Digitale Zentralbankwährungen – die Geld-Apokalypse | Von Ernst Wolff

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Während fast alle Regierungen der Welt ihre Völker unter dem Vorwand der Bekämpfung einer Pandemie in Angst und Schrecken versetzen und sie durch immer härtere Maßnahmen drangsalieren, findet im Hintergrund ein Prozess statt, der unsere Zukunft erheblich stärker bedroht als es das aktuell grassierende Virus jemals könnte. Dabei handelt es sich um die Entwicklung der digitalen Zentralbankwährung, die von mehr als drei Dutzend Zentralbanken in Zusammenarbeit mit zahlreichen Tech-Konzernen vorangetrieben wird.

Die Pole-Position nimmt zurzeit die People’s Bank of China ein, die in mehreren Millionenstädten Großversuche gestartet und zum Teil bereits erfolgreich abgeschlossen hat und die mit der Digitalen Neuen Seidenstraße seit 2015 auch außerhalb des eigenen Landes die Vorbereitungen für eine Einführung der neuen Währung getroffen hat.

An zweiter Stelle stehen die USA, die seit Oktober auf den Bahamas mit dem an den US-Dollar gebundenen Sanddollar einen ersten großflächigen Testversuch unternehmen und im vergangenen Jahr einen Gesetzentwurf für die Einführung der digitalen Zentralbankwährung auf den Weg gebracht haben. Zwar ist dieses Gesetz, das jedem Amerikaner ab dem 1. Januar 2021 ein digitales Zentralbankkonto garantieren sollte, noch nicht verabschiedet, aber dabei dürfte es sich um ein taktisches Manöver gegenüber China handeln. Dessen Machthaber könnten sich durch das Inkrafttreten eines solchen Gesetzes möglicherweise unter Druck gesetzt fühlen und mit einer schnelleren Einführung des digitalen Yuan reagieren.

Was treibt beide Länder zu diesem Wettrennen an?

Das globale Finanzsystem, das seit 2007/08 nur noch künstlich am Leben erhalten wird, befindet sich nach 12 Jahren massiver Manipulation durch die Ereignisse am US-Repo-Markt im September 2019 und den Beinahe-Crash im Februar/März 2020 in einem fortgeschrittenen Stadium des Zerfalls. Die Zentralbanken haben ihr Pulver weitgehend verschossen und können dieses System nur noch durch unbegrenztes Gelddrucken aufrechterhalten, wissen aber, dass das auf Dauer zu seinem Kollaps führen wird.

Anders ausgedrückt: Das Geldsystem, wie wir es kennen, ist historisch an sein Ende gelangt und kann in der bestehenden Form nicht weiter existieren. Aus diesem Grund haben die Verantwortlichen nach einem Ausweg gesucht und zur Aufrechterhaltung der eigenen Macht das Konzept des digitalen Zentralbankgeldes entwickelt.

Was bedeutet dieses digitale Zentralbankgeld, auch CBDC für Central Bank Digital Currency genannt, für uns?

  1. Das wichtigste Ziel der aktuellen Entwicklung besteht darin, das Bankensystem in seiner klassischen Form abzuschaffen, um die gesamte Geldschöpfung in die Hände der Zentralbanken zu legen. Das bedeutet, dass jeder von uns schlussendlich nur noch über ein einziges Konto, und zwar direkt bei der Zentralbank, verfügen wird.
  1. Dieses Konto wird von zwei Kräften betrieben, kontrolliert und überwacht werden: der Zentralbank, also in letzter Instanz dem Staat, und den privaten IT-Konzernen, die für die technische Seite zuständig sein werden. Es wird sich also zum ersten Mal in der Geschichte des Geldes um ein Zahlungsmittel handeln, das sich sowohl in öffentlicher als auch in privater Hand befindet.
  1. Ein wesentlicher Begleitumstand der Einführung digitalen Zentralbankgeldes wird die endgültige Abschaffung des Bargeldes sein. Diese wird durch zunehmende Erschwernisse für Barzahlungen und schlussendlich mit hoher Wahrscheinlichkeit durch eine Steuer auf Barzahlungen forciert werden.
  1. Digitales Zentralbankgeld wird ein Ablaufdatum haben können. Die Zentralbank wird in der Lage sein, seine Gültigkeit an Fristen zu binden, so dass Kontoinhaber gezwungen werden können, es innerhalb eines bestimmten Zeitraumes auszugeben.
  1. Die Ausgabe digitalen Zentralbankgeldes kann zweckgebunden erfolgen. Bestimmte Gelder könnten zum Beispiel an die Bedingung geknüpft werden, es nur für Lebensmittel auszugeben oder auch an die Bedingung, es nicht an bestimmte Kontoinhaber zu überweisen.
  1. Sparen kann durch die Erhebung negativer Zinssätze unmöglich gemacht werden.
  1. Die Verfügbarkeit des Zentralbankkontos kann nach chinesischem Vorbild an Verhaltenscodes gebunden werden. Bei Verstößen gegen soziale oder politische Codes können Kontoinhabern Zahlungen oder die Durchführung von Transaktionen verweigert werden.
  1. Sämtliche Maßnahmen können zeitlich den Bedürfnissen der Zentralbank, der IT-Konzerne oder dem von ihnen manipulierten Marktgeschehen angepasst werden. Im Fall einer Rezession könnten die Zinsen vorübergehend scharf gesenkt werden, um so die Nachfrage gezielt anzukurbeln.
  1. Sowohl die Zentralbank, also der Staat, als auch die IT-Konzerne sind jederzeit in der Lage, einzelne Konten vollständig zu sperren und dem Inhaber so den Zugang zu seinem Geld zu verweigern.
  1. Die Einführung digitalen Zentralbankgeldes wird mit Sicherheit zu einer Massenflucht in dezentrale Blockchain-basierte Währungen wie Bitcoin führen, die sich – bisher jedenfalls – jeglicher Regulierung entziehen. Ob sie im Falle der Einführung von CBDC weiter geduldet werden, ist fraglich.

