Die Macht um Acht (23)

Seit Monaten läuft der Wettbewerb der MACHT-UM-ACHT zur „Pappnase“ des Halbjahres. Die Zuschauer der alternativen Sendung zur „Tagesschau“ haben mit großer Mehrheit entschieden, dass die ultimative Pappnase an Georg Mascolo geht. Mascolo leitet einen Recherche-Verbund des NDR, des WDR und der Süddeutschen Zeitung. Eine sonderbare Vermischung privater und öffentlich-rechtlicher Unternehmen. In der „Tagesschau“ firmiert Mascolo als „Faktenfinder“, ist aber eher an Faktenverdrehungen beteiligt. Denn Mascolo ist nicht nur Terrorismusexperte der ARD. Er ist auch als Mitglied der Lobby-Organisation „Atlantik-Brücke“ und der „Core Group“ der Münchner Sicherheitskonferenz sowohl den USA als auch der Rüstungsindustrie eng verbunden.

Unter der Überschrift: „Ukraine vor Präsidentenwahl – Der Maidan war nicht umsonst“, lässt die Tagesschau-Redaktion zwei unbekannte und nicht zu identifizierende Bürger der Ukraine zu Wort kommen, die sich dringend für die Wiederwahl des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko aussprechen. Dieser Trick, letztlich anonyme Zeugen und ihre Meinung in eine Nachricht einzubauen, ist uralt und schlecht. Zum einen steht Poroschenko nicht in Deutschland zu Wahl, zum anderen ist diese Form des verdeckten Kommentars schlichte Manipulation des Zuschauers. Offenkundig geht es der Tagesschau-Redaktion um eine EU- und NATO-Erweiterung: „Diese Wahl ist eine absolute Grundvoraussetzung für unsere Bewegung vorwärts, zu unserer Mitgliedschaft in EU und NATO“, wird Poroschenko in der Meldung zitiert. Genau das ist der Punkt, um den herum es damals, rund um den Maidan beinahe zu einem Krieg in Mitteleuropa gekommen wäre.

Zuletzt weist die MACHT-UM-ACHT noch auf ein Foto hin, mit dem die Tagesschau-Redaktion die französische Bewegung der Gelbwesten diffamieren will: Eine beschädigte Skulptur am Arc de Triumphe soll die soziale Bewegung als Krawallmacher diffamieren, um deutsche Nachahmer der Kämpfe für die kleinen Leute zu verhindern. Mit einem Foto über die Polizeibrutalität belegt die MACHT-UM-ACHT, dass die ARD-Sendung nicht mal die Hälfte der Wahrheit berichtet, sondern, obwohl es jede Menge Belege für diese Brutalität gibt, zum Vorgehen der Polizei gegen die Bürger schweigt.

Für das Team der MACHT-UM-ACHT bedankt sich Uli Gellermann herzlich bei den Zuschauern dieser Video-Serie, „die ohne die vielen Zuschauer gar nicht denkbar wäre“. Die Arbeit geht weiter. Denn die wichtigste Nachrichtensendung des Landes, der Taktgeber für viele andere Medien, muss weiter kritisch hinterfragt, analysiert und begleitet werden.

Denn die Tagesschau mit ihren rund zehn Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern der 20-Uhr-Ausgabe und ihrem Marktanteil von 31,7 Prozent erzielt immer noch die höchste Quote der Nachrichten-Formate. Zum Vergleich: RTL aktuell hat nur 2,16 Millionen Zuschauer und die BILD-Zeitung, das führende deutsche Boulevardblatt, erreicht nur eine verkaufte Auflage von 1.661.817 Exemplaren.

Der Journalist und Filmemacher Uli Gellermann beschäftigt sich seit Jahren mit der Dauermanipulation der Tagesschau. Gemeinsam mit den Co-Autoren, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, schrieb er das Buch „Die Macht um Acht: der Faktor Tagesschau“. Eine herausragende Lektüre über die tägliche Nachrichtensendung der ARD.

Bei KenFM nimmt er mit dem gleichnamigen Format die subtile Gehirnwäsche der Tagesschau alle zwei Wochen unter die Lupe.

