Die strategische Kommunikation der NATO und die Friedensbewegung

von Bernhard Trautvetter.

Die US-Army benutzt seit 1998 systematisch die strategische Kommunikation als Methode, die Öffentlichkeit mit Fake-News und deren Wiederholung sowie Vereinfachung und Emotionalisierung für das militärische Denken zu gewinnen. Ich habe dazu in meinem KenFM-Beitrag „Der Humanistische Grundkonsens und die Strategische Kommunikation“ vor ca. einem halben Jahr erste Ausführungen geliefert.

Traditon der Fake-News

Die NATO-Armeen stehen mit ihrer – wie sie selbst sagen – psychologischen Kriegsführung in einer unsäglich langen Tradition der Manipulation von Fakten, um die Öffentlichkeit für ihre Gewalt gefügig zu machen. Dem Ausspruch des preußischen Königs während der 1848er-Revolution „Gegen Demokraten helfen nur Soldaten“ folgte sein rechtswidriger Druck auf die preußischen Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung sie hätten ihr Mandat niederzulegen. Danach schlugen seine Militärs die Märzrevolution gewaltsam nieder. 1918 wurde die nächste Revolution in Deutschland im Blut unter anderem von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg ertränkt. Über Jahrzehnte war in bürgerlichen Kreisen die Ansicht vorherrschend, „Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, die revolutionären Massen, die USPD und die KPD, alle unter dem Begriff „Spartakisten“ über einen Kamm geschoren, wollten in Deutschland eine Herrschaft wie (…) später Stalin in Russland errichten.“ (Klaus Gietinger, November 1918, Hamburg 2018, S. 24). Auf diese Propaganda aus dem Spektrum der Mörder und ihres ideologischen Umfeldes baute später die Propaganda der Nazis gegen die von ihnen sogenannten „Novemberverbrecher“ auf, die der vermeintlich ungeschlagenen Deutschen Armee von hinten her den Dolch in den Rücken stießen und so die Schuld an der Niederlage Deutschlands im ersten Weltkrieg für Deutschland hätten. Demgegenüber schrieb General Fritz von Loßberg in seinen Aufzeichnungen vom 6. September 1918 über die oberste Heeresleitung General Ludendorfs: „Er machte die Truppe und ihre Vorgesetzten für die Vorgänge der letzten Zeit verantwortlich, ohne selbst zu bekennen, dass seine eigene verfehlte Führung die Hauptschuld an den Ereignissen trug.“ (1)

Der zweite Weltkrieg begann mit der inszenierten Lüge, die deutsche Wehrmacht schieße am Sender Gleiwitz gegen einen polnischen Angriff zurück. Der Atomschlag gegen Hiroshima wurde mit der Lüge gerechtfertigt, Truman habe den Krieg in Japan verkürzen wollen, um Menschenleben zu retten. Demgegenüber hat er in Hiroshima und Nagasaki den Kalten Krieg eröffnet, insofern als er mit diesen Kriegsverbrechen die Sowjetunion von einer Teilung des Sieges über Japan abhalten wollte, um die Vorteile des Sieges alleine einzufahren. (2)

Der Koreakrieg wurde vom Kapital als Verteidigung gegen den aggressiven Kommunismus verkauft und er war Eckpfeiler des Antikommunismus der Zeit nach dem Ende des II. Weltkrieges, der u.a. auch zum KPD-Verbot führte. (3)

Eine weitere Legitmierungslüge im Vorfeld der NATO-Gründung war die Berlin-Blockade, die der Westen als Versuch der Sowjetunion darstellte, sich das „freie Westberlin“ einzuverleiben. Die Zeitschrift Ossietzky entlarvt das Vorgehen des Westens in diesem Zusammenhang als verlogen und intrigant. (4)

Im Vietnamkrieg belog die US-Armee die Welt mit dem Märchen, man habe den Napalm-Bombenkrieg gegen Nordvietnam eröffnet, nachdem der Feind ein US-Schiff im offenen Meer vor Vietnam angegriffen hatte. Den Angriff hatten die USA selbst inszeniert. (5)

Die Lügen zu Husseins Massenvernichtungswaffen, die als Legitimation für die Eröffnung der Kriegsverbrechen letztendlich gegen die ganze Region zwischen Nord- und Mittelafrika und dem Golf dienten, sind bekannt. (6)

Die NATO hat nach Unterlagen der US-Armee seit den späten 1990er Jahren die strategische Kommunikation als Mittel der psychologischen Kriegsführung entdeckt, mit der sie die Gehirne der Menschheit in ihrem Einflussbereich waschen – will sagen verunreinigen – will; mit sehr unterschiedlichem Erfolg. Aber mit gewissen Erfolgen in den alternativen Spektren, die noch während der Studenten- und Jugend und Friedensbewegungen der 1960er, 70er und 80er Jahre Seite an Seite auf der Straße gegen den US-Imperialismus, den Notstandsstaat, die Rüstung und Atomkraftwerke, die Berufsverbote, CIA-gestützte Putsche in Asien, Afrika, Latein- und Südamerika und weitere Skandale aufbegehrten.

Töten, besiegen, verjagen, überzeugen

Die Luftwaffenuniversität der US-Armee (Air University) zitiert auf ihrer Website Frederick Kagan mit den Worten: „Der Feind im Krieg ist eine Gruppe von Menschen.“

Einige sind zu töten. Andere müssen besiegt oder ins Versteck gejagt werden. Die überwiegende Mehrheit muss überzeugt werden. (War and Aftermath Policy Review, Aug ’03) Der Feind ist nicht nur der Feind im Feindesland. Als Feind gilt auch die Gegnerschaft im eignen Land: Die Essener Jahreskonferenz des Joint Air and Space Power Competence Centre aus Kalkar fand 2015 zum Thema „Strategic Communication“ statt. In der Einladung hatten die Militärs Kräfte (Entities) in den eigenen Staaten ausgemacht, die der NATO insofern feindlich gegenüber gestanden hatten, als sie die Skepsis der Bevölkerung gegenüber Krieg und deren Friedensverstiegenheit zumal in Deutschland begünstigen, verstärken und ausnutzen. (7)

US-Army: „Opponenten der Militärs“ sind zu de-legitimieren

Dagegen hat die Luftwaffen-Akademie der USA schon 2006 die folgende Strategie entwickelt:

1. akzeptiere die geringe Akzeptanz gegenüber dem Militär kurzfristig

2. beziehe sympathische Moslems (…) in die Versuche, mit Botschaften zu überzeugen, mit ein

3. konzentriere dich darauf, das Ansehen von Opponenten in Misskredit zu bringen

4. beziehe vertrauenserweckende Botschafter nicht-militärischer Kräfte als Überbringer von Neuigkeiten und Positionen mit ein.(8)

Ein Paradebeispiel dafür ist die Kampagne gegen Ken Jebsen unter dem Stichwort Antisemit, Verschwörungstheoretiker, Querfront.

Nicht alle Akteure solcher medialer Prozesse sind Agenten der Militärs, bei einigen wirkt die Psychologie der Strategen unmerklich als Manipulation, andere sind gezielt Opfer von V-Leuten oder direkter Bestechung. Generell trifft Marx‘ Satz zu, demzufolge die Gedanken der Herrschenden die herrschenden Gedanken sind. Diese Zusammenhänge müssen dem Kapital gegenüberstehende alternative Bewegungen kennen, um den Keil, den die Herrschenden gegen sie treiben, nicht selbst noch zu verstärken, sondern um das Verbindende im Vordergrund ihres Engagements zu halten.

Die Kampagne unter Stichworten wie Verschwörungstheorien oder Querfront begann mit einer Mitteilung von Henryk M. Broder, derzufolge Ken Jebsen ein Holocaust-Leugner und somit Antisemit sei. (9)

Dies griff Jutta Ditfurth in 3sat „Kulturzeit“ auf und verbreitet es seither in vielen Vorträgen. (10)

Die Nachwirkungen haben erfolgreich dazu geführt, dass es im alternativen Spektrum unversöhnliche Ausgrenzungen und Unterstellungen gibt, die sich von Fakten unbeirrt halten.

Der Vorwurf der Holocaust-Leugnung, mit dem das alles 2014 anfing, ließ sich früh schon widerlegen:(11), Verschwörungstheorien als nach Rechtsaußen greifende Vorwürfe gegen die Nachdenkseiten, Rubikon, KenFM und andere sind ebenfalls längst widerlegt (12), wobei noch die Namens-Persiflierung in „Nachlaufseiten“ zu den harmloseren Beispielen zählt. Die Linkspartei wird hier mit Spaltpilzen angegriffen. Antideutsche, die einst mit Jürgen Elsässer „Nie wieder Deutschland“ skandierten, und die Antisemitismus sehen, wenn die rechte Regierung Israels kritisiert wird, sind an den Spaltungsbemühungen heftigst beteiligt. (13)

Warner vor Rechtsentwicklung im rechten Lager

Der Propagandist H. M. Broder, mit dessen Initiative diese De-Legitimierung eines Teils der alternativen Kräfte begann, ist inzwischen selbst komplett im rechten Lager angekommen – Seite an Seite mit AfD-Kräften angekommen: Die sogenannte „Erklärung 2018“ gegen die Flüchtlingspolitik in der Nachfolge der Ereignisse im Jahr 2015 wurde u.a. von folgenden Erstunterzeichnern in die Öffentlichkeit getragen: Henryk M. Broder, Uwe Tellkamp, Dr. Thilo Sarrazin, Jörg Friedrich, Dr. Jörg Bernig, Matthias Matussek, Vera Lengsfeld, Prof. Egon Flaig, Heimo Schwilk, Ulrich Schacht, Dr. Frank Böckelmann, Herbert Ammon, Thomas-Jürgen Muhs, Sebastian Hennig, Dr. Till Kinzel, Krisztina Koenen, Anabel Schunke, Alexander Wendt, Dr. Ulrich Fröschle, Dr. Karlheinz Weissmann, Thorsten Hinz, Michael Klonovsky, Eberhard Sens, Matthias Moosdorf, Dieter Stein, Frank W. Haubold, Andreas Lombard, Annette Heinisch, Klaus Kelle, Eva Herman, Prof. Max Otte.

Die Wortwahl der „Erklärung 2018“ ist auffällig nahe an Formulierungen von NPD-Beschlüssen. Beispiel: „(…) Wiederherstellung deutscher Staatlichkeit (…) die Wiederherstellung eines wirksamen Schutzes der  deutschen Außengrenzen vor illegaler Zuwanderung (…)“ (14) Siehe auch: http://npd.nrw/medien/parteiprogramm.pdf

Matthias Moosdorf, der ehemalige Weggefährte von Frauke Petry, inzwischen wissenschaftlicher Mitarbeiter im Büro des bayerischen Bundestagsabgeordneten Martin Hebner und Prof. Dr. Max Otte, der auf einer AfD-Website wie folgt präsentiert wird: „Ohrfeige für CDU: bekennt sich zur AfD“: Zitat von Herrn Prof. Dr. Otte von der Website: „Die CDU braucht (…) vernünftige Leute. Davon gibt es da anscheinend weniger als in der AfD.“ (15)

Unter den Erstunterzeichnern ist zudem auch Herr Matussek, der 2014 zu Pegida gepostet hatte: „Die kluge Schriftstellerin Cora Stephan untersucht das dumpfe Eindreschen von Politik und Presse auf die 15 000 Demonstranten in Dresden. Meine Ansicht: wer beim rituellen Treten gegen diese Menschen mitmacht, hat die Gesinnung von HJ-Pöbeln“. (16)

Zu den Unterstützern gehört auch Herr Kubitschek, zu dem Herr Lucke in der Zeit seines Beitritts zur AfD schrieb: „Bei Pegida und bei Legida ist Kubitschek im schwarzen Hemd und offener, brauner Uniformjacke aufgetreten. Ein Narr, wer darin nicht eine bewusste Anspielung auf die faschistischen Bewegungen im Europa der zwanziger und dreißiger Jahre sieht“. (17)

Über Herrn Kubitscheks Unterstützung freute sich Frau Lengsfeld in den Tagesthemen, da er zu etwas Richtigem „Beifall spendet“.

Im Tagesthemen-Interview durfte Frau Lengsfeld eine bei den Rechtsextremen kursierende Sicht der Dinge unkorrigiert verbreiten, wie: „Wir wollen auf ein Problem aufmerksam machen, das von der Politik nicht angepackt wird.“ Es erscheint im Beitrag auch ein Transparent mit der Botschaft „Islamisierung ist ein Krebsgeschwür“.

