Die Menschenrechtsideologie

Interview von Jens Wernicke mit Rainer Roth auf den NachDenkSeiten.de.

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Der Artikel erschien auch auf der Homepage von Jens Wernicke: https://jensewernicke.wordpress.com/2016/03/07/die-menschenrechtsideologie/

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4 Kommentare zu: “Die Menschenrechtsideologie

    • Genial, dieser Hinweis auf das Wort: “ Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen.“ Nur ist eben das ein Wort des Alten Testamentes, welches das Sollen in den Vordergrund stellt. Das Neue Testament stellt das Wollen in den Vordergrund. Bevor Christus auf der Erde erschien, war die Menschheit noch wie im Kindheitszustand, wo die Eltern dem Kind erklären müssen: Du sollst. Später – in der Moderne – ist die Menschheit gereift. Das Individuum muss die Bilder loslassen wollen. Denn das eine sind die Bilder. Das andere ist der Maler. Freiwilligkeit ist an die Stelle der Gebote getreten. Eigenverantwortlichkeit.

      Mir scheint, dass die heutige Politik mehr am Sollen festhält. Wir haben eine neue Basta-Politik des Befehls und Gehorsams. Zur Frage der Menschenrechte in der Türkei sagte Thomas de Maiziere: „Wir sollten nicht der Schiedsrichter beim Thema Menschenrechte für die ganze Welt sein.“ Verneintes Sollen oder blankes Müssen !
      So wächst Demokratieverdruss.

      Die Basis der wahren Demokratie ist die Wahl-Freiheit. Wer diese aushebelt, der will zurück in vorchristliche Zeiten.

  1. Recht jeder Art basiert immer auf Macht. Wer die Macht hat, kann dies und jenes als „Recht“ hinstellen und kann es durchsetzen. Und es liegt im Begriff“Recht auf Freiheit“ ein suggestives Element. Denn dieser Begriff suggeriert, dass Freiheit dem Recht entstammen würde. So, als sei zuerst ein Recht da gewesen, und dieses Recht habe aus sich heraus Freiheit erst ermöglicht. „Recht auf Freiheit“ suggeriert, die Freiheit sei das Kind des Rechtes.

    In Wahrheit ist es genau umgekehrt. Zuerst war eine innere Freiheit da, durch die ein Recht konzipiert wurde. Dann war äussere Freiheit in Gestalt von Macht real da, durch welche das Recht gewaltsam durchgesetzt werden konnte.
    Recht ist so betrachtet das Kind der Freiheit.

    Freiheit kommt vor dem Recht !!! Vergessen wir das bitte niemals, dass Freiheit vor dem Recht kommt.

    • Danke für diese Wahrnehmung.
      Durch die Ausrichtung des Menschen auf die „Dinge“ (oder Festlegungen, so wie ich es wahrnehme) identifizierte sich der Mensch selbst mit der eigenen Suggestionen und verstrickte sich darin. Auch Erkenntnisse werden eher als objektive Tatsachen wahrgenommen, statt einfach als Erkenntnisprozess.

      Darum finde ich auch den obigen Satz so genial: „Recht ist so betrachtet das Kind der Freiheit“ Darin liegt eine gewichtige Wahrnehmung, welche durchaus zur Sprachlosigkeit führen könnte.

      Vertiefend eröffnen wohl einige Sätze aus der Bibel, um ein Beispiel zu zitieren, wie: du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, eine ganz andere Dimension des Verstehens von Prozessen, weil niemals irgend etwas je „dinglich“ gewesen war, ausser in der eigenen Illusion.

      Indem es sich auf die Dinge in der Welt richtet, ist das Subjekt Träger sogenannter intentionaler Akte. Die intentionalen Gegenstände der Erkenntnis werden dann im Denken repräsentiert und als Objekt bezeichnet.

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