Dieses Gesamtbild zeigt: Beim digitalen Zentralbankgeld handelt es sich nicht nur um ein Zahlungsmittel, sondern um ein diktatorisches Herrschaftsmittel, das uns alle endgültig dem digital-finanziellen Komplex ausliefert. Es bedeutet ungeachtet aller noch so wohlklingenden Verfassungsgrundsätze die Abschaffung jeglicher Demokratie und die Vollendung des autoritären Korporatismus, also der Beherrschung der Welt durch eine Allianz aus Staat und digitalen Großkonzernen.

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Die Bücher „Ernst Wolff erklärt das globale Finanzsystem“ und „Weltmacht IWF “ von Ernst Wolff werden in diesem Zusammenhang empfohlen.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: Comdas / shutterstock

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17 Kommentare zu: “Digitale Zentralbankwährungen – die Geld-Apokalypse | Von Ernst Wolff

  1. Ulli sagt:

    So halten EINIGE die Regierungen in Schacht und schaffen Optionen einer generellen Kontrolle.https://intelligence.weforum.org/topics/a1Gb0000000pTDXEA2?tab=publications&utm_source=sfmc&utm_medium=email&utm_campaign=SI+-+Weekly+Newsletter+V3+-+LIVE&utm_term=&utm_content=43492&utm_id=3402e14a-b8b7-4a2f-ba25-b0ff04e95573

  2. Ralf Becker sagt:

    Beim digitalen Zentralbankgeld kommt es mir so vor, als wolle man bei diesem die Ideen von Silvio Gesell mit dem Schwundgeld mit der Einführung von von der Zentralbank geführten digitalen Sparkonten kombinieren.

    Bei Wikipedia kann man es nachlesen, welche Einzelfragen bei der Central Bank Digital Currency (CBDC) noch in der Diskussion sind.

    Die Userpage der FU-Berlin erklärt es zudem, wie der Staat das Freigeld in Umlauf bringt (vgl. S. 185).

    Ich selbst würde es eher vermuten, dass das „gute Leben für alle“ tauschlogikfrei sein muss.

    Das Freigeld beseitigt zwar die willkürlichen Geldmengenausweitungen, wie wir sie zurzeit haben. Aber es war etwa auch für die Teilnehmer der Geldsystem Foren meistens nicht so richtig nachvollziehbar, warum diese Form von Geld letztlich funktionieren könnte.

    "Umlaufgesichertes" Freigeld kann (vermutlich) nur funktionieren, wenn es mit Guthaben herkömmlichen Geldes gedeckt ist. Das Geld gemäß Gesell verfügt über keine Geldschöpfungs- /Geldvernichtungsmethode. Es stellt daher, ähnlich wie die Kryptowährungen, lediglich eine Komplementärwährung und keine eigenständige Währung dar.

  3. euromugu sagt:

    "…bis heute nur ein Gedankenspiel…" Mir als leicht verwundertem (gebildeten) Mitbürger wurde via XING eine Stelle als Head of Development für die Digitalen Zahlungsmethoden von der Österreichischen Nationalbank angeboten. Nicht als Favorit, aber ganz normal zum bewerben. Der Ausschreibungstext hat auf den ersten Blick nicht so recht auf mich gepasst, sehr wohl aber zu Stelle. Bei etwas nachdenken habe ich doch schon "a bisserl was" in die Richtung getan – vielleicht haben sie das aufgeschnappt…

  4. Giorgio Plaz sagt:

    Zu Herrn Mausfeld: Ich überlege mir schon seit einiger Zeit das, was er als "Soft Power" und als "Hard Power" bezeichnet.
    Ich sehe es so: Die Anfänge der Dynamik, von der hier die Rede ist, war vollständig mit "Soft Power" gemacht. Seit Beginn des letzten Jahres wird "Hard Power" angewendet, aber mit immer neuen Erklärungen, wieso es das alles unbedingt bräuchte.

    Wie lange werden die Leute das noch unreflektiert glauben?

  5. Giorgio Plaz sagt:

    @Urursprung
    Ich habe denselben Eindruck über die genannten Autoren wie Sie.
    Von Peter König lese ich meist hier:
    https://thesaker.is/ (letzter Artikel dort: The Sheep Syndrome)

    @Box
    Sehr interessant. Es gab mal ne ähnliche Studie von der
    Princeton University über die USA. Das mit der negativen Korrelation (der Armen) habe ich bei dieser Studie aber nicht bemerkt, da wars einfach (für die unteren 50 Prozent (circa) flach) Vielleicht haben die es nicht so genau aufgeteilt.