Fazit

„Nachrichten“ aus dem Umfeld von NATO-/Atlantikbrücken-/Militär-Kreisen auch in den sogenannten ernsthaften Programmen der Mainstream-Medien nehmen wir immer erst einmal mit kritischem Zweifel auf.

In der alternativen Bewegung macht es Sinn, der Bündnispolitik der Friedensbewegung der 1980er-Jahre zu folgen, in der Kommunisten, parteilich Ungebundene, Konservative, Christen, Grüne, GewerkschaftlerInnen (…) zusammenwirkten und ihre Differenzen diskutierten, dabei aber immer von der Schnittmenge gemeinsamer Forderungen ausgingen.

Wenn jetzt Kriege gegen Russland durch „Superschnelle Gemeinsame Eingreiftruppen (VJTF) als Speerspitze der Eingreiftruppe“ gegen Russland aufgestellt werden, wenn die neuen Atompotentiale B 61-12 nach Büchel kommen, wenn die Bundeswehr Kampfdrohnen erhalten soll, wenn der Militäretat weiter aufgebläht statt abgerüstet wird, hat die Friedensbewegung die Verantwortung, gemeinsam aufzustehen. Es geht um das Überleben der Zivilisation.

Quellen:

(1) https://www.grin.com/document/285085

(2) http://nrw.vvn-bda.de/texte/1790_frieden.htm

(3) siehe: https://kenfm.de/die-uno-machtinstrument-gegen-korea-4/

(4) http://www.ossietzky.net/14-2008&textfile=260

(5) https://www.deutschlandfunk.de/tonkin-zwischenfall-als-die-usa-in-den-vietnamkrieg.871.de.html?dram:article_id=293318

(6) https://kenfm.de/dr-daniele-ganser-irak-2003/

(7) https://www.japcc.org/wp-content/uploads/JAPCC_Conf_Flyer_2015_web.pdf

(8) http://www.au.af.mil/info-ops/strategic.htm

(9) http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/antisemitismusvorwuerfe-rbb-feuert-moderator-ken-jebsen-a-799673.html

(10) https://www.youtube.com/watch?v=2g6DDiOE9kc

(11) https://www.netzpiloten.de/interview-mit-ken-jebsen-%e2%80%9ewie-wurden-sie-es-denn-nennen%e2%80%9c/)

(12) https://kenfm.de/teile-und-herrsche/

(13) Auf Facebook liest man z.B.: ‚Jens Berger (NachLaufSeiten) verteidigt den Antisemiten Jebsen‘ – https://www.facebook.com/Jutta.Ditfurth/posts/778243192305301

(14)  http://npd.nrw/medien/parteiprogramm.pdf

(15) http://www.afd-nb.de/2017/09/ohrfeige-fur-cdu-prof-dr-max-otte-bekennt-sich-zur-afd/

(16) https://afdwatchafd.wordpress.com/2014/12/28/matthias-matussek-und-sein-ruck-nach-ganz-rechts/

(17) http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/zu-besuch-bei-goetz-kubitschek-14180792.html

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63 Kommentare zu: “Die strategische Kommunikation der NATO und die Friedensbewegung

  1. Danke für den Beitrag und die sentationellen viele Kommentare dazu. Den Ausdruck „Bürgerliche Kommunismussimulanten“ werde ich mir merken. Ergänzend von mir dazu:

    Die strategische Kommunikation der NATO wird federführend von den USA bestimmt. In Deutschland ist außer THINK TANKS, das George C. Marshall European Center for Security Studies, Garmisch-Partenkirchen, genannt MARSHALL CENTER dafür seit 1993 zuständig. Es ist eine Einrichtung des US-Verteidigungsministeriums und wird von Deutschland mit jährlich offiziell rund 23 Millionen Euro unterstützt.

    (( The George C. Marshall European Center for Security Studies is a United States Department of Defense [1] and Federal Ministry of Defence (Germany) [2] security and defense studies institute ))

    Dort werden ausländische Minister, Generäle, weitere hohe Militärs, Polizeiführer, hohe Beamte und sogar Ministerpräsidenten auf NATO-Linie gebracht und geschult. Diese Personen besuchen dort Seminare und nennen sich Marshall-Students, welche sich dann in ihrem Heimatland gegenseitig helfen, z.B. bei Umsturzversuchen oder „Kriegsgründen“. Es gibt auch eine -Abschlussprüfung- mit Urkunde und feinem gemeinsamen Abendessen unter BND-Aufsicht. Der als deutsches Militär getarnte BND-Mitarbeiter schreibt dann über den Marshall-Student und dem gemeinsamen Gespräch einen ausführlichen Bericht und seine persönliche Einschätzung über die Person.

    Die Presse in der Heimat dieser „Studenten“ wird dann von diesen „Marshall-Students“ mit dementsprechend gewollten und abgestimmten „NATO-Fake-NEWS“ oder „Halbwahrheiten“ in ihrem militärischen „US-Interesse“ informiert. Das dortige Militär-System und deren Meinung findet dann leichter Zuspruch in der Bevölkerung und gelten dort als „die GUTEN“.

    Die Pressearbeit der Militärs stellt eine wichtige Lebensnotwendigkeit für sie nach dem Kalten Krieg dar. Nur so kann dieser indoktrinierte Militärkomplex weiter am Leben erhalten werden. Zusammen mit der Sicherheitsbranche, wie die Executive des jeweiligen Landes auch.

    Mittlerweile hat diese diskrete unter den USA schleichend eingebaute Propaganda-Maschine so ein Ausmaß erreicht, dass sie nicht durch eine Friedensbewegung oder eine andere Institution so einfach abgeschalten werden kann. Die verbreiteten NEWS sind so zahlreich und auch so diskret eingebaut und versteckt, und deren Agenten / Verbreiter auch, dass sie der einfache oder normale Bürger von der realen Wahrheit nicht mehr unterscheiden kann und damit resigniert hat. Er hat bereits aufgegeben.

    Dieser Bürger kann ja den Wahrheitsgehalt der Propaganda nicht jedesmal selbst überprüfen und den Verursacher dazu heraus finden. Die Nachrichten sind dafür zu zahlreich. Deshalb ist er möglicherweise froh, wenn er z.B. eine Partei wählen kann, welche das für ihn vermeintlich neu regeln könnte. Auch wenn sich hinterher herausstellt, dass es die falsche Partei gewesen war.

    Die damit entstandene und weitere eskalierende Politikverdrossenheit nutzen wiederum solche THINK TANKS und NATO oder US-Dienste aus, um die Massen wieder und weiter zu manipulieren und in ihre „militärische erdachte Richtung“ zu lenken.

    Bis zum Untergang.

    https://en.wikipedia.org/wiki/George_C._Marshall_European_Center_for_Security_Studies
    https://www.marshallcenter.org

  2. Sehr geehrter Herr Trautvetter! Ihre Artikel sind vor allem deshalb so nervig, bzw. inhaltsleer für uns, weil sie konsequent immer weiter von verkerhrter Prämisse ausgehen, indem Sie den Menschen-und lebensverachtenden eugenischen „Umvolkungsplan“ völlig ignorieren, bzw. so tun, als gäbe es ihn gar nicht und als würden nicht die Mehrzahl der willigen Immigranten unter falschen Vorgaben und Hoffnungsmachungen hierher gelockt. Wir haben uns gestern auf „QuerdenkenTV“ das erschütternde Gesprächstvideo(von 2014) „Organwahn- Heilung durch Fremdorgane? Ein fataler Irrtum“ angesehen. Das hat uns mit seiner ganzen Wahrheitsverdrehung auch an diese fatale Situation erinnert, in der wir hier stecken bzw. hineingesteckt wurden. Da wird genauso wie jetzt hier bei der Flüchtlingsproblematik in geradezu satanischer Weise auf „Nächstenliebe“ und „Gutmenschentum“ gesetzt. Und das Motiv dahinter ist das selbe. Nicht nur, dass „Spender“ und „Empfänger“ in Wirklichkeit gar nicht davon profitieren, vielmehr ist der Vorgang das Schlimmste, was man Menschen überhaupt antun kann. In jeder Beziehung.
    Und abgesehen von dieser Flüchtlingsproblematik kann uns weder die Linke noch die AFD auf eine Heilung dieser von Menschen verhunzten gesamten Lebenssituation noch irgend ein Fünkchen Hoffnung machen, weil sie beide nur oberflächlich das nackte System betrachten und ändern wollen und in Bezug auf die sog. „Wissenschaft“ in Koppelung mit der Industrie und Militär(Stichwort Geo-Engineering) völlig ignorant und unkritisch sind und das satanische Prinzip dahinter niemals antasten und anprangern. Insofern sind diese Parteien genauso neoliberal wie die FDP. Was nützt uns eine gerechtere Geld- oder Menschenverteilung in der Welt, wenn alle anderen Verbrechen gegen das Leben dabei ständig weiter voran getrieben werden? Unaufgedeckt und unerkannt? Gar nichts. Im Gegenteil.

    • Sehr geehrter Manni, es ist in der Tat zum Verzweifeln. In der tat gibt es Ausbeuter, die Papierlose in Spanien, Italien, Marokko, bei uns… versklaven und entrechten, was in diesen Bereichen den Minderstlohn sturmreif entwertet – auch für Menschen, denen es (nur im Vergleich) besser geht. Das ignoriere ich nicht, dazu habe ich schon Kommentare, etwa hier: „Es gibt auch Kapitalfraktionen, wie die industrialisierte Landwirtschaft vor allem in Italien und Spanien, die die Migration als Ausbeutungsgelegenheit nutzen, da sie vor allem Papierlose erbarmungslos mit Arbeitsverhältnissen ohne Rechtsgrundlage versklaven.“ Quelle: dlf-Bericht über die neuen Sklaven. Sie finden das in meinem Text „Der Kampf der Militärs gegen die Flüchtlinge“. Das Problem hängt noch mit einem weit größeren Problem zusammen, über das mein Rubikon-Text von heute berichtet, den ich ‚Der blinde Fleck‘ nenne. Ich habe die Frage an Sie: Da es Feinde des Lebens gibt, die die Entrechteten und andere Arme gegeneinander ausspielen, sollen wir es deshalb gut finden, wenn die EU in Niger den „Grenzschutz“ mit finanziert, damit ungezählte Menschen, die aus dem Kriegsgebiet Mali flieghen, an dessen Entstehung EU-Staaten herbeiführenden Anteil haben, in der Sahara elendig zugrundegehen? Wer dort verdurstet, zieht kurz vor dem Tod die Hose aus, da er das Gefühl hat, sie beengt ihn. UNd: Was hat es mit Replacement Migration zu tun, wenn Schiffe aus der EU Flüchtlinge vom Mittelmeer in die Folter…Hölle Libyens zurück verschiffen? Das bricht zudem das Zurückweisungsverbot von Art. 33 der Flüchlingskonvention. Und: Ich habe den umgekehrten Eindruck, dass Kritiker gegen mich schreiben, die nur die eine Hälfte der entsprechenden Flüchtlings-/Migrationsrealität sehen. Solange Sie bei mir einen blinden Fleck sehen (wozu Sie übersehen müssen, was ich genau zum Thema schreibe, auf den er sich bezieht) und solange ich umgekehrt bei Kritikern auf meine gerade gestellten Fragen keine Antworten bekommen, reden wir aneinander vorbei. Ich spreche heute Abend mit Flüchtlingshelfern, die von EU-Ländern kriminalisiert werden, weil sie schiffbrüchige Flüchtlinge nicht nach Libyen zurück verfrachtet haben, sondern weil sie sie vor dem Tod gerettet haben. Das Problem Nummer eins ist der Krieg, bald kann die Klimakatastrophe in die erste Reihe kommen. Im Rahmen eines Systems, das Menscnhen zueinander in Konkurrenz hält und sie gegeneinander mit Sündenbocktheorien aufbringt, werden wir das Problem nicht gänzlich lösen. Wir haben aber keine andere Wahl, als das zu versuchen. Konstantin Wecker hat zu dem Gefühl, das ich jetzt habe, vorgestern auf Rubikon den Text veröffentlicht „Fühlen wir mit!“
      Mir geht es nicht um ein Gutmenschen oder anderes Image, mir geht es um die Lösung von Problemen, die Menschen haben. Und da verstehe ich nicht, warum mir noch keiner derer, die nur die Replacement Migration sehen, geantwortet hat, wie diese Position zu Fakten passt, die dazu im Gegensatz stehen. Ich zweifle an, dass die Mehrzahl der zig Millionen Menschen wegen Hoffnungen, die ihnen eingeredet wurden, ihre Heimat und alles ihnen Vertraute zurückgelassen haben. Bei vielen lag er Grund im Krieg und seinen Konsequenzen, die ihnen alles geraubt haben. Wie kann man davon ausgehen, dass so viele Menschen das beklemmend klare Risiko eingehen, zu verdursten, zu ertrinken, … nur wegen Hoffnung, ganz ohne das Motiv, ihr nacktes Leben vor Gewalt und Todesgefahr retten zu wollen? Warum ist das so schwer, mit in Betracht zu ziehen? Ich habe das Gefühl, die Ignoranz liegt nicht nur bei mir. In der Tat kenne ich keine Zahlen, aber dann behaupte ich auch nicht, dass irgend eine Gruppe die Mehrheit ist. Es gibt viele Stellen im Netz zur Umvolkung,… ich kenne einiges zur Replacement Migration, und ich kenne den Krieg der Militärs gegen die Flüchtlinge. Die Realität ist nach meiner Erfahrung das gleichzeitige Auftreten von Prozessen, die sich gegenseitig ausschließen. Ob wir das in einer nachkapitalistischen Gesellschaft als Menschheit anders hinbekommen würden? Wenn wir die Zukunftsgefährdungen überleben wollen, bleibt uns keine andere Wahl, als Menschen mit Herz zu werden. Wem das zu geschwülstig ist, den warne ich vor den Barbaren des Profitsystems, die Freundschaft sei eine Tauschbeziehung, die jeweils auf den eigenen Vorteil schielt. Mit dieser Haltung wird die Menschheit vom Planeten Erde abtreten. Wir haben unterschiedliche Meinungen, Weltanschauungen, Herkünfte, Habseligkeiten, aber nur eine Zukunft: Eine gemeinsame oder keine.

