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Die Rekruten – Grundausbildung bei der Bundeswehr

Von Sean Henschel.

Am 7. Dezember 2016 wurde ein weiterer Artikel des Journalisten Bernhard Loyen auf KenFM veröffentlicht. Bernhard Loyen schreibt seit längerem die Kolumne „Niveauregulierung (21)“.

Thema dieses veröffentlichten Textes war die Bundeswehr. Es ging um den Youtube-Channel „Die Rekruten“, ein vom Bundesministerium der Verteidigung finanziertes Projekt.

In der Channelbeschreibung heißt es wortwörtlich: „12 REKRUTEN. 12 WOCHEN. DEINE SERIE“.
Zwölf junge Menschen werden während ihrer Grundausbildung mit Kameras begleitet. Es gibt zahlreiche Herausforderungen die gemeistert werden müssen. Schriftliche Prüfungen, physische und psychische Leistungstests und vieles mehr. Die Serie ist spannend, auch wenn die Ton- und Bildqualität zu wünschen übrig lässt.

Was soll man über diesen Channel denken?
Was soll man über die deutsche Bundeswehr denken?
Wie lässt sich überhaupt das Phänomen „Die Rekruten“, in einen geopolitischen Rahmen einordnen, der die gegenwärtige militär-politsche Situation berücksichtigt?

Die im Netz zu diesem Thema schon veröffentlichten Beiträge vertreten grundlegend verschiedene Auffassungen.

Bernard Loyen steht der Institution der Bundeswehr ablehnend gegenüber. Die Bundeswehr ist eine Firma. Sie mutierte von einer ehemaligen Verteidigungsarmee zu einer „Internationalen Kriseninterventionsarmee“. Der Youtube-Channel „Die Rekruten“ diene als Marketingtool, um das Image der Bundeswehr aufzupolieren und den Wehrdienst erneut in die Mitte der Gesellschaft zurückzuholen (sinngemäße Interpretation des Artikels). Von einem Beruf mit guter Zukunftsperspektive könne nicht die Rede sein. Herrn Loyen steht mit seiner Kritik an der Serie „Die Rekruten“ nicht alleine dar. Erwartungsgemäß halten Vertreter der Linkspartei, der Grünen und der Friedensbewegung die gesamte Darbietung, auch inhaltlich, für wenig glaubwürdig. So bemängelt Doris Wagner von den Grünen, dass Fragen zu den Bereichen Auslandseinsätze, Tod und Langeweile im Grundbetrieb in der Serie völlig ausgeblendet würden.

Der Autor Michael Hanfeld sieht dies offenbar etwas anders. Für ihn ist die Bundeswehr-Serie „Die Rekruten“ nichts Weltbewegendes, worüber man sich laut echauffieren müsse. In seinem FAZ-Artikel heißt es „Die Rekruten“ zeigen „ zwölf junge Leute in der Grundausbildung. Nicht mehr und nicht weniger“. Es geht schlicht und ergreifend darum, mittels eines gefilmten Tagesprotokolls zukünftige Bewerber über die Erwartungen von Soldatinnen und Soldaten in der Grundausbildung aufzuklären.

Die zahlreichen im Netz veröffentlichten Beiträge, wie die im Spiegel oder der Stuttgarter-Zeitung beziehen sich lediglich auf die Serie „Die Rekruten“. Dies gab mir den Anlass den Versuch zu starten eine weitergehende Analyse zu bieten, die ihren Schwerpunkt bei der rechtlichen Einordnung von Zusammenhängen rund um die Bundeswehr setzt.

Die Institution der Bundeswehr 

Das deutsche Grundgesetz von 1949 spricht nicht vom Begriff der „Bundeswehr“, sondern von Streitkräften. In Art. 87a Abs. 1 GG heißt es: „Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf.“ Somit wird eindeutig klargestellt, dass dem Bund für die Aufstellung der Streitkräfte kein Ermessen eingeräumt wird, sondern dies eine verfassungsrechtlich verankerte Pflicht darstellt. Wer als Pazifist die Bundeswehr gänzlich ablehnt, müsste für eine Grundgesetzänderung eintreten.

Die Bundeswehr ist ein „Parlamentsheer“. Einsätze bewaffneter deutscher Streitkräfte im Ausland bedürfen der Zustimmung des Bundestages. Neben dem Grundgesetz kommt auch das Parlamentsbeteiligungsgesetz (ParlBG) zur Anwendung.

Es geht um Kontrolle der Bundesregierung und Legitimierung der Einsätze durch die Volksvertreter. Eine gewisse Kontrollkompetenz der Legislative lässt sich auch aus Art. 87a Abs. 1 S. 2 GG herauslesen. Dort heißt es: „Ihre zahlenmäßige Stärke und die Grundzüge ihrer Organisation müssen sich aus dem Haushaltsplan ergeben.“ Dieser wird vom Bundestag beschlossen. Genauso gilt es für die Feststellung des Verteidigungsfalls. Auf Antrag der Bundesregierung trifft der Bundestag mit Zustimmung des Bundesrates diese Entscheidung (Art. 115a Abs. 1 GG). Mit der Verkündung des Verteidigungsfalles geht die Befehls- und Kommandogewalt über die Streitkräfte auf den/die Bundeskanzler/in über (Art. 115b GG).

Dass der Begriff und der Gedanke eines „Parlamentsheers“ bei geheimen Einsätzen von Spezialeinheiten wie das Kommando Spezialkräfte (KSK) keine größere Beachtung findet, steht auf einem anderen Blatt Papier. Dies scheint das Wesen von militärischen Spezialkräften zu sein, ob beim Special Air Service (SAS), den United States Navy Seals, die GRU SpezNas oder die israelische Militäreinheit Sajeret Matkal – um die bekanntesten Akteure auf dem geopolitischen Schachbrett zu nennen. Auf eine Nachfrage wieso Einsätze von Spezialkräften in aller Welt am Parlament vorbeilaufen müssen, könne man immer mit dem Argument kommen: Transparenz, sowie parlamentarische und öffentliche Debatte gefährden unmittelbar die Operation. Wenn es um militärische Aufklärung, gezielte Tötungen oder die Ausbildung regierungsfeindlicher Gruppen im Ausland geht, müsse schnell gehandelt werden. Gefahr in Verzug. Das Recht ist nur etwas für Juristen.

Für Einsätze, die nicht unmittelbar der Verteidigung dienen, dürfen die Streitkräfte nur eingesetzt werden, soweit das deutsche Grundgesetz dies zulässt (Art. 87a Abs. 2 GG). Art. 87a Abs. 3 und 4 GG regelt den Einsatz der Streitkräfte im Inland. Wann genau ein solcher Fall vorliegt, wo genau das Grundgesetz dies zulässt und wie die jeweiligen Vorschriften auszulegen sind, darüber herrscht seit Jahren Streit. Somit kommt es immer wieder vor, dass Einsätze der Bundeswehr im Ausland für Furore sorgen und das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe als Wächter des Grundgesetzes erneut nachdenken muss wie das Grundgesetz zu interpretieren sei.

Zum Beispiel bei der Beteiligung deutscher Soldaten an AWACS-Überwachung in der Türkei im Jahr 2003 oder bei dem geheimen Evakuierungseinsatz der Bundeswehr mit Transall-Maschinen in Libyen im Jahr 2011 (Operation-Pegasus).

Wann die Streitkräfte eingesetzt werden dürfen, obwohl dies zur eigenen Landesverteidigung nicht nötig wäre, wird in zwei Fällen sehr deutlich: wenn es 1. um einen Einsatz innerhalb der Nato oder 2. innerhalb der europäischen Union geht.

Dies wird durch Art. 24 Abs. 2 GG ermöglicht. Dort heiß es: „Der Bund kann sich zur Wahrung des Friedens einem System gegenseitiger kollektiver Sicherheit einordnen; er wird hierbei in die Beschränkung seiner Hoheitsrechte einwilligen, die eine friedliche und dauerhafte Ordnung in Europa und zwischen den Völkern der Welt herbeiführen und sichern.“ – dazu später mehr.

Wer sich mit der geschichtlichen Entwicklung der Bundeswehr beschäftigen möchte ist eingeladen, sich das Gespräch von Herrn Jebsen mit dem Theologen, Psychoanalytiker und Zeitzeugen des zweiten Weltkrieges Dr. Eugen Drewermann anzuschauen. Herrn Drewermann spricht ausführlich, sachlich und mit einem bemerkenswertem Hintergrundwissen. Von Konrad Adenauer bis heute.

Eine nationale Armee eingegliedert in einem System gegenseitiger kollektiver Sicherheit

Wie schon bereits erwähnt, gibt es diverse Möglichkeiten, wie die Bundeswehr im Ausland eingesetzt werden kann, obwohl dies zur eigenen Landesverteidigung nicht nötig wäre. Einmal innerhalb des Militärbündnisses der Nato oder der Europäischen Union.

Die Nato 

Die Nato ist das stärkste und budgetreichste Militärbündnis der Welt und zählt gegenwärtig 28 Vertragsstaaten. Der Nordatlantikpakt von 1949 als völkerrechtlicher Vertrag und Ausgestaltung des kollektiven Selbstverteidigungsrechts nach Art. 51 der Charta der Vereinten Nationen bildet die Rechtsgrundlage. Die Nato galt als Gegenkraft zum Warschauer Pakt. Der Warschauer Pakt wurde nach der NATO gegründet und nicht umgekehrt, wie oft angenommen.

Nato-Einsätze führen im Inland immer zu juristischen Streitigkeiten. Auf der einen Seite geht das Grundgesetz von einer im Grundsatz reinen Verteidigungsarmee aus, die nur in Ausnahmefällen im Ausland aktiv werden darf. So die Interpretation des Wortes „ausdrücklich“ in Art. 87a Abs. 2 GG.

Genau in diesem Punkt kollidieren zwei verschiedene Interessen. Einerseits das eigene nationale Interesse (ausgehend von einer grundgesetzfreundlichen Einstellung) seine eigenen Streitkräfte zurückhaltend einzusetzen und die volle Souveränität dieser Entscheidung zu behalten. Andererseits fordert die Mitgliedschaft in einem Militärbündnis Solidarität und Unterstützung. Transatlantiker bringen gerne das Argument, ein Bündnis beinhaltet zwei Grundsätze: Nehmen und Geben. Die Mitgliedschaft innerhalb eines Militärbündnisses soll einem Staat Sicherheit gewährleisten und erfordert im Gegenzug Engagement und Hilfsbereitschaft. Hilfsbereitschaft bedeutet, finanzielles und humanes Kapital (Soldaten/In) zur Verfügung zu stellen. Gegen diese Prämisse ist grundsätzlich nichts einzuwenden.

Aber wie sieht es aus, wenn die jeweiligen Länder gar nicht die Möglichkeiten haben, sich im klaren zu sein, wie genau der Einsatz abläuft und was damit verbunden ist? Um diese auf den ersten Blick verwunderliche Anmerkung in der Praxis zu verdeutlichen, lässt sich ein wesentlicher Punkt ansprechen: Um über einen Militäreinsatz verantwortungsbewusst abstimmen zu können, muss erstmal Klarheit über den genauen Inhalt geschaffen werden. Wer die wahren Gründe nicht kennt, keine Möglichkeit zur Überprüfung der Beweislage hat, kann keinen fundierten Entschluss fassen. Da Bundeswehreinsätze innerhalb der Nato immer noch der Zustimmung des Bundestages bedürfen, gilt das vorherige Gesagte vor allem für Parlamentarier. Man muss interessanterweise feststellen, dass zwar der Generalsekretär der Nato immer ein Staatsbürger eines europäischen Landes ist (heute Jens Stoltenberg (Norwegen)), jedoch die wichtigste militärische Kommandostruktur ausschließlich in amerikanischer Hand liegt. Oberkommandierender des strategischen NATO-Kommandos Europa (Supreme Allied Commander Europe/SACEUR) ist immer ein amerikanischer Militärdiensthabender. Dies gilt auch für den SACEUR unterstellten NATO Special Operations Headquarters, der für die Spezialeinheiten zuständig ist. Der SACEUR ist verantwortlich für die Planung, Vorbereitung und Durchführung der autorisierten NATO-Operationen. Wer die meiste Information besitzt und das meiste Budget mitbringt, hat am meisten Einfluss. Das ist eine Erkenntnis, die sich in allen institutionalisierten Bereichen gesellschaftlichen Lebens feststellen lässt, ob in der Politik, in der Presse oder in der Wirtschaft.

Dies heißt in der Praxis, dass jeder NATO-Staat auf die Ehrlichkeit amerikanischer Politiker und vor allem Militärs vertrauen muss. Wer sich fundiert mit amerikanischer Militärgeschichte nach 1945 befasst, könnte einige Bedenken diesbezüglich haben.

