr. Aber wir wachsen über uns hinaus, im wahrsten Sinne des Wortes, wenn wir zu mehreren an einem Strang ziehen. Und nur mit dieser vereinten Kraft schaffen wir es ÜBERHAUPT zu existieren – auch gegen die Natur – denn die Natur, das Leben ist zwar etwas wunderbar aufregendes, aber es ist eben auch oft gegen uns. Wir dürfen uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass jener Kampfbegriff von Natur falsch ist, der verschweigt, dass es dort schon gewaltige Probleme gibt, auch wenn man sich nicht unbedingt gegen die Natur stellt, wie es einem in seinem solchen Fall immer unterstellt wird.
    Die Natur bietet uns weder gutes noch schlechtes – man muss mit ihr klarkommen und so, aber sie ist nicht unsere primäre Lebensbasis, das ist die menschliche Gesellschaft. Als unsere sekundäre Lebensbasis ist sie sehr sehr wichtig, aber gesellschaftliche Belange gehen vor.

    Und aus diesem Grund ist es eben nicht ausschließlich positiv, was uns der Holzmann vorlebt. Ich war selbst im Simmerntal wandern, es war September diesen Jahres. Ich habe selbst die Holz100 Häuser gesehen, die dort gebaut wurden, in der Nähe des verlassenen Militär-Flugplatzes, zum Fuß des Gebirges hin, wenn ich mich nicht irre.

    Wir waren in einer kleinen Gruppe und genossen das alles um uns herum – die Bergluft, die schöne Sicht und die eigene Architektur. Zwischen den alten Bauernhäusern hatten sich verschiedentlich Leute in solchen modernen Holzbauten eingerichtet – herrlich! Ich kann euch sagen, dass uns nach einem solchen Leben in solchem Wohnraum dürstete!
    Ich kenne enge Zimmer, habe Erfahrungen mit 4qm Wohnraum gemacht und Armut und weiß daher so eine Art zu wohnen sehr wohl zu schätzen!
    Ich werde aber nie in so einem Ding residieren. Ist das jetzt Neid?

    Mein Kollege kam vor einigen Jahren aus der Türkei nach Deutschland, lebt mit seiner 5 köpfigen Familie in meiner Nähe, also unter ähnlichen Konditionen, wie ich, und schuftet mit mir im selben Betrieb. Er sucht seit Jahren besseren Wohnraum, seit Jahren weisen ihn sogar die blutsaugenden Mietfirmen ab, ich weiß nicht wie die heißen, diese Mietkartelle. Das muss man sich mal vorstellen… und dieser Mann und ich, die wir gerne mehr Ökologie und Freiheit in unserem Leben hätten und gegen die man den Vorwurf der Faulheit wahrhaftig nicht vorbringen kann, wir werden trotzdem nie in so einem Ding leben. Auch unsere Kinder nicht.

    Wo also ist dieser Fortschritt, wenn es um kulturelle, zwischenmenschliche Belange geht!?

    Die von den Bonzen („produktive Säulen unserer Gesellschaft“) und „Bildungsbürgern“ als ökologisch unbewusst verschriene Arbeiterklasse würde sich sehr wünschen auch ein gesünderes Wohnumfeld zu haben, denn für ihre Kinder ist die Allergie und das Asthma ausweglos. Haben ja bereits 40% eines von beidem mindestens, weil schon die Kindrzimmer von kapitalistischem Industrieabfall vollverpestet sind!
    Wir diskutieren oft über Dämmstoffe, den Müll, wo wir mit ansehen müssen, wie wir ihn selbst produzieren und wie es dem Chef scheiß egal ist, was wir vorbringen an Gründen gegen dieses und jenes… und keiner hat irgendwie negatives gesagt, als ich ihm von dem Film von Ken Jebsen und dem Holzmann erzählt habe – alle waren andächtig und fanden das hammerhart und wünschten sich sowas auch – denn sie kennen den Schimmel, die ausgefallene Heizung, das Desinteresse des Vermieters, der einen wie ein Stück Vieh ansieht, wie das der Chef auch macht….