    • Das, was uns auf dem Herzen liegt, scheinen Sie gar nicht zu sehen – oder nicht sehen zu wollen. Stattdessen beten Sie einmal mehr herunter, was Sie immer schreiben. Immer wieder das selbe. Alles Gute dann,- eine fruchtbare Kommunikation ist hier nicht möglich.

    • Sie werfen mir vor, was Sie tun. Nicht zu sehen, was ich „immer wieder“ benenne. Ich argumentiere dann „inhaltsleer“ und „von falschen Prämissen“ ausgehend, weil ich „ignoriere“, was Sie sehen. Das, obwohl ich sehr wohl sehe, was für Verbrechen mit Flüchtlingen etwa als lohndrückende Reservearmee vollzogen wird. Derweil spricht die CSU von „Migrationsdruck“, den der Innenminister abzubauen bemüht sei, die EU ist daran beteiligt, dass im Mittelmeer und in der Sahara tausende ertrinken und verdursten/verhungern,… Diese Fakten zur Kenntnis zu nehmen und dadurch ihre Wahrnehmung der Realität anzunähern, weigern sich meine Kritiker.
      In der Tat ist eine fruchtbare Kommunikation nur dann möglich, wenn man alles in Augenschein nimmt, nicht nur das, was ins Bild passt. Und wenn man klar hat, dass Menschen in Lebensgefahr Hilfe brauchen. Fruchtbarkeit hat im menschlichen Leben etwas mit Herzlichkeit und letztendlich Liebe zu tun. Ich weigere mich, das aufzugeben. Alles Gute auch Ihnen.

    • M: Es erben sich Gesetz und Rechte,
      Wie eine ewg’ge Krankheit fort.
      (…)
      Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage;
      (…)
      S: Und, Gott! das Feld ist gar zu weit
      (…)
      M: Vergebens, daß Ihr ringsum wissenschaftlich schweift,
      Ein jeder lernt nur, was er lernen kann;

      (Mephisto und Schüler im Faust)

    • Und jenen, die ausblenden, was nicht ins Bild passt, sei dies mit auf den Weg gegeben:
      „Denn eben wo Begriffe fehlen, da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.
      Mit Worten läßt sich trefflich streiten, mit Worten ein System bereiten,
      an Worte läßt sich trefflich glauben, von einem Wort läßt sich kein Iota rauben.“
      Mephistopheles, Faust 1, Vers 1995 f., Studierzimmer.
      Ich warne davor, das, was man denkt, unüberprüft zu glauben.

  3. Die Friedensbewegung hat keine wirtschaftliche Grundlage und kann daher nur politisch operieren. Die Politik ist aber – neben der Gewalt – eines der Monopole des Staates. Die Friedensbewegung ist aber keine Bewegung innerhalb der Macht des Staates und die Macht des Geldes und Privatbesitzes ihrer Mitglieder ist sehr beschränkt.
    Das wirtschaftliche Programm der Friedensbewegung, wie ich eingangs gesagt habe, existiert nicht.

    Also aus dieser nüchternen Ausgangssituation will was genau erreicht werden?!
    So in etwa das selbe Nichts, dass seit ’68 von diesen labernden, akademischen Intellektuellen gepredigt wird. Ohne irgendwelchen Widerhall in der Realität oder dem Alltag der Arbeiterklasse.

    Wie will die Friedensbewegung mit allein geistigen Mitteln die Arbeiterklasse derart befrieden, dass die oberen Klassen nicht mehr gegen sie Krieg und Ausbeutung verüben? Ohne überhaupt ein wirtschaftliches Programm vorzulegen, we die Welt ohne Kapitalismus auskommt? Der der Vater der letzten Hundert Jahre Krieg war… kann man alles nachlesen, wers nicht glaubt.
    Also ihr Großmäuler: Hört hier auf den wunderbaren FAUST zu markieren und nach dem zu suchen, was den Frieden im Inneren zusammenhält!!! Liefert mal was handfestes!

    Hier wird viel geredet, aber es gibt keine Alternativen, keine Zielvorstellung, die realistisch wäre, außer den abstrakten Geschwafelformeln wie „Frieden“… ohne, dass jemand diesen Frieden diesen Zustand der Gesellschaft definiert hätte… was soll man da von euch denken?! Nimmt doch keiner ernst. Wie sieht die Löusung für Israel aus? Wie sieht die Lösung für die Arbeiterklasse des Planeten aus? Ihr seid nur Intellektuelle, die denken, sie seien was besseres, als wir, die wir uns den ganzen Tag im Staub und in der Hitze plagen und ihr denkt, dass ihr dieses Leben durch Schwafeln verdient, wobei wir eingestaubt und geteert nach Hause kommen, zu einer Frau, die uns nicht will, weil wir stinken und Kindern die uns nich tmehr kennen, weil wir nie zu Hause sind.
    Wo sind die Lösungen für uns?
    Unser Heer in der Welt ist Millionen groß – ohne uns geht gar nichts. Und ihr schwfelt hier was von Askese und Fremdwörtern… ihr seid so meilenweit von den Baustellen und den Elendsvierteln aus denen die Reichen uns rekrutieren entfernt, dass ihr keinen Anschluss findet und eure heiße Luft ohen Konsequenzen für euch irgendwo verpufft.
    Im Grunde ist das hier alles bürgerlicher Wohlfühl-Bluff.

    • Lösungen? Von denen? Bitte nicht, dann wird es sicher ganz schlimm.
      Hier agieren doch satte Bürger, die sich noch immer in der Pose des Kommunisten wohl fühlen. Pubertär ist das. Verzogene Bengel, die es sich leisten können.
      Aber ihr Poral von Berlin Mitte aus betreiben, vermutlich, weil es da gerade so günstig ist.
      Die dann Verzicht predigen, wo die meisten am Ende der Knete noch einen Arsch voll Monat übrig haben. Der blanke Hohn.
      Hier ist ein gutes Geschäftsmodell am Start.
      Bürgerliche Kommunismussimulanten, die selbst vermutlich eher Wein als Wasser trinken. Ich gönne denen ihren Wein, aber ich will mir nicht anhören, dass ich zu viel konsumiere und dadurh Schuld am Elend der ganzen Welt habe.
      Und bei harten Themen wird gekniffen, sonst brechen vielleicht die Klickzahlen weg, oder youtube zensiert.
      Man will sich sicher keine wirklich mächtigen Feinde machen. Man hackt auf Nebenkriegsschauplätzen herum und erfüllt die Rolle des Hofnarren, der nur ablenkt und obendrein die Macht stabilisiert.
      Das ist harmloser mainstreamiger leftismus. Alles doof mit den Erdölkriegen, aber dennoch fahre ich zur Entspannung gerne Motorrad…

    • Solche Tiraden- egal von wem- beantworte ich gerne mit einer Idee, die ich von Goethe gelernt habe: Behandle die, die mit Dir im Konflikt stehen nicht so, wie sie Dich behandeln, sondern so, wie sie sein könnten; dann trägst Du am ehesten zur Lösung und ebenso zu Euer aller Entwicklung bei. Mein Leben ist bislang mitnichten so rosig verlaufen; Bewertungen von Mitmenschen ohne Fakten als Grundlage sind wertlos. Ich wünsche uns allen offene Ohren, Wärme statt Kälte im Herzen, Zweifel statt tönerne Gewissheit. Beurteile nie jemanden, wenn Du nicht mindestens eine Meile in seinen Mokassins gelaufen bist, soll der Ureinwohner Nordamerikas Sitting Bull einmal gesagt haben. Mit dieser Haltung sind wir gegen das Gift der Strategischen Kommunikation am ehesten gefeit, wie mir scheint.

    • Jean Heffner: Der zweite Teil Ihres Kommetars hat mich berührt. (Das um diese Aussage herum: „die wir uns den ganzen Tag im Staub und in der Hitze plagen“)

      Den Ärger von Gloucester kann ich gut nachvollziehen.
      Und ich halte ihn überhaupt gar nicht für grundlos.

      Bei Herrn T. muß ich leider mal polemisch werden, denn der erhobene Zeigefinger bei allem was er schreibt, scheint unter starken Arthrosen zu leiden, wenn nicht gar unter völliger Erstarrung.
      Das mit den Mokkassins. Ein schönes Bild. Leider nicht von Ihnen, wie fast alles. Aber da sie ja ständig über so gut wie alles schreiben: Wo bringen sie bloß diese ganzen Mokassins unter. Sie müssen die ja inzwischen Schränkeweise besitzen.

      Wenn jeder, der hier predigt, sich an das halten würde, was er von anderen verlangt, dann wären wir einen großen Schritt weiter.

    • Wir erleben ja hier auf diesem Oortal, dass mehr oder weniger ausgesprochen das jetztige System abgelehnt wird. Soweit sind wir uns zunächst diffus einig. Immerhin.
      Aber rebelliert nicht jede Generation gegen das Bestehende? Also dagegen zu sein ist entweder nichtssagend oder pubertär. Es bedeutet an sich nichts, wenn daraus keine Analyse erfolgt. Was wird abgelehnt? Was sind die Strukturen dahinter? Wie wird man diese los?

      Kenfm progapiert als Alternative irgendwie Sozialismus, oder verstehe ich da etwas falsch?
      Aber immer etwas verklemmt und verschämt. Visier hochklappen und Butter bei die Fische! Mal Farbe bekennen, was riskieren.

      Aber man bekommt nichts strukturiert dargeboten:

      1. Was ist Kapitalismus? Was verstehen die Kritiker darunter? Nur die Eigentumsfrage? Was ist mit der Zentralbank? Zinsen? Wer ist eigentlich der Kapitalismus? Bankster, Logen, altes Geld? Nur die deutsche Bank oder Siemens et al. zu enteignen wird aber die Familien Rotschild, Rockefeller oder Morgan kaum jucken…
      2. Was ist Sozialismus? Welche Spielart ist gewünscht, wie kommen wir dorthin? Und wir stellen wir sicher, dass nicht auch diesesmal oben besagte Banken die Nutznießer großkotziger Revolutionen sind?
      3. Welche Modelle der Vergesellschaftung gibt es sonst noch?

      Und dabei interessieren mich nicht die Ideolgen aus beiden Lagern, sondern offene Geister, die sich mit der „Gegenseite“ auszutauschen geistig in der Lage und bereit dazu sind. Warum sollen sich nicht Sozialisten, Marktwirtschaftler und Anarchisten an einen Tisch setzen können? Vielleicht entsteht ja gerade in der Reibung offener Geister eine neue Idee, die die Massen anzieht.

