Die Verschwörungsleugner | Von Simone Hörrlein

Schon immer hat es machtpolitische Absprachen hinter den Kulissen gegeben — dennoch werden Menschen, die dies aufdecken, systematisch diffamiert.

Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Hans-Joachim Maaz aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

Ein Standpunkt von Simone Hörrlein.

In seinem „Leitfaden für Verschwörungstheorien“ schreibt Butter:

„Die Überzeugung, dass Ereignisse heimlich und hinter den Kulissen von mächtigen Akteuren gelenkt werden, gehört in den Bereich der Verschwörungstheorien.“

Das sehen der 1977 verstorbene Historiker Carroll Quigley und der 2002 ebenfalls von uns gegangene Historiker Antony C. Sutton ganz anders. In ihren Büchern sprechen beide davon, dass eine Gruppe mächtiger und reicher Männer schon seit langer Zeit die Geschicke der Welt beeinflusst.

Das von Quigley und Sutton Gesagte fällt nach Butter ganz klar in die Kategorie Verschwörungstheorie, denn Verschwörungen, sofern sie stattfinden, könnten niemals über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden, ohne dass sie entdeckt würden. Dass dies sehr wohl funktionieren kann, erklärt uns Quigley in seinem lesenswerten Werk „The Anglo-American Establishment“ (1), in dem er im Detail beschreibt, wie die angloamerikanische Finanzelite bereits seit Jahrhunderten zusammenarbeitet, um weltweit bestimmte Werte zu verbreiten.

Die Milner-Group

Und Quigley nennt sogar den Namen einer Gruppe: die „Milner Group“, eine bereits 1891 in London von Cecil Rhodes gegründete Geheimgesellschaft, deren Ziel die Kontrolle der Weltwirtschaft sei. Damit diese Verschwörung nicht entdeckt wird, besteht die Milner-Group aus einem inneren Kreis — „The Society of the Elect“ — und einem äußeren Kreis — „The Association of Helpers“, auch bekannt als „The Milner Kindergarten“ und „The Round Table Group“.

Der äußere Kreis arbeite an der Umsetzung der Ziele des inneren Kreises, würde regelmäßig rekrutiert und bestünde aus Politikern, Akademikern und Intellektuellen aller Disziplinen.

Dass diese Verschwörung nicht auffliegt, liegt also primär daran, dass der äußere Kreis, obwohl er aus einer nicht unerheblichen Anzahl von Menschen besteht, nicht einmal weiß, dass ein innerer Kreis existiert.

In der Einleitung von „The Anglo-American Establishment“ schreibt Quigley:

„Kein Land, das seine Sicherheit schätzt, sollte zulassen, was die Milner-Group erreicht hat — nämlich, dass eine kleine Gruppe von Männern dazu in der Lage wäre, eine extrem große Macht in Verwaltung und Politik auszuüben. Dass diese Gruppe eine fast vollständige Kontrolle über die Veröffentlichung von Dokumenten besäße, die sich auf ihre Handlungen beziehen. Dass diese Gruppe die Macht hätte, Einfluss auf die Informationswege zu nehmen, welche die öffentliche Meinung formen, und dass sie das vollständige Monopol über die Geschichte ihrer eigenen Zeit besäße.“

Carroll Quigley war alles andere als ein Verschwörungstheoretiker, vielmehr ist sein Lebenslauf beachtlich: Er war Professor an der „School of Foreign Service“ der Georgetown University, Dozent in Princeton und Harvard sowie Berater des US-Verteidigungsministeriums und der US Navy. Quigley war zudem Mentor des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton, der ihn 1991 sogar im Rahmen seiner Präsidentschaftskampagne positiv erwähnte. Professor Quigley, so Clinton, hätte einen wichtigen Einfluss auf seine politische Philosophie gehabt.

Die Rolle des Finanzkapitalismus

In seinem bekanntesten Werk „Tragedy & Hope: A History of the World in Our Time“ — deutsch: Tragödie und Hoffnung (2) — erzählt Quigley auf über 1.000 Seiten eine extrem spannende Geschichte. In diesem Buch beschreibt er, wie es der angloamerikanischen Banken-Elite gelingen konnte, ihre globale Macht zu etablieren und diese zu erhalten. Sein Werk richtete sich eigentlich ausschließlich an akademische Fachkreise, wurde jedoch aufgrund seines brisanten Inhaltes zu einem Bestseller, der sogar ins Deutsche übersetzt wurde.

Quigley schreibt:

„Die Mächte des Finanzkapitalismus hatten ein weiteres weitreichendes Ziel, nämlich nichts weniger als ein weltweites System der finanziellen Kontrolle in privaten Händen zu schaffen, welches in der Lage war, das politische System eines jeden Landes und die Wirtschaft der Welt als Ganzes zu beherrschen.“

Dieses System, so Quigley weiter, sollten die Zentralbanken der Welt auf feudalistische Art und Weise kontrollieren. Die Spitze des Systems sollte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel, Schweiz, sein, eine private Bank, die den Zentralbanken der Welt — die ihrerseits private Unternehmen sind — gehört und von ihnen kontrolliert wird.

Jede Zentralbank, in den Händen von Männern wie Montagu Norman von der Bank of England, Benjamin Strong von der New Yorker Federal Reserve Bank, Charles Rist von der Bank of France und Hjalmar Schacht von der Reichsbank, versuchte, die eigene Regierung zu dominieren, indem sie die Staatsanleihen kontrollierte, die Devisenmärkte manipulierte, das Niveau der wirtschaftlichen Aktivität im jeweiligen Land beeinflusste und kooperative Politiker durch nachfolgende wirtschaftliche Belohnungen in der Geschäftswelt korrumpierte.

Ein langfristiges Programm

Auch der Historiker Antony Sutton spricht in seinen Büchern von einer weltweiten Verschwörung der Finanzelite und hat diesem Thema die Bücher „Wall Street and the Bolshevik Revolution“ (3), „Wall Street and FDR“ (4) und „Wall Street and the Rise of Hitler“ (5) gewidmet.

Die Schlussfolgerung Suttons lautet: Die wirtschaftlichen Machteliten verfolgen zur Sicherung ihres Reichtums ein „langfristiges Programm“, dessen Ziel Kollektivismus und eine Art „Unternehmenssozialismus“ sei.

Dass das von Sutton beschriebene „langfristige Programm“ keine Verschwörungstheorie ist, kann jeder in der Realität in dem von Klaus Schwab propagierten „Great Reset“ erkennen. Suttons Ausführungen sollen gerade real in ihre finale Phase überführt werden. Denn was Schwab uns im Gewand wirtschaftlicher Gleichheit, kollektiven Wohls, geteilten Schicksals und Fairness verkaufen will, ist nichts anderes als die monopolistische Kontrolle der Produktion durch die Eliten des Weltwirtschaftsforums (WEF), und das ist „Unternehmenssozialismus“.

Im Klartext heißt dies, die Konzernoligarchen sollen entscheiden, was wir noch konsumieren dürfen, indem sie die Produktion auf die Dinge beschränken, die sie alleine für akzeptabel halten. Dies bedeutet weiterhin wachsenden Reichtum für nur sehr wenige und „real existierenden Sozialismus“ für die große Mehrheit.

Fakt, nicht Fiktion

Doch auch jüngere Jahrgänge wie David Talbot zeigen uns, dass Verschwörungen gepaart mit Korruption Fakt und nicht Fiktion sind. Talbot ist ebenfalls nicht im Reich der Verschwörungstheorien zu Hause, er ist Gründer von salon.com, war Redakteur beim San Francisco Examiner und schrieb unter anderem für The New Yorker, Rolling Stone, Time und The Guardian. In seinem New York Times-Bestseller „Das Schachbrett des Teufels — Die CIA, Allen Dulles und der Aufstieg Amerikas heimlicher Regierung“ (6) gewährt uns Talbot, mittels neu freigegebener Dokumente und Zeugenbefragungen, einen gruseligen Blick hinter die Kulissen der Macht.

In seiner Biographie des ehemaligen CIA-Direktors Allen Dulles schildert Talbot wie dieser — für das Wohl seiner Freunde in Washington und an der Wall Street — mit Nazigrößen kollaborierte und auch vor Bestechung, Regierungsstürzen und politischem Auftragsmord nicht zurückschreckte, solange es um die Erreichung seiner Ziele ging. Auch wer sich für die CIA-Verstrickungen bei der Ermordung John F. Kennedys interessiert, ist bei Talbot richtig.

