Die Pandemiemüdigkeit | Von Anna Coignard

Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

Wenn wir Verantwortung für die Zukunft übernehmen wollen, müssen wir aufhören, unsere Vergangenheit zu reinszenieren. 

Von Anna Coignard

Es ist aussichtslos — lasst uns also weiterkämpfen! Mit Durchhalteparolen hat die Regierung am Ende des Zweiten Weltkriegs versucht, die längst kriegsmüde Bevölkerung zu motivieren. Etwas Ähnliches geschieht jetzt in der Coronakrise:

Obwohl Lockdowns das Elend erkennbar nicht beenden, sollen die Menschen immer noch ein weiteres Mal durchhalten. Wir müssen uns bei all dem bewusst machen, dass es generationsübergreifende Traumata gibt. Das jetzige Verhalten der Mehrheit könnte insofern auf eine Prägung von „damals“ zurückgehen, obwohl es für die Situation heute gar nicht mehr zielführend ist. Entscheidend ist hierbei, dass es sich um eine akut lebensbedrohliche und mit Angst besetzte Situation handelt, bei der der Verstand teilweise ausgeschaltet ist. Das Ergebnis ist, dass die Menschen zwar nicht mehr können, jedoch glauben, immer noch weiter kämpfen und leiden zu müssen. Gibt es einen Ausweg aus dieser destruktiven Psychodynamik, und wie könnte dieser aussehen?

Neulich sagte mir ein Freund, die Menschen seien pandemiemüde; treffender kann ich es nicht beschreiben und will auch diesen Text nicht der immer wiederkehrenden Thematik unseres allgegenwärtigen Alltags widmen. Dennoch wird es kaum möglich sein, dieses Thema gänzlich zu umgehen, daher bitte ich auch all die Pandemiemüden vorab um ein wenig mehr Durchhaltevermögen, da der Gedankengang ein anderer ist.

Die Menschheit ist mittlerweile von dem Thema so gesättigt, dass sie weder die neuesten Schlagzeilen über das Voranschreiten der Impfkampagne unserer Regierung noch die brisantesten Ereignisse der Demonstrationen, die Entwicklung von Querdenken und das neueste Video der aktuell bedeutendsten Sprecher aufnehmen kann oder gar möchte. Der Punkt ist erreicht — mehr Corona geht nicht mehr in den Kopf hinein. Doch einfach ohne weiterzuleben ist ebenfalls nicht möglich, da das Thema nun mal da ist und für eine fortwährende Beschäftigung sorgt. Man kommt, ob man es möchte oder nicht, da einfach nicht raus.

Reinszenierung

Bedingt durch die Zwänge, die sowohl äußerlich von anderen als auch innerlich vom eigenen Ich auferlegt werden, entstehen viele psychologische Dynamiken. Eine davon ist die Theorie des generationsübergreifenden Traumas. Speziell wird hierbei die jüngste Geschichte Deutschlands betrachtet, mit dem Schwerpunkt auf dem letzten Jahrhundert liegend. Dabei geht es in diesem Artikel nicht darum, Vergleiche von damals und heute zu ziehen, sondern sich genauer anzuschauen, warum die Menschen damals bereits so gehandelt haben, wie sie es heute tun.

Mein Wissen und meine Arbeit in der Traumatherapie stützen sich auf die Anliegenmethode nach Franz Ruppert. Eine elementare Erkenntnis bei seiner Theorie ist die Spaltung der Psyche bei einem traumatischen Ereignis. Ist der Mensch einer lebensbedrohlichen Situation ausgesetzt, so versucht sich die Psyche zu regulieren, um das Überleben zu sichern. Um dieses aushalten zu können, spaltet sich die Psyche vom Erlebten. Das sichert zwar das Überleben, doch es entsteht dadurch eine Spaltung im Menschen, die die Psyche nicht mehr ganzheitlich sein lässt. Es ist eine innere Trennung der Gefühlswelt, die sich später auf unterschiedliche Weise bemerkbar macht und bei der es zu empfehlen ist, das Erlebte aufzuarbeiten, um das abgespaltene Gefühl wieder zu integrieren.

Obwohl die damals lebensbedrohliche Gefahr nicht mehr real existiert, ist dieser Prozess sehr schmerzhaft. Die unterdrückten Gefühle kommen wieder hoch, und man muss sich mit diesem Schmerz auseinandersetzen und ihn wieder fühlen. Zeitgleich ist die Situation nun nicht mehr lebensbedrohlich, und daher ist das Erlebte mit therapeutischer Begleitung schrittweise auszuhalten.

