Die Schuld der DDR? Alternative zu Kapitalismus und Krieg

Der 30. Jahrestag des Mauerfalls wird schon im Vorfeld von den hiesigen „Eliten“ mit großem Brimborium gefeiert. Der 70. Jahrestag der hoffnungsvollen Gründung der DDR, des ersten Arbeiter- und Bauernstaates auf deutschem Boden, wurde hingegen pflichtbewusst ignoriert.

Von Rainer Rupp.

In Großbritannien gibt die konservative Regierung für alles, was in Politik und Gesellschaft nicht funktioniert, den Russen und deren angeblicher Einmischung die Schuld. Auch in Frankreich neigt man dazu, die Schuld für die eigenen Versäumnisse und die daraus entstandenen Proteste (z. B. Gelbwesten) den Russen und deren angeblichen „hybriden Kriegsführung“ gegen Europa in die Schuhe zu schieben.

Noch hysterischer als in London und Paris geht es in Washington zu, wo die Führer der Demokratischen Partei und Trumps Gegner aus dessen eigenen republikanischen Reihen die „böse Hand Russlands“ in allen Lebensbereichen des Landes erkennen. Demnach sind auch im „Land des unbegrenzten Irrsinns“ die Russen an allem Schuld, was dort schiefläuft. Aber die in Washington herrschende Absurdität geht sogar so weit, dass selbst „honorige“ Politiker und Medienstars allen Ernstes Präsident Trump beschuldigen, ein russischer Agent zu sein, der von Präsident Putin mit Hilfe von Erpressungsmaterial am Gängelband geführt wird. Der Beweis: Trump strebe ein gutes Auskommen mit Russland an. Abwegiger geht es nicht mehr.

Auch in der Bundesrepublik Deutschland gab es einige zaghafte Versuche der Regierungsparteien CDU/CSU/SPD, die Schuld für ihr eigenes Versagen und die daraus resultierende Popularität der AfD auf angeblich „verdeckte“ russische Einmischung abzuwälzen. Aber diese erbärmliche Ablenkung vom eigenen Unvermögen erntete bei der breiten Masse der Bevölkerung mitleidiges Lächeln. Daher entschieden die Propagandastrategen im Berliner „Ministerium für Wahrheit“ auf das altbewährte Mittel zurückzugreifen und 30 Jahre nach ihrem Untergang weiterhin die DDR für alles verantwortlich zu machen, was in unserem Land den wachsenden Protest der Bevölkerung hervorruft. Aber auch diese Masche kann von dem offensichtlichen eigenen Missmanagement immer weniger ablenken, vor allem im Osten.

Die großen Parolen der Politiker und Medien über die „blühenden Landschaften“, der verklärte Aufbruch in die leuchtende Zukunft der „Deutschen Einheit“, wo angeblich „zusammenwächst, was zusammengehört“, die vielen, den Menschen in Ost und West gegebenen Versprechen von einem sozial abgesicherten und materiell besseren Leben, in einer stabilen, von gegenseitiger Verantwortung und Respekt geprägten Gesellschaft haben sich inzwischen als genau das erwiesen, was sie von Anfang an waren, HEIßE LUFT.

Seit dem Verschwinden der DDR und ihres indirekten Einflusses als soziales Korrektiv auf die BRD haben die aufeinanderfolgenden Bundesregierungen, egal welcher parteipolitischen Zusammensetzung, im neu vereinten Gesamtdeutschland einen zunehmend radikalen, neoliberalen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kurs gefahren. Hatte in der Vorwendezeit, z. B. bei Tarifverhandlungen in der Bundesrepublik, „die DDR mit ihren sozialen Errungenschaften stets unsichtbar mit den Gewerkschaften am Verhandlungstische gesessen“ (so Daniela Dahn), so gab es nach dem „Mauerfall“ für das Kapital kein Halten mehr. „Der Stärkere gewinnt, und der Gewinner nimmt alles“, lautete ab jetzt das Mantra.

Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, sieht das erschreckende Resultat dieser bewusst betriebenen Politik an allen Ecken und Enden. Auch ohne Ostalgie oder unkritische Euphorie, die brutale gesellschaftliche Realität in unserer heutigen Zeit zeigt, was mit der DDR verloren ging, trotz all ihrer Fehler und Schwächen.

Über zweieinhalb Millionen armer Kinder, die von der gesellschaftlichen Teilhabe weitgehend ausgeschlossen sind, existieren heute in unserem reichen Land, in dem Leute wie Frau Merkel „gut und gerne leben“. Mit ehrlicher Arbeit verdient heute kaum noch ein Malocher genug, um die ständig steigenden Mieten zu zahlen und zugleich seine Familie zu ernähren und die Bildung der Kinder zu gewährleisten. Hinzu kommt die ständige Angst um den Arbeitsplatz.

Der bereits so oft gehörte Satz, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden, gilt heute noch genauso wie vor zehn, 20 oder 30 Jahren – mit dem Resultat, dass die Schere zwischen denen, die haben, und jenen, die nichts haben, in all den Jahren immer größer geworden ist. Die von unseren Politikern selbstgemachten politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme häufen sich. Auf einer schiefen Ebene gleiten nicht nur Deutschland, sondern auch die meisten EU-Länder ständig weiter ins gesellschaftliche Chaos ab. Bei den schwachen und bereits neoliberal gewendeten Gewerkschaften und den in sich uneinigen linken Parteien ist von der Seite keine Korrektur zu erwarten. Und in den regierenden Parteien fehlt der politische Wille, diese Entwicklung zu stoppen und umzukehren, denn unkonventionelle staatliche Eingriffe in den geheiligten Markt sind tabu.

Viele Politberater und auch die Klügeren unter den Politikern haben bereits erkannt, dass es ohne einen radikalen Kurswechsel keine Lösung für die sich zuspitzenden Probleme gibt. Aber offen darüber zu reden, käme nicht nur dem Eingeständnis der Unfähigkeit der eigenen Parteien gleich, sondern auch dass über Jahrzehnte die falsche Politik betrieben wurde. Also heißt die Devise: Kopf einziehen und auf Zeit spielen, in der Hoffnung, dass man sich irgendwie durchwurschteln kann, obwohl man immer tiefer in die Sackgasse geht. Und damit die Wähler von all dem nichts merken, muss man sie natürlich mit neu erfundenen Themen wie der Gender-Debatte ablenken oder ihnen mit der Klima-Hysterie Angst vorm Weltuntergang einjagen, um sie opferbereiter zu machen, damit sie Verzicht üben und – um die Welt zu retten – höhere Energiepreise und Steuern zahlen, auch wenn sie dadurch noch weniger Kaufkraft in der Tasche haben.

Indoktrination der DDR-Schuld

Und wer ist schuld an all diesen Problemen? Die DDR natürlich! Mit dieser angeblich unverrückbaren „Tatsache“ werden die Bundesbürger anlässlich des 30. Jahrestages des Mauerfalls schon im Vorfeld mit einer gigantischen Medienlawine indoktriniert. Alles Böse und alles Schlechte, was uns heute zu schaffen macht, einschließlich der üblen AfD, haben ihre Wurzeln in der DDR. Das zumindest ist die Quintessenz der Berichte der Presstituierten-Gemeinschaft aus den öffentlich-rechtlichen bis hin zu den privaten Medien.

Allerdings haben einige Politiker inzwischen mitbekommen, dass die ständige Dämonisierung der DDR in Ostdeutschland nicht gut ankommt, oder wenn die Wessis immer besser wissen, wie die Ostdeutschen in der DDR gelebt haben als die Ostdeutschen selbst. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat daher versucht, etwas zu bremsen. Frau Schwesig stört sich neuerdings an dem Begriff „Unrechtsstaat“. Dieser werde von vielen Menschen, die in der DDR gelebt haben, als herabsetzend empfunden und wirke, „als sei ihr ganzes Leben Unrecht gewesen“, so Frau Schwesig. Deshalb nennt sie jetzt die DDR lieber „Diktatur“, was die DDR auch war, nämlich eine Diktatur der Arbeiterklasse statt einer Diktatur des Kapitals, wie sie bei uns herrscht.