      Hierzu könnte man je eine Rubrik eröffnen, in der alle Spielarten und Modelle der Vergesellschaftung zu Wort kommen. Gerade für Afrika gibt es auch Ansätze darüber hinaus, z.B. bei Elmar Altvater.

      Wenn ich montags die Tagesdosis betrachte, dann sehe ich, dass auf die zunehmende Komplexität mit immer schlichteren Parolen reagiert wird. Das ist unwürdig. Und nicht ernst zu nehmen. Man kann sich darüber nur noch lustig machen.

      Auch Herr Jebsen trägt dazu bei. In einer Positionensendung mit der Montags-Autorin hat er die einzige kontruktive Frage des Abends knallhart hinweg „moderiert“, also plump abgewürgt: Verstaatlichung oder Vergesellschaftung?
      Das war für mich der klar move eines Gesinnungsdesigners, der über die Leitplanken wacht. Ein Fehler? Oder doch Absicht?

      Dies muss sich ändern, sonst muss ich bei meinem Urteil bleiben, dass hier keine Presse und auch kein Journalimus stattfindet. Sondern entweder Ideologie verschleudert wird oder eben nur ein Geschäftsmodell am Start ist.

    • Schön, wenn wir uns in den Dialog begeben, statt in den Austausch von Monologen.
      Die Fragen von Jean Heffner ab dem dritten Absatz und die drei Fragen von GLOUCESTER verlangen m.E. einen ernsthaften Diskurs. Das geht sicher nicht schnell auf schnell.
      Der ehemalige DDR-Professor Thomas Kuczynski sagte kürzlich zur Frage der Revolution in der Zeit: „Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird, aber ich weiß, es muss anders werden, damit es besser wird. Und ich glaube nicht, dass es ohne Revolution abgehen wird. “ (19.4.2018) Die Schwierigkeit, konkrete Antworten auf die Herausforderungen zu finden, macht es Vereinfachern leicht, die Menschen abzulenken. Was meines Erachtens notwendig ist, das ist die Verbindung aus Abrüstung (Ende der Gefahr der Weltvernichtung + Gewinn von Milliardenausgaben für die Lösung der sozialen,… und ökologischen Zukunftsgefährdungen), Umkehr der Entwicklung einer immer größeren Kluft/Schere zwischen Arm und Reich, Kraft-Wärme-Kopplung und Ressourcenschonung für eine Gleichgewichtsökonomie, Bildung, die die menschliche Fähigkeit begünstigt, Konsequenzen ihres Handelns für andere Regionen des Planeten und für nachkommende Generation nach unserer Lebensspanne schult, … Voreingenommenheiten gegen Angehörige sozialer … Gruppen überwinden, unter anderem durch soziale Grundsicherungsformen, die die Angst vor Verlust der Existenzgrundlage nimmt; auf dieser Grundlage kann es dazu kommen, dass die Menschheit im Zeitalter der Zukunftsgefährdungen überlebt und zu einer nachkapitalistischen Gesellschafts-/ Wirtschaftsform findet, die dem dann erreichten Stand der Technikentwicklung und der Erfahrung der Menschen mit Macht, Demokratie, Gefahr ud Chancen entspricht. Wir stehen an einer Stelle der Entwicklung, an der das Überleben unserer Gattung davon abhängt, ob wir zu einer Kooperationsform finden, die den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht wird. Andernfalls kann passieren, dass wir uns die Erde gegenseitig um die Ohren hauen.
      Man mag in solchen Überlegungen einen arthrosekranken Zeigefinger eines satten Bürgers … sehen. Die Sache ist zu ernst, um sie persönlich abzuhandeln. Wenn wir uns vor den großen Zukunftsfragen im Kleinklein des Nationalismus usw… verlieren, dann – so fürchte ich – tritt die Menschheit vor der Zeit ab. Dann haben wir auch keine Chance mehr auf eine Gesellschaftsordnung, die zukunftsfähig ist. Solange ich atme, setze ich mich dafür ein, dass es zu diesem Zusammenbruch nicht kommt. Der Anarchist Proudhon formulierte: „Seid realistisch, fordert das Unmögliche.“ Diese Fragen sprengen den Charakter von Artikeln auf Websites wie kenfm. Dazu bedarf es eines Diskurses in alternativen Spektren, (Sammlungs)Bewegungen und Organisationen, die sich für das Überleben der Menschheit stark machen (wollen).

    • Ich persönlich erwarte mir von einer Revolution nicht besonders viel und betrachte solche Geschehnisse wie in einer Art Gesamtbilanz und da produzieren Revolutionen meist viel Leid und Elend, das sich dann wieder fortpflanzt und über Generationen wirkt. Und ich würde mal behaupten, dass solche Wirren mir Todesopfern, Verhaftungen, Konterevolutionen, Gefängnis, Misstrauen und Verdächtigungen schwere Schäden in den Seelen hinterlässt.

      Also stelle ich mir eher einen Umbau vor in der Art, dass man denen, die es nicht gut mit dem Planten meinen, versucht die Instrumente der Beherrschung und Destruktion wegnimmt.
      Und damit meine ich nicht die Produktionsmittel an sich, zumindest lehne ich ab, dass ein starker Staat diese als maximaler Monopolist in die Hände bekommt.

      Wer oder was ist denn die Monopolstruktur heute? Es ist nicht Siemens, weil es keinen Herrn Siemens mehr gibt.
      Wir sind kein Unternehmerkapitalismus mehr, alles gehört am Ende Banken. Aber nicht der Volksbank, nicht einmal der Deutschen Bank. Das sind für mich Tarnorganisationen des alten Geldes, von Menschen, die nicht auf der Forbes-Liste auftauchen. Mit dem Hinweis, dass Zuckerberg oder Gates oder ein anderer Hirni die Reichsten sind, wird doch nur davon abgelenkt, dass dahinter noch wesentlich reichere und mächtigere stehen. Wenn wir auf Siemens, Monsanto und sonst wem rumhacken, gehen wir in die Falle und die Herren der Welt lachen sich schlapp, weil wir unseren Horizont an der Möhre ausrichten, den sie uns Eseln hinhalten. Auch Soros und andere Lieblingsfeinde sind doch nur Rampensäue und nicht die Spitze des Eisbergs.
      Hier war schon oft zu lesen, dass sich das große Kapital den Staat (die Rechtssphäre) geschaffen hat, um die Masse zu beherrschen. Und demnach wäre das Kapern des Staates ein revolutionärer Vorgang. Doch wenn wir glauben, dass es um die Enteignung der Tarnfirmen geht, dann betrügen wir uns selbst.
      Natürlich wäre die Verstaatlichung von Öl ein Schlag für einzelne, aber doch nicht für das System.

      Wir sollten uns darüber verständigen wer oder was das Destruktive ist und dann zusehen, diese Strukturen auszutrocknen. Ich bin aber der Meinung, dass diese Strukturen (einen besseren Begriff habe ich im Augenblick nicht) wissend, mächtig, schlau und vorbereitet genug sind, einer simplen sozialistischen Umsturzphantasie das passende Drehbuch unterzujubeln, damit zumindest auf lange Sicht alles geritzt bleibt.

      Und da kann man schon aus Fehlern der Vergangenheit lernen. Zumindest sollte man über diese nachdenken.

      Da wäre für mich die Auslandsverschuldung eines jeden sozialistischen Staates beim bösen kapitalistischen Ausland.
      Wer hat den ersten 5-Jahres-Plan (mit-)finanziert? Und genau da liegt der Fehler, ich würde sogar sagen der Betrug, der Verrat.
      Das ist in etwa so dämlich wie man Afrika mit IWF-Krediten (+ Strukturanpassungsprogrammen) aufpäppeln will, das ist Lüge vom ersten Buchstaben an.
      Da denkt jetzt jeder Neoliberalismus, aber eigentlich werden diese Staaten durch jede Maßnahme im weniger frei im Handeln, gerade in Bezug auf ihre Wirtschaft und die Möglichkeit, dass diese die Menschen selbst versorgt.
      Es gibt nicht gerade wenige, die behaupten, dass gerade in Afrika es den Menschen dort am schlechtesten geht, wo starke, zentralistische und kollektivistische Staaten gewirkt haben oder noch wirken, weil es denen noch weniger gelingt, die Bedürfnisse von Mensch und Natur vereint zu befriedigen.
      Elmar Altvater hat schon vor ewiger Zeit so etwas angedacht, dass Afrika sich dann entwickeln könnte, wenn es aus der Weltwirtschaft ausgegliedert sich selbst überlassen ist und zu (vielleicht ganz neuen) Konzepten der Vergesellschaftung kommt. Dazu bedarf es aber eben der Freiheit, dass die Menschen nicht von einem System oder Staat gelenkt, gegängelt oder verwaltet werden.
      Bei uns ist das ähnlich. Jede Facette unseres Daseins ist vom Staat geregelt. Wie sollen wir damit Staat zu neuen Ideen in freier Kreativität kommen, wenn ich zum Losarbeiten erstmal eine Steuernummer und einen Gewerbeschein brauche?
      Jeder Staat endet als Leviathan, auch wenn er noch so wohlmeinende Vorsätze vor sich herträgt.

    • Revolution heißt erst einmal ‚Umwälzung aller Lebensbedingungen‘. Die findet ohnehin statt. Es ist die Frage, ob wir als intelligente Gattung wirken und gestaltend auf die Prozesse einwirken, oder ob wir es hinnehmen, dass sie beispielsweise als sogenannte Dynamik des Marktes über uns hinwegrollen und uns mit sich reißen, bis zum großen Knall. Es ist nicht mehr mit einer Eigentumsumschichtung weg von Finanzkapitalisten getan. Beispielsweise ist die Rüstungsindustrie eine Branche, die für das Überleben der Menschheit entscheidend sein kann; dass sie nach den kapitalistischen Prinzipien der Rendite für die Anteilseigner funktioniert und dabei über Leichen geht, macht alleine schon deutlich, dass sich dieses System mindestens seit der ersten Atombombe nicht mit den Überlebensinteressen der Menschheit verträgt.

    • Man darf den Menschen nicht außer Acht lassen. Der Mensch immer etwas will, immer auch mehr.
      Verwandtschaft in Sachsen war zu Ostzeiten unzufrieden und heute, da sie fast alles von dem haben, was ihnen seinerzeit so dringend gefehlt hat, sind sie wieder kreuzunglücklich.
      Der Mensch neigt nun einmal in seiner strebenden Art eher zum Unglück.
      Andererseits sehe ich auch, dass Menschen bumsfidel sind und bleiben. egal was um sie herum alles geschieht oder nicht. Die sind genügsam und mit sich beschäftigt.

      Für wen wollen wir dann etwas verändern?
      Vielleicht nur für uns selbst und unser Ego?
      Ich kann nicht entscheiden, was für andere gut, besser oder passend ist. Schon daran scheitere ich immer mal wieder.

      Wie sollen dann revolutionäre Eliten dies können? Der Staat als Monopolist soll dann in seiner Weisheit alles für die Untertanen regeln? Auch wenn diese Untertanen dann Bürger heißen kann ich da nicht umhin daran zu glauben, dass dies nicht zielführend ist.

      Menschen sind vielleicht in gewisser Hinsicht alle gleich. Aber recht eigentlich sind sie auch verdammt unterschiedlich und schwer als Masse zu konstituieren. Jeder Verein kann davon ein Lied singen.

      Nehmen Sie die Vorstellung davon, was gerecht ist. Man wird sich kaum darauf einigen können. Ich habe einen fleißigen selbstständigen Nachbarn, der wirklich Tag und Nacht arbeitet. Ich könnte das nicht. Deshalb kann ich ihm auch nicht seinen Wohlstand neiden. Andererseits sehe ich Rentner und Alleinerziehende. Aber will ich dem fleißigen seinen Teil wegnehmen? Er trägt auch einen Großteil seines Geldes als Steuern zum Staat oder als Zins zur Bank.

      Für mich sind Staat und Banken die Räuber. Ohne Staat gäbe es aber diese Räuberei nicht, denn die Banken brauchen einen Staat als Gewaltmonopolisten, der ihre „Ansprüche“ erschafft und durchsetzt.
      Ohne Staat wäre die Bildung von Monopolen quasi unmöglich. Wir brauchen keinen Staat, der das Zentralbankmonopol hat, um dann damit alles zu ersticken. Wir bräuchten eher die Freiheit, dass jeder sein Geld auf den Markt bringen kann.