Ist das Trauma nicht aufgearbeitet, so sucht sich die Psyche eigene Wege, das Geschehene zu integrieren. Eine Möglichkeit ist es, das Erlebte immer wieder zu rekonstruieren und neu durchzuspielen; ergo reinszeniert der Mensch dieselbe Situation immer wieder, in der Hoffnung, ein neues Ende schreiben zu können.

Ein Beispiel, jedoch keine Regel, ist hier eine Frau, deren Vater die Mutter geschlagen hat. Sie sucht sich ebenfalls einen Mann aus, der sie schlägt, in der unbewussten Hoffnung, diesen bekehren zu können, da sie es sich damals mit ihrem Vater gewünscht hätte. Bei jedem neuen Übergriff verspricht der Mann, nicht mehr die Hand zu erheben, und die Frau verliert sich in der Hoffnung, dass ab diesem Zeitpunkt ganz sicher alles anders wird. Dies kann sich entweder episodisch unendlich oft in einer Beziehung oder in unterschiedlichen, aufeinanderfolgenden Beziehungen wiederholen.

Es ist festzustellen, dass die Psyche in diesem Trauma verharrt. Dies bedeutet nicht, dass das Trauma dauerhaft präsent ist, sondern dass der Mensch sich bei in einem Triggermoment immer wieder genau in der Situation wiederfindet, in der er das lebensbedrohliche Erlebnis hatte.

Der Unterschied zwischen Trauma und einem schlechten Erlebnis liegt darin, dass die Psyche bei einem schlechten Erlebnis für sich diese negative Erfahrung verarbeiten konnte und realisiert, dass das Geschehnis vorbei ist. So kann der Mensch sich an das negative Ereignis und auch an den gefühlten Schmerz erinnern, verharrt jedoch nicht in der damaligen Situation. Er kann aus seinen gesunden Strukturen heraus sagen, dass es schmerzhaft war, jedoch vorbei ist. Bei einem abgespaltenen, nicht aufgearbeiteten traumatischen Ereignis ist dies nicht der Fall. Wird das traumatische Erlebnis durch einen Trigger (Auslöser) hervorgerufen, so verbleibt der Mensch nicht in seiner gesunden Struktur und kann nicht nachvollziehen, dass das auslösende Gefühl nicht mehr zur Gegenwart gehört, sondern ist sozusagen gänzlich in der damals sich lebensbedrohlich anfühlenden Situation gefangen und agiert eben aus dieser heraus.

Für den Außenstehenden kann solch eine Handlung als übertrieben oder nicht nachvollziehbar erscheinen. Greift man das Beispiel mit der Frau und dem schlagenden Partner auf, so kann jedoch der Außenstehende erkennen, dass sich der Partner nicht einfach ändern und es immer wieder zu Übergriffen kommen wird. Die Frau selbst und meist auch der schlagende Partner sind gefangen in ihrem individuellen Trauma, das sie miteinander weiterleben. Sie sind nicht in der Lage, diese Dynamik zu durchschauen, und sind felsenfest davon überzeugt, dass es das nächste Mal anders wird.

Generationsübergreifendes Trauma

Eine weitere wichtige Rolle spielen hierbei die generationsübergreifenden Traumata. Diese können vereinfacht so erklärt werden, dass die alten Traumata, die unsere Vorfahren nicht aufgearbeitet haben, an die nächste Generation weitergegeben werden. Dies führt dazu, dass wir zum Beispiel die Traumata von unseren Großeltern, Eltern und anderen nahestehenden Bezugspersonen in uns tragen. Was wiederum daher rührt, dass die entsprechende Bezugsperson gewisse Stimmungen und Reaktionen aus ihrer Vergangenheit mit sich trägt. Parallel dazu bindet sich der junge Mensch, der von dieser Person abhängig ist, an das entsprechende Gefühl, um in Verbundenheit zum Erwachsenen zu sein. Daraus resultierend tragen wir als Erwachsene oder bereits als junge Menschen weitergegebene Traumata in uns, ohne dass wir sie selbst erlebt haben und sie bewusst wahrnehmen.

