Die Macher: Zotter Schokoladenmanufaktur

Schokolade – des Deutschen liebste Nascherei. Kaum einer, der sie nicht regelmäßig verputzt. Und kaum verwunderlich also, dass Deutschland zu den Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Schokoladenkonsum weltweit gehört.

Doch wie bei so vielen Produkten, die sich in unserer kapitalistischen Weltordnung großer Beliebtheit erfreuen, lassen sich auch im „Kakaobusiness“ starke Konzentrationsprozesse beobachten. So beherrschen drei Player etwa 80 Prozent des gesamten Marktes. Eine unternehmerische Monokultur, die natürlich auch ihren Niederschlag in den Anbaugebieten findet.

Und da die Natur auf Monokultur gemeinhin allergisch reagiert, wird versucht, auftretende Probleme mit allerlei Pestiziden und Herbiziden in den Griff zu bekommen – mit dramatischen Konsequenzen für den Menschen und seine Mitwelt.

Josef Zotter hat sich für einen anderen Weg entschieden. Der gelernte Koch gehört zu den wenigen Chocolatiers weltweit, die sowohl Bio als auch Fair-Trade-Qualität produzieren. Und weil ihm das Fair-Trade-Siegel zusehends verschwommen daherkam, entschloss sich Zotter kurzerhand die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Regelmäßig reist er seither in die Kakao-Anbaugebiete und versucht dort, trotz aller Widrigkeiten, den Menschen eine Perspektive zu geben.

KenFM hat Zotter in seiner Schokoladenmanufaktur in der Steiermark besucht. Dort gibt uns der passionierte Chocolatier einen Einblick in die Produktion seiner ausgefallenen Kreationen und spricht über die Schwierigkeiten verantwortungsvollen Unternehmertums.

Unser Fazit: Schokolade löst zwar keine Probleme, doch richtig gedacht, kann sie die Welt ein wenig versüßen.

Inhaltsübersicht:

0:00:06 Die Zotter Schokoladenmanufaktur – Ein Kurzportrait

0:15:14 Der Entstehungsweg

0:32:36 Kakao statt Kokain – Von wahrhaft fairem Handel

0:44:24 Wie entsteht Schokolade?

0:47:56 Gesundes Wachstum und eine Kultur des Scheiterns

0:54:20 Einblick in die Kreationen und Variationen

1:05:20 Die Verantwortung eines Unternehmers

1:20:15 Werksbesichtigung

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12 Kommentare zu: “Die Macher: Zotter Schokoladenmanufaktur

  1. Alles ist stimmig: der kreative Umgang mit dem Lebenslauf und mit dem Produkt, der Umgang mit dem Team,
    rotierender Arbeitsplatz, mit der Technik und Robotertechnik (anstelle unbedingter Produktivitätssteigerung
    zu Lasten von Arbeitsplätzen, Technik zur Arbeitserleichterung und Vermeidung von einfachen Routinehand-
    griffen) und mit den Verträgen/Einkäufen vor Ort, da wo die Kakaobohne angebaut wird.
    Der Umgang mit den Motten gefällt mir auch sehr gut. Ich habe leider keine durchs Bild fliegen sehen.
    Wir beziehen im Schnitt 4 x jährlich 25 kg Back-Dinkel bei einer Getreidemühle unseres Vertrauens, und
    das seit 2003. Erstmals entwichen 2,3 Motten aus meinen Vorratsdoschen, in die ich die vorletzte Lieferung
    umgefüllt hatte, und das bei jedem Brotback-Vorgang, bis diese Lieferung aufgebraucht war. Die Körnerklumpen,
    entstanden aus dem Gespinst für die Mottenbrut, bekamen die Vögel am Futterplatz.
    Wir haben uns genauso verhalten wie Zotterer und sein Team.
    Auch die Getreidemühle erfuhr durch uns nichts. Sie soll keine Veranlassung haben, vorbeugend etwas dagegen
    zu unternehmen. Aus dem neuen Getreidesack (aus mehrlagigem Packpapier) entwich bislang kein Insekt.

