Die Macht um Acht (43) (Podcast)

Mord in der Tagesschau mutiert zu harmloser Tötung.

„Tötung“ meldet die Tagesschau beflissen, nach dem Mord an dem iranischen General Kassem Soleimani, Mord an einem Mann, der im Iran faktisch die Rolle eines Vizepräsidenten innehatte. Es handelt sich um Mord, sagt das deutsche Strafgesetzbuch, wenn die Tat „heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln“ verübt wurde. Ein Drohnenanschlag auf eine Gruppe von Menschen ohne Kriegserklärung, ohne Vorwarnung, ohne jede völkerrechtliche Grundlage, ist fraglos ein Mord. Aber die Tagesschau mag Mord nicht Mord nennen. Man müsste ja den Präsidenten der USA, der den Anschlag ausdrücklich befohlen hatte, einen Mörder nennen. Das dann doch lieber nicht.

Im Irak, in dem Land, in dem der heimtückische Anschlag verübt wurde, sind deutsche Soldaten unterwegs. Von denen weiß die Tagesschau zu erzählen „Bundeswehrmandat – Bundesregierung hält an Irak-Einsatz fest“. Diese Verlautbarung der Bundesregierung gibt die Tagesschau einfach weiter. Ohne mal die Soldaten vor Ort im Irak zu befragen, ohne einen Völkerrechtler nach der Rechtmäßigkeit dieser deutschen Hilfe in einem Krieg zu befragen. Stattdessen zitierte die ARD-Nachrichtensendung Frau Kramp-Karrenbauer: „Der Irak darf nicht im Chaos versinken. Und schon gar nicht darf der Irak unter die Kontrolle von Extremisten geraten“.

Die Aufgabe einer echten Nachrichtensendung wäre es jetzt, die Zuschauer darüber zu informieren, dass es die USA waren, die mit einem Krieg das Land ins Chaos stürzten. Dass es die USA waren und sind, die mit ihren brutalen Kriegen in diesem Raum dem Terrorismus immer wieder Auftrieb und Nahrung geben. Nichts davon. Im Gegenteil schiebt man als Experten noch den Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, Volker Perthes, nach. Auch der redet nicht von Mord, sondern von Tötung, er fährt weiter die Linie der Verharmlosung.

Die Stiftung Wissenschaft und Politik untersteht dem Kanzleramt und fungiert als eine Art Abteilung für Außenpolitik. Es ist jene Stiftung, die im Rahmen des Projekts „The Day After“ syrische Oppositionelle zusammenkarrte, um den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad abzulösen. So forcierten Volker Perthes und seine Mitarbeiter im Auftrag der Bundesregierung damals den Krieg in Syrien. Heute versucht dieselbe Stiftung einen Mord zu kaschieren und die Tagesschau liefert weder Hintergrund noch Zusammenhänge, macht also Propaganda statt Nachrichten.

Im Norden der Republik kann die „Elbe-Jeetzel-Zeitung“ einen Schweizer Diplomaten zitieren, den ehemaligen Botschafter der Schweiz in Iran und Deutschland, Tim Guldimann. Der nennt den Anschlag auf den iranischen General genau und treffend „einen Akt von Staatsterrorismus“. Das Wort kommt dem Tageschau-Sprecher natürlich nicht über die Lippen. Denn statt ihre Zuschauer zu informieren, manipuliert die Hamburger Redaktion lieber, gibt sie lieber die Regierungsmeinung weiter.

Obwohl im Staatsvertrag des NDR, des Tageschau-Senders, festgelegt ist, dass der Sender seinen Zuschauern einen „objektiven und umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und länderbezogene Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben“ hat, verengt die Redaktion ihren Blick auf das, was die Bundesregierung unter Nachrichten versteht und macht sich so zum verlängerten Arm einer untauglichen Außenpolitik.

In Zeiten wachsender Kriegsgefahr erfüllt die Tagesschau ihre erste Aufgabe nicht: Den Zuschauern sachliche Informationen und den notwendigen Hintergrund zu geben. Das kritisiert DIE-MACHT-UM-ACHT und wird weiterhin versuchen, die Fehlleistungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auszugleichen.

