Die Macher: Julian Aicher – Wasserkraftwerk-Inhaber

„Umschalten auf Zukunft“. Unter diesem Motto möchte die Bundesregierung so schnell wie möglich in das Zeitalter der erneuerbaren Energien steuern. Die Gründe sind einleuchtend: Erneuerbare Energien sind einfach da. An einem Tag strahlt die Sonne 10.000-mal mehr Energie zur Erde, als die gesamte Weltbevölkerung am selben Tag verbraucht. Das Ausnutzen dieser Potenziale würde nicht nur den kostspieligen Ressourcenkriegen, sondern auch den hochumjubelten, bewusst herbeigeführten Naturkatastrophen à la Fracking jegliche Grundlage entreißen.

Aus technischer Sicht wäre die Energiewende schneller zu vollziehen, als sich das die meisten Menschen vorstellen können. Woran es scheitert, sind eher die „Fossile“ in den Logen der Parteipolitik, die sich nur allzu bereitwillig von Interessensvertretern der Energiekonzerne dazu überreden lassen, das Zeitalter fossiler Ressourcennutzung maximal auszudehnen.

Deutschland weiß sich in seiner mitteleuropäischen Lage zwar nicht mit einer überdurchschnittlichen Zahl an Sonnenstunden gesegnet, doch bieten sich uns hierzulande alternative Potenziale an regenerativer Energie, die nur darauf warten, ausgenutzt zu werden.

Eine davon ist die Wasserkraft, die schon heute bundesweit den Strombedarf von etwa 12 Millionen Menschen deckt. Dessen Wirkungsgrad, mit Spitzen um die 90%, lässt den des heimischen Energieträgers Kohle (um die 40%) alt aussehen. Bei konsequenterer Nutzung würden sich zahlreiche Feinstaubdebatten wohl in Luft auflösen.

Dass viel mehr möglich wäre, dieser Meinung ist auch der Wasserkraftwerk-Inhaber Julian Aicher. Vor allem dank des Wassers hat sein Heimatdorf Rotis die Energiewende schon vor Jahren vollzogen und produziert dreimal so viel Strom aus erneuerbaren Quellen, wie es selbst verbraucht, klima- und geldbeutelschonend. Auch so kann Strukturwandel im ländlichen Raum aussehen.

Leider, so Aicher, beraubt die deutsche Bürokratie solche positiven Entwicklungen oftmals ihrer Dynamik. Sie ist mitverantwortlich, dass von den 100.000 vorhandenen Querbauwerken der Großteil vor sich hinrostet, weil naturnahe Städter mit fundiertem hydrologischem Know-how sich z. B. besorgt um das Wohl der Fische zeigen. Denen scheint es jahrhundertealten Untersuchungen zufolge mit Staumauern jedoch besser zu gehen als ohne. Gut, dass es Pioniere gibt, die den Teich an Vorurteilen durch Selbstermächtigung langsam aber sicher trockenlegen. Mit Rückgrat gegen den Strom für den Strom.

Inhaltsübersicht:

0:02:00 Rotis – Strom aus dem Fluss

0:04:10 Was ist regenerative Energie?

0:11:54 Dezentrales Denken heißt in die Zukunft denken

0:17:36 Ein „Fisch-Pass“ ohne Grenzkontrollen

0:24:17 Die politische Energiewende: Eine Staumauer aus Lobbyisten

0:35:35 Energien vor Ort nutzen – Ressourcenkriege vermeiden

0:43:01 Wasserkraft kann jeder

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12 Kommentare zu: “Die Macher: Julian Aicher – Wasserkraftwerk-Inhaber

  1. Ich las gerade
    Christian Gerondeau, ‚Le CO2 est bon pour la planete, Climat, la grande manipulation‘, Paris 2017
    Wie ich schon schrieb, ich war Klima Szeptiker.
    Jetzt bin ich mehr als szeptisch, die Erde wärmt nicht auf, die Meere steigen nicht, es gibt nicht mehr Orkane.
    Es gibt nur eine grosse Hysterie.
    CO2 Emissionen werden grösser die ersten Jahrzehnten, China öffnet eine Kohlen Zentrale jede WOCHE.
    India tut fast dasselbe.
    Die andere Entwicklungsländer folgen, Elektrizität ist der Schlüssel um Armut und Krankheiten zu bestreiten.