Die Superclass und der Davos-Mann

Doch Quigley, Sutton und Talbot sind nicht die Einzigen, die von einer Machtelite sprechen, welche die Geschicke unserer Welt lenkt. Auch David Rothkopf, ein langjähriger Gast des Weltwirtschaftsforums (WEF) im schweizerischen Davos, spricht in seinem 2008 erschienenen Bestseller „Superclass — The Global Power Elite And The World They Are Making“ (7) davon, dass eine relativ kleine Gruppe globaler Finanzeliten hinter den Kulissen unsere Welt kontrolliert.

Auch Rothkopf ist weit entfernt davon, ein Verschwörungstheoretiker zu sein, er war, unter anderem, Geschäftsführer bei Kissinger Associates, einer internationalen Beratungsfirma, gegründet vom früheren US-Außenminister Henry Kissinger. Außerdem war er Mitglied im elitären Club des „Council on Foreign Relations”, der schon 1974 das Dokument „The Hard Road to World Order” publiziert hat.

Laut Rothkopf verfolgen etwa 6.000 Menschen, die alle auch dem illustren Club des WEF angehören, das Ziel, die Geschicke der Welt nach ihren Wünschen zu lenken. Diese globale Machtelite könnte traditionelle Regierungen obsolet machen, sie beabsichtige dies sogar, sagt Rothkopf. Das besondere an diesen Menschen, die davon überzeugt sind, eine „globale Elite“ zu sein, sei, dass sie tiefere Verbindungen zueinander entwickelt hätten als zu ihren Heimatländern und Regierungen.

Diese Leute gingen auf dieselben Schulen, säßen gemeinsam in den Vorständen globaler Unternehmen und gemeinnütziger Organisationen und plauderten regelmäßig auf Konferenzen wie dem WEF in Davos, außerdem machten sie ständig Geschäfte miteinander.

Dies alles stärke den Zusammenhalt und habe dazu geführt, dass diese Elite zu einer „Klasse ohne Land“ geworden sei und sich als die „neue Führungsklasse für unser Zeitalter“ sähe.

Den wichtigen Kern dieser Elite bilden laut Rothkopf finanzstarke Geschäftsleute, allen voran Hedgefonds-Manager, Technologieunternehmer und Private-Equity-Investoren. Aber auch der Papst sei ein Mitglied der Superklasse und Osama bin Laden gehörte ebenfalls dazu. Der russische illegale Waffenhändler Viktor „Merchant of Death“ Bout sei ein Mitglied, ebenso wie Rupert Murdoch und Bill Clinton. Letzterer sei zwar nicht mehr Oberbefehlshaber der Supermacht USA, übe seinen Einfluss aber durch die „Clinton Global Initiative“ aus.

Ähnlich wie Rothkopf sah auch der konservative Gelehrte Samuel Huntington den sogenannten „Davos-Mann“ (8):

Er ist ein Mensch, der „wenig Bedürfnis nach nationaler Loyalität hat, nationale Grenzen als Hindernisse betrachtet — die zum Glück verschwinden — und nationale Regierungen als Überbleibsel aus der Vergangenheit sieht, deren einzige nützliche Funktion darin besteht, die globalen Operationen der Elite zu erleichtern.“

Auch dem 2008 verstorbenen Huntington kann man nur schwer vorwerfen, er verbreite Verschwörungstheorien. Als Politikwissenschaftler verbrachte er mehr als ein halbes Jahrhundert an der Harvard University, wo er Direktor des „Harvard Center for International Affairs“ und „Albert J. Weatherhead III University Professor“ gewesen ist. Zudem war Huntington unter Jimmy Carter Koordinator für Sicherheitsplanung im Nationalen Sicherheitsrat.

Die Traumwelt der Verschwörungsleugner

Weshalb also ordnen Butter und seine Kollegen, trotz umfassender Literatur und zahlreichen offiziellen Dokumenten, Verschwörungen als Verschwörungstheorien ein? Weshalb verfassen „gebildete” Menschen einen „Leitfaden Verschwörungstheorien” (9), der an Ignoranz kaum mehr zu übertreffen ist. So ist die in diesem Leitfaden erwähnte Anti-Impf-Verschwörungstheorie eine Peinlichkeit und nicht mehr als Propaganda. Ziel dieser nicht besonders intelligenten Propaganda dürfte es sein, Menschen mit abweichenden Meinungen zu Impfungen, die in einer freien Gesellschaft völlig legitim sein sollten, in eine bestimmte Ecke zu drängen.

Im Leitfaden heißt es, dass ein vermeintlich profitorientiertes Komplott zwischen Regierung und Pharmaindustrie widerlegt werden müsse, anderenfalls hätte dies nicht nur signifikant negative Auswirkungen auf die Absicht, sich impfen zu lassen, sondern auch auf die generelle Einstellung der Bevölkerung zur Impfung.

Ein „vermeintlich profitorientiertes” Komplott? Dieser Unsinn treibt jedem, der die Pharmaindustrie und ihre Machenschaften von innen kennengelernt hat, vor Lachen die Tränen in die Augen. In der Pharmaindustrie geht es, wie auch in jedem anderen Unternehmen, ausschließlich um Profit. Pharmaunternehmen sind weder Wohltätigkeitsveranstaltungen, noch dienen sie unserer Gesundheit. Ihre Herren sind ihre Investoren und für die gilt es, möglichst hohe Renditen zu erzielen. Und was wäre wohl besser geeignet, die Profite in die Höhe zu treiben, als eine Ausweitung des Marktvolumens eines Produktes auf die gesamte Menschheit?

Wie, wenn nicht mit einem profitorientierten Komplott, ließe sich erklären, dass wir die finanziellen Mittel für die Impfung von sieben Milliarden Menschen aufbringen sollen für eine Erkrankung, die laut Professor John Ioannidis von der Stanford Universität nicht gefährlicher ist als die Grippe. Ist das nicht eine gigantische Goldgrube, wenn es gelänge, unter Berücksichtigung der jährlichen Coronavirus-Mutationen, der gesamten Menschen eine oder vielleicht auch zwei jährliche Impfungen zu verkaufen?

Für ein profitorientiertes Komplott spricht auch eine Pressemitteilung (10) des Bundesgesundheitsministeriums, in der eine Analyse von Professor Boris Augurzky und Professor Reinhard Busse vorgestellt wird. Beide kommen zu dem Ergebnis, dass im Jahr 2020 im Jahresdurchschnitt lediglich 4 Prozent aller Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt gewesen sind.

Sieht so eine gefährliche Pandemie aus? Muss deswegen von Amts wegen die gesamte mittelständische Wirtschaft gegen die Wand gefahren werden?

Nein, nicht die sogenannten Verschwörungstheoretiker, die Verschwörungsleugner leben in einer Traumwelt. Menschen, die den Einfluss globaler Machteliten auf die Geschehnisse der Welt vehement verneinen und hinter jeder Ecke einen Verschwörungstheoretiker vermuten, leben in einer Illusion, in einer idealen Welt, die es leider nur im Märchen gibt. Wie unsere Welt wirklich ist, zeigen immer wieder auch Whistleblower wie der Amerikaner John Perkins.

Die Economic Hit Men

Im Jahr 2016 hat Perkins eine erweiterte Version seines Buches „Confessions of an Economic Hit Man” unter dem Titel „The New Confessions of an Economic Hit Man“ (11) veröffentlicht. Perkins, der selbst mehrere Jahre als sogenannter „Wirtschaftskiller“ gearbeitet hat, erzählt in diesem Buch, wie er mit übertrieben optimistischen Wirtschaftsprognosen dafür gesorgt hat, dass zahlreiche Länder in die Schuldenfalle getrieben und anschließend ausgeschlachtet wurden. Auch einige politische Morde wurden während Perkins Amtszeit in Südamerika verübt und er nimmt diesbezüglich kein Blatt vor den Mund. In der Einleitung seines neuen Werkes schreibt er:

„Economic Hit Man (Wirtschaftskiller) sind hochbezahlte Profis, die Länder rund um den Globus um Billionen von Dollar betrügen. Sie leiten Geld von der Weltbank, der US-amerikanischen Agentur für Internationale Entwicklung und anderen ausländischen Hilfsorganisationen in die Kassen von Großkonzernen und in die Taschen einiger weniger reicher Familien, die die natürlichen Ressourcen des Planeten kontrollieren.“

„Zu ihren Werkzeugen gehören gefälschte Finanzberichte, manipulierte Wahlen, Bestechungsgelder, Erpressung, Sex und Mord. Sie spielen ein Spiel, das so alt ist wie das Imperium selbst, das aber in Zeiten der Globalisierung neue und erschreckende Dimensionen angenommen hat. Ich muss es wissen, ich war ein Economic Hit Man.”

