Die unerträgliche Seichtigkeit des Seins | Von Roberto de Lapuente

Die Guten und die Bösen: Auf diesen moralischen Dualismus läuft es im Restdiskurs, den sich diese Gesellschaft noch zutraut, letztlich hinaus. Diese Vorstellung stellt einen intellektuellen Offenbarungseid dar und beleidigt die Intelligenz denkender Wesen.

Ein Kommentar von Roberto de Lapuente.

Neulich war ich mit dem Fahrrad unterwegs. Raus aus Frankfurt, rein nach Offenbach. Diese Animositäten, die Frankfurter und Offenbacher im Umgang mit ihrer jeweiligen Nachbarstadt hegen, verstehe ich als Zugereister nicht. Beide Städte sehen beinahe gleich aus. Jedenfalls war ich gerade auf dem Rückweg nach Frankfurt, überquerte den Main und las auf dem steilsten Brückenabschnitt, mehrfach auf den Boden gesprayt: »Hanau war kein Einzelfall.« Da ich gerade im Begriff war, die anaerobe Schwelle zu überschreiten, blitzten meine Gedanken nur lose auf. Kurz vorher gab es das Messerattentat von Würzburg – und ich dachte mir in dieser Phase strampelnder Anstrengung: Stimmt, kein Einzelfall.

Später habe ich mich gefragt, ob ich das so einordnen kann. War Hanau nicht was anderes als Würzburg? Aber Amokläufe gleichen sich ja nie im Ablauf – nur in dem, was sie bewirken. Darf man eine Attacke eines Mannes, der als rechtslastig gelabelt wurde mit der Tat eines Asylbewerbers vergleichen? Ich bin nur sehr bedingt der Ansicht, dass der Hanauer ein Rechtsextremist war. Meinen Standpunkt hatte ich schon mal klargemacht. Aber warum sollte man beides nicht nebeneinander stellen dürfen? Weil die Moral im Lande dies säuberlich trennt?

Vereinfachungen wohin man schaut

Ich bin doch ohnehin der Ansicht, dass der herrschende Moralismus, diese Lehre vom Guten und dem Bösen, keine geeignetes Instrument zur Analyse darstellt. Moral ist ein spannender philosophischer Teilbereich. Man braucht sie sicherlich auch im persönlichen Alltag. Als Kompass. Und als Richtschnur. Aber als rigoroser Wegweiser und Richtungsgeber wird sie überschätzt – jedenfalls in dieser kruden Spielart, die Welt nach Schwarz-Weiß-Schemata zu kartographieren.

Diesen Dualismus, der unsere Debattenkultur so stark prägt, wie vielleicht nie zuvor, halte ich für eine ziemlich amerikanische Sache. Innerhalb der Wokeness, dieses akademischen Moralismus‘, der von US-Universitäten überschwappte, manifestiert er sich ganz deutlich. Die amerikanische Kulturlandschaft hat das dualistische Weltbild, das sich aus einer religiösen Grundhaltung destillierte, ganz augenfällig vereinnahmt. Kaum ein Film, kaum eine Serie, in der nicht vom Guten und vom Bösen die Rede ist. Grauzonen kommen hingegen eher selten vor. Aus der einstigen Zombie-Apokalypse bei »The Walking Dead« formte sich ein moralinsaurer Erguss. Wo man früher den Protagonisten zusah, wie sie gegen Untote kämpften, ihr Überleben sicherstellten, lauscht man ihnen jetzt bei endlosen Debatten über das Richtige und das Falsche, erträgt man ein Geschwafel über gut und böse.

Mir scheint das in der Syntax der Vereinigten Staaten angelegt. Sie sind hochgradig dualistisch geprägt. Es sind die Geister einer Zeit, da das Land der Zufluchtsort religiös Ausgegrenzter und Fanatisierter war. Das hat abgefärbt. Ein realistisches Bild von der Welt vermittelt es nicht. Niemand ist einzig böse. Und die vermeintlich Guten sind eben auch nicht immer gut. Das moralische Leitbild, das zwischen diesen zwei Attributen strikt trennt, ist eine Simplifizierung. Ist Schubladendenken in Reinkultur. Eine intellektuelle Seichtigkeit stellt es ohnehin dar.

Gute Serienmörder? Schlechte Moralisten?

Es gibt Serienmörder, denen die Nachbarschaft nachsagte, dass sie eigentlich freundliche Zeitgenossen gewesen seien. Sie waren immer hilfsbereit, fürsorglich, da war nie ein Verdacht. Und es gibt Moralisten, die stets das Gute predigen und die hinter den Kulissen vergewaltigen und sexuell ausbeuten. SS-Leute waren zuweilen prächtige Familienmenschen. Die Welt ist in meinen Augen ein Tummelplatz solcher Unausgewogenheiten. Mit Kategorien wie gut oder böse, kann man sicherlich grob einschätzen. Aber zu einer Lebensphilosophie lässt sich das nicht modellieren. Ich selbst ordne mich gar nicht in so einem Moralismus ein. Bin ich gut? Böse? Nichts davon trifft zu. Häufig bin ich pragmatisch. Diese Haltung ist werteneutral, kann gut oder böse sein – sie ist gespalten in ihrem Handeln oder Unterlassen.