    Aber von diesen Nöten höre ich in dem Beitrag nichts. Ich sage nicht, dass man immer als perfekt machen kann – geht mir ja selber so! Habe ein Videoprojekt begonnen und es nicht fertiggebracht es zu vollenden, weil ich mit dieser Schneidprogramm einfach nicht klarkomme – gemessen an dieser Unfähigkeit will ich ich gerade KenFM keinen Vorwurf machen ABER es wäre im Hinblick auf echten sozialen Fortschritt und Befreiung auf breiter Basis eben sau nötig den Menschen aus der Ausbeutungsstellung zu befreien.
    Die Klassengesellschaft ist diejenige die erst all die ökologischen Probleme zeitigt. Denn wie ich eben erzählt habe, ist es der Chef, dem unsere Einwände scheiß egal sind, aber die größere Masse an Kollegen war in dem konkreten Fall für eine verbesserung der verträglichkeit von Menschen UND Natur…. aber sie zählen nicht, weil der Eigentümer ein Mensch ist, der allgemein mehr zählt als nur der einfache Arbeiter.
    So aber setzt sich die Vernunft nicht durch, sondern das Sonderinteresse des Einzelnen, auf Kosten der Persönlichkeit der überwältigenden Mehrheit.
    Durch den Kapitalismus werden die Leute doch erst dazu erzogen scheiße zu bauen, Gifte zu produzieren und sie billig zu verscherbeln – Hauptsache Arbeit! Es heißt nicht, sinnvolle, zufriedenstellende, gesunde, natürliche, dem Bedarf folgende Arbeit, es heißt einfach „Hauptsache Arbeit!“.
    Und das haben sich die Menschen bisher gedacht: Der Dämmstoff ist klasse, weil er sich rechnet! Scheiß einfach auf die Menschen und die Umwelt, denn am Ende stimmt die Rechnung…. aber wie will man das ändern, wenn nicht mit dem Bewusstsein der Masse!???

    Und deshalb ist es wichtig, dass die normalen Arbeiter auch da einziehen können, wenn sie begreifen, dass sie damit nur gewinnen. Und es ist wichtig, dass sich der Holzmann nicht als Retter oder Vorreiterfigur aufbaut und auch nicht aufgebaut wird: Er darf gar nicht so im Vordergrund stehe. Diese neue Holzbauweise ist ja eh nicht sein alleiniges Werk! Es ist ein gesellschaftliches Werk – und deshalb wäre es klasse, wenn diese Holzbaubewegung mehr Köpfe bekäme, durch jene, die bis jetzt im Verborgenen das ganze auf ihren Schultern trugen!
    Es wäre prima, wenn die Arbeiter in der Fabrik da anfangen würden, nicht nur für die Natur sinnvoll zu produzieren, sondern auch untereinander anders leben würden: Und zwar wenn sie mehr Anteil an der Verwaltung des Betriebes nehmen würden, wenn sie Zeit hätten für Fortbildungen und Kontakt zur Bevölkerung – um Propgaganda für das Projekt zu machen und sich fester an das ganze zu binden. Sodass das nicht nur ein Konsumgut ist, sondern eine „Mission“ – aber eben nicht als Selbstzweck, sondern bewusst gegen den Kapitalismus und die Stellung des Arbeiters im Betrieb. Und gegen die Stellung des Konsumenten in der Wirtschaft, die ja ebenso am Boden ist, wenn man sich ansieht, dass man ein Leben lang etwas abbezahlt, was den eigenen Kindern Krankheiten bringt.
    Ich fände es super, wenn die neue Idee der Holzbauweise auf diese Art auch neuen sozialen Ideen Aufschwung geben würde. Das würde sich gegenseitig ergänzen – handfest werden!

