Die Macht um Acht (21)

Seehofer der Retter!

Tagesschau macht Reklame für einen Zocker.

Einmal, wenigstens einmal, könnte es doch bei der Tagesschau eine handwerklich ordentliche Meldung geben. Und dann beginnt die Nachricht zum Mieterelend und der Spekulation auch sehr sauber. Um dann letztlich doch in der Schlagzeile „Seehofer der Retter“ zu verenden. Das ist natürlich Meinung. Das ist natürlich auch Manipulation. Denn Seehofer tut nur so, als wäre er auf der Seite der Mieter. In Wahrheit ist er ein guter Freund der Spekulanten. Das weiß auch die Tagesschau-Redaktion. Und selbst wenn sie es nicht wüsste: Es ist nicht der Job des Journalismus, Meinungen zu verbreiten. Es wäre die Aufgabe der wichtigsten Nachrichten-Sendung des Landes, Fakten zu berichten.

Die sonderbare Journalistin Silvia Stöber hat wieder zugeschlagen: In einer langen Jubel-Arie darf sie ein langes Lob-Lied auf den Börsen-Zocker und Milliardär George Soros senden. Ohne jeden Anlass, ohne aktuellen Aufhänger taucht der Mann in der „Tagesschau“ auf. Kein Geburtstag, keine Hochzeit oder ein Spekulanten-Treffen legitimiert die prominente Nachricht. Und darüber, dass dieser Mann geschäftliche Interessen in der Ukraine hatte, dass er dort an einem Putsch beteiligt war, bei dem auch Nazis mitmischten: Kein Wort. Glaubt man der Stöber, dann ist der Mann ein Sponsor für Freiheit und Demokratie. Bleibt die Frage: Wer hat den nachrichtlich völlig unsinnigen Beitrag bezahlt? Eine Antwort der Redaktion zur Ursache dieses erstaunlichen Fundes ohne Fakten bleibt bisher aus.

Plötzlich tut sich eine Nachrichten-Loch auf: Zum 20. Jahrestag des Angriffskrieges der NATO gegen Jugoslawien bislang kein Wort in der Tagesschau, immerhin der erste Krieg des vereinten Deutschlands. Ein Krieg gegen das Völkerrecht. Ein Bombenkrieg ohne Anlass, kein Angriff auf ein NATO-Land, kein Verteidigungsfall, kein Bündnisfall, gar nichts. Das wäre doch mal eine Tagesschau-Meldung wert gewesen. Auch mit Verschweigen ist Politik zu machen. Auch mit der Nicht-Meldung wird Politik gemacht. Die MACHT-UM-ACHT wettet: Selbst wenn diese Meldung in den nächsten Tagen noch kommen sollte, wird sie nicht das angebliche Ziel der NATO-Aggression – wie immer war es angeblich für „Freiheit und Demokratie“ – an den wirklichen Ergebnissen messen. Von den vielen Nachfolgestaaten, die von der Demokratie ziemlich weit entfernt sind, wird sie nicht erzählen. Und auch nicht davon, dass mit dem Camp Bondsteel im Kosovo jetzt 7.000 US-Soldaten stationiert sind: Das einzig greifbare Ergebnis der neuen „Freiheit“.

Das Rennen um die „Pappnase“ für schlechte Tagesschau-Meldungen geht weiter: Die Zuschauer haben bisher Georg Mascolo, Dr. Kai Gniffke und Sylvia Stöber auf die ersten Plätze gewählt. Die MACHT-UM-ACHT-REDAKTION bedankt sich herzlich bei allen Zuschauern für ihre Mitarbeit bei der Wahl der Pappnasen. Vorschläge und Anmerkungen bitte an diese Mail-Adresse: DIE-MACHT-UM-ACHT@KENFM.DE

Der Journalist und Filmemacher Uli Gellermann beschäftigt sich seit Jahren mit der Dauermanipulation der Tagesschau. Gemeinsam mit den Co-Autoren, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, schrieb er das Buch „Die Macht um Acht: der Faktor Tagesschau“. Eine herausragende Lektüre über die tägliche Nachrichtensendung der ARD.

Bei KenFM nimmt er mit dem gleichnamigen Format die subtile Gehirnwäsche der Tagesschau alle zwei Wochen unter die Lupe.