Es würde mich auch schlicht überfordern, mein Leben nach dualistischen Kriterien einzuordnen. Wer so lebt – das ist meine persönliche Meinung -, kann nie zur Ruhe kommen. Denn der Dualismus lebt vom ewigen Zweifel, vom Widerstreit bei jeder Tätigkeit. Darf ich das? Soll ich das? Lasse ich es lieber? Oder muss ich es im Gegenteil sogar tun, um richtig zu liegen? Was denken die anderen von mir? Das ist die eigentliche Frage, die sich aufdrängt: Was denken die anderen von mir? Denn der moralische Dualismus ist ja kein Selbstzweck, er manifestiert eine Werteordnung, die zwangsläufig den Nächsten braucht, der Wertevorstellungen pflegt.

Auf den Punkt gebracht ist es doch so, dass die wahren Umstände auf dieser Welt viel komplexer sind, als dass sie mit einer solchen Schwarz-Weiß-Malerei treffend umschrieben werden könnten. Es gibt nun mal auch Vergewaltiger, die als Sozialarbeiter mit Flüchtlingen arbeiten. Er tut Böses und Gutes zugleich. Solche drastischen Beispiele zeigen doch nur, die Zerrissenheit der menschlichen Rasse auf. Die moralischen Attribute, die wir mit gut oder böse bezeichnen, sind menschliche Kategorien. Das meine ich nun nicht dekonstruistisch, denn natürlich sind sie notwendig, um sein Leben einordnen zu können. Aber sie können als Begriffe eben nie das Chaos abbilden, das so ein Erdenleben ausmacht. Sie sind Einschätzungshilfen. Aber keine Wahrheiten, die man als Lebensmoral nutzen könnte.

Die Welt ist zu komplex für ein moralisches Raster

Die heute so favorisierte Grundhaltung, ständig alles und jeden rein dualistisch zu bewerten, ist völliger Irrsinn, stellt die schlimmste Leugnung dar, die man sich vorstellen kann: Denn sie verleugnet die conditio humana, die Umstände des Menschseins nämlich. Die sind zerrissen, unübersichtlich, chaotisch und komplex. Da ist nichts eindeutig, alles ist in Kontexten zu sehen, Motivationsgründe sind vielfältig. Ja, Diversität, dieses Schlagwort der Wokeness, trifft ganz besonders auf das Innenleben des Individuums selbst zu.

Eigentlich ist diese Einsicht keine große Nachricht. Sie ist eine Binsenweisheit. Dennoch muss man das heute explizit betonen, weil sich ein Weltbild in der woken Blase und darüber hinaus im öffentlichen Diskurs etabliert hat, das mit ganz klaren Konturen hantiert und das so tut, als könne man den ethischen Dualismus ohne Skepsis und Zweifel zur Grundlage der eigenen Welt- und Gesellschaftseinschätzung heranziehen. Dabei sind jene, die ihr Weltbild dualistisch ausleuchten, ja selbst das beste Beispiel dafür, dass dieses moralische Raster mindestens zweifelhaft sein muss.

Denn sie, die sich innerhalb des dualistischen Komplexes als »die Guten« sortiert haben, zeigen Anwandlungen von schierer Boshaftigkeit und lassen hier und da sogar drastische Gewaltbereitschaft aufblitzen. Dass sie diese Form als Kampf des Guten gegen die Bösen erklären wollen, macht die Komplexität ihrer eigenen moralischen Verfassung nicht nachvollziehbarer. Im Gegenteil: Sie zeigen nur, warum der klassische Dualismus ein Faible aus religiösen Zeiten war. Damals war man selbstgerecht genug, nichts anderes als den eigenen Glauben gelten zu lassen. Es mangelte an Aufgeklärtheit darüber, dass es andere Lebens- und Denkmodelle, ja andere Religiositäten gibt. Da gelangen wir abermals zu der Einschätzung, dass wir heute eigentlich in religiösen Tagen leben, in denen für Komplexität und Diversität kein Platz ist – auch wenn man das gerne freimütig betont. Man predigt halt Wein und serviert Wasser. Auch das kennt man ja …

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Dieser Artikel erschien zuerst am 16. Juli 2021 auf dem Blog neulandrebellen.de

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Bildquelle: Jag_cz / shutterstock

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19 Kommentare zu: “Die unerträgliche Seichtigkeit des Seins | Von Roberto de Lapuente

  1. Deakehler sagt:

    Kritik ist bereits bei den Anfängen unseres monotheistischen Glaubensystems berechtigt.
    Moses kommt mit den druckfrischen 10 Geboten vom Berg Sinai, läßt gleich Heerscharen abschlachten und verstößt gegen das 6. Gebot.
    Berechtigung gibt ihm scheinbar das erste Gebot, welches, unter Anderem, von einem zornigen Gott spricht. Das Bild von einem zornigen Gott darf es laut zweiten Gebot garnicht geben, weil wir bekanntlich uns kein Bild erlauben dürfen.
    Der Zorn und die daraus resultierende Angst sind offensichtlich Urwerkzeuge der Machtmanipulation. Man könnte annehmen die Geschichte um das heilige Kalb ist letzendlich eine Rechtfertigung um Unbeugsamene aus den Weg zu schaffen.
    Moses ist aus kirchensicht ganz sicher ein Guter.