Während der Mauerfall landauf, landab gefeiert wird, als gäbe es keine anderen Probleme, war der Jahrestag der Gründung der DDR unseren gleichgeschalteten Medien kein Wort und keine Zeile wert. Selbst die Führung der Partei Die Linke und deren Hauszeitung Neues Deutschland schwiegen zum 70. Geburtstag der Deutschen Demokratischen Republik am 7. Oktober. Das verwundert nicht. Denn Die Linke wird zunehmend als Partei wahrgenommen, die im bürgerlichen Politikbetrieb angekommen ist und dabei linke Grundpositionen aufgibt. Eine klare Position für eine sozialistische Alternative sei bei ihr nicht mehr erkennbar, erklärte der Vorsitzende des Ostdeutschen Kuratoriums von Verbänden (OKV) in Berlin bei einer Festveranstaltungen zum Jahrestag der DDR-Gründung, an der immerhin 500 Menschen teilnahmen.

Um in Regierungsverantwortung zu kommen, habe sich die Linke stromlinienförmig angepasst und sei dazu übergegangen, ihre Wurzeln zu leugnen und die Geschichte der DDR zu diffamieren. Die DDR-Errungenschaften, im sozialen und gesellschaftlichen Bereich, in der Friedenspolitik, beim Antifaschismus, in Bildung und Kultur, würden verschwiegen oder kleingeredet. Die kritische Aufarbeitung der alles anderen als blütenreinen Weste der BRD-Geschichte werde dagegen weitgehend ausgespart, sagte der OKV-Vorsitzende und fügte hinzu: „Die Partei Die Linke verliert im Osten Deutschlands an politischer Akzeptanz bei vielen Bürgern.“ In der Tat lässt sich das unschwer am signifikanten Wählerwechsel von der Linken zur AfD erkennen.

Am Ende der Veranstaltung wurde eine Erklärung verabschiedet, dass die Maxime der DDR, dass von deutschem Boden nie wieder ein Krieg ausgehen dürfe, zur Maxime für ganz Deutschland werden müsse. Alle Kriegseinsätze der Bundeswehr seien zu beenden und alle Waffenexporte zu stoppen.

Die Entsorgung der DDR

Fakt ist, dass nach der sogenannten Wende 80 Prozent der volkseigenen DDR-Betriebe von ihren westdeutschen und zehn Prozent von internationalen Konkurrenten für ’n Appel und ’n Ei aufgekauft wurden. Dann wurden kurze Zeit später die Filetstückchen an Grund und Boden für teures Geld verkauft, während die Kundenkarteien der DDR-Betriebe von den Aufkäufern übernommen wurden, um sie anschließend vom Westen aus zu beliefern. Die Belegschaften der DDR-Betriebe wurden in die aufblühende Massenarbeitslosigkeit entlassen. Heute, 30 Jahre später, stehen die inzwischen total vergammelten Ruinen der volkseigenen Fabriken immer noch in der Landschaft, wo sie immerhin noch einen Zweck erfüllen, nämlich die angeblich „marode DDR-Wirtschaft“ zu bezeugen.

Dass in diesen Fabriken einst Millionen von Arbeiterinnen und Arbeitern der DDR gleichberechtigt und ohne Angst vor unsicheren Arbeitsplätzen und ohne Drangsalierung den Mehrwert für das Volk und nicht für die private Schatulle der Bosse und Aktionäre geschaffen haben, ist längst im offiziellen Gedächtnisloch der BRD entsorgt worden. Ebenfalls entsorgt wurden alle Erinnerungen an die vielen sozialen und gesellschaftlichen Errungenschaften, auf die die meisten DDR-Bürger auch heute noch stolz sind, vor allem vor dem Hintergrund der realen Lebenserfahrung in der Ellenbogengesellschaft des Siegerstaates BRD, wo das Prinzip gilt: „Der Gewinner nimmt alles.“

Freiheit von wem oder von was?

Damals allerdings, vor 30 Jahren, seien nicht wenige DDR-Bewohner auf „das Versprechen von blühenden Landschaften und den Konsum in Hülle und Fülle, ja und vor allem der Freiheit“ hereingefallen. Das sagte Andreas Maluga, Vorsitzender des DDR-Kabinett-Bochum vor 300 Gästen in seiner Begrüßungsansprache anlässlich einer anderen, feierlichen Veranstaltung zum 70. Gründungstag der DDR. (Die vom DDR-Kabinett-Bochum organisierte Veranstaltung, die bereits im Vorfeld frühzeitig ausgebucht war, fand in Berlin-Marzahn am 10. Oktober statt.) Laut Maluga hätten sich leider viele DDR-Bürger nicht die Frage gestellt: „Freiheit von wem oder von was?“ Die Antwort darauf sei nach der Wende prompt gekommen: „Quasi über Nacht wechselten Betriebe, soziale Einrichtungen, Wohnkomplexe und Agrarland ihre Besitzer: Volkseigentum, das jedem Bürger Ausbildung, Arbeit, Kultur und medizinische Versorgung garantierte, wurde jetzt privatwirtschaftlichem Kalkül unterworfen.“

Die Tatsache, dass das Wirtschaftsprodukt pro Kopf der Bevölkerung in der BRD deutlich höher war als das in der DDR, soll hier nicht geleugnet werden. Da zeugt jedoch nicht zwingend für „marodes Wirtschaften“. Wenn die BRD sich unter ähnlich schwereren Startbedingungen wie die DDR in den Nachkriegsjahren hätte entwickeln müssen (hohe Reparationszahlungen an die Sowjetunion in der DDR statt Marshallplan-Hilfen für die BRD), wenn sie wie die DDR mit dem COCOM-Embargo der NATO vom wissenschaftlich- technischen Fortschritt der westlichen Länder ausgeschlossen gewesen wäre, dann würde ein Vergleich ganz anders aussehen. Ungeachtet dessen haben die siegreichen BRD-Eliten weiter an der Legende der „maroden DDR-Wirtschaft“ gearbeitet, wobei der Begriff „DDR“ zu einem Synonym für „Mangelwirtschaft“ geworden sei, betonte Maluga in Berlin-Marzahn und führte weiter aus:

„Es stimmt, verglichen mit der BRD war das Angebot an Konsumgütern bescheiden. Wer sich jedoch in der Welt umgesehen hat, hat einen anderen Maßstab. Hatte die DDR einen Bildungsnotstand? Erfroren im Winter Obdachlose? Starben in der DDR Menschen, weil sie sich keine medizinische Versorgung leisten konnten? Die DDR garantierte allen Bürgern die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte, die die Vereinten Nationen in einer Internationalen Konvention 1966 festgelegt haben. Diese Rechte waren in der Verfassung verankert und damit für jeden Bürger einklagbar. Das Grundgesetz kennt diese Rechte nicht. Sollen wir das vergessen?“

Tatsache ist, dass im vereinten Deutschland die in der UNO-Konvention verankerten „sozialen Menschenrechte“, wie z. B. das Recht auf Arbeit oder das Recht auf ein Dach über dem Kopf, systematisch unterschlagen werden, obwohl sie gleichrangig mit den sogenannten „bürgerlichen Freiheitsrechten“ sind.

Vor diesem Hintergrund muss die seit 70 Jahren andauernde Hetze gegen alles, was auch nur nach DDR riecht, verstanden werden. Auch 30 Jahre nach ihrem Untergang stellt die DDR mit ihren sozialen Errungenschaften noch eine Gefahr für die Herrschenden dar, zumal sich in der politisch zunehmend instabilen Bundesrepublik die sozialen Probleme weiter zuspitzen. Daher bergen positive Erinnerungen an die DDR – trotz aller Rückschläge, Fehlentscheidungen und an manchen Stellen auch Ungerechtigkeiten – auch drei Jahrzehnte nach ihrer Zerschlagung, für die Sieger gefährlichen Sprengstoff. Folglich versuchen die Herrschenden und deren Presstituierten mit allen Mitteln alle positive Erinnerungen auszulöschen und den Drachen der sozialistischen DDR ein für alle Mal zu töten. Das wird jedoch immer schwerer, wenn die realen Alltagserfahrungen der Menschen in zu offensichtlichen Widerspruch zu den Legenden der Drachentöter geraten.