      Nehmen wir die Regionalwährungen, in letzter Konsequenz wird es der Staat sein, der diese klein hält, nicht der freie Markt. Gäbe es den, würde ich schon lange keine Euro mehr benutzen, sondern hätte mich – falls es die schon gäbe – mit Geld eingedeckt, welches mir mehr bietet als diese bunten Zettel ohne Stabilität.

      Ich halte einen wirklich freien Wettbewerb immer für besser als ein Staatsmonopol, weil sich irgendwelche Destruktivos leichter an ein Monopol ranwanzen können als in diverse Einheiten. Wenn wir nicht mehr als ein neues Staatsmonopol als „Fortschritt“ aufzubieten haben, dann wird uns erstens keiner folgen, weil das einfach so was von überhaupt nicht sexy ist und zweitens wäre es auch töricht, weil sich Gesellschaften maximal anfällig machen für das Kapern dieser einen Struktur durch die üblichen Verdächtigen.

      Also werfe ich die Frage in den Raum, Verstaatlichung oder doch eine alternative Form der Vergesellschaftung?

      Auch so rein verkaufstechnisch ist die Nummer mit altem Wein in neuen Schläuchen eher ein Ladenhüter. Selbst wenn es die Idee schlechthin sein sollte (was ich bezweifle), so ist zumindest meiner Beobachtung nach die Menschheit in meiner Umgebung so was von weit weg für dieses Modell. In meiner Umgebung taugen sozialistische Ideen nicht einmal mehr dazu als Witz ernst genommen zu werden.

      Wer also in diese Richtung loshoppeln will, muss mir schon erklären, mit wem er da zusammentun möchte. Ich sehe da ganz praktisch kein Potential. Damit lockt man kein Aas hinterm Ofen vor.

    • Das mit der Rendite der Rüstungsindustrie betrachte ich aus dem Blickwinkel, dass diese Renditen entstehen, weil Staaten unablässig Waren ordern. Ich kaufe nichts bei Heckler und Koch. Es ist der Staat, der mit meinem Geld einkauft. Oder Kredit auf meinen /unseren Namen dafür aufnimmt. Ich würde das so nicht unterschreiben, wennich als Souverän etwas zu sagen hätte.
      Wenn wir als Gesellschaft entscheiden würden dort nur soviel zu kaufen wie man für innere Sicherheit und Landesverteidigung so braucht, würde ich dieser Firma sogar den gleichen Gewinn zugestehehen. Mir egal.

      Das Problem ist nicht der Gewinn irgendeines Büchsenmachers, sonder die Zahl der im Umlauf befindlichen Waffen.
      Und es ist mal wieder der Staat, der auch und gerade bei der Proliferation von Rebellen, Mafia etc. die Hand führt.

      Das hat nichts mit Wirtschaftssystemem zu tun. Die Russen haben mit ihren Schießgewehrfabriken auch wie ein typischer tiefer Staat gehandelt und Hinz und Kunz bewaffnet. Und das, obwohl die keine Rendite erzielen mussten.
      Die Russen haben sich sogar in der Bankrott begeben, um immer weitere Raketen an alte Männer auf der ganzen Welt ausliefern zu können. Da muss es noch etwas geben im menschlichen Wesen oder in der Staatsstruktur, das diesen ruinösen Kreislauf befeuert.
      Also warum sollte dann die Rendite das Hauptproblem sein?

    • „Kapital“, sagt der Quarterly Reviewer, „flieht Tumult und Streit und ist ängstlicher Natur. Das ist sehr wahr, aber doch nicht die ganze Wahrheit. Das Kapital hat einen horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragieren. Beweis: Schmuggel und Sklavenhandel.“ – Thomas Joseph Dunning, zitiert von Karl Marx in: Das Kapital, Band I, S. 801, Berlin, DDR 1972 S. 788

    • Jeder Staat hat eine Staatsräson und diese unterbindet die Bestrafung wo es opportun ist.
      Mollath hat eine reale Verschwörung berichtet/aufgedeckt und er ist im Irrenhaus gelandet. (Falls die GEschichte genau so stimmt, ich kann es nicht überprüfen)

      Unabhängigkeit sieht anders aus. Aber es geht um Unabhängigkeit von einem Staat/depp state. Die Bürger sind schlau genaug, um eher einem Mollath zu glauben und nicht dem Rotarier Klaus Hubmann als Generalstaatsanwalt.

      Wenn ich im geringsten erwarten würde, dass diese Seitschaften in einem sozialistischen Staat hinfällig würden, könnte ich in diese Richtung weiter denken. Aber auch dort sind in Nullkommanix diese Mechanismen am Werk.

      Die Organisationsform ist entscheidend, denn diese verhindert oder fördert, dass Menschen zu der ihnen passenden Lebensform kommen. Heute hindern Staaten die Menschen daran. Ich sehe nicht, dass ein Staat denkbar ist, der dies radikal ändert!
      Mit einem Staat gibt es keine Befreiuung, Selbstermächtigung oder wie auch immer. Auch keine Verantwortung für das eigene Handeln. Nicht auf längere Sicht. Und mehr als reine Anfangseuphorie sollte es dann schon sein.

    • Aus solchen Diskussionen habe ich mich inzwischen zurückgezogen; früher nächtelang praktiziert, es führte zu gar nichts.
      Ich melde mich hier nur noch, weil ich diese Personifizierung von Kapital höchst irreführend finde und vielleicht liegt schon darin ein fundamentaler Fehler des Marxismus.
      Mal ist es ängstlich, dann lebhaft und kühn, je nach Rendite auch waghalsig oder verbrecherisch alle Gesetze einstampfend?
      Erstaunlich, was es so alles macht und kann und wie sehr es sich verändert, das Kapital. Fast sollte man meinen, es wäre ein Wesen mit eigenem Willen. Fast schon ein Dschinn, den man irgendwie bannen muß oder sonst ein Dämon, den man zu bekämpfen hat.

      Warum spricht man nicht von Menschen und ihrer Ignoranz und Selbstsucht?

      Böses Kapital! Vade retro, Satana!

    • Lieber GLOUCESTER
      Ziel muss in der Tat ein Gemeinwesen sein, in dem die Freiheit des Einzelnen Bedingung für die Freiheit aller ist. (man beachte dabei auch die Reihenfolge der Elemente des Zusammenhangs!). Da hin zu kommen, das ist eine Aufgabe, deren Etappenschritte niemand genau vorhersagen kann, da die Zukunft nun einmal die Zukunft ist. Auf dem Weg gibt es (militärischen) Widerstand von Seiten der alten Mächte, siehe Märzrevolution, 1918 in Deutschland, Lumumba im Kongo, Allende in Chile… . Deshalb resigniert den Lauf der Dinge in die Richtung des Abgangs der Menschheit vom Planeten Erde sich selbst zu überlassen, das ist für mich keine Option. Resignierende sog. Realpolitik, die nichts wirklich ändert, wäre ein vorzeitiges Aufgeben der Menschheit. Bei allen Fortschritten haben wir, so wir welche durchzusetzen vermögen, das große Ziel der Aufklärung und Stärkung der Bewegungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft im Auge zu behalten. Keiner kann wissen, ob das (noch) klappt. Aber schon das ist ein Grund, es zu versuchen. Aus Verantwortung. Und aus Liebe …

    • Man spricht vermutlich viel lieber deshalb vom Kapital statt vom Menschen, weil man sonst nicht so leicht verschleiern könnte, daß auch jene, die kein Kapital besitzen, unter Ignoranz und Selbstsucht zu leiden haben. Gerade der Intellektuellen, der eine Sprache spricht, die den Arbeiter eben nicht mehr erreicht und anspricht, (wieviele Arbeiter lesen KenFM?) betrachtet ja sein Wissen und seine Begriffe als sein Kapital. Das wird aber gern ausgeblendet, wie kapitalistisch diese Anhäufung von Wissen ist.

      Die Personifizierung des Kapitals dient also der Einteilung in Gute und Böse. Die Guten sind die, die kein Kapital haben.
      So einfach ist das im Materialismus.

    • Bitte keine Unterstellungen! Zu formulieren, „dass sich dieses System mindestens seit der ersten Atombombe nicht mit den Überlebensinteressen der Menschheit verträgt“, ist keine Personifizierung. The Who sangen in ‚Won’t get fooled again‘ über eine misslungene Revolution „the old boss is the new one“. Es reicht nicht, Personen in der Spitze auszuwechseln; es bedarf einer Änderung (hier im Sinne des Wortes ‚Überwindung‘) der Umstände, die jemandem Macht geben, andere auszubeuten oder direkt zu erniedrigen. Dadurch, dass jemand diese Macht innehat, ist er noch nicht automatisch gut oder böse. Gleiches gilt für Arme… Lohnabhängige. Das Leben ist immer auch, was Mensch daraus macht.

    • Teile der Menschen sind einfach Psychopathen, das werden wir nicht los. Es gibt dies als genetische Disposition, auch wenn es nicht bei allen zum Tragen kommt. Aber mangelnde Empathie und die Fähigkeit zur Manipulation werden vorerst nicht aussterben.
      Und solange es eine übergeordnete Struktur (z.B. einen Staat) geben wird, genauso lange werden sich genügend Nachwuchs-Psychopathen finden, diese Strukturen zu besetzen.
      In Logen, think tanks oder anderen klandestinen Clubs werden diese Knallchargen gecastet und aufgebaut.
      a new one…wer will schon Boss werden, da beginnt doch schon das Drama.
      Keiner mit rudimentär Moral in den Knochen kann das übernehmen. Alleine da wird alles scheitern.
      Die Einheiten müssen dermaßen dezentral und klein sein, dass ich zur Not den Psychopathen, der sich an alle ranwanzt wenigstens erkennen kann und somit auch kaltstellen. Gemeinsam mit meiner Umgebung.
      Da muss ich nicht zu einem Staatsanwalt dackeln, der in der gleichen Psychopathen-Loge/Partei/Verein/Stiftung ist.

      Ich bin nicht für eine no border-Welt, sondern eher für eine Zerflickenteppichung von allem. Jeder Sprengel soll sein Ding drehen, da gibt es dann noch genug Ungerechtigkeiten, weil man eh nie allen alles recht machen kann. Notorische Quertreiber sind zum Beispiel auch nicht integrierbar. Kein Überbau über den sozialen Entitäten vor Ort. Ja, da bin eher Anarchist und libertär und denke mir, dass es sowieso ungerecht zugeht, dann aber lieber ohne Staat, der dem ganzen dann immer noch eins draufzusetzen bereit ist.
      Aber das ist eine Utopie wie Kommunismus auch und wird mit den Mitmenschen nicht erreichbar sein.

    • Interessant, wozu eine solche Diskussion zu einem Text über strategische Kommunikation führt, wenn wir uns keine Abwertungen der Person des anderen um die Ohren hauen.
      Ich habe Skepsis gegen eine solche Zerstückelung, schon deshalb, weil die Menschheit die globalen Zukunftsgefährdungen nur in weltumspannender Kooperation bewältigen kann. Und dann kommt hinzu, wenn es weiter Kapitaleigner gibt, die qua kapitalem Besitz über die Existenzgrundlage Lohnabhängiger entscheiden können, findet die demokratische Gemeinschaftsstruktur ihren Antagonismus in der dem gesellschaftlichen Leben zugrundeliegenden Ökonomie.

    • „Und dann kommt hinzu, wenn es weiter Kapitaleigner gibt, die qua kapitalem Besitz über die Existenzgrundlage Lohnabhängiger entscheiden können, findet die demokratische Gemeinschaftsstruktur ihren Antagonismus in der dem gesellschaftlichen Leben zugrundeliegenden Ökonomie.“

      Ah ja?
      Na, da werden sich die Arbeiter aber verstanden und angeleitet fühlen.

      Ich bin ja wirklich ein Mensch, der versucht, sich auf das Positive auszurichten.
      Aber diese Satire hier, kann Ihnen das noch irgend jemand allen Ernstes abkaufen?
      Glauben Sie auch nur selbst an das, was Sie hier verbraten?

      Schade, daß auf diesem Forum nicht nur 10% der Kommunikation veröffentlich werden, die hinter
      den Kulissen in Form von Privatnachrichten abläuft.
      Da würde so mancher staunen.