  2. Das Problem ist doch, dass die meisten Menschen als Straßenbahn geboren werden und Schienen (Führung) brauchen.
    Diese "kleinen" Macher machen ihren Job und hoffen, dass der Macher, der ihnen sagt, was zu machen ist, nicht Pleite geht.
    Das Risiko der Pleite trifft beide, die Chance auf erhöhten Gewinn hat nur der "große" Macher.

  3. Ich hab den Beitrag förmlich verschlungen und gefühlt zwei Pfund Hüftgold zugelegt! Der Titel der Rubrik "Die Macher" wird dem allerdings nicht ganz gerecht, meiner bescheidenen Meinung nach. Es sollte eher "Die VORmacher" heißen.

    Ein weiterer Meilenstein für KenFM! Weitermachen.

  4. Sehr gut, was Zotter sagt. Im speziellen kann ich den erforderlichen Untergang der heute passierenden Wirtschaftsweise unterstützen. Denn: Wenn kein Müll produziert wird, braucht kein Müll entsorgt werden. Dann hätten wir über kurz oder lang nur einen Bruchteil der nicht erwünschten Arbeit. Menschen würden gesünder – noch weniger Arbeit … (usw.)

  5. Sehr erfreuliches zusammentreffen, vielen Dank dafür! Wir Österreicher können uns glücklich schätzen so eine faire, biologische, abwechslungsreiche und leckere Alternative wie Zotter Schokolade im Land zu haben! Chapeau Josef Zotter!

    https://www.zotter.at/de/startseite.html?gclid=EAIaIQobChMI5c2Kvf7w5gIVxIayCh2tXgrDEAAYASAAEgKu8PD_BwE

  6. Wieder eine sehr interessante Sendung, die Ansichten des Herrn Zotter über das gesamte Spektrum des Gesprächs durchweg informativ.
    In der Schokoldanenbranche scheint wohl mehrere "Macher" zu geben. Wenn das Team von KenFM wieder einmal nach Süden reist, dann legt mal einen Stop in Erfurt ein und besucht die Manufaktur von "Goldhelm Schokolade" http://www.goldhelm-schokolade.de/
    Übrigens das Buch "Hanf" von M.Bröckers kann ich nur empfehlen!

  7. * * * Wieder mal eine kleine Sternstunde auf KenFM * * *

    Ein wunderbarer Beitrag und schön, dass es solche kreativen Menschen wie Herrn Zotter gibt.
    Ganzheitlicher kann Mensch wohl sein Tun, Machen, Dasein, . . . . .gar nicht angehen.

    Bin ja immer noch beeindruckt, was Herr Zotter aus der Produktion/ Herstellung von Schokolade macht, Wahnsinn (!) und damit meine ich gar nicht mal die verschiedenen Rezepte (ehrlich gesagt, kenne ich diese Schokolade gar nicht, werde das aber schnellst möglichst ändern), sondern die ganze Herangehensweise und Gestaltung seiner Schokoladenherstellung . . .

    Die Sache mit dem Friedhof, für gecancelte Produktionen, ist nicht nur sehr amüsant, sondern, wenn Mensch mal genau darüber nachdenkt ist das auch eine Wertschätzung der eigenen Arbeit!

    Die Sprüche auf Bank und Viehgatter, die dort wohl auf dem Gelände zu sehen sind, und auch die kreative Verpackung und Betitelung der jeweiligen Schokoladen, sind ebenso nicht nur amüsant, sondern zeigen auch eine Verbundenheit und Auseinandersetzung mit dem Hier und Jetzt, mit der Welt, oder . . .

    Der Einsatz von "High-technik" und Roboter in Kombination mit Handwerksarbeit (so wie es im Beitrag zu sehen ist), scheint auch aus meiner Sicht eine sehr vorbildliche Herangehensweise. Hat mir auch gefallen wie Herr Zotter beschreibt, wofür er den Roboter einsetzt und wofür eben nicht. Technik dort wo diese Sinn macht und eben nicht dort, wo es eben nicht sinnvoll ist !! Wieviele Andere hätten das Auftragen der Schichten vollautomatisiert, um die Produktion zu steigern !? . . .