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11 Kommentare zu: “Die Macht um Acht (21)

  1. Zu Seehofers bezahlbaren Wohnungen kommt als einfaches Gegenstrategem zum hier angewandten Taschenspielertrick – den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen (Coram-Publico Strategem Nr. 1) – die Verstaatlichung oder Vergesellschaftlichung von Grund und Boden in Frage. Beispiele währen etwa das Ahlener-Programm von 1947 in etwas griffigerer Form. Damit wird dem Taschenspielertrick Nr. 1, der „Spekulation“ buchstäblich der Boden unter den Füssen weggezogen.
    Die „in Stellungbringung“ der Ukraine gegen Russland entspricht Strategem Nr. 3, auch hier ist eine Vergesellschaftlichung der Frage von Krieg und Frieden eine mögliche Variante eines Gegenstrategems und selbstverständlich – radikale Aufklärung um die Täuschung des Volks zu beenden, eine Mitbeteiligung des Volks bei der Frage der Rüstugsausgaben ist unabdingbar.

    Wonneproppen-Silvia ist ein Sonnenkind. Eine Spendenaktion zugunsten der Hebung ihres Bildungsniveaus ist allerdings nicht bedarfsgerecht weil hier Strategem Nr. 31 im Spiel ist, das Korrumpierungsstrategem. Strategem Nr. 31 (Korrumpierung mittels Geld, Privilegien oder eines schönen Menschen) kann für Silvia langfristig destruktiv sein. Auch Soros wendet Strategem Nr. 31 an mit seinen Zahlungen an diverse „Nichtregierungs“-Organisationen, selbstverständlich ist er selbst nur ein 'Stellvertreter' der CIA, die sich nicht erst seit Allan Dulles häufig des Schreibtischtäter-Strategems Nr. 3 bedient, auch in der sprichwörtlichen Variante „mit dem Messer eines anderen töten“. Gegenstrategeme bestehen darin, die Regierungspflicht wahrzunehmen und bestehende Normen und Gesetze einzuhalten oder zu ergänzen um der Korruption und ethisch-moralischen Verfehlungen Einhalt zu gebieten, sonst verliert jede Regierung früher oder später den Rückhalt der Bevölkerung. Eine moralisch-ethische Bildung dürfte ebenfalls zweckmässig sein um solche gesellschaftlichen Entgleisungen, wie wir sie bei dieser Redakteurin und der deutschen Regierung konstatieren, einzuschränken.
    Beim Bombenkrieg gegen Serbien fehlten halbwegs gescheite langfristige strategische Überlegungen. Als Beispiel für die Dummheiten dieses Kriegs unter deutscher Beteiligung kann die Verwendung von Munition mit abgereichertem Uran mit den entsprechenden Lanzeitfolgen erwähnt werden: Zusammenbruch des Immunsystems, verschiedene Krebsarten sowie genetische Defekte/Deformationen/Krankheiten in den nächsten Generationen (weil sich der Uranstaub in den Fortpflanzungsorganan anreichert). Das führt dazu, dass auch in Deutschland Kinder zur Welt kommen werden mit entsprechenden genetischen Krankheiten, ganz zu Schweigen von den Kindern der Kfor SoldatInnen die im Kosovo stationiert waren. Pappnasen-Syndrom?

  2. Ich weiß nicht, wie man sich bei der Seehofer-Nummer wundern soll:
    Einer der beiden Chefredakteure der Tagesschau kommt von Anbeginn an grundsätzlich vom BR. Steht nirgends festgeschrieben. Ist aber so. Und falls jemand „BR“ nicht kennt: Das ist dieses öffentlichrechtliche Furunkel der CSU. Das inzwischen sogar den Ministerpräsidenten stellt.
    Die Tagesschau ist im Kern eine bayrische Kolonie. (Wie übrigens auch der rbb.)

  3. Der Artikel über Soros ist für mich der Gipfel an unverfrohrenem Greenwashing per excellance. Zeigt für mich aber auch, wie nah wir, auch dank der alternativen Medien, an der Wurzel des vorherrschenden neoliberalen Brachialkapitalismus bereits sind. Der Name dieser Sendung hier ist somit für mich Gebet und seine Fanfare gehört zum wahrhaftig guten Ton 🙂

    • Genau für solche Aktionen wurde meiner Meinung nach der „Faktenfinder“ gegründet. Der kommt immer dann ins Spiel, wenn die Zahl der Menschen, die die gewünschte Linie verlassen haben, kritisch wird. Dann kommt ein“Faktenfinder“ daher, völlig frei von Fakten, aber voller irreführender Nebelkerzen. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe unfassbarer Beispiele. Die Macher dieser sprichwörtlichen Machwerke sind i.d.R. Silvia Stöber und Patrick Gensing.

