Die UNO – Machtinstrument gegen Korea (6)

Wie endgültig die Weichen für den Korea-Krieg gestellt wurden.

von Peter Frey.

Mit Gründung des Staates Republik Korea im südlichen Teil der koreanischen Halbinsel, gegen den erklärten Willen der koreanischen Bevölkerung, entstand im Jahre 1948 eine brisante Situation. Das allgemein verhasste, faschistoide Regime des Syngman Rhee würde seine Macht durch Gewalt in jeder erdenklichen Richtung versuchen zu erhalten. Der als Reaktion gegründete Staat Volksdemokratische Republik Korea war auf der anderen Seite bereit, seine Souveränität militärisch zu verteidigen.  

Als das Jahr 1949 begann, war einer der ersten diplomatischen Schritte der Vereinigten Staaten von Amerika die offizielle Anerkennung der Republik Korea als souveränem Staat (1). Gleichzeitig wurde aber auch – gestützt durch den realitätsfernen UN-Bericht zum Wahlprozedere in Südkorea – ein Alleinvertretungsanspruch deklariert, dessen Mandat die USA ihrer installierten Regierung unter Syngman Rhee umgehend übertrugen. Jedem anderen staatlichen Gebilde auf koreanischem Boden als dem der Republik (Süd-)Korea wurde damit die Legitimität seitens der „Wertewächter“ entzogen.

Alleinvertretungsanspruch

Damit einher ging ein politisches Verhalten, welches auch den Deutschen bekannt sein dürfte. Das von den USA betriebene Projekt der jeweiligen Staatsgründung war auch immer das „einzig Richtige“. So ging der Hegemon zur gleichen Zeit beim großen Nachbarn China vor und das gleiche Prozedere wurde mit Gründung des Separatstaates Bundesrepublik Deutschland betrieben. Und in allen Fällen machten die USA ihren enormen Einfluss in den gerade gegründeten Vereinten Nationen geltend, die selbst betriebenen Staatsgründungen auch sofort völkerrechtlich zu legitimieren.

Umgekehrt wurde die Gründung von Völkerrechtssubjekten, die nicht unter Kontrolle der Weltmacht stattfanden, umgehend diffamiert, ja diese zu Feindstaaten erklärt. Nordkorea war von Anfang an solch ein „Feindstaat“ (b1).

Was hatten die Nordkoreaner im Jahre 1948 denn Schlimmes getan?

Sie hatten sich – und zwar auf dem Boden ihrer Heimat – lediglich für ein anderes Staatskonstrukt entschieden, als es die US-Amerikaner für sie vorgesehen hatten. Das war alles. Die UNO hatte auch 1948 nicht das Recht zu entscheiden, welche Wahl wo mit einem Völkerrechtsvotum abzustempeln war. Daher wurde diese Anmaßung von den Nordkoreanern auch zurückgewiesen. Die UN-Wahlbeobachter bekamen keinen Zugang.

Die von den USA gesteuerte politische und mediale Meinungshoheit der damaligen Zeit unterschied sich nicht groß von jener der Gegenwart. Sie suggerierte nämlich ein MORALISCHES Recht der UNO – als Vertreter einer sogenannten Völkergemeinschaft – auf solche Eingriffe in die Souveränität von völkerrechtlichen Strukturen. Unterschätzen wir das nicht, denn über solche Konstrukte wie eben „moralisches Recht“ werden wir manipuliert und sie entwickeln in unseren Köpfen Glaubenskonstrukte, Gut-Böse-Diktionen und Überhebungen, um über Wohl und Wehe anderer entscheiden zu dürfen.

Seitens der Nordkoreaner gab es auch im Jahr 1948 keinen Konflikt mit den USA. Paranoia aber produziert sie geradezu, die Konflikte und alles was nicht in den bekannten Mustern abläuft, wird von ihr als Gefahr wahrgenommen. Die USA schürten also den Konflikt gegenüber Nordkorea künstlich, weil sie selbst (und nur sie!) jene als Feinde wahrnahmen. Soeben hatte die McCarthy-Ära begonnen, bei der jeder Andersdenkende zu einem verhassten Kommunisten stigmatisiert werden würde.

Es gibt nach dem Völkerrecht ein Selbstbestimmungsrecht der Völker, das auch beinhaltet, dass sie souverän über ihre staatlichen Strukturen, über die Art und Weise ihrer Regierungsform entscheiden können. Weder gab es eine Kriegserklärung Nordkoreas an die USA, noch hatten die Nordkoreaner einen anderen Staat überfallen. Es gab schlicht keinen Grund einer Isolation.

Warum also erkannten die USA dann trotzdem nur Südkorea diplomatisch an, Nordkorea aber nicht?

Weil das zum politischen Geschäft gehört, Kriege vorzubereiten. In dem man Kontakte zum selbsternannten Feind von Anfang an unterband, konnte das Feindbild geschärft werden und es wurde jede Annäherung verhindert. Durch die überragende Position in der UNO konnten die USA dieses Verfahren auch in die Weltorganisation tragen. Je größer die Entfernung, desto mehr verschwindet das Gesicht, desto einfacher kann man in Gut-Böse-Denken hinüberwechseln.

Es gehörte von Anfang an zur Strategie der US-Amerikaner, jeglichen Austausch mit Nordkorea auf alle erdenkliche Weise zu verhindern, um das Feindbild eines sogenannten Schurkenstaates zu entfalten.

Kriege beginnen immer zuerst in den Köpfen – IMMER!

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass Konflikte nur durch Kommunikation gelöst werden können, durch Austausch, die Suche nach Schnittmengen, durch geduldiges Verhandeln und Pflegen von Kontakten. Die Vereinigten Staaten von Amerika hatten niemals seit Gründung der Demokratischen Volksrepublik Korea (DVRK) offizielle diplomatische Beziehungen mit diesem Land (2). Während die USA bis heute also jeden Kontakt mit der „nordkoreanischen Diktatur“ scheuen, sind sie gleichzeitig die größten Scharfmacher in der UNO, um das kleine Land mit Zwangsmaßnahmen zu überziehen (3,a1).