Auch der frühere Finanzminister Griechenlands, Yanis Varoufakis, hat Perkins Werke gelesen und schreibt dazu Folgendes:

„Als ich ,Confessions of an Economic Hit Man‘ las, konnte ich nicht ahnen, dass ich einige Jahre später die Art von ,Wirtschaftsbetrug‘ erleben würde, die Perkins so anschaulich schildert. Dieses Buch deckt sich mit meinen Erfahrungen der brutalen Methoden und der groben wirtschaftlichen Irrationalität, die mächtige Institutionen bei ihrem Versuch leiten, die demokratische Kontrolle über die wirtschaftliche Macht eines Landes zu untergraben. Perkins hat (mit seinem neuen Buch) wieder einmal einen wesentlichen Beitrag zu einer Welt geleistet, die Whistleblower braucht, um uns die Augen für die wahren Quellen politischer, sozialer und wirtschaftlicher Macht zu öffnen.“

Die Kriegsverschwörung

Kommen wir zum Schluss zu einer ganz anderen Verschwörung, einer Verschwörung, die vor 76 Jahren begann und bis heute nicht beendet wurde. Es geht um eine Verschwörung gegen Deutschland, an der mehr als 20 Länder beteiligt gewesen sind, sagt William Toel. Toel ist amerikanischer Professor (12) und verfügt nicht nur über Erfahrungen in Militär und Bankenwesen, er hat auch an verschiedenen Universitäten gelehrt und gilt als ausgewiesener Deutschlandkenner.

Im Zweiten Weltkrieg, erzählt Toel, hätten sich die Alliierten, und er spricht von über 20 Ländern, gegen Deutschland verschworen. Ihr Ziel sei es gewesen, Kultur und Geist der Deutschen vollständig und irreversibel zu zerstören. Dazu hätten sich noch während des Krieges 200 der klügsten Köpfe aller Disziplinen aus britischen und amerikanischen Eliteuniversitäten, ausgestattet mit unerschöpflichen finanziellen Mitteln, im englischen Bletchley Park versammelt, um einen perfiden Plan gegen unser Land auszuarbeiten.

Laut Toel wurden unsere Geschichts- und Schulbücher verbrannt und in England und den USA neu gedruckt. Mittels eines degenerierten Bildungssystems wurden anschließend Generationen von Deutschen erfolgreich einer Gehirnwäsche unterzogen, um sie auf ewig in Schuld und Scham zu halten.

Doch das ist noch nicht alles, der freundliche ältere Herr erzählt uns auch, dass unsere gesamte Presse, genau wie unsere Politiker, bis zum heutigen Tag von nur wenigen Menschen kontrolliert würden. Und Kanzlerkandidat könnte in Deutschland niemand ohne die Zustimmung Washingtons, Londons und Russlands werden.

Besonders beschämend ist, dass alle bisherigen Kanzler an diesem Schmierentheater beteiligt gewesen sein sollen. Als von außen gesteuerte Marionetten hätten sie willfährig dazu beitragen, uns zu versklaven, zu berauben und bis über beide Ohren zu verschulden, sagt Toel.

Entweder der freundliche ältere Herr tischt uns puren Blödsinn auf, eine echte Verschwörungstheorie eben, oder aber er sagt die Wahrheit.

Wäre Letzteres der Fall, wäre zumindest ansatzweise verständlich, weshalb Herr Butter und seine Kollegen exakt die Dinge von sich geben, die die 200 Bletchley-Park-Genies von jedem einzelnen Deutschen hören möchten: auswendig gelernten Bullshit, der niemals hinterfragt werden darf.

Verschwörungen, auch wenn viele es nicht gerne hören, sind die Regel, nicht die Ausnahme. Sie existieren in der Geschäftswelt wie in der Politik und stets dienen sie den Interessen einer kleinen und meist mächtigen Gruppe von Menschen. Und fast ausnahmslos geht es dabei um Macht und Geld, viel Geld.

Quellen und Anmerkungen:

  1. https://www.goodreads.com/book/show/991680.The_Anglo_American_Establishment
  2. https://www.chapters.indigo.ca/en-ca/books/tragedy-and-hope/9781939438010-item.html?ikwid=tragedy+and+hope&ikwsec=Home&ikwidx=0#algoliaQueryId=7a579b856126cc31f0749455ddf3b256
  3. https://www.chapters.indigo.ca/en-ca/books/wall-street-and-the-bolshevik/9781905570614-item.html?ikwid=wallstreet+and+the+bolshevik+revolution&ikwsec=Home&ikwidx=1#algoliaQueryId=b124c0f436caaec0ca8573fde4ea2582
  4. https://www.chapters.indigo.ca/en-ca/books/wall-street-and-fdr-the/9781905570638-item.html?ikwid=Wall+Street+and+FDR&ikwsec=Home&ikwidx=0#algoliaQueryId=62865e525ec35d42c8c1474958dc76a8
  5. https://www.chapters.indigo.ca/en-ca/books/wall-street-and-the-rise/9781905570621-item.html?ikwid=Wall+Street+and+the+Rise+of+Hitler&ikwsec=Home&ikwidx=1#algoliaQueryId=31dfbe4da8ab0e583679730b3e046c64
  6. https://www.westendverlag.de/buch/das-schachbrett-des-teufels-2/
  7. https://www.chapters.indigo.ca/en-ca/books/superclass-the-global-power-elite/9780143050414-item.html?ikwid=superclass&ikwsec=Home&ikwidx=0#algoliaQueryId=deb4e5052d9f68d9433b211603381d3b
  8. https://www.theguardian.com/world/2005/feb/03/globalisation.comment
  9. https://conspiracytheories.eu/_wpx/wp-content/uploads/2020/04/COMPACT_Guide_Deutsch-2.pdf
  10. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/2021/2-quartal/corona-gutachten-beirat-bmg.html?fbclid=IwAR3xriz3ND5K-zQVloMD7ZUyQsFduo-8H-zDxW5nSkBn9xgnmZK-gPFnKqE
  11. https://www.penguinrandomhouse.com/books/576012/the-new-confessions-of-an-economic-hit-man-by-john-perkins/
  12. https://www.bradley.edu/academic/colleges/fcba/administration/profile.dot?id=c2c33b48-4bbd-43f0-9fc8-1cd67e2c1edc

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Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Dieser Artikel erschien zuerst am 16. Juni 2021 bei Rubikon – Magazin für die kritische Masse.

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Bildquelle:      Stocker plus / shutterstock

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36 Kommentare zu: “Die Verschwörungsleugner | Von Simone Hörrlein

  1. Armand de Kneifel sagt:

    Bedauerlicherweise wird wieder einmal in einem analytischen Text vieles schnell durcheinandergebracht. Der dialektische Materialismus nach Karl Marx sollte wenigstens auch hierbei die zwingende Grundlage zum eigentlichen Sozialismusverständnis sein ohne politische Wertung für alle weichgespülten Wochenendphilosophen und Precht- oder Levi-Akolyten. Wer hier schnell die Grundlagen der ökonomischen Politik durcheinanderbringt, sollte noch einmal die Schulbank drücken oder sich besser in sein Schneckenhaus zurückziehen. Die fabianische Sozialismusverrenkung ist nur demagogischer Ausdruck der Finanzoligarchie und ihres Verständnisses vom „Wohlfahrtsstaat“ für die gesamte Menschheit seit 100 Jahren. Als Endziel bleibt jedoch wie immer die despotische Weltherrschaft einer arroganten Oligarchie – gefangen in ihrer eigenen soziopathisch verbrämten Sülze. Oben sitzt eben der Godfather, Lord of Mercy, Pate, Patron oder der eigentliche Herr im Lande, der sein Volk belehren kann, es nach seinem eigenen Befinden dirigiert und im Sinne eines Krypto-Faschismus eine „sozialistische“ Lebensweise für alle vorschreibt. Frage ist da eben – was ist daran sozialistisch, wenn die Produktionsmittel immer noch in den Händen der alten Weltenbrenner und Monopolkapitalisten sind? Das hat nichts mit dem eigentlichen Sozialismus zu tun oder schon gar nichts mit dem historisch realen Sozialismus. „Gerechter“ Staatsmonopolismus, „Sozialrevolution“ oder auch eine neue Weltordnung dienen am Ende nur der mafiösen Finanzoligarchie in Washington, London, Brüssel und Berlin mit all ihren dünkelhaften Vasallen aus Politik, Wirtschaft, Bildung und den hofierten Massenmedien im Schlepptau der Eitelkeiten. Das Militär ist danach nur der ausführende Arm für diktatorische Ruhe und Ordnung im Land, wenn keiner sich dagegen wehrt. Oftmals sind ja 30 aktuelle Silberlinge dem Judas wichtiger, als die gerechte Zukunft für seine Enkel, falls er überhaupt nach Covid-Vergiftungsimpfung und psychologischer Dauerhypnose noch zeugungsfähig sein sollte – Sic! Leider ist auch hier im Text die angelsächsische Position zu einzelnen Punkten und Themen zu stark dominant auch für den geneigten deutschen Leser und führt schnell zu einem Tunnelblick des ungewollten EU / US-Ethnozentrismus. Well you lost bumpkins: Speak of stepmother´s thrupence devil and he´s sure to appear once again with his ugly gob! Quellen anderer Länder – vor allem aus Russland (heute wichtiger und analytischer als vieles aus dem Westen!), Afrika mit seiner leidvollen Erfahrung unter den Kolonialmächten, arabische Nationen oder Lateinamerika und Asien mit deren unendlich langen Kriegen etc. sollten ebenfalls Gehör finden – heute mehr denn je!