Der ehemalige SED-Politiker Egon Krenz, der von Oktober bis Dezember 1989 knapp drei Wochen als Nachfolger Erich Honeckers SED-Generalsekretär und Staatsratsvorsitzender der DDR war, räumte in einer ostalgiefreien Rede als Höhepunkt der Marzahner Veranstaltung mit den wichtigsten Legenden der westdeutschen Drachentöter auf. Seine Rede mit dem Titel „Nicht das DDR-Erbe, sondern Nazis und Neonazis sind eine Gefahr für Deutschland“ ist in ungekürzter Fassung samt Quellenangaben auf der Webseite des DDR-Kabinetts dokumentiert und über diesen Link zu erreichen.

„Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!“

Dieser Schwur von Buchenwald sei das Fundament gewesen, auf dem die Deutsche Demokratische Republik am 7. Oktober 1949 gegründet wurde, so Krenz zu Beginn seiner Rede. Aber nach dem Anschluss der DDR befinden sich deren Bürger jetzt in einem Deutschland, „das wieder Kriege führt, erst in Jugoslawien, dann in Afghanistan und in weiteren Kampfeinsätzen mit mehr als 100 gefallenen deutschen Soldaten.“

„In 40 DDR-Jahren habe nicht ein Soldat der Nationalen Volksarmee fremden Boden zu Kampfeinsätzen betreten. Undenkbar auch, dass ein Oberst der Nationalen Volksarmee wie jener der Bundeswehr in Afghanistan einen Befehl hätte geben können, in dessen Folge allein in einer Nacht mehr als 150 Zivilisten getötet wurden und der dennoch zum General der Bundeswehr befördert wurde. Niemand könne die Wahrheit aus der Welt schaffen, dass die DDR in der langen deutschen Geschichte der einzige Staat war, der nie einen Krieg geführt hat. Allein das rechtfertigt, sich ihrer mit größtem Respekt zu erinnern“, forderte der 82 Jahre alte, studierte Pädagoge Krenz.

Zurückgreifend auf die Gründung der DDR sagte er, es hätte die DDR nie gegeben, wenn nicht zuvor der Separatstaat Bundesrepublik geschaffen worden wäre. Unter dem Strich sei die DDR nach der Wiederbelebung kapitalistischer Verhältnisse in Westdeutschland und dem Aufstehen alter Nazis die einzig vernünftige Alternative zu einem Deutschland gewesen, das für zwei Weltkriege und die grausame faschistische Diktatur verantwortlich war.

Tatsächlich stamme das Szenario für den Umgang des westdeutschen Staates mit den Ostdeutschen seit der Wende „schon aus einer Zeit, als die DDR noch gar nicht existierte, als sie all die Untaten, die man ihr heute zuschreibt, noch gar nicht vollbracht haben konnte“, so Krenz. Dabei nahm er unter anderem Bezug auf die Aussage eines der Väter des Grundgesetzes während des Verfassungskonvents vom Herrenchiemsee vom 10. bis 23. August 1948. Der hatte gefordert, dass jeder, der sich „der Heimholung (der Ostzone) mit allen Mitteln“ wiedersetze, „als Hochverräter zu behandeln und zu verfolgen“ sei. Später habe dann Adenauer verlangt: „Das Wort Wiedervereinigung soll endlich verschwinden. Befreiung ist die Parole.“ Daraus folgerte Krenz: „Die Geburtsurkunde des Hasses auf die DDR war und bleibt der Antikommunismus“, den Thomas Mann schon im vergangenen Jahrhundert „eine Grundtorheit“ genannt hatte.

Krenz erinnerte mit einigen Beispielen daran, wie die politische Spitze der BRD im letzten Jahrzehnt vor dem Ende des Kalten Krieges und dem Mauerfall sich gerne mit „guten Beziehungen“ zur DDR-Führung geschmückt hatte. Schließlich sei es Helmut Kohl gewesen, der Honecker einen „zuverlässigen Partner“ genannt habe, und sein Nachfolger Gerhard Schröder habe sich vom DDR-Staatsratsvorsitzenden regelrecht beeindruckt gezeigt. Hochrangige bundesdeutsche Politiker haben sogar nicht selten ein gemeinsames Foto mit dem SED-Generalsekretär als Hilfe in ihrem Wahlkampf genutzt. Das sei die Zeit gewesen, in der man dann „auch völkerrechtlich bindende Verträge geschlossen und 1987 gar das DDR-Staatsoberhaupt zu einem offiziellen Besuch mit allen diplomatischen Ehren“ empfangen habe.

Doch dann sei man 1990 zum irren Geschichtsbild der 1950er Jahre zurückgekehrt, das bis heute gilt und die politische Atmosphäre vergiftet. So habe der Ostbeauftragte der Bundesregierung in seinem Regierungsbericht auch dieses Jahr nur wiederholt, was seit 29 Jahren Standard ist, dass nämlich „an allem, was in der Bundesrepublik nicht funktioniert, die ‚marode‘ DDR Schuld ist, die angeblich nur Verbrechen und Schulden in die Einheit mitgebracht hätte“, so Krenz, der im weiteren Verlauf seiner Rede die Behauptungen von einer bankrotten und zahlungsunfähigen DDR gründlich widerlegte, siehe diesen Link.

Dieser Ostbeauftragte der Bundesregierung ist 1989 gerade einmal 13 Jahre alt gewesen. Dennoch erinnere er sich noch ganz genau daran, dass die Ostdeutschen das Pech gehabt hätten, „40 Jahre auf der falschen Seite der Geschichte gestanden“ zu haben. Dieses Nachplappern geistloser Stereotype aus den Jahren des Kalten Krieges stimme nun aber keinesfalls mit den praktischen Erfahrungen sehr, sehr vieler Bürger aus der DDR überein, so Krenz. Wenn inzwischen nur 38 Prozent der Ostdeutschen die Vereinigung für gelungen halten und 57 Prozent sich gar als „Bürger zweiter Klasse“ fühlen, müssten sich doch die Regierenden endlich mal fragen, wo dafür die Ursachen liegen.

Laut Krenz zeigen vorliegende Untersuchungen, dass nach 1945 in Westdeutschland lediglich 13 Prozent der Nazi-Kader aus Amt und Würden entfernt wurden. Nach dem Anschluss der DDR an die Bundesrepublik schickte die neue BRD-Herrschaft 85 Prozent der DDR-Eliten ins berufliche und damit nicht selten auch ins soziale Aus.

In seiner Rede ging Krenz noch auf viele weitere politische und geschichtliche Ereignisse über die Entwicklung der DDR zu einem der weltweit anerkannten Industriestaaten bis hin zu ihrem Untergang und den Folgen der Anschlusses 1990 bzw. ihrer feindlichen Übernahme durch die BRD, wie dieser Akt zunehmend von „gelernten“ DDR-Bürgern bezeichnet wird.

Allerdings erkannte Krenz auch Fortschritte an, die seit dem Untergang der DDR gemacht worden sind. Er sagte: „Wir sind auch keine Ignoranten, die nicht sehen wollen, dass seit 1990 viel geleistet wurde. Wir glorifizieren die DDR nicht. Nein, wir sind wache Zeitgenossen, die Erfahrungen in zwei gesellschaftlichen Systemen haben und dadurch gut vergleichen können, was die DDR wirklich war und was ihr blinde Wut an Schlechtem andichtet.“

Zum Ende bestand der letzte SED-Generalsekretär darauf, dass die DDR nicht gegen das eigene Volk regiert worden war. „Beim Werden und Wachsen der DDR gab es Siege und Niederlagen, Freude und Enttäuschungen, leider auch Opfer“, stellte er fest. „So sehr ich diese bedaure, so bleibt es doch wahr: Die Geschichte der DDR ist keine Kette von Fehlern oder gar Verbrechen. Sie ist vielmehr die Geschichte eines Ausbruchs aus dem ewigen deutschen Kreislauf von Krieg und Krisen, eines Aufbruchs für eine tatsächliche Alternative zum Kapitalismus, eine Absage an Faschismus und Rassenhass, Antisemitismus und Russophobie!“

Die ungekürzte Rede von Krenz kann über diesen Link aufgerufen werden.