Es gibt unterschiedliche Indikatoren, an denen man den Status eines Vasallen erkennen kann. Auf jeden Fall ist es bezeichnend, dass dem US-Projekt Bundesrepublik Deutschland bis zum Jahr 2001 der politische Wille fehlte, offizielle diplomatische Beziehungen mit der DVRK aufzunehmen (4,5), während gleichzeitig kräftig und flächendeckend das verzerrende US-Narrativ der nordkoreanischen Aggressoren unter der Bevölkerung verbreitet wurde.

Dadurch, dass man Südkorea mit einem durch die UNO legitimierten Alleinvertretungsanspruch ausstattete, war es der neugegründeten Demokratischen Volksrepublik Korea (DVRK) auch unmöglich, ihren südlichen Nachbarn diplomatisch anzuerkennen. Denn der hatte ja ausdrücklich die Vereinnahmung des eigenen Staates zur Doktrin erhoben. Ebenso war damit ein Beitritt der DVRK zur UNO praktisch unmöglich (a2). Sehr wohl erkannten die politischen Führer in Nordkorea, wer da in den Vereinten Nationen die Prozesse im Hinblick auf Korea steuerte.

Das bedeutet, dass die USA über die Vereinten Nationen auch nach der Gründung der beiden koreanischen Staaten die Spaltung des koreanischen Volkes weiter vorantrieben. Der geostrategische Handlungsbedarf für solch ein Vorgehen war aus Sicht der lenkenden US-Eliten im Jahr 1949 sogar noch angestiegen. Denn ihr ungleich größeres, aber ähnlich gelagertes Projekt im Reich der Mitte brach gerade unter großem Getöse zusammen.

Das Scheitern des Projekts „Republik China“

Am 20. April 1948 hatte sich Chiang Kai-shek mit 90 Prozent aller Stimmen der Nationalversammlung in Nanking zum Präsidenten der Republik China wiederwählen lassen (6). Nur 18 Monate später floh er auf die Insel Taiwan (damals Formosa). Seine hochgerüstete Armee war entweder von den Truppen Mao Tse-tungs zerschlagen worden oder hatte sich selbst aufgelöst. Wie konnte das passieren?

Als die Sowjetunion im Sommer 1945 in der Mandschurei einmarschierte und 700.000 japanische Soldaten und ihrer Verbündeten zur Kapitulation zwang, hatte Kai-sheks Kuomintang-Armee die etwa doppelte Stärke der kommunistischen Truppen in China. In all den Jahren zuvor hatte Kai-shek den Fokus immer auf die Zerschlagung der Kommunisten in China, nicht der japanischen Invasoren gelegt. Seit 1941 konnte er sich dabei der tatkräftigen Unterstützung US-amerikanischer Militärberater, Spezialeinheiten und regulären Truppen erfreuen. Doch auch zuvor gab es keinen Mangel an moderner Kriegstechnik. Die Zusammenarbeit mit Hitler-Deutschland funktionierte über mehrere Jahre ganz hervorragend (7,8):

[…] am 7. Juli 1937, begann […] der Krieg gegen Japan. 300.000 von deutschen Instrukteuren ausgebildete Soldaten konnte Tschiang Kai-schek den Japanern entgegenstellen. Von der HAPRO (Handelsgesellschaft zur Verwertung industrieller Produkte) waren Tschiangs Krieger vom Stahlhelm bis zum Flak-Feuerleitgerät mit vollwertigen deutschen Waffen ausgerüstet. Trotzdem ließ sich der Generalissimus auf keinen offenen Kampf ein. Er zog sich in die Tiefe seines Landes zurück. Tientsin, Peking, Schanghai und Nanking fielen, nicht ohne erhebliche Verluste für die Japaner.“ (9)

Diese modernen Elite-Truppen steigerten die Kampfkraft der ansonsten mit veralteter Technik ausgerüsteten Kuomintang-Armee ganz beträchtlich und dieser Prozess setzte sich ab 1941 mit US-Unterstützung weiter fort.

Wie gesagt, erst die Sowjetunion beendete den Spuk der japanischen Herrschaft im Nordosten Chinas, doch dabei geschah Erstaunliches. Man hätte ja meinen können, dass Kai-shek der Roten Armee dafür dankbar gewesen sein müsste. Doch stattdessen kollaborierte Kai-sheks Armee mit den Japanern, um mit ihnen gemeinsam die Bauernarmee Mao Tse-tungs zu bekämpfen (10). Nach der Niederlage der Kwantung-Armee (der Japaner) verlangte er dann auch den sofortigen Abzug der sowjetischen Truppen und tatsächlich, die doch so „aggressiven Sowjets“ verließen bereits wieder im März 1946 China (11).

Es ist eine der verschwiegenen Wahrheiten, dass mit dem Abzug der Roten Armee sofort Kai-shek in die Mandschurei einrückte, dies mit aktiver Unterstützung der US-Armee und unter Wiederbewaffnung der japanischen Kolonialarmee, um den Krieg gegen die Kommunisten weiterzuführen (12). Bis zum Jahre 1948 hielten sich in diesem Kontext zehntausende US-Soldaten in China auf und ein nicht enden wollender Strom von westlichem Kapital und Waffen strömte in das Land (13).

Warum scheiterte der Favorit der USA in China trotzdem?

Weil er innerhalb des Großteils der vorrangig bäuerlichen Bevölkerung Chinas ungewünscht, ja verhasst war. Kapital und Sachleistungen aus dem Ausland flossen in seinen korrupten Verwaltungs- und Militärapparat. Die Kommunisten aber, die sich als Anwalt der Armen verstanden, bekämpfte Kai-shek über Jahrzehnte mit geradezu religiösem Fanatismus.