In diesem Zusammenhang lässt sich der bemerkenswerte Fall Lyman L. Lemnitzer nennen.  Lemnitzer als ein im West Point ausgebildeter Militär unterzeichnete mitten im Kalten Krieg die Operation Northwoods. Es ging darum, Terroranschläge gegen zivilen Luft- und Schifffahrtsverkehr innerhalb der USA zu verüben und diese im Nachhinein Fidel Castro in die Schuhe zu schieben. Damit sollte eine Intervention auf Cuba legitimiert werden. Eine Operation unter falscher Flagge.

Exitus acta probat!

Die Einstellung Lemnitzers war für den charismatischen John F. Kennedy offenbar zu radikal. Er schickte Lemnitzer nach dessen Unterbreiten des Vorschlags nach Europa. Lemnitzer wurde der fünfte Supreme Allied Commander Europe. Also einer der wichtigsten militärischen Entscheidungsträger innerhalb der NATO.

Würden Sie Herrn Lemnitzer ihr Leben anvertrauen?

Um es ganz einfach auszudrücken: Jeder Bundestagsabgeordnete, der über einen NATO-Einsatz mit Beteiligung der Bundeswehr abstimmt, muss sich auf die Informationen der Amerikaner verlassen, hat keine Überprüfungsmöglichkeit und kann das Ausmaß und den Ausgang der jeweiligen Operation kaum einschätzen. Ob unter diesen Umständen eine souveräne und verantwortungsbewusste Entscheidung getroffen werden kann, lässt einige Bedenken aufkommen.

Die Europäische Union

Die Europäischen Union ist ein Staatenverbund mit derzeit 28 Mitglieder. Nach Art. 3 EUV (Vertrag über die Europäischen Union) hat die EU das Ziel „den Frieden, ihre Werte und das Wohlergehen ihrer Völker zu fördern.“ In Art. 2 EUV heiß es: „Die Werte, auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören.“

Was im Zusammenhang mit diesem Kommentar wichtig zu erwähnen ist, ist Folgendes: Die Europäische Union ist nicht nur eine Wirtschaftsgemeinschaft, in der ein Binnenmarkt geschaffen wurde, der den freien Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital gewährleistet (Art. 26 Abs. 2 AEUV (Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union)), sondern seit dem Vertrag von Lissabon 2007 ist die Europäische Union auch ein eigenständiges Militärbündnis.

Dies ist alles durch den umstrittenen Art. 42 EUV ermöglicht worden. In Art. 42 Abs. 7 heiß es: „ Im Falle eines bewaffneten Angriffs auf das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats schulden andere Mitgliedstaaten ihm alle in ihrer Macht stehende Hilfe und Unterstützung, im Einklang mit Art. 51 der Charta der Vereinten Nationen.“ Die Beistandspflicht aus Art. 42 Abs. 7 EUV geht inhaltlich sogar weiter als die aus Art. 5 NATO-Vertrag. Nach dem Art. 5 NATO-Vertrag obliegt es den Staaten selber zu entscheiden, welche Maßnahme sie, einschließlich der Anwendung von Waffengewalt, zur Wiederherstellung der Sicherheit des nordatlantischen Gebiets für erforderlich halten. Art. 42 EUV spricht nicht von einer Einschätzung der Erforderlichkeit, sondern von einer„Verpflichtung“ Beistand zu leisten. Dies führte auch dazu, dass neutrale EU-Staaten wie Irland, Österreich, Schweden oder Finnland, die der NATO nicht beigetreten sind, zur Beistandspflicht verpflichtet werden können.

In Art. 42 Abs. 7 EUV geht es um einen „bewaffneten Angriff“. Es bestand Uneinigkeit darüber, ob auch Terroranschläge unter dem Art. 42 Abs. 7 EUV fallen. Denn für den spezifischen Fall eines Terroranschlages oder einer Naturkatastrophe wäre Art. 222 AEUV die richtige Norm. Nach einhelliger Meinung gilt Art. 42 Abs. 7 EUV bei Vorliegen eines Krieges. Geht man davon aus, dass nur Staaten Krieg führen können und folgte man der Drei-Elementen-Lehre von Georg Jellinek , wonach ein Staat ein Staatsgebiet, ein Staatsvolk und eine herrschende Staatsgewalt benötigt, dann wäre zum Beispiel der IS unter diesen Gesichtspunkten nicht als Staat zu betrachten. Diese Diskussion ist jedoch, im Hinblick auf diversen Resolutionen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, entbehrlich geworden. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat nämlich in seinen Resolutionen deutlich gemacht, dass Terroranschläge auch als bewaffnete Angriffe gewertet werden können und somit die Auslegung dieses Begriffes weit ausgedehnt.

Die Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris lösten zum ersten Mal in der Geschichte der Europäischen Union die Beistandspflicht nach Art. 42 Abs. 7 EUV aus. Der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian forderte im Rahmen der gemeinsamen Sicherheits- und  Verteidigungspolitik am 17. November 2015 in Brüssel die Beistandspflicht der anderen EU-Staaten ein. Seitdem ist die Bundeswehr zur Unterstützung Frankreichs, des Iraks und der internationalen Allianz zur Verhütung und Unterbindung terroristischer Handlungen durch den IS dabei. Die deutschen Streitkräfte leisten Einsatzunterstützung durch Luftbetankung, Aufklärung, See- und Luftraumüberwachung, Austausch und Abgleich gewonnener Lageinformationen innerhalb der internationalen Allianz, usw..

Einsatzgebiet ist laut Antrag der Bundesregierung (Drucksache 18/6866) „vorrangig im und über dem Operationsgebiet der Terrororganisation IS in Syrien sowie auf dem Territorialgebiet von Staaten, von denen eine Genehmigung der jeweiligen Regierung vorliegt, sowie im Seegebiet östliches Mittelmeer, Persischer Golf, Rotes Meer und an- grenzende Seegebiete.“

Was jedoch leicht übersehen wird, sind die erweiterten Unterstützungsleistungen in Mali. Im Antrag heißt es: „Neben den unmittelbaren Unterstützungsleistungen im Kampf gegen den IS wird Deutschland die französischen Streitkräfte durch die Übernahme von stärkerer Verantwortung in Mali sowie durch die Bereitstellung medizinischer Soforthilfe bei eventuellen weiteren Großschadensereignissen in Frankreich entlasten. Auch dies ist ein sichtbares Zeichen unserer Solidarität und Verlässlichkeit im Sinne der Beistandsverpflichtung nach Artikel 42 Absatz 7 EU-Vertrag.“

Dass Bundestagsabgeordnete überhaupt keine Ahnung haben, worüber sie genau abstimmen, wird in dieser Umfrage durch das Satire-Magazin „extra3“ recht deutlich:

Ob ein UN-Mandat vorliegt scheint auch den Grünen-Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir als Mitglied der Atlantikbrücke wenig zu beschäftigen- wie man in diesem Interview beobachten kann.

Jedoch lässt sich auch anmerken, dass ein UN-Mandat für die Grünen seit dem Einsatz im Kosovo keine Rolle mehr spielt.

Man muss seit den Terroranschlägen in Paris 2015 mit allem rechnen. Ein Terroranschlag in Europa reicht aus, um den Bündnisfall der EU auszurufen. Bundeswehreinsätze im Nahen Osten und in Afrika sind die Folge. Flächendenkende Telekommunikationsüberwachung. Dauerhafter Ausnahmezustand. Siehe Frankreich.

Das „Terrorframing“, wie Dr. Daniele Ganser es nennt, ist gegenwärtig so stark, dass der Bevölkerung zuzutrauen ist, jeden Bundeswehreinsatz und jede verschärfte Überwachungsmaßnahme hinzunehmen und zu billigen, wenn es der Terrorbekämpfung dienen soll. Zur Beruhigung: Die Wahrscheinlichkeit von einem Terroranschlag getroffen zu werden ist geringer als im Lotto zu gewinnen.

Oftmals hilft es sich die Frage zu stellen, wer genau grundrechtseinschränkende Maßnahmen verabschiedet und nicht wer sie dann zur Anwendung bringt.

Der zukünftige amerikanische Präsident Donald Trump braucht nicht für schärfere Überwachungsgesetze einzutreten oder Winkeladvokaten einzustellen, die die Folter unter bestimmten Gesichtspunkten für rechtmäßig erklären. Das haben schon die Präsidenten vor ihm ermöglicht.

Dies gilt auch für die Bundesrepublik Deutschland.

Dies gilt auch für das Vereinigte Königreich.

Sobald gewisse Grundrechtseinschränkende Strukturen geschaffen wurden, braucht es nur noch eine politische Wende, um diese auch sofort einzusetzen.

Die Rekruten

Kommen wir zurück zur Serie „die Rekruten“. Was soll man über diesen Channel denken?

Ganz objektiv betrachtet, hat der Journalist Michael Hanfeld Recht mit dem was er schreibt. Es handelt sich auf den ersten Blick um „zwölf junge Leute in der Grundausbildung. Nicht mehr und nicht weniger.“

Man kann auch einen Werbespot analysieren, indem man nur auf die objektive Erscheinung abstellt, ohne die verfolgten Ziele und Methoden dahinter zu beleuchten, auf die es im Endeffekt ankommt.

Wenn es nur vordergründig um die Darstellung der Grundausbildung bei der Bundeswehr geht und dies nur der Aufklärung diene, könnte man auch die Frage aufwerfen, ob für diesen alleinigen Zweck wirklich 7.900.000 Euro Steuergelder nötig gewesen wären?

Man hätte dieses Geld auch in öffentliche Universitäten stecken können. Das Geld wäre auch in der Gesundheitsversorgung, Pflege oder Arbeitsversorgung gut brauchbar gewesen. Bekannterweise mangelt es bei der Bundeswehr doch auch an fachlichem Arbeitspersonal.

Nach längerem Nachdenken könnte man aber auch zu einer zusätzlichen Schlussfolgerung kommen. Nämlich, dass die deutsche Mehrheitsgesellschaft sich in Zukunft mit einem europäischen Militarismus abfinden soll. Klingt das plausibel oder ist diese Hypothese kompletter Unsinn?

Nach dem Art. 42 Abs. 3 Nr. 2 EUV verpflichten sich die Mitgliedstaaten, ihre militärischen Fähigkeiten schrittweise zu verbessern. Dies würde auch erklären, wieso das hochverschuldete Griechenland es dennoch schafft Geld aufzutreiben, um neue Panzer zu kaufen. Made in Germany versteht sich. Der Leopard  2 ist einfach solide. Bei der militärischen Aufrüstung kann man ja gerne über das teilweise Zusammenbrechen des Gesundheitssystems hinwegsehen.

Die Diskussion über eine Europa-Armee nach dem Vorbild der NATO gibt es schon lange. Gesamteuropäische Streitkräfte mit einem europäischen Verteidigungsministerium. Im Jahre 2015 forderte der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker die Bildung einer europäischen Armee. Ziel wäre eine „vertiefte militärische Zusammenarbeit in Europa“. Als Argumente wurden vor allem die Kostensenkung, gesteigerte Effizienz und die Verwirklichung einer europäischen Idee vorgelegt. Eine einheitliche Armee, NATO-kompatibel. Bislang konnte man sich auf einen solchen Entschluss nicht mehrheitlich einigen. Es blieb bei einer Forderung.

Die Frage einer europäischen Streitkraft wird mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Für eine Umsetzung einer europäischen Streitkraft, wird eine Debatte über das Prinzip des Parlamentsvorbehalts in Deutschland unausweichlich sein.

Die Einführung des künftigen amerikanischen Präsidenten Donald John Trump am 20. Januar 2017 in das Präsidentenamt wird eine nicht unerhebliche und noch nicht einschätzbare Kehrtwende in den transatlantischen Beziehungen zur Folge haben. Außenminister Frank-Walter Steinmeier könnte Recht gehabt haben, als er sagte, dass die Vereinigten Staaten von Amerika unter der Führung von Donald Trump „geneigt sein wird, häufiger Allein zu entscheiden.“

Falls die USA in Zukunft beschließen sollte, eine eigenständige Außenpolitik mit einer weitgehend Außerachtlassung europäischer und vor allem deutscher Interessen zu verfolgen, dann wäre die Bundesrepublik Deutschland gezwungen über neue Sicherheitsstrukturen nachzudenken und vor allem über neue Wege nationale Interesse geopolitisch durchzusetzen. Um produzieren zu können bedarf es des Imports von Erdöl, Erdgas, Metallen, chemischen Erzeugnissen und anderen Rohstoffen. Kostengünstig versteht sich. Wie der Vertragspartner diese Rohstoffe gewinnt spielt grundsätzlich keine Rolle. Weder für die Unternehmen, die diese verwenden, noch für die Konsumenten, die am Ende das Endprodukt in den Händen halten.