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Dieser Artikel erschien zuerst am 23.10.2019 bei RT-Deutsch.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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Bildhinweis: Michael Kaercher / Shutterstock

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20 Kommentare zu: “Die Schuld der DDR? Alternative zu Kapitalismus und Krieg

  1. Lieber Herr Rupp,

    mich würde wirklich mal Ihr persönlicher Hintergrund interessieren. Ich bin selber in der DDR groß geworden und erinnere mich an sehr viel Angst. Angst das falsche zu sagen, die falschen Klamotten zu tragen, die falsche Musik zu hören – also wir haben das alle gemacht, aber man hatte immer Angst, erwischt zu werden.
    Wer mit offenen Augen rumgelaufen ist hat gesehen, wie die Infrastruktur immer mehr gebröckelt ist. Der Staat war wirtschaftlich am Ende. Punkt.
    Mal zu den in der Rede erwähnten 20 Mrd (D?)Mark Schulden: Ich weiß jetzt nicht wie die von Mark in D-Mark umgerechnet wurden. Aber wenn ich im günstigsten Fall von 1:2 ausgehe waren das vorher 40 Mrd Ostmark. Und der Kurs vor der Wende war 1:10 oder 1:11. Ich bin leider zu blöd um das genau auszurechnen, aber da können schon schnell Summen zusammen kommen, die ein echtes Problem darstellen.
    Wie man überhaupt über die DDR reden kann ohne die Mauertoten zu erwähnen ist mir ein Rätsel. Familienmitglieder die andere ausspionieren mussten, Stasi und Parteibonzen die alles bekommen haben was für uns Ottonormalbürger unerreichbar war… Die Idee Sozialismus hat ganz sicher gute Seiten. Die Umsetzung war mangelhaft, die Leute waren nur in Angst gefügig zu halten. Eine solche Ode an die DDR kann nur jemand wie Egon Krenz halten, der ein sehr behütetes Leben als Parteikader geführt hat. Warum Herr Rupp in die gleiche Kerbe schlägt ist mir nicht ganz klar weil ich ja seinen Hintergrund nicht kenne

    • Die einen gehen voll drauf ab, dass im Osten keine Armut herrschte, keine extreme Ungleichheit.
      Die anderer stellen dagegen die Unfreiheit und den Zwang in dem Vordergrund.

      Und dieser Riss geht durch Ost und West. Wobei im Westen soviel Unkenntnis über die Ostzone verbreitet ist, dass man heulen könnte. Sowohl bei den Kommunistenfressern als auch bei DDR-Nostalgikern.

      Nun, da wird es schwer mit einer Verständigung.

      Die einen blenden die Diktatur aus.
      Die anderen, ja was eigentlich? Dass im Westen die Massen verelendet waren. Die BRD Angriffskriege geführt hat?

      Beide "Länder" waren doch besetzte Gebiete. Manche sagen, das wäre heute noch so.

      Im Westen gab es bis zur Wende zwar große Unterschiede, aber die unteren Schichten waren zufrieden.
      Der Beherrscher der Westzonen war halt mildtätiger. Mit Kapitalismus hatte das doch nichts zu tun. Die besetzten Zonen wurden entweder hochgepäppelt oder man hat sie vergammeln lassen.

      Wo waren denn die souveränen Möglichkeiten des Volkes die jeweilige Besatzungspolitik zu ändern?

      Anstatt man sich zusammentut und die Errungenschaften zurückerobert, lässt man sich auf diese ewige Ost/West-Schiene jagen.

      Beide Regime waren am Ende gegen die Menschen gerichtet gewesen. Jedes auf seine Weise hat sich versucht durchzusetzen.

      Da muss ich nichts beschönigen oder bashen.

    • Hallo Rainer Rupp,
      ich finde deine Standpunkte eigentlich oft sehr interessant. Wenn es um das Leben in der DDR geht, würde ich mich an deiner Stelle etwas zurückhalten. Wenn man in der DDR nicht an seine Grenzen gestoßen ist, konnte man dort sicher glücklich sein, für viele endete aber ein Protest – auch wegen kleiner Vergehen – im Gefängnis. Das habe ich auch erlebt. Insofern: Zurückhaltung! Die "Diktatur der Arbeiter" war für viele eine bittere Erfahrung. Inwieweit man den Schaufensterkapitalismus in der BRD sich bewusst hat attraktiv entfalten lassen, um ihn mit dem Fall der Mauer nach und nach zerbröseln zu lassen, ist eine andere Frage.

  2. Ich bin damals in der DDR aufgewachsen und habe viele Dinge live miterlebt.

    Es gab sehr viele Dinge, die nicht wirklich toll waren.
    In der Schule wirkte es schon rückblickend teils wie eine echte Gehirnwäsche oder anders ausgedrückt, man wurde ziemlich stark in einen Korridor gedrückt und die Richtungspfeile waren eindeutig.

    Es gab aber auch wirklich sehr viele gute Seiten und die Menschen hatten so gesehen ein gutes Leben.
    Klar wurde auch in der DDR betrogen und die Chefs bestellten sich irgendwelche Fenster für ihre Häuser mit auf der Arbeit, lagerten die irgendwo ein und nach einem Jahr taten sie so als sei das nun Apfall und nahmen das Zeugs mit.
    Oder man erntete seine Johannisbeeren oder Kirschen brachte die zum Laden, die gaben einen dafür 20 Mark und ein anderes Familienmitglied kaufte subventioniert die Kirschen billiger ein und der nächste verkaufte sie dann wieder..

    Mit so einem Verhalten macht man natürlich sein Land auch kaputt..

    Jedoch waren dort auch die grundsätzlich guten Seiten, die in der Theorie zumindest erstmal eine gute Grundlage bilden. Unser jetziges System hingegen fußt auf einem schrecklichen Fundament. Das einzige was gut ist, sind die Errungenschaften unserer Vorväter und Mutter, die das erkämpft haben. Das soziale System, die vielen AN-Rechte, 8-Stunden Arbeitstage.
    Das ist kein Merkmal das sich der Kapitalismus oder gar der Neoliberalismus auf die Brust kleben darf. Genau genommen versucht man diese Errungen schaften gerade zu zerstören und als beinahe schlecht und nicht haltbar zu deuten.
    Aber dieser Weg ist der Weg den die Menschen gehen müssen.

    Satt das soziale System immer mehr abwiegeln zu wollen, muss es wachsen und sich daraus ein Systemkern bilden.

    Das DDR-System das die Menschen die eigenen Werte auf sich zurückverteilen ist grundsätzlich anzustreben. Nur müssen seitens der Politk eben klare Regeln gemacht werden bei Reichtum und Besitz und dieser sollte zumindestens bei allen Grundbedürfnissen und angeschlossenen weitereführenden System in der Hand der Menschen liegen.
    Nur so werden die Menschen stetig ihre Freiheit in der Hand halten.
    Jede Privatisierung bedeutet abgeben seiner Freiheit und zum Besitz werden, da es die Aufgabe seiner Selbstständigkeit bedeutet.. will man das?
    Und dann stellt sich doch die Frage, wer kann sich es leisten Autobahnen, Wasserversorgung, Energieerzeugung usw. zu kaufen und damit zum Privatbesitz zu machen? Das kostet ja nicht mal 100 000€ sondern hunderte Millionen bis viele Milliarden.
    Das sind doch nicht irgendwelche Leute oder der Nachbar, selbst wenn der durch Ausbeutung seiner MA und betrügen seiner Kunden vielleicht paar Millionen gemacht hat.
    Der kann sich trotzdem keine Autobahn kaufen. Das total ausgeplünderte und versklavte ALG 2 Opfer, das obendrein als völlig unbescholtener und freier Mensch noch wie ein Verbrecher dargestellt und behandelt wird, kann sich nicht mal ein Kinobesuch leisten mit Bekannten oder dem Kind.
    Wer kennt in seinem Umfeld schon Leute, die sich die Wasserversorgung ihrer Stadt gekauft haben, oder das Elektrizitätswerk?