Sechsmal zog der Generalissimus aus, um die Kommunisten aus Kiangsi zu vertreiben. Erst mit 100.000 Mann, dann mit 200.000, dann im Herbst 1931 mit 300000 und hunderten Flugzeugen. Beim vierten Feldzug waren es schon 500.000 Soldaten, die sich von den weit unterlegenen Kommunisten schlagen und 25.000 Gewehre und 300 MG’s abjagen ließen. Nach dem fünften vergeblichen Feldzug mit 700.000 Mann im Juni 1932 bekam Tschiang einen Wutanfall. Mit einer Reitgerte schlug er jeden Offizier ins Gesicht, der nicht schnell genug eine glaubhafte Ausrede für sein Versagen fand. Erst auf dem sechsten Feldzug wurden die Kommunisten aus Mittelchina vertrieben. Sie wurden nicht vernichtet. Wohl trieben die von Tschiang aufgebotenen 900.000 Mann die Kommunisten wie die Feldhasen auf engstem Raum zusammen. […]“ (14)

Die immer wieder aufblitzenden Parallelen zum kleinen Nachbarn Korea sind wirklich verblüffend. Denn der Rückhalt der Kommunisten in Nordkorea und in China hatte die gleichen Ursachen und die lagen darin, dass jene ihre Versprechungen grundlegender sozialer Reformen auch wahr machten.

Sowohl in (Nord-)Korea als auch in China setzten die Kommunisten die Bodenreform um und veränderten so die Machtverhältnisse auf dem Land fundamental. So wie die Verhältnisse bis dahin in weiten Teilen Asiens ja auch katastrophal waren:

Es gibt in Asien über eine Milliarde Menschen, die der Welt in ihrer jetzigen Gestalt müde sind; sie leben buchstäblich in einer so furchtbaren Knechtschaft, daß sie weiter nichts zu verlieren haben als ihre Ketten.“ (15)

Seit Jahrzehnten hatten Chinas Bauern auf die Erfüllung von Versprechungen gehofft, die ihre Leibeigenschaft beenden würde. Kai-sheks Machtclique dachte in all den Jahren nicht im Entferntesten daran, das Problem auch nur anzugehen:

Seit 1912 warten rund 350 Millionen chinesische Bauern auf die Bodenreform. Sun Yat-sen, Chinas großer Weiser, der die Mandschu-Dynastie stürzte, versprach sie ihnen. Tschiang Kai-schek und seine korrupte, den Grundherren hörige Kuomintang („Reichsvolkspartei“) verhinderte sie. Dafür trug Tschiang Kai-schek auf dem Buckel der Bauern 25 Jahre Kampf um die Macht, Krieg gegen Japan und Bürgerkrieg aus.“ (16)

Die westlichen Demokratien hatten in all den Jahrzehnten prächtige Geschäfte mit Kai-sheks China gemacht. Das schreiende Elend der Massen konnten sie dabei immer gut ausblenden. Demokratie und Menschenrechte sind eben große, gern gesprochene Worte, aber eben vor allem dann, wenn sie der Machtpolitik zu Diensten sein können.

Der „Generalissimo“ Kai-shek scheiterte kolossal, aber Politik ließ sich mit dieser Figur natürlich weiterhin machen. Zwar hatte ihn sein eigenes Volk im wahrsten Sinne des Wortes aufs Meer gejagt. Doch gab es ja inzwischen eine Fiktion „Völkergemeinschaft“, die sich durch die weitere Fiktion „Vereinte Nationen“ vertreten sah.

Es ist eine ständige Herausforderung, die positive Emotion, welche die beiden Begriffe in uns aufkommen lassen, zu hinterfragen. Weil hinter ihnen Träume und Wünsche so ziemlich aller Menschen stecken. Sie zeigen, dass wir vom Wunsch beseelt sind, kooperativ und friedlich miteinander umzugehen. Dass dieses universelle Prinzip an sich ganz und gar keine Fiktion ist, kann uns viel Mut machen. Doch zuvor gilt es zu erkennen, dass die Begriffe in  der praktischen (Macht-)Politik permanent zu dem Zweck benutzt werden, uns zu manipulieren.

Diese „Völkergemeinschaft“ hatte nicht vor, die gesellschaftlichen Veränderungen in China anzuerkennen. Sie konnte mit der Illusion eines tatsächlich gelebten Völkerrechts nach Belieben spielen. Denn die „Völkergemeinschaft“ hatte einen Schöpfer wie auch eine Leitung, die sich Vereinigte Staaten von Amerika nennt. Es ist wie in der Werbung, in der uns das bunte, anziehende, vereinnahmende Etikett über den wahren Inhalt täuscht. So entschied die „Völkergemeinschaft“, dass Souveränität für China nicht gilt, sondern nur die (wieder nur scheinbare) Souveränität der Republik China.

Die neuen Machtverhältnisse in China manifestierten sich konstitutionell mit der Gründung des Völkerrechtssubjekts Volksrepublik China am 1. Oktober 1949.

Das Opfer im Narrativ von der „Aggression Nordkoreas“

Als Chiang Kai-shek in seiner Rolle als Präsident der Republik China mit seinen Getreuen nach Taiwan floh – im Herbst 1949 – vernahm man aus der Republik Korea von seinem Amtskollegen Syngman Rhee martialische Töne.