    Es muss einfach begriffen werden, dass symptomatische Behandlung keine Heilung ist. Wenn die Gesellschaft wieder den Namen „Zwischenmenschlichkeit“ verdienen soll, dann is eine Behandlung der ökologischen Probleme zwar ein Muss, aber kein Selbstzweck – das wichtigere ist die Soziale Revolution, das Aufbrechen des Status des Eigentümers und Machthabers auf der einen Seite und das des Arbeiters, Armen, Ausgebeuteten auf der anderen Seite.

    Jeder Mensch ist ein Mensch, mit allem was dazu gehört und soll auch dementsprechend leben. Nicht nur die Profiteure des Systems.

    Mit der ökologisch vielversprechenden Holz100 Technik könnten soziale Fortschritte enorm untermauert werden, wenn sie bewusst aus diesem Marktkonzept des Kapitalismus herausgelöst, zu einer Lebensaufgabe der darin Arbeitenden selbst würden – entgegen dem zentral geführten kapitalistischen Betrieb, hin zu einem Betrieb, der nach Bedarf produziert und von den Arbeitern in ECHTER DEMOKRATIE (Siehe KenFM Spotlight vom 09.Dez’16) selbst geführt wird. Und der auch offensichtlich die Konsumentenbedürfnisse besser bedient als alles andere – denn man bekommt mal kein Produkt, das einen schnell tötet, sondern das einem wirklich Lebensqualität ermöglicht, wenn denn die sozialen Umstände dementsprechend sind.

    Man darf meine Kritik an dem Ganzen nicht falsch verstehen: Das geht in die richtige Richtung, aber ohne die soziale Emanzipation der Produzenten, Lohnabhängigen, Arbeiter wie auch immer, ist es gesellschaftlich betrachtet eine Fehlgeburt. Wie es die „Demokratie“ war, die uns von oben herab, ohne das dazugehörige Bewusstsein und ohne die Demokratiesierung der Wirtschaft „eingegeben“ wurde. Das darf nicht passieren – die Revolution unserer Tage, soll nicht in sich wieder die Keime der Diktaur bergen! Das wäre fatal, alles umsonst! Halt auf halber Strecke.

    Ich werde dennoch die Idee der Holz100 Technik supporten. Ich werde davon in meinem Bekanntenkreis erzählen und wenn es bei irgendjemandem in Frage kommt mich dafür einsetzen, dass er so baut. Aber dieses Projekt muss für wirkliche, gesamtgesellschaftliche, emanzipatorische Veränderung noch wesentlich um soziale Komponenten erweitert werden.

    Erklärung: Wer sich jetzt fragt, wieso das denn sein müsste, dem kann ich das auch nochmal kurz (haha) erklären. Es ist, dass der Kapitalismus nicht nur die Gesellschaft spaltet, durch Klassen, und deren gegeneinanderstehende Interessen, sondern er spaltete auch Individuen und Betandteile der menschlichen Organisation.
    Beispielhaft für die Spaltung des Individuums ist die Trennung der Menschen von ihren eigenen Emotionen und ihren Bedürfnissen. Also zB der Arbeiter, den die Arbeit krank und unglücklich macht, aber der lauthals den Chef lobt und über „sozialschmarotzende Ausländer“ schimpft. Odr aber der treugläubige Despotensohn, der sich selbst hasst, weil er nicht dem Bild seines Vaters entspricht… also hier hat der Zentralismus, von dem der Kapitalismus ein ökonomischer Bastard ist, dazu geführt, dass Menschen sich selbst und ihren Bedürfnissen und Emotionen untreu werden – sie sterben also regelrecht zum Teil ab um den kranken Vorstellungen im Zentralismus zu gefallen… um gerade so zu überleben…
    Ein Beispiel für die gesapltene soziale Organisation: Wir alle übernehmen politische Aufgaben. Kein Politiker könnte irgendwas erreichen, wenn die echte Politik, das Zwischenmenschliche, nicht von allein, auf natürlichem Wege zwischen den Menschen geschehen würde…. aber sie behaupten, sie müssten uns vertreten, in Gremien und Organisationen zu denen wir nie die Zugehörigkeit wählen konnten… die uns einfach übergestülpt wurden.
    Ich kann mit Recht behaupten, dass die Menschen nicht in Deutschland im Sinne der Herrschenden leben, sondern sie Leben in Wahrheit in Mikrokosmen – Betrieb, Familie, WOhnung usw – das abstrakte „Deutschland“ hat kaum Auswirkungen in ihrem Leben, würde nicht der Staat ihr Leben immer wieder angreifen.
    Hierin sehen wir schön, wie der Zentralismus manchen Menschen die Macht verleit und damit die Verantwortung von den Schultern der vielen nimmt: Das Resultat ist die Verantwortungslosigkeit aller – denn der Herrscher trägt ja auch nie schuld… und die Beherrschten sind der Meinung sie gehe das alles nichts an… Und dann kommt noch dazu, dass die Einzelnen ALLES, die ganze Gesellschaft, jeden Betrieb, alles einfach auf ihren Schultern tragen, aber selbst von sich die Meinung aus der Bildzeitung haben, sei seien Bittsteller. Im Glauben an den Auserwählten Politiker, Priester, Prophet, Eigentümer, Chef usw. vergeht das Vertrauen zu sich selbst, der eigene Wille – und sie werden zu Sklaven.

