Die Macht um Acht (44)

Applaus! Applaus! Applaus!

Millionen Zuschauer manipuliert.

Neulich in der Tagesschau: 12,3 Millionen Menschen, verkündet das öffentlich-rechtliche Meldungs-Instrument voll Stolz, hätten an einem einzigen Tag die Nachrichtensendung konsumiert. Armes Deutschland. Denn was die Tagesschau-Redaktion unter „Nachrichten“ versteht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen allzu häufig als mangelhaft recherchiert, ungeprüfte Weitergabe von Meldungen der regierungsamtlichen „Deutschen Presseagentur“ oder schlichte Propaganda.

Typisch mangelhaft recherchiert ist diese Meldung: „Abgestürztes Flugzeug – Iran räumt unbeabsichtigten Abschuss ein“. Vergessen, verdrängt, nicht erwähnt: Am 3. Juli 1988 wurde ein Linienflug der Iran Air von Teheran nach Dubai abgeschossen. Von einem Kriegsschiff der USA wurden zwei Flugabwehrraketen vom Typ SM-2 auf die zivile Maschine abgefeuert. 290 Menschen an Bord wurden getötet. Diese Information hätte deutlich gemacht, dass die USA schon seit Jahren einen unerklärten Krieg gegen den Iran führen. Der damalige Präsident der USA und ihr damaliger Oberbefehlshaber, George H. W. Bush, verteidigte sein Militär vor den Vereinten Nationen, indem er sagte, dass es ein Zwischenfall in Kriegszeiten gewesen sei; die Besatzung an Bord der USS Vincennes habe der vorliegenden Situation angemessen gehandelt. Er lehnte es ab, sich im Namen der Vereinigten Staaten für den Abschuss zu entschuldigen.

Ein Beispiel für die einfache Weitergabe einer DPA-Meldung verbirgt sich hinter dieser Überschrift: „Von der Leyens Handy Daten offenbar unwiederbringlich gelöscht“. So weit, so richtig. Aber das ist natürlich kein Journalismus. Der finge damit an, dass die Tagesschau-Redaktion nachfragen würde, wer denn auf welche Anweisung hin die Daten gelöscht hat und diese Fragen dem betreffenden Regierungsbeamten vor einer Kamera stellen müsste. Macht die angebliche Nachrichtensendung aber nicht. Sie bleibt bei dem stehen, was bereits alle Welt weiß: Irgendjemand hat irgendwie Handy-Daten der von der Leyen gelöscht. Das machen sie bereits bei Schülerzeitungen besser.

Jetzt zur brutalen Propaganda: Da darf Birgit Schmeitzner vom Bayerischen Rundfunk in der Tagesschau erzählen, dass das NATO-Manöver „Defender 2020“ richtig und notwendig sei. Denn, so die Schmeitzner weiter, die militärische Groß-Mobilisierung sei „richtig und notwendig. Auch, weil es das klare Signal an Russland sendet: Im Fall der Fälle wäre die NATO bereit“.

WARUM mag uns die Dame nicht sagen. Drohen die Russen der Bundesrepublik Deutschland mit Krieg? Wann und wo hätten sie das getan? Kein Wort zur Begründung der „Notwendigkeit“, kein Fakt, der diese aggressive Handlung erklärt. So bleibt die angebliche Nachricht Kriegs-Reklame. So macht die stolze Zahl von 12,3 Millionen Menschen, die am Stichtag die Tagesschau gesehen haben, eher Angst: So vielen Zuschauern wird ein Feindbild vorgetäuscht, ohne dass „der Russe“ sich faktisch als Feind erwiesen hat. Außer der Rüstungsindustrie kann das niemanden erfreuen.

Viele Zuschauer machen von dieser Mailadresse Gebrauch: DIE-MACHT-UM-ACHT@KENFM.DE. Sie helfen der Redaktion die alternative Nachrichten-Sendung besser zu machen.

Der Journalist und Filmemacher Uli Gellermann beschäftigt sich seit Jahren mit der Dauermanipulation der Tagesschau. Gemeinsam mit den Co-Autoren, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, schrieb er das Buch „Die Macht um Acht: der Faktor Tagesschau“. Eine herausragende Lektüre über die tägliche Nachrichtensendung der ARD.

Bei KenFM nimmt er mit dem gleichnamigen Format die subtile Gehirnwäsche der Tagesschau alle zwei Wochen unter die Lupe.

+++

KenFM jetzt auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommt Ihr zu den Stores von Apple und Google. Hier der Link: https://kenfm.de/kenfm-app/

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

+++

Jetzt kannst Du uns auch mit Bitcoins unterstützen.

BitCoin Adresse: 18FpEnH1Dh83GXXGpRNqSoW5TL1z1PZgZK

6 Kommentare zu: “Die Macht um Acht (44)

  1. Wenn immer mehr aufgerüstet wird, dann sollten wir uns die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, dass ausgerechnet bankennahe Politiker wie etwa Sigmar Gabriel das politische Spitzenamt bekleiden.

    Es ist jedenfalls unerträglich, dass er jetzt ähnlich wie Gerhard Schröder dies seinerzeit auch dermaßen tat, dermaßen viele Spitzenpöstchen annimmt. Etwa Siemens verhalf Sigmar Gabriel zu seiner zweiten Karriere.

    Dann wurde ihm doch vorgeworfen, dass er zu Gunsten von Rheinmetall Druck auf die indische Regierung ausgeübt hätte.
    Irgendwo ist es auch sehr nett, dass er mitdenkt, wenn er etwa Asylzentren für Nordafrika fordert.