Deutschland als bekanntlich rohstoffarmes Land ist ressourcenabhängig und braucht für den Export Absatzmärkte. Die Konkurrenz ist stark. Ob in der Chemiebranche, im Maschinenbau oder im Bereich der Elektrotechnik. Oftmals führt die Beobachtung des Status Quo durch die Brille des Eurozentrismus zu einer nebulösen Vorstellung. Übereilte Schlüsse und mangelnde Perspektivwechsel führen gerne mal zu Überheblichkeit und Arroganz. Auch in China gibt es Forschungsinstitute, die im internationalen Vergleich weit vorne liegen. Die Zeiten der ausschließlich billigen und qualitativ schlechten Produktion ist schon lange vorbei.

Auch wenn das „Russland-Bashing“ immer noch in der Medienwelt allgegenwärtig ist, muss dennoch festgestellt werden, dass die russische Föderation nicht mehr die UdSSR ist und zu einer der kapitalistischsten Länder der Welt gehört. Ein Land mit Bodenschätzen, elf Zeitzonen und ein stetig wachsendes Know-How. Auch wenn viele Menschen im Westen dies nicht wahrhaben wollen, ist die russische Föderation seit Jahrzehnten ein guter Handelspartner der Bundesrepublik Deutschland. Interessanterweise verdeutlichte der Vorstandsvorsitzender der Siemens AG Joe Kaeser im Interview mit Claus Kleber die Bedeutsamkeit der Deutsch-Russischen Wirtschaftsbeziehungen.

Donald Trump, Vladimir Putin und die BRD

Bekanntlich versteht sich der zukünftige amerikanische Präsident sehr gut mit der russischen Föderation und vor allem hat er eine grundlegend verschiedene Einstellung bezüglich des russischen Präsidenten Vladimir Putin, als der gegenwärtige Präsident Barack Obama: Donald Trump hält Putin für intelligent.

Der designierte US-Präsident Donald Trump benannte außerdem ExxonMobil-Chef Rex Tillerson  zum Außenminister. Rex Tillerson unterhält gute Beziehungen zu Russland und dem russischen Präsidenten Vladimir Putin. Beide haben gemeinsame Interessen: Öl. Rex Tillerson verhandelte und unterschrieb 2011 einen Vertrag, der Exxon Mobil Zugang zu Öl- und Gasvorkommen unter der russischen Arktis verschafft. Im Gegenzug kann die russische Ölgesellschaft Rosneft sich an ExxonMobils Projekten im Golf von Mexico und Texas zukünftig beteiligen.

Hieß es denn nicht unter Willy Brandt und Egon Bahr noch „Wandel durchAnnäherung“? Man muss den anderen nicht mögen. Man muss nicht mit allem einverstanden sein. Jedoch muss man mit nüchternen Augen sehen, dass zwei Atommächte aufeinander treffen.

Willy Brandt, Egon Bahr und Olof Palme gingen davon aus, dass ein Klima der Entspannung für die Zukunft aussichtsreicher wäre als eine „Politik der Stärke“.

Der ehemalige Diplomat und Politiker Valentin Falin, warnt vor einer Politik der Konfrontation. Valentin Falin gehörte zum persönlichen Beraterstab von Nikita Chruschtschow und war ehemaliger Ansprechpartner von John F. Kennedy und Willy Brandt. Valentin Falin hat den Kalten Krieg erlebt. Er weiß wovon er spricht.

Die voraussichtliche Annäherungspolitik Donald Trumps an die russische Föderation könnte die Bundesrepublik unter Druck setzen, auch wenn die sanktionsfreie Einstellung Trumps gegenüber der russischen Föderation innerhalb des Kongresses sowohl auf Seiten der Demokraten als auch auf der Seite der Republikaner auf massiven Gegenwind stoßen wird. Der republikanische Senator John McCain befürwortet mit Nachdruck die Sanktionen gegenüber der russischen Föderation und fordert mehr Härte gegen das „russische Vorgehen“. Dies zeigte McCain bei seinem Besuch in der Ukraine.

Donald Trump hält auch das Freihandelsabkommen TTIP für verfehlt. TTIP lasse auch Russland und China außen vor.

Wie sähe ein Freihandelsabkommen, mit Ausschluss der BRD zwischen den USA und Russland aus?

Man hört immer von TTIP, TTP und TISA. Was ist den mit der chinesischen Idee „One Belt, one Road“Von Lissabon bis Shanghai.

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie die BRD reagieren kann: Entweder die Bundesrepublik verspielt vollständig die „Russland-Karte“ und wird zukünftig auf die selbständige militärische Durchsetzung nationaler Interessen im Ausland zählen müssen, oder sie ändert die politische Richtung und sucht den erneuten Kontakt. Ersteres würde eine weitere nationale und europäische Militarisierung zur Folge haben. Innerhalb dieser Überlegungen ließe sich die Serie „Die Rekruten“ verstehen. Ein militarisiertes Europa, mit Führungsnationen wie Deutschland und Frankreich, stark genug um unabhängig außerhalb der NATO im Ausland aktiv zu werden. Ob im afrikanischen Raum, im Nahen-Osten oder mittlerweile auch in Südamerika. Durch die Serie „Die Rekruten“ soll die Jugend beeinflusst werden. Zielgruppe der „Rekruten“ sind Jugendliche und Heranwachsende zwischen 14-20 Jahren.

Für die ganz jungen Kinder gibt es „Bob, die Bahn- Besuch im Militärlager„.

Seit der Abschaffung der Wehrpflicht hat die Bundeswehr offensichtlich mehr Probleme als Arbeitgeber gegen die Konkurrenz in der Privatwirtschaft anzukommen. Das Leben als Arbeitnehmer, eingegliedert in einem Corporate Business scheint attraktiver zu sein, auch wenn beide Branchen in vielen Bereichen verblüffend ähnlich sind.

Perspektiven bei der Bundeswehr

Was macht das Leben bei der Bundeswehr eigentlich aus?

Gibt es bei der Bundeswehr eine Perspektive?

Die Grundausbildung bei der Bundeswehr bietet einiges. Die „Rekruten“ lernen Disziplin, Ordnung, Solidarität und verbessern ihre psychische und physische Belastbarkeit. Sie haben die Möglichkeit diverse Scheine zu absolvieren, die privat unfassbar teuer sind. Diese Eigenschaften können in jedem Zyklus des Lebens von Nutzen sein. Die Frage, die jedes Individuum sich selbst stellen kann, ist ob diese Eigenschaften nur bei der Bundeswehr angeeignet werden können.#

Sicherheit

Die Bundeswehr bietet soziale Sicherheit. Wer bei der Bundeswehr eingestellt ist, muss sich nicht um seinen Sold kümmern. Was der jeweilige Soldat im Monat bekommt ist sogar einfach auszurechnen. Dafür gibt es Besoldungsgruppen mit Besoldungstabellen. Angst vor dem Arbeitsplatz gibt es nicht. Dies hat sogar in gescheiterten Familienkonstellationen eine wichtige Bedeutung. Ein/e Soldat/In wird kaum vor Gericht behaupten können, er habe kein Geld für den Unterhalt.

Finanzierung

Die Bundeswehr bietet auch eine Finanzierung. Wer als Athlet im Amateursportbereich Hochleistungssport betreibt, braucht Geld. Die Bundeswehr bietet die Möglichkeit Sportsoldat zu werden. Ein attraktives Angebot. Dies gilt auch für die Bundespolizei. Diese ermöglicht Sportlern parallel eine Polizeiausbildung abzuschließen. Es ist keine Seltenheit, dass Bundespolizisten oder Sportsoldaten bei den Olympischen Spielen Goldmedaillen gewinnen.

Gemeinschaft

Die Bundeswehr bietet auch eine Gemeinschaft. Die sogenannte Kameradschaft. Bedingungsloser Beistand im Krisenfall. Wer sich mit der Conditio Humana beschäftigt und den Menschen als soziales Wesen einordnet, muss das Prinzip der Gemeinschaft als wichtig einstufen.

Status

Die Bundeswehr bietet einen Status. Egal in welchem Dienstgrad man sich befindet, man trägt ein Dienstabzeichen. Eine Identifikation. Kleider machen Leute.

Hoffnung. Ruhm und Ehre.

Die Bundeswehr bietet Hoffnung. Wer bei der Bundeswehr anfängt, kann im Verlauf seiner Laufbahn auf eine Beförderung hoffen. Nicht nur die Hoffnung auf eine Beförderung kann wichtig sein, sondern auch die Hoffnung auf Ruhm und Ehre. Wer sich bei bestimmten militärischen Aufgaben als vorbildlich erweist, bekommt eine Auszeichnung. In Deutschland gibt es das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit. Die Idee der Auszeichnung gibt es schon lange.

Napoleon Bonaparte hatte verstanden, dass wenn er ein System der Auszeichung schafft, er den Soldaten weniger Sold bezahlen muss. Weniger Sold im Gegenzug für die Hoffnung einer zukünftigen Medaille. Diese werden ja auch Posthum verliehen. Aus militärisch-strategischer Sicht ein durchaus sehr schlauer Schachzug des ehemaligen Befehlshabers der Italienarmee.

Gehorsamspflicht

Kommen wir zu einer der wichtigsten Punkte. Der Gehorsam. Gehorsam bedeutet, die Unterordnung unter den Willen einer Autorität. Was das Wesen des/der Soldat/in ausmacht sind klar definierte Hierarchien und Gehorsamsstrukturen. Man befolgt Befehle.

Ein Verstoß gegen die Gehorsamspflicht nach § 11 Soldatengesetz kann unter bestimmten Umstände diverse Konsequenzen nach sich ziehen (dienstlicher Verweis, Geldbuße, Beförderungsverbot oder Degradierung)

Anmerkung: Jeder Vorgesetzte darf Befehle nur zu dienstlichen Zwecken und nur unter Beachtung des Völkerrechts, der Gesetze und der Dienstvorschriften erteilen (§ 10 Abs. 4 SG)

Gehorsamspflicht für Beamte

Soldaten sind keine Beamten (in vielen Bereichen jedoch den Beamten gleichgestellt).

In diesem Zusammenhang lässt sich dennoch etwas interessantes feststellen: Im Beamtenstatusgesetz kommt zuerst die Weisungsgebundenheit und dann erst die Verantwortung für die Rechtmäßigkeit: Erst Handeln, dann Hinterfragen.

Weisungsgebundenheit nach § 35 Beamtenstatusgesetz

Verantwortung für die Rechtmäßigkeit nach § 36 Beamtenstatusgesetz

Wer sich etwas mit dem Soldatenrecht auseinandersetzt stellt sehr schnell fest, dass die Verweigerung einer dienstlichen Anordnung ein ganzes Verfahren in Gang setzt, das schlussendlich die Karrierechance auf quasi Null reduziert.

In den engen Kreisen der Bundeswehr kann man sogar unter Kollegen als Verräter gelten. Philip Klever war Oberleutnant bei der Luftwaffe der deutschen Bundeswehr und als Ingenieur für Elektrotechnik an der Optimierung des Euro-Fighters beteiligt. Es wurde ihm dann befohlen sich am Afghanistaneinsatz zu beteiligen. Für ihn war jedoch nicht klar ersichtlich, ob er sich noch am UN-abgesegneten ISAF-Einsatz der Bundeswehr beteiligt oder an dem OEF, dem „Krieg gegen den Terror“ der USA. Als er erfuhr, dass sein Einsatz in Afghanistan eine Beteiligung am OEF Einsatz bedeuten würde, verweigerte er den Befehl. Der OEF Einsatz war zu dieser Zeit weder vom Bundestag noch von den Vereinten Nationen mandatiert. Für Klever somit verfassungs-und völkerrechtswidrig. Die unmittelbaren Konsequenzen für Philip Klever waren hart. Sein Arbeitsplatz wurde verlegt, der Kontakt zu seinen Kammeraden unterbunden. Zusätzlich wurde ein Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen des „Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht im Dienst“ eingeleitet, als er sich innerhalb eines Interviews äußerte.

Bis heute ist die Bundeswehr nicht auf die Gründe seiner Befehlsverweigerung eingegangen. Philip Klever arbeitet jetzt als Ingenieur in der Privatwirtschaft.

Wer bei der Bundeswehr arbeitet wird sich mit der Gehorsamspflicht abfinden müssen. Gehorsam heißt sofortige Einschränkung der Freiheit. Der abendländische Philosoph Immanuel Kant erkannte in seinem Essay „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“, dass es Bereiche gibt wo das räsonieren über „die Zweckmäßigkeit oder Nützlichkeit eines Befehls“ schlichtweg „verderblich“ ist und die ganze Funktionsfähigkeit der Institution auf den Kopf stellen würde. Es geht namentlich um den Bereich des Militärs. Jedoch präzisiert Kant, dass dem Soldat dennoch nicht verwehrt werden kann, über „Fehler im Kriegsdienste“ aufmerksam zu machen und diese „ seinem Publikum zur Beurteilung vorzulegen“.