    Das sind die echten Grundlagen der gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit.

    Wer sie lösen will, kann nicht das eine ausklammern und erwarten, jemand anderes werde schon kommen und das in die Hand nehmen – Nein! Für gesellschaftliche Emanzipation ist es nötig, dass die gesellschaftlichen Belange aus den Händen der wenigen, in die Hände der vielen zurückwandern! Wir müssen in der Masse Verantwortung übernehmen und den Freiraum dazu haben, diese auszuüben, in unserem eigenen Leben und dazu müssen die Herrschenden verschwinden – sonst würde die Masse ja nie begreifen, warum sie so ein Haus der Dämmplattenruine vorziehen solle!!!

    Diese Gesellschaft, die durch den Zentralismus ihrer Struktur dem Einzelnen die Freiheit raubt, raubt ihm auch das Gespür der eigenen Verantwortung. Insofern ist eine Folge der Existenz eines politischen Führers oder eines Rechtssystems allgemein die fehlende Verantwortung der darin lebenden, weil sie der Verantwortung nicht vom toten Buchstaben ds Gesetzes ablesen können, sondern sie NUR in der Interaktion mit anderen ersprüren und erlernen können!!!
    Und das muss die Grundlage sein, für die Entscheidung für ein solches Haus! Das eigene Bewusstsein, aus eigenem Bedürfnis heraus dieses Haus zu wollen, heißt auch, dass sich die gesellschaftlichen Umstände ändern müssen, um dieses Bewusstsein erst zuzulassen und es zu schüren!

  3. Schwarz ist weiß schreibt, dass trotz Kapitalismus Modelle wie das von Erwin Thoma möglich seien. Ich denke, dass auch dieses Modell nur IM Kapitalismus möglich ist. Ein Thoma Einfamilien-Haus dürfte für die breite Masse Menschen genau so unbezahlbar sein, wie ein konventionell erstelltes. Insofern leider ein Modell für gut betuchte Menschen oder risikofreudige Darlehensnehmer/innen. Die positiven Eigenschaften eines Massivholzhauses sind natürlich unbestritten und was Thoma über Holz generell sagt, hört sich gut an. Ansonsten muss doch einiges in dem Beitrag hinterfragt werden, wenn schon Nachhaltigkeit thematisiert wird. Wenn Thoma in über 30 Länder seine Häuser exportiert, würde ich mir im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit Gedanken über die dazu erforderliche Logistik machen. Und dass sein Werk (in Deutschland) ausschließlich mit über PV erzeugtem Strom arbeitet, würde ich anzweifeln wollen. Auch Thoma ist Nutznießer des EEG, einem asozialen System, das vom Steuerzahler und Stromkunden finanziert wird. Dass Thoma (wie die meisten reichen Menschen in den reichen Ländern) begeistert ist, andere Kulturen kennen zu lernen, was wohl nur per Flug- oder Schiffsreisen möglich ist, widerspricht ebenfalls meinen Vorstellungen einer nachhaltigen Lebensweise. Zu guter Letzt sei die Frage gestellt, ob Ken die Macher nur in der Größenordnung eines Menschen wie Thoma sieht…?