Ein Beispiel hierfür ist ein beängstigendes Gefühl bei dem Anblick eines Soldaten. Dies soll nicht einen alleinigen Grund für unangenehme Gefühle im Zusammenhang mit Soldaten oder ähnlichen Szenarien liefern, sondern lediglich solch eine Situation aufgreifen, um sie etwas zu verbildlichen. Verspürt ein Mensch aus einer Generation, in der kein Krieg vor der Tür stattfand, ein unangenehmes Gefühl beim Anblick eines Soldaten oder bei ähnlichen Szenarien, so kann dies bedeuten, dass dieses Gefühl von zum Beispiel den Großeltern weitergegeben wurde, die den Krieg selber erlebt hatten.

Nun ist die Problematik hierbei nicht nur die, dass der Mensch sich mit seinen eigenen Gefühlen und weitergegebenen Traumata aus früheren Generationen konfrontiert sieht, sondern auch, dass die damaligen Überlebensstrategien ebenfalls weitergegeben wurden.

Eine Überlebensstrategie sichert das Überleben des Menschen in einer lebensbedrohlichen Situation. Der Mensch kann die Situation in dem Moment des Geschehens nicht aushalten, es kommt, wie oben beschrieben, zu einer Spaltung und einer das Überleben sichernden Handlung. Ist diese Handlung — ein Beispiel ist die Reinszenierung — erfolgreich, so kann sie beliebig wiederholt werden und sich zu einer festen Strategie entwickeln.

Wiederholte Strategien

Schaut man sich nun die deutsche Geschichte an, so stellt man fest, dass es nie nur einen Menschen gab, der all die Gräueltaten verübt hat. Es waren ebenso die Menschen, die die Befehle ausführten, und die Menschen, die wegsahen oder gar mitmachten, unabhängig von ihrer dahinterliegenden Intention.

Lässt man die Tatsache nicht außer Acht, dass die zuvor erlebten Kriegserfahrungen nicht aufgearbeitet und an die nachfolgenden Generationen weitergegeben wurden, so stellt man unweigerlich fest, dass die Traumata und die damit verbundenen Überlebensstrategien unserer Vorfahren nun in einer neuen Krise in unterschiedlichen Intensitäten wieder aufleben.

Wird also gesagt, dass sich Geschichte wiederholt, so kann ich bei dem Gedanken mitgehen, dass die zuvor unaufgearbeiteten Traumata und die Art und Weise, wie unsere Vorfahren damit umgegangen sind, heute wieder nach oben geholt werden und dadurch eine Reinszenierung stattfindet.

Die Menschen handeln unweigerlich in ähnlichen Mustern, wie ihre Vorfahren es bereits damals taten. Oft passiert dies völlig unbewusst.

Diese Theorie liefert eine Erklärung zum einen für das unterschiedliche Verhalten aus der Angst heraus, zum anderen zeigt es weitere Handlungsweisen, die nicht direkt auf die Angst zurückzuführen sind. Wenn beispielsweise der Nachbar seinen langjährigen Freund denunziert und die Polizei ruft, weil er bei ihm einen Coronaverstoß vermutet, dann ist es nicht zwingend die Angst, die aus ihm spricht. Es ist durchaus denkbar, dass ein altes Trauma und die dazugehörige Überlebensstrategie seiner Vorfahren vorliegen. Dies soll durchaus keine Entschuldigung, allerdings eine Erklärung für das Verhalten liefern. Es liegt dann in der Verantwortung jedes Einzelnen, diesen Vorgang für sich zu erkennen und einen anderen Handlungsschritt einzuleiten. Wir sind nicht dafür verantwortlich, was uns passiert ist und welches Päckchen uns für unser Leben mitgegeben wurde, doch sind wir dafür verantwortlich, was wir selber tun und welches Päckchen wir an die anderen weitergeben.

Rote Linie

Das Resultat dieser Theorie liefert auch eine Antwort auf die immer öfter gestellte Frage „Wo ist deine rote Linie?“. So negativ es auch klingt, finde ich doch keine andere Antwort darauf als dass es diese nicht gibt. Zumindest nicht in Deutschland mit der zurückliegenden Geschichte. Nehmen wir den Zweiten Weltkrieg als Beispiel, als es schon längst feststand, dass jegliche Fortsetzung des Krieges völlig zwecklos und das gesamte Land nur noch eine Ruine war, so wurde erst nach dem Einmarschieren der Alliierten die Kapitulation unterschrieben. Bis zum Schluss wurden die Befehle befolgt. Vielleicht gab es für jeden Einzelnen eine rote Linie, doch lief das Kollektiv aus unterschiedlichen Gründen mit. Demnach blieb dem Einzelnen keine wirkliche Wahl, als die eigene rote Linie immer wieder anzupassen oder ganz abzuschaffen. Irgendwann verstummt das eigene Gefühl für sich und den anderen, und es wird nur noch mitgemacht, um nicht unterzugehen.