  2. Danke Julian Aicher und Ken Jebsen für die genauen Erklärungen
    der Zusammenhänge.
    Neu war für mich, dass die schon von der Natur der Sache her
    dezentralen Wasserkraftwerke auch Möglichkeiten des Hochwasser-
    schutzes bieten. Dann natürlich dass – genauso wie beim naturge-
    mäßen Gärtnern – eine vollkommene Naturkreislaufwirtschaft
    gepflegt wird.
    Dazu noch die geringen Betriebskosten.
    Eine rundum win-win-win-Situation.
    Ich jedenfalls kann ‚kein Haar in der Suppe‘ finden.
    Was die Amortisierung der Ausbaukosten für die 10 mal höhere
    Energiegewinnung angeht, habe ich noch einmal ab der 45. Minute
    reingehört und erfahren, dass vormals 8000, danach 80.000 kWh/Jahr
    gewonnen wurden.
    Die Differenz sind also 72.000 kWh/p.a. mehr. Diese mal 0,07 € genommen,
    komme ich auf 5040,00 €. Das heißt die Amortisierung der Investition von
    100.000 € in den Ausbau ist nach 20 Jahren erreicht. .

    • Na da habe ich mich unten um eine Zehnerpotenz vertan.(Mit so kleinen Zahlen habe ich nicht gerechnet.
      Wie will er denn mit dem 8000KWh/a Generator Inselbetrieb mit drei Herdplatten gemacht haben?
      Dafür muss er schon einen 10KW Generator gehabt haben. Der reicht für 80000KWh/a schon
      ohne die 100K€ Investition.
      Auf dem Instrument habe ich 30KW abgelesen. Wenn ich die aufs Jahr hochrechne:
      30KW*8760h/a=263KWh pro Jahr.
      Bitte um Aufklärung.

  3. Und da ist sie wieder, die fehlende Recherche!

    1. Wieso soll der Bürger für eine verfehlte Energiepolitik aufkommen? Angesichts der Tatsache (laut MS), dass mittlerweile 600.000 Haushalte ihre Stromrechnung nicht bezahlen können.
    2. Scheinbar geht ja doch nur um abzocke (gier) 7ct/KWst, statt um den altruistischen Gedanken, irgendein „Klima“ oder Wetter zu schützen.
    3. Wer soll denn die Erweiterung von Laufwasseranlagen bezahlen? Und die 380KV Leitung zum Sternnetz. Nochmal der Bürger? Wenn, wie ich hörte eine Investition von 100.000€ schon scheut.
    4. Auf Solar und Wind-anlagen möchte ich nicht einmal eingehen, dann wird es noch abstruser.
    Aufgrund volatiler Stromerzeugung und geringer Energiedichte.

    • Blubb, beschwer… keene Ahnung?

      Wir können die amtierende Politik nicht zwingen im Sinne des Gemeinwohles oder gegen die Interessen der Finanzwirtschaft zu handeln…

      Wir können jedoch sehr wohl als Gemeinschaft ohne jeglichen Wachstumszwang oder potentieller Renditemöglichkeiten uneigennützig an Projekten arbeiten, die den Interessen unser Oligarchen ein Dorn im Auge sind…

      Auf Säue die durch’s Dorf getrieben werden wie:

      „Antisemitische Verschwörungsmystiker annektieren im Sinne des Gemeinwohles 20% des deutschen Stromnetzes, und untergraben damit unser kapitaldemokratisches Wertesystem!“

      … freue ich mich schon im Vorfeld.