    Schweine stehen Hunde in sozialverhalten, Intelligenz und Geruchssinn in nichts nach. Wer ein Hausschwein besitzt wird dieses bestätigen. Trotzdem ist bei uns sicher für die Mehrheit derjenige böse, welcher 2000 Hunde unter, für Hunde unsoziale Verhältnisse, auf viel zu engen Raum hält und deren Fleisch zum Verzehr anbietet.

    Im Allgemeinen gilt jemand dessen Anglitzt ein Stadtwappen ziert, als angesehenes Mitglied unserer Gesellschaft, jedoch scheiden sich die Geister, wenn dieser Mensch eine dunkelbraune Hautfarbe besitzt und nach alter Sitte Mohr genannt wird. Die weltweite tägliche Diskriminierung, von Menschen afrikanischer Abstammung ändert sich kein Deut, wenn dieses, nach meiner Meinung schönes Zeitzeugniss, die Ehre entzogen wird. Gleichzeitig interresiert kaum Jemanden, dass aus Deutschland stammende Menschen, ohne Widerrede, von der vornehmlich englischen Presse als "Krauts" bezeichnet werden, wobei die Kampagne gegen die Mohrenabbildung in England ihren Ursprung fand.

    Praktisch gesehen bestimmt Gut und Böse
    wer die Hoheit bei den Propagandamittel (Bibel inbegriffen) besitzt.

  2. Alcedo sagt:

    Stolpere ich nur? Ich will bei zahlreichen Verknüpfungen des Artikels in die andere Richtung abbiegen…
    Ich denke Moral ist sehr wichtig, meine damit aber die innere Moral, komplizierte Sachverhalte zu Ende zu prüfen von jedem abverlangbar und Pragmatismus für ein wesentliches Übel unserer Zeit. Man denke nur an Hannah Ahrendt "Niemand hat das Recht zu gehorchen", dies verlangt meiner Ansicht nach genau das vorher genannte.
    Die gegenwärtige Simplifizierung ist ein Kampfmittel, die hat nichts mit Moral zu tun.
    Vermutlich stört mich die ungerechtfertigte Verknüpfung mit dem Dualismus. Ich kenne kein besseres Mittel, um seine Entscheidungen zu prüfen.

    • Hartensteiner sagt:

      Ich würde die unterschiedlichen Paare von Dualismus einander in dynamischer Dialektik gegenüber stellen und eine Synthese suchen, die auf Grund der Dynamik auch eher der einen oder der anderen Seite zuneigen kann. Das wäre dann das dritte Element. Und alle zusammen das vierte. Siehe auch Maria Prophetissa: Aus eins mach zwei, aus zwei die drei… usw. oder auch in Goethes Faust das "Hexeneinmaleins", bei dem es allerdings etwas durcheinander geht 🙂

    • Alcedo sagt:

      sieh an! Es gibt neben dem dialektischen Dualismus andere Dualismen. Danke für den Hinweis.

    • Hartensteiner sagt:

      Es gibt die "Dialektik" des Ähnlichen und die Dialektik des Unterschiedenen. Bei den ähnlichen Paaren ergeben sich zahllose Mischungen. Bei der Dialektik des Unterschiedenen (von Gegenteilen würde ich nicht sprechen – es schränkt zu sehr ein) liegt die Synthese immer außerhalb von These und Antithese. Stell Dir ein Dreieck vor, an den Enden der Basis sind These und Antithese – an der Apex oder Spitze des Dreiecks findet sich die Synthese, wobei je nach Wirkmacht der These oder Antithese die Spitze verschoben werden kann und sich mehr über der These oder mehr über der Antithese befinden kann. Es muss also nicht notwendig ein gleichseitiges Dreieck sein. Schließlich kann man das Ganze als eine Einheit betrachten und in die relative Mitte des Dreiecks einen Punkt oder Kreis setzen, der diese Ganzheit darstellt. Und so entsteht das "Auge Gottes" als höchste Form der Erkenntnis. Allerdings habe ich mir sagen lassen, dass man diesen Punkt auch hochziehen könnte um in die Dreidimensionalität zu gelangen. Dann hat man einen Tetraeder 🙂 als Baustein für alle weitere Erkenntnis. Schwierig wird es, wenn These und Antithese schon jeweils ein Tetraeder sind und willst damit arbeiten… Gewisse Esoteriker meinen, das kann "der Weise" auf das Siebenfache steigern. Nun ja… wusste ich's doch… ich bin kein Weiser 🙂

    • Alcedo sagt:

      ja, nimmt man viele Aspekte gleichzeitig hinzu, erhalten wir einen hübschen Raum, wie ein Zelt, aber die Abhängigkeiten entlang der Parabeln sind nur schwer nachvollziehbar (für Europäer, vlt haben andere Kulturen andere Denkmuster ausgebildet, wer weiß) beliebig x-dimensionale Räume hingegen sind mit Geduld zu bewerkstelligen 🙂 manchmal braucht es Unschärfe…