  4. Werter Herr Gellermann, wertes KenFM Team,

    vielen Dank für die Erwähnung des abartigen, arschkriecherischen Stöber-Artikels über diesen abartigen Verbrecher Soros!

    Solche gleichsam Ekel erregenden Artikel wollen (und sollen) einen verstandesmäßig betrachtet „gesunden“ Menschen auf Dauer krank machen, solche Artikel halten bereits „Erkrankte“ krank, und genau deswegen zahle ich seit drei Jahren KEINE GEZ-GEBÜHREN MEHR, auch wenn einem dann immer wieder die von der GEZ-Eintreiberei angep*ssten Eintreiber aufs Dach steigen müssen.

    Denn was kann denn noch schlimmer sein als derart journalistisch gewalttätige Schweinereien, solche Massen-Verstandsvernichtungswaffen, solche obstruktiven Rückkopplungsmechanismen a la Stöber?

    Ich habe mich auch ernsthaft gefragt: Wer hat diese Frau Stöber diesmal mit der Brotkruste aus dem Dschungel gelockt, um solch eine pointiert bösartige Verklärung bezüglich des „Krim“inellen Soros – zwangsgebührenfinanziert!!! – in unsere HIrne hämmern zu lassen?

    WER?

    Für solch eine gefälligkeitsjournalistische Widerwärtigkeit MUSS ein Mensch, der es mit sich und allen anderen gut meint, mit Verweigerung reagieren. MUSS. Kein Mensch zahlt dafür, dass er totkrank gemacht wird.

    Meine „Lesermeinung“ dazu hat die ARD-aktuell darüber hinaus sofort nach der Lektüre des Artikels, erhalten.

  5. ja, interessant der Nebenerwerbsaspekt mit der St.Pauli Mafia. Die hat nicht nur Negatividioten, sondern auch mal, wenn es um harmlose zivilrechtliche Dinge geht, zu welchem Kontakt ich auch mal persoenlich kam wie Maria zu einem Kind, durchaus amuesante ordentliche Facetten, wenn auch vorsorglich mit Gentlemen inklusive Beulen im Massjakett unter Tailer Reed versteckt verbunden.
    Das ist trickle down, belebt die Steuereinahmen aus dem Hamburger Gewerbebereich.
    Will sagen, der St Pauli-Menschenhandel ist nicht etwa negativ fuer die Hamburger Pfeffersaecke. Die Haseldorfer Marsch bei der naechsten Flut als Folge idiotisch anmutender Elbbaggerei mit rechtzeitiger Deichsprengungen lieber absaufen zu lassen als die Hamburger U-Bahntunnel ist ebenso Politik der oertlichen Senatsmafiosi.
    Zurueck zur Tagesschau: konsumiere ich nicht. Habe deshalb auch keine Ahnung und erspare mir also das Kotzen. Was ich dazu retro ueber Gellermann erfahre, deckt meinen Monatsbedarf an „Nachrichten“.

  6. Zu einer Bemerkung über die Hamburger Prostitution , die im Kosovo Krieg führte .
    M.W. war es so , dass die deutsche Regierung der UCK Mafia gezielt St. Pauli übergab, um UCK/Kosovopolitikern Einkommen zu ermöglichen .
    Die kosovarische Politik fiel, auch offiziell bestätigt durch Frauenhandel und Drogenhandel und Organhandel auf .
    Der Krieg gegen Jugoslavien war breit vorbreitet, im Internet kursierten (leider nicht mehr auffindbar)
    Listen über Waffenlieferungen z.B. an die faschistische Ustascha . Diese Waffenlieferungen funktionierten massiv auch über Deutschland und Österreich .
    Noch zu untersuchen wäre der österreichische Bankenskandal HypoAlpeAdria mit Verbindungen zur deutschen Landesbank . Da verschwanden 20 Milliarden Euro . Es gibt fundierte Behauptungen ( z.B. Harvey Friedmann, der dann von Geheimdiensten traktiert wurde, dann auch im Gefängnis saß und nun schweigt), mit diesem Geld sei die Bewaffnung von Oppositionellen in Jugoslavien finanziert worden . Dazu aber wäre noch genauere Recherchearbeit nötig ……

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