Die Macht um Acht (34)

Tagesschau macht Außenpolitik!

Weit ab vom Staatsvertrag der ARD.

Im Staatsvertrag des ARD-Senders, der die Tagesschau produziert, ist auch der Programmauftrag formuliert. Demnach hat auch die Tagesschau den „Rundfunkteilnehmern und Rundfunkteilnehmerinnen einen objektiven und umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und länderbezogene Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben.“ Soweit die gesetzliche Grundlage und der Auftrag. Die MACHT-UM-ACHT untersucht die Wirklichkeit, die Praxis der wichtigsten Nachrichtensendung Deutschlands.

Unter der Überschrift „Nahe Biarritz – Gewalt und Festnahmen bei G7-Protest“ macht die Tagesschau aus der Alternative zum G7-Gipfel eine Krawall-Nummer. Kein Wort von den Inhalten der Protestierenden. Andere Medien können es zeitgleich besser. Zum Beispiel „euronews“, ein Kanal der NBC Universal. Dort wusste man von Umweltaktivisten und von den Autonomie-Bestrebungen der Basken zu berichten. Man ließ sogar Teilnehmer der Proteste zu Wort kommen. Der deutsche Sender stellte sich mal wieder tot. Objektive und umfassende Überblicke? Fehlanzeige.

Mit der Überschrift „Israel greift Syrien an – Bombardements gegen ‘Killerdrohnen‘“ übernimmt die ARD schlicht die Sprachregelung des israelischen Militärs. Natürlich ohne die Frage nach dem Völkerrecht aufzuwerfen oder den wichtigen Hintergrund der andauernden widerrechtlichen Besetzung der syrischen Golan-Hohen durch Israel auch nur zu erwähnen. Stattdessen dieser Rechtfertigungssatz der Hamburger Redaktion: „Israel hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass der Iran nicht dauerhaft Militär in Syrien stationieren dürfe.“ Dass ein souveräner Staat wie Syrien auf seinem Gebiet Militär jeglicher Art stationieren kann, ist den „Außenpolitikern“ der Tagesschau offenkundig unbekannt. Man hat in der Redaktion eindeutig die Haltung der Kanzlerin zu Israel, die das Netanyahu-Regime in die deutsche Staatsräson einbezieht, völlig verinnerlicht.

Ein Höhepunkt falscher Außenpolitik ist diese Überschrift zur Vorbereitung der Landtagswahlen: „Brandenburg und Sachsen – Viele fühlen sich als Bürger zweiter Klasse“. Fühlen? Das meint offensichtlich, die Brandenburger und Sachsen hätten bloß so ein Gefühl. Die harten Fakten, die dem „Gefühl“ zugrunde liegen, will die Tagesschau einfach nicht erzählen:

  • 95 Prozent des volkseigenen Wirtschaftsvermögens gingen in westliche Hände über.
  • die Bevölkerungszahl in Ostdeutschland entspricht heute der von 1905, ist also vorindustriell.
  • die Zahl der bundesdeutschen Millionäre verdoppelte sich mit der Wende auf über eine Million.
  • im Osten stieg mit der D-Mark die Zahl der Arbeitslosen von null auf vier Millionen.
  • die Ost-Eliten wurde mit der Wende fast komplett gegen Funktionäre aus dem Westen ausgewechselt.

Gefühl? Die Bürger der ehemaligen DDR wurden in die Zweit- und Drittklassigkeit gestoßen. Der Hamburger Sender zelebriert mit dem Begriff „Gefühl“ eine Art West-Außenpolitik gegenüber dem Osten der Bundesrepublik: Arrogant oder blöde oder beides? Ganz sicher ist die Meldung weder objektiv noch umfassend.

Diese und andere Produkte der Tagesschau-Redaktion zeichnet die MACHT-UM-ACHT-Redaktion, die Alternative zur Tagesschau, mit einem Warndreieck aus. „Denn kaputte Nachrichten“, so Uli Gellermann, „machen Köpfe kaputt. Davor warnen wir.“ Bei dieser Aktion helfen die Zuschauer der MACHT-UM-ACHT mit ihren Mails. Unter der folgenden Mailadresse DIE-MACHT-UM-ACHT@KENFM.DE können die Zuschauer weitere Vorschläge für Warndreiecke einsenden. Dafür bedanken wir uns herzlich.