  2. TKCB_Cranberry_ sagt:

    Alles ist geplant. Nichts ist, wie es scheint. Und alles ist miteinander verbunden. Verschwörungstheorien gab es schon immer und wird es immer wieder geben. Denn Dummheit wird nie aussterben. Verschwörungstheorien bieten einfache Erklärungen und Wahrheiten in einer immer komplizierter werdenden Welt. Sie unterteilen die Welt in Gut und Böse, Schwarz und Weiß. Ein „Dazwischen“ gibt es nicht.

    Ein Verschwörungstheoretiker behauptet, er wisse, wie etwas tatsächlich passiert sei. Bei so einer Erklärung haben angeblich böse Menschen für etwas Schlimmes gesorgt. Die bösen Menschen haben das auch geheim gehalten. Davon wissen aber angeblich nur wenige, kluge, ehrliche Leute wie die Verschwörungstheoretiker selbst. Ein böser Mensch ist aktuell z.B. Bill Gates oder Christian Drosten und natürlich Angela Merkel. Und ich bin in den Augen von Verschwörungstheoretikern ein Schlafschaf/Teil des Komplotts etc., was dieser Beitrag auch beweist.

    Das eigentlich Schlimme daran, ist es, was es mit den Menschen macht, die diesen Erzählungen verfallen. Sie mögen sich zu Beginn vielleicht erleuchtet fühlen. Endlich ergibt alles einen Sinn. Doch in Wirklichkeit entfernen Sie sich immer weiter von der Realität und weit schlimmer oft von Familien und Freunden. Sie fühlen sich anderen überlegen, weil diese wissen, was andere nicht wissen. Sie kann man dann nicht mehr erreichen, weil sie ja sowieso schlauer sind und alle anderen doof. Einige von denen (nicht wenige) tummeln sich hier in den Kommentarpalten.
    Schlimm finde ich auch, dass Verschwörungstheorien Hass gegen Minderheiten befeuern. Oft spielt Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus ("die Eliten") eine Rolle.

    • Nevyn sagt:

      Da haben Sie ja alles Wichtige in ein paar Sätzen untergebracht. Darf ich mal mit meinen Worten zusammenfassen?
      Menschen, die dem aktuellen Narrativ der Medien nicht glauben oder misstrauen und sich anderswo auch informieren, weil sie denken, dass man ihnen nicht die volle Wahrheit sagt oder die Interesse an unterschiedlichen Sichtweisen zeigen, haben einen an der Glocke. Sie sind naiv, einfach gestrickt und dummgläubig, Borderliner geradezu, die nur gut und böse kennen.
      Das deutlichste Zeichen: Sie misstrauen der Regierung, der Pharmaindustrie und den Mainstreammedien, die doch immer nur ihr Allerbestes für sie im Sinn haben, die die Fahne der Wissenschaft und Transparenz hoch halten, sich konsequent an Fakten orientieren und höchstens mal was falsch machen, weil sie es gerade nicht besser wissen. Im Übrigen ist die Welt einfach voller Zufälle, die ihnen von diesen schlichten Naturen als konzertiertes Handeln unterstellt werden, damit sie ihr einfach gestricktes Weltbild behalten können.
      Solche Menschen verstehen auch nicht, dass man das alles nur zu ihrem Besten und zu ihrem Schutz tut, auch vor sich selbst, weil sie gezeigt haben, das sie unmündig sind und die ihnen von der Verfassung zugeschriebenen Grundrechte sowieso nicht verdient haben.
      Solche Menschen sind gefährlich, denn sie untergraben die väterlich/mütterlich/diverse Autorität der Regierung mit ihren abweichenden Meinungen und sie sind selbst daran schuld, wenn sie dafür von den Weitsichtigen und Verantwortungsvollen verachtet, ausgegrenzt und sozial fertig gemacht werden. Mit Dummen und Verrückten zu reden lohnt sowieso nicht.
      Kommt das in etwa so hin?
      Was machen wir nun mit denen?
      Zwangsimpfen und in Umerziehungslagern unterbringen?

    • Outlaw sagt:

      Zitat:In seinem „Leitfaden für Verschwörungstheorien“ schreibt Butter:

      „Die Überzeugung, dass Ereignisse heimlich und hinter den Kulissen von mächtigen Akteuren gelenkt werden, gehört in den Bereich der Verschwörungstheorien.“

      Mag nicht unrichtig sein ,denn die meisten Menschen leben in ihrer Träumwelt und machen sich wenig Gedanken ,denn sie mögen keinerlei Belastungen oder Störungen ! Vielleicht gehört dazu auch Hr.Butter ,der in seiner "Real-Welt",die jeder anders begreift, nicht gestört werden möchte ? Oder er gehört zu denen ,die sich bewusst Vorteile daraus erhoffen und spielen das böse Spiel mit ? Um es "Quigley" zu sagen Sicher ist : Wer Butter am Kopf hat sollte nicht in die Sonne gehen ! :-)) Wer sich also zuweit rauswagt ,wird Probleme bekommen ! (Es wäre praktisch der "..Sutton" -Death . Darin sind sich "gew.Verschwörungstheoretiker " ,deren Theorien sich schon zu oft bewahrheitet haben einig ! Wir erleben es gerade wieder vermehrt mit Politik und Meinungsfreiheit ! Schon Jesu konnte davon ein Evangelium singen .Es hat sich also wenig unter der Sonne geändert …nur Butter schmilzt dennoch ,spätestens,wenn er(CH) der Wahrheit /dem Licht gegenübersteht ! Leider wird es sehr vielen so gehen .Lieber ein paar Hitman -Theorien zu viel ,als ein ruhiges "Schlafschaf"-Leben mit einem schrecklichen Erwachen ! Leben wir unser Leben mit Theorien -Wahrheiten und Träumen ,doch sollten wir wissen ,wo wir im Universum stehen ,Dazu ist das Streben nach der Wahrheit nötig ,mit unseren "6" Sinnen und beständiger Suche ,werden wir zu uns selbst !

    • TKCB_Cranberry_ sagt:

      "Menschen, die dem aktuellen Narrativ der Medien nicht glauben oder misstrauen und sich anderswo auch informieren, weil sie denken, dass man ihnen nicht die volle Wahrheit sagt oder die Interesse an unterschiedlichen Sichtweisen zeigen, haben einen an der Glocke"

      @Nevyn: Sie haben genau meine Annahme bestätigt, dass Sie nur Schwarz Weiß denken. Ich informiere mich ja auch in den alternativen Medien, habe ich jetzt einen an der Glocke?

      Ich finde auch nicht alles toll, was hier in Deutschland abgeht. Es ist einiges Schlecht, aber auch vieles Gut. Grautöne! Ich habe schon etwas von der Welt gesehen, und leider auch viel Elend (gerade in Afrika). Reise z.B. mal nach Madagascar, eines der zehn ärmsten Länder der Welt. Da landest Du ganz schnell im Polizeirevier und lernst dann erst mal richtig an der eigenen Haut kennen, was Korruption wirklich bedeutet. Und dann kommst Du irgendwie wieder zurück nach Deutschland und bist froh über die Freiheit hier. Dann aber liest Du hier Beiträge von Leuten, die wahrscheinlich noch nie ihr Dorf verlassen haben. Wie sonst kommt man auf die Idee, man lebe in Deutschland in einer Diktatur?

      "Was machen wir nun mit denen?"

      Deren Ängste ernst nehmen.

    • TKCB_Cranberry_ sagt:

      "Was machen wir nun mit denen?"

      Ich korrigiere mich: Ignorieren. Denn durch ihre Überheblichkeit sind sie sowieso nicht mehr erreichbar. Denn mit Überheblichkeit lässt sich nicht kommunizieren. Daher ist es auch richtig, dass Ken Jebsen weitgehend ignoriert wird.