George Orwell erkannte auch die Notwendigkeit militärische Strukturen zu schaffen, um als Gruppe schlagkräftig und effizient zu kämpfen. Ein Haufen von undisziplinierten, unorganisierten Individuen gewinnen keinen Kampf. George Orwell schrieb das Buch „Mein Katalonien“, in dem er seine Erfahrungen über den spanischen Bürgerkrieg schilderte. Orwell schloss sich damals der Miliz der Partido Obrer de Unificacion Marxista (POUM) an.

Verantwortungsbewusstes Handeln

Hier müsste man die Frage aufwerfen, ob ein Heranwachsender überhaupt die nötige Reife und Bildung besitzt einen Befehl sachgerecht zu analysieren und dementsprechend zu handeln. Die Protagonisten der Serie „Die Rekruten“ sind sehr junge Menschen. Kaum aus der Schule heraus, haben sie sich bei der Bundeswehr verpflichtet. Selbst als Minderjähriger ist dies sogar möglich. Es geht in dieser konkreten Frage nicht mal darum, ob man die Bundeswehr als Institution ablehnt oder nicht, sondern ob die Soldaten überhaupt das nötige Verantwortungsbewusstsein mitbringen. Wer kann denn von sich behaupten mit 17, 18 oder 21 Jahren genau darüber bescheid zu wissen, wie das Leben konkret aussehen soll? Ist man nicht in den allermeisten Fällen in diesem Alter noch auf der Suche?

Thomas Sankara sprach diese Problematik sehr deutlich an. Sankara sprach bis zu seiner Ermordung von dem Bedürfnis politische Soldaten zu rekrutieren und zu beschäftigen. Soldaten müssen sich bewusst sein, für welche Interessen sie im Einsatz sind. Sonst wird der Soldat zum „criminel impuissant“.
Die Konsequenzen eines „wehrlosen Kriminellen“ sind verheerend. Der Sohn eines Arbeiters, dessen Mutter für bessere Arbeitslöhne streikte, kämpft in der Armee für die Interessen des Arbeitgebers. Gegen die Söhne der Arbeiter im Feindesland natürlich.

So kann es vorkommen, dass Bundeswehrsoldaten die Freiheit, Sicherheit sowie Demokratie der BRD am Hindukusch in Afghanistan oder in Mali verteidigen.

Lustigerweise scheint auch der Jurist Peter Gauweiler (CSU) damit seine Probleme zu haben.

Die Serie „Die Rekruten“ klärt über vieles nicht auf. Was ist, wenn man zum Auslandseinsatz verpflichtet wird? Was bedeutet es, posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) zu haben?

Dass dies in der Serie nicht angesprochen wird, ist natürlich aus werbepsychologischer Sicht völlig verständlich. Aber ob dies auch später im Laufe der Ausbildung erklärt wird, bleibt wohl unwahrscheinlich.

Die Protagonistin der Serie „Die Rekruten“ Julia Weisshuhn fühlt sich zum Beispiel bei der Bundeswehr geborgen. Jedoch müsste man sich auch die Frage stellen, wieso eine junge Frau wie Weisshuhn, sich so schnell entschließt Befehle auszuführen, anstatt sich Zeit zu nehmen ihren Bildungsstand zu erweitern und in der Welt Erfahrungen zu sammeln. Es gäbe durchaus viele Möglichkeiten. Nur hat man ihr diese offensichtlich nicht mit auf den Weg gegeben. Weder Zuhause, noch in der Schule.

Die Serie „Die Rekruten“ spiegelt die Mehrheitsgesellschaft wieder. Das Verteidigungsministerium hat bewusst junge und nicht gut ausgebildete Menschen für die Serie ausgesucht. Eine Sendung über die Grundausbildung innerhalb einer Kadettenanstalt wäre nicht in gleichem Maße erfolgreich gewesen. Äußerst wenig Menschen hätten sich mit den jungen Kadetten identifizieren können. Kadetten mit einer oftmals klaren Vorstellung wo es hingehen soll, einem verbesserten Sprachgebrauch und einem Schulabschluss der einen akademischen Werdegang an der Universität ermöglicht.

Man muss aber die Menschen dort abholen wo sie sich befinden. Man kann die Serie „Die Rekruten“ zur Kenntnis nehmen und Überlegungen anstellen, wie man in Zukunft Menschen dazu bringen kann, mehr aus sich rauszuholen. Vor allem im jugendlichen Alter, wo die Vorlieben, der Ehrgeiz und die Neugierde oftmals stets vorhanden sind.

Julia Weisshuhn möchte was lernen. Julia Weisshuhn möchte Erfahrungen sammeln. Nur das, was sie bei der Bundeswehr lernen wird, hätte man ihr in der früheren Kindheit beibringen können. Die Schule hat versagt, die Eltern wussten es nicht zwangsläufig besser.

Die Gehorsamsstrukturen werden Julia Weisshuhn stark prägen. Ein gewisser geistlicher und physischer Freiraum ist unbedingt nötig, um seine Persönlichkeit zu entwickeln und allmählich seine eigene Identität zu formen. Dies gilt auch für alle anderen sehr jungen Rekruten. Es lässt sich natürlich auch eine andere Meinung vertreten.

Was man über die Bundeswehr denkt, bleibt jedem selbst überlassen. Wer zuerst räsoniert und dann handelt, trifft grundsätzlich bessere Entscheidungen. Eine Waffe in der Hand zu halten, bedeutet Verantwortung übernehmen zu müssen. Sich jeden Tag im klaren zu sein, was man genau tut und warum. Wer diesbezüglich Informationen vorenthalten bekommt, kann diese Entscheidung gar nicht sachgerecht treffen und wird schlussendlich hinters Licht geführt. Es gibt einfach wenig Menschen wie Philip Klever.

Am Ende hat das Üben mit der Waffe immer etwas mit Krieg zu tun. Egal ob als reine Verteidigungsarmee oder als „Kriseninterventionsarmee“.

Um mit den Worten von General Smedley D. Butler zu enden: „WAR ist a racket. It always has been. It is possibly the oldest, easily the most profitable, surely the most vicious. It ist the only one international in scope. It ist the only one in which the profits are reckoned in dollars and the losses in lives.“

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Artikels.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

37 Kommentare zu: “Die Rekruten – Grundausbildung bei der Bundeswehr

  1. Die Bundeswehr, – ein ehemaliges „Parlamentsheer“ über das der Bürger durch ein Verteidigungsbündnis als Streitkraft die Befehlsgewalt verloren hat, weil Bürger bei der Wahl ihre Verantwortung der Entscheidungsgewalt an gewissenlose Bürger abgaben, die Verträge unterzeichneten, die nun dazu führen das Alles aus dem Ruder läuft!
    Die Bundeswehr, – ein ehemaliges „Parlamentsheer“ das vom Bund der Bürger verfassungsrechtlich zur Verteidigung des Gebietes aufgestellt wurde, in dem die Bürger als Volk leben, – diese Bundeswehr ist durch das Verteidigungsbündnis der westlichen Werte unter fremdem Oberkommando zu einer Angriffsarmee verkommen, da man die westlichen Werte nur durch Angriffe aufrechterhalten kann.
    Da „Der Bund die Streitkräfte zur Verteidigung aufstellt“, und dies eine verfassungsrechtlich verankerte Pflicht ist, wird damit aber auch eindeutig festgelegt, dass dem Bund für die Aufstellung der Streitkräfte kein Ermessen eingeräumt wird, als einzig und allein zur Verteidigung!
    Wer die Bundeswehr also als Teil eines Angriffspaktes ablehnt, über das der Bürger keine Kontrolle mehr hat, weil jemand anderes das Oberkommando übernahm, muss dieses westliche Wertebündnis und die Politiker sowie das Oberkommando ablehnen, das dies eingefädelt hat und als Pazifist gänzlich für eine Einhaltung des Grundgesetzes eintreten.
    Papst Pius XII sagte 1955 in seiner Weihnachtsansprache: „Kein Katholik darf sich auf sein Gewissen berufen und den Wehrdienst im Falle eines ungerechtfertigten Angriffs verweigern!“ – Und da die römisch-katholische Kirche noch immer die Weltherrschaft beansprucht und nach Osten expandieren will, muss Sie die Mitglieder des westlichen Wertebündnisses in der Ökumene sammeln
    (Tagesthemen vom 8.1.2017, 23.15Uhr Beitrag bei Minute 12:30: Holy Fascination in Augsburg: Kirche als Pop-Ereignis)

    Was macht das Leben bei der Bundeswehr eigentlich aus? Gibt es bei der Bundeswehr eine Perspektive?
    Die Grundausbildung bei der Bundeswehr bietet einiges. Die „Rekruten“ lernen Disziplin, Ordnung, Solidarität und verbessern ihre psychische und physische Belastbarkeit. Sie haben die Möglichkeit diverse Scheine zu absolvieren, die privat unfassbar teuer sind. Diese Eigenschaften können in jedem Zyklus des Lebens von Nutzen sein. Die Frage, die sich jedes Individuum selbst stellen kann, ist ob man sich diese Eigenschaften nur bei der Bundeswehr aneignen kann!

    Bietet die Bundeswehr Sicherheit, – soziale Sicherheit?
    Wer bei der Bundeswehr eingestellt ist, muss sich nicht um seinen Sold kümmern, den zahlt der Steuerzahler.
    Was der jeweilige Soldat dafür, dass er im Ernstfall seinen Kopf hinhält, bekommt, ist im Monat ganz einfach auszurechnen. Dafür gibt es Besoldungsgruppen mit Besoldungstabellen die genau festlegen, was ein Kopf wert ist!
    Niemand braucht Angst vor dem Arbeitsplatz zu haben, der ist Tod sicher!
    Dies hat sogar in gescheiterten Familienkonstellationen eine wichtige Bedeutung. Ein/e Soldat/In wird kaum vor Gericht behaupten können, er habe kein Geld für den Unterhalt seiner Familie bekommen, wenn Er im Ernstfall gefallen ist!

    Wer als Athlet im Amateursportbereich Hochleistungssport betreibt, braucht Geld. Die Bundeswehr besticht und bietet eine Finanzierung. Die Bundeswehr bietet die Möglichkeit Sportsoldat zu werden – ist das nicht ein attraktives Angebot? Dies gilt auch für die Bundespolizei. Diese ermöglicht Sportlern zur Ausbildung zum Profikiller eine parallele Polizeiausbildung zum Profiknüppler abzuschließen. Es ist keine Seltenheit, dass Bundespolizisten oder Sportsoldaten bei Olympischen Spielen in der Arena beim knüppeln und killen Goldmedaillen gewinnen.

    Gemeinschaft – Dies bietet die Bundeswehr auch in der Gemeinschaft. Die sogenannte Kameradschaft. Bedingungsloser Beistand im Krisenfall. Wer sich mit der Conditio Humana beschäftigt und den Menschen als soziales Wesen einordnet, muss das Prinzip der Gemeinschaft als wichtig einstufen. Wir knüppeln und schießen Alles im Auftrag über den Haufen das sich nicht so benimmt, wie es unsere Auftraggeber für Richtig erachten!

    Status – Die Bundeswehr bietet einen Status: Soldat in Form gepresst! – Egal in welchem Dienstgrad man sich befindet, man trägt ein der Form entsprechendes Dienstabzeichen. Eine Identifikation, die darüber Aufschluss gibt welchen Dienst man als Personal der Obrigkeit in Uniform gepresst ausführt. Kleider machen Leute, der Soldat trägt einen Rock! Einen Rock von der Stange, nichts besonderes; – grau, oliv, beige oder blau, – gedeckt und gecheckt, man will ja nicht auffallen und der Norm entsprechen!

    Kommen wir zum Höhepunkt, weshalb man zur Bundeswehr gehen sollte: Hoffnung! Ruhm und Ehre!
    Irgendwie erinnert mich das an Rom! – So wie die Athleten bei den Brotspielen in den Arenen die Hoffnung hatten wieder Heil aus der Scheiße raus zu kommen, bietet die Bundeswehr Hoffnung.
    Wer bei der Bundeswehr anfängt, kann im Verlauf seiner Laufbahn auf eine Beförderung hoffen, wenn er sich im Kampf bewährt. Nicht nur die Hoffnung auf eine Beförderung kann wichtig sein, sondern auch die Hoffnung auf Ruhm und Ehre. Wer sich bei bestimmten militärischen Aufgaben als vorbildlich erweist, bekommt eine Auszeichnung, – ein Blecherl für Tapferkeit vor dem Feind, – dem inneren Schweinehund des Gewissens an der Brust, den man für das Blecherl totschlug!
    In Deutschland gibt es das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit. Die Idee der Auszeichnung gibt es schon lange.

