Die Pseudo-Journalisten • STANDPUNKTE

Eines Tages werden die Schreiberlinge der selbsternannten „Qualitätsmedien“ bestenfalls noch Auftragsarbeiten mit Pseudonym unter die Leute bringen können.

Ein Standpunkt von Gerd Reuther.

Zusammenhänge sind nicht jedermanns Sache. Zu leicht stößt man bei Nachforschungen und bei Fragen nach dem Nutzen von Vorgängen auf Beziehungen, die nicht bekannt werden sollen.

Investigative Journalisten haben ihre Arbeit immer wieder mit ihrem Leben bezahlt. Der Spezies des Beschwichtungsjournalisten kann dies nicht passieren. Diese bewegt sich immer im Koordinatensystem der offiziellen Sprachregelungen. Dabei kann man niemandem mit Macht und Einfluss auf die Füße treten.

Wozu auch? Verschwörungen und Intrigen gibt es doch nur in Märchen, Romanen und den Köpfen phantasiebegabter Zeitgenossen, oder? Eine Verschwörung muss schon auf offener Bühne wie der Mord an Julius Cäsar mit 60 Personen stattfinden, damit sie ihnen glaubhaft erscheinen.

John F. Kennedy und sein Bruder Robert seien dagegen jeweils von Einzeltätern ermordet worden, die nur das Kunststück fertig bringen mussten, von einer Position aus Schüsse aus mehreren Richtungen auf ihre Opfer abzugeben. So einfach ist die Welt der Beschwichtigungsjournalisten. Oder so abstrus. Kein Wunder, dass niemand aus der Zunft bei den Geschichten von Claas Relotius Verdacht schöpfte.

Wenn es überhaupt eine Ursache für einen Vorgang gibt, dann entstammt diese am besten der Natur. Nicht industrielle Kohlenwasserstoffe sind eine Gefahr für das Weltklima; es ist das Kohlendioxid, ohne das Pflanzen nicht existieren können. Die aktuelle Pandemie ist durch ein Virus bedingt, das wie ein Floh von einer Fledermaus auf den Menschen übergesprungen ist.

Heuschnupfen und Asthma werden durch Pollen, Hausstaub und Milben hervorgerufen, haben auf jeden Fall nichts mit Stickoxiden aus Pkw-Motoren oder Feinstaub aus Verbrennungsvorgängen und Verkehr zu tun. Und wenn jetzt Kinder immer wieder rätselhafte Gefäßentzündungen bekommen, dann kann das auch nur das SARS-COV-2-Virus sein. Tatsächlich ist das aber eine unerwünschte Wirkung vieler Impfungen, die sogar in den Beipackzetteln steht oder bis vor kurzem noch stand (1).

Überhaupt sind die Beschwichtiger sehr zurückhaltend, wenn sich Probleme auftürmen.

Schulschließungen? Kein Problem, das geht alles digital. Weggesperrte Alte? Besser überlebt als von den Angehörigen besucht. 150 Milliarden neue Schulden? Zahlen wir mit links ab. Ein erneuter Lockdown im Herbst? Sitzen wir auf einer Backe ab. Einschränkungen der Grundrechte? Eine Pandemie ist eben kein Kindergeburtstag! Löschungen auf YouTube, Twitter und Facebook? Fake News von durchgeknallten Spinnern fallen nun einmal nicht unter die Meinungsfreiheit.

Sollte es doch Verantwortliche und Schuldige geben, nur weil Milliarden von Dollar den Besitzer wechseln, der Gewinn einer Firma plötzlich durch die Decke geht oder Menschen vorzeitig sterben? Solche Vermutungen entstehen nur, wenn immer mehr Laien ohne anständige Ausbildung Beiträge verfassen. Mit dem nötigen Feinschliff in den Kaderschmieden von Kirche und Klüngel wäre das nicht passiert. Schließlich erkundigt sich ein verantwortungsbewusster Journalist erst einmal bei seinem Auftraggeber nach der Quintessenz, die am Ende seines Artikels stehen soll, bevor er loslegt.

Recherchieren, nachdenken und sagen, was ist. Das war gestern. Heute geht es um das korrekte Narrativ, für das die Fakten passgenau gemacht werden müssen.

Beschwichtigungsjournalisten verdienen ihr Geld leichter, schlafen aber unruhiger. Im Unterbewusstsein kann es des nachts schon rumoren, wenn das rudimentäre Gewissen fragt, ob es nicht etwas kühn war, Bill Gates als Philantropen zu bezeichnen oder den Lesern zu verkaufen, dass bei Tausenden von asiatischen Wildtiermärkten nur rein zufällig gerade in Wuhan ein chinesisches Hochsicherheitslabor für Viren steht. Kreativer Journalismus hat seinen Preis.

Aber Vorsicht, irgendwann werden die Schreiberlinge der selbsternannten „Qualitätsmedien“ bestenfalls noch Auftragsarbeiten mit Pseudonym unter die Leute bringen können.

Gerd Reuther ist Universitätsdozent und Facharzt für Radiologie. 2005 erhielt für seine Leistungen den Eugenie-und-Felix-Wachsmann-Preis der Deutschen Röntgengesellschaft. Er veröffentlichte rund 100 Beiträge in nationalen und internationalen Fachzeitschriften und -büchern sowie zwei eigene Bücher. Außerdem hält er Vorträge zur Rolle der Medizin in der Gesellschaft.