Viele Zuschauer machen von dieser Mailadresse Gebrauch: DIE-MACHT-UM-ACHT@KENFM.DE. Sie helfen der Redaktion die alternative Sendung besser zu machen.

Der Journalist und Filmemacher Uli Gellermann beschäftigt sich seit Jahren mit der Dauermanipulation der Tagesschau. Gemeinsam mit den Co-Autoren, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, schrieb er das Buch „Die Macht um Acht: der Faktor Tagesschau“. Eine herausragende Lektüre über die tägliche Nachrichtensendung der ARD.

Bei KenFM nimmt er mit dem gleichnamigen Format die subtile Gehirnwäsche der Tagesschau alle zwei Wochen unter die Lupe.

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Ein Kommentar zu: “Die Macht um Acht (43) (Podcast)

  1. Das geschriebene Recht auf nationaler und internationaler Ebene enthält viele Dinge, die nicht getan werden sollten. Festzustellen bleibt nur: Das interessiert außer dem einfachen Bürger niemanden mehr. Die Europäer wurden nicht zur Abstimmung über die EU gebeten. Die Iren hat man solange abstimmen lassen, bis es passte. Innerdeutsch haben wir kein Rechtssystem mehr. Das weiß jeder, der lange vor Gericht war. Es ist eine Konzernkratie und kein Rechtsstaat. Das Völkerrecht wird ausgelegt, wie es den Mächtigen gerade passt. Seit 17 Jahren sind die USA im Irak, weil es angeblich Massenvernichtungswaffen gab. Die Rechtfertigungen der Mächtigen für ihre illegalen Aktionen werden immer dümmer und dennoch werden sie geglaubt. Wer glaubt, wir hätten noch ein Rechtssystem (national oder international), der irrt sich. Was früher im geheimen von CIA und KGB ohne Wissen der Öffentlichkeit gemacht wurde, wird heute mit kruden Ausreden einfach entschieden und durchgeführt. Wir sind an dem Punkt angekommen, wo man einfach in einen anderen Staat hineinschießt und die offiziellen Vertreter eines dritten Staates ermordet. Es wird kein UNO Mandat gebraucht. Man erklärt einfach die Person zum Terroristen, setzt sie auf eine Liste und es hat sich. Unser Außenminister sagt in den Medien "Soleimani stand auf der Liste der internationalen Terroristen." und keiner erschrickt in welcher Diktatur wir bereits leben. Es müsste ein Aufschrei durch Europa gehen, dass wir sofort rauswollen aus diesem aufgezwungenen Konstrukt, das die Gründerväter ganz anders konzipiert hatten. Es kann sein, dass dieser General Soleimani kein netter Mensch war. Vermutlich sind alle Generale, die aktiv in einem Krieg zum Einsatz kommen, mehrfache Mörder, weil sie Kriegshandlungen befehligen. Soleimani war jedenfalls Militärangehöriger eines unabhängigen Staates, der in einem Nachbarstaat zu Besuch war, um etwas an die Regierung des Irak zu übergeben. Wenn irgendein Staat auf dem Gebiet Deutschlands, Frankreichs oder der USA einfach mit Drohnen hineinschießen und eine Gruppe ermorden würde, ginge ein Aufschrei der Entrüstung "Bruch des Völkerrechts" um die ganze Welt. Im Nahen Osten hingegen interessiert das niemand. Der Westen braucht sich nicht zu wundern, wenn diese Menschen uns alle hassen. Wesley Clark, ehemaliger NATO Oberbefehlhaber 1999 sagt es klar in seinem Video ab Minute 7.30 – https://www.youtube.com/watch?v=xTTU6pF-iAE
    "Was ist unser Ziel, was sind unsere Absichten? Warum sind wird dort? Warum sterben Amerikaner in dieser Region?"
    Die Frage muss man erweitern: Warum müssen Menschen in dieser Region sterben? Der amerikanische Krieg gegen den Terror (den sie m.E. selbst entfacht haben) hat bis mind. 500.000 Tote, Millionen Flüchtlinge und über 4 Billionen US Dollar gekostet. Wann stehen die Völker dieser Erde auf, dass sie die Nase voll haben?

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