    Napoleon Bonaparte hatte verstanden, dass wenn er ein System der Auszeichnung schafft, er den Soldaten weniger Sold bezahlen muss. Weniger Sold im Gegenzug für die Hoffnung einer zukünftigen Medaille. Diese werden ja auch Posthum verliehen. Aus militärisch-strategischer Sicht ein durchaus sehr schlauer Schachzug des ehemaligen Befehlshabers der Italienarmee, ganz nach dem Prinzip: Teile und Herrsche! Teile aus und herrsche über den Schweinehund, dann bekommst du ein Blecherl und mehr Sold, damit man gleich erkennen kann wer am meisten verroht ist und keine Skrupel kennt!

    Gehorsamspflicht – Kommen wir nun zu einem ganz wesentlichen, dem wichtigsten Punkt. Der Gehorsam!
    Gehorsam bedeutet, die Unterordnung unter den Willen einer Autorität. Was das Wesen des/der Soldat/in ausmacht sind klar definierte Hierarchien und Gehorsamsstrukturen. Man befolgt Befehle. Und einem Katholiken ist es verboten den Wehrdienst bei einem ungerechtfertigten Angriff aus Gewissensgründen zu verweigern. Er oder Sie empfängt den Befehl einer klar festgelegten Hierarchie und hat diesen im Glaubensgehorsam den Rangordnungen gemäß zu erfüllen.
    Ein Verstoß gegen die Gehorsamspflicht nach § 11 Soldatengesetz kann unter bestimmten Umstände diverse Konsequenzen nach sich ziehen (dienstlicher Verweis, Geldbuße, Beförderungsverbot oder Degradierung)
    In Rom endete die Verweigerung des Wehrdienstes, die als ein wesentlicher Bestandteil der bürgerlichen Gesellschaft in Form der Wehrpflicht bestand, in der Arena, – ein Bürger Roms, der den Befehl zur Einberufung aus Gewissensgründen ignorierte, wurde vom politischen System entrechtet und zur Bewährung in die Arena geschickt, – dort wurde er solange in die Mangel genommen, bis er entweder kämpfte oder im Kampf schmählich verloren ging.

    Die meisten Menschen, die in den Arenen und sportlichen Kampfstätten des römischen Systems umkamen, waren Menschen, die den Wehrdienst an der Waffe aus Gewissensgründen ablehnten, weil Sie einem anderen König als dem Kaiser mit dem Titel Maximus Pontifex dienten.
    Sie waren richtige Wettkämpfer, die mit geistigen Waffen gegen die Interessen Roms kämpften und damit ein anderes Ziel verfolgten, als „Rom“ es zuließ. Sie kämpften nach anderen Spielregeln, die Rom nie verstand, – auch Heute noch nicht!
    Diese Wettkämpfer wissen, das eine hierarchische Gesellschaft aus Bürgern die mit ihren Gesetzen ein System geschaffen haben, das Ausbeutung und Sklaverei von Menschen duldet und befürwortet, um ihren Lebensstandard aufrecht zu erhalten, dem Untergang geweiht ist!
    Und Sie wissen, das alle Menschen die dieses scheinheilige System der westlichen Wertegemeinschaft wissentlich oder unwissentlich unterstützen, untergehen werden, weil diejenigen, welche die Erde verderben von ihrem Kaiser verdorben wurden!
    Die Bundeswehr – ein wild durcheinander gewürfelter religiöser Haufen von willigen Werkzeugen in Uniform, über den man die Kontrolle verloren hat, weil man das Ruder aus der Hand gegeben hat!
    Und es ist keine Besserung in Sicht, seid dem die christlichen Lager der früheren Friedensbewegung zu Mutti ins Bett der Ökumene gekrochen sind – Rom will ja expandieren!
    Auch die Medien spielen da mit – Man darf den Gewissenskonflikt ja nicht hochkochen lassen!

    Wenn alle Christen erkennen würden, das sie einem römischen Irrtum aufsitzen, dann hätten wir eine Chance die Erde zu retten, – aber der christliche Kolonialismus der Kathode wird siegen und die Batterie wird untergehen!

    Hey Scheiße! Leute, ich bin von diesem System so was von angepisst und finde die Lage voll beschissen!
    Viele Grüße – „Der Hund“
    Ich bin der Autor der Bücher „Scheiße – voll angepisst!“ und „Scheiße – voll beschissen!“
    Beide 2016 auf den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt veröffentlicht

  2. Auf der Seite Rationalgalerie von Ulrich Gellermann las ich heute zufällig seinen Beitrag vom 05.01.2017 mit dem Titel „Der 3. Weltkrieg droht“. Während mich schon der Inhalt beim lesen erstarren ließ, war ich am Ende vor allem enttäuscht darüber, dass Herr Gellermann in seinem Beitrag zu einem Treffen in Bremerhaven für den 07.01.2017 aufruft und ich leider erst mit einem Tag Verspätung davon erfuhr, denn ich wäre seinem Aufruf gefolgt und hätte mich auf den Weg gemacht. Das was er in seinem Beitrag beschreibt, spielt sich gerade jetzt ab. Eine US-Panzerbrigade – mit allem was es braucht – ist soeben bei uns angekommen und macht sich gerade auf den Weg ins Baltikum. Schon vor ein paar Wochen gab es hierzu einen Hinweis auf den Nachdenkseiten, zu der Zeit war (vermutlich die selbe Truppe samt Zubehör) noch auf Schiffen unterwegs nach Europa und auch hier war als Ziel das Baltikum genannt.
    Ich schaue jeden Tag auf dieser Seite, bei Mathias Bröckers und den Nachdenkseiten vorbei und lese die Artikel und das bei Vollzeit-Arbeit und Familie. Auch in der Rationalgalerie schaue ich rein, allerdings nicht täglich und das nicht, weil die Seite weniger interessant ist, sondern weil man ab einem bestimmten Punkt halt Prioritäten setzen muss und der Tag in Stunden begrenzt ist. Bitte, liebes Team von Ken Fm, versteht diese nun folgende Kritik so wie ich sie meine, nämlich konstruktiv. Nur ein kurzer Hinweis auf den Aufruf von Gellermann auf Eurer Seite und ich – wie vermutlich noch einige andere – hätte mich auf den Weg nach Bremerhaven gemacht und es wären dort nicht nur 150 Leute erschienen.
    Auch wenn ich bislang mit keinem Wort auf den obigen Beitrag eingegangen bin – auch weil ich ihn für das, was er letztlich aussagt, für zu lang geraten halte – nehme ich ihn dennoch zum Anlass, was zu sagen, denn natürlich verfolge ich den schleichenden Umbau unserer Bundeswehr samt ihrer Aktivitäten schon seit langem mit totalen Unbehagen. Das gleiche gilt auch für Frau Von der Leyen, die für mich die selbe Kriegslüsternheit an den Tag legt, wie Hillary Clinton. Sollte sie mit ihren eigenen Kindern voran gehen, will ich natürlich nichts gesagt haben. Aber das steht wohl kaum zu erwarten.
    Es hat doch wohl nichts mit Panikmache zu tun, wenn ich behaupte, dass sich hier vor unseren Augen was zusammenbraut. US-Militär auf dem Weg ins Baltikum, die alte US-Administration verabschiedet noch mal schnell vor Ablauf ihrer Amtszeit ein paar Dinge, die Trump die Umsetzung seiner Pläne erschweren. Letzteres erinnert mich an die Aktionen der CIA im Rahmen der Schweinebucht-Krise, wo Allan Dulles und Co. stumpf darauf setzten, dass Kennedy – einmal vor vollendete Tatsachen gestellt – nicht anders kann, als das Ding durchzuziehen. Wenn dem nicht so ist, dann muss man zumindest feststellen, dass die alte Administration allem Anschein nicht gewillt ist, dem (aus ihrer Sicht) Aussenseiter eine Chance zu geben und das Feld, wie es sich als Fairplayer gehören sollte, mit Anstand und Würde und im demokratischen Sinne zu räumen. Ich sehe den 20. Januar noch nicht und entsprechend auch nicht Trump als Präsident. Vielmehr sehe ich die Bemühungen – mittels weiterer Entsendungen von Militär ins Baltikum, dümmlicher Unterstellungen von Wahlkampfmanipulation, um die Provokation hin zu einer kriegerischen Auseinandersetzung mit Russland voranzutreiben etc. – das Ruder nochmal rumzureissen. Und unsere Politiker und Journalisten machen in Mehrzahl diesen unvorstellbar kranken Mist mit.
    Wie ich hörte, soll Trump sein Security-Personal mit eigenen, selbst ausgewählten Leuten durchmischt haben. Ich kann es verstehen, denn man muss nicht glauben, dass sich Ereignisse wie der nicht wieder ereignen können. Vielleicht schickt man diesmal einen „armen Irren“ los…

  3. Sehr geehrter Herr Trautvetter,
    Sie schreiben: „Die Tradition des Antikommunismus knüpfte an die anti-Russland-Stimmung an, mit der Deutschlands Militarismus dieses Land und die Welt in die Katastrophen des ersten und zweiten Weltkriegs führte.“ Das ist der Tenor der Fritz-Fischer-Geschichtsschreibung.

    In einem widerspreche ich Ihnen. Der Erste Weltkrieg war NICHT von Deutschland allein verschuldet, wie Ihr Satz hier suggeriert. Bitte widerholen Sie das nicht immer wieder pauschalisierend, es ist eine Unwahrheit. Zunächst einmal: Der preußische und später deutsche Militarismus war eine Folge davon, dass Deutschland zwischen dem damaligen, riesigen Imperium Russland und dem militärischen Frankreich eingekesselt war, beide Länder waren Deutschland feindlich gesinnt. Das Britische Weltreich war Deutschland damals auch feindlich gesinnt. Frankreich war schon seit Napoleon militaristisch – warum schreibt man das denn nie? Und the British Empire hätte ohne Militarismus gar nicht entstehen können. Die deutsche Geschichte hat nicht erst 1933 angefangen, sondern schon im Mittelalter und immer wieder wurden die deutschen Länder von umliegenden Heeren, verheert, besonders während der Zeit des 30jährigen Krieges, aber auch unter Napoleon – … Man muss endlich mal auch den Deutschen vor dem Ersten Weltkrieg Gerechtigkeit widerfahren lassen. Wie fühlt man sich, wenn man von Feinden eingekreist ist? So ähnlich, wie Russland heute?
    Neuere Forschungen jedenfalls zeichnen für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs ein ganz anderes Bild, als Fritz Fischer, übrigens ein Nazi-Kollaborateur, in seinem leider vielgelesenen Geschichtswerk falsch dargestellt hat. Lesen Sie bitte Willy Wimmers Text hier:

    https://www.cashkurs.com/kategorie/wirtschaftsfacts/beitrag/das-ende-des-kalten-krieges-der-friede-der-jeden-frieden-unmoeglich-macht/
    Zitat daraus: „Dafür spricht nicht nur die in Europa spektakulär begangene Erinnerung an den
    Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor einhundert Jahren und damit an das Europa der Jahres 1914. Das hatte so gar nichts von der Siegerhistorie, wie sie sich in Deutschland bei denen manifestierte, die selbst eine eindeutige Nazi-Vergangenheit wie der Historiker Fritz Fischer aufwiesen und ihr Land in die Alleinschuld für alles und jedes gestellt hatten. Bis heute haben britische Historiker in Deutschland die Deutungshoheit über unsere Geschichte. Gewiss nicht, um eine kritische Hinterfragung der englischen Verantwortung anzustoßen.
    Es bedurfte vor gut zwei Jahren des amerikanischen Strategen George Friedman, einem ehemaligen Chef einer wichtigen Steuerungskomponente des militärisch-industriellen US-Komplexes, um auf die strategische Ausrichtung der amerikanischen Politik seit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 gegen Deutschland und Russland aufmerksam zu machen. Aber auch Christopher Clark, der mit seinen „Schlafwandlern“ die allgemeine europäische Verantwortung für den Ausbruch des Ersten Weltkrieges verdeutliche, machte mit seinem Verschweigen britischer Zentralverantwortung für die europäische Entwicklung zum Krieg neugierig, was die britische Motivlage anbetraf. Wie liefen die Mechanismen, mit denen schon weit vor dem Ersten Weltkrieg selbst Fragen der Seeblockade gegen das kaiserliche Deutsche Reich geplant worden sind?“

    Glauben Sie denn wirklich im Ernst, Herr Trautvetter, dass die Schwarz-Weiß-Malerei: Deutsche – böse – Angelsachsen – gut, dass diese verheerende Pauschalisierung stimmt?
    Jedenfalls tun sie mit dieser Schwarz-Weiß-Malerei dem echten Frieden keinen Gefallen. Ich will endlich Gerechtigkeit für unsere Ahnen, die während des Ersten Weltkriegs gefallen sind – sie dürfen nicht mehr pauschal mit dem Bösen in Zusammenhang gebracht werden, genauso wenig, wie die vielen anderen jungen Männer aus anderen Nationen, die für die Gier der Mächtigen ihr Leben lassen mussten.
    Auch interessant: „Sie wollten den Krieg“ von Wolfgang Effenberger und „Wiederkehr der Hasardeure“ von Willy Wimmer und Wolfgang Effenberger, Andreas v. Bülow: „Die deutschen Katastrophen 1914 bis 1918 und 1933 bis 1945 im Großen Spiel der Mächte.“
    Aber – Ach, das ist ja der verfemte Kopp-Verlag – oh, schon deshalb diese kritischen Historiker nicht lesen? Nur weil sie in diesem Verlag publizieren müssen, weil sie unbequeme Forschungsergebnisse herausbekamen? Doch, ich lasse mir nämlich nichts vorschreiben, ich lese sie trotzdem – denn Wolfgang Effenberger und Andreas von Bülow sind aufrichtige Wahrheitssucher! Ich möchte ihre eigenen Gedanken lesen und lasse mich nicht davon abhalten, dass irgendwelche Leute ihren Verlag aus irgendwelchen Gründen diffamieren.

