Die Zukunftsträume des Pentagon

Artikel von Andreas von Westphalen im Hintergrund – Das Nachrichtenmagazin vom 23.02.2016.

KenFM empfiehlt diesen Artikel. Hier der Link zum Text: http://www.hintergrund.de/201602233860/globales/terrorismus/die-zukunftstraeume-des-pentagon.html

 

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5 Kommentare zu: “Die Zukunftsträume des Pentagon

  1. Das ist ja prima: Das Pentagon sucht Lösungen für dringende gesellschaftliche Probleme. Vielleicht kann ich mir da was dazuverdienen, ich wüßte da nämlich so einiges.

    … interessiert sich das Pentagon für die Beweggründe Einzelner und Gruppen, sich für eine Veränderung einzusetzen, »insbesondere wenn Gewalt angewandt wird«. »Die Forschung soll helfen zu erkennen, wo organisierte Gewalt ausbrechen könnte, welche Ursachen den Ausbruch erklären und wie man ihre Auswirkungen abmildern könnte.«

    Also die Antwort weiß ich mit Sicherheit, gleich mal die Emailaddi vom Pentagon raussuchen: Organisierte Gewalt bricht regelmäßig im Pentagon aus und überzieht dann ebenso regelmäßig den halben Erdball, und das verstärkt seit dem Zweiten Weltkrieg. Und die Beweggründe Einzelner für Gewalt kenne ich auch, aber ob die das wirklich wissen wollen? Diese Frage ist durchaus berechtigt, denn der zitierte Absatz geht weiter:

    Hierbei signalisiert das Wort „insbesondere“, dass eine saubere Trennung zwischen gewaltbereiten und gewaltlosen Gruppen, die eine soziale und politische Veränderung suchen, für das US-Verteidigungsministerium nicht besonders relevant ist.

    Stimmt auffallend, wie man überall da, wo seit Jahrzehnten US-Bomben auf Zivilisten fallen, unschwer erkennen kann. Wieso wollen die dann überhaupt zwischen Gewaltbereiten und Gewaltlosen unterscheiden? Wenn das Pentagon Bombenteppiche legt und Kinder, Frauen, Männer und Alte zerfetzt, fragen die doch vorher nicht nach Gewaltbereitschaft. Oder hab ich da was verpaßt?

    Ah, jetzt geht mir ein Licht auf: Die wollen das gar nicht wissen, um Rücksicht nehmen zu können, sondern interessieren sich vielmehr dafür, wie man Leute gewaltbereit machen kann. Denn das Pentagon braucht dringend gewaltbereite Massen, sonst hätten die ganzen Soldaten ja gar nichts mehr zu tun. Deshalb gehen doch so viele mittel- und arbeitslose Amerikaner zum Militär, da gibt’s wenigstens noch Jobs. Waren das nicht amerikanische Söldner gewesen, die damals auf dem Maidan Polizisten ebenso wie Demonstranten feige aus dem Hinterhalt erschossen haben? Das darauf folgende Gemetzel hält bis heute an!

    Wenn ich dann lese, daß das US-Militär angeblich nicht versteht, warum »Massenbewegungen von durchschnittlichen Menschen entstehen und auf eine soziale Veränderung drängen«, verstehe ich das, deren Unverständnis, meine ich. Diese Betonköpfe im Pentagon können sich vermutlich gar nicht vorstellen, daß Menschen von ganz alleine auf die Straße gehen, wenn sie mit gewissen gesellschaftlichen Veränderungen unzufrieden sind. Die kennen das ja nur aus ihren eigenen Gewaltanzettelungen. Wie können die Leute ohne Auftrag von CIA und sonstigen US-Halunken einfach in Massen zu demonstrieren wagen? Das geht ja mal gar nicht! Das hat Krypto-Experte Schneier vollkommen richtig gesehen: Data Mining ist »hilfreich, um die politische Opposition zu überwachen und die Aktivitäten derjenigen zu hindern, die nicht an die Propaganda der Regierung glauben.«

    Wußten wir das nicht schon lange vorher? Also ich hatte da nie ernsthafte Zweifel, aber es ist gut, daß es jetzt dort im Hintergrund.de steht, liest ja dann auch jeder, und morgen können wir’s dann auch bei BILD lesen und im Heute-Journal bestaunen, oder? Nee, solche Hintergründe werden auch weiterhin vom Mainstream gemieden wie die Pest, es kann ja schließlich nicht sein, was nicht sein darf!

    2009 forderte eine Studie des US Think Tank Rand Corporation die Schaffung einer „Stability Police Force“, um konkret Aufständen begegnen zu können.

