Die Macht um Acht (31)

So geht Manipulations-Macht!

Die Tagesschau – ganz vorne im Medien-Ranking.

Jede Menge Zuschauer der MACHT-UM-ACHT, der alternativen, kritischen Sendung zur Tagesschau, fragen: Warum treibt Ihr diesen Aufwand? Ich sehe ohnehin keine Tagesschau. Ich habe mein TV-Gerät schon lange abgeschafft. Und vor der Glotze hängen doch nur Rentner rum. Die MACHT-UM-ACHT antwortet:

Bei den Einschaltquoten von Nachrichtensendungen liegt die „Tagesschau“ immer noch deutlich an der Spitze. Im Schnitt schalten 9,6 Millionen Zuschauer die 20-Uhr-Nachrichten der ARD ein. Erst auf Platz zwei des Nachrichten-Rankings liegt „Heute“ vom ZDF mit 4,1 Millionen Zuschauern. Mit „RTL Aktuell“ erreicht die erste Nachrichtensendung eines Privatsenders den dritten Platz. Die Nachrichten um 18.45 Uhr wurden im Durchschnitt von drei Millionen Menschen gesehen. Und unter den 14- bis 29-Jährigen liegt die „Tagesschau“ auch auf Platz eins: 270.000 junge Zuschauer. Von wegen nur Rentner. Unter den Print-Medien, die ja auch Nachrichten verbreiten, verkauft die sattsam bekannte BILD-Zeitung zwar mehr als 1,49 Millionen Exemplare, befindet sich aber immer noch weit hinter der Tagesschau.

Hinzu kommt: Die Tagesschau ist ein Leitmedium für fast alle anderen in Deutschland. Ob der Redakteur bei „Die Glocke“, Gütersloh, oder „Die Harke“ Nienburg, oder der „Märkische Oderzeitung“ in Frankfurt/Oder arbeitet: Für alle ist die „Tagesschau“ die Richtschnur des Schreibens. Keiner kann „gegen“ die „Tagesschau schreiben. Wer die wesentlichen Schlagzeilen der ARD-Nachrichten-Schau mit denen des jeweiligen Tages in seinem Heimatblatt vergleicht, wird feststellen, dass die Ähnlichkeit verblüffend ist. Diese Ähnlichkeit geht bis zur „Apotheken-Umschau“ mit einer verbreiteten Auflage von 9.168.618 Exemplaren. Besonders dann, wenn die Tagesschau mit dieser Überschrift hantiert: „Rabattverbot für Online-Handel – Spahn will Apotheken vor Ort stärken“. Da freut sich doch die Apothekerin, soll sie doch die lästige Rabattierung der Konkurrenz loswerden. Zahlen die Apotheken das Gehalt der Tagesschau-Redakteure? Bekommen sie ihr Gehalt vom Gesundheitsminister? Fragen, über Fragen.

Immerhin stellt die „Tagesschau“ auch diese Frage: „Russland – Was bringen die Sanktionen?“. Scheint sinnvoll gefragt zu sein. Doch schon mit der nächsten Überlegung der Redaktion „Wie sinnvoll sind die Strafmaßnahmen?“ wird der Sinn dünner. Als ob die Russen Kleinkinder wären, denen man mit Strafen kommen muss, damit sie schön artig sind. Dieses arrogant-dümmliche Wording setzt sich fort, wenn die Tagesschau von einem „aggressiven Verhalten Russlands“ textet und die angeblichen Experten Janis Kluge und Sabine Fischer von der Stiftung für Wissenschaft und Politik zu Wort kommen lässt. Natürlich belegt die Tagesschau das angeblich „aggressive Verhalten Russlands“ mit nichts, und sie mag uns auch nicht darüber informieren, dass die Experten auf der Lohnliste des Außenministers stehen. Der Zuschauer könnte ja die Meldung als schiere Propaganda begreifen, wenn er das wüsste.