    • Immer wieder dieses Vorurteil, die Deutschen und die Völker Mitteleuropas seien besonders kriegslüstern.
      Weil all das Leid und die vielen Kriege und Söldnerheere, unter denen Mitteleuropas Menschen immer wieder zu leiden hatten, heute angesichts der beiden Weltkriege, vergessen wird, zähle ich diese Kriege hiermit auf – und ganz oft waren die Kriege von Heeren aus anderen Ländern angefangen worden:

      430–470 Kriege gegen die Hunnen lösen Völkerwanderungen aus
      Die Legende von der Heiligen Ursula von Köln, die von Hunnen getötet worden sein soll, fällt in diese Zeit.
      772–804 Sachsenkriege, Franken gegen Sachsen
      773–774 Langobardenfeldzug
      791–803 Feldzüge Karls des Großen gegen die Awaren
      806 Franken gegen die Sorben
      Verheerungen durch Normannen, Sarazenen (nur Westen) und ab 899 durch Ungarn im Frankenreich
      899–955 Ungarneinfälle
      1241 1. Schlacht bei Liegnitz, Mongolen über Heinrich II. v. Schlesien
      1247–1264 Thüringisch-hessischer Erbfolgekrieg
      1288 Schlacht bei Worringen
      1474–1477 Burgunderkriege, Burgund gegen Eidgenossen
      1499 Schwabenkrieg (Schweizerkrieg)
      1522–1523 Pfälzischer Ritteraufstand
      1524–1526 Deutscher Bauernkrieg
      1563–1570 Dreikronenkrieg, auch Siebenjähriger Nordischer Krieg
      1566–1568 Zweiter Österreichischer Türkenkrieg
      1568–1648 Achtzigjähriger Krieg
      1618–1648 Dreißigjähriger Krieg
      Pfälzischer Krieg (1688-1697),
      Spanischer Erbfolgekrieg (1701-1714),
      Polnischer Erbfolgekrieg (1733-1735,
      Österreichischer Erbfolgekrieg (1740-1748).
      Auch in der Zeit der Revolutionskriege und Napoleons war Deutschland Kriegsschauplatz:
      Erster Koalitionskrieg (1792-1797),
      Dritter Koalitionskrieg (1805),
      Vierter Koalitionskrieg (1806-1807),
      Fünfter Koalitionskrieg (1809) und schließlich in den
      Befreiungskriegen (1813 bis 1815). In allen diesen napoleonischen Kriegen stand Frankreich, teilweise verbündet mit einzelnen deutschen Staaten, auf der Seite der Gegner des Deutschen Reiches, beziehungsweise Preußens und Frankreich führte Krieg größtenteils auf deutschem Boden.
      Im Krieg 1870-1871 wurde Frankreich Hauptkriegsschauplatz.
      Die Kriegsschauplätze des Ersten und Zweiten Weltkriegs sind bekannt, daher werde ich sie nicht extra aufführen. Am Zweiten Weltkrieg trägt Nazi-Deutschland die Schuld aber die Kriegsschuld am Ersten Weltkrieg ist inzwischen nicht mehr eindeutig Deutschland zuzuweisen, das sollten auch die beiden hervorragenden Satiriker von der „Anstalt,“ die ich sehr schätze, jetzt langsam aber doch mal zur Kenntnis nehmen; neuere Forschungen, mit denen ich mich beschäftige, weisen auf einige wenige Kriegstreiber in den Hinterzimmern der englischen Politik hin, die sehr erfolgreich, im Verborgenen, einen großen Krieg planten.

      Vielleicht liegt es an diesen vielen Kriegen, dass Deutsche sich mit „Fremden“ schwertun: Sie haben einfach Jahrhundertelang keine guten Erfahrungen gemacht. Während des 30jährigen Krieges verödeten ganze Landstriche. In unserer Dorfkirche z. B. gibt es eine Glocke mit einem bestimmten Ton. Sie warnte früher die Frauen vor marodierender, vergewaltigender Soldateska. Die Dorffrauen flohen dann in den Wald und warteten oft stundenlang, bis die Luft wieder rein war. Meist waren dann die Vorratskeller leergefuttert, die Felder zertrampelt.
      Hat England Vergleichbares von seinen Nachbarn erleiden müssen? Außer dem Normanneneinfall unter William the Conquerer und ein paar Wikingerüberfällen wohl nicht.

    • Ich finde ihren Beitrag sehr lesenswert Frau Eberl,
      bin aber skeptisch was den 1. WK anbelangt, was die Allein-Schuld angeht. Wenn ich mich täusche, korrigieren sie mich bitte. War es aber nicht so, das Österreich von Deutschland die Bündnistreue einforderte, nachdem sich Russland einschaltete (Bündnispartner von Serbien) und Deutschland nur diese halten würde, unter dem Vorbehalt die Streitkräfte zu führen? Vielleicht bin ich zu wenig informiert, vielleicht haben sie diesen Umstand vergessen (was kein Vorwurf sein soll)? Unter diesem Aspekt finde ich schon, dass Deutschland (anders als oft behauptet) zwar definitiv nicht den Krieg vom Zaun gebrochen hat aber ihn erst so richtig ins Rollen gebracht hat. Ich freue mich sehr über ihre Antwort.

      Die Reparationen waren jedenfalls nicht hilfreich zur Versöhnung, das ist klar. Doch in die Vergangenheit zu blicken ist manchmal zu einfach und manchmal auch viel zu schwer. Und am Ende sollten wir uns doch alle hier einig sein, dass Krieg absolut keine Lösung ist.

  4. Ich habe heute ein interessantes Buch begonnen, um mich auf ein Berufsschulreferat vorzubereiten. Es heißt „Die Ameisen“ und wurde von Bernard Werber verfasst.
    Darin beschreibt er – auf dem neuesten insektologischen Erkenntnisstand beruhend – wie Ameisen so leben. Also unter anderem – das Buch hat natürlich auch noch eine Handlung 😉 – aber wie Akif Pirincci, den ich früher mit „Felidae“ sehr schätzte, weil er sich damals noch klar antifaschistisch positionierte oder wie Frank Schätzing in seinem „Der Schwarm“ sind biologisch fundierte Informationen Basis einer fiktiven Handlung. Das Konzept ist super cool, denn man geht gleich davon aus, dass nicht alles perfekt und „objektiv“ ist, was drin steht, wie das sogenannte „wissenschaftliche“ Veröffentlichungen vorgaukeln, die im besten Fall nur trocken sind – von „Objektivität“ aber weit entfernt.
    Nun gut – mir ist mal wieder aufgefallen wie gehirngewaschen wir sind, als ich das Buch gelesen habe.
    Denn bereits im ersten Zehntel des Buches beschreibt der Autor folgende Sachverhalte:
    1. Die sogenannte „Ameisenkönigin“ ist keine „Königin“ sondern nur eine Mutter. Sie ist die einzige begattete Ameise und daher die einzige, die für Fortpflanzung sorgen kann.
    2. Stirbt sie, sterben alle irgendwann aus. Aus dem einfachen Grund, dass die anderen Ameisen nicht der Fortpflanzung fähig sind.
    3. Die Ameisen kommunizieren untereinander Aufgaben durch Duftstoffe, es gibt daher kein politisches Machtmonopol in Form einer zentralen Instanz einerseits und politischer Unmündigkeit der Masse andererseits.
    4. Ameisen erledigen ihre Aufgaben in Arbeitsgruppen, die nur für die Dauer der Arbeit bestehen.

    Wir aber denken von der Natur in den Kategorien der Macht.
    Wir sagen „Ameisenköniging“ und denken, der Ameisenstamm würde aussterben, weil mit dem Verschwinden der Königing die „straffe Führung“ fehle, die als „zentrale Instanz“ den „Ameisenstaat lenkt“.
    Dem ist aber nicht so. Gesellschaftliche Arbeit wird unter den Ameisen aufgeteilt – jeder nach seinen Fähigkeiten.
    Es gibt auch keine „Kasten“ oder „Klassen“ wie das bei den Menschen so ist – die bspw von Reichtum oder Armut abhängen… es gibt Ameisen die bestimmte Unterschiede im Körperbau aufweisen und daher auch bestimmte Aufgaben übernehmen, aber daraus lassen sich keine sozialen Status ableiten. (Der Plural heißt anscheinend wirklich Status, nicht Statii oder so)
    Und der wichtigste Grund, weswegen die Ameisen keinen „Staat“ bilden, sondern in einer Gesellschaft leben, ist der, dass sie unter ständiger Kommunikation ihre Arbeit erledigen – es gibt keine Ameise, die herumrennt und für die anderen „Arbeit“ sucht, die diese dann erledigen, wobei die „Arbeitgeberameise“ dann auch noch den größten Tropfen Nährlösung abbekommen würde… Hahaha!
    Ameisen sind ein gigantisches miteinander in Verbindung stehendes Beispiel für die Gegenseitige Hilfe im Tierreich (KROPOTKIN) und für einen Föderalismus, der den Namen verdient, weil die Individuen untereinander föderiert, also verbunden sind, nicht „über“ ihnen befindliche bürkratische Strukturen und Auffassungen.
    Wenn wir uns fragen, warum wir die Natur zerstören, dann sollten wir begreifen, dass das vielleicht unterbewusst den Grund hat, dass die Natur ganz anders funktioniert, als uns unsere politische Religion eintrichtert, dass wir fuktionieren sollen: Nämlich auf einer Basis des individuellen Bedürfnisses – welches – entgegen unserer politischen Religion der Macht – NICHT dem Bedürfniss anderer Menschen widerspricht. Für mich ist der Mensch – die Verachtung, die er gegen seines Gleichen aufbringt, bzw. sein Drang zum Krieg und zur Umweltzerstörung reiner Selbsthass aufgrund einer bestimmten Tatsache:
    Er hasst sich und seine Welt, weil er abstrakte Vorstellungen von sich und der Welt hat, die aber ihm, seinem Wesen und der Natur selbst widersprechen.
    Wir haben Jahrtausende lang versucht mit Macht, Staat, Regierung, Armee, Geld, Religion, Krieg, Kapitalismus – alles Synonyme der selben Sache – den Widerspruch aufzulösen, indem wir die Realität an unsere Vorstellung mit Gewalt anpassen wollten! Das ist der Fehler unserer „Anti-Zivilisation“, die im ständigen Konflikt mit unserer Zivilisation liegt.
    Wir müssen die Anti-Zivilisation loswerden. Wir müssen aufhören, mit durchgedrücktem Gas und angezogener Handbremse durchs Leben zu schlittern.
    Und deshalb müssen wir aufhören uns etwas in den Kopf zu setzen, wie zum Beispiel, dass Ameisen einen Staat bilden, dass daher Staaten was ganz normales und natürliches wären und dann in die Welt rausgehen und selber anfangen Staaten zu gründen – die dann die Menschheit, in das heutige Chaos stürzen – Krieg, Umweltvernichtung, Krise – alles Folgen der Herrschaft des Menschen durch den Menschen, die keine Ordnung gebracht hat, sondern nur, dass die Beherrschten ihr Denken und selbstständiges Handeln aufgegeben haben und die Obrigkeit ihre menschliche Fehlerhaftigkeit mit dem Faktor ihrer Gefolgskeute vergrößerte.
    Von Ameisen lernen, heißt für’s Leben lernen. 😉

    Dies im Hinterkopf habe ich mich gefragt, ob wir die da oben wirklich brauchen. Ich habe mich gefragt, ob es wohl für unsere Gesellschaft wirklich so eine tolle Idee ist, in „Nationen „aufgeteilt“ zu sein, wo sie doch schon in Individuen aufgeteilt ist. Denn zwischen Nationen passiert ganz schnell mal was, das zwischen Einzelpersonen niemals stattfinden würde und auch nicht zwischen Gemeinden oder Fußballteams (auch wenn die Medien gerade Fußballfans als Gewalttäter darstellen, man sollte dabei mal nach den Maschinengewehren in den Fanblöcken Ausschau halten und den Drohnen…).
    Es passiert gerade wieder. Und wir unterhalten uns über eine zu „lasche Bundeswehr“ und fordern „straffe Herrschaftsstrukturen“ die unsere Kinder, die als „Überlebensmonster“ bezeichnet werden, in Schach halten sollen…
    Von Ameisen lernen, heißt, für’s Leben lernen 😉

    • http://www.tagesspiegel.de/berlin/militaeruebung-atlantic-resolve-usa-schicken-panzer-durch-deutschland-nach-polen/19214242.html

      Die US Armee, als militörichter Nucleus der NATO, setzt Operation „Atlantic Resolve “ fort.