  6. Urursprung sagt:

    Wolff, von dem ich mir bisher kein persoelich Erlebnis verschaffen konnte, schieb wieder mal, m. E. einfachen Klartext. Habe den Eindruck, dass er das gut kann. Deshalb glaube ich das, was er schreibt.

    Mausfeld, den ich bei seinen Vortraegen persoenlich beobachten und danach mit Fragen und Benerkungen behelligen durfte, von dem habe ich den Eindruck, dass er perfekt richtig liegt mit seinen Einschaetzungen und Vermutungen. Uebrigens neuerdings auch Peter Koenig.
    Mausfeld antwortet stets diplomatisch aber klar, wenn er nach seinem Rat zu einer moeglicherweise anstehenden Situationsaenderung gefragt wird: bisher haetten Vorlaeufer von den Freiheiten, die "wir" bislang geniessen, so gut wie immer mit ihrem Blut bezahlen muessen. Nicht ohne darauf hinzuweisen, dass es auch ohne Gewalt gehen koennte. Was ja auch haftungsrechtlich nur logisch ist.

    In Beitraegen hier nach Wolffs Text, nicht uninteressant, gabs auch einen dezenten Hinweis auf die vorhandene Psychopathie bei den tonabgebenden Nutzniessern der derzeitigen Geldmachtfiguren, die Wolff erwaehnte.
    Hier kann ich positiv persoenlich was beitragen: die Psychopathenvermutung stimmt. Ich hatte aus beruflichen Gruenden jahrelang unverdaechtigen und persoenlichen Zugang zu Vielen aus diesem Soziologiekreis und es entstanden sogar gegensaetzlich noch anhaltende, persoenlich dauerhafte gemeinsane Wertschaetzungen daraus.

    Aber es beisst keine Maus hier den Faden ab: die Allgemeinheit, wir aus dem Restkreis von 99.999% Erdbevoelkerung, haben nur dann eine Chance gegen die, uns wieder in den Zustand der Augenhoehe alle miteiander und untereinander zu bewegen -wie es bis vor 12T Jahren dreihunderttaussend Jahre lang schon einmal war (diesmal mit modernerer Technologie)-
    wenn moeglicherweise wieder Mausfeldsche Blutstroeme fliessen werden.

    Nicht, weil "wir" blutruenstig waeren: es sind die Psychopathen, 0.001%, die es bereits sind oder so werden wuerden. Und zwar ausnahmlos, wie ich aufgrund meiner zufaellig erfolgten Eigenbeobachtung konstatieren muss. Das ist leider situationsgenerierter Fakt, dem sich kein Betroffener nach meiner Einschaetzung je entziehen koennte.

  7. Box sagt:

    effess,

    das ist putzig, wenn denn ihre eingangs gemachte Behauptung zu Staat und Privat, einen Sinn ergeben würde, dann evtl., aber lediglich in umgekehrter Form, da Staat stets die korrupten Interessen der herrschenden Klasse vertritt. Auch drollig ist der Hinweis auf eine Gesetzeslage, welche auch immer, da doch gerade im Moment deutlich zu Tage tritt, daß das einzige Recht das Faustrecht ist. Zunächst hier zu einer Empirie die besonders die Korruption staatlicher Akteure verdeutlicht:

    "Westliche Demokratie" ist hohl: Reichtum regiert
    02. April 2018 Paul Schreyer

    Gedanken zu einer wenig beachteten und explosiven Regierungsstudie, die auf den Widerspruch zwischen Demokratie und konzentriertem Reichtum hinweist

    Manche Zusammenhänge sind so simpel und banal, dass sie leicht übersehen werden. Louis Brandeis, einer der einflussreichsten Juristen der USA und von 1916 bis 1939 Richter am Obersten Gerichtshof, formulierte es so: "Wir müssen uns entscheiden: Wir können eine Demokratie haben oder konzentrierten Reichtum in den Händen weniger – aber nicht beides."

    Hinter dieser Aussage stehen Erfahrung und Beobachtung, aber auch eine innere Logik: Wenn in einer Gesellschaft die meiste Energie darauf verwandt wird, Geld und Besitztümer anzuhäufen, dann sollte es niemanden überraschen, dass die reichsten Menschen an der Spitze stehen. Was wir als führendes Prinzip akzeptieren, das beschert uns auch entsprechende Führer. Und wo sich Erfolg an der Menge des privaten Vermögens bemisst, da können die Erfolgreichen mit gutem Grund ihren politischen Einfluss für recht und billig halten.

    Logisch erscheint es auch, wenn in einer solchen Gesellschaft die Regierung immer wieder gegen die Interessen der breiten Masse entscheidet. Vereinfacht gesagt: Wo reiche Menschen an der Spitze stehen, da herrscht nun mal nicht die Mehrheit. Private Bereicherung und Allgemeinwohl passen ungefähr so gut zusammen wie ein Krokodil in den Goldfischteich. An diesem Widerspruch ändert sich auch dann nichts, wenn die Goldfische und das Krokodil gemeinsam demokratisch eine Regierung wählen, die dann eindringlich an das Krokodil appelliert, doch bitte, im Interesse aller, seinen Appetit zu zügeln.
    (…)
    Regierungsstudie untersucht Einfluss von Armen und Reichen

    Forscher vom Institut für Sozialwissenschaften der Universität Osnabrück sind 2016 dieser Frage in einer aufwendigen empirischen Untersuchung nachgegangen. Ihre 60 Seiten lange Antwort lautet auf den Punkt gebracht: leider nein.