Wichtig ist mir hierbei zu betonen, dass es mir bei dieser These nicht um einen direkten Vergleich der Geschehnisse oder eine Schuldzuweisung geht, sondern um die Dynamiken von damals und heute und deren Parallelen.

Ähnlich empfinde ich die Situation auch in der aktuellen Lage; es gibt viele Menschen, die anders denken oder sich Fragen stellen, unabhängig vom Zeitpunkt innerhalb der Krise. Es gibt viele, die pandemiemüde sind, doch gleichzeitig sind sie auch müde, dagegen zu sein, und einfach nur noch erschöpft von all der täglichen Coronabestrahlung, die lediglich verstummt, wenn man sich schlafen legt.

Die Reinszenierung ist gänzlich im Gange, und das Rad dreht sich mit allen Beteiligten. In diesem Rad gibt es immer wieder Menschen, die aufstehen, doch haben sich die anderen bereits gesetzt, weil sie nicht mehr können.

Manche haben tragischerweise das Feld schon gänzlich verlassen. So kämpft sich jeder einzeln oder auch in Gruppen durch, doch hat jeder begrenzte Kapazitäten an Energie und Willenskraft. Höre ich dann solche Aussagen wie „Die Menschen wachen langsam auf“, so muss ich gestehen, dass ich mich nur wenig daran erfreuen kann, da ich keinen Einzigen kenne, der im Laufe dieser Krise gänzlich seine Meinung geändert hat. Geht man dem dennoch nach, denn diese Menschen gibt es sicherlich, so haben sie für sich eine neue Erkenntnis gemacht und wollen voller Tatendrang diese verkünden. Leider können und wollen es allerdings die, die bereits im April 2020 auf der Straße standen, meist nicht mehr. So dreht sich das Rad langsam weiter, und jede aufsteigende Flamme erlischt im Massentrauma und deren alten Überlebensstrategien.

Übernehmen der eigenen Verantwortung

Diese Schlussfolgerung ist sehr demotivierend, und ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich der eine oder andere fragt, warum bitte lese ich mir diesen Text durch, der gar nicht über Corona handeln soll und dann geht es doch nur um das Thema mit solch einem niederschmetternden Ergebnis? Diese Frage kann ich gut nachfühlen.

Nun denke ich, dass es unabhängig von Corona zum einen eine wichtige Erkenntnis ist, zu verstehen, welche Mechanismen hinter den Handlungen des Einzelnen stecken. Zum anderen ist es sinnvoll, nicht am Symptom festzuhalten und dieses zu unterdrücken, sondern die Ursache zu finden und sie anzugehen.

Kann man der aufgestellten Theorie ein Stück Wahrheit abgewinnen, so ist es eine Möglichkeit oder gar Einladung, sich seiner eigenen Geschichte zu widmen und sich seine Handlungen und Denkmuster anzuschauen. Es ist keine Änderung im Äußeren möglich, wenn diese nicht im Vorfeld im Inneren stattfand. Um aus dem pandemiemüden Zustand herauskommen zu können, bedarf es einer klaren Entscheidung „Wie will ich mein Leben leben?“ oder gar „Will ich SO mein Leben leben?“.

Sollte die Entscheidung ein Nein hervorrufen, so ist der erste Schritt, sich anzuschauen, wie man in das Leben, das man führt, hineingerutscht ist. Demnach ist es unumgänglich, sich seine Vergangenheit anzuschauen und sie aufzuarbeiten, um die Möglichkeit zu haben, neue selbstbestimmte und freie Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Diesen Entschluss kann für sich jeder nur alleine fassen, doch kaum einer kann diesen Weg alleine gehen. Dazu bedarf es einer Gemeinschaft.

Auf diesem Weg erübrigt sich die Frage nach der roten Linie, da es ihrer nicht mehr bedarf. Es ist unwichtig, wo die rote Linie liegt und wann sie überschritten wurde. Es zählt dann lediglich das eigene selbstbestimmte Leben im Verständnis seiner selbst und seiner Geschichte und in der gesunden Verantwortung gegenüber seinen Mitmenschen und der Natur.