  3. Karsten Thamm sagt:

    "Weshalb also ordnen Butter und seine Kollegen, trotz umfassender Literatur und zahlreichen offiziellen Dokumenten, Verschwörungen als Verschwörungstheorien ein?"

    Na ganz einfach: weil es, so lange unbewiesen, auch welche sind im Sinne des Wortes.
    Man kann es auch Arbeitshypothese nennen. Das ist das selbe.

    Es stellt sich ja die Frage: was beweisen die Dokumentationen denn?

    Natürlich gibt es elitäre Kreise und genügend Psychopathen die ihnen angehören. Das ist ja sogar messbar. Ob es sich beim wef um einen solchen Zirkel handelt? Kann sein, ist aber sicher nicht der einzige.

    Und Psychopathen spielen eben Mal gerne Pinky und brain.

  4. Schirmbild sagt:

    Das ist ja interessant! Gerade kürzlich bin ich James Corbett (corbettreport.com) über die gleichen Namen informiert worden, er nennt sogar Sutton als denjenigen, auf dessen Schultern er metaphorisch steht. Wir sind wahrscheinlich an einem Punkt, wo eine 150-jährige Entwicklung sich entweder selber ins Bein schiesst oder zu einem neuen Sprung Anlauf nimmt. Diese Entwicklung ist wahrhaft ein Paradigmenwechsel, den die Gesellschalft als solchen noch zu verdauen hat.

    • Karsten Thamm sagt:

      Lass sie Paradigmen wechseln. Ich verdauen es gerne. Wenn sie sich nichts selbst ins Bein schiessen, dann rutschen sie auf dem unverdauteb fraß aus, den sie anderen vorsetzen.

  5. Melezy Przikap sagt:

    Die Entstehung des Hirngespinstes Corona-Pandemie hat eine für über das nötige Wissen verfügende Menschen eine nachvollziehbare Ursache, die Jenseits von Gut (Gesundheit) und Böse (Verschwörung) liegt:

    Stefan Wehmeier:
    „Manche halten sich für "erwacht", wenn sie nur wissen, dass es bei der Klimareligion nicht um einen "Mensch-gemachten Klimawandel" und bei der Corona-Religion nicht um "krankmachende Viren" geht. Worum geht es dann? Um die "böse Absicht" der Herrschenden (wer auch immer "die Herrschenden" sein sollen), eine "Neue Weltordnung" (oder was auch immer) zu errichten? Das würde voraussetzen, dass "die Herrschenden" ebenso "wach" sind, und hier liegt der Denkfehler aller Verschwörungstheoretiker. […]“

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2021/05/aus-einem-schlechten-traum-erwachen.html

    • Hartensteiner sagt:

      Auf der einen Seite sind die "Verschwörer" mindestens so wach wie die, die die Verschwörungen aufdecken. Wenn Du das nicht glaubst, dann erzähle mal, was die ganzen "think tanks" für all ihr Geld so machen, die dann wiederum Konzerne und Politik "beraten". Das ist aber nicht alles. Wir sehen vor uns ein System, das auf Profit und Macht ausgerichtet ist und das fast wie ein perpetuum mobile seine eigene Logik mit sich bringt. Alle die als "Entscheidungsträger" irgendwelcher Art etwas zu entscheiden haben, tun "das Richtige", folgen also dieser inneren Logik (vergleiche auch das "uni sono der Medien). All diese einzelnen, "richtigen" Entscheidungen entwickeln, wie eine Lawine, eine gemeinsame Wirkung, die dann gar nicht von Einzelnen bestimmt werden muss, sondern sich "automatisch" ergibt. Die "große Verschwörung" muss von daher gar nicht "gemacht" sein, um dennoch vorhanden zu sein. Aber zurück, zu den think tanks und einzelnen "Verschwörern" – das sind die, die ganz bewusst einen erheblichen Teil beitragen und ganz bestimmte Handlungen vornehmen, um ganz bestimmte Ziele zu erreichen – "wir impfen jetzt mal 7 Milliarden Menschen" oder "wir führen jetzt mal einen Krieg gegen…". Damit das zu einer tatsächlichen "Verschwörung" wird, braucht es all diejenigen, die das aufgreifen und multiplizieren, was im Falle von Politikern und Medienleuten nicht ohne Wirkung bleibt.
      Die "konzertierte Aktion" braucht also nicht unbedingt EINEN DIRIGENTEN – das Orchester schafft es auch allein, die Musik zu spielen.

    • Hartensteiner sagt:

      Nochmal vereinfacht: Du wirst CEO eines Konzerns. Dort findest Du Deine Aufgabe bereits vor: Mehr Profit und durch dessen Macht noch mehr Profit und noch mehr Wachstum. Dann setzt Du alles ein, auch jeden Trick, um darin erfolgreich zu sein, sonst bist Du gleich wieder weg vom Fenster. Dazu holst Du auch den Rat gewisser think tanks ein und spricht Du mit einflussreichen Leuten ab, so gut das geht. Und das machen nun die CEOs von dutzenden Konzernen in gleicher oder ähnlicher Weise, wobei sie vielleicht auch untereinander gelegentlich um die Beute streiten. Alle zusammen haben dann die Wirkung einer großen Verschwörung, über die allerdings kein Einzelner allein gebieten kann.
      Dto. Du wirst Journalist und da Du nicht dumm bist und das Blatt kennst, weißt Du von Anfang an, was Du schreiben musst, um zu reussieren. Das muss Dir keiner anweisen. Mit allen anderen zusammen beförderst Du aber die "laufende Lawine", die nur durch all den vorauseilenden Gehorsam in Schwung kommt, zu der allerdings ein paar einflussreiche Leute, etwa die Besitzer, durchaus die grobe Richtung – was erwarten die Sponsoren und Werbekunden etc. – vorgeben. Auch hier wird eine große Verschwörung sichtbar, die allerdings nicht notwenig irgendjemand präzise kennt oder vorgibt, sondern die sich aus der fleißigen Arbeit der kleinen Zuarbeiter ergibt.
      Etwa auch so: Da ist ein Burg oder ein Haus. Unter dem leben jede Menge Ratten. Sie bauen und graben an ihren Gängen und vermehren sich usw. Eines Tages ist der Raum unter der Burg oder dem Haus so ausgehöhlt, dass der ganze Bau zusammenbricht. War das ein Verschwörung? War es nicht. Aber es hat gewirkt wie eine solche.
      Was nicht ausschließt, dass gewisse, mächtige (Geld) "Influencer" die entsprechenden Ideen, Richtungen "ins Gespräch" bringen, denen dann die Herde der "Fleißigen" folgt – in blinder Hoffnung auf Erfolg und "Teilhabe".

  6. Wolfgang Altpeter sagt:

    Wenn man mich Verschwörungstheoretiker nennt, erfüllt mich das mit stolz, denn die meisten meiner Verschwörungstheorien haben sich später bewahrheitet.

    • sandra beimer sagt:

      Eine gut gemachte Verschwörungstheorie ist immer wahr, weil sie aufzeigt wie sich Entitäten Vorteile verschaffen, wenn sie über entsprechende Machrmittel verfügen.

  7. otto mane sagt:

    kleine Formalie: Rainer Mausfeld nicht mehr…
    … „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind.

  8. A.B. sagt:

    Und in den sog. "Darmstädter Ferienkursen" wurden dann einige kranke Spinner darin unterrichtet, wie die "bürgerliche" europäische (also deutsche) Musikkultur direkt nach Auschwitz geführt hat und darum zerstört werden muss.

  9. sandra beimer sagt:

    Zeit zu fragen: wer (in der Echtwelt) ist Sauron?

    • sandra beimer sagt:

      Wer ist denn dieser 'William Toel'. Geheimdienst-Märchenonkel mit Auftrag die nächste Söldnergeneration in Deuscthland heranzuzüchten, die man dasnn in Russland rammen kann? Was er erzählt fühlt sich an wie bullshit, es riecht wie bullashit und schmeckt wie bullshit.

    • Nevyn sagt:

      1. Was bitte soll eine "Echtwelt" sein?
      2. Wer Visionen hat, die er anderen unbedingt beibiegen muss, soll zum Arzt gehen.

    • How-Lennon sagt:

      Die Gier.

    • Nevyn sagt:

      Gier ist völlig in Ordnung – wenn du ein Krokodil bist.

    • sandra beimer sagt:

      Nein, es sind immer Menschen mit Namen und Addressen. Clever, weil sie sich hinter Institutionen oder Konzepten verstecken. Aber am Ende des Tages legen sie sich in ein Bett an einer exakt bestimmbaren Geolokation.