      „Wir brauchen definitiv noch mehr Waffen, Atombomben – jeder sollte einen Panzerkreuzer haben! Damit nämlich die Bösen in Zaum gehalten werden können! “

      Wenn das einer sagt, dann denken alle, der spinnt.

      Wer aber sagt, das wir Menschen alle schlechte Wesen sind und deshalb ein straffer Staat für „Ordnung“ sorgen soll, dem wird applaudiert… während vergessen wird, dass der angeblich unfehlbare Staat aus den selben Menschen besteht, die er in Zaum halten soll… was jeder Logik widerspricht, scheint für die meisten OK zu sein.

      Also los geht’s! Atlantic Resolve, Fuck yeah! Die Herrschenden werden das Kind schon alternativlos schaukeln! Wir sollten sie nur nicht dabei stören, mit eigenem Denken oder gar eigenem Handeln.

    • d’accord.

      Im Wesentlichen ist es exakt diese ‚Abstraktion‘ (ab-trahere = wegziehen, fortreißen), die den Menschen zuerst von sich selbst löst, entfremdet, ja – mit sich selbst verfeindet und dann dies folgerichtig auf die Natur überträgt, was natürlich sowohl ausgesprochen dumm ist, als auch letztlich in den Transhumanismus führt, welcher gerade durch seine Entmenschlichung (Tans-humanitas = über die Menschlichkeit hinaus, hinweg) die Züge trägt, die immer beklagt werden, deren Ursachen aber tunlichst nicht benannt werden.

      Die Automatisierung, Robotisierung, gecodete Nivellierung, Cyborgisierung sind ja unmittelbare Folgen und offensichtlich auch von gewissen Kreisen als alternativloses Zukunftszenario gewertet und gefördert.

      Das alles ist aber nur deswegen möglich, weil der Mensch generell seit mindestens 5500 Jahren (die kann man historisch belegen, die Zeit davor liegt leider im Dunkeln diesbezüglich) sehr anfällig geworden ist gegenüber Autorität, weil er aus eigener Unmündigkeit immer mehr seiner Eigenverantwortung delegiert hat und so seine Macht über sich selbst anderen zugeschoben hat und damit erst diese Form der Hierarchisierung ermöglichte.

      Als grundlegendes Übel kann man mit einiger Sicherheit die Gründung der Staatsform als solchen betrachten.
      Diese entstand durch Überbevölkerung (ja, die gab’s relativ gesehen auch schon zu Zeiten Ur’s), Ressourcenknappheit und damit der Notwendigkeit zu Eroberung neuer Ressourcenquellen und der Verteidgung derselben gegen andere Interessenten und der Schaffung einer Verwaltungseinheit (Bürokratie) zur Verteilung dieser Ressourcen, wodurch gleichzeitig im Zusammenhang mit der Schaffung eines Hohepriesterkönigtums (Herrschaftswissen – astronomisch wie kulturell) die ersten echten Hierarchien (Herrschaft des Heiligen, damit unantastbaren, nicht in Frage zu Stellenden, absolut Weisungsberechtigten qua Götterreferenz) entstehen konnten, deren Folgen wir heute besonders drastisch zu spüren bekommen.

      Die einzige Lösung kann im Umkehrschluss nur lauten:
      Sorgt dafür, dass die Kinder (die Erwachsenen lernen das nicht mehr) wieder zur echten Autarkie gelangen, denn autarke Menschen lassen sich nicht instrumentalisieren, egal für was.

  5. Wer will schon selber denken?
    Komm, lass dich lieber lenken!
    Tue es deinen Ahnen gleich!
    Marschiere für ein 4. Reich!
    Opfere dich für Wohlstand!
    Opfere dich für Akzeptanz!
    Wer du warst interessiert auch keinen mehr!
    Willkommen bei der Bundeswehr!

    Ist mir spontan eingefallen (passt auch mit etwas Geschick zu Freude schöner Götterfunken).

    Und von der Leyen will ja nun noch mehr Minderjährige rekrutieren oder mit dem Alter auf 16 heruntergehen… irgendwas war da noch…
    Aber das macht ja Sinn…die Schulen verfallen, aufs Gymansium gehen auch immer weniger. Krankenhäuser, Schulen, Kitas wer brauch das schon? 🙂 Hauptsache 16 Milliarden Euro für die BW und ihre Deppen vom Dienst! Hurra!

    • 16- Jährige?
      Was sind das für Eltern, diese Kinder sind nicht volljährig, ohne ihre Erlaubnis dürften sie nie zur Bundeswehr gehen…oder sollten etwa Gesetze geändert worden sein?Egal, solche Eltern sind nicht akzeptabel..Gut, wenn eines gefallen ist, man kann ja nach produzieren..gibt es bald wieder das Mutterkreuz*? Und die Griechen hatten doch recht, auch wenn Deutschland auf schrie..Merkel mit Oberlippenbart war nie verkehrt..nur der deutsche Mob kräht weiter!

      Aus Wiki

      *dritte Stufe erhalten, wenn sie vier oder fünf Kinder hatte,
      zweite Stufe erhalten, wenn sie sechs oder sieben Kinder hatte,
      erste Stufe erhalten, wenn sie acht oder mehr Kinder hatte

      Nun aber los, wir bekommen einen kalten Winter!

    • 17-jährige sind ja inzwischen “normal“ bei der BW. Aber ich habe irgendwann mal gelesen das die eben noch jünger werden sollen… Bei den Amis werden ja auch 16-jährige rekrutiert. Bei geleisteter Unterschrift, gibt es als Dankeschön einen Gutschein für eine Spielekonsole. Ich schätze mal, man wünscht sich ähnliche Verhältnisse hier.

  6. Sowohl die NATO als auch die EU Armee sind Angriffsbündnisse. Darüber kann trotz aller Ablenkungsaktivitäten kein Zweifel bestehen.
    Dass 9.11 ein fake war, die USA nicht von Afghanistan aus angegriffen wurden, ist kaum noch bestreitbar.
    Dennoch stehen auf Grund des wegen 9.11 ausgerufenen Beistandspaktes deutsche Soldaten , übrigens auch Soldaten aus dem theoretisch neutralen Österreich als Kriegs- und Besatzungstruppen in Afghanistan.
    Die false flag Aktionen haben bei aller Unterschiedlichkeit doch auch Gemeinsamkeiten :
    Pässe werden am Tatort gefunden und der/die Täter stehen damit praktisch fest.
    So wurde zu den Anschlägen in Paris ein Pass aus Syrien gefunden und am folgenden Tag starteten die französischen Bomber den Angriff gegen Syrien. Und auch : Beistandspakt – diesmal europäischer . Und : Deutschland war mit im Krieg gegen Syrien.

    Weder die NATO noch die EU Armee haben mit Verteidigung zu tun . Mit dieser offensiv orientierten Kriegspolitik ist auch das tatsäächlich exorbitente Gefahrenpotential dieser Armeen bezeichnet.

    Die NATO marschiert weiter gegen Russland auf, gerade wurden 2000 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge über viele tausende Kilometer von dn USA nach Deutschland gebracht um sie weiter Richtung Front Russland zu bringen.
    Die zahlreichen Angriffskriege der NATO/EU werden in den Medien wie ein „im Westen nichts Neues“ behandelt und doch haben die NATO/EU und Vasallen das Gebiet von Afghanistan über die Ukraine über den Irak und Syrien, von Jemen über den Sudan und Libyen, den Tschad und Mali … in ein riesiges Kriegsgebiet verwandelt.

    • Bitte eine EU Armee gibt es gar nicht!
      Wer glaubt das eine Armee nicht notwendig ist glaubt auch das es die Maus auf dem Mars gibt.
      Ich frage mich warum die EU Staaten alle keine Neutralität zustande bringen.
      Wenn man das Heer nur zur Verteidigung braucht warum schafft man es dann nicht sich neutral zu erklären.
      Ich verurteile nicht das Heer oder die Soldaten, denn wenn was ist dann sind es die die am lautesten nach einen Heer schreien, die jetzt gegen eines sind. Das Problem ist die Politik von Deutschland und anderen EU Staaten die eine Neutralität nicht zustande bringen.
      Das Problem sind vor allem die USA, England und Frankreich. Das sind die Kriegstreiber.
      Zu Afghanistan muss mal gesagt werden worum es dort geht. Die Taliban bringen die afghanische Bevölkerung um und die Bundeswehr ist auf Wunsch Afghanistans dort um die afghanische Bevölkerung zu verteidigen.
      Die wirklichen Mörder sind die Taliban selbst und nicht die Deutschen um das mal in das richtige Licht zu rücken.
      Bei einer Neutralität würde auch so eine Hilfe nicht mehr möglich sein.
      Im Jemen ist nicht die NATO sondern die USA und Saudi Arabien am Krieg führen. die meisten Kriegsverbrechen werden an der NATO vorbei betrieben.
      Also bitte fordert eine Neutralität ein.

    • Nach dem Mauerfall wurde Deutschland die Neutralität angeboten, da vormals die Nato für den Westen, der Warschauer – Pakt für den Osten galt.Der Westen wollte die Nato, er bekam sie weiterhin, so sicherte man sich die heutigen Kriegsvorbereitungen…Spiele kann man das ja nicht mehr nennen.!
      Das was heute ist, muss schon lange in warme Tücher gewickelt worden sein!

    • Bestrebungen zu einer EU-Armee zielen auch darauf ab, Anteil am Atom zu erschleichen. Die Force de Frappe ist für einige Militaristen attraktiver als die nicht unbedenklichere nukleare Teilhabe der Bundeswehr, die auch schon dem Atomwaffensperrvertrag Hohn spricht.

    • @ Arrrrggggggg

      EU Armee bezog sich auf :
      „Die Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris lösten zum ersten Mal in der Geschichte der Europäischen Union die Beistandspflicht nach Art. 42 Abs. 7 EUV aus.“

      Wie von einer NATO Armee gesprochen werden kann, kann von einer EU Armee auf Grund der Beistandsvepflichtung gesprochen werden – Auch wenn es keine explizite Brüssel(EU) -Armee gibt.

    • @Bernhard Trautvetter

      Mit einer EU Armee hätte Brüssel, das undemokratische Regime in Brüssel eine eigene Armee, die noch weniger als die bestehenden Armeen mit den Interessen der europäischen Bevölkerung koordiniert wäre.
      Nicht nur wäre diese Armee eine Angriffsarmee im Sinne von Finanz- und Wirtschaftsinteressen, – dem LissabonVertrag folgend wäre diese Armee auch innerhalb Europas einsetzbar und wenn man die mit der ebenfalls im LissabonVertrag festgelegte „Lizenz zum Töten“ verbindet, liegt ein Bürgerkrieg gegen Teile der eigenen Bevölkerung schon in der Luft.