    Es sind also auch wieder die selben Machtzentren und deren Botengänger die sich das unter den Nagel reißen und dann Profite auf unsere Kosten machen und gleichzeitig die Qualität des Produktes verschlechtern, wie in Portugal der Fall oder in Berlin vor einigen Jahren.. Das die Preise dann gleich mal in Berlin um über 30% und in Portugal um sage und schreibe 400% gestiegen sind…überflüssig es zu erwähnen..

    Wenn wir zulassen, das wir nur als Sklave auf den Baumwollfeldern der Besitzer arbeiten, werden wir nie ein besseres System für unsere Freiheit und die gute Entwicklung der Menschen haben, sondern stetig das Opfer bleiben.

    Wir brauchen also mindestens eine Vergesellschaftung aller Grundbedürfnisse und angrenzen Strukturen, wie Vernetzung, ÖPVN, Post etc.. um erstmal ein grundsätzlich freies, selbstbestimmtes Leben in einer funktionierenden Struktur zu finden und zu haben.
    Wer Luxus will, kann dafür gerne mehr arbeiten als er muss. Totaler Reichtum muss begrenzt werden, auf so einen Wert das man damit niemals das System aus den Angeln heben kann. Aber wird dann Reichtum noch notwendig sein, wenn der Fortschritt uns eh mehr und mehr die Arbeit abnimmt und wir eh Zeit für die wichtigen Dinge im Leben haben?

    Vielleicht erschaffen wir dann wieder große Werke wie Goethe & Co. Der nächste Einstein ist doch schon lange unter uns, er ist nur durch ein Arbeits- und Konsumdasein, völlig an seiner Entwicklung gehemmt.
    Kluge Leute aus der Vergangenheit waren auch nicht klüger als wir, sie hatten nur Zeit und sehr viel Muße… Wir haben nur Streß und Propaganda und viel zu viele sinnlose und ermüdende Informationen.. Wer soll sich da gut entwickeln, wenn ihm gleichzeitig noch eingeredet wird, er müsse Mcdonals Essen essen, damit er gesund und fit ist, oder den Rauch einer Zigarette inhalieren weil es Vorteile bringt..
    Unsere verbrecherische Konzernwirtschaft erzählt uns jeden Mist, plündert und zerstört die Umwelt.. Alles das ist nicht tragbar …
    Unser ganze gemachte künstliche Welt ist ein Sauladen durch und druch. Egal in welchen Bereich man eintaucht, am Ende steht die Korruption und die Bereicherung weniger, die Lüge, das Märchen, die Nötigung usw.

    Man kann über die DDR viel sagen… Aber das dort alles schlecht war und man am Hungertuch nagte, ist einfach totaler Blödsinn.
    Ein großer Teil des DDR-Systems wäre ein Segen für uns, das mag dem manipulierten Bürger des westlichen Systems nicht klar sein, zugegeben.
    Aber das System was wir jetzt haben stellt uns für einen Scherbenhaufen vorsetzlich gemacht und noch schlimmer, es bedroht den Planeten atomar und durch Verpestung einer völlig entarteten Dynamik der Reichenherrschaft und dessen Kapitalsammelbecken, sowie Strukturen und Organisationen.

    Kein Held wird kommen, keine Fee vom Himmel steigen. Der Held und die Fee sind wir alle selbst.
    Hört auf euch selbst hinter der Fassade zu verstecken und sagt nein zum Betrug, Ausbeutung, Umverteilung, Lüge und tretet für eure Freiheit und eine Normalität ein. Warum müssen Fehler in Produkte verbaut werden?
    Warum brauchen Millionäre eine Lohnerhöhung?
    Warum verteilen wir nicht unsere geschaffenen Werte auf uns zurück sondern lassen zu das wenige sich immer mehr bereichern und das System gegen uns wenden?
    Warum müssen EGVs abgeschlossen werden und mit der Lüge und der Erpressung gehandelt werden und damit nur das Reichensystem gefüttert?
    Warum schmeißen wir ständig neue Ware weg, nur weil Überproduktion herrscht?
    Warum müssen wir trotz Fortschritt noch 8 Stunden arbeiten und das woebi 70% der Arbeit zu den sinnlosen Arbeiten gehört?
    Warum dulden wir ein Schuldgeldsystem und lehnen dies offen ab, prangern es an und beenden es nicht und bringen es wieder unter unsere Kontrolle?
    Kauft nicht bei Amazon, bezahlt nicht bargeldlos, nutzt eure Stimme und widersprecht eurem Chef wenn wer klar im Unrecht ist, schliesst euch dazu im Betrieb zusammen und geht geschlossen vor.
    Tut was.. geht auf die Straße, sagt nein zum Krieg oder zur Bargeldabschaffung, gegen Organspende, gegen Impfzwang, bezieht Stellung. Klebt auf euren Pkw einen Aufkleber und sagt nein zu Drohneneinsatz über Rammstein und erzählt euren Kollgegen und Bekannten eure Ansicht und gebt ihnen freie Medien mit, Bücher und Links im Netz…

    Macht was… abwarten ist sterben auf Raten…Abwarten bis zum Tode hilft niemanden…

    • Vielleicht sollten wir aus dem jetztigen Scherbenhaufen nach vorne denken und nicht in die Vergangenheit zurückgehen. Kein System ist an sich so gut, dass man es einfach kritiklos übernehmen kann.
      Ein zurück zur DDR wird es eh nicht geben.

  3. Ob wir nun den Russen die Schuld geben oder nicht, so wenig wird es auch in Russland derzeit eine funktionierende Demokratie geben.

    Jedenfalls haben wir mit unserem derzeitigen Wirtschaftssystem derzeit noch Wohlstand, weil wenige große Akteure der Wirtschaft immer reicher und mächtiger zu werden versuchen. Dies funktioniert jedoch nur mit immer schneller ansteigenden, aber später nicht mehr abbaubaren Schulden aller anderen Personen.

    Die immer schneller benötigten Schulden, ohne die es nicht ständig immer neues Geld geben könnte, müssen von der Politik immer schneller künstlich generiert werden, damit das System nicht kollabiert. Dadurch müssen sich auch unsere Zukunftsperspektiven immer mehr verschlechtern und es wird auch immer schwieriger werden aus dem Dilemma zu entkommen.

    Insgesamt haben wir als Land nur noch deshalb Wohlstand, weil wir uns von den Banken betrügen lassen und wir zumindest im Moment noch von dem Betrug ebenfalls profitieren, wodurch wir aber alle anderen Länder überproportional schädigen, weil wir dort letztlich auch Kriege verursachen.

    Wir glauben es, dass wir mit unseren Nachbarländern tauschen, wenn wir mit diesen Handel betreiben, aber in Wirklichkeit, lassen wir uns durch die derzeit vollkommen absurde Wirtschaftspolitik regelrecht versklaven, weil wir ein System haben, bei dem die rechte Hand es nicht weiß was die linke tut. Unser Finanzsystem wird durch eine Logik angetrieben, die nichts mit der Realität zu tun hat.

    Weil vor allem auch Deutschland auf das auf Betrug basierende weltweite Finanzkapital und eben auch auf den Reichtum der Superreichen viel zu viel Rücksicht nimmt und auch nehmen muss, ist es Krisenverursacher, aber bis auf weiteres noch Krisengewinner.

    Das System sorgt derzeit zwar noch für Wohlstand, weil noch alles günstig zu kaufen ist, aber die Menschen sind praktisch gar nicht am Unternehmenskapital beteiligt. Es gibt zudem immer weniger Zeitwohlstand und auch immer mehr Pendler, die einen immer höheren Aufwand haben, um dann aber doch letztlich fremde Profite zu maximieren. Es gibt immer mehr Pkw's und für immer mehr Menschen ist das Leben in den Städten nicht mehr finanzierbar.