    • Natürlich geht es um Abzocke. 800KWhp.A.*0,07€/KWhp.A.=56000€ pro Jahr.
      Wo hast Du es sonnst, dass sich eine Investition in zwei Jahren rechnet?

      Der Inselbetreib wurde ihm ja nicht verboten. Funktionieren tut der bequem
      auch mit 80KWhp.A. wenn man nicht gerade Elektrowärme damit erzeugt.
      Dann kann man auch da leben, weil der kleine Generator nicht so lärmend ist.

      Übrigens ist Elektroenergie bei uns wegen den sog. erneuerbaren Energien so teuer.

  4. Ich fand diese Macher-Episode extrem interessant.

    Was mir keine Ruhe lässt, ist die am Rande erwähnte Idee einer Crowd-Funding Aktion.

    Ich für meinen Teil würde ohne mit den Wimpern zu zucken 500€ in einen Verein jagen, der ein stillgelegtes Wasserwerk aufkauft, um es als Wasserkraftwerk instand zu setzen. Die Voraussetzung für mich wäre, dass jeglicher (potentielle) Gewinn in dieses Kraftwerk reinvestiert wird. Sollten sich die Kosten decken muss das Geld in ein weiteres Wasserkraftwerk investiert werden (Schneeball-Effekt).

    Vor knapp 15 Jahren habe ich mit dem Gedanken gespielt ein stillgelegtes Wasserkraftwerk im Osten der Republik für einen beschämend günstigen Preis zu kaufen. Ich bin mir sicher, dass es bundesweit eine Menge solcher Bauten für kleines Geld zu kaufen gibt.

    Uli Gellermann hat in einer knappen Woche über 10.000€ für ein Gerichtsverfahren aquirieren können (ich habe 200€ gespendet). Was könnten wir mit unserer potientell uneigennützigen Finanzkraft für einen gesellschaftlichen Mehrwert in die Wege leiten? In Bezug auf Wasserkraftwerke, möglicherweise mit dafür offenen Menschen im planenden Flügel, die entsprechendes know-how mitbringen, wie z.B. Herrn Aicher?

    Wir können den Raubtierkapitalismus nicht abschaffen, wir können aber sehr wohl uneigennützig in unsere Ziele investieren…

  5. Sehr interessantes und wichtiges Interview über die Energiewirtschaft und immer wieder unglaublich, wie alles Gute von Amts wegen im Auftrag dubioser Kräfte immer noch wieder be- und verhindert wird!

    • Weltanschaulich betrachtet, ist der ganze Energie-Schlamassel, in dem wir stecken wieder ein deutliches Symptom für die lebensverachtende Ignoranz von Menschen gegenüber den Naturkräften. Allein die Sonne hätte ja immer schon und für alle Zeiten mehr als genug Energie geliefert, wenn man sie richtig genutzt hätte. Stattdessen behauptet man, man müsse die Erde vor ihr mit Geo-Engineering schützen! Irrer geht es nicht mehr.

  6. “ An einem Tag strahlt die Sonne 10.000-mal mehr Energie zur Erde, als die gesamte Weltbevölkerung am selben Tag verbraucht. “

    Glücklicherweise strahlt die Erde jeden Tag fast dieselbe Energie zurück ins All, fast, eine geringe Differenz hat schnell grosse Folgen, die Temperatur steigt, oder geht hinunter.
    Die Mechanismen, die Strahlung beherrschen, nach uns, und von uns, sind äussert kompliziert.
    Die högere Temperatur, wenn es die gibt, Weltweit, soll verursacht werden durch nur eine Ursache, etwas mehr des schwachen Treibhaus Gases CO2.
    Wer interessiert ist in wie kompliziert Klima ist:
    ⦁ John G. Lockwood, ‚Causes of Climate‘, London 1979
    Das Buch wurde geschrieben bevor die CO2 Hysterie begann.

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