    • Hartensteiner sagt:

      In gewisser Weise sind wir alle "Sauron" oder gehören zu seiner "Mannschaft". Würden "wir" (mehrheitlich) nicht mitspielen, wäre es mit "Sauron" vorbei.

  10. Carsten Leimert sagt:

    Eine gigantische Lüge, die seit 70 Jahren weltweit erzählt wird, ist, dass es damals angeblich die Guten (Alliierten) und die Bösen (Nazis) gab, obwohl es in Wahrheit damals die Guten nicht gab. Denn alle 3 großen Lager haben Massenmord begangen. Der Massenmord der Nazis an den KZ-Opfern (Juden, Homosexuelle und andere) und an den Kriegsopfern ist ja bekannt. Und auch die Verbrechen der roten Armee sind bekannt. Aber den wenigsten ist bewusst, dass auch die Alliierten Massenmord begangen haben, und zwar, indem sie entgegen jedem Kriegsrecht mittels Massenbombardements Millionen Zivilisten umgebracht haben und, indem sie an der Entstehung und Aufrechterhaltung des 2. Weltkrieges beteiligt waren. Im Übrigen gibt es Indizien, dass die Alliierten gezielt Deutschland gegen Russland aufgebracht haben, um als lachender Dritter und Sieger daraus hervorzugehen. So haben die USA Russland gegen Deutschland militärisch aufgerüstet (und damit die Gefahr, die von Russland für Deutschland ausging, erhöht) noch bevor Deutschland Russland angegriffen hat und damit haben die USA diesen Angriff (Erstschlag) begünstigt. Und auch sonst schickten die USA fortwährend Waffen nach Russland, d.h. ließen die Russen für sich gegen Deutschland kämpfen, noch bevor Deutschland den USA den Krieg erklärte. Mit Rücksicht auf die dunkle Vergangenheit Deutschlands (insbesondere unter den Nazis) und der Alliierten, müssen wir uns auch heutzutage hüten, uns von deutschen Politikern, den USA und anderen gegen Russland wieder aufhetzen zu lassen. Nie wieder Krieg!

    • Hartensteiner sagt:

      Hier geht es wieder mal schön durcheinander, indem einzelne Punkte aus dem Zusammenhang gerissen und nach Gutsherrenart zusammen gebastelt werden. Vereinfacht: Schon mal die Welt aus der Hauptstadt des Führers, GERMANIA" betrachtet? Richtig ist aber immerhin, dass das, was von Deutschland aus geschah, unauffällig unterstützt wurde, um bei dem, was sich ohnehin ereignete, gleich die UdSSR zusammen mit Deutschland sich gegenseitig zerschlagen zu lassen. Stalin wiederum hatte kein Interesse an einem Krieg, denn er brauchte "jeden Pfennig", um die UdSSR nach seinen Vorstellungen aufzubauen. Was er sich gewünscht hätte: Mehr Zusammenarbeit, von der die UdSSR hätte profitieren können. Das lief eine zeitlang auch gut – Beispiel: deutsche Architekten bauten ganze Städte in der UdSSR. Erst ab 1935 begann Stalin zu ahnen, dass da ein Krieg kommen könnte und begann die Deutschen aus diesem Grund rauszuwerfen.
      Letztlich waren aber schon Lenin und dann Stalin Bewunderer Deutschlands, die von deutschem Wissen und Können gern profitierten bzw. profitiert hätten. Und das geht nicht per Krieg. Deshalb schlug Stalin nach 1945 auch vor, Deutschland nicht zu teilen und lediglich Neutralität zu verlangen (s. Österreich), wohl wissend, dass das dann bis auf Weiteres kein kommunistisches Land werden würde. Er glaubte immer noch, dass die UdSSR von Zusammenarbeit profitieren könnte, nachdem der Faschismus geschlagen war. Ähnlich denkt heute Putin – ein weiterer Irrtum, wenn man Merkel, AKK, Baerbock etc. beobachtet.

  11. Michael Haas sagt:

    Sehr interressant – danke für diesen Artikel.
    Dass es Verschwörungen gibt, ist offensichtlich. Über die Ausmaße mag man streiten. Dass die operationelle Macht von Verschwörern unheimliche Ausmaße erreicht hat, scheint C1984 zu zeigen. Der Plan sieben Milliarden Menschen zu impfen, ist gigantisch und kann öffentlich vorgetragen werden. Das Märchen ist hier das Wohl der Menschen.
    Wann wäre es darum je gegangen?
    Die Masse der Menschen war immer Verfügungsmittel, Kanonenfutter oder Stimmvieh.
    Wir brauchen Wahrheit, so weit diese enthüllbar ist.
    Menschen die sie veröffentlichen, werden kalt gestellt. Setzen wir uns für JULIAN ASSANGE ein.

  12. wasserader sagt:

    Umso stärker sich eine Ideologie gegen die Bedingungen des Mensch-Seins richtet,
    umso stärker wird der Widerwille und Widerstand der Menschen sein .
    Es scheint eine Grundkonstante des menschlichen Lebens,
    wenn immer wieder Heilslehren als Religion oder Ideologie auftreten und diese Lehren
    das Sein der Menschen leugnen und Machtinteressen dienen.
    Ideologie oder Religion werden zum Dogma und mit steigendem Unwillen der Menschen setzen die Machthaber Inquisition .
    Stigmatisierungen werden gesetzt und "Verschwörungstheoretiker" ist eine Stigmatisierungsform der Gegenwart .
    Mir der Radikalisierung der Stigmatisierungen (und der Zensur und Propaganda)
    bestätigt die Machthabende Politik ihr Scheitern .
    Das Scheitern kann mit zunehmender Nötigung und Gewalt eine Zeit lang hinausgezögert werden .

  13. Susann Liehr sagt:

    Die Welt ist voller Ahnungsloser. Aber die Zukunft gehört der Wahrhaftigkeit!

  14. Box sagt:

    31.05.2021
    Sozialismus für Milliardäre, Kapitalismus für den Rest

    Im letzten Jahr gab es so viele neue Milliardäre wie nie zuvor. Mit Leistung hat das nichts zu tun. Denn auf der ganzen Welt sorgen Staaten dafür, dass Reiche immer reicher werden.
    Von Grace Blakeley

    Letztes Jahr sind inmitten einer globale Pandemie 700 Menschen Milliardäre geworden. Seitdem sind noch einmal 500 weitere dazugekommen. Das Gesamtvermögen der Forbes-Liste stieg von 5 auf 13 Billionen US-Dollar – stärker als jemals zuvor. Die meisten neuen Superreichen wohnen in China, gefolgt von den USA.

    Im gleichen Zeitraum schrumpfte das globale BIP um 3,3 Prozent, die Arbeitslosenraten der meisten Volkswirtschaften sind etwa 1,5 Prozent höher als vor der Pandemie. Das wirft nicht nur moralische Verteilungsfragen auf. Wir müssen verstehen, wie es sein kann, dass die Reichsten der Reichen gerade das Geschäft ihres Lebens machen, während die Nachfrage auf dem Weltmarkt schwach ist.

    Dieser neue Reichtum entstand vor allen Dingen durch die von den Zentralbanken durchgeführten Programme zum Ankauf von Vermögenswerten. Nach der Finanzkrise von 2008 orientierten sich immer mehr Zentralbanken am Vorbild der Bank of Japan und ihrer Reaktion auf die Krise ein Jahrzehnt zuvor. Sie begannen mit der Schaffung neuen Geldes. Damit kauften sie langlaufende Staatsanleihen und einige andere Vermögenswerte, um so die Renditen zu senken (zuvor hatten sie hauptsächlich mit kurzlaufenden Anleihen gehandelt, um die Zinssätze zu beeinflussen).
    (…)
    Die Einsicht, dass die Ungleichheit durch die Ankaufprogramme für Vermögenswerte von Zentralbanken gestiegen ist, impliziert, dass Staaten direkt in die Kapitalmärkte eingegriffen haben, um das Vermögen der Superreichen zu schützen. Angesichts dessen wäre es absurd, den Reichtum von Milliardären als Lohn für besondere Leistungen oder Innovationen zu deuten, dessen Höhe »vom Markt« bestimmt wurde. Milliardärinnen haben ihren massiven Vermögenszuwachs im vergangenen Jahr nicht verdient – sie haben das Geld praktisch vom Staat geschenkt bekommen.
    (…)
    Auch die Bewältigung der globalen Finanzkrise könnte man als eine Form der »corporate welfare« betrachten. Einige der größten Banken, Versicherungsgesellschaften und andere Finanzinstitute erhielten riesige direkte oder indirekte Rettungspakete für Aktivitäten, von denen einige ihrer Führungskräfte wussten, dass sie äußerst riskant waren.