    • Viele Arbeiterund Angestellte verstehen sehr genau, dass ihr Arbeitsplatz in der Zeit der Automatisierungen nicht einmal so lange sicher ist, wie sie Erwartungen erfüllen. Das Abwickeln von Treuhand-Betrieben ist dafür ein tausendfach erlittenes Beispiel. Siemens in Görlitz, Opel in Bochum, Nokia, die Hedgefonds, die selbst über solch Großkonzerne wie ThyssenKrupp das Damoklesschwert der Übernahme und Zerschlagung bedrohlich werden lassen. Die Nachrichten darüber sind gar zu oft aus der Sicht der Börsianer formuliert, und nicht aus der der Betroffenen. Nein, Satire ist das nicht. Das wäre (zu) schön. Im ersten Moment hatte ich mich über die nicht-argumentierende Abfälligkeit geärgert, die u.a. mit dem Wort ‚verbraten‘ verbunden ist. Dann habe ich mir überlegt, ich kann ja trotzdem mit einer Antwort zur Sachlichkeit zurück orientieren. Ich weiß ja nicht, welche Lebensgeschichte hinter diesen Worten verborgen ist.

    • Meine schwere Kindheit hat mich ganz gewiß zu den völlig unangebrachten Worten verleitet, die mir hier entglitten sind.

    • Okay, zwölf Uhr und ich bin jetzt stinkesauer.

      Wissen Sie, Trautvetter, was ein Mensch sagt, der davon ausgeht, daß das, was sein Gegenüber von sich gibt, mit seiner schwierigen Geschichte zu tun habe und was er also zu übersehen gewillt ist, weil er WIRKLICH daran interessiert ist, daß die Auseinandersetzung wieder sachlich werde? Er sagt gar nichts. Er verhält sich so, als ob es nicht nötig wäre, sein Verhalten in irgendeiner Art zu rechtfertigen oder einzuordnen. Und er würde vor allem NIEMALS zu sagen nötig haben:

      „Dann habe ich mir überlegt, ich kann ja trotzdem mit einer Antwort zur Sachlichkeit zurück orientieren. Ich weiß ja nicht, welche Lebensgeschichte hinter diesen Worten verborgen ist.“

    • Liebe/r Rulai
      sorry, ich habe gestern direkt nach der Mail zu Ihrer schweren Kindheit eine Kurzantwort gemailt, in der allerdings auch ein Link war zu einem Rubikon-Text von mir zum Umgang mit unangenehm erscheinenden Lebensereignissen. Wegen des Links dauert die Prüfung durch das KENFM-Team vor der Freigabe bis in den heutigen Vormittag. Aber Sie finden den Text bei Rubikon auch so – und zwar unter den Stichorten: „Vom Sinn des Lebens – Um wirklich zu leben, brauchen wir Mut“.
      Mein Leben ist (oft) eine Achterbahn von teils gleichzeitig auftretenden traurigen und schönen Momenten/Situationen. The Who sangen in ‚Behind Blue Eyes‘: „When I smile tell me some sad news before I … act like a fool“ – Mir sagt das, wenn es mir schlecht geht, schaue ich mir an, was gut läuft, und wenn es mir gut geht, achte ich besonders auf die Schattenstellen, beides, damit ich nie im Überschwang abhebe oder in der Schwermut versinke. Schatten und Licht treten gleichzeitig auf.

    • Viele Menschen denken und fühlen nicht mehr natürlich. Sie denken sich etwas aus und leben in einer künstlichen Traum(a)-Welt. Sie reden und tun, was sie da meinen, dass es schön und gut ist. Dagegen verblasst die Wirklichkeit. In dem Maße, wie unsere natürliche Umwelt zerstört wurde, wurde auch unsere natürliche Innenwelt zerstört. Wer sich heute nichts mehr vormachen will, muss in Hoffnungslosigkeit für diese irdische Zukunft leben.
      Zumindest akzeptieren, dass das ganze Leben auf der Erde, was wir bis jetzt überblicken, ständig ganz real am Schwinden ist. Uns in Europa erwarten Ausenandersetzungen unter der Bevölkerung, die sich ein halbwegs noch psychisch gesunder Mensch lieber gar nicht erst vorstellen möchte. Dann lieber abdanken. Abtauchen in die Ewgkeit. Dass in Japan jetzt zunehmend Männer mit schönen Silikonpuppen als Ehefrauen und auch Frauen mit Silikon-Intimfreundinnen zärtllich zusammen leben(Video-Doku auf RT-Deutsch) und die Bevölkerung auch dadurch am Aussterben ist, nimmt sich dagegen schon fast rührend aus.

    • Unter vier oder sechs oder acht Augen wäre dieser Austausch vermutlich ganz anders gelaufen, schrieb mir ein Freund hier auf KenFm.
      Es ist schon wahr, daß der Ton die Musik macht. Aber mal ehrlich. Wenn eine feine Ironie manchmal nicht gehört wird, dann müßte doch ein Satz, der mit einem derart beißenden Zynismus, wie ich ihn gestern abend schrieb, aufgeladen ist, doch zu erkennen sein?!:

      „Meine schwere Kindheit hat mich ganz gewiß zu den völlig unangebrachten Worten verleitet, die mir hier entglitten sind.“

      Also wenn datt Ding nich trieft vor Ironie, dann weeß ick och nich…

      Ich hatte weder eine schwere Kindheit, noch bin ich der Meinung, unangebrachte Worte geschrieben zu haben.
      Außerdem ist sie 50 Jahre her und wenn jemand es in dieser Zeitspanne nicht geschafft hat, sich von Wunden aus der Kindheit zu befreien, dann…
      Aber egal.
      Iss mir ne Lehre/Leere.
      (Auch wenn die Natur die Leere überhaupt gar nicht fürchtet, wie oben behauptet wurde, sondern sie sogar liebt.
      So wie jeder, der sich kennt, sie ebenfalls liebt.)

      Hinter Rulai steckt übrigens eine männliche Form.

    • Klar hätte das Ironie sein können. Aber genau kann man das erst wissen, wenn man sich besser kennt. Hätte ich Ironie thematisiert, und es wäre keine gewesen, was dann!? Metakommunikation geht nun mal meist besser von Angesicht zu Angesicht.
      Jean Heffner vermisst, dass niemand den Zustand der Gesellschaft, der Frieden ist, definiert (hat).
      Das würde auch einiges an Möglichkeiten dieses Diskurses übersteigen. Es fängt mit Abrüstung an, es geht weiter in eine verbale Abrüstung von Konflikt-Austragenden innerhalb der Gesellschaft. Wir kommen dann alle auf unsere Bedürfnisse zu sprechen und erleben Solidarität statt Ellbogen-Konkurrenz. Alle haben ein Dach über dem Kopf, stabile Beziehungen, eine Perspektive für ihre Lebensgestaltung, menschliche Werte, die sie auch leben, die Einheit von Wort und Tat, niemand ist eines anderen Zweck, berechnende Kommunikation im Sinne des eigenen Vorteils auf Kosten anderer ist Vergangenheit, John Lennon’s Imagine ist inhaltlich allen geläufig. Ich habe einmal dieses Gedicht geschrieben:
      PEACE
      Human
      beings
      love
      it
      to be

      Für manchen mag das bürgerlicher Wohlfühl-Bluff sein. Das ist mir dann egal. Fr´üher habe ich mich oft an anderen orientiert, bis ich feststellte, die tun das auch.
      Ich schreibe das am Tag des mahnenden Hiroshima-Gedenkens, wo ich jetzt hin gehe,

    • Rulai: Wer hat das denn hier geschrieben, dass „die Natur die Leere“ fürchtet und was hat man sich darunter überhaupt vorzustellen? Bin ich jetzt zu dumm, um das zu verstehen?

    • Gerade ist ein Kommentar von mir verschwunden, kurz bevor ich ihn posten konnte.
      Er war lang. Ich bin zu faul, ihn nochmal zu tippen.

      Manni, das mit der Leere steht bei Kommentar von 9:03 Uhr

    • Ach so, Danke. Ich habe keinen Nerv mehr, diesen ganzen Schwulst immer durchzulesen. Das Zitat ergibt für mich auch überhaupt keinen Sinn. Vielleicht kann ja Herr Trautvetter erklären, wieso die „Natur“ Angst vor der „Leere“ haben sollte und welche „Natur“ und welche „Leere“ überhaupt gemeint ist. Allerdings bin ich auch schon lange nicht mehr scharf auf Erklärungen von Herrn Trautvetter. Das dreht sich alles immer nur im Kreis und ergibt immer wieder den selben Nicht-Sinn. Ich bewundere Euch, dass Ihr noch den Nerv habt, das alles durchzulesen und durchzuknobeln.

    • Antwort an Manni: Ich übergehe die Angriffe und komme direkt auf das Verhältnis von Natur und Leere zu sprechen, da es mir um die Sache geht, und das heißt, dass ich mich für menschliche, statt für strategische Kommunikation einsetze.
      Natur ist Leben. Leben braucht Wasser. Leere ist mit Leben schon deshalb unvereinbar.

    • Auch hier wieder das sich selbst beweihräuchernde Verhalten „ich übergehe den Angriff“, die Bauchpinselei und das Sich-auf-die-Schulter klopfen. Ach, was bin ich doch gut. Ich übergehe den Angriff.
      Ich hatte schon zwei mal versucht, Sie darauf hinzuweisen, Herr T., daß jemand, der so etwas nötig hat, für mich nicht glaubwürdig ist; und schon gar nicht echt.
      Wer echt ist übergeht den Angriff und spricht sachlich weiter, OHNE daß er das extra betonen muß.
      Er handelt einfach so.
      Das ist Weisheit.
      Sie belehrt nicht.
      Sie weist nicht zurecht.
      Sie lebt sich selbst.

      Bei dem, was Sie über die Leere sagen, spricht natürlich der Materialist, und zwar in Ihnen, als auch in dem Zitierten. Aber warum sollte ich hier noch weiterkommentieren, da Sie ja gar nicht hören, was Ihnen andere über Sie erzählen.

      Ich stimme Manni zu.

      Und außerdem:
      Die Leere ist das höchste Glück.
      Sie ist die totale Erfüllung.
      Und nach dem Kapital wird jetzt auch noch die Natur personifiziert.

      Ironie: Schon wieder eine Unterstelllung.

      Ich bin dann mal weg…..

    • Zur Leere auch hier was:
      https://www.youtube.com/watch?v=fqQMxpA3ZVE

      Eine Haltung von „Und wenn ihr nicht werdet wie die Kinder,
      könnt ihr nicht das Himmelreich erlangen“,
      wird leider auch ausgenutzt.

      Damit ich wenigstens abschließend noch etwas Positives über meine Sichtweise und mein Erleben von Herrn Trautvetter gesagt habe.
      Auch Kinder erkennen keine Ironie und gehen erst mal davon aus, daß das Gegenüber die
      Wahrheit sagt.

      Aber jetzt wirklich tschüs und alles Gute!

    • Gut, dass mich jemand, der mich nicht kennt, als Materialsten (wohl philosophisch im Unterschied zum Idealisus gemeint?) kennt. Wenn ich sage, dass ich auf persönlich Abwertendes nicht eingehe, verstehe ich mich als gut? Interessant.
      Der Hinweis auf Ken Wilbers im Zusammenhang mit der Leere ist m.E. sehr wichtig. Ken Wilbers hat mir wie kaum jemand in der Sterbebegleitung und ihrer Verarbeitung ab dem Zeitpunkt, da ich Witwer wurde, geholfen. Zum Unterschied zwischen Leere und Leerheit: http://www.phathue.de/allgemeines/leerheit1_tts/
      Vielleicht sollten wir den Austausch schriftlicher Mitteilungen sein lassen? Unter vier bis acht Augen wäre vielleicht einiges vermeidbar (gewesen).