  3. Melezy Przikap sagt:

    "Denn sie, die sich innerhalb des dualistischen Komplexes als »die Guten« sortiert haben, zeigen Anwandlungen von schierer Boshaftigkeit…"

    Und schon ist der Autor in die eigene Falle getappt. "Gut" und "Böse" wirklich zu überwinden fordert mehr als sich für intelligent zu halten. Man muss schon intelligent SEIN und dafür braucht es nur die geistige Stärke, die Wahrheit erkennen zu wollen:
    https://www.deweles.de/intro.html

    Letztendlich wird die gesamte Menschheit "Gut" und "Böse" überwinden müssen, wenn sie überleben will:
    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2021/07/hat-noch-jemand-angst-vor-viren.html

  4. Nevyn sagt:

    Zitat: "Ich bin doch ohnehin der Ansicht, dass der herrschende Moralismus, diese Lehre vom Guten und dem Bösen, keine geeignetes Instrument zur Analyse darstellt."
    Eine der wichtigsten Lektionen auf diesem Gebiet erhielt ich vor einiger Zeit von D., einem Kind. Der Siebenjährige kam in die Küche gelaufen und erzählte hoch erfreut, dass es unter seinen Lego-Männchen jetzt nur noch die Lieben gäbe, weil die Bösen von den Lieben alle geköpft worden wären.
    Da ihm niemand in einer Christenlehre das Gehirn verbogen hatte, wusste er intuitiv, dass der Gegensatz von böse lieb heißt und nicht gut. Der Gegensatz von gut ist bekanntlich schlecht. Gut und Böse ist ein Scheingegensatz, eine Geistesverwirrung!
    Es gibt Böse, die richtig gut sind, in dem, was sie tun und Liebe die heillos schlecht agieren.
    Nur wir Erwachsenen faseln ohne nachzudenken, wirres Zeug, eben weil es alle anderen auch tun. Erleben wir das nicht gerade?

    Übrigens kam D. einige Wochen später erneut mit einer wichtigen Mitteilung. Immer nur mit den Lieben zu spielen sei total öde und die hätten sich jetzt wieder geteilt, in Liebe und Böse.
    Moral ist was für Menschen, die keine Selbstverantwortung tragen wollen. Wer dir sagt, was gut und richtig ist, hat dich am Gängelband. Auch das erleben wir gerade. Übrigens fühlen sich die gleichen Leute, die mit Moral andere binden, davon frei. Es ist eine Mindcontrol-Technik. Zugegeben eine sehr alte.

    Erwachsene, gereifte Menschen tun, was sie wollen und sind jederzeit bereit, die unausweichlichen Folgen ihres Handelns in vollem Umfang zu tragen, egal ob sie sie abschätzen konnten oder nicht. Sie haben aufgehört zu projizieren.

    Das Essen der Früchte vom Baum des Wissens hat dem Menschen eben doch den Tod gebracht. Mit dem Unterscheiden fiel er aus der Einheit. Essen bedeutet, etwas zum Teil von sich selbst zu machen, also sich damit zu identifizieren. Ernten muss der Mensch die Früchte vom Baum des Wissens, denn er lebt in der Dualität, aber er muss sie nicht essen.
    Wenn er das verstanden hat und befolgen kann, wird es für ihn Zeit, sich dem Baum des Lebens zuzuwenden.

    • Box sagt:

      Wie gut daß der Geldadel sich seine "Kindlichkeit" bewahrt hat, sonst würden wir jetzt total langweilig leben müssen. Und sicherlich finden das die Opfer, die Versehrten und die Toten, ebenso spannend. Pardon, die Toten natürlich nicht, denn die haben ja bereits das Ende des Krieges gesehen.
      Ab wann genau geht einem der Unterschied zwischen Virtualität und Realität verloren? Der nette Massenmörder von nebenan hat "Guten Tag" gesagt. Ist es das?
      Hier wird Differenzierungsvermögen vorgetäuscht, wo es gerade abhandenkam.

      "Juristische und moralische Fragen sind keinesfalls dasselbe, doch in gewisser Weise verwandt, weil beide Urteilskraft voraussetzen."
      (Hannah Arendt)

      Sollte Aufrichtigkeit ein Kriterium sein, so müßte man anmerken, daß es von Seiten der Herrschaften und ihren willfährigen Handlangern, in den allerseltensten Fällen, auch wenn vorgetragen, um Moral geht, sondern vielmehr um Heuchelei.

      Deshalb eine Erinnerung:

      Ziele und Strategie der Demokratiebewegung | Von Elias Davidsson

      Die Demokratiebewegung entstand aus einem unverfälschten Gefühl der Empörung, nicht wie einst die Revolution von 1917, die von einer umfassenden Ideologie geprägt wurde. Diese neue Bewegung verkörpert eine diffuse aber stark empfundene Abneigung gegenüber unzumutbaren Maßnahmen, die mit Zwang und sogar brutal durchgesetzt werden.