Doch es geht noch dümmer: „Verteidigungshaushalt – Kramp-Karrenbauer für mehr Rüstungsausgaben“ lässt die Tagesschau ihre Zuschauer wissen, als ob die im Dienst der Regierung und der CDU stünde. Das widerspricht zwar fundamental den Staatsverträgen der ARD-Sender, aber es nützt doch der braven Frau Kramp-Karrenbauer, denn die will Kanzler werden. Und das geht in der Bundesrepublik vorläufig nur, wenn man der Rüstungsindustrie, der NATO und den USA das erzählt, was die hören wollen. Das fällt den angeblichen Journalisten der „Tagesschau“ nicht auf. Deshalb zitieren sie zwar die Dame korrekt mit diesem Satz „Die Nato ist und bleibt der Eckstein unserer Sicherheitsarchitektur“, fragen aber nicht warum sie so ein toller Eckpfeiler ist.

So muss Uli Gellermann, der Moderator der MACHT-UM-ACHT mal wieder ein Warndreieck hochhalten, und damit diese und andere Meldungen markieren. Denn „Nachrichtenlöcher führen zu Löchern im Kopf“. Unter der folgenden Mailadresse DIE-MACHT-UM-ACHT@KENFM.DE können die Zuschauer weitere Vorschläge für Warndreiecke einsenden. Die Mannschaft der MACHT-UM-ACHT bedankt sich herzlich bei den vielen Zuschauern, die mit ihrer kritischen Beobachtung der „Tagesschau“ an der Alternative zu den ARD-Nachrichten mitarbeiten.

Der Journalist und Filmemacher Uli Gellermann beschäftigt sich seit Jahren mit der Dauermanipulation der Tagesschau. Gemeinsam mit den Co-Autoren, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, schrieb er das Buch „Die Macht um Acht: der Faktor Tagesschau“. Eine herausragende Lektüre über die tägliche Nachrichtensendung der ARD.

Bei KenFM nimmt er mit dem gleichnamigen Format die subtile Gehirnwäsche der Tagesschau alle zwei Wochen unter die Lupe.

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9 Kommentare zu: “Die Macht um Acht (31)

