Die Macht um Acht (14)

Tätä, Tätä, Tätä!

Ein Maskenball der Tagesschau

Kaum hat mit dem 11.11. die Karnevalssaison begonnen, macht die Tagesschau mit: Da wird der Rüstungshaushalt mit dem Wort „Sicherheitsetat“ maskiert und im gleichen Atemzug mit den „Ausgaben für Soziales“ genannt: das klingt besser. Die Profis von der Tagesschau nennen es „Wording“ und meinen „Sprachregelung“.

Und sie regeln auch die Sprache, wenn sie von „US-Sanktionen gegen Russland“ berichten. Wie üblich behaupten sie eine „Annexion“ der Krim, während Völkerrechtler durchaus eine „Sezession“ sehen. Aber die Tagesschau-Redaktion übernimmt einfach die Sprachgestaltung der USA, ohne nachzudenken, ohne die gebotene Objektivität; man hat die Maske der USA aufgesetzt, und dazu gehört offenkundig auch deren Brille und Sicht.

Eindeutig auf der Seite der Auto-Industrie setzt die Hamburger Redaktion bedenkenlos folgende Überschrift in die Welt: „Hardware-Nachrüstung 945.000 Handwerker-Diesel profitieren“. Schon mit dem Wort “profitieren“ wird der Diesel-Betrugsindustrie nur das Beste unterstellt und zugleich auch dem Kraftfahrt-Bundesamt, das mit einem Brief an die Besitzer älterer Diesel Werbung für die Auto-Industrie macht. Sowohl die Verbraucherzentralen als auch der ADAC hatten kritisiert, das Amt habe mit seinen Hinweisen auf „Umtauschaktionen“ von BMW, Daimler und VW die „nötige Distanz zur Industrie vermissen“ lassen. Das war in vielen deutschen Blättern zu lesen. Nur eben nicht in der „Tagesschau“ zu hören.

Das nennt der Journalist Uli Gellermann in seinem neuesten Beitrag für „Die Macht um Acht“ schlicht maskierten Unsinn. Und er empfiehlt der Hamburger Nachrichten-Reaktion dringend, solche Beiträge demnächst mit einer Karnevalströte anzukündigen: Tätä, Tätä, Tätä!

Der Journalist und Filmemacher Uli Gellermann beschäftigt sich seit Jahren mit der Dauermanipulation der Tagesschau. Gemeinsam mit den Co-Autoren, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, schrieb er das Buch „Die Macht um Acht: der Faktor Tagesschau“. Eine herausragende Lektüre über die tägliche Nachrichtensendung der ARD.

Bei KenFM nimmt er mit dem gleichnamigen Format die subtile Gehirnwäsche der Tagesschau alle zwei Wochen unter die Lupe.

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11 Kommentare zu: “Die Macht um Acht (14)

  1. Die Menschheit dieser Erde ist völlig bescheuert. 1 Million Gehirnwäschen und mehr, sind uns eindressiert. „Sicherheitsetat“ – LOL. Da geht es um Wirtschaftswachstum und Mammon. Eine Welt ohne Geld, sollte das Ziel der Bevölkerungen dieser Welt sein. Beispiel: La belle verte >>

  2. Mit Sicherheitsetat ist nicht nur der Kriegshaushalt gemeint, sondern auch der Etat der inneren Sicherheit. Hier werden viele Steuergelder für politische Gedankenarbeit versenkt. Lobbyverbände zahlen viel für „Mundsöldner“ für einseitig, verdrehte und verkapselte Meinungsideologien. Kriege fangen in den Köpfen an, durch Emotionalisierung von Denkmustern, durch verwirrende Komplexität, durch Vermischung von Teilwahrheiten und Ablenkung zu den wahrhaften Fragestelungen.

    Die Analyse der Nachrichten in kleinen verdaulichen Beiträgen von Uli Gelermann eignet sich hervorragend für all diejenigen, die keinen Computer haben, per Smartphone zu informieren. Ein Spass, den ich mir immer wieder in kleiner Runde erlaube und zur Diskussion stelle. Erstaunlich wie positiv „das kleine Kino“ ankommt, zumal viele Uli Gellermann noch von damals kennen.

    Während bei kleinen Familientreffen, die Mitglieder noch zuvor von ihrem letzten Urlaub und über Schnäppcheneinkäufe berichteten, fangen anschließend nach „Macht um Acht“ lebhaft über ihren Unmut der Nachrichten zu erzählen, zwar noch etwas verhalten, aber steter Tropfen höhlt den Stein.

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