Ist ein solcher Zustand möglich, so muss die Geschichte auch nicht neu geschrieben, sondern tief und aufrichtig betrauert, individuell und kollektiv aufgearbeitet und dort eingeordnet werden, wo sie hingehört — in die Vergangenheit. Zudem wird mit der gelebten und gefühlten Gegenwart automatisch die Zukunft geschrieben, die nicht ständig geplant oder vorinszeniert werden muss.

Ich wiederhole, da dieser Satz so elementar wichtig ist und uns klar sein muss:

Wir sind nicht dafür verantwortlich, was uns passiert ist und welches Päckchen uns für unser Leben mitgegeben wurde, doch sind wir dafür verantwortlich, was wir selber tun und welches Päckchen wir an die anderen weitergeben.

Diesen Satz widme ich unseren eigenen inneren Kindern und den nächsten Generationen, die in diesem Rad des Wahnsinns gefangen und so sehr darauf angewiesen sind, dass wir uns endlich dazu entscheiden, unser jetziges Leben zu überdenken und uns selbst zu stellen — für ein weder reinszeniertes noch vorinszeniertes Leben.

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Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung

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Dieser Beitrag erschien am 23. März 2021 im Rubikon – Magazin für die kritische Masse

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Bildquelle: fizkes / shutterstock

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20 Kommentare zu: “Die Pandemiemüdigkeit | Von Anna Coignard

  1. Volker Djamani sagt:

    Eine Pandemiemüdigkeit empfinde ich nicht. Es ist derzeit nicht nur ein Trauma, was auszuleben ist, sondern vielmehr eine fast schon quälende Ohnmacht, gegen die man sich kaum erwehren kann. Geht man demonstrieren wird man sogar noch von den Leitmedien diffamiert und der vermeintlichen Mehrheit, die das Ganze auch noch am Leben erhält, verbal angespuckt. Die Ohnmacht äußerst sich auch damit, dass es in viele Köpfe nicht hereingeht, was der PCR-Test überhaupt feststellen, geschweige denn aussagt. Wenn aktuell Dr. Wieler "100.000 Infizierte pro Tag" auch für möglich hält, verfallen die Menschen in Angst und Schrecken, weil sie glauben da liegen 100.000 Menschen krank mit Symptomen darnieder.

    Was Traumata betrifft, so sehe ich in meiner Familie in der im Krieg schlimmste Erlebnisse zu Traumat geführt haben, jetzt depressive Verstimmungen hochkochen, weil sie fühlen, am Lebensende, nicht einmal mher gesellschaftliches Leben ERLEBEN zu dürfen. Sie denken, ob ich es nocheinmal erlebe, mit Freunden ins Cafe zu gehen oder zu einer Theateraufführung. Leider ist diese Generation das öffentliche-rechtliche Fernsehen gewohnt und wird damit jeden Tag nur noch mit Schreckensnachrichten berieselt, die sich auf Zahlen stützen, aber keineswegs das tatsächliche Geschehen widerspiegeln. So zum Beispiel, wie bekannt wurde (s. Ärztblatt online), dass die Krankenhauser einen "historischen Tieftsstand in der Bettenauslastung" zu verzeichnen haben.
    Was an dieser Generation noch für ein Verbrechen zur Zeit praktiziert wird ist die Tatsache, dass dieser pos. Getestete alle als schwer erkrankte Menschen verkauft werden und jeden Tag , besonders ARD und ZDF der Kriegsgeneration bzw diesen traumatisierten Menschen, aufgrund ihrer Lebensgeschichte, eintrichtet. Vielleicht kennen einige von den Lesern das, jeden Tag muss man seinen betroffenen Eltern zum Lebensmut verhelfen, damit sie ihn keine Depression verfallen (obwohl man selbst gegen diese Ohnmacht, die durch fragwürdige Maßnahmen von 17 Menschen erzeugt werden, anzukämpfen hat. Und die Menschen in Altenheimen, von den viele zur Kriegsgeneration gehören, behandelt man wie Ware. "Christliche" Parteien? Ich könnte manchmal gar nicht so viel essen, wie ich kotzen könnte.

    • Volker Djamani sagt:

      Sorry für Tippfehler u.ä. sehe ich immer erst später 😉

    • P. Nibel sagt:

      Jetzt wissen wir, warum sich manche Parteien WIRKLICH als "C – Parteien" bezeichnen 🙂
      – schade, dass die anderen auch nicht besser sind!

    • ruben.s sagt:

      "29. März 2021 um 12:48 Uhr
      Sorry für Tippfehler u.ä. sehe ich immer erst später ?"