So brüstete sich der südkoreanische Diktator gegenüber einem Korrespondenten der US-Nachrichtenagentur United Press am 7. Oktober 1949 (17) damit:

im Marsch gen Norden Pjöngjang innerhalb von drei Tagen zu erobern“ (18)

Dass hier seitens Südkoreas öffentlich zum Krieg gegen die Landsleute im Norden getrieben wurde, bestätigt die fast gleichlautende Aussage des südkoreanischen „Verteidigungsministers“ wenige Wochen später, die Korrespondenten zu hören bekamen, das nämlich:

die südkoreanischen Truppen stark genug wären, anzugreifen und Pjöngjang innerhalb weniger Tage einzunehmen“ (19)

Im seit Jahren gelebten Klima des Säbelrasselns verstieg sich Rhee am 30. September 1949 In einem Brief an Robert T. Oliver von der Penn State University im US-Bundesstaat Pennsylvania (20) zu der Aussage:

Ich fühle sehr, dass jetzt der beste psychologische Zeitpunkt gekommen ist, eine aggressive Maßnahme zu ergreifen. […] Wir werden einige von Kim Il-Sungs Leuten in die Berge vertreiben und dort aushungern. Dann werden wir in einer hundertprozentig besseren Ausgangslage sein.“ (21)

Oliver war ein „Bruder im Geiste“ von Rhee. Gemeinsam entwickelten sie die Idee einer gewaltsamen Wiedervereinigung Koreas mittels einer US-geführten Invasion Nordkoreas. Dabei arbeitete Oliver seit 1943 für Rhee als eine Art Ghostwriter (22). Nur wenige Tage vor dem offenen Ausbruch der Kriegshandlungen und im Beisein des damaligen Gesandten aus dem US-amerikanischen Außenministerium, John Foster Dulles (23), glänzte Rhee vor der südkoreanischen Nationalversammlung mit:

If we cannot protect democracy in the cold war, we shall win in a hot war.“ (24)

zu deutsch:

Wenn wir die Demokratie im Kalten Krieg nicht beschützen können, sollten wir sie in einem heißen Krieg gewinnen.“ (Übers. PA)

Dulles, der spätere Außenminister der USA, inspizierte bei diesem Besuch am 17. Juni 1950 auch die Grenzlinie am 38. Breitengrad und bekundete dort die Entschlossenheit, Südkorea solidarisch beizustehen (25). Er sprach übrigens auch bei besagter Tagung der Nationalversammlung und betonte:

dass die Vereinigten Staaten [von Amerika] die Republik [Süd-]Korea als einen Teil der Vereinten Nationen betrachten“ (26,a3)

In Anbetracht der Kriegsrethorik, welche Rhee seit Monaten betrieben hatte, musste das für ihn wie eine Ermutigung zum Angriff auf Nordkorea wirken. Konnte er doch mit großer Sicherheit auf die militärische Unterstützung durch die USA rechnen. Erst recht als Dulles hinzufügte:

Sie sind nicht allein; Sie werden niemals allein sein, solange sie würdig Ihren Part im großartigen Entwurf [der Umsetzung] menschlicher Freiheit spielen.“ (27; sinng. Übers. PA)

Bedenken wir, dass die obigen Aussagen von einem Staatsoberhaupt getätigt wurden. Wenn ich Vertreter des Opfers der Begierde, also Nordkoreas gewesen wäre, wie hätte wohl meine verantwortungsvolle Entscheidung darauf lauten müssen? Kim Il-Sungs Regierung war von Anfang an klar, mit was für einem verbohrten, kriegswilligen Machtmenschen sie es in der Person Rhees zu tun hatte. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits zehntausende Ermordete die traurige Bilanz seiner Gewaltherrschaft von Washingtons Gnaden, eine Bilanz die im Gegensatz dazu für Nordkorea in keiner Weise auffindbar war. Aber ganz klar, Nordkorea bereitete sich auf einen militärischen Konflikt mit dem Nachbarn vor, alles andere wäre auch – gelinde gesagt – politischer Selbstmord gewesen.

Den USA passte das wahnhafte Verhalten Rhees ins Konzept. So oft auch verschiedene Spitzenvertreter der US-Administration, wie Außenminister Acheson und General Hodges, auf genau diese psychologischen Auffälligkeiten des südkoreanischen Staatschefs hingewiesen hatten (28). Mit dem Fall Kai-sheks in China galt es, Rotchina an allen möglichen Fronten zu schwächen. Neben der diplomatischen Front bekam nun die koreanische Halbinsel die Funktion eines militärischen Brückenkopfes, der gleichzeitig die Funktion einer Drohkulisse zur Durchsetzung politischer Forderungen seitens der USA erfüllen konnte.

Rhee konnte es sich leisten, mit den Muskeln zu spielen. Bereits im Dezember 1945, betreut von den US-amerikanischen Besatzern, hatte er aus ehemaligen Offizieren der japanischen Kolonialarmee eine sogenannte „Südkoreanische Armee“ aufgestellt (29) – ein Affront gegenüber dem eigenen Volk, dass jahrzehntelang unter dem japanischen Joch gelitten hatte. Bereits am 15. Januar 1946 waren die „Nationalen Sicherheitskräfte“ gegründet wurden und ersetzten die im Jahr zuvor gegründete und von US-Offizieren geführte Nationalgarde (30).

Nach der Gründung Südkoreas wurde der Aufbau seiner Streitkräfte forciert. Laut US-Militärquellen standen bereits Anfang März 1948 etwa 50.000 von den USA ausgerüstete Männer unter Waffen. Innerhalb von fünf Monaten ab dem März 1949 wurden 100.000 Soldaten rekrutiert, mit US-Hilfe bewaffnet und in acht Divisionen aufgeteilt. Auf Batallions-Ebene wurden diese Einheiten von US-Militärberatern geführt (31,a4). Hinzu kamen 45.000 Polizeikräfte und 4.000 Mann der Küstenwache (32).