      Die Hauptziele der neuen Demokratiebewegung beschränken sich auf den Wunsch zur Rückkehr zur alten Normalität, das heißt auf Forderungen zur Aufhebung der behördlichen Corona-Maßnahmen. Zwar gibt es am Rande auch eine diffuse Erkenntnis, dass diese Forderungen zu kurz ziehen; das System selbst müsste geändert oder erneuert werden. Diese Ziele bleiben aber abstrakt. Sie werden nicht in eine klare Strategie eingebettet, geschweige denn in konkrete Aktionen umgesetzt.
      (…)
      Ein Plan zum vollständigen Sieg über den Gegner

      Ziele zu setzen ist der erste Schritt. Der zweite Schritt ist die Formulierung einer erfolgreichen Strategie. Der Demokratiebewegung fehlt eine Strategie um das unbrauchbare System zu beseitigen. Die Gegenseite versucht ihrerseits, strategisch zu handeln. Bis jetzt hat die Demokratiebewegung keine Gegenstrategie. In einer solchen Situation ist der Ausgang des Kampfes voraussehbar.

      Was ist eine gute Strategie? Hier eine knappe Definition: Es ist ein Plan zum vollständigen Sieg über den Gegner. Gute Schachspieler siegen, wenn sie einer Strategie folgen. Eine Strategie kann den Verlust einzelner Schlachten verkraften, denn am Ende folgt aus einer guten Strategie immer der Sieg. Der Sieg hängt daher nicht von zeitbedingten Machtverhältnissen ab, sondern davon, wie gut die Strategien der gegenseitigen Parteien sind.
      (…)
      Während man verständlicherweise gegen die freiheitsberaubenden Maßnahmen der Bundesregierung protestiert, stellen solche Proteste keine Strategie dar. Die Gegner der Demokratiebewegung haben bis jetzt die Spielregel bestimmt, nämlich die Debatte auf angebliche Fakten zu reduzieren (Inzidenzzahlen, die Nützlichkeit der Masken und die Notwendigkeit der Impfung).

      Wer sich auf diese Debatte einlässt, verliert schon im Vorfeld, denn er verlässt sich auf eine falsche Prämisse, nämlich dass sich die Gegenseite der Wahrheit verpflichtet. Er beteiligt sich, willig oder aus Naivität, an einem frisierten Spiel, in welchem die eine Seite keine Hemmungen hat zu täuschen und die andere sich auf ehrliche Spielregeln beschränkt. Die Kunst wäre es, die Prämissen des Spiels beziehungsweise des Konflikts selbst zu bestimmen. Dann ginge es nicht um Viren, Masken oder Impfstoffe, sondern um Wahrheit und Gerechtigkeit.

      Kampf zwischen Wahrheit und Betrug, zwischen Gerechtigkeit und Unrecht

      Eine erfolgreiche Strategie wäre, den Gegner zu zwingen, auf der Prämisse dieser Grundwerte zu kämpfen, sprich die Grundwerte Wahrheit und Gerechtigkeit. Da Gegner der Demokratie nur durch Betrug und Unrecht ihre Macht bewahren können, verlieren sie, sobald sie sich auf der Basis dieser Grundwerte behaupten müssen. Es genügt dem Betrüger nicht, zu behaupten, er verpflichte sich der Wahrheit und Gerechtigkeit. Schon bei dem ersten Widerspruch würde seine Heuchelei entblößt.

      https://kenfm.de/ziele-und-strategie-der-demokratiebewegung-von-elias-davidsson/

      Und eine Ergänzung:

      Alfredo M. Bonanno: Die Logik des Aufstands

      Aufstände sind nicht die Barrikaden auf den Straßen und das Volk in Waffen. Oder zumindest sind sie nicht nur das. Wenn sich das Volk spontan auflehnt, weil es die Grenze der Unerträglichkeit der Ausbeutungssituation erreicht hat, ereignen sich sichtbare Tatsachen: Konfrontationen auf den Straßen, Angriffe gegen die Polizei, Zerstörung von Symbolen des Kapitals (Banken, Juweliere, Läden usw.). Aber in der Regel treffen diese spontanen Ausdrücke von volkstümlicher Gewalt die Anarchisten unvorbereitet, welche von der Tatsache überrascht bleiben, dass sich die Apathie von Gestern plötzlich in die Wut von heute verwandelt. (Quelle: Neue Debatte)
      https://neue-debatte.com/2021/07/02/alfredo-m-bonanno-die-logik-des-aufstands/

      https://hinter-den-schlagzeilen.de/alfredo-m-bonanno-die-logik-des-aufstands

      P.S.:

      "Immanuel Kant prägte den Begriff des „radikalen Bösen“ und meinte damit die Bevorzugung der eigenen Belange gegenüber denen anderer, sodass die uns umgebenden Menschen zu Objekten reduziert werden, die man für die eigenen Zwecke manipuliert und benutzt. Hannah Arendt, die den Begriff „das radikale Böse“ auch verwendete, sah darin mehr als das Behandeln anderer als bloße Objekte. Das radikale Böse, schrieb sie, machte eine große Anzahl von Menschen überflüssig. Sie besaßen überhaupt keinen Wert. Man entledigte sich ihrer als menschlichen Abfalls, sobald sie den Mächtigen nicht mehr von Nutzen waren."
      (Chris Hedges)

    • Nevyn sagt:

