Die Macht um Acht (11)

Beerdigung des Journalismus

Comedy statt Nachricht: Ha, ha, said the Clown

Wie, Sie haben nichts zu lachen? Die Welt ist nicht danach? Das sieht die Tagesschau anders: Manche ihrer Meldungen kommen geradezu lustig daher. Diesel-Betrug? Der ist „kompliziert“. Zu kompliziert, als dass sich die Tagesschau näher damit befassen möchte. Aufklärung? Juristische Folgen für die Industrie? Kein Thema für die Tagesschau. Obwohl der Skandal Millionen ihrer Zuschauer betrifft.

Neue Strukturen beim Verfassungsschutz? Welche auch immer: Über die alten Strukturen – die Gründung des „Schutz“ durch die Nazis, die schützende Hand des „Schutzes“ für die Nazi-Terroristen des NSU – darüber kein Wort. Und wer sich den Mann anschaut, der die Nachricht über den Verfassungsschutz aus dem Trüben gefischt hat, der findet Michael Stempfle, den Terrorismus-Experten der ARD. Der kennt Terror nur von Muslimen. Den Terror der Bundeswehr-Einsätze in fremden Ländern kennt er ebensowenig, wie den Terror des NSU.

Durch leichte Kost, durch Weglassen von wesentlichen Teilen von Informationen, versucht die ARD-Nachrichten-Sendung gute Laune zu verbreiten.

In dieser Folge der „Macht um Acht“ erinnert Uli Gellermann mit dem Lied „Ha, ha, said the Clown“ daran, dass Clowns auf Beerdigungen nicht lustig, sondern grausig sind. Sein Fazit: Ohne ordentlichen Journalismus, ohne Aufklärung keine ordentliche Demokratie. Wer statt Fakten lieber Stimmungen verbreitet, der wird auf Dauer zum Totengräber der Demokratie.

Der Journalist und Filmemacher Uli Gellermann beschäftigt sich seit Jahren mit der Dauermanipulation der Tagesschau.

Gemeinsam mit den Co-Autoren, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, schrieb er das Buch „Die Macht um Acht: der Faktor Tagesschau“. Eine herausragende Lektüre über die tägliche Nachrichtensendung der ARD.

Bei KenFM nimmt er mit dem gleichnamigen Format die subtile Gehirnwäsche der Tagesschau alle zwei Wochen unter die Lupe.

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7 Kommentare zu: “Die Macht um Acht (11)

  1. Lieber Herr Gellermann, ich arbeite in einer Behörde mit mehr als 1000 Kfz. Die Frage nach dem Tatbestand des Betruges bei der Beschaffung von PKW mit erschlichener Zulassung gemäß der Abgasnormen stellte ich…Schulterzucken und sonst nix.
    Die öffentliche Debatte blendet den Betrug völlig aus. Danke für ihre klaren Worte hierzu. Nun kann man sagen, dass die vorgeschriebenen Testbedingungen eingehalten wurden, jedoch wurden die Vorgaben mit Täuschungen erreicht und die Herstellerangaben gaukelten bessere als tatsächliche Abgaswerte vor samt der Verlogenheit bei den technischen Daten . Also doch Betrug und nicht nur Bestand eines synthetischen Tests, der so realistätsfern, wie unsere Regierung samt der Behörden sind. Es it Betrug und daraus ergibt sich ein Rücktrittsrecht vom Kaufvertrag. Basta…nur wir wieder mal sind dumm und still…ach ja, die Altlast!

  2. Gellermanns Tagesschau bzw. „Die Macht um Acht“ könnte ich mir jeden Tag ansehen. Er bringt das Versagen der Redaktion der Tagesschau so schön auf den Punkt. Sollte Pflichtprogramm für alle Tagesschaumitarbeiter werden.

  3. Das Diesel-Abgas Problem scheint mir doch etwas komplizierter als hier geschildert. Es gibt zwei Typen von Autos. Die einen haben erlaubter weise und typgeprüft zu hohe Stickoxid Werte, die anderen haben eine Software eingebaut, welche die Werte auf dem Prüfstand schönt.
    Nur die zweite Sorte entspricht dem Vorwurf des Betrugs. Die erste Sorte ist einfach das, was durch gesetzliche Vorgaben erlaubt war. Deshalb kann man gegen die zweite Sorte gerichtlich vorgehen, gegen die erste jedoch nicht. Deshalb eiert die Politik hier auch so rum, weil sie eben zum großen Teil selber an der Situation Schuld ist…
    Noch ein prinzipieller Kommentar. Das Format mag eine gewissen „Empörungs-Kultur“ gegenüber den Mainstream Medien geschuldet sein. Jedoch sollte das „empört sein“ nicht übertrieben werden, insbesondere wenn die Sachverhalte eben dann doch nicht ganz so einfach sind. Eine Klarlegung der tatsächlichen Situation wäre hier hilfreicher – und die Empörung käme beim Zuschauer dann ganz von selber…
    Was wirklich bemerkenswert ist, dass über den Stickoxiden das Problem des „richtigen“ Feinstaubes (lungengängige Staubpartikel) vollständig aus dem Fokus geraten ist. Gesundheitlich scheint mir dies das größere Problem zu sein und betrifft bekanntermaßen nicht nur Diesel-Autos.

    • @Gerald Krümmel

      Ich versteh Ihre Rücksicht gegenüber unserem Zwangs-Sender nicht, denn Empörung ist gut, wenn man sich betrogen fühlt. Die Art und Weise wie Politik betrieben wird, also auf Zuruf von oben, ohne Kontakt zum Wähler/Bürger. Außerdem kann man vom Nachrichtensender eine gewisse Qualität in Punkto Information verlangen, auch ich muss gute Arbeit liefern, ansonsten muss ich Zahlen.

      Mit Sicherheit wäre ich ein vielfaches Großzügiger, aber die politische Arroganz ist erschreckend.

  4. Eine kleine Geschichte: Unser Diesel Auto, 2007er Baujahr musste zum TÜV. Bis 31.12.2017 wurde über einen Stecker die Software ausgelesen und die Werte beim ASU waren in Ordnung. Seit dem Stichtag wird über Sensor echt Abgas gemessen.
    Also schafft unser Auto die Abgasuntersuchung nicht.
    Die betrügen und ich muss zur Reparatur – selber zahlen – und zur Nachuntersuchung…

    Für mich passt das NICHT!

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