    Unser Geld verliert wegen der immer schneller benötigten Systemrettung immer schneller seinen Bezug zur Realität. Je länger wir aber die Rettungspolitik, insbesondere der (Rothschild-) Zentralbanken, weiter fortsetzen, desto bösartiger wird der Absturz werden, wenn der große Crash erstmal da ist.

    Jedenfalls hat das Wirtschaftssystem der ehemaligen DDR eben auch deshalb nicht funktioniert, weil dieses im Wettbewerb mit dem kapitalistischen System der westlichen Länder stand.

    Etwa Ikea hatte seinerzeit wissentlich DDR-Häftlinge beschäftigt.

    Wir brauchen jedenfalls ein Wirtschaftssystem, das Fleiß belohnt. Aber das derzeitige System belohnt eben gerade nicht so sehr den Fleiß, sondern vermutlich einfach nur den völlig unkontrollierten Reichtum vergleichsweise weniger Personen oder andere die Gemeinschaft schädigende Verhaltensweisen.

    Obwohl die Lage doch dermaßen ernst ist, haben viele unserer Politiker die Zeichen der Zeit immer noch nicht hinreichend zur Kenntnis genommen. Etwa Sigmar Gabriel soll Präsident des Automobilverbandes werden. Bekanntlich ist er etwa auch der Vorsitzende der Atlantik-Brücke, aber bei der Thüringen-Wahl haben die Wählen es schon versucht sich gegen das derzeitige System zu wehren.

    Aber ein funktionierendes System haben wir damit noch lange nicht. Ob aber eine Welt völlig ohne Geld funktionieren würde?

    • Moin, Ralf Becker,
      "Insgesamt haben wir als Land nur noch deshalb Wohlstand (…) "
      Hallo, rechnen Sie die Hartz 4 Empfänger auch zu den Wohlstandsbuergern, die zerbröckelnde und kleiner werdende Mittelschicht auch dazu? Soviel Weltfremdheit kann ich nur bedauern!

      mfG

  4. Sehr gute Analyse, Rainer Rupp, der gegenwärtigen Verhältnisse, wenn auch leider auf dem linken Auge blind hinsichtlich wesentlicher Fakten der Vergangenheit.

    "30 Jahre nach ihrem Untergang weiterhin die DDR für alles verantwortlich zu machen, was in unserem Land den wachsenden Protest der Bevölkerung hervorruft", ist natürlich Quatsch.
    Und "dass von deutschem Boden nie wieder ein Krieg ausgehen dürfe," dass dies "zur Maxime für ganz Deutschland werden müsse", das muss man nicht nur dreimal unterstreichen, sondern dafür muss man kämpfen.
    Und natürlich hat die heutige faktische und in weiten Teilen sogar schon rechtlich legitimierte Herrschaft des Kapitals nichts mit Demokratie zu tun.

    Aber, liebe Linke: Warum müsst ihr die Vergangenheit immer so verklären? Warum wollt ihr denn nicht einfach ganz nüchtern zur Kenntnis nehmen, "… was die DDR auch war, nämlich eine Diktatur der Arbeiterklasse", und was das bedeutete. Die "Gründung der DDR, des ersten Arbeiter- und Bauernstaates auf deutschem Boden" hat ebenso wenig mit Demokratie zu tun wie die "Diktatur des Proletariats", die die einstige KPD anstrebte und wofür sie vom Bundesverfassungsgericht zu Recht verboten wurde. Denn die Erhebung nur eines Teils der Bevölkerung über alle anderen Bevölkerungsgruppen ist zutiefst undemokratisch, genauso undemokratisch wie eine "Diktatur des Kapitals".

    "… angeblich „marode DDR-Wirtschaft“": Angeblich? Schlichte Gegenbeispiele: Warum waren dann die Menschen nach der Maueröffnung so versessen auf Bananen? Oder war das wieder nur westliche Propaganda? Und warum mussten sie viele Jahre lang warten, bis sie endlich ihren dürftigen Trabbi oder Wartburg zugeteilt bekamen (ihn aber nicht einmal selbst konfigurieren durften)? "Mehrwert für das Volk"? Oder war etwa auch das wieder nur westliche Propaganda?

    "… hätten sich leider viele DDR-Bürger nicht die Frage gestellt: „Freiheit von wem oder von was?“": Doch, haben sie:
    – Freiheit von Stasi und staatlichem Terrorregime
    – Freiheit von Mauertod bzw. Tod im Todesstreifen an der innerdeutschen Grenze,
    – Freiheit von der Zerstörung des Lebens ganzer Familien, deren Republikflucht gescheitert war
    – Freiheit von Zwangsadoption von Dissidentenkindern durch Linientreue
    – Freiheit von tagtäglicher Bespitzelung, selbst durch Freunde und Familienmitglieder
    – Freiheit von der Angst vor Bautzen, Folter, Menschenrechtsverletzungen, Berufsverbot
    usw., usw., usw.
    Alles nur westliche Propaganda? Also ich fand meist sehr glaubwürdig, was in den Siebziger und Achtziger Jahren das ZDF-Magazin „von drüben“ (also aus der DDR) berichtete, unter der Leitung von Gerhard Löwenthal, der jüdische Verwandte im KZ verloren hatte und deshalb glaubwürdig gegen jede Art von staatlichem Terror ankämpfte.

    Es war doch ihr Terrorregime in der DDR, dem die Bürger dort die Parole entgegen schleuderten "WIR sind DAS Volk" (gemeint war: "und nicht ihr, der DDR-Staatsapparat"). Demgegenüber war für viele von ihnen die BRD der "goldene Westen", so sehr sie dabei auch auf westliche Propaganda hereingefallen sind. Aber so waren nun mal die Fakten. Deshalb hatte es die CDU/CSU damals auch nicht schwer, die Parole in "WIR sind EIN Volk" umzudichten. Denn das brachte nur zum Ausdruck, was sich die DDR-Bürger als logische Konsequenz ihres Protestes wünschten. Da kaum jemand von ihnen die wahren Verhältnisse des westlichen Konsum- und Konkurrenzsystems kannte, hätten die meisten es nicht verstanden, wenn auch nach der Wiedervereinigung noch weiterhin skandiert worden wäre "WIR sind DAS Volk", was sich ja dann gegen ihre NEUE Staatsführung gerichtet hätte, nämlich gegen die der BRD, von der sie sich doch so viel erhofften.

    Ich persönlich kann mir auch vorstellen, dass damals Franz-Josef Strauß und der Kanzlerkandidat Rainer Barzel, der 1972 gegen Willy Brandt verlor, sowie weite Teile der CDU/CSU nicht lediglich transatlantisch ferngesteuert waren, sondern ihnen die Politik der Diktaturen des Warschauer Pakts und insbesondere der DDR durchaus nicht geheuer war und sie deshalb Brandts Politik des "Wandels durch Annäherung" als naiv und weltfremd ablehnten. Dass dann Helmut Kohl Ende der Achtziger Jahre auf diesen Zug aufsprang, belegt nicht, dass die CDU/CSU falsch gelegen hatte, sondern nur, dass die Zeitläufte ihre Skepsis überholt hatten.

    Übrigens: Wenn jemand wie ich als einstiger "Bürgerlicher" heute eher links steht, belegt das deutlich genug, wie sehr sich die Verhältnisse in Deutschland (zum Negativen) verändert haben.