    Das Besondere daran: Die Studie wurde nicht von der Linkspartei, Attac oder den Gewerkschaften in Auftrag gegeben, sondern von der Bundesregierung selbst. Arbeitsministerin Andrea Nahles hatte 2015 den Anstoß gegeben. Sie wünschte sich eine solide Faktengrundlage für den damals in Vorbereitung befindlichen 5. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, in dem auch der politische Einfluss der Vermögenden wissenschaftlich untersucht werden sollte.

    Diesem Auftrag folgend hatte das Osnabrücker Forscherteam um Professor Armin Schäfer, Vizechef der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft, die "Responsivität" der deutschen Politik überprüft, also inwieweit die Regierung tatsächlich durch Beschlüsse und Gesetze dem Willen der Bevölkerung folgt.

    Diese Responsivität, oder "Bereitschaft zur Antwort", steht letztlich im Zentrum jeder Idee von Demokratie. Eine demokratische Regierung hat die Wünsche und Forderungen aller im Blick und handelt entsprechend. Der Auftrag der Bundesregierung, wissenschaftlich zu untersuchen, inwieweit sie diesen Anspruch selbst erfüllt, ließ aufmerken. Noch nie zuvor hatte eine deutsche Regierung das so grundlegend prüfen lassen.

    Die Autoren der Studie analysierten dabei zunächst anhand der regelmäßigen Meinungsumfragen von ARD-Deutschlandtrend die Ansichten der Bevölkerung in etwa 250 Sachfragen. Untersuchungszeitraum waren die Jahre von 1998 bis 2015. Dann glichen sie diese Ergebnisse mit dem Handeln der Regierung in den Jahren danach ab. Was wurde umgesetzt, was nicht?

    Die Analyse wies dazu noch einen entscheidenden Clou auf: Das Forscherteam unterschied die politischen Ansichten der Befragten gestaffelt nach deren Einkommen. Denn betrachtet man die Meinungen der einkommensschwächsten 10 Prozent (im Folgenden: "Arme") und die der einkommensstärksten 10 Prozent (im Folgenden: "Reiche"), dann ergeben sich teils drastische Unterschiede.
    (…)
    Je mehr Arme dafür sind, desto eher ist die Regierung dagegen

    Dass solche Beispiele, die man in der Studie nachlesen kann, keine Einzelfälle oder Ausnahmen sind, fanden die Forscher in akribischer Kleinarbeit heraus. Die Ergebnisse sind eindeutig. So heißt es in der Untersuchung:

    Je höher das Einkommen, desto stärker stimmen politische Entscheidungen mit der Meinung der Befragten überein. (…) Was Bürger mit geringem Einkommen in besonders großer Zahl wollen, hatte in den Jahren von 1998 bis 2013 eine besonders niedrige Wahrscheinlichkeit, umgesetzt zu werden.

    Mehr noch: Eine politische Regelung wurde nicht nur umso eher von der Regierung umgesetzt, je mehr Reiche sie unterstützten. Das hatte man ja fast schon erwartet. Nein, ein Vorschlag wurde von der Regierung auch umso eher abgelehnt, je mehr Arme dafür waren! Die Forscher sprechen hier von einem "negativen Zusammenhang". Sie schreiben wörtlich, dass "die Wahrscheinlichkeit auf Umsetzung sogar sinkt, wenn mehr Menschen aus der untersten Einkommensgruppe eine bestimmte politische Entscheidung befürworten." Das bedeutet, dass die Regierung die Armen nicht einfach nur ignoriert, sondern praktisch aktiv gegen sie arbeitet.

    Bei der Berücksichtigung der Ansichten der Mittelschicht sieht es laut der Studie ähnlich aus. Deren Forderungen werden von der Regierung annähernd im gleichen Maße ignoriert wie die der Armen. Das heißt konkret: Es ist für die Politik praktisch egal, wie viele Menschen aus der Mittelschicht eine bestimmte Veränderung wünschen. Es existiert jedenfalls so gut wie kein messbarer Zusammenhang zwischen der Zustimmungsrate für eine Forderung in der Mittelschicht und deren Umsetzung. Ein solcher Zusammenhang ist allein für die Wünsche der Einkommensstärksten nachweisbar, dort jedoch sehr deutlich.
    https://www.heise.de/tp/features/Westliche-Demokratie-ist-hohl-Reichtum-regiert-4009334.html?seite=all

    Hier nochmal als Binsenwahrheit:

    Der autoritäre Planet
    „Im Kampf gegen Machtkonzentration, Demokratieabbau und Totalüberwachung reicht Empörung allein nicht aus“, skizziert Elitenkritiker Rainer Mausfeld im Rubikon-Exklusivinterview.
    von Rainer Mausfeld, Flo Osrainik