Parallel dazu wurde auf Anweisung des Oberkommandierenden der Alliierten Streitkräfte im Pazifik, General MacArthur am 15. August 1948 eine „Provisional Military Advisory Group“ (PMAG) gegründet, aus der zunächst 100 Militärberater für den Einsatz bei den südkoreanischen Streitkräften entsandt wurden. Bis zum Jahresende 1948 folgten weitere 150 Militärberater. Am 1. Juli 1949 erfolgte die Umstrukturierung unter dem neuen Namen „United States Military Advisory Group to the Republik of Korea“ (KMAG), die nun aus 472 Offizieren und Soldaten bestand. (33)

Mit dem abgeschlossenen Rückzug der US-Truppen aus Südkorea am 29. Juni 1949 (übrigens ein reichliches halbes Jahr später, nachdem der letzte russische Soldat Nordkorea verlassen hatte) überließen die US-Amerikaner der südkoreanischen Armee massenweise militärische Ausrüstung (geschätzter Wert damals 110 Millionen US-Dollar). Dazu gehörten 100.000 Kleinwaffen, 50 Millionen Patronen, 2.000 Raketenwerfer, mehr als 40.000 Fahrzeuge verschiedener Typen sowie diverse leichte Artilleriegeschütze und Granatwerfer mit über 700.000 Granaten. Dazu kam logistische Ausrüstung für 15.000 Mann aus US-Depots in Japan. Außerdem sagten die USA dem Syngman Rhee – Regime weitere Hilfe zu. Die Menge an Waffen und Munition war so groß, dass es Monate dauerte, sie auf die Einheiten zu verteilen. (34)

40.000 US-Soldaten gingen bis dahin der rasch anwachsenden Zahl südkoreanischen Militärs und Paramilitärs zur Hand, wenn es darum ging, die rebellierende Bevölkerung mittels brutaler Repressionen im Zaum zu halten. Zwar hatte Syngman Rhee keine nennenswerte Luftkriegsflotte, doch ansonsten war sein Militär gut ausgerüstet. Nur so konnte Rhee bereits Krieg führen, kaum dass der Staat Südkorea gegründet worden war. Wir reden also im Folgenden nicht vom „offiziellen“ Korea-Krieg, der im Juni 1950 ausbrach, sondern gehen zurück in das Jahr zuvor:

Im Mai 1949 organisierte die Armee des südkoreanischen Regimes einen vier Tage dauernden Vorstoß auf der Onjin – Halbinsel. Rhee-Truppen stießen bis zu sieben Kilometer in nordkoreanisches Gebiet vor. 400 gefallene nordkoreanische und 22 südkoreanische Soldaten wurden gemeldet, was nach einem taktischen Erfolg des Südens aussieht. An der Operation waren sechs Infanteriekompanien Südkoreas beteiligt.“ (35)

Der 38. Breitengrad verläuft mittig durch diese, an der Westküste vor Pjöngjang liegende Halbinsel. Eine der größeren Städte auf ihr ist Haeju. Merken wir uns Haeju, denn beim „offiziellen“ Kriegsausbruch wird diese Stadt noch einmal eine Rolle spielen (b2).

Die Geschichte vom schutzlosen, völlig vom Aggressor überraschten, demokratischen, friedliebenden Südkorea ist also grundlegend falsch. Denn weder war dieser gewaltsam geschaffene Staat unbewaffnet und schon gar nicht war er demokratisch und friedliebend, wie Wort und Tat VOR Ausbruch des Korea-Krieges eindrucksvoll belegen. Es wird deutlich sichtbar, dass sich beide Koreas zum Krieg rüsteten. Schon im Jahre 1949 gab es kaum einen Tag ohne Scharmützel an der Demarkationslinie.

Nach diesen Ausführungen machen wir nun einen Kurzbesuch beim regierungsfreundlichen Medium Deutsche Welle (DW). Ein komplett und großzügig aus Steuergeldern finanzierter Sender könnte es sich eigentlich leisten, sauber zu recherchieren und so annähernd objektiv von der Vorgeschichte des Korea-Krieges zu berichten. Doch lieber streichelt er seine eigenen Vorurteile:

Im Gegensatz dazu [den USA in Südkorea] zögerte die UdSSR nicht, Kim Il Sung mit Panzern, schwerer Artillerie und Flugzeugen auszustatten, so dass zu Beginn des Korea-Krieges auf der koreanischen Halbinsel ein starkes militärisches Ungleichgewicht vorherrschte.“ (36)

Auch wenn es im Detail für die Fliegerkräfte und (eingeschränkt) die Ausrüstung mit Panzern richtig sein mag (a5), so ist die Grundaussage eines militärischen Ungleichgewichts einfach falsch. Doch um die Geschichte von Südkorea als Opfer und den Vereinten Nationen mit einem starken militärischen Partner USA als rettenden Helfer nicht aufgeben zu müssen, ist jede Verrenkung zulässig.

Vorbereitung des Korea-Krieges in der UNO

Dem Leser sei versichert, dass die Überschrift keineswegs überspitzen möchte. Unabhängig davon, inwieweit die diplomatischen Vertreter in den Vereinten Nationen, also die einzelnen Menschen selbst, sich bewusst waren, dass ihre Handlungen konsequent in eine blutige Katastrophe auf der koreanischen Halbinsel führen würden, halte ich es für absolut notwendig, auf die schlichte Tatsache hinzuweisen, dass die altruistisch deklarierte Gemeinschaft der Völker in Wahrheit ein empathieloses Instrument der Macht ist – und ganz offenbar auch genau dafür konzipiert und genau so aufgebaut wurde.

Gerade die Vorgeschichte des Korea-Krieges und das korrespondierende Wirken der neu geschaffenen Weltorganisation während dieser Zeit, wie auch später im Krieg selbst, zeigen eindringlich, dass der Weg in den Krieg in der Regel mit banalen Einzelhandlungen unzähliger Akteure gesäumt ist, die sehr wohl triftige, nachvollziehbare Gründe für ihre letztendlich in Summe verhängnisvollen Entscheidungen benennen können.

Wir müssen endlich verstehen lernen:

Die großen Katastrophen, welche die Menschen produzierten, resultierten aus vernünftigen, nachvollziehbaren kleinen Entscheidungen, welche ebenso natürliche Charaktermerkmale der Menschen zur Grundlage haben. Eine der Unauffälligsten ist der für das Subjekt kaum wahrnehmbare Rutsch in die Abhängigkeit durch seinen Opportunismus. Es ist jene Eigenschaft, die sich in Worten manifestiert, wenn der Betroffene sagt: „Was sollte ich denn tun? Ich hatte doch keine Wahl!“.