    Ich finde das ein tolles Video, wo ich mir auch vorstellen könnte, dieses Jugendlichen in der Schule/Ausbildung zu zeigen, und gemeinsam die vielen angesprochenen Aspekte, "Arbeit", "Produktion", "Entwicklungshilfe" "Handel", "Kreativität" in seiner vielfältigsten Form (Wie kann ich eine Produktion gestalten, wie kann ich ein Unternehmen führen/ lenken, wie gehe ich mit Mitarbeitern um, wie gehe ich mit Konventionen u, etc. etc. . . . ) zu diskutieren . . .

    Danke Kenfm für den Beitrag und 1001 Dank Herrn Zotter für diese unglaublich kreative ganzheitliche Herangehensweise!!

  8. Das Konzept von "Die Macher" ist Persönlichkeiten vor die Kamera zu bringen die
    ihren eigenen Weg gehen und bewiesen haben das sie als Pioniere taugen.
    Wir können nicht all diese Personen kennen aber wir finden immer wieder neu. Z.B wenn User uns auf diesen Personen aufmerksam machen. Danke.

    • Alle machen, nicht nur Pioniere
      Du kannst mit Deinen Gedanken die Welt verändern.
      Wie die Welt zukünftig aussehen soll, bestimmst Du mit.
      Du bist ein Macher, nicht der Gemachte.
      Dein Einfluss fließt mit ein, Du bist dabei.
      Du trägst die Verantwortung, wie andere auch,
      für das was passiert.
      Nachdenken und Vordenken, selbst und ständig.
      Einstein hat es so erklärt:

      „Alles ist Energie, und dazu ist nicht mehr zu sagen.
      Wenn du dich einschwingst in die Frequenz der Wirklichkeit,
      die du anstrebst, dann kannst du nicht verhindern,
      dass sich diese manifestiert. Es kann nicht anders sein.
      Das ist nicht Philosophie. Das ist Physik.“

      Albert Einstein

  9. Seit 2014 gibt es eine kleine, aber sehr feine Schokoladenmanufaktur in Ostdeutschland, die mit ihren international hochklassig prämierten Schokoladen (jährliche Gold-, Silber- und Bronzemedaillen) deutlich weiter geht als Zotter: Killian & Close.

    Bio-Rohstoffe, fair trade nach strengen eigenen Standards, als Grundlage für einen sauberen und ehrlichen Herstellungsprozess: keine Konservierungsstoffe, auch nicht solche, welche lt. Lebensmittelrecht nicht deklarierungspflichtig sind (ja, davon gibt es eine ganze Menge), kein Invertzucker o.ä., aufwändiges Conchieren anstatt zeitsparendem und damit kostengünstigem Sojalecithin.

    Verpackung, die ebenfalls hochklassig ist, aber aus ungeblichenem (braunen) Karton und kompostierbarer Folie besteht.

    UND: Kokosblütenzucker statt Industriezucker. Kokosblütenzucker hat einen glykämischen Index von 35, ist also niedrig glykämisch und außer für Menschen, die Industriezucker u.ä. meiden wollen, auch für Diabetiker geeignet.

    Und Kokosmilch statt Kuhmilch.

    Die Schokoladen sind also außer unfassbar lecker auch noch vegan. Mehr geht nicht 😍

    Und nein, ich bekomme für diesen Kommentar weder Geld oder andere Vorteile noch weiß man bei K&C überhaupt davon, dass ich ihn schreibe. Ich bin einfach nur ehrlich super begeistert von soviel Umsichtigkeit und Konsequenz, Und natürlich von den Schokoladen. 😉

    • Danke Kirsten für den ostdeutschen Tipp. Ich habe sofort nachgeforscht und es gibt tatsächlich ein Weindepot in meiner Stadt, das auch die Killian & Close – Produkte hat. Werde ich gleich morgen testen. Aber auch die Zotter-Erfindungen. Es sind wohl demnächst süße Wochen in meinen vier Wänden angesagt 🙂

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