      "Ein Plan zum vollständigen Sieg über den Gegner"
      Unternehmen Barbarossa? Wer diesem Paradigma des Krieges anhängt, tut nichts anderes als die, die er so verachtet, im Glauben für seine "gute Sache" zu kämpfen. Was wäre denn, man gewönne tatsächlich vollständig? Wie sähe das aus? Würden Paradigma und Kampf dann überflüssig? Oder wäre es eher so wie bei der Farm der Tiere? Der Bauer ist weg und dafür regieren jetzt die Schweine, zu denen man dann natürlich selbst gehört, zu den Gleicheren?
      Ein Mensch, der nicht bereit ist, die volle Verantwortung für sein Leben zu übernehmen und sie auf andere Menschen oder die Umwelt projiziert, wird damit erst aufhören, wenn er die Projektionen zurück nimmt. Das hieße aber, einem anderen Paradigma zu folgen und damit eine andere Bewusstseinshaltung dem Leben gegenüber einzunehmen. Dies wäre ein revolutionärer Akte unvorstellbaren Ausmaßes und eben darum wird er wohl die Ausnahme bleiben. Der Prototyp war Jesus und er forderte auf, ihm nachzufolgen. Wie viele taten das in den letzten 2000 Jahren? Wie viele Kriege wurde statt dessen in seinem Namen geführt? Brachten die irgend etwas außer Leid und Tod?
      Wenn der Gegensatz von böse lieb ist, dann ist das Gegenteil von Spaltung Integration. Darum geht es bei der Feindesliebe. Dieser Gedanke erscheint den meisten Menschen darum so unerträglich, weil sie damit radikal auf sich selbst zurück geworfen wären. Das, nicht der "Gegner" ist in Wahrheit die größte Angst der Krieger jeglicher Coleur – dass der Krieg enden könnte, weil sie sich selbst als Ursache allen Kämpfens erfahren. Siehe Parzival.

    • Box sagt:

      Unternehmen Barbarossa? Der Vollständigkeit wegen sei erwähnt, daß das der Deckname für den Überfall der Faschisten (Knechte der Kapitalisten) auf die Sowjetunion war.
      Sie verwenden also das Stigmata der "Regierung" und Regierungs- und Konzernmedien für Oppositionelle. Sie verwenden also einen Teil der psychologischen Kriegsführung der Herrschaft gegen die Machtunterworfenen.

      Davon abgesehen und weil sie von einem militärischen Konflikt sprechen, sehe ich seit geraumer Zeit Hundertschaften der Polizei in der physischen Kriegsführung gegen die eigene Bevölkerung, ebenfalls gefangen.

      Und erneut predigen sie das neoliberale Mantra zur Fragmentierung der Gesellschaft nach, "jeder ist seines Glückes Schmied."

      "Jemanden in seinem Bedürfnis nach Eigenverantwortung zu fördern ist grundsätzlich gut; ihm Verantwortung für etwas aufzuerlegen, was sich allein nicht tragen lässt, ist dagegen unsozial."

      Aus:
      Kapitalismus im Kopf
      Eine ganze Industrie arbeitet daran, unseren Verstand zu manipulieren.
      von Ulrike Orso
      https://www.rubikon.news/artikel/kapitalismus-im-kopf

    • Alcedo sagt:

      Ich finde die sprachliche Unterscheidung der Gegensatzpaare passend, ein kleiner Erkenntniszugewinn, aber tatsächlich dürfen wir dabei nicht stehen bleiben. Die Mittel des Widerstandes wählt jeder selbst, bewußt bleiben sollte uns aber Unbedingt!, das
      es Kräfte gibt, für die die überwiegende Bevölkerung einfach Verfügungsmasse ist – natürlich wird das im immerwährenden Marketingsound anders beschrieben –
      und diese bauen derzeit aktiv -also willentlich- die Gesellschaften um.

      (Die Vorstellung der Gleichheit und daraus möglicherweise folgenden Versöhnung existieren in dieser Gedankenwelt nicht, eben weil nicht von einem Gegenüber sondern von einer schieren Masse ausgegangen wird. Wenn das uns gedanklich verloren geht, werden wir schutzlos gegenüber dem Angriff, es gibt genügend Reportagen die einem die real existierende Welt wieder vor Augen halten. Auch wenn wir die Zentren der Macht nicht direkt sehen, sind sie wahrnehmbar in den Strukturen und Ergebnissen sichtbar.)

  5. Hartensteiner sagt:

    Vielleicht sollte man darauf hinweisen, dass selbst nach einer hochdifferenzierten Betrachtung ein Punkt kommen sollte, an dem eine ENTSCHEIDUNG getroffen werden muss, die dann dennoch die Schafe von den Böcken trennt.

  6. Horst Kaiser sagt:

    "Auf den Punkt gebracht ist es doch so, dass die wahren Umstände auf dieser Welt viel komplexer sind, als dass sie mit einer solchen Schwarz-Weiß-Malerei treffend umschrieben werden könnten."

    "Denn sie verleugnet die conditio humana, die Umstände des Menschseins nämlich. Die sind zerrissen, unübersichtlich, chaotisch und komplex."

    "Eigentlich ist diese Einsicht keine große Nachricht. Sie ist eine Binsenweisheit."