Wir haben aber immer eine Wahl.

Mit Anrollen des Kalten Krieges setzten die USA auch ihren überragenden Einfluss in der UNO ein, um das Bild eines amoralischen sowjetischen Systems in der Bevölkerung zu verankern. Während im Jahr zuvor dem faschistoiden Regime in Südkorea eine Farce als freie Wahlen konsistiert wurde, zögerte man nicht, Resolutionen über die „Verletzung fundamentaler Menschenrechte durch die Sowjetunion“ mittels höriger UN-Vertreter einbringen zu lassen (37).

Während Syngman Rhees Militärs vor den Augen der US-amerikanischen Berater tausende Koreaner inhaftieren und abschlachten ließ, lancierten die USA Resolutionen durch Stellvertreter, um die eigene tragende Rolle in der UNO zu verschleiern. Das hat sich bis zum heutigen Tag nicht geändert. Hier durfte Chile ran und es dürfte sicher eine interessante Suche nach den Abhängigkeiten sein, die den chilenischen Vertreter dazu trieb, sich um die Menschenrechte in der Sowjetunion zu kümmern (b3):

Nichts wurde ausgelassen, um ein Klima der Angst und des Misstrauens gegenüber allen zu schaffen, die sich nicht den Segnungen der einzigartigen Demokratie auszusetzen gewillt waren. Die USA wuschen die blutigen Hände der Syngman Rhee – Regimes bei der UNO rein, kümmerten sich um deren Aura als Vertreter der Demokratie im Fernen Osten und forcierten gleichzeitig die Kampagne gegen die „kommunistische Sowjetunion“. Nachdem zehntausende US-Berater und Soldaten in China ein verhasstes Regime gestützt hatten, dass nun in sich zusammenfiel, entdeckten sie auch dort ihr Herz für die armen Menschen (b4).

Dass die Sowjetunion in Bezug auf China den Frieden im Fernen Osten gefährdet haben sollte, war schlicht ein Witz. Das zählt aber nicht, denn als Propagandalehrstück verfehlte es seine Wirkung – wie bei jeder anderen Propaganda ja auch – keinesfalls.

Man muss sich jedoch in die Zeit zurück versetzen. Am 1. Oktober war durch Mao Tse-tung die Volksrepublik China ausgerufen wurden. Washingtons Zögling war nach Taiwan geflohen (siehe auch weiter oben). Und die Sowjetunion hatte es doch tatsächlich gewagt, das neue China als Völkerrechtssubjekt noch am gleichen Tag anzuerkennen (38). Noch im Jahr zuvor hatten die USA 400 Millionen US-Dollar in das von grenzenloser Korruption zerfressene Kai-shek-Gebilde gepumpt (39).

Die USA hatten ein Jahr zuvor künstlich Korea geteilt und dies mit Hilfe der Vereinten Nationen als „Friedensarbeit“ verkauft und verurteilten nun die UdSSR für deren Anerkennung einer durch die chinesische Bevölkerung selbst herbeigeführten Umwälzung ihres Staates. In diese Umwälzung war die Sowjetunion nur mit einem Bruchteil von dem involviert, was die USA in den Erhalt des Systems dort gesteckt hatten.

Das ist gelebte Doppelmoral und die UNO durfte dafür das Podium abgeben.

Und in eben der gleichen Zeit wurde auf Betreiben Syngman Rhees im „demokratischen“ Südkorea eine „Umerziehungsorganisation“ namens National Guidance League geschaffen, in der Verdächtige, bis hin zu einfachen Bauern „umerzogen“ wurden. Zur gleichen Zeit füllten sich die Gefängnisse in Südkorea mit 30.000 politischen Gefangenen (40).

Was Doppelmoral betrifft, halten wir also noch einmal fest:

Die Regierung, die die USA in Südkorea in 1945 einsetzten, war mit den Worten des befehlsführenden amerikanischen Generals John Hodge ein „dem Wesen nach faschistisches” und „mörderisches Regime”. Ich wiederhole: Es war der befehlsführende amerikanische General, der Südkoreas Regierung als eine Art Nazi-Regime bezeichnete, und trotzdem war er dort, um genau dieses Regime zu unterstützen.“ (41)

Es ist das, was ich gern als B-Geschichte bezeichne. Die Vereinten Nationen wurden benutzt, um die desaströse Niederlage für die USA in der A-Geschichte, nämlich den Sturz Chiang Kai-sheks in China abzuwenden. Dafür musste mit den Propaganda-Waffen von Demokratie und Menschenrechten auf die Hirne der Menschen eingeprügelt werden. Denn es ging um viel für die USA.

Ein diplomatischer Fehler epischer Dimension

Das Problem, das sich für die USA auftat, war nämlich Folgendes: Eine Anerkennung der Volksrepublik China als Vertreter des chinesischen Volkes würde plötzlich ein zweites ständiges Sicherheitsratsmitglied produzieren, das somit die bis dahin so klaren Machtverhältnisse in der UNO aufweichen würde.

Initiativen seitens der Sowjetunion in diese Richtung wurden daher durch Betreiben der USA blockiert. Das aber führte dazu, dass die Sowjetunion beschloss, die Arbeit des UN-Sicherheitsrates zu blockieren. Damit meinte sie auch eine Nicht-Umsetzbarkeit von Beschlüssen des Sicherheitsrates. Ab Mitte Januar 1950 nahm ihr UN-Botschafter Jakow Malikan keiner Sitzung des Sicherheitsrates teil.

Nachvollziehbar ist diese Entscheidung der sowjetischen Führung zweifellos. Sie sah eine Beratung, gemeinsam mit einem Chinesen, der überhaupt kein Mandat seines Volkes mehr hatte (wenn er es überhaupt zuvor je gehabt haben sollte), als Verrat an den legitimen Vertretern Chinas, mit denen man gerade diplomatische Beziehungen aufgenommen hatte. Die Rolle Kai-sheks als gnadenloser Kommunistenjäger über Jahrzehnte hinweg war allgemein bekannt.