    Wir dürfen nicht frei sein, allenfalls können wir wählen, von wem wir beherrscht und unterdrückt werden. Und selbst die Liste unserer möglichen Unterdrücker bekommen wir nur vorsortiert präsentiert. Wirkliche Demokratie sähe anders aus. Jedoch hilft die Demokratie-Fassade, die Bevölkerung ruhig zu halten. Medien und Expertengremien verbreiten in diesem Kontext nicht die Wahrheit, sondern nur Scheinwissen, das den Herrschaftsinteressen dient. In diesem umfassenden Interview gibt Prof. Rainer Mausfeld eine Kostprobe seiner Fähigkeiten als analytischer Denker. Seine Warnung kommt zur rechten Zeit, denn Corona hat viele bedenkliche Tendenzen zu einem neuen digitalen Totalitarismus eskalieren lassen.
    (…)
    In dem Maße, in dem Macht nicht mehr durch zivilisatorische Schutzbalken, sprich: demokratische Kontrolle, eingehegt ist und durch eine Gegenmacht begrenzt wird, sind auch die mit ihr verbundenen Manipulationsinstrumente nahezu unbegrenzt. Denn ökonomische Macht kann sich beliebig Manipulationsmacht kaufen. Nicht nur in Form von Think Tanks und Medien. Sie kann sich durch vielfältige Möglichkeiten eines Offerierens von Vorteilen die Unterstützung wichtiger wirtschaftlicher, sozialer und politischer Elitengruppen sichern. Und dabei darauf vertrauen, dass es unter jeder Herrschaftsform stets genügend Intellektuelle, Wissenschaftler und Journalisten gibt, die bereit sind, sich wie Eisenspäne in den jeweiligen Kraftfeldern der Macht auszurichten.
    (…)
    Der sich in der Zeit der Aufklärung herausbildende bürgerlich-kapitalistische Staat hat nie primär dem Allgemeinwohl gedient, sondern stellt eine institutionelle Verdichtung sehr komplexer kapitalistischer Sozial- und Klassenbeziehungen dar, wie sie für die kapitalistische Produktionsweise unverzichtbar sind. Es wäre also ein Kategorienfehler, den Staat als einen moralischen Akteur anzusehen. Vorrangiges Ziel des Staates ist es, die Stabilität gegenwärtiger Machtverhältnisse zu sichern. Dem steht jedoch die zivilisatorische Leitidee von Demokratie diametral entgegen. Denn dabei geht es ja gerade darum, zivilisatorische Schutzbalken gegen das Recht des Stärkeren — also gegen die Barbarei — zu entwickeln, durch die sich eine radikale Vergesellschaftung von Herrschaft gewährleisten lässt.

    Da Kapitalismus gerade bedeutet, das Recht des ökonomisch Stärkeren durch ein Eigentums- und Vertragsrecht rechtlich zu kodifizieren, und da kapitalistische Strukturen ihrem Wesen nach autoritär organisiert sind, sind Kapitalismus und Demokratie in grundlegender Weise miteinander unverträglich.
    https://www.rubikon.news/artikel/der-autoritare-planet

    Keine Sorge "effess" die Knechte des Davoser u.a. Milliardärsclubs haben sich das Pandemieszenario schon nicht ausgedacht um plötzlich Gerechtigkeit oder so etwas wie Sinn regnen zu lassen:

    Der Krieg der Reichen
    Die Reichen verschwören sich, um uns zurückzulassen.
    von Rubikons Weltredaktion

    „Flucht statt Ethos“ könnte das Motto dieser Männer sein, geht es ihnen doch nicht darum, die Welt noch zu retten oder zumindest zu verbessern — nein, es geht ihnen um Flucht, darum, die eigene Haut zu retten, koste es was es wolle. Der Autor dieses Artikels, Douglas Rushkoff, kommt zu dem Schluss, dass in dieser Denkweise nicht die „neutrale“ Technologie als das Problem angesehen wird, sondern der fehlerhafte, defizitäre, schrecklich un-binäre Mensch in seiner ganzen Widersprüchlichkeit. Und die gilt es zu transzendieren – Maschinen sind schließlich die besseren Menschen.
    https://www.rubikon.news/artikel/der-krieg-der-reichen

  8. effess sagt:

    Eine schöne Ansammlung von Behauptungen, Mutmaßungen und rückwärtsgewandter Denkmuster…

    A) wieso sollten Staat und Notenbanken irgendwelche "Tech-Giganten" hier mit ins Boot holen? das macht überhaupt keinen Sinn, schafft nur Probleme hinsichtlich der Akzeptanz und wäre wohl nach gegebener Gesetzeslage überhaupt nicht durchführbar. EZB & Staat können doch nicht irgendeinem Privatkonzern derartige Privilegien geben. Auf Basis welcher Ausschreibung denn?

    B) Wenn den Geschäftsbanken nun endlich das Privileg zur Geldschöpfung entzogen wird, dann ist dies auch höchste Zeit und längst überfällig. das derzeitige Modell: "Gewinne aus Geldschöpfung abkassieren – und wenn es Ausfälle gibt, dann soll die Allgemeinheit dafür aufkommen" ist im Gegensatz zu dieser Schwarzmalerei eine reale Sauerei!

    C) Natürlich wird alles digital bezahlt werden müssen – und alles zentral & in Echtzeit gespeichert und auswertbar gemacht werden: analog der doppelten Buchführung habe ich im System dadurch eine Möglichkeit zur Verifizierung des Status des gesamten Wertschöpfungsnetzwerkes – die Optimierungsmöglichkeiten in sämtlichen Bereichen – von der Strategieentwicklung, der Beschaffung, dem Marketing & Vertrieb … bis hin zum Projektmanagement und der dynamischen, agilen Personalbeschaffung mittels "Global Staffing" via des kybernetischen, KI-gestützten Kollaborationsnetzwerkes …

    … man, das ist einfach nur geil!