    ………………………….

    Recht hat er der gute Mann! Aber nach einem Brainstorming in alle Windrichtungen käme es darauf an, einen thematischen Dreh- und Angelpunkt ausfindig zu machen, eine dirigierende Frage, die dann zum Ausgangspunkt für die allererst anzustellende kritische Analyse genommen werden könnte.

    Dualistische kollektive Denkformen haben eine jahrtausendealte Tradition (man denke nur an den Manichäismus). Versucht man sie genealogische zu analysieren, so stößt man regelmäßg darauf, das sie das Resultat von Spaltungs- und Polarisierungprozessen sind. Spaltung und Polarisierung sind aber ihrerseit bereits kollektive psychische Verarbeitungsformen von Konflikten und Spannungen, die – wenn die Versöhnung oder Balancierung nicht gelingt – "gelöst" werden sollen durch Spaltung.

    Aktuelle kollektive Tendenzen zu einem dualistischen Moralisieren wären also unter diesen Gesichtspunkten zu befragen:
    Welche Konflikte bzw. Spannungen sollen durch die Spaltung gelöst werden? Wer sind die Konfiktparteien bzw. die in Spannung sich befindenden treibenden Kräfte? Wie kam es zu dem Konflikt bzw zur Polarisierung? Wer ist die treibende Kraft der Polarisierung?

    Das erste, was dann an den aktuellen Formen dualistisch-moralistischer Auseinandersetzungen auffallen sollte: dass die Zuspitzung der Konflikte nicht einfach von den streitenden Parteien ausgeht, sondern in den meisten Fällen von einer dritten Instanz methodisch so sehr angeheizt werden, dass sie zum Zerreißen sich verschärfen und damit für eine Lösung durch Spaltung präpariert werden. Damit wären wir bei der Rolle der Medien. Wir müssten aber auch analysieren, ob die Konflikte, die da angeheizt werden, tatsächlich gesellschaftlich tragende Konflikte sind oder nicht eher verschobene Ersatzschauplätze darstellen. Wenn dies der Fall sein sollte, dann wäre zu fragen: welches wären die tragenden Konflikte und warum wird durch Anheizungsstrategien der Fokus der kollektiven Aufmerksamkeit auf einen "Ersatzkonfklikt" verschoben.

    Der klassische sei´s ontologische, sei´s moralistische Dualismus zeichnet sich ja dadurch aus, dass die kontradiktorischen Wertetafeln in Stein gehauen erscheinen, also beanspruchen zeitlos gültig und unveränderlich zu sein. Bei den aktuellen dualistisch ausgetragenen Konflikten ist hingegen auffällig, dass sie sehr häufig den thematischen Wertekanon auswechseln.
    Heute ist ein "Sozialschmarotzer" in Florida und die "Genießer der sozialen Hängematte" das Thema. Morgen ist es "Putin, der kaum noch zu stoppen sei. Dann gilt es den armen Flüchtlingen zu helfen, die aus Syrien fliehen, weil sie dort mit deutscher Unterstützung bombardiert und aus dem Lande vertrieben werden, wobei diese Mittäterschaft in den Medienkampagnen, aber auch im Bewusstsein der kollektiven Welcome-Samariter ausgeblendet blieb. Jedes Mal scheiden sich dann die Geister, aber jedes Mal geht dieser Polarisierung eine hysterisierende mediale Kamnpagne voraus, die die Gemüter in einen Glutzustand versetzt, der eine zivilisierte, auf Konsens zielende Auseinandersetzun g nicht mehr zulässt.

    Sicher: Es gibt noch andere analytische Fragen, aber die genannten Hiweise könnten die Analyse des "Dualismus" rekontextualisieren und so in einen Erörterungsraum stellen, der mit der konkreten-historischen Situation etwas zu tun hat und zu ihrer Anaylse etwas beirägt.

    Ein letzter Hinweis vielleicht noch:
    In vielen Märchen taucht die Spaltung als eine psychische Verarbeitungsform auf, die Kindern, als Lösung – oft unbewusster – Konflikte angeboten wird: z. B. die ambivalente Muttergestalt wird in eine gute Mutter und eine böse Stiefmutter aufgespalten. Das entspricht einer bestimmten Stufe der infantilen psychischen Organisation. Im weiteren psychischen Reifungsprozess kommt es darauf an, dass das heranwachsende Kind lernt diese Ambivalenzspannungen zu ertragen. Die aktuell notierbaren kollektiven Formen dualistischen Moralisierens lassen sich also auch als ein Rückfall auf die psychische Entwicklungsstufe kennzeichnen, die in den Märchen vielfach repräsentiert ist. Der Motor dieser "epidemischen" Regressiontendenzen führt in eine Analyse des als übermächtig empfundenen objektiven gesellschaftlichen Vermittlungszusammenhangs, wobei den medialen, auf Hysterisierung des Publikums und auf Zerstörung ihrer kollektiven Analysefähigkeit zielenden Machtstrategien besondere Bedeutung zukäme.