Quelle:

(1) https://www.rubikon.news/artikel/der-sundenbock-4

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Hinweis zum Rubikon-Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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Dieser Beitrag erschien zuerst am 01.06.2020 bei Rubikon – Magazin für die kritische Masse.

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Bildquelle: qvist / shutterstock

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4 Kommentare zu: “Die Pseudo-Journalisten • STANDPUNKTE

  1. Ich habe mal wieder einen dieser Schreiberlinge per Mail zur Rede gestellt, natürlich ohne eine Antwort zu bekommen.
    Er schreibt für eine der sehr auffälligen Gazetten den Eulenspiegel (Tagesspiegel aus Berlin)

    Ich kann nur dazu anregen so oder so ähnlich vorzugehen und die Hofberichterstatter bloß zustellen und ihnen zeigen,
    dass sie unter Beobachtung stehen. Ich hatte die Zeitung so weit gebracht ein Interview mit mir zu machen, aber es kam
    nie zustande.

    Sehr geehrter Herr Paul Gäbler,

    der „Eulenspiegel“ ist mal wieder sehr auffällig und scheint einer massiven Störung zu unterliegen und
    da es fast alle „Staatsmedien“ dieser Störung unterliegen, ist es eine nazistische Normopathie.

    Ich frage mich ob sie ALLE sich schon mal Gedanken gemacht haben was sie machen, wenn wir eine neue
    wirklich Basis demokratische Volksvertretung und ein demokratisches Geld- und Wirtschaftssystem haben.

    Sie alle wären arbeitslos, da keiner mehr diese öffentlich-rechtlichen Medien und Presse haben will.

    Aber natürlich würde sie ALLE es so machen wie nach der NS-Zeit und der Stasidiktatur, ich/wir waren nie
    dabei und eigentlich schon immer dagegen, 😉 und dann wedeln sie mir dem Parteibuch von Widerstand 2020.

    MfG

    F.J.A.

  2. Wenn die Höhe des monatlichen Gehaltes und die Zahlbarkeit der Rate für das Eigenheim davon abhängt, dass man Dinge nicht versteht und nicht hinterfragt, stellen sich schnell Pawlowsche Reflexe ein. Bequemlichket und Mut gehen nicht zusammen.

    Warum so viele ihre Seele verkaufen? Man verschweigt ihnen ihre Existenz.

    • Ich würde eher nicht sagen, dass diese Leute ihre Seelen verkaufen. (jedenfalls nur in Teilen)

      Näher an der Wahrheit ist doch eher, dass solche Leute herangezogen werden. Sie werden nahezu gekastet, in Schulen und Universitäten. Auch so manche Professoren helfen dabei eine Ideologie zu entwickeln und zu verfestigen.
      Hat man so einen "leicht beeinflussbaren, formbaren" jungen Menschen gefunden, folgt dann die "Ausbildung".
      Diese "Ausbildung" grenzt den Kandidaten in seiner Umwelt und Gedankenwelt so ein, dass er nur noch einen Standpunkt kennt, da sein ganzes soziales Umfeld davon abhängt. Und die Kandidaten merken es gar nicht (wenn überhaupt, dann zu spät).

      Diese Vorgehensweise ist allgemein üblich und man kann dies in so vielen Bereichen beobachten.
      Young Leadership Programme
      Elite Universitäten mit von CIA gesponsorten Rekurtierungsvorlesungen
      usw. usf.

      Auch in Sekten oder Sektenähnlichen gebilden ist das zu sehen.
      Erst ist alles super und alle sind so nett, so dass man sich gar keine Gedanken dazu macht sein komplettes soziales Umfeld danach auszurichten. Und dann gibt es kein zurück mehr!
      Bestes Beispiel sind die Freimaurer:
      Je mehr man die Grade hochklettert, desto mehr wird man "eingenommen" (nahezu assimiliert)
      Dann stellt man fest, dass jeder in der eigenen Umgebung Freimauerer ist und man mit keinem mehr über das erlebte reden kann. Dann wird man die Schweinereien in den oberen Graden auch nicht ausplaudern.

      Aber genug Verschwörungstheorien! Alles gut! Es gibt nichts zu sehen! Weitermachen!

    • Vom Beginn des Lebens an findet Konditionierung statt. Man wird so Teil der Gesellschaft und weiß sich in ihr zu bewegen. Das ist nichts Außergewöhnliches.

      Nur wird es manchen bewusst und das nennt man dann Erwachen. Wenn die Freimaurer nicht fördern, die Weltverhaftung zu lösen, sind sie ein Totenkult. Ich kann da nicht hinein sehen.

      Natürlich ist das Ziel der dunklen Kräfte, dich immer mehr einzuweben und mit Materie zuzustopfen. Wenn deine Seele dann nicht um Hilfe schreit, ist sie verloren und versinkt im Sumpf der Unbewusstheit. So geht nun mal das Spiel. Du kannst nicht zwei Herren dienen. Ob du es nun weißt oder nicht. Aber die Wahl liegt immer bei dir.

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