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10 Kommentare zu: “Die Macht um Acht (23)

  1. Was die Schau des Tages verpasst:

    NATO-Exit: Dismantle NATO, Close Down 800 US Military Bases, Prosecute the War Criminals

    globalresearch.ca/the-globalization-of-war-dismantle-nato-close-down-800-us-military-bases/5670610

    Link to video: NATO is Helping to Fight Terrorism Every Day (Source NATO)

    youtube.com/watch?time_continue=56&v=0vqruKwqi8s

  2. Thema: Macht-um-Acht-Fanfare

    In den Youtube-Kommentaren wird immer mal wieder empfohlen: „Bitte das Singen am Anfang weglassen“.
    Dies hat mich dazu veranlasst nachfolgende, kurze Rezension zu verfassen:

    Seit jeher hat mich die von Herrn Gellermann höchstselbst getrötete Macht-um-Acht-Fanfare b e g e i s t e r t und bei mir gleich zu Beginn für gehobene Stimmung und alarmierte Aufmerksamkeit gesorgt.

    Seine spöttelnde Vokalfanfare kündet gesanglich, die sogleich in Worten folgende, sprühende journalistische Kritik an.

    Die mit musikalischer Dekadenz vorgetragene Macht-um-Acht-Fanfare persifliert das musikalische Original und trefflich die journalistische Dekadenz der Tagesschau-Akteure und schmettert, noch bevor ein Wort geäußert wurde, Hohn und Spott auf deren journalistische Fehlleistungen.

  3. Die Sendung fand ich diesmal etwas fahrig. Unbedingt richtiggestellt werden sollte die Aussage zu den Maidan-Scharfschützen, von denen man eben NICHT vermuten darf, dass sie von der Regierung bezahlt wurden. Das hat zuletzt nicht einmal die Tagesschau mehr behauptet, als sie wieder einmal einen“Faktenfinder“ oder ähnlichen Stuss brachte, um die bekannten Tatsachen zu vernebeln. Es hieß dort dann sinngemäß, dass bis heute völlig ungeklärt sei…blablabla. Es gibt aber seit langem starke Indizien, mindestens, die zeigen (bzw. sogar belegen), dass viele Schüsse aus einer Richtung kamen, wo die (vermeintlichen) „Maidan-Aktivisten“ unter sich waren. Ferner ist, sogar noch länger, bekannt, dass sowohl auf Demonstranten als auch auf die Polizei bzw. Sicherheitskräfte der Regierung geschossen wurde. Weiterhin gibt es Zeugenaussagen, die in eine ganz andere Richtung zeigen als zur Regierung. Diese Aussagen mögen noch angezweifelt werden können, auf dem allerletzten Stand bin ich auch nicht, jedenfalls ergibt sich insgesamt ein Bild, das keineswegs das vermuten lässt, was Gellermann sagt. Vielleicht hat er sich auch versprochen – wie gesagt, es ist alles etwas fahrig.

    Richtig, die Tagesschau macht Wahlkampf für Poroschenko. Das ist aber alles andere als neu. Den größten Wahlkampf, den die je gemacht hat, war der für Killary Clinton. Selbst in der Wahlnacht, als sich der Sieg Trumps immer klarer abzeichnete, fielen in der ARD-Livesendung noch Sätze wie „die Hoffnung stirbt zuletzt“. Seither gibt sich die ARD-aktuell-Redaktion allergrößte Mühe, Trump aus dem Amt zu jagen, indem sie sich an dem „es wird immer enger für Trump“-Spiel der US-Medien beteiligt. Dabei geht es immer (und immer noch!) um „Russiagate“, die Frisur oder Trumps Tweets. Hingegen nie um die Dinge, bei denen Trump tatsächlich eine verheerende Politik macht, die auch uns betrifft. Im Gegenteil. Heute wurde im ARD-MoMa die NATO angesichts des 70. Jubiläums abgefeiert, ohne Hinweis auf Jugoslawien oder andere störende Dinge, die man bei der Tagesschau längst vergessen hat (zum 20. Jahrestags des Überfalls kam vor Kurzem kein Ton aus Hamburg). Und der ewige „Experte“ Kujat durfte die Suggestivfrage, ob die USA recht hätten mit ihren Forderungen, Deutschland müsse 2% des BiP für die NATO ausgeben, mit einem „natürlich haben sie recht“ beantworten. Trump wird’s gefreut haben. Ob die Frisur sitzt oder nicht.