    • Moin, citoyen, kann es sein, dass Du vielleicht halbseitig blind bist?
      Du fuehrst die Dktatur das Proletariats an. Und weiter: Denn die Erhebung nur eines Teils der Bevölkerung über alle anderen Bevölkerungsgruppen ist zutiefst undemokratisch, genauso undemokratisch wie eine "Diktatur des Kapitals".
      Im kommunistischen Manifest wurde der "Diktatur des Kapitals" eben die "Diktatur des Proletariats" gegenuebergestellt. Das Proletariat sind die Nichtbesitzenden (von Produktionsmitteln) die, wie man sich leicht vorstellen kann, die absolute Mehrheit in einem Staatswesen darstellen. Wenn wir zudem bedenken, wie diese Wenigen, die die Produktionsmittel besitzen, sich mit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung abgeben, erwähnt sei hier nur die elende Zerstörung der Umwelt, das Akzeptieren der Verarmung grosser Teile der Bevölkerung, dann ist es mehr als gerechtfertigt, diesen Zustand zu ändern. Und dazu gehört z.B. ihnen die Macht, sprich den Besitz an Produktionsmittel wegzunehmen.
      Dass Du es mit dem buergerlichem Recht hält, dass nichts weiteres ist als Klassenrecht: "(…) die die einstige KPD anstrebte und wofür sie vom Bundesverfassungsgericht zu Recht verboten wurde." Spricht nicht gerade fuer eine linke Gesinnung, die Du fuer dich in Anspruch nimmst. DE ist das einzige Land weltweit, in dem es ein KPD Verbot gibt.

      mfG

    • Moin, Hog1951.
      Ich sehe ja vieles ähnlich, oft liegen wir gar nicht so weit auseinander, finde ich. Und ob du es mir erlaubst oder nicht, ich sehe mich schon weit mehr links als noch vor 40 Jahren. Ob ich damit schon ein Linker bin, weiß ich nicht, ist mir auch ehrlich gesagt egal. Die Unterscheidung in Rechts und Links ist ohnehin fragwürdig geworden.

      Und mit dem Bürgerlichen Recht habe ich im Beruf täglich zu tun und sehe doch, wie brutal es mit so genannten "Schuldnern" umgeht, da rennst du bei mir offene Türen ein. In Schuldenberatung und Insolvenzrecht sehe ich ein wichtiges Regulativ, um die Härten des Bürgerlichen Rechts sachgerecht zu mildern. Bei meiner beruflichen Tätigkeit auf diesem Gebiet wird mir ständig sehr anschaulich vor Augen geführt, wie ungleich natürlich in dem von dir beschriebenen Sinne die Besitzverhältnisse verteilt sind.

      Aber das kann doch kein Rechtfertigungsgrund sein dafür, dass man das Unrecht der Unterdrückung mal quasi "zur Abwechslung" anderen Bevölkerungsgruppen antut, indem man eben zumindest für einige Zeit die Arbeiter und Bauern oder das "Proletariat" über andere Bevölkerungsgruppen erhebt. Denn wo bleiben da (ich wiederhole aus einem früheren Kommentar von mir):

      – die Würde der Menschen (Artikel 1 Absatz 1 GG), die nicht der herrschenden Gruppe zugerechnet werden,
      – die menschliche Gemeinschaft ALLER, die Menschenrechte JEDER/JEDES einzelnen (Artikel 1 Absatz 2 GG),
      – die Gleichheit ALLER Menschen (Artikel 3 Absatz 1 GG) und,
      – dass NIEMAND wegen Herkunft oder politischer Anschauung benachteiligt werden darf (Artikel 3 Absatz 2 GG)?

      Hierzu würde mich deine Meinung interessieren. Wo siehst du da "Klassenrecht"?

      Der Klassenkampf von einst ist vorbei, Hog1951, wir sitzen längst in einem Boot. Heute geht es um die Behauptung der Vielen, fast aller, gegenüber den ganz Wenigen, gegenüber den Reichen und ihren Helfern. Da kann ein nüchterner, um Objektivität bemühter Blick auf die Vergangenheit, auch unter Korrektur eigener einseitiger Sichtweisen, gewiss nicht schaden.

    • Ja, citoyen, "der Klassenkampf von einst ist vorbei" schreibst Du, dazu fällt mir ein das Zitat von einem amerikanischen Millionär und Politiker (Name vergessen), der vor wenigen Jahren sagte, sinngemäss, dass wir uns im Klassenkampf befänden und seine Klasse gewänne.
      Ich meine, dass er das (leider) richtig erkannt hat! Die Hartz 4 Gesetze sind doch auch soetwas wie Klassenkampf. Grosse Teile der Bevölkerung werden vom Wohlstand abgehängt, während die Banken mit milliarden von Steuergeldern "gerettet" wurden.
      Wenn wir heute ueber Ungerechtigkeit reden, z.B., dass ein Hartz 4 Empfänger weniger Möglichkeiten hat sich mit einem guten Anwalt sein Recht zu erstreiten im Gegensatz zu Teilen der herrschenden Klasse, die mit ganzen Anwaltscharen bei Gericht vorbeischauen, dann ist das nicht abgedeckt durch

      -die Gleichheit ALLER Menschen (Artikel 3 Absatz 1 GG) und,
      – dass NIEMAND wegen Herkunft oder politischer Anschauung benachteiligt werden darf (Artikel 3 Absatz 2 GG)
      sondern das nenne ich dann Klassenrecht.

      Die Frage fuer mich, citoyen, ist, wie man Gleichheit in der Ungleichheit herstellen will. Ich pers. habe kein Problem damit, diese (sagen wir 1% der Bevölkerung) schlechter zu stellen, als sie es im Moment haben.

      mfG

    • Ja, Hog1951, deinem letzten Kommentar kann ich nur zustimmen, bis auf das: Ich möchte mich nicht in einen Klassenkampf drängen lassen, der alle, die nicht zu jener kleinen Minderheit von reichen Ausbeutern gehören, nur spalten soll, nach dem Motto "teile und herrsche".

    • ja , das ist ja ein ganzes sammelsurium von propaganda und vorurteilen , die immer wieder hervorgekramt werden.
      man sollte als "linker" im 21 jahrhundert so weit sein und eine differenzierung zwischen der "diktatur des proletariats" noch dazu in der ausformung auf dem gebiet der ddr und der "diktatur" des deutschen faschismus oder des pinochetregimes usw zu unterscheiden.wenn man dann noch für hetzer wie herrn löwenthal oder -ich unterstelle es mal – den israelfreund a-c-springer , der aber zahlreiche schwerstbelastete faschisten beschäftigte , wie der spiegel z.b. auch – eintritt, dann wird es seltsam. ich ordne das grenzregime der ddr – v.a. seid 1961- ein in den kalten krieg. 2 militärblöcke schwerst bewaffnet mit allem, was die welt mehrfach zerstören konnte , da kann es doch keine durchlässige grenze geben , das muß doch jemand begreifen ? dazu die gezielte abwerbung / abwanderung von ausgebildeten fachkräften, wer das nicht unterbindet, der hat es nicht begriffen. immer beachten, wir sprechen von den 50-70-er jahren . wenn ich die geschichten zu den vorgängen an der deutsch -belgischen und niederländischen grenze in den 50-er jahren anschaue, 'kaffeekrieg' , dann erübrigen sich westdeutsche vorwürfe zum grenzregime ! aber es ist schon klar , wenn 2 das gleiche tun…- zum schluß noch ein gedanke,ich behaupte mal – in den 40 jahren ddr gab es insgesamt NICHT MEHR UNSCHULDIGE OPFER ALS INNERHALB EINE TAGES DER TERRORHERRSCHAFT DER DEUTSCHEN FASCHISTEN, das waren sicher noch zu viele , aber wer den balken im eigen auge nicht sieht, der sollte sich nicht um die schiefer des nachbarn kümmern !

  5. Ach Herr Rupp….
    Zitat: ….oder ihnen mit der Klima-Hysterie Angst vorm Weltuntergang einjagen, um sie opferbereiter zu machen, damit sie Verzicht üben und – um die Welt zu retten – höhere Energiepreise und Steuern zahlen, auch wenn sie dadurch noch weniger Kaufkraft in der Tasche haben.