    … endlich wird man diese Penner los, die sich um die tröge versammeln und in ihrer Netzwerkerei sich die gegenseitig die Kapitalströme bestätigen.

    Und das Kernproblem des Kapitalismus per se:, die Kapitalakkumulation, die Ungleichverteilung der Einkommen infolge derUungleichverteilung des Produktivkapitals kann mittels CBDC endlich der Vergangenheit angehören.

    … aber dazu braucht es natürlich auch Leute, welche diese Chance in der Lage sind zu begreifen – und es dem ungebildetem Volke auch bereit sind zu vermitteln anstatt einseitig rumzujammern: "aehh, das ist ja wie in der chinesischen Diktatur!" "oohh, da kommen bestimmt die Oligarchen, und die bestimmen dann was ich noch kaufen darf!" … "und die KI ist auch ganz ganz böse! – mit der KI werden die Menschen noch viel mehr ausgebeutet!"

    … und wenn man sich mal länger mit den ökonomischen Zwängen befasst, dann wird man sehr schnell feststellen dass diese Rumjammerei und Bedenkenträgerei sich als übereilte Fehlschüsse herausstellen.

    … der Mensch leistet zB die beste Arbeit immer dann, wenn er im "Flow" ist.
    Die KI wird also diesen Zustand zur "optimalen Ressourcenverwendung" anstreben.

    … die Einzigen, die tatsächlich allmählich umdenken sollten sind all jene, welche von Kapitalerträgen leben.
    Den deren Erträge sind der anderen Kosten – und in einer transparenten, da digitalisierten Welt stößt dies
    A) auf zunehmen weniger Akzeptanz
    und
    B) verringern diese Kosten die Wettbewerbsfähigkeit der nun globalisierten Arbeitnehmer.
    … und damit fallen denen die Einkommensmöglichkeiten weg – und damit können diese gar nix mehr finanzieren.

    … das CBDC, bze ein CBDC-finanziertes grundeinkommen zur Entkoppelung der Arbeitseinkommen von den Lebenshaltungskosten ist da nur eine logische Konsequenz.
    … ebenso, wie es eine logische Konsequenz sein wird, dass das Geld welches sich ungleich anstaut dann mit einem Negativzins belegt wird sofern es nicht (entsprechend der situativen Kriterien) in die Realwirtschaft investiert wird.
    Also zB in F&E – und nicht in BitCoin, Gold oder noch mehr Immobilien…

    Die "Geldapokalypse" ist das, was wir die letzten Jahre erlebt haben.
    … und wir können froh und dankbar sein, wenn wir diese Phase ohne einen großen Krieg hinter uns gebracht haben.
    Und damit wären wir beim eigentlichen Grund, bei "des Pudels Kern" der aktuellen "Situation" – und damit wird einem dann auch klar, wieso zB ein Lauterbach bei diesem Theater überhaupt mitmacht.

    So nach und nach wird s allerdings Zeit für eine vernünftige Diskussion wie "wir" uns eine Zukunft nun vorstellen / und welche "Akzeptanzkriterien" wir zum Neustart implementiert haben wollen.

    * Soll derjenige "unten am See wohnen", dessen Eltern eben reich waren?
    * Sollen "dort unten am See" die Fleißigen Arbeiter wohnen?
    * jene, die mit "ihren Unternehmungen am Markt erfolgreich sind"?
    * Soll das Los entscheiden?
    * der Weltmarktpreis der individuell erbrachten Leistung – primär also die individuelle Innovationsfähigkeit?
    … was ist realisierbar – und was eben auch akzeptabel?

  9. gruni sagt:

    Moin, Hutmacher, die Herrschenden führen als KLASSE Krieg gegen uns! W. Buffet hat das so (oder ähnlich) formuliert:
    "Ja, wir haben den Klassenkampf, Und wir sind die, die siegen werden!" Gemeint ist natürlich die Klasse der Kapitaleigner. Was also ist zu tun? Nun, wir sollten auf jeden Fall uns nicht dahin drängen lassen die Gewaltfreiheit als oberstes Ziel unserer Aktionen anzugeben. Wir haben gesehen, was die Staatsmacht gegen die Demonstranten, die explizit gewaltfrei angetreten war aufgeboten hat, und hier meine ich nicht nur die Wasserwerfer.
    Nein, auch wenn wir zu schwach sind den Kampf mit der Staatsgewalt aufzunehmen, so sollten wir trotzdem zu diesem Thema schweigen und nicht in aller Demuth von vornherein „die Waffen streichen“!

    Jetzt werden auch noch Konzentrationslager errichtet in die sie die Widerspenstigsten einsperren wollen. Wann wachen die 80% endlich auf?

    mfG

  10. phlox sagt:

    Danke, Beobachter.
    Na ja, als ich die ersten Vorträge von Prof. Mausfeld hörte,
    da war noch eine gewisse Verwunderung darüber, wie es
    sich mit der Macht verhält und auch mit den Wahlen "wenn
    Wahlen etwas bewirken könnten …"
    In diesen Zeiten aber werden so viele Maskierungen offenbar,
    und zwar immer mehr. Man staunt schon, und fragt sich,
    wieviel Blödheit unterstellen sie uns.
    Will sagen, wozu jetzt noch die Maskerade?