Wir kommen hier an einen Punkt, der wirklich jedem deutlich machen kann, dass die Vereinten Nationen keine Gemeinschaft gleichberechtigter Mitglieder waren und sind. Wie sollte auch solch eine Utopie in einer von Macht und Herrschaft vollkommen durchdrungenen Welt funktionieren? Von dieser Warte aus gesehen, war die sowjetische Reaktion auf die Nichtanerkennung der Volksrepublik China durch die Vereinten Nationen ein kaum zu glaubender Fauxpas. Denn sie konnten doch sehen, dass der Rat einfach weiterarbeitete und eben schlicht die Abwesenheit des sowjetischen Vertreters feststellte (b5).

Da heißt es nämlich ganz am Ende lapidar: „ein Mitglied (Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken) war abwesend“ (Übers. PA). Abgestimmt wurde aber trotzdem und die Beschlüsse waren auch gültig. Das Beispiel ist aus dem Januar 1950. Doch was glaubten denn die sowjetischen Politiker, würde passieren, wenn die USA im Juni gleichen Jahres eine Entscheidung über Krieg in Korea mittels UNO-Mandat versuchen würden durchzudrücken?

Das Verhalten der sowjetischen Diplomaten damals kann ich mir nur als bestimmt durch die Befangenheit in ihren Emotionen erklären. Es erscheint mir wie das Verhalten eines beleidigten Kindes, das bockig die Kommunikation verweigert. Das lässt sich verstehen, nur ist es mitnichten professionell. Die Sowjetunion hatte schließlich seit spätestens 1944 die Einrichtung dieser Weltorganisation mitgetragen. Sie musste doch wissen, wer ihre „Partner“ waren!

Oder gibt es da noch etwas, das die Historiker erst noch herausfinden sollten? Maliks konsequentes Nichterscheinen bei den UN-Sicherheitsratssitzungen bis in den August 1950 hinein, trotz des Wissens um die möglichen Konsequenzen, ist in seinen Auswirkungen dermaßen schwerwiegend gewesen, dass für mich das Motiv ganz und gar nicht geklärt ist!

Denn, wie wir im folgenden Teil der Korea-Reihe erfahren werden, hätte eine andere abgeklärtere Strategie der sowjetischen Führung zumindest die Chancen auf eine Verhinderung des UN-Feldzuges gegen Korea drastisch erhöhen können. Diese Chance wurde durch deren Politiker – so wir ein bisher nicht bekanntes Kalkül ausschließen möchten – leichtfertig vertan.

Bleiben Sie auch weiterhin schön aufmerksam.

Anmerkungen:

(a1) Klammern wir dabei die jüngsten Ereignisse als, als sich im Juni 2018 der Präsident der USA, Donald Trump, mit dem nordkoreanischen Staatsführer Kim Jong-un traf.

(a2) Die DVRK trat erst im Jahr 1991 den Vereinten Nationen bei (41).

(a3) Auch Südkorea war zu jener Zeit kein Mitglied der Vereinten Nationen und trat dieser, wie auch Nordkorea, erst am 17. September 1991 offiziell bei (42). Das ist wichtig, um Dulles Aussage zu verstehen, dass die USA Südkorea als Mitglied der Vereinten Nationen betrachteten.

(a4) Das Prinzip, „befreundete“ Streitkräfte der USA durch größeren Einheiten vorangestellte Militärberater zu führen, resultierte nicht nur im Falle Südkoreas in einem Misserfolg, sondern auch Jahre später bei ihrem gleichgearteten Einsatz in der südvietnamesischen Armee. In beiden Fällen griffen daraufhin die USA mit ihren eigenen Streitkräften in das Kriegsgeschehen ein.

(a5) Die Nichtausrüstung der südkoreanischen Streitkräfte mit Kriegsflugzeugen und nur wenigen Panzern durch die USA ist nachgewiesen. Die möglichen Gründe werden im Folgeartikel dieser Artikelserie erörtert.

(Allgemein) An dieser Stelle die ausdrückliche Empfehlung, sich das umfangreiche Material anzuschauen, welches durch das Blog bronsteyn zusammengetragen wurde und diesen Artikel mit wertvollen Informationen unterstützen konnte.

(Allgemein) Dieser Artikel ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden.

Bildhinweis: Südkorea, Bongeunsa Tempel in Seoul

Quellen:

(1) 1.1.1949; https://www.trumanlibrary.org/publicpapers/index.php?pid=1011&st=korea&st1=

(2) 27.7.2018; https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Auslandsvertretungen_Nordkoreas#Nordamerika

(3) 22.12.2017; http://www.spiegel.de/politik/ausland/uno-sicherheitsrat-beschliesst-neue-sanktionen-gegen-nordkorea-a-1184788.html

(4) 24.1.2001; http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nordkorea-vor-anerkennung-quelle-gysi-in-heikler-mission-a-113792.html

(5) 27.7.2018; https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Botschaft_Pj%C3%B6ngjang

(6) 27.7.2018; https://en.wikipedia.org/wiki/Republic_of_China_presidential_election,_1948

(7) 27.7.2018; https://en.wikipedia.org/wiki/National_Revolutionary_Army#History

(8) 27.7.2018; https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_German-trained_divisions_of_the_National_Revolutionary_Army

(9,14) 9.3.1950; http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44447684.html

(10,12) Geschichte des modernen China 1800-1985; John F. Fairbank; 1986; dtv; S. 262

(11) 27.7.2018; https://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War#Resumed_fighting_%281946%E2%80%931949%29

(13,38) 27.7.2018; http://www.geschichteinchronologie.com/as/china/China-04-1945-1957-buergerkrieg-Chiang-Kai-Shek-Taiwan-SU-Mao-kollektivierung.html

(15) Donner aus China; Theodore H. White, Annalee Jacoby; 1950; Rowohlt Verlag, Stuttgart, Hamburg, Baden-Baden; entnommen aus: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44451216.html; 29.11.1950