    Da haben wir’s wieder: Die wissen schon ganz genau, wann und wieso Leute massenhaft auf die Straße gehen, denn sonst würden sie nicht schon von vorneherein Aufstände befürchten. Mit all ihren Panzern und Maschinengewehren und Kanonen und Bomben – die fürchten sich? Und ich dachte immer, wenn man so viele Waffen hat, muß man vor gar nichts mehr Angst haben. Nee, es ist genau umgekehrt: Wer sich Waffen zulegt, tut das aus Angst, ob er sich das nun eingesteht oder nicht, ist nebensächlich.

    Ich will jetzt aber nicht den ganzen Artikel kommentieren, der ist ja auch ganz schön lang (doch noch immer nur ein Bruchteil dessen, was ich sonst so an Büchern lese, da können solche Artikel nicht mithalten, mit der Länge, mein ich). Aber wir haben’s heute so weit gebracht mit unserer Art und Weise, mit der wir bereits kleine Kinder zum Gehorsam und zur Unterwürfigkeit erziehen. So wie die im Pentagon heute sind, kamen die bestimmt nicht zur Welt. Das haben denen Papa und Mama beigebracht, diesen Kontrollwahn, der doch nur ein Ausdruck eingeschränkter Empathiefähigkeit ist, was wiederum Angst vor dem Fremden macht, den man glaubt deshalb kontrollieren zu müssen. Und dann wird alles brav an die Kinder weitergegeben, man ist ja schließlich wer, und die Tradition muß fortbestehen. Ein Teufelskreis, diese schwarze Erziehung, vor der schon Alice Miller eindrücklich warnte. Da halte ich’s dann doch mit Robert Steele, wenn er sagt:

    Technische Überwachung ist die teuerste, am wenigsten hilfreichste und ungenaueste Form der Überwachung. Technik ist kein Ersatz für das Denken.

  2. Dieser Artikel kann ja desillusionieren betreffs der Frage nach „westlichen Werten“, die es angeblich zu verteidigen gibt. Ich nenne es Mord, Menschen ohne Gerichtsprozess zu töten.
    Wir befinden uns in einem Wirtschaftskrieg. Und es braucht meiner Meinung nach schon Mut, um mögliche Entwicklungen von Anfang bis zum Ende zu durchdenken. Europa liegt zwischen Ost und West. Falls es zwischen Türkei und Russland in Syrien eskalierte, wäre es im Ergebnis ein Krieg zwischen USA und Russland, in den dann Deutschland direkt -aufgrund von Bündnisverpflichtungen- mit hineingezogen würde. Da stehe ich vor der Frage: Wird dann Russland nichts anderes übrig bleiben, als Europa zu opfern ?

  3. Bezüglich ‚politische Zukunftsträume‘ hätte ich ein paar einfache Ideen – wahrscheinlich ist aber im Moment die Vorstellung, dass das Pentagon sich damit beschäftigt, auch ein Traum:
    – weltweite Religionsfreiheit bei Beibehaltung der prägenden Kultur der Länder
    – Einstaatenlösung für Israel bei Betonung auf völliger Gleichstellung der derzeitigen ‚Palästinenser‘. Israel hat Religionsfreiheit und Demokratie in der Verfassung stehen
    – Russland nimmt Kriegsflüchtlinge auf und wird generell Einwanderungsland und die NATO unterstützt Russland beim Bau der Flüchtlingsstädte
    – mehr Transparenz auch bei der Militärpolitik, weniger absichtliche Desinformation
    – in Afrika Aufbau von Infrastruktur und besseren Siedlungen anstelle Pseudo-‚Schutz der Wildnis‘, mit dem die westlichen Mächte den Afrikanern verbieten wollen, was in Industrieländern üblich ist
    – Touristenvisa sollten für alle in jedes Land erhältlich sein.

    Das wären meines Erachtens westliche Werte. Ich sehe aber nicht, dass die westliche Politik darauf hinarbeitet.

  4. waere ja fatal, wenn bei all den berechnungen herauskommen wuerde, dass sie sich selbst berechnet haben. gab mal einen film mit gene hagman, wo der mit der suche nach dem moerder (es war der oraesident selbst) beauftragte nach dem profil sich selbst suchen sollte, weil er der einzige zeuge war.
    im grunde muesste der milit. us komplex dann selbstmord begehen, im ganz grossen stil. oder sind sie schon dabei?

  5. Das es in eine, wie im Artikel beschriebene Richtung gehen soll, befürchtete ich 2011 schon bei der Änderung hiesiger Gesetzte, bzgl Bundeswehreinsätze im Innern. Was eine Katastrophe ist, bleibt Auslegungssache. Für die Machthalter sind es bestimmt auch Massendemos ala Occupy. Fakt ist jedenfalls das die Schlinge langsam aber sicher immer enger gezogen wird…

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