  11. Hutmacher sagt:

    "… Ich weiß, hier bei KenFM wird immer gepredigt, man soll lieb und artig sein, nur keine Gewalt… grundsätzlich mag das richtig sein. Was mich jedoch massiv stört ist der Umstand, dass hier zwar auf DInge die nicht in Ordnung sind hingewiesen wird aber Vorschläge wie man sich dagegen WIRKUNGSVOLL zur Wehr setzen kann, hat keiner…"
    ……………………………………….
    Wie soll ein Lösungsvorschlag aussehen, wenn noch niemand sicher weiß, was tatsächlich irgendwann geschehen wird; Bis heute handelt es sich ja "nur" um Gedankenspiele hinsichtlich der Frage was – wenn auch viel dafür spricht -, in absehbarer Zeit geschehen könnte. Wenn ich allerdings sehe, wenn jemand an der Kasse sein Päckchen Zigaretten oder ein paar Brötchen mit der Karte bezhalt, kann man schon ins Grübeln geraten. Insoweit scheint sich schon ein Großteil der Bevölkerung mit dieser Entwicklung abgefunden zu haben.

  12. Beobachter sagt:

    Ich stelle gerade fest, dass mein Kommentar fehlplatziert ist. Er war als Antwort zum Kommentar von Phlox gemeint.

  13. Beobachter sagt:

    Also, wie es sich konkret entwickeln wird, weiss ich natürlich nicht. Aber eine prinzipielle Möglichkeit bestünde darin,
    dass der Staat insoweit beteiligt ist und bleibt, insofern er der neuen Geldform seine (scheinbare) Autorität verleiht,
    vielleicht auch einen logistischen Rahmen (etwa auch als Arbeitgeber gegenüer dem Finanzverwaltungspersonal) zur Verfügung stellt. Es muß ja alles mächtig prächtig und hochkompetent aussehen. Auf diese
    Weise kommen die Konzerne noch wohlfeiler davon. Billiges Regiment wär`s ,
    in einem etwas anderen Sinne als von den Liberalen im 19. Jh gemeint.
    Sie schreiben:
    "Konzernen ist ja Staatlichkeit egal."
    Nicht ganz. Zwar wünscht man sich möglichst wenig Kontrolle seitens des Staates, aber doch soviel Staat, dass Ruhe und Ordnung im Land erhalten bleiben. Da ist doch der Staat eine ideale Projektionsfläche; ausserdem lässt man ihn sich -wie
    heute im Prinzip auch schon- aus Steuermitteln finanzieren und sieht zusätzlich zu, sich von aller eigenen Steuerlast zu befreien. Natürlich wird dieser künftige Staat noch "hohler" und uneigenständiger sein als der heutige. Aber er wird nötig bleiben. Der Übergang dahin wird als notwendige Reform maskiert werden.
    Staat war schon immer ein Herrschaftsinstrument ganz wesentlich derer, die große Mengen an Produktionsitteln unter ihrer Regie wußten. Das wird auch künftig so sein, nur die Natur der Produktionsmittel wird sich zum Teil ändern, in dem sie digitaler werden, damit auch fluider und schwerer "von unten" zu kontrollieren. In der BRD hatten wir zu Nachkriegszeiten in diesem Sinne auch keine Demokratie, sondern eine durch demokratische Prozeduren gemilderte Herrschaft, in der es allerdings Elemente von Mitbestimmung gab. Außerdem waren sich die Besitzer der Großkonzerne auch untereinander nicht ganz einig, was eine gewisse Pluralität erlaubte, Man liess das Volk an der langen Leine spielen, gewürzt durch eine progressive Einkommensentwicklung bis in die 70er Jahre hinein.
    Heutzutge konzentrieren sich Besitz und Kapital so scharf "nach oben", auf eine überschaubare Menge von Köpfen, dass manche von ihnen auf eine öffentliche Diskussionskultur zu verzichten können glauben. Sie können sich ja direkt absprechen. Nur müssen "wir", das "Volk" dabei brav sein, womöglich noch applaudieren. Zu diesem zu zähmenden Volk gehören mittlerweile weite Teile
    selbst des gehobenen Mittelstands, also Unternehmer von einigem Gewicht -vielleicht muß man sie vorher noch ruinieren,
    vielleicht kriechen sie von selbst zu Kreuze -der Mensch ist eben gern ein Opportunist, vielleicht auch beides. Der Staat wird jedenfalls gebraucht. Nur brauchen wir wohl nicht zu "fürchten", dass künftig jemand, den wir wählen oder abwählen könnten in Sachen Geldpolitik (und Ökonomie im allgemeinen) etwas Wesentliches zu sagen haben wird. Doch wird man sich regierungsseitig bemühen, diesen Schein am Leben zu erhalten und sicher dafür eine eigene Rhetorik entwickeln. Mit deren Nuancen dürfen sich sodann die Journalisten befassen. Wär das nich´was?