    Die Banker waren sich darüber im Klaren, dass ihre Unternehmen »too big to fail« waren: Ihr Zusammenbruch könnte die Weltwirtschaft zum Einsturz bringen. Diese großen Finanzkonzerne besitzen eine Form von struktureller Macht, die dem Kapitalismus inhärent ist: Solange eine kleine Anzahl von Menschen den Großteil der Ressourcen der Welt kontrolliert, werden sie in der Lage sein, selbst die fortschrittlichsten Regierungen zu erpressen.

    Die Pandemie hat zu einer massiven Ausweitung der Subventionen an Konzerne geführt – nur retten die Regierungen dieses Mal nicht nur die Banken, sondern die ganze kapitalistische Klasse. Zusätzlich zu den Maßnahmen der Quantitativen Lockerung mit einem Volumen von 9 Billionen Dollar, die seit Beginn der Pandemie durchgeführt wurden, haben Regierungen auf der ganzen Welt Billionen für Kredite und Subventionen an große Unternehmen, Investorinnen und Immobilienbesitzer ausgegeben. In den meisten Fällen wurde auch etwas Unterstützung für Arbeiterinnen und Arbeiter bereitgestellt. Da aber weder Mieten noch Rechnungen noch Schuldentilgung ausgesetzt wurden, landete ein Großteil dieser staatlichen Gelder auf Umwegen ebenfalls in den Taschen der Reichen.

    Dies sind nur die indirekten Wege, über die kapitalistische Staaten die globale Klasse der Milliardäre unterstützen. Oxfam ermittelte 2015, dass ein Drittel des Reichtums der Milliardäre direkt aus korrupten Verflechtungen mit dem Staat oder Monopolen stammt. Ob durch Outsourcing, Subventionen oder Privatisierungen, staatliches Handeln hat im Laufe der Jahre viele neue Milliardärinnen geschaffen. Die Tatsache, dass die meisten neuen Milliardäre in diesem Jahr im staatskapitalistischen China ansässig sind, macht das besonders deutlich.

    Der dramatische Vermögenszuwachs der Superreichen wäre ohne das direkte Eingreifen der kapitalistischen Staaten auf der ganzen Welt unmöglich gewesen. Diejenigen, die versuchen, extreme Ungleichheit als Ergebnis eines funktionierenden freien Marktes zu rechtfertigen, täten gut daran, sich dies zu vergegenwärtigen.

    Aber auch Linken, die staatliche Intervention als die Antwort auf alle Probleme des Kapitalismus sehen, sollte dies eine Lektion sein. Meistens machen kapitalistische Staaten Politik im Interesse des Kapitals. Das liegt nicht daran, dass der Staat ein bloßes »Instrument« der herrschenden Klasse ist. Vielmehr hat sich das Kräfteverhältnis zwischen Kapital und Arbeit in den letzten Jahren entscheidend zugunsten des Kapitals verschoben. Der Klassenkampf, der innerhalb staatlicher Institutionen stattfindet, wurde dadurch entscheidend beeinflußt.

    Es mag möglich sein, sich eine Welt vorzustellen, in der die Macht öffentlicher Institutionen genutzt wird, um die Interessen der Arbeiterinnnenschaft gegenüber dem Kapital zu vertreten. Aber um dorthin zu kommen, führt kein Weg am Klassenkampf innerhalb und – vor allem – außerhalb des kapitalistischen Staates vorbei.

    https://jacobin.de/artikel/sozialismus-fur-milliardaere-kapitalismus-fur-den-rest-forbes-liste-quantitative-lockerung-corona-ungleichheit-corporate-welfare/

    Und noch eine Verschwörungstheorie, diesmal eine Offizielle, als von der Bundesregierung beauftragte Studie getarnt:

    "Westliche Demokratie" ist hohl: Reichtum regiert
    02. April 2018 Paul Schreyer

    Gedanken zu einer wenig beachteten und explosiven Regierungsstudie, die auf den Widerspruch zwischen Demokratie und konzentriertem Reichtum hinweist

    Manche Zusammenhänge sind so simpel und banal, dass sie leicht übersehen werden. Louis Brandeis, einer der einflussreichsten Juristen der USA und von 1916 bis 1939 Richter am Obersten Gerichtshof, formulierte es so: "Wir müssen uns entscheiden: Wir können eine Demokratie haben oder konzentrierten Reichtum in den Händen weniger – aber nicht beides."

    Hinter dieser Aussage stehen Erfahrung und Beobachtung, aber auch eine innere Logik: Wenn in einer Gesellschaft die meiste Energie darauf verwandt wird, Geld und Besitztümer anzuhäufen, dann sollte es niemanden überraschen, dass die reichsten Menschen an der Spitze stehen. Was wir als führendes Prinzip akzeptieren, das beschert uns auch entsprechende Führer. Und wo sich Erfolg an der Menge des privaten Vermögens bemisst, da können die Erfolgreichen mit gutem Grund ihren politischen Einfluss für recht und billig halten.

    Logisch erscheint es auch, wenn in einer solchen Gesellschaft die Regierung immer wieder gegen die Interessen der breiten Masse entscheidet. Vereinfacht gesagt: Wo reiche Menschen an der Spitze stehen, da herrscht nun mal nicht die Mehrheit. Private Bereicherung und Allgemeinwohl passen ungefähr so gut zusammen wie ein Krokodil in den Goldfischteich. An diesem Widerspruch ändert sich auch dann nichts, wenn die Goldfische und das Krokodil gemeinsam demokratisch eine Regierung wählen, die dann eindringlich an das Krokodil appelliert, doch bitte, im Interesse aller, seinen Appetit zu zügeln.

    Aber Moment: Stimmt die grundlegende Annahme hier überhaupt? Regieren reiche Menschen? Existiert nicht schon seit Jahrzehnten ein frei gewähltes Parlament mit Abgeordneten aus der Mitte der Gesellschaft? Ist Bundeskanzlerin Angela Merkel, Tochter eines Pfarrers und Enkelin eines Polizisten, nicht das Musterbeispiel für einen bodenständigen, bescheidenen Menschen ohne größeren privaten Besitz? Kann man Ähnliches nicht auch über Frank-Walter Steinmeier (Sohn eines Tischlers) oder Martin Schulz (Sohn eines Polizisten) sagen?

    Und bei aller berechtigten Kritik am Einfluss von Lobbyisten: Versucht die Bundesregierung mit "Mutti" Merkel an der Spitze nicht immer wieder, das Wohl der einfachen Leute im Auge zu behalten, sich fürsorglich an den Bedürfnissen der breiten Masse zu orientieren?

    Regierungsstudie untersucht Einfluss von Armen und Reichen

    Forscher vom Institut für Sozialwissenschaften der Universität Osnabrück sind 2016 dieser Frage in einer aufwendigen empirischen Untersuchung nachgegangen. Ihre 60 Seiten lange Antwort lautet auf den Punkt gebracht: leider nein.

    Das Besondere daran: Die Studie wurde nicht von der Linkspartei, Attac oder den Gewerkschaften in Auftrag gegeben, sondern von der Bundesregierung selbst. Arbeitsministerin Andrea Nahles hatte 2015 den Anstoß gegeben. Sie wünschte sich eine solide Faktengrundlage für den damals in Vorbereitung befindlichen 5. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, in dem auch der politische Einfluss der Vermögenden wissenschaftlich untersucht werden sollte.
    (…)
    Die Analyse wies dazu noch einen entscheidenden Clou auf: Das Forscherteam unterschied die politischen Ansichten der Befragten gestaffelt nach deren Einkommen. Denn betrachtet man die Meinungen der einkommensschwächsten 10 Prozent (im Folgenden: "Arme") und die der einkommensstärksten 10 Prozent (im Folgenden: "Reiche"), dann ergeben sich teils drastische Unterschiede.

    Je mehr Arme dafür sind, desto eher ist die Regierung dagegen

    Dass solche Beispiele, die man in der Studie nachlesen kann, keine Einzelfälle oder Ausnahmen sind, fanden die Forscher in akribischer Kleinarbeit heraus. Die Ergebnisse sind eindeutig. So heißt es in der Untersuchung:

    " Je höher das Einkommen, desto stärker stimmen politische Entscheidungen mit der Meinung der Befragten überein. (…) Was Bürger mit geringem Einkommen in besonders großer Zahl wollen, hatte in den Jahren von 1998 bis 2013 eine besonders niedrige Wahrscheinlichkeit, umgesetzt zu werden. "

    Mehr noch: Eine politische Regelung wurde nicht nur umso eher von der Regierung umgesetzt, je mehr Reiche sie unterstützten. Das hatte man ja fast schon erwartet. Nein, ein Vorschlag wurde von der Regierung auch umso eher abgelehnt, je mehr Arme dafür waren! Die Forscher sprechen hier von einem "negativen Zusammenhang". Sie schreiben wörtlich, dass "die Wahrscheinlichkeit auf Umsetzung sogar sinkt, wenn mehr Menschen aus der untersten Einkommensgruppe eine bestimmte politische Entscheidung befürworten." Das bedeutet, dass die Regierung die Armen nicht einfach nur ignoriert, sondern praktisch aktiv gegen sie arbeitet.