  7. Nicht einmal als Parlamentsarmee ist die Bundeswehr zu verantworten.
    In den Jahren vor der Gründung der Bundeswehr lehnten annähernd drei Viertel der Deutschen eine Neugründung einer Deutschen Armee ab. Nach einer Emnid-Umfrage von Ende 1949 waren 74,6 Prozent der Befragten dagegen, wieder Soldat zu werden, ein Jahr später waren es ähnlich viele. Kanzler Adenauer führte 1950 Geheimverhandlungen über deutsche bewaffnete Streitkräfte. Daraufhin trat Bundesminister Gustav Heinemann mit unter anderem dieser Warnung in seiner Erklärung von seinem Amt zurück: „Es wird deshalb nicht abzuwenden sein, daß die antidemokratischen Neigungen gestärkt und die Remilitarisierung die Renazifizierung nach sich ziehen wird.“
    Sozialdemokraten, Christen, Gewerkschaftler und Kommunisten, darunter viele Aktive der westdeutschen Freien Deutschen Jugend (FDJ) setzten sich gegen den Wiederaufrüstungskurs aktiv zur Wehr. 1952 traf eine Polizeikugel den FDJ-Aktivisten Phillip Müller bei einer Friedenskarawane der 30000 in Essen gegen die Remilitarisierung Deutschlands.
    Die westdeutsche Friedensbewegung „Ohne uns“ hatte unter anderem die US-Militärs gegen sich, wie eine Stellungnahme der Vereinigten Stabschefs der USA vom Mai 1952 offenbart: „Die Vereinigten Stabschefs sind der festen Überzeugung, dass aus militärischer Sicht die angemessene und frühe Wiederbewaffnung Westdeutschlands von grundlegender Bedeutung für die Verteidigung Westeuropas gegen die UdSSR ist. Um sicherzustellen, dass die Arbeitskraft und die Rohstoffe des deutschen Volkes eine Quelle der konstruktiven Stärke für die freie Welt werden, anstatt wiederum zu einer Bedrohung – allein oder sogar gemeinsam mit der UdSSR –, sollte die gegenwärtige Politik der Abrüstung und Entmilitarisierung im Hinblick auf Westdeutschland geändert werden.“ Die Tradition des Antikommunismus knüpfte an die anti-Russland-Stimmung an, mit der Deutschlands Militarismus dieses Land und die Welt in die Katastrophen des ersten und zweiten Weltkriegs führte.
    Zum Faschismus kann man sagen: er war möglich. Das heißt: er ist möglich. Friedensverantwortung ist mit Militarismus unvereinbar. Kriege enden nicht im Frieden. Das Parlament sollte dem Frieden dienen. Das ist die Idee der Väter und Mütter des Grundgesetzes. Sie hoch zu halten ist unsere Verantwortung.

    • Es ist keines Falls neu, das die Meinung der Bevölkerung in der westlichen Demokratie (fast) nichts zählt.
      Die Strippenzieher setzen ihre Ziele auf „Biegen und Brechen“ durch und gehen über Leichen.

  8. Guter informativer Artikel und von vielen Seiten beleuchtet.
    Ich habe diese Woche auf Phönix (nach Mitternacht) folgenden Beitrag gesehen:
    „Gefährliche Waffenfreunde Ein kleiner Beamter große Geschäfte Dokumentation“
    findet man auch bei YouTube.
    Was zwischen Waffenherstellern und Beschaffern für die Bundeswehr läuft. Wahrscheinlich nur die Spitze des Eisberges.

  9. Ich bin für ein „Parlamentsheer“! Ein Heer, ausschließlich aus Angehörigen des Parlaments bestehend 😉
    Ich seh‘ sie schon durch den Schlamm robben, eisern, unerbittlich – De Maizère, Merkel, Künast, wie sie alle heißen.
    Dann wäre ich auch sofort für Krieg 😉

    • „George Orwell erkannte auch die Notwendigkeit militärische Strukturen zu schaffen, um als Gruppe schlagkräftig und effizient zu kämpfen. Ein Haufen von undisziplinierten, unorganisierten Individuen gewinnen keinen Kampf. George Orwell schrieb das Buch „Mein Katalonien“, in dem er seine Erfahrungen über den spanischen Bürgerkrieg schilderte. Orwell schloss sich damals der Miliz der Partido Obrer de Unificacion Marxista (POUM) an.“

      Oh ja, weil er keine Ahnung hatte, was da um ihn herum vor sich ging. Die marxistische P.O.U.M. war sehr unbedeutend, wie alle Marxisten, wenn es um die Revolutionen ging. Marxisten, Bolschewiken, werden immer nur interessant, wenn es um die nationale Konterrevolution geht, die sie entweder unterstützten, wie in Spanien, oder wie in Russland, selber durchführten.
      Und ein militärischer Kampf, ein echtes Kräftemessen, das kann ja heiter werden!
      Ich stelle mir grade hier die User vor, wie sie mit Baseballschlägern und Zwillen bewaffnet gegen KSK und SEK vorrücken 😉
      Habe selten so einen Stuss gelesen 😉
      Die Spanische Revolution ist deshalb an den Faschismus verloren gegangen, weil die Marxisten es durchdrückten, durch korrupte Politik innerhalb der antifaschistischen Allianz gegen die Selbstorganisation der anarchosyndikalistischen Arbeitermassen, ein „professionelles Heer“ aufzustellen.
      Sie behaupteten, die Arbeiter seien undisziplinierte Kämpfer gewesen.
      Nachdem sie die Arbeiterwehren zerschlagen hatten, und „professionellen“ Militarismus eingesetzt hatten, ging die Revolution verloren. Vorher haben sich die Roten unter Stalins Federführung noch dazu herabgelassen die Arbeiter, Syndikalisten, Anarchisten (FAI, CNT, Juventudes Libertarias, usw.) als Kanonfutter zu verheizen.
      Der Grund, weswegen die Revolution in Wahrheit nicht gewonnen werden konnte waren die Industrienationen, die den Anarchisten keine Hilfe zukommen lassen wollten und die Stalinisten, die zwar Waffen entsendeten, aber viel zu spät und vor allem zu Preisen, die völlig illusorisch waren. So viel zum Antikapitalismus und zur Solidarität.
      Es war wichtiger, dass die kommunistische Partei obsiegte – sollte das nicht möglich sein, könnte ruhig die Revolution verloren gehen – unter Tausenden von später noch durch die Faschisten ermordeten – das war den Bolschewiken egal.
      Bitte nicht so viel Geschichstrevisionismus hier – das macht keinen Sinn. Stalin und Franco sind schon tot und können es keinem danken, in ihrem Sinn zu sprechen.

      Interessant, dass zwar die „Volksvertreter“ und die Presse lügt, aber die selben Leute Geschichtsbücher herausbringen, in denen nur die Wahrheit zu stehen scheint, glaubt man den Autoren hier auf KenFM. Von der marxistischen bzw. bürgerlicen Geschichtsschreibung kupfern sie nämlich fleißig alle ab, hier.
      Besonders im Fall von der Spanischen Revolution kommen anscheinend nur Quellen in Frage, die nicht von den Spaniern selber herrühren, sondern von irgendwelchen Außenseitern (Orwell) oder von linientreuen Bolschewisten im Dienste Stalins verfast wurden, oder aber allgemein geschichtsrevisionistisch sind, wie die bürgerliche Geschichtsschreibung, die so vom Hören-Sagen abschreibt, ohne die Zeitzeugenberichte der Arbeiter selbst irgendwie zu würdigen. Hauptsache der Parlamentarismus und der Staat und der Kapitalismus im Allgemeinen stehen gut da.

      Wer sich wirklich informieren will, über die Spanische Revolution, über Orwell hinaus, und dazu nicht lesen will, was ihre Widersacher damals und ihre Widersacher im Geiste heute verfassen, der / die kann mir gerne eine Nachricht schreiben und ich stelle ihm / ihr eine Literaturliste zusammen.
      Oder einfach weiter schnarchen und nachplappern, geht auch!

    • Sehr vernünftig. Es sollten die, die den Krieg wollen und beschließen, ihren Krieg auch führen.
      Neben den Angehörigen des Parlaments/Politikern wären auch noch Industrielle und Banker als Frontschweine dabei. Das Volk auf alle Fälle darf nicht mit diesen Raub- Mordaktivitäten belastet werden.

    • Ich weis nicht was daran vernünftig sein soll?
      Dieser Standpunkt ist höchstens verständlich.
      Kriegstreibern muss die Macht entzogen werden.
      Und Sippenhaft geht gar nicht.

    • Sippenhaft?
      In Deutschland ist die Sippenhaft wieder eingeführt worden, wir müssen also nicht kleinlich sein, nicht einmal bessere Menschen,zumal sich kein Politiker ,Banker etc etc zeigt, der der deutsche Schmierkomödie widerspricht.Würde er bekannt sein, käme bei ihm die Sippenhaft nicht zur Geltung!In Berlin werden wir kaum einen Politiker finden dem man Unrecht an tun würde.Die Sippenhaft träfe keinen Unschuldigen!
      Wir wäre sogar besser als unsere Regierung, denn mit der Sippenhaft wendet man nicht gleich den Generalverdacht an, der bei unserer Regierung Usus ist!

    • Ich bezweifle das es Sippenhaft wieder in D. gibt. Bitte Belege.
      Sollte es sie geben, stelle ich mich nicht mit Leuten auf eine Stufe, die das tun.
      Bei aller Wut. Das ist kontraproduktiv und menschenfeindlich.

    • schwarz ist weiß

      Belege?
      Mit seinem Urteil vom 23.05.2013 unter dem Az. B 4 AS 67/12 R fällte das Bundessozialgericht (BSG) ein sehr wichtiges Urteil für Bedarfsgemeinschaften, in denen mindestens eine Person von einer Hartz IV Sanktion betroffen ist.
      BSG: Bei Hartz IV Sanktionen keine Mithaftung der Familie entschied 2013 erst das Bundessozialgericht.Die meisten Sanktionierten finden aber keinen Anwalt der ihnen kostenlos solche ein Verfahren bieten kann….Viele sanktionierten Familien wurden, obwohl nur 1 Person, manchmal ein Jugendlicher, nach Ansicht der JCer, sanktioniert.Es gibt mehrere Gesetze, welche die geschrieben stehen, und welche die JC einfach anwenden.Traurig das sich das in Deutschland noch nicht rum gesprochen hat, obwohl gerade bei den Sanktionen die Leistungsempfänger bis durchschnittlich 52% vom Gericht Recht bekommen haben.Nur klagen nicht alle..

      Wer stellt sich auf eine Stufe, wurde gestellt, niemand, es ist eine Tatsachenmeldung, nicht mehr, nicht weniger.Und Wut darf sein, wenn man solche Familien dann versucht aufzubauen und gleichzeitig bemerk wie unwissend bei uns die Menschen herum laufen..
      Auch zu finden… Bedarfsgemeinschaft – das Hartz IV Gefängnis mit Sippenhaft

    • Nachtrag..

      Außer Kontrolle-Die Macht der Behörden-Leben in Sozialstaat 7 Beispiele Jou Tube

      wir sind boes.de..

      Das müsste wohl reichen…

    • Ok. – solche Schweinereien sind mir bekannt.
      Sicher ist eine Bedarfsgemeinschaft auch wie Sippenhaft.
      Mitgefangen – Mitgehangen. Das ist menschenfeindlich.

      Das war aber nicht mein Gedanke.
      Wenn ich genau so handeln würde wie der Staat mit seinen Gesetzen, wird das „Auge um Auge – Zahn um Zahn“.
      Mit allen Konsequenzen – was im Krieg endet.
      Ich brauch aber Frieden um zum Leben – was nicht heißt alles hinzunehmen.

    • -schwarz ist weiß

      Sicher ist eine Bedarfsgemeinschaft auch wie Sippenhaft.

      Nein nicht “ wie“, sondern es ist Eine.Ob Kleinkind, Säugling, oder Schulkind, sie alle werden mit sanktioniert, weil das Portmonnaie der Elten, Alleinerziehenden, leerer geworden ist!.

    • @nuevo1 Ich glaube es geht nicht um Geschichtsrevisionismus. Sondern vordergründig darum, zu erklären, dass man allgemein beim Militär auf Gehorsam setzen muss. Dies gilt für jegliche Institution, wo viele Menschen beteiligt sind. Eine gewisse Struktur muss gegeben sein. George Orwell hat durchaus erkannt, dass eine gewisse „militarisierung“ nötig ist. Arbeiter, Syndikalisten und Anarchisten hatte keine militarisierte Truppe. Man hat sich geduzt, bestimmte Gehorsamsstrukturen wurde abgeschafft. Es spielt keine Rolle, ob diese Gruppe je eine Chance gehabt hätte oder ob sie nur benutzt wurden. Es geht um das Beispiel im Bezug auf den Gehorsam. Es gibt einen Grund, wieso terroristische Vereinigung in militärischen Camps gerne eine Ausbildung in Anspruch nehmen wollen. Man lernt nicht nur das Handwerk an der Waffe, sondern schnelles effektives kooperieren sowie die Organisation von durchgeplanten Operationen.

    • schwarz ist weiß

      Den Kindern wird bei Sanktionen ebenfalls das Geld gekürzt, egal welchen Alters!
      Hatte mich wohl missverständlich ausgedrückt, obwohl jeder wissen könnte, es geht dem Staat nur um die schwarze Null und den Wirtschaftsbossen!

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