  4. Der Herr Gellermann erledigt den dringenden Job, die installierte Volksverdummung mittels Fernsehen unter die Leute zu bringen an den Pranger zu stellen, mit Witz, Humor und Tiefgang glaenzend.
    Seine geschriebenen Beitraege sind ebenfalls glaenzend, zugleich aufklaerisch und unterhaltsam.
    Ein Gewinn fuer Jebsen, sein Anliegen und fuer die Gesellschaft.
    Angesichts dessen, was dringend alles zu tun waere, weil alles durch unsere Menschenwelt ins Desaster zu geraten erscheint ist aber auch zu befuerchten, dass alles dies Tropfen sind, die auf heissen Steinen zu verzischen drohen.
    So wichtig, richtig und zutreffend Kritik auch immer ist und moeglicherweise auch den Boden bereitet, Veraenderungen zuzulassen und machen zu wollen: umso wichtiger waere auch, Angebote in den Diskussionsraum zu stellen, Dinge anders und womoeglich besser zu machen.
    Also eine Experimentierplattform zu schaffen oder der Kritikplattform beizustellen, wo vorrangig aufgebaut, experimentiert, konstruiert, laboriert und darueber berichtet wird.
    Sieht so aus, als haetten wir nur noch 25 Jahre, bis unser Luftsauerstoff knapp werden wird. Da muss neben kritisieren irgendwie noch mehr passieren.

    • Das ist zwar richtig, aber – Gellermann spricht es ja an – die Tagesschau-Propaganda wird potenziert. Und es geht über das Gesagte weit hinaus. Es ist nicht nur so, dass sich viele andere Quellen auf die Tagesschau berufen – wenn etwas in der Tagesschau berichtet wurde, gilt es als Gesetz, in Stein gemeißelt vom Allmächtigen himself. Es kommen dazu die ganzen ARD-Regionalsender, die mindestens ihre überregionalen Meldungen von ARD-aktuell beziehen. Um die „Macht um Acht“ richtig euinschätzen zu können, sollte auch bedacht werden, dass bis zum heutigen Tag alle anderen Sender – und dazu gehört sogar der Bezahlsender Sky mit seinen diversen Programmen – ihr Abendprogramm nicht um 20 Uhr starten, sondern um 20:15 Uhr. Dreimal darfst du raten, warum das so ist.

    • @ ¢orax
      Sowas ist meistens ein Zwiespalt: Einerseits ist es richtig und wichtig Propaganda zu kritisieren, andererseits gibt man durch die Kritik dem kritisierten Gegenstand auch Bedeutung.
      Leider haben Online-Journalisten bedeutend weniger Budget 😉 aber was wäre besser:
      Die bestehende(n) Nachrichtensendung(en) kritisieren oder eine journalistisch sauber arbeitende Nachrichtensendung betreiben?

      Und ja, klar ist die Tagesschau nicht das einzige, was mit Transatlantikern besetzt ist …
      Die Zahlen habe ich jetzt nicht im Kopf, aber in Umfragen geben XX Prozent an, den Medien nicht zu vertrauen.
      Der Einfluss der Leitmedien ist noch groß, aber er wird kleiner.

      Wenn man mit Gellermanns gesammelten Werken vor Gericht gehen könnte und sagen: „Sehen Sie! Die Öffentlich-Rechtlichen erfüllen NICHT den Auftrag, für den sie die GEZ-Gebühren bekommen, darum hat das Eintreiben der Gebühren keine Grundlage.“ … aber da würde man höchstwahrscheinlich die Unabhängikeit unserer Justiz kennenlernen.^^

  5. Eine Pappnase gehört zur Erheiterung im Karneval, daher hier sehr unpassend da wenig lustig.
    Nein, das Lachen kann einem nur vergehen.
    Zumindest ein blutiger G-16 Gewehrlauf gehörte auf die Nase gepinselt und der Preis gebührte zumindest zu 50% auch an den Fischkopf der Bande, und Gniffke ist auch in der Atlantikbrücke zu hause.

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