    Aber Herr Gabriel ist doch jetzt auch Leiter der Atlantik-Brücke und vor allem hat er doch jetzt auch noch ein Aufsichtsratspöstchen bei der Deutschen Bank angenommen. Vor allem sind es doch die Banken, mit denen Sigmar Gabriel dermaßen herumschwänzelt, die den Krieg benötigen. Wo es aber dermaßen viele Militäreinsätze wegen der benötigten Bankenprofite gibt, da muss es insofern auch Flüchtlinge geben.

    Aber Sigmar kassiert doch selbst nicht schlecht, aber liefert er überhaupt irgendwelche intelligenten Inhalte?
    Dann weiß er es doch sehr wohl, dass Hartz IV Sanktionen benötigt.

    Als Kevin Kühnert eine Kollektivierungsdiskussion angestoßen hatte, warf Sigmar es ihm dann vor, dass er die SPD beschädige.

    In einem Aufsatz im Berliner Tagesspiegel brachte Sigmar Gabriel dann seinen fünf Punkte Plan für einen "sozialen Kapitalismus" heraus.

    Er warf in diesem mit Begriffen wie Protektionismus oder "isolatorischer Kraftmeierei" nur so um sich. Eine Volkswirtschaft müsse Anschluss an den Weltmarkt haben.

    Er warnte zudem doch vor der Gesellschaftung von Produktionsmitteln.

    Aber gibt es überhaupt einen Markt? Schließlich ist es doch mehr als komisch, dass wir nur dann Geld haben, wenn uns die Banken vorher Geld aus dem Nichts leihen.

    Gerade weil unser Geld auf dermaßen fragwürdige Weise entsteht, ist die zu große Bankennähe eines großen Teils unserer Spitzenpolitiker, zu denen insbesondere auch Frau UvdL zählt, eine sehr große Zumutung.

    Gerade weil unser Geld doch dermaßen komisch entsteht, frage ich mich, warum Herr Borjans zwar alle möglichen Steuern vorschlägt, aber die etwas sonderbare Geldentstehung als Schuld gegenüber den Banken (aus dem Nichts) nahezu gar nicht anspricht.

    Ähnlich unverständlich ist es auch, dass Kevin Kühnert oder Hubertus Heil diese mehr als sonderbare Art der Geldentstehung ignorieren und gleichzeitig ernsthaft die Grundrente zur völligen Unzeit voranbringen wollen.

    Jedenfalls schrieb die Welt am 15.08.2015 "Russland beschriftet Bomben mit „Nach Berlin!“ oder etwa mit "Für Stalin".

    Wer aber auch immer die Schuldigen am Zweiten Weltkrieg waren, so waren doch seinerzeit die weltweiten Schulden dermaßen stark angestiegen, dass die Banken doch insofern kaum andere Möglichkeiten hatten als einen Weltkrieg zu provozieren.

    Außerdem scheint es fast so, als sei der Zweite Weltkrieg durch die Knebelung durch den Versailler Vertrag fast schon vorprogrammiert gewesen.

    Ferner ist es etwas komisch, dass beim Zweiten Weltkrieg die Swastika als Wappen verwendet wurde, weil doch auf den vom KGB freigegebenen geheimen Landkarten spiegelverkehrte Swastikas bei einer Insel "Neuschwabenland", angeblich in Innererde, eingezeichnet sind.

    Warum hätte jemand ein Interesse daran haben können, solche geheimen Landkarten zu fälschen? Dafür sehe ich keinen Grund. Ebenso hatte es doch dieser Admiral Byrd in einem Fernsehinterview ganz klar gesagt, dass er im Land "jenseits der Pole" war.

    Also könnte es beim Zweiten Weltkrieg eine Rolle gespielt haben, dass es Innererde tatsächlich gibt.

  2. Zehn Millionen ( 10 000 000 ) selber schuld! Wer macht denn jede Woche eine Reklame-Sendung, die schadenfrohe Neugier auf plumpe Kriegspropaganda und Horror macht? Wir schauen uns das Theater doch längst mit anderen Augen an. Ich versuche jeden Abend der Kritik "der Macht um Acht" zuvor zu kommen und ich glaube, das geht vielen so.

    • Ja – das ist doch ein prima Schulungsweg.

      Mit mehr Bewußtsein durch die Welt gehen heißt eigene und fremde Glaubenssätze zu hinterfragen. Die Lüge demaskiert sich von selbst. Geschichten und Erzählungen wollen uns nur im Guten wie im Schlechten in ihren Bann ziehen und uns hypnotisieren.

      Wenn es heißt der Mensch ist ein "Ersatzteillager, Konsument, Verbraucher, gefährlich und dumm, eine Blackbox, klimaschädlich etc.", und wir unterwerfen uns oder lassen uns einlullen, dann wird die Welt dementsprechend aussehen.

      Die bezahlte Medienelite und die Macht des Großkapitals spielen sich wie Götter auf, die die Weisheit mit Löffen gegessen haben – ein gewaltiger Irrtum. Institutionen, die die Basis verlieren aber die Basis benötigen für ihren eigenen Narzissmus optimieren ihre eigene Fallhöhe.

      Die "Macht um Acht" hat zwar nicht so viele Zuschauer wie die "Nach-richten", aber Wirkmächtig ist die Sendung auf jeden Fall.

Hinterlasse eine Antwort