  4. “ Der Atomschlag gegen Hiroshima wurde mit der Lüge gerechtfertigt, Truman habe den Krieg in Japan verkürzen wollen, um Menschenleben zu retten. “

    Wer was wollte mit diese Bomben auf Japan wissen wir nicht.
    Truman hatte keine blasse Ahnung was eine Atombombe war.
    Fast Niemand wusste das.
    Wenn in den Niederländen ein Telegramm kam über die Atombomben, in holländisch ‚atoombom‘, ging ein Telegramm zurück, war es nicht ’stoombom‘, Dampf Bombe ?
    Oppenheimer erklärte bei einem USA Senat Untersuchung in den sechziger Jahren das mann die Bomben in der wirklichkeit testen wollte.
    Später bedauerte er die Bombe entwickelt zu haben;
    Aber vielleicht haben die Atom- und Wasserstoff Bomben grosse Kriege verhindert.
    Wie dem auch sei, ich vermute das die Bomben etwa 21 Millionen Menschenleben erspart haben.
    Die Japanische Militäirs wollten Krieg bis zum letzen Mann auf die Hauptinsel, geschätzte Japanische Tote 20 Millionen.
    Als mann die Okinawa Ziffer nimmt, 150.000 Japanische Tote und 7000 USA, dann hätten die zwanzig Millionen Japanische Tote eine Million USA Tote verursacht.
    Die zwei Bomben, zusammen mit der Vernichtung der Kwantung Armee durch die USSR, machte es möglich das die Japaner die nicht fanatisch waren, der Krieg beëndeten, noch mit Gefahr für eigenes Leben, dabei der Kaiser.
    Zum erstenmal sprach der Kaiser.
    Die Fanatiker versuchten noch die Schallplatte zu finden, aber es gelang nicht.
    Robert J.C. Butow, ‚JAPAN’S Decision to Surrender‘, Stanford, 1954

    • So, Truman und Oppeneimer wußten das nicht? Trinity-Test 16. Juli 1945.

      Apropos Japan, das was sie vortragen ist ein längst widerlegter Mythos:

      Meurer: Sie haben ja selbst, wenn ich das richtig sehe, auch in Hiroshima gewohnt. Was bedeutet für die Einwohner dieser Stadt und für die Japaner heute noch das Ereignis vor 60 Jahren?

      Coulmas: Diese Frage kann ich vielleicht am besten damit beantworten, dass gerade in diesen Tagen in der zweitgrößten japanischen Tageszeitung, „Asahi Shinbun“, eine Umfrage veröffentlicht wurde unter den heute noch überlebenden Opfern von Hiroshima und Nagasaki, das sind nach 60 Jahren immerhin noch 40.000 Leute. Und sie wurden unter anderem gefragt, wie sie über die amerikanischen Lesart – über den Abwurf der Atombomben, nämlich dass damit mehr Leben gerettet wurden, als vernichtet wurden – dächten. Und die überwältigende Mehrheit dieser Menschen sagt erwartungsgemäß, dass sie das in große Wut und großen Kummer versetzt. Man kann daran vielleicht ablesen, dass die Sichtweise auf dieses geschichtlich so ungeheuer wichtige Ereignis in Japan und in Amerika heute so weit voneinander entfernt ist, wie seinerzeit.

      Meurer: Beantworten Sie diese Frage denn genauso wie die Opfer?

      Coulmas: Ich glaube, dass diese Lesart ausschließlich Resultat von Propaganda ist. Man muss sehen, dass sieben Jahre nach dem Abwurf der Atombomben darüber praktisch nichts veröffentlicht wurde, jedenfalls nichts, was die amerikanische Zensur durchließ. Sieben Jahre sind eine recht lange Zeit, um Schulbücher zu schreiben, die von Generation zu Generation weitertransportiert werden. Und in Amerika wird es auch heute noch so gesehen.

      Meurer: Die Entscheidung über die Kapitulation ist ja damals durch den japanischen Kaiser gefällt worden, hätte der denn einer Kapitulation zugestimmt ohne Hiroshima und Nagasaki?

      Coulmas: Ohne Zweifel. Seit der deutschen Kapitulation war die militärische Lage Japans vollkommen hoffnungslos. Das wussten alle. Auch innerhalb der amerikanischen militärischen Führung haben sich sehr einflussreiche Männer – zum Beispiel der Nachfolger von Truman, General Eisenhower, gegen den Einsatz der Bombe ausgesprochen, weil sie überzeugt waren, dass sie militärisch vollkommen überflüssig war. Wenn es also keine militärische Notwendigkeit gab, muss man sich fragen, was waren die Notwendigkeiten. Die waren politischer Natur. Darüber sind sich auch Historiker heute im Wesentlichen einig. Aber die Geschichte wird nach wie vor hauptsächlich so geschrieben und weitergegeben, wie sie in der unmittelbaren Nachkriegszeit entstanden ist.

      Meurer: Und glauben Sie, dass Harry Truman damals das Leben von US-Soldaten schützen wollte?

      Coulmas: Das ist eine Rede, die nach dem Abwurf entstand. Es gab zwei Invasionspläne, einen für November 1945 und einen für März 1946. Und wie es bei solchen Plänen üblich ist, machen die Militärs dann auch Schätzungen, wie viele Gefallene, wie viele Tote und Verletzte es geben wird bei so einer Aktion. Die höchste Zahl, die dabei je genannt wurde, sind 40.000. Und Harry Truman sagte dann nach den Atombombenabwürfen, wahrscheinlich wäre damit das Leben von einer halben Million Amerikaner gerettet worden – gelegentlich sagt er auch einer Million – aber das sind vollkommen fiktive Zahlen.

      Meurer: Im Gegensatz zu dem, was Sie am Anfang gesagt haben, scheinen ja viele Japaner – so liest man jedenfalls – keinen Anti-Amerikanismus zu empfinden. Woher kommt das?

      Coulmas: Das kann man ohne Zynismus als einen Erfolg der amerikanischen Propaganda betrachten. Abgesehen davon ist die Welt heute so organisiert, dass Amerika mittlerweile Japans zweitgrößter Handelspartner ist, lange Zeit der größte Handelspartner war, dass viele Japaner zum Studium nach Amerika gehen, dass Japan unter dem militärischen Schutz Amerikas steht, Japan selbst eine Verfassung hat, die Krieg als Mittel der politischen Konfliktlösung verbietet. Also die Beziehungen zwischen Japan und Amerika sind außerordentlich eng und werden von beiden Seiten recht pflegsam behandelt. Es sind nur immer wieder die störenden Intellektuellen, die darauf hinweisen, da ist eigentlich noch ein Kapitel, was nicht so recht abgeschlossen ist, nicht so recht aufgearbeitet, wie man in Deutschland sagen würde. Denn unsere Lesart dieser Episode ist vollkommen anders als eure. Und das ist ein großer Unterschied in der Wahrnehmung des Zweiten Weltkriegs in Europa und in Ostasien.

      Meurer: Was ist der Kern dieses Unterschieds?

      Coulmas: Der Kern dieses Unterschieds ist, dass man in Japan die Atombombe hauptsächlich als Chiffre dafür betrachtet, zum Opfer gemacht worden zu sein. Und in Amerika sieht man sie als Schlussapotheose eines gerechten Krieges. Und auf beiden Seiten ist man nicht dazu in der Lage, die Vielschichtigkeit des Ereignisses der Atombombenabwürfe, die auch Herr Fritz betonte, wirklich anzuerkennen.

      Meurer: Hat dieses Ereignis auch dazu geführt, dass die japanische Gesellschaft sich schwer tut, sich die eigenen Kriegsverbrechen einzugestehen, die Aggressionskriege in der Zeit vor 1945?

      Coulmas: Das ist ganz sicher der Fall. Hiroshima und Nagasaki ist so eindeutig insofern, als dass dort unschuldige Menschen auf dem Altar einer politischen Agenda geopfert wurden. Und darüber kann es gar keinen Zweifel geben. Und in der Nachkriegszeit, nach ziemlich langer Zeit allerdings, hat man das sozusagen zur nationalen Geschichte gemacht, was ganz falsch ist, denn die Opfer sind ganz lokal von diesen beiden Städten. Auf der anderen Seite stehen eben die Amerikaner und sagen, unser Krieg war gerecht und sind nicht dazu in der Lage einzugestehen, dass es innerhalb dieses gerechten Krieges eine Handlung gab, die ein schweres Verbrechen war.
      https://www.deutschlandfunk.de/japan-experte-keine-militaerische-notwendigkeit-fuer-den.694.de.html?dram:article_id=62400

      Herr Trautvetter hat schon Recht, die strategische Kommunikation hat „was.“

  5. Sehr geehrter Herr Trautvetter,

    hätten Sie mehr Verständnis für folgenden Satz „Wir wollen auf ein Problem aufmerksam machen, das von der Politik nicht angepackt wird.“, wenn er von Claudia Roth gesagt worden wäre?
    Sind Sie selber auf strategische Kommunikation reingefallen?
    Welche Rechtsentwicklung sehen Sie da? Die, dass es Leute gibt, die sich aufs geltende Recht berufen? Wenn das die Einzigen sind, sind diese die Bösen, weil die aus der Reihe tanzen?
    Sie spalten mit diesem Artikel. Sie wollen den Rechtskonformen, und glaubwürdigsten Teil dieser Schnittmenge abschneiden.
    20 Jahre linksliberal reichen mir, ich bin geheilt.

    • Seltsames Recht, das auf einem Unrecht fußt. In einer der Zeitgeist-Dokumentationen heißt es, „wenn sie nicht wissen, wie man etwas lösen kann, machen sie ein Gesetz.“
      Obwohl, vielleicht sollte es heißen, „wenn sie etwas nicht lösen wollen, machen sie ein Gesetz.“

      Einerlei, hier noch zitiert, Herr von Bülow:

      „Wem nützt’s? Wer finanziert’s? Es scheint Konsens in der Geheimdienstszene zu sein, dass die Salafisten ebenso wie der liebe Bin Laden und die weltweit vernetzte Al Kaida von Saudi-Arabien im Zusammenwirken mit der CIA gefördert wurden und auch heute noch werden. Wo bleibt die deutsche Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien, um dem Treiben ein Ende zu setzen? Und würde der große Bruder jenseits des Atlantiks mit seinem Generationen währenden Krieg gegen den Terror und dem weltweiten militärischen Zugriff auf die verbleibenden Rohstoffe der Erde dies unterstützen wollen? Im Grunde geht es um das Großmachtinstrument der Destabilisierung auch bei uns. Es werden die Brückenbauer der Toleranz, des Zusammenlebens von Mehrheit und Minderheit, eingeschüchtert und zum Schweigen gebracht bis beide Seiten nicht mehr miteinander leben wollen und können. Früher nahm man hierfür Protestanten gegen Katholiken, jetzt aufgegeilte Muslime gegen furchtbesessene Spießer. Die von Verfassungsschutz und MAD durchsetzte rechte Szene liefert im größeren Spiel die Bauern, aber nur einen kleinen Teil der Offiziere.“

      Aus:

      Anmerkungen in Sachen NSU
      So sehen false flag operations aus
      Von Andreas von Bülow
      http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25031

      Solange das Kapital die Verlierer diesseits und jenseits, der ebenfalls von ihnen errichteten Mauern(*), gegeneinander hetzen kann, ist für die Hierarchen alles im grünen Bereich.
      Ebenso, solange man Symptomgruppen bildet, die die Ursachen außen vor lassen.

      Und nochmals:

      Die Klasseninteressen, der Klassenkampf ist nicht verbunden mit der Hautfarbe und der sexuellen Orientierung. Sie sind verbunden mit der Rolle in der Produktion und solange die Linken auf der Welt die Produktion, die schmutzigen Werkstätten und die Arbeitenden unberücksichtigt lassen, kann es keine linke Bewegung geben.

      Die linke Bewegung befindet sich nach dem Tod der Sowjetunion in einer schweren Krise. Der Tod der Sowjetunion diskreditierte die linke Bewegung. Eine große Zahl von Menschen wurde demotiviert. Aber das heißt nicht, dass das schon der Schlusspunkt ist. Denn die progressiven Kräfte werden hervortreten, wenn die Menschheit nicht sterben und verschwinden will, was auch eine Möglichkeit ist, die man nicht ausschließen kann.