      Lieber Herr Djamani,

      in einer Situation, in der bei den einen der Kopf fehlt und bei den anderen die Worte, verrutschen bei uns nur manchmal die Buchstaben. Fragen Sie mich, ist unter den Optionen, letztere wohl die beste.

      Ich wünsche Ihnen und Ihren Eltern alles Gute.

  2. How-Lennon sagt:

    Ja, unsere Gewinner da oben habens immer noch voll drauf. Gäääähn…die armen Schweine!

  3. P. Nibel sagt:

    Das Trauma, unter dem wir leiden, ist das Trauma von 9/11!
    Was für die Generation meiner Eltern die Ermordung von Kennedy war – (ein Ereignis, das so schockierend war, dass noch Jahre später jeder wusste, was er gemacht hat, als ihn die Nachricht erreichte) – war für meine Generation 9/11.

    Eine Inszenierung der US-Regierung, um einen dritten Weltkrieg anfangen zu können, der unter dem Arbeitstitel "Kampf gegen den internationalen Terrorismus" läuft. Alle waren so schockiert, dass es keiner gewagt hat, kritische Fragen zu stellen, denn die einzige Haltung, die erlaubt war, war Mitleid mit den Opfern zu haben (die ersten Meldungen sprachen von 20000 Toten – oder waren es sogar 50000?).

    Damals fing das Kriegsrecht an, die Demokratie außer Kraft zu setzen, und nach anderen Ursachen zu suchen, ist irreführend!

  4. ruben.s sagt:

    Danke für den spannenden Artikel.

    Ich sehe andere Aspekte am Werk, noch vor Mitläufertum.

    Am Anfang der inszenierten Krise habe ich um mich herum unter anderem eine geradezu freudige Stimmung, eine Euphorie gespürt. Das Einkaufen schien plötzlich mehr Gewicht zu haben, neben dem Wetter gab es noch ein anderes Thema, das Leben war plötzlich spannender – ein Event.
    Ich glaube, stünde man sich die Inszenierung ein, fühlte man sich noch langweiliger als man sowieso schon ist und fragen die Enkel irgendwann einmal nach gefährlichen Zeiten, dann kann man von etwas anderem berichten als dem Angriff auf die Eiskronenzitadelle.

    In meinen Augen ist die Müdigkeit nicht einer Überforderung geschuldet, sondern der Unlust an einem Spannungsbogen, der einen nicht mehr recht unterhalten möchte.
    Die lieben Mitbürger sind nicht pandemiemüde, sondern vielleicht event-müde. Wäre das Fahrgeschäft abwechslungsreicher, wäre man noch vollends dabei.

    Sollten wir das überleben, muss beim nächsten Übergriff entweder über noch mehr Leichen gegangen oder Unterhaltungswert einplant werden.

  5. corovide sagt:

    Manchmal könnte man sich fragen was es denn für ein Trauma gäbe.

    Ich bin kein Freund von Lokale Kino und (sinnloser) Menschenansammlung. Ich kann mit und ohne Klopapier überleben und auf bekannte soziale Netzwerke die alles andere als sozial sind kann doch wirklich jeder verzichten. Was nutzt dir denn ein Lokal ein BUs eine Bahn ein Kino wenn sich ein Hartz IV Empfänger solchen Luxus schon lange nicht mehr leisten kann.

    Es ist natürlich doof wenn einiges kaputt geht aber geht etwas kaputt was keiner so wirklich braucht sollte man keine große Trauer haben.

    Da fällt KenFM und Co schon auf. Vor Corona war Gates ein Mann der Software erfindet. Nicht mehr nicht weniger. Nur in Verbindung mit Corona wurden da die absurdesten Dinge inszeniert. Und die Leute glauben es obschon Fakten etwas absolut anderes sagen. Da werden Gruppen und Parteien gegründet die rein nicht bewirken. KenFM zieht weg von Berlin weil es ach so schlimm dort sein scheint aber bis heute in Berlin ansässig zu sein. Leere Worte falsche Versprechungen und sowas verursacht Trauma.