  7. homo anonymus sagt:

    Hervorragender Artikel zum Gut-Böse-Hypermoralismus, mit dem jeder Mensch jenseits aller Argumente abgeurteilt oder "geheiligt" wird. Denken war gestern, heute geht es ums brav oder ungehorsam sein. Wir fallen zurück ins Mittelalter, aber wahrscheinlich bald noch schlimmer!

    Gleichzeitig beobachte ich, wie Ursache und Wirkung im Mainstream konsequent vertauscht/ verwechselt werden. Die Politik "kämpft" nur noch gegen Feindbilder (ihre einzige moralische Legitimation bei einer menschenfeindlichen Politik) und erzeugt/ definiert permanent die Symptome/ Probleme, gegen die sie gleichzeitig "ankämpft". Das Ganze erscheint hochpsychotisch! Aber diese Begriffe erreichen sicher nicht die ganze Dimension politischen Machtmissbrauchs, in dem die Menschen nur noch Material sind (wie bei der Impfkampagne deutlich wird)..

    Dabei versumpft die Politik in einer Symbiose mit allem, was sie "bekämpfen" will und erzeugt, erschafft und stabilisiert damit erst alle Probleme. Leider weisen Feindbilder nie auf den wahren Feind, sondern sie erschaffen nur formale Zugehörigkeits- oder Ausgrenzungskriterien. Jeder Mensch verfügt über eine natürliche Wahrnehmung über das, was wirklich böse ist.

    Jeder Mensch verfügt potenziell über alle Anteile und kann sie unter Umständen aktivieren. Nur der, der sich als der absolut Gute hinstellt, apodiktisch die "Wahrheit" predigt, sich nicht infrage stellen lässt und das Böse nur im Anderen sieht, ein solcher Mensch ist wahrhaft böse, weil er es bei sich selbst nicht sieht und leugnet.

    Merke: Feindbilder werden von denen gemacht, die die "bösen", also die eigenen Schattenanteile bei sich selbst leugnen und es permanent nach außen, eben auf ihre Feindbilder ( Rechte, Impfverweigerer, AFT, Verschwörungstheoretiker, Verschwörungsleugner, etc.) projizieren. Wahrscheinlich ist ihnen dies nicht mal bewusst, Vor lauter geifernder Selbstgerechtigkeit und Machtrausch. Vor denen seid achtsam!

    • Steadfast sagt:

      !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
      🙂

    • Nevyn sagt:

      " Leider weisen Feindbilder nie auf den wahren Feind, sondern sie erschaffen nur formale Zugehörigkeits- oder Ausgrenzungskriterien."
      Der einzige Feind, den es geben könnte, wären unbewusste und unerlöste Anteile in einem selbst, die einem in Gestalt anderer Menschen gegenüber treten, damit er sie in SICH erkennen mag. Die Buddhisten sagen wohl, es gibt nur Freunde und Lehrer.
      In diesem Fight Club gibt es nur Verlierer. Visier hoch!
      http://www-itec.uni-klu.ac.at/~laszlo/Antro/Freundschaft.pdf

    • How-Lennon sagt:

      Die Ursache der immer "psychotischeren" oder hysterischeren Politik sind auch nicht irgendwelche "bösen" Personen, sondern der System-Kollaps. Die irre Politik und ihre "Verantwortlichen" und Mitläufer sind nur Symptome.
      Ein Hitler konnte auch nur an die Macht kommen, weil Deutschland neben der Wirtschaftskrise unter enormen Reparationszahlungsdruck und unerträglicher Depression stand.

      Wir leben in der ständigen Entwicklung, die sich in Gehen und Kommen aufteilt, Auf und Ab, das Alte und das Neue – und die Übergangszeiten sind immer "gewaltig", schmerzhaft aber auch orgastisch: Zeugung/Geburt, Sterben als einfache Beispiele.
      Dagegen anzukämpfen bringt nichts, es vergrößert nur das Leid. Man muss halt leider auch immer wieder durch die Scheiße gehen.
      Zwischen den Extremen liegen der Ausgleich, das Leben, die Wahrheit, die Farben usw.
      Die Welt ist also nicht dualistisch, sondern "dreifaltig", wobei sich der Ausgleich in unendlich vielen Schattierungen zeigen kann.
      Selbstverständlich gibt es immer (mächtige) Personen, die am Alten krampfhaft festhalten wollen und somit andere bekämpfen und schädigen. Den Lauf der Natur können sie aber letztendlich nicht aufhalten und bekämpfen sich nur selbst. Wenn ich direkt angegriffen werde, verteidige ich mich, klar. Aber es ist immer besser, besonnen zu bleiben, erstmal abzuwarten und zwischen Logik und Intuition abzuwägen, denn nur so findet man zum gesunden Menschenverstand (Ausgleich, Wahrheit etc.) und kann sich schon lange vor dem Übergang auf das Neue vorbereiten und ihn eher als orgastisch denn als schmerzhaft empfinden.

  8. KaraHasan sagt:

    Was ist Ihr Anliegen mit diesen Videos. Beabsichtigt sie vielleicht, (wie einst im ersten Kalten Krieg), einen zwielichten Verein zu fördern. Sie sollten darauf achten, dass sie vom sogenanten "tiefen Staat" nicht als geistiger Anstiffter einer Art RAF außerkoren werden.

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