      Aus:

      Dienstag, 13. März 2018, 11:34 Uhr
      ~23 Minuten Lesezeit
      Was tun gegen die Kriegsgefahr?
      Der russische Journalist Konstantin Sjomin erklärt im Rubikon-Interview, wie der gewollte große Krieg zu verhindern ist.
      von Ulrich Heyden
      https://www.rubikon.news/artikel/was-tun-gegen-die-kriegsgefahr

      *Beinhaltet ebenso Mauern im Kopf

    • Ich habe hier darauf aufmerksam gemacht, dass mit H.M. Broder eine tragische Persönlichkeit die Kampagne vom Zaun gebrochen hat, mit der über Ken Jebsen eine Persönlichkeit der alternativen Spektren de-legitimiert werden sollte, um einen schwächenden Keil in die Spektren gegen das System zu treiben – Herr Broder, einst Pressesprecher der Essener Song-Tage von1968, bei denen Franz Josef Degenhardt und Frank Zappa auftraten, warnte einst vor Antisemitismus und ist jetzt im Umfeld derer, vor denen er gemeint hatte, warnen zu müssen. Was hier geschieht, passt in das Konzept der ‚Strategischen Kommunikation‘ der Militaristen, wie ich belegt habe.
      Auf Probleme aufmerksam zu machen ist angesagt. Das Hauptproblem ist, dass kaum jemand den lebensbedrohlichen Weg nach Europa riskiert, um einfach ein besseres Leben haben zu können. Wer dieses Himmelfahrtskommando auf sich nimmt, der flieht vor Lebensgefahr v.a. durch Gewalt, Folter und Krieg. Wegen unserer Probleme diese Menschen ertrinken zu lassen, das ist mehr als ein Problem.

    • Ergänzung: Nicht der Bericht über Widersprüche und Zusammenhänge spaltet, sondern die Fakten weisen diese Widersprüche und Fakten auf. Wenn ich auf die Tagesschau bei Frau Lengsfeld’s, Herrn Broder’s… Initiative hinweise, dann betrifft das die Tatsache, dass in den Mainstream-Medien so etwas gefeaturt wird, und anderes nicht, z.B. die Kampagne ‚Abrüsten statt aufrüsten‘, die schon zig-zehntausendfach Unterstützung bis in die DGB-Spitze fand, das ist den Strategen keinen Bericht wert. Man findet die Kampagne leicht unter ‚abruesten.jetzt‘ und unter ‚english-version‘ kann man sogar international dafür werben.

    • Irgend jemand, die Vorgehensweise ist simpel:

      Die Welt ist schlecht und wir, die Guten von Kenfm, wollen sie retten.
      Aber das geht nun einmal nur mit Sozialismus.
      Wer will diese Menschen jetzt kritisieren, denn sie wollen ja nur Gutes?
      Wer dagegen keinen Sozialismus will ist rechts und damit böse, weil dadurch das alte System gestützt wird.
      Die Linken würden immer das alte System weiter stützen, bevor si ezusammen mit den Rechten etwas dagegen unternehmen würden. Deshalb haben die Rechten auch Zulauf, im Gegensatz zu den Linken, für die sich allmählich keine Sau mehr interessiert.
      Einwanderungskritiker als generell rechts hinzustellen ist billig. Da begibt man sich auf ein schmieriges Niveau.

      Warum stellt sich Kenfm nicht hin und sagt, dass man einen (neuen) Sozialismus anstrebt? Ist es Feigheit? Wäre jedenfalls ehrlicher als sich hinter dem dürren Mäntelchen von freier Presse zu verstecken. Das ist unwürdig.

      Das alles tröpfelt so peu a peu heraus, aber es ergibt kein Bild, wirkt diffus, mithin opportunistisch.

      Wo bleibt der Augenblick, in dem das Visier hochgeklappt wird und mal kar Stellung bezogen wird. Man fischt aber lieber nebulös im alternativen Spektrum, es geht ja auch um wirtschaftlichen Erfolg.

      Gerade die Frage nach Geldsystem und Wirtschaftsordnung ist zentral und eine Auseinandersetzung zwischen Lagern wünschenswert. Sozialisten und Liberale/Libertäre sollen an einen Tisch. Ebenso die verschiedenen Vertreter einer neuen Geldordnung sowie die Multikutifraktion und die Islamkritiker. In der Auseinandersetzung steckt das Potential der Klärung.
      Ansonsten bleibt es Propaganda.

    • „…für die sich allmählich keine Sau mehr interessiert.“

      Das sehen inzwischen sehr viele so. Leider nicht diejenigen, die gemeint sind.

      Pax terra libra braucht keine „500 Verschwörungstheoretiker mehr“.
      Es braucht 500 000 mehr.
      Die Friedensbewegung wurde von jenen zerstört, „für die sich allmählich keine Sau mehr interessiert.“
      Es gibt sie schlichtweg nicht mehr.

      Eine direkte Frage an Box: Sind sie freiwillig und auf eigene Rechnung fast täglich hier aktiv, die neomarxistische Positon zu stärken, zu verteidigen, durchzusetzen, oder werden sie dafür längst von KenFM bezahlt?

      Mal gespannt, ob das jetzt gelöscht wird.

      Positiv auf KenFM finde ich ja immer noch, daß im Kommentarbereich Aussagen stehen gelassen werden, die anderswo schon längst der Zensur zum Opfer gefallen wären.

      Also, Box. Raus mit der Wahrheit!

    • Leider findet es kritische Auseinandersetzung mit Sozialismus nur noch im Forum statt. Ansonsten ist das wohl allmählich zur Doktrin geworden. Kleingeistig und engstirnig. Und immer rumhacken und ausgrenzen. Man könnte meinen, der ganze Zirkus ist nur dazu da, dass eben keine starke und geeinte Gegenbewegung enstehen kann.

    • Amüsant … kein Preis wäre hoch genug für mich. Ansonsten, da sie nicht auf’s Thema kommen, soll ihnen das hier genügen … (Platsch)

      <

    • War gespannt, Box, wie Sie sich wohl rausreden würden.
      Sie weichen aus. Dann ist die Antwort klar.
      Geheimhaltung ist der Anfang des Bösen, Box.
      Transparenz ist das einzige Gegenmittel.

      Und Sie schwingen wahrlich Worte: kein Preis wäre hoch genug für Sie?

      Ich kann Ihnen ein Preis sagen, den Sie nie und nimmer zu zahlen bereit wären:
      Das Eingeständnis, sich geirrt zu haben. Das Eingeständnis, nicht weiter zu wissen.
      Das Eingeständnis, daß Ihre Situation vollkommen auswegslos ist.
      Das ist die Kapitulation des Ego.
      Und diesen Preis würden Sie nie und nimmer bezahlen.
      Leider führt allein der in die Freiheit.

    • Rulai: Damit haben Sie auch sehr schön die Problematik der herrschenden Menschheitsgesellschaften beschrieben: Die seelische Verhärtung und geistige Austrocknung. Dazu gehört auch, dass als größtes Unglück immer noch das Sterben gilt. Um dem immer wieder zu entrinnen, lassen Menschen alles mögliche noch so entwürdigende mit sich machen. In jeder Beziehung. So wie Platon seinen Sokrates sagen lässt: „Es ist nicht schwer, dem Tod zu entrinnen, wenn man bereit ist, alles zu tun und zu sagen. Viel schwerer ist es, der Schlechtigkeit zu entgehen.“

  6. Was für ein bekifftes zusammenhangloses Durcheinander von „Strategischer Kommunikation“, Paulskirche, „Dolchstoßlegende“, Tongking-Lüge, „AfD“ und „CSU“, Jebsen-Mobbing, „Antideutschen“ und 50 mehr oder (oft) weniger bekannten Namen…
    Das alles nur, um im Fazit die Notwendigkeit einer Friedensbewegung mindestens seit 1848 festzustellen??
    Danke: diese Notwendigkeit war bereits bekannt – „wichtigster Artikel“ wurde dieses Fluxus-Dokument vermutlich nur, weil die kenfm-Redaktion jede noch so marginale Pro-Jebsen-Erwähnung für „wichtig“ befindet: gut, diesen Trick zu kennen, wenn man bei kenfm abgedruckt werden will – aber habt ihr das wirklich noch nötig?

    • Die Zusammenhänge existieren: Den Strategen der militärischen Kommunikation keine Nachricht für bare Münze abkaufen. Die Geschichte führt zu dieser Konsequenz. Natürlich ist die Friedensbewegung Not-wendig, wenn wir überleben wollen. Ich mag mir die Gesellschaft ohne dieses Engagement nicht vorstellen. Das Fazit allerdings war ein anderes, als es Pst behauptet:
      Es macht „Sinn, der Bündnispolitik der Friedensbewegung der 1980er-Jahre zu folgen, in der Kommunisten, parteilich Ungebundene, Konservative, Christen, Grüne, GewerkschaftlerInnen (…) zusammenwirkten und ihre Differenzen diskutierten, dabei aber immer von der Schnittmenge gemeinsamer Forderungen ausgingen.“ Darauf zu beharren, das ist heute leider mehr als nötig. Danke für die entsprechende Frage. Sie offenbart doch eine Dialogbereitschaft. Die wird mehr denn je gebraucht. Nicht nur in den alternativen Spektren. Aber da auch.

    • Trautvetter
      denken sie wirklich das die Komintern, und später Stalin, Frieden wollten ?
      Bogdan Musial, ‘Kampfplatz Deutschland, Stalins Kriegspläne gegen den Westen’, Berlin 2008
      Dass NATO nur bestehen kann durch Kriege, und oder Drohung mit Kriege, stimmt.
      Das ist auch Trump’s Problem.
      Schon Eisenhower in seine Abschiedsrede warnte für das ‚military industrial complex‘, das sind diejenigen die Krieg wollen, oder Kriegsdrohung nötig haben, heute Deep State genannt.
      Bleichröder schenkte ein Südamerikanisches Land eine grosse Krupps Kanone, er beratete Krupps.
      Die Hoffnung dabei war das die Nachbar Länder nun dieselben Kanonen kaufen wollten.
      Fritz Stern, ‚Gold and Iron, Bismarck, Bleichröder, and the Building of the German Empire‘, New York, 1977.

    • Lieber Pieter Kamp,
      was zu Ihrer Frage bekannt ist, ist dies: Der kommunistische Top-Spion aus Solingen Richard Sorge hat Stalin den Zeitpunkt des Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion mit der von ihnen so genannten „Aktion Barbarossa“ im Juni 1941 auf den tag genau vorhergesagt. Stalin schenkte dem aus irrationalen Gründen keinen Glauben, was verheerende Folgen für ungezählte Menschen und die Weltgeschichte nach sich zog. Die Sowjetunion beklagte nach dem Krieg weit über 25 Mio. Tote, hinzu kommen weitere Opfer, Angehörige, Verletzte, Traumatisierte. Genau deshalb ist die derzeitige Ost-Eskalation der Nato-/EU-Staaten gegen Russland (z.B. mit der Speerspitze und den Manövern ‚Sabre Strike‘ und ‚Trident Juncture‘ doppelt doppelzüngig. Den Beleg zu Richard Sorges Leben findet man leicht mit diesen Angaben: sunsigns.org + famousbirthdays + d/profile/richard-sorge/

    • Den Engländern ist ihre sozialistische Revolution von 1917 aus dem Ruder gelaufen und unter Stalin haben sich nationale Kräfte dagegen gewehrt, dem Ausland alles auszuliefern, was die frühen und großen Heroen der „Arbeiter“-Revolution noch gemacht haben. V.a. dazu hat man den Zarenabgang organisiert und finanziert. Regime change, weil der Zar die Rohstoffe nicht abgeliefert hat und die Frage nach der Zentralbank Ärger machte.
      Es waren Schweinehunde am Werk, aber es waren die Schweinehunde ja unsere Schweinehunde. Früher wie heute die gleiche Handschrift.
      Als dann aber keine permanente Revolution geliefert wurde, sondern das Land im Sinne nationlaler russischer Interessen aufzubauen geplant wurde, da musste halt einer her, der gegen die Russen marschiert. Den hat man dann auch gekauft wie man zuvor die Berufsrevolutionäre gekauft hatte. Irgendwie ähneln sich da die Biographien der Führer.
      Als in Rapallo die Annäherung der Russen an Deutschland so als Unfall für das System sich ereignete, stieg plötzlich ein Herr Hitler aus ausländischer Knete immer weiter auf der politischen Leiter. Was ein Zufall. Aber klar, alle Deutschen waren Nazis. Vermutlich schon immer und v.a. bis heute, ach was sage, in alle Ewigkeit. Amen!

      Ob nun Stalin wirklich quasi prophylaktisch gegen den Westen losmarschiert wäre um dem MI6-Adolf zuvorzukommen. Das ist sehr wohl denkba, denn der wusste, wo der/sein Feind saß. Und das waren die Puppenspieler hinter Hitler. Und die internationalen Sozialisten im eigenen Land, deren MI6-Job es war, Russland unten und weg von Deutschland zu halten.

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