  1. Gestern, 28.7.2019, in der Tagesschau, melden sich Ischinger und Norbert Röttgen zu Wort – Sie palavern sinngemäß davon, dass ein exportorientiertes Land wie Deutschland die Straße von Hormuz mit verteidigen müsse. Heute schließt sich dieser Meinung ein Grüner an: Omid Nouripour. In der faz.net von heute! Interessant, dass er in Iran geboren ist, mit seiner Familie nach Deutschland kam und dass seine Familie nicht zurück wollte. Außerdem ist er Grüner – so wie Joschka Fischer, der ja auch mit Ischinger lieb Kind war. Man beachte die Phrasen, die Nouripour verwendet: „Schutzmission“, „Deeskalation“, „alles andere als eine EU-Mission würde die Situation weiter destabilisieren“. Bitte glaubt kein Wort! Auch Frau Baerbock … man beachte, wie sie darüber denkt: Die sagt, nur wenn gleich die gesamte EU mitmache. Ich rate dringend ab von einer Beteiligung.
    Die britische Marine ist schon dort vor Ort. Die wollen, dass nun auch die EU und vor allem Deutschland mitmache. Warnung: Die Deutschen (und Österreicher) sind NIE GUT GEFAHREN, wenn sie das getan haben, was Briten wollten oder wenn die Deutschen die Briten gar nachmachen wollten. Erst Lord Castlereigh, der nach 1815 vorschlug, dass doch Preußen Gebiete am Rhein übernehmen solle, dann Lord Salisbury auf dem Berliner Kongress 1878, wo er vorschlug, dass doch Österreich-Ungarn Bosnien-Herzegovina okkupieren sollte – beides sehr verhängnisvolle Ratschläge, die Deutschland und Österreich viele Feinde einbrachten.
    Jetzt ist wieder so eine brenzliche Situation mit negativem britischen Handeln – und wieder sind manche Deutsche bereit, mitzumachen. Ein britisches Schiff kapert vor Gibraltar völkerrechtswidrig ein iranisches Schiff, daraufhin macht Iran was Ähnliches…. und jetzt wird das als Grund genutzt, Deutschland oder sogar gleich die gesamte EU mit hineinzuziehen – dann braucht nur noch ein „False Flag“ inszeniert zu werden, um die Situation zu eskalieren und um Russland mit hineinzuziehen und dann deutsche Marine-Soldaten mit russischen Soldaten konfrontieren … und endlich hätten die Angloamerikaner die Konfrontation zwischen Deutschland-Russland, die sie seit spätestens Februar 2015 (Rede George Friedman – Stratfor) heranlotsen wollen – und unsere Politiker sind so blöd und fallen wieder darauf herein? Lassen die tumben Deutschen sich immer wieder und wieder manipulieren? Sind wir wirklich so dämlich?
    Ich erinnere an Weasley Clark, der gesagt hat, das Pentagon plante schon 2001, sieben Länder zu destabilisieren, darunter auch den Iran. Und ich erinnere an das, was George Friedman /Statfor, im Februar 2015 in Chicago gesagt hat: Friedman: „Ich empfehle eine Technik, die von Präsident Reagan eingesetzt wurde gegen Iran und Irak: Er unterstützte beide Kriegsparteien! Dann haben sie gegeneinander und nicht gegen uns gekämpft. Das war zynisch und amoralisch. Aber es funktionierte…
    ..Das Hauptinteresse der USA, für das wir immer wieder Kriege geführt haben – im Ersten und Zweiten Weltkrieg und auch im Kalten Krieg -, waren die Beziehungen zwischen Russland und Deutschland. Weil vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse besteht darin, sicherzustellen, dass dieser Fall nicht eintritt.“ Zitatende

  2. Irre ich mich oder gibt es Anlass zur Freude?

    Die tägliche Tagesschau-Krampf-Onanie zum Thema „Unsere Zuschauer – Die Tagesschau im Fernsehen … Wir bedanken uns bei N Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern, die unsere 20-Uhr-Ausgabe der Tagesschau gesehen haben.“ verliert sichtbar an Masse (siehe Online-Angebot @ tagesschau.de).

    Zweistellige Zahlen (11, 12 oder 13 Millionen bei „Unsere Zuschauer“) werden immer seltener – der heilige „Marktanteil“ bleibt derweil lustigerweise gleich hoch oder steigt gar an.

    Bin leider kein Statistik-Junkie, aber ich finde das sehr fraglich, was da zahlenmäßig abläuft.

    Andererseits: Je schneller dieser grässliche, milliardenschwere Laden dort in der Bedeutungslosigkeit versinkt, desto besser. Schade das, wenn man an die Tagesschau vor 20 Jahren denkt.

    „Too big too fail“ darf aber bei solchen Entwicklungen schlicht kein Kriterium zum „Weiter so“ sein.

    „Too good to fail“ – DAS wäre mal Anlass zur Sorge, oder?

    Letzteres ist es bei der Tagesschau aber nicht.

  3. ist es nicht seltsam, dass ausgerechnet diejenigen atlantisch-hörigen Politiker, die als Staatsräson ständig die Gesetze des MARKTES hochhalten, bei steuerfinanzierten sinnlosen Rüstungsausgaben in Höhe von 80 Milliarden, völlig den vielbeschworenen Wettbewerb des Marktes vergessen ?
    Wie soll denn ein Rüstungsunternehmen den „Marktgerechten Preis“ für seine Mordwerkzeuge finden, wenn schon vor Produktion der Tötungswaffen die Endsumme auf ihrer Schlussrechnung feststeht ?
    Im Zweifel könnten Rüstungsunternehmen einfach ihre Preise um 100% anheben, um das 2%-Soll des 5-Jahresplans zu erzielen, ohne dass sich die Mordquantität ändert.