(16) 29.11.1950; http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44451216.html

(17,19,24) 4.7.1950; https://sourcebooks.fordham.edu/mod/1950-gromyko-korea.asp

(18,21,28) 31.8.2017; Der Korea-Konflikt; Rainer Werning; https://www.nachdenkseiten.de/?p=39861

(20) 30.9.1949; http://digitalarchive.wilsoncenter.org/document/119385 (während der Besetzung durch die nordkoreanische Armee in Seoul aufgefunden und ins russische übersetzt)

(22) 7.4.2017; Syngman Rhee, Robert T. Oliver, and the Symbolic Construction of the Republic of Korea during the Global Cold War; David A. Frank & WooSoo Park;https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/02773945.2017.1302095

(23) 27.7.2018; https://de.wikipedia.org/wiki/John_Foster_Dulles#Arbeit_f%C3%BCr_die_Demokraten

(25) 2014; http://www.fsmitha.com/mistakes/victory-korea.htm

(26) 27.7.2018; https://history.army.mil/books/PD-C-02.HTM

(27) Speech, John Foster Dulles to ROK National Assembly, 19.6.1950, quoted in MacArthur Hearings; S. 2020

(29) 2009; https://bronsteyn.wordpress.com/2009/06/18/25-juni-1950-beginn-des-korea-%E2%80%93-krieges-und-einer-monstrosen-geschichtsluge/

(30) 28.7.2018; https://en.wikipedia.org/wiki/Republic_of_Korea_Army

(31) 22.8.1957; https://nautilus.org/foia-document/the-kmag-advisor-role-and-problems-of-the-military-advisor-in-developing-indigenous-army-for-combat-operations-in-korea/

(32) Sawyer, Military Advisors in Korea, S. 41; (2) Hist. Rpt, GHQ SCAP and FEC, 1.1.-31.12.1949, Kap. II, S. 26; entnommen aus: https://history.army.mil/books/PD-C-02.HTM; 28.7.2018

(33) Rad, WARX 91520, DA to CINCFE, Januar 1948. (2) Rad, CX 58237, CINCFE to DA, 28.1.1948; (3) President Rhee and General Hodge signed an interim agreement on 24.8.1948 providing for American assistance in training and equipping Republic of Korea security forces. Background Information on Korea, House Report 2495, 11.7.1950, S. 15-16; (4) Rad, No. 186, Muccio, Seoul, to Secy. of State, 5.11. 1948; entnommen aus: https://history.army.mil/books/PD-C-02.HTM; 28.7.2018

(34) The Korean War 1945-1953; Hugh Dean http://books.google.com/books?id=-IbQvd13uToC&pg=PA45#PPA46,M1

(35) Senate Comm. on Armed Services and Senate Comm. on Foreign Relations, 82d Congress, 1st Session, Hearings on Military Situation in the Far East and the Relief of General MacArthur, 1951 (hereafter cited as the MacArthur Hearings), pp. 1992-93; entnommen aus: https://history.army.mil/books/PD-C-02.HTM; 28.7.2018

(36) 27.7.2013; https://www.dw.com/de/vorgeschichte-einer-trag%C3%B6die/a-16898063

(37) 25.4.1949; http://www.un.org/en/ga/search/view_doc.asp?symbol=A/RES/285%28III%29

(39) 1988; http://www.sinoptic.ch/textes/histoire/1988/1988_Staempfli.Regula_Die.Schweiz.und.China.1945-1950-de.pdf

(40) 2.6.2008; https://www.heise.de/tp/features/Korea-Krieg-Wahrheit-und-Versoehnung-3418743.html

(41) 21.2.2018; https://www.rubikon.news/artikel/trump-zundelt-in-nordkorea

(42) 27.7.2018; https://de.wikipedia.org/wiki/Nordkorea#Internationale_Vertr%C3%A4ge

(43) 27.7.2018;https://de.wikipedia.org/wiki/Mitgliedstaaten_der_Vereinten_Nationen#Liste_der_aktuellen_und_ehemaligen_Mitgliedstaaten

(b1) Bildschirmfoto von: geographische Karte Nordkoreas; Erstellt: 29.5.2018; Originaldatei: Reliefkarte Nordkorea.png; Autor: https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Tschubby Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Nordkorea#/media/File:Reliefkarte_Nordkorea.png; Lizenz: Creative Commons CC BY-SA 3.0

(b2) Ausschnitt aus (b1)

(b3) UN-Resolution vom 25. April 1949; Bildschirmfoto; Quelle: http://www.un.org/en/ga/search/view_doc.asp?symbol=A/RES/285%28III%29 (Archiv der Vereinten Nationen)

(b4) Auszug aus UN-Generalversammlung vom 8.12.1949; Quelle: http://www.un.org/en/ga/search/view_doc.asp?symbol=A/RES/292(IV) (Archiv der Vereinten Nationen)

(b5) Protokoll des UN-Sicherheitsratsbeschlusses vom 17.1.1950; Bildausschnitt; Quelle: http://www.un.org/en/ga/search/view_doc.asp?symbol=S/RES/79%281950%29 (Archiv der Vereinten Nationen)

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Peter Frey ist Gründer des Portals peds-ansichten.de

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Ein Kommentar zu: “Die UNO – Machtinstrument gegen Korea (6)

  1. Danke für diese erhellenden Recherchen über eine Nation, die eigentlich so gar nichts mit dem zweiten Weltkrieg zu tun hatte und dennoch in die Auseinandersetzungen von Großmächten hineingezogen wurde.
    Von einer ehemals japanischen Kolonie zu einer bis heute geteilten und im Süden erneut besetzten Nation, deren Souveränität sehr einseitig vom neuen Okkupanten abgeschafft wurde. Im heutigen Korea-Bild ist man dagegen entsetzt über den wirren „Machthaber“ in Nordkorea und übersieht dabei die wirklichen Ursachen der aktuellen Situation.

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