  4. Das erste mal dass ich von KenFM enttäuscht bin… Der Beitrag ist doch nur Schleich- oder schlicht – Werbung.
    Dazu sehr einseitig. Als ob Steinhäuser was Schlechtes wären…
    Ansonsten weiter so und danke für die tolle Beiträge KenFM 🙂

    • Hi Joram,
      andere Sichtweisen vorstellen bedeutet – wenn sie umgesetzt wurden – automatisch Schleichwerbung. Ich höre mir auch gerne an, was die gesundheitlichen Vorteile im konventionellen Bau sind: Kunstofffolien als Dampfsperre, Mineralwolle (Krebs?) PU Dämmung (brennt und qualm schön), Kunststoff auf Boden, etc etc
      Hier geht es erst einmal darum, den Werkstoff Holz besser zu verstehen. (Architekten haben mich vor Jahren ebenfalls mit großen Augen angesehen, als ich von Holz sprach…) Und der Kauf eines Hauses von E. Thoma, scheitert möglicherweise ohnehin am nicht vorhandenen Kleingeld…

    • Wenn ich einen Firmeninhaber interviewe, der einen aussergewöhnlichen Weg geht, dann gehört es unweigerlich dazu, dass ich die Firma benenne.
      Gut das es solche Menschen gibt.
      Ich mach jetzt hier auch mal Werbung für einen aussergewöhnlichen Unternehmer.
      Heini Staudinger!
      http://w4tler.at/
      Und hier sein Vortrag bei dem Summit in Berlin von Prof. Faltin.
      Entrepreneurship Summit 2013 in Berlin: Heini Staudinger – Der widerspenstige Schuhproduzent.
      https://www.youtube.com/watch?v=JlTTFf3oUCE

      Und so gibt es noch viele Unternehmer. Als Beispiel könnte ich auch die Firma von Sina Trinkwalder in Augsburg nennen. Die ist auch eine echte Macherin.

  5. Große Fenster sind ja doch auf den Fotos zu sehen.. (vergleiche Vid Die Macher1)
    Aber, der springende Punkt: 1. der Preis, 2. für eine 20-35 cm Massivholzwände/ Boden/ Dächer ist enorm viel Holz erforderlich. 3. ich kann nur bauen lassen. Also nix mit Do it yourself.
    Habe selbst ein Niedrigenergie-Holzhaus von 55 qm, schlüsselfertig für unter 40 Ts € gebaut. Ein weiteres 60 qm Holzhaus folgt im nächsten Frühjahr.

    • Nee zum selberbauen ist das nicht gedacht.
      Aber wie viele Menschen bauen noch selbst?
      Das geht heute kaum noch, weil man für die Bauzeit eine finanzielle Doppelbelastung hat.
      Miete, für die noch bewohnte Wohnung und der abzuzahlende Kredit machen den Traum vom selberbauen fast unmöglich.
      Wenn so ein Bau in wenigen Tagen aufgestellt und bezogen werden kann, ist das ein Vorteil.
      Von den positiven Wohneigenschaften bin ich überzeugt.
      Was Erwin Thoma da aufgebaut hat, ist sehr beeindruckend und wohl ein gutes Beispiel, was trotz Kapitalismus möglich ist.
      Nicht auszudenken was man erreichen könnte, wenn wir in einer anderen, humanistischen Welt leben würden.

  6. Sehr interessant, habe mir diese Fortsetzung mit Freude angesehen.
    Und sieh mal da: Der böse IRAN denkt über den Bau zukunftsfähiger Städte nach.
    Sicher auch bald ein Grund für Flinten-Uschi & Co dringend mit der NATO eine „humanitäre“ Intervention zu starten.

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