    Würde es der Rüstungsministerin Kramp-Karrenbauer nicht besser zu Gesicht stehen, wenn sie eine Massenvernichtungswaffe in Auftrag gäbe, die mit einem Schlag mehrere Milliarden Menschen-, Tier-, und Pflanzenleben auslöschen würde?
    Was für eine Rendite ! „Return on invest“ ins Neandertal.
    Gerade als Frau würde ihr das gut zu Gesicht stehen. Ganz Lady-like.

    Es ist immer das gleiche „marktradikale“ Muster.
    Die staatlich zugesicherten Wirtschafts-Förderprogramme mittels „Abwrackprämie“ gelten für Rüstung-, Pharma-, Energie-, Auto-, Landwirtschaft & Viehzucht-, Bau-, Gesundheitswesen-, Finanzen u.s.w…
    Irgendwie erinnert mich das christliche Wirtschaftssystem der Stärke mehr an Schutzgelderpressung durch die Mafia.

    • Hallo Fantastin

      schöne Fragen!

      Offenbart sich beim Suchen von Antworten etwa, dass die Fragen auf eine Absurdität hinweisen:
      80 Mrd. … stehen nicht im `kapitalistischen Kontext` sondern
      … dienen vielleicht VOR ALLEM der Bilanzverlängerung `unseres` Umverteilungsspiels?

      Wie hoch ist eigentlich der Anteil an der Höhe zb. des Rüstungshaushaltes prozentual für
      a) Steuermittel
      b) Vorfinanzierung/Kredit
      c) sonstiges
      ?

      Viele Grüße in die Runde

    • Eine schöne (theoretische) Vorstellung, die Rüstungskosten so zu erhöhen, daß die Mittel ausreichend für eine Mordkapazität gegen 0 werden.

      Zu den steuerrechtlichen Belangen kann ich nichts beitragen, aber die 80 Mrd. sehe ich durchaus in kapitalistischem Kontext. Krieg bietet doch eine Art „Markterweiterung“ aufgeteilter Märkte. Und das die Bereitschaft dazu derzeit überall so hoch ist scheint mir auch nicht zufällig, versucht man sich doch (neben Rohstoffen und strategischen Positionen) auf diese Weise den eigenen technologischen Vorsprung zu sichern gegenüber Ländern die an der Schwelle Industienation zu werden standen. Auch eine zwangsläufige Folge von Wettbewerb und Konkurrenz.

      Bleibt noch die Zinsproblematik,
      sehr augenfällig bei dem Inselspiel: 10 Menschen als Kreditnehmer, 10 Prozent Zins – nach 1 Jahr muß einer „verschwinden“, damit die Rechnung wieder aufgeht.. oder sehe ich da was falsch?
      Zumindest wird regelmäßig eine Entwertung (oder Bilanzkürzung?) notwendig.

    • Das ist genial!

      Ich fordere, das gesamte Budget für einen einzigen Panzer zu investieren, den wir dann meinetwegen zur Abschreckung an der Ostfront aufstellen, mit Preisschild. Angesichts solch opulenter Investitionsmöglichkeiten sollte auch der letzte Gegner davon rennen:)

  4. Wenn man sich an solchen Zahlen orientieren will, schön und gut.
    Wer hier auf KenFM „einschaltet“, dem muss aber wahrscheinlich nicht noch jedes Mal extra lang und breit erklärt werden, was die Tagesschau da macht.
    Und da die Macht um Acht ja oft ergänzt, was die Tagesschau weglässt, wäre es denkbar sich etwas weniger an der Tagesschau abzuarbeiten und etwas mehr die (von der Tagesschaui weggelassenen) Informationen zu beleuchten.

  5. -Stimmen die Zuschauer-Leser-Zahlen eigentlich? oder sind die optimistisch geschönt.
    -Zentralorgan hätte doch durchaus gepasst. Warum so vorsichtig um das Wort drum herum gegriffen?

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