    • Volker Djamani sagt:

      @Corovide: Ihre Schlussformel ist sehr ungerecht gegenüber dem ganzen Team von KenFM. Sie genießen hier erstklassige Informationen (die man sogar wie alles hinterfragen kann!) außerhalb der Leitmedien mit sehr guten Autoren und mokieren, dass KenFM noch nicht umgezogen sei.
      Hier ist auch keine Zwangsbeitragssender der ÖRR, die mit Milliarden Zwangsbeiträgen in Gestalt des Haushaltsbeitrages am Leben gehalten werden, dazu abgesegnet vom BVerfG. Das ist so, also ob sie für ein Auto Kfz-Steuer zahlen müssen, obwohl sie gar kein Auto haben. Nur so nebenbei, wie z.B. noch ein Intendant wie Tom Buhrow vo WDR zu einem Jahresgehalt von 399.000 Euro kommt.

  6. Deakehler sagt:

    Jimi Hendrix, verarbeitete 1970 dieses Thema in der intimen Ballade "Drifting".
    https://vimeo.com/290915673

    "Treibend in einen Meer von vergessenen Tränen"

    Vielleicht viel es meinen Eltern leichter über die Zeit von damals zu sprechen, weil sie beim Ausbruch des zweiten Weltkriegs, im Alter von 14 Jahren waren.
    Wer kennt nicht Freunde die sagen, " Der Opa kam vom Krieg zurück und sprach kein Wort"?

  7. Nevyn sagt:

    Gut erklärt. Es handelt sich hier nicht um ein individuelles sondern ein kollektives Trauma, das bisher weitgehend verdrängt wurde. Auch wenn einige Individuen schon daran arbeiten, ist die kritische Masse bei weitem noch nicht erreicht. Denn es benötigt zunächst die Aufarbeitung der eigenen Traumata, bis man sich auf die nächste Ebene wagen kann. Ein Trauma ist eine Art Nasenring, mit dem man den Menschen durch die Manege führen kann. Darum basieren alle Mind Control Techniken auf systematischer Traumatisierung.

  8. Hartensteiner sagt:

    Ich frage mich – nach dieser Lektüre – ob es nicht ein Trauma gibt, das aus jüngerer Zeit stammt. Ist es nicht auch ein Trauma, wenn Menschen von der Neurose des Konsums und der Konsumgesellschaft überwältigt wurden (Verfahren Bernays), die das Bewusstsein mit einer simplen Gier nach „Haben“ und „Haben wollen“ ausgefüllt hat und der Schmerz darüber, dass daraus eben doch kein Glück sondern eine wachsende Leere erwächst, im Unbewussten verbleibt?
    Ein Trauma, das sich dann im Haben der Maske, der Tests und schließlich der Impfung ausagiert?
    Oder bereits darin, vergleichbar der Bewusstseinsindustrie (Werbung), an die man (unbewusst) glaubt, auch die Corona-Bewusstseinsindustrie und deren Inhalte sich vergleichbar zu eigen zu machen? Also das Trauma des Verlustes eigener Bewusstseinsfähigkeit und eignen Denkens wie auch der eigenen Bedürfnisse begeben zu haben und dies in der Wiederholung dieses Verlustverhaltens auszuagieren? Ich meine, darüber wäre vielleicht einmal nachzudenken.

    • Hartensteiner sagt:

      PS: Ein wunderschönes Beispiel dafür, das auch schon vor Corona zu beobachten war, ist der "HANDYWAHN", der schon auf den ersten Blick den Begriff des "Fetischismus" aufruft. Ganz aktuell:
      Heute früh, Blick aus dem Küchenfenster:
      Von links kommt eine große, schlanke, junge Frau ins Bild. Mit einer Hand schiebt sie einen leeren Kinderwagen vor sich her. Mit den anderen Hand hält sie mit ca. 50 cm Abstand ein Handy vor ihren Gesicht.
      Sie spricht mit jemandem.
      Etwa 6 m dahinter trottelt ein Kind von nicht mehr als 2 Jahren ins Bild.
      Der Gang ist etwas unsicher, schwankend und gleicht fast schon einem Tanz.
      Der kleine Junge kämpft sich tapfer voran um den Anschluss nicht zu verlieren.
      Fast wirkt es, als schwebt diese „Gruppe“ von links herein, um dann nach rechts zu entschwinden.

      Eine surreale Darstellung der „Neuen Welt“, wie für einen Film.

  9. Ancastor.gardian sagt:

    Ich bin nicht nur diese Dauerlügen um irgendeinen der Millionen Viren leid..

    Ich bin des Systems leid..
    Das was wir hier jetzt haben, ist einfach nur ein weiterer Teilaspektes des größeren Ganzen. Diese Plandemie ist nicht das Problem.. es ist ein weiteres Symptom einer üblen Krankheit dahinter, einer Systemkrankheit entworfen von Menschen um andere Menschen für die eigenen Zwecke und Interessen zu versklaven inkl. Tiere, Planeten und alles was sonst noch so verwertbar ist.