  14. Germane sagt:

    Zumindest die Federal Reserve ist keine staatliche Bank, selbst wenn die Bezeichnung dies vermuten lässt – es ist und bleibt ein privates Unternehmen – dass sollte Herr Wolff wissen. Das Gleiche denke ich von der "europäischen Zentralbank". Somit ist es nicht zum ersten Mal in der Geschichte, dass das Geld nicht ausschließlich in öffentlicher Hand liegt. Meines Erachtens wurde diesem Umstand Vorschub geleistet, mit der Abschaffung der Gold und Silberdeckung… ansonsten teile ich natürlich Herrn Wolffs Bedenken was eine komplett digitale Währung angeht – damit wäre der Einzelne auf Gedeih und Verderb den Launen der Psychopaten und deren psychisch gestörten Helfershelfer ausgeliefert.
    Es wird allerdings, leider, wohl keinen großen Aufschrei unter den Bevölkerungen geben, bei der Einführung der Digitalwährung und der endgültigen Abschaffung des Bargeldes, denn diese wurden mit der EC-Karte und den anderen Plastikkarten bereits weitestgehend auf eine digitale Währung vorbereitet. Ich nehme mich nciht aus, denn auch ich benutze sehr oft dieses Plastikteil. Warum? Weil der Mensch faul und bequem ist und nicht ständig über seine Handlungen nachdenkt – ok, bei vielen würde dies auch nichts nützen, weil die Voraussetzungen zum selbstständigen Denken fehlen und vor allen Informationen.

    Ich weiß, hier bei KenFM wird immer gepredigt, man soll lieb und artig sein, nur keine Gewalt… grundsätzlich mag das richtig sein. Was mich jedoch massiv stört ist der Umstand, dass hier zwar auf DInge die nicht in Ordnung sind hingewiesen wird aber Vorschläge wie man sich dagegen WIRKUNGSVOLL zur Wehr setzen kann, hat keiner. Man hat ja gesehen in diesem Sommer wie wirkungsvoll, friedliche Demonstrationen mit Pipi Langstumpf Musik sind. Im Bundeskanzleramt haben sie wahrscheinlich an ihren Übertragungsgeräten gesessen und sich vor Lachen in die Hosen gemacht – danach haben sie beratschlag wie man das Volk noch ein bissl ,ehr drangsalieren kann und das Volk hat nach Verkündung gesagt: Ok…
    Nur als Beispiel, Söder diktierte ab diesem Montag eine FFB2 Pflicht für öffentliche Verkehstmittel und Einzelhandel – was macht der Großteil der Leute hier auf den bayrischen Dörfern? Erklären das eigene Auto zum öffentlichen Verkehrtsmittel und ziehen die Maske da schon auf. Stellen Blockwarte vor Geschäfte die die potentiellen Kunden anschnauzen, wenn sie keine FFB2 tragen – dies bereits schon letzte Woche!!!
    Also Herr Wollf einfache Frage an Sie: Irgend einen Lösungsvorschlag?

  15. phlox sagt:

    Herr Dr. Wolff,
    mir ist die Rolle des Staates dabei nicht klar.
    "Dieses Konto wird von zwei Kräften betrieben, kontrolliert und überwacht werden: der Zentralbank, also in letzter Instanz dem Staat, und den privaten IT-Konzernen, die für die technische Seite zuständig sein werden. Es wird sich also zum ersten Mal in der Geschichte des Geldes um ein Zahlungsmittel handeln, das sich sowohl in öffentlicher als auch in privater Hand befindet."

    Das Zahlungsmittel in sowohl öffentlicher als auch in privater Hand.
    Kann man bei der Konstruktion noch von teils "in öffentlicher Hand" sprechen?

    Konzernen ist ja Staatlichkeit egal.
    Der öffentlich Einfluss in den neu konzipierten Zentralbanken, wie sähe der aus?

  16. Giorgio Plaz sagt:

    @Peter Lau
    >> Der Hochfinanz..

    Ausser man tut was dagegen.
    Sie wissen schon: Von nichts kommt nichts. (Packungsbeilage: Gilt nicht für die 1 Prozent..)

    Die Aussage:
    "Das Geldsystem, wie wir es kennen, ist historisch an sein Ende gelangt und kann in der bestehenden Form nicht weiter existieren"

    halte ich für durchaus richtig!

  17. Peter Lau sagt:

    Zitat "Das Geldsystem, wie wir es kennen, ist historisch an sein Ende gelangt und kann in der bestehenden Form nicht weiter existieren"

    Das erscheint mir nicht so.
    Im heutigen Finanzsystem ist spätestens seit USA 2008 Finanzcrash, 2011 Irland, 2012 Griechenland und dem Gerichtsurteil von 2015 New York bezüglich argentinischen Staatsanleihen eins klar:
    Der Schutz des Gläubigers steht über allem, nötigenfalls werden ganze Volkswirtschaften in jahrzehntelange reparationszahlungsgleiche Schuldknechtschaft geführt, ohne Chancen dem jemals entrinnen zu können. Die Folgen: Arbeitslosigkeit, Lohnrückgang, massiver Anstieg der Lebenskosten gegenüber dem eigenen Einkommen, Rezession, Selbstmorde, Auswanderung, kaputte Infrastruktur, Flucht, Zerstörung der Natur, Umverteilung des Vermögens zum Hochfinanz,massive Steuern, etc.
    Der Hochfinanz wird all das nicht aufgeben, wegen eines neuen Geldsystems.

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