    Bei der Berücksichtigung der Ansichten der Mittelschicht sieht es laut der Studie ähnlich aus. Deren Forderungen werden von der Regierung annähernd im gleichen Maße ignoriert wie die der Armen. Das heißt konkret: Es ist für die Politik praktisch egal, wie viele Menschen aus der Mittelschicht eine bestimmte Veränderung wünschen. Es existiert jedenfalls so gut wie kein messbarer Zusammenhang zwischen der Zustimmungsrate für eine Forderung in der Mittelschicht und deren Umsetzung. Ein solcher Zusammenhang ist allein für die Wünsche der Einkommensstärksten nachweisbar, dort jedoch sehr deutlich.
    (…)
    " Die Studie liefert somit einen empirischen Beleg für eine 'Krise der Repräsentation'. In Deutschland beteiligen sich Bürgerinnen mit unterschiedlichem Einkommen nicht nur in sehr unterschiedlichem Maß an der Politik, sondern es besteht auch eine klare Schieflage in den politischen Entscheidungen zulasten der Armen. Damit droht ein sich verstärkender Teufelskreis aus ungleicher Beteiligung und ungleicher Responsivität, bei dem sozial benachteiligte Gruppen merken, dass ihre Anliegen kein Gehör finden und sich deshalb von der Politik abwenden – die sich in der Folge noch stärker an den Interessen der Bessergestellten orientiert. "
    (…)
    Gleiches Bild in den USA

    Dies ist längst international zu beobachten und kein deutsches Phänomen. Im Mutterland der neuzeitlichen Demokratie, den USA, von wo aus noch im 18. Jahrhundert die Französische Revolution mit befeuert wurde, registrieren Forscher heute das gleiche Muster. Nicht zufällig orientiert sich die Studie der Osnabrücker Wissenschaftler eng an einem amerikanischen Vorbild – der 2012 veröffentlichten Untersuchung "Affluence and Influence" ("Reichtum und Einfluss") von Professor Martin Gilens von der Princeton University.
    (…)
    " Der vollständige Mangel an Responsivität der Regierung bezüglich der Wünsche der Armen ist verstörend und passt eigentlich nur zu den zynischsten Sichtweisen auf amerikanische Politik. Wenn sich die Ansichten von Armen und Wohlhabenden unterscheiden, so zeigen die Ergebnisse, dass die Regierungspolitik in keinerlei Beziehung zum Ausmaß der Zustimmung oder Ablehnung unter den Armen steht. "
    Martin Gilens

    Auch der Einfluss der Mittelschicht ist demnach "ununterscheidbar von null". Es gäbe zwar Fälle, in denen die Politik den Wünschen von Armen oder Mittelschicht folgen würde, allerdings immer nur dann, wenn diese Wünsche auch von den Wohlhabenden geteilt würden. Genau wie in Deutschland bestehen dabei auch in den USA die größten Meinungsunterschiede zwischen Arm und Reich auf dem Gebiet der Außenpolitik, gefolgt von der Wirtschaftspolitik.

    Die Konzentration von politischem Einfluss an der Spitze der Einkommensskala sei, so bilanziert es Professor Gilens, "unvereinbar mit dem demokratischen Kernprinzip der politischen Gleichheit". Die amerikanische Gesellschaft sei "eine Demokratie nur dem Namen nach". In der Washington Post schrieb er, mitten im Präsidentschaftswahlkampf zwischen Hillary Clinton und Donald Trump: "Viele Amerikaner, die für Außenseiterkandidaten stimmen, glauben, dass die Regierung sie mehr oder weniger ignoriert. Sie haben Recht."

    https://www.heise.de/tp/features/Westliche-Demokratie-ist-hohl-Reichtum-regiert-4009334.html?seite=all

    • wasserader sagt:

      Telepolis (Heise)
      ist ein Vorzeigefall für die von Simone Hörrlein so gut analysierte
      transatlantisch/globalistische Kampftruppe des globalen Kapitals,
      das u.a. über pseudolinke Propaganda die totale Herrschaft des Internationalen Kapitals etablieren will .

      Daran werden auch ihre platzgreifenden copy/paste Interventionen nichts ändern – im Gegenteil .

    • Box sagt:

      heise/Telepolis war vor dem Putsch über diverse Institutionen der Oligarchie, nehmen sie das WEF im Verbund mit der BMGF, welches die Generalprobe event 201 absolvierte oder lockstep der Rockefeller Foundation, ein recht passables Online-Magazin mit zahlreichen guten Beiträgen.
      Jetzt werden Beiträge im Forum, die zu tief graben, den ökonomischen Eliten zu Nahe treten, wegzensiert, während rassistische Hetze munter weiterverbreitet werden darf.
      Ebenso tranportieren nun etwa siebzig bis achtzig Prozent der Beiträge dort das herrschaftliche Narrativ, sind kleinteilig oder Ablenkmanöver, während man sich neutral gibt.

      Sie sehen ich mache mir keine Illusionen über den derzeitigen Stand von Telepolis, aber auch nicht darüber daß es gute Beiträge gab die weiterhin Gültigkeit haben. Ebensowenig mache ich mir Illusionen über ihr Vorgehen und kann deshalb ihren Beifall für den "Standpunkt" gut nachvollziehen. Das ist genau die Form von Verklammerung und Dekontextualisierung die ihnen entgegenkommt.

    • wasserader sagt:

      Zu box.
      "Das ist genau die Form von Verklammerung und Dekontextualisierung die ihnen entgegenkommt."
      Wenn nun gerne die Bezeichnung "Geschwurbel" verwendet wird kann ich ihren Ursprung leicht in pseudolinken Texten erkennen.

  15. Hutmacher sagt:

    Wobei sich dann denknotwendig die Frage stellt, wieso es die s.g. "Elite" zulässt, dass Gestalten wie Spahn, Baerbock (beispielhaft) einen Zipfel der Macht in den Händen halten dürfen. Eigentlich sollte man doch annehmen, dass für bestimmte Aufgaben und hier insbesondere was langfristige Ziele angeht nur die Besten der Besten ausgewählt werden. Also irgendwie bekommt es die s.g. "Elite" nicht hin, wenn man sich deren Personal so anschaut. Zwei Äpfel plus zwei Äpfel ergeben immer vier Äpfel auch wenn ich das Gegenteil (fünf Äpfel) 1.000 fach wiederhole.

    • RULAI sagt:

      Nein, sie haben es geschafft, den Menschen einzutrichtern, daß zwei plus zwei drei ergibt. Oder fünf, je nachdem. Und diese Menschen glauben es. Sie glauben es inzwischen wirklich.

      So, wie Sie ja offenbar auch glauben, daß ein Gesundheitsminister Macht hätte. Zumindest einen Zipfel davon, wie Sie schreiben.
      Wie könnten Bioroboter Macht haben?

  16. Hartensteiner sagt:

    Dabei bin ich mir aber gar nicht sicher, dass diese Verschwörer ohne das Heer der kleinen, anonymen Helfer sehr weit kommen könnten. Wer sind die?
    Wir leben – seit Jahrtausenden – in einer patriarchalisch-kapitalistischen Gesellschaft (Kapitalismus erst klar strukturiert seit ca. 500 Jahren). Überall, auch im kleinsten Städtchen sitzen die kleinen „Patriarchen“ (unterdessen auch weibliche), die, wenn auch mit dem kleinsten Zipfelchen von Macht ausgestattet – immer genau wissen, wie sie sich in diesem System „richtig“ zu verhalten haben. Das wiederum steigert sich in dem Maße, wie man in den diversen Machtpyramiden (Konzernen, Regierungen, Medien usw.) nach oben klettert. Die sind sozusagen „das Fleisch“, das das „Skelett“ umgibt. Zu recht würden die sich beschweren, würde man sie als „Verschwörer“ bezeichnen, sie tun doch nur „was man so tut“, vertreten „die geltende Meinung“ und tun ihre Pflicht. Das sind die, die Hannah Arendt mit dem Begriff der „Banalität des Bösen“ erfasst.

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