    Der Wahnsinn hört nicht auf, wenn wir morgen diesen Testballon um eine Pandemie beenden. Es wird weiter und weiter modern und übel blubbern aus dem Sumpf im Inneren, solange dieses System überdauern darf.

    Was der logische Schluss sein sollte, muss ich wohl nicht seitenweise umschreiben…

    • Hartensteiner sagt:

      Darin gebe ich Dir völlig recht. Im Sinne des Artikels und der darin angeführten Psychologie sehen wir hier ein URALTES Trauma (das System), das in der Sklavenmentalität zu finden ist. Das Trauma, der Schmerz, versklavt zu sein, das Vielen in der Jugend kurzzeitig bewusst wird und dessen Schmerz junge Menschen oft sogar aktiv empfinden, eher sie dann doch recht schnell (Dafür haben wir Schulen, Studium, Ausbildung, Berufsalltag usw.) in das Muster des Ausagierens der tradierten Umgangsweise mit diesem Trauma zurück fallen. Dieses ist vielleicht das wesentlichste all der auffindbaren Traumata gestern so wie heute.

    • Loveisthekey sagt:

      @ Hartensteiner

      Die Versklavung ist wahrscheinlich das älteste Trauma, das es gibt. Ich habe den Verdacht, diese kleine Gruppe, die uns beherrscht, leidet (transgenerational) unter diesem Trauma. Das Wichtigste bei der aktuellen Thematik scheint die Versklavung der kompletten Menschheit zu sein. Es geht in der Essenz gar nicht um Geld, sondern um das Ausleben einer "Überlebensstrategie", nämlich: erst wenn ich alle Menschen versklavt habe, bin ich von der Angst befreit, selber versklavt zu werden. Ist natürlich ein sehr komplexes Thema und nur angerissen …

    • Hartensteiner sagt:

      An loveisthekey – ja, beide Reaktionsweisen sind durchaus vorstellbar. Allerdings muss man zu der uns beherrschenden Gruppe ergänzen: "Das muss man sich leisten können!", etwa von 1 Milliarde an aufwärts.
      Allen anderen Menschen bleibt nur die andere Reaktionsweise, sich also wieder in die Klammer der Sklavenmentalität zu begeben, weil sie es nicht besser wissen bzw. nicht anders überleben können.
      Glücklich die, die es schaffen sich das nicht nur bewusst zu machen, sondern auch eine (Über-) Lebensweise zu finden, die ihnen erlaubt zusammen mit Anderen als freie Menschen zu leben. Da ist dann jedes einzelne Beispiel wichtig, gleichsam als ein Leuchtturm für alle anderen und als Gegenbeweis für die Unvermeidlichkeit der Unterwerfung.

    • Loveisthekey sagt:

      Zitat: ""Das muss man sich leisten können!", etwa von 1 Milliarde an aufwärts."

      Absolut korrekt. Geld ist das Fundament, aber nicht die Essenz oder der Kern, um den es geht.

      Durch die Erfahrung und Erkenntnis eines persönlichen transgenerationalen Traumas ist mir klar geworden, dass eine Auflösung nur möglich ist; wenn ich verstehe, wie es dazu gekommen ist. Das ist ein elementarer Punkt, den kein Anderer für einen erledigen kann, er muss von jedem Einzelnen "absolviert" werden. Dazu braucht es m.M.n. hauptsächlich Kraft. Man muss das alles auch aushalten können. Als freie Menschen leben – das ist mein größter Wunsch für ALLE! Aber es ist alles noch so schemenhaft, wir finden den Knopf für den Neustart (noch?) nicht.

  10. Hartensteiner sagt:

    Gleich zu Beginn richtig: Im Führerbunker setzt man nach wie vor auf den Endsieg. Doch was ist diesmal anders? Es gibt keine alliierten Truppen, die dem Neu-Faschismus ein Ende setzen könnten – er ist längst global. Die einzigen "Soldaten", die uns befreie könnten ist die wachsende Phalanx der FAKTEN und sind die Menschen, die in der Tiefe ihrer eigenen Seele (Psyche) ihr Empfinden und Wissen zu MENSCHLICHKEIT und MENSCHENWÜRDE nach wie vor finden und sich das auch nicht durch das 24/7 auf sie einschlagende Trommeln der Bewusstseinsindustrie nehmen lassen.

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