    Was hat die von Ihnen sogenannte Klima-Hysterie mit dem Griff in die Taschen der Lohnabhängigen zu tun? Das sind, und das wissen Sie, Taschenspielertricks. Wie stand es damals mit der Systemrelevanz der Banken?
    Genau mit der SYSTEM-relevanz, das sind aber zwei verschiedene Paar Schuhe.
    Das der Klimawandel dreist, ganz dreist dafür genutzt wird die eh schon vollen Taschen der Reichen zu füllen.. geschenkt. Wir denken nur an das ganz geschickt instrumentalisierte, gar für die Energiekonzerne gestrickte, EEG.
    Es geht bei diesen Sachen nicht um Problemlösungen. Ganz und gar nicht.
    Zu der Klimahysterie sei ihnen ein Video empfohlen. Querschnitte, mit Volker Arzt und Hoimar von Ditfurth. Betrifft CO2.
    Wird gezeigt als Bestandteil der letzen Sendung: Das dritte Jahrtausend.
    Sehr empfehlenswert.
    Und wer keinen blassen Dunst von der Physik hat, ja bitte, with all due respect, der soll einfach mal die Klappe halten. Seine Tastatur in Ruhe lassen und sich seinen Kaffee mit kaltem Wasser »aufbrühen«.
    Und ja der Mond ist aus Käse.

    • Das Video mit Dittfurth beweist nur wie leicht man Leute täuschen kann.
      Die Behälter sind oben offen und der mit CO2 hat weniger Volumen.
      In dem mit Luft ist ein Austausch der Luft möglich.
      Da CO2 schwerer als Luft ist, wird in diesem Behälter immer weniger Inhalt ausgetauscht und heizt sich daher mehr auf. Also ein Fake. Absolut unwissenschaftlich.

  6. Danke,
    das passt sehr gut zur Rede des damaligen Alterspräsidenten des Bundestages Stefan Heym, in der er am 10.November 1994 unter anderem dies sagte: "Unterschätzen Sie doch bitte nicht ein Menschenleben, in dem, trotz aller Beschränkungen, das Geld nicht das Allentscheidende war, der Arbeitsplatz ein Anrecht von Mann und Frau gleichermaßen, die Wohnung bezahlbar und der wichtigste Körperteil nicht der Ellenbogen." Sie ist auf der Website des Bundestages unter 'dip21/btp/13/13001.' nachlesbar.
    Wie es nach Kriegen Siegerjustiz gibt, gibt es auch im Kampf um die Meinung der Öffentlichkeit die Manipulation der Herrschenden, die mit Halbwahrheiten und doppelten Standards so tut, als sei die eigene Geschichte die der Guten und die die andere das Reich des Bösen. Diese Lesart gibt es entsprechend auch in allen Parteien rechts von der Linken. Sie machen auch solch undemokratische Akte vergessen, wie die Restauration des Adenauerstaates mit vielen Beamten aus der NS-Zeit. Bernt Engelmann hat dazu einen auf Recherchen aufgebauten Roman 'Bundesverdienstkreuz' geschrieben, er recherchierte dafür beim West-Berliner Document Center, beim Münchener Institut für Zeitgeschichte sowie bei der Library of Congress in Washington. Auch die Hauptverwaltung Aufklärung der Stasi (HVA) stellte ferner Archiv-Dokumente über die nationalsozialistische Vergangenheit von Fritz Ries zur Verfügung. Weitere Elemente der BRD-Geschichte, die vergessen gemacht werden, sind die Folgen des KPD-Verbots und der Berufsverbote mit millionenfacher "Überprüfung" von Bürgerinnen und Bürgern durch die "Sicherheitsorgane" des westlichen Staates Bundesrepublik Deutschland. Damit bekämpften die Herrschenden die Linke, und sie tun das bis heute.

    • Moin, Bernhard Trautvetter, im Zusammenhang mit den Berufsverboten, sollte man nicht verschweigen, dass diese von keinem Geringeren als Willi Brandt eingefuehrt wurden. Danach durften die Gewerkschaften nicht aussenvor bleiben und fuehrten die sog. Unvereinbarkeitsbeschluesse ein, die eine gleichzeitige Doppelmitgliedschaft in den Gewerkschaften und in einer linken Organisationen verbot. Das fuehrte mitunter zum Rausschmiss aus einem Betrieb.

      mfG

    • Der Adenauer-Erlass vom 19.9.1950 und seine Vorgeschichte in den Karlsbader Beschlüssen des frühen neunzehnten Jahrhunderts, Bismarcks Sozialistengesetzen, den Verbrechen der Nazi-Diktatur an der Demokratie, all das zählt hier dazu. Im hessischen Landtag haben sich auch die Grünen an der Seite ihres Koalitionspartners CDU in diese Reihe begeben, wie man auf der Website zu 'berufsverbote-hessen.de' als Beschlussempfehlung 170222 im Innenausschuss (beschlussempfehlung_cdu_gruene) finden kann. Es gab Tausende im öffentlichen Dienst und in der Privatwirtschaft direkt Betroffene – nicht, die mitgezählt, die sich aus Angst selbst zensiert und gelähmt haben.

  7. Vielen Dank, Rainer Rupp, fuer diesen ausfuehrlichen Kommentar!
    Das Meiste kann ich unterschreiben; jedoch will ich auch ein paar Anmerkungen machen.
    Die DDR ist nicht entstanden, durch eine Umwäzung der gesellschaftlich Verantwortlichen, gegen die Faschisten, bzw das Kapital, sondern wurden "mitgenommen" von den damals sich der Faschisten erwehrenden SU. Soweit OK, doch was fehlte, war ein gemeisamer Kampf, um Inhalte und Ideologien, wie ich ihn mir vorstelle im vorrevolutionären Zeitraum. Das scheint vielleicht nur unbedeutend, allerdings ist das m.M.n. die Ursache fuer die fehlende Ideologische Kraft der eh. DDR Bewohner.
    Das setzte sich m.M.n. 70 Jahre fort und konnte noch beobachtet werden bei den Zusammenkuenften der damaligen DDR-Opposition. Als "Wessi" habe ich es schmerzlich vermisst, dass keine/wenige positive Rueckblenden auf Marx, Engels oder Lenin erfolgten an den runden Tischen (demokratischer Aufbruch und Ä.)
    Ein in diesem Zusammenhang weiteres Problem, ist die Behämmerung beider Staaten durch die gekaufte Medienlandschaft gewesen. Das fuehrte dazu, dass man lieber das Westfernsehen sah, und sich an all dem unnuetzen Tuetelkram des Westens berauschen wollte, anstatt die eigenen Errungenschaften zu feiern. Als ein Beispiel will ich anfuehren, dass auf weiterfuehrenden Schulen in meiner damaligen Heimat auschliesslich naturwissenschaftliche Literatur zum Unterrichtsstoff gehörte, die aus der DDR kam.
    Aber selbst unterstellt, alles liefe in der DDR zum Besten, so war jenes Störfeuer des BRD-Kapitalismus nicht ohne Wirkung geblieben, sodass man sagen, kann, dass der Versuch den Aufbau des Sozialismus zu schaffen ständig gestört wurde, und wie wir aus physikalischen, chemischen Versuchen wissen, kann soetwas nur funktionieren, wenn der Versuchsaufbau nicht gestört wird.
    Ein letzter Satz noch: Die SU hat nahezu 20 mio Tote beklagen muessen im 2. WK. Viele in einem Alter, in dem sie eigentlich am gesellschaftlichen Aufbau hätten teilhaben können. Dass hier nun die eh. DDR besonders viel Zoll zu entrichten hatte, liegt auf der Hand, denn sie war ein Teil von Hitlerdeutschland das die Su ueberfallen hatte. Als dann die BRD mit diesen 2stelligen Lohnzuwächsen in den '70ern brillieren konnte, versuchten auch einige DDR'ler in den goldenen Westen zu kommen. das waren z.T. gut ausgebildete Fachkräfte, die man vorher in der DDR ausgebildet hatte, Jeder Fluchtversuch und jede Flucht wurde im Westen vor und zurueck kommentiert, und mit Hähme gegenueber dem Systemkonkurrenten bedacht.
    Nach der Annexion der DDR 1989 spielt der BRD Kapitalismus voll auf. Der Neoliberalismus wurde zum bestimmenden Wirtschaftssystem und so holt sich der Kapitalismus das zurueck, was er in den '70er Jahren geopfert hatte, als er gezwungen war Kreide zu fressen.

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