Der Journalist und Filmemacher Uli Gellermann beschäftigt sich seit Jahren mit der Dauermanipulation der Tagesschau. Gemeinsam mit den Co-Autoren, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, schrieb er das Buch „Die Macht um Acht: der Faktor Tagesschau“. Eine herausragende Lektüre über die tägliche Nachrichtensendung der ARD.

Bei KenFM nimmt er mit dem gleichnamigen Format die subtile Gehirnwäsche der Tagesschau alle zwei Wochen unter die Lupe.

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5 Kommentare zu: “Die Macht um Acht (34)

  1. Zur "Warndreieck" Aktion habe ich einen Kritikpunkt:
    Ich höre den Podcast im Auto, meist im stop-and-go Berufsverkehr. Und ich zucke JEDES! MAL! zusammen und sehe panisch in den Rückspiegel, wenn Ihr wieder einen Tagesschau Beitrag mit einem Warndreieck "auszeichnet" und diese quietschenden Reifen eingespielt werden.
    Es wäre großartig wenn Ihr mal in Eurer Ton-Kiste nach einem anderen, nervenschonenderen Geräusch suchen könntet.
    Ansonsten finde ich die differenzierte Auseinandersetzung mit der Tagesschau (noch immer eine der wichtigsten Nachrichtenquellen von weiten Teilen der Bevölkerung) richtig und notwendig! Bitte weiter so.

  2. Hat sich mal jemand die Mühe gemacht, und die Kommentare unter der aktuellen Berichterstattung der Tagesschau zum Iran gelesen, speziell zur Urananreicherung?
    Es ist offensichtlich, dass bezahlte Schreiberlinge am Werk sind. Gerne sind es 2-3, die sich dann die Bälle zuspielen.
    Es ist aber derart plump und durchschaubar gemacht, dass die Täter eigentlich nur in den USA sitzen können. OK oder es sind Antideutsche, auch die fliegen geistig tief genug.
    Warum nutzen Antideutsche eigentlich die deutsche Sprache? Es reicht für nichts anderes, und darüber ärgern sie sich, und geben Deutschland die Schuld an der eigenen Dummheit.
    Schön, dass es durch solche Kommentare die ganze Welt erfährt, mit welchen abscheulichen Mitteln westliche Kriegsverbrecher arbeiten.

  3. Mir fehlt eine korrigierende Erklärung zu dem Begriff iranische „Killerdrohnen“! Von US-Killerdrohnen habe ich schon viel gehört. Zahlreiche Morde von Obama und ff Persönlich angeordnet! Aber ich habe noch nie gehört, dassfeindliche Drohnen in Israel „gekillt“ haben. Ich glaube, das gäbe ein Spektakel in der Tagesschau!

  4. Ich schau es immer wieder gerne, obwohl ich den Bezug zu den Tagesschaumeldungen nicht herstellen kann, da ich schon lange kein Fernsehen mehr schaue.
    Das liegt daran, das nicht nur die Tagesschau sondern eigentlich Jeder Sendung in einem Frame steckt, der die Sicht einseitig dar stellt. Und das halte ich nicht aus.
    In sofern ist jede Stimme, jeder Artikel von nutzen, der die Perspektive mal verrückt.
    Was mir bei der Macht um acht auffällt, ist eine gewisse Aufgeregtheit bei Herrn Gellermann.
    Das liegt wohl an der Improvisation.
    Dadurch werden einige Aussagen ungenau, zum Beispiel die Aussage der Arbeitslosen in der ehemaligen DDR von Null auf 4 Milliarden Menschen. Da wird im Nachgang selbst Herr Gellermann schmunzeln.
    Daher würde ich vorschlagen, die einzelnen Themen durch Schnitte von einander zu trennen.
    Die Sendung scheint in einem Zug aufgenommen zu sein. Dadurch wirken die Aussagen etwas zerfahren. Ich Weiß ja was Herr Gellermann mir sagen will, aber die Sendung ist ja eher für den
    flüchtigen Besucher auf YouTube gedacht. Und der soll ja erreicht werden.
    Es ist nur ein Gedanke von mir, ich weiß ja auch das durch Schnitte manipuliert wird, was ja der Tagesschau vorgeworfen wird. Scheint mir in diesem Fall aber nicht von Belang zu sein.

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