KenFM über: Ägypten 2012

Die USA und andere westliche Staaten zeigen sich empört über die aktuelle Politik Mursis in Ägypten. Doch diese Kritik darf als ungerechtfertigt bezeichnet werden. Als Konrad Adenauer nach dem Zweiten Weltkrieg die Bundesrepublik aufbaute, wollte er z.B. eine Presse, bei der die Regierung das letzte Wort hat. Ein klassisches Beispiel für Fehltritte beim Erlernen des Umgangs mit demokratischer Macht.

Doch auch über 60 Jahre später, 2012, lassen Ministerien und Parteien bei öffentlich-rechtlichen Fernsehredaktionen die Telefone läuten, um die Berichterstattung zu manipulieren.

Ist ein Land wie Deutschland schon so fit in Sachen Demokratie, dass es anderen Nationen erklären kann, wie diese funktioniert? Oder sollte man sich nicht zuerst dem Balken im eigenen Auge annehmen, bevor in den Augen anderer nach Splittern sucht?

Quellen:
http://www.ndr.de/geschichte/chronologie/sechzigerjahre/spiegelaffaere101.html
http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-11/gaza-israel-hamas-verhandlungen-waffenruhe
http://de.wikipedia.org/wiki/RAND_Corporation
http://www.welt.de/politik/ausland/article112113215/Aegypten-ist-jetzt-ein-Land-ohne-Justiz.html
http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-revolution-holt-schwung
http://www.zenithonline.de/deutsch/gesellschaft//artikel/der-kampf-um-versionen-003501/
http://www.spiegel.de/politik/ausland/aegyptens-praesident-mursi-annulliert-sondervollmachten-a-871798.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/aegypten-mursi-will-das-referendum-um-jeden-preis-durchziehen-a-871838.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Menachem_Begin
http://de.wikipedia.org/wiki/Camp_David
http://de.wikipedia.org/wiki/Anwar_as-Sadat
http://de.wikipedia.org/wiki/Tahrir-Platz
http://de.wikipedia.org/wiki/Panarabismus
http://www.spiegel.de/politik/ausland/1973-jom-kippur-krieg-a-176410.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Jom-Kippur-Krieg
http://de.wikipedia.org/wiki/Sechstagekrieg
http://de.wikipedia.org/wiki/Gamal_Abdel_Nasser
http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Mursi
http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_el-Baradei
http://de.wikipedia.org/wiki/Muslimbrüder
http://de.wikipedia.org/wiki/Ägypten
http://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Ellsberg
http://www.kaiserkurier.de/kurier082/die-kanzlerakte.html

4 Kommentare zu: “KenFM über: Ägypten 2012

  1. Sehr geehrter Herr Jebsen,
    herzlichen Dank für Ihre Beitrag, der sehr sehr authentisch ist.

    Es gibt nur paar kleine falsche Infos:
    1- Die Ergebnis des Referendum in Ägypten 2012 war 63.8 % für Ja und 36.2% für Nein
    2- Elbana hat niemals zum Gihad gegen Nichtmuslima aufgerufen vielleicht gegen Ungläubige aber nicht gegen Nichtmuslim
    3- Die ermordeten 7 Opfer vor dem Ithadia Palast waren von Muslim Bruder Aktivisten.

    Aber Sie haben im Allgemeinen das ausgedruckt was fast jeder Ägypter sagen will.
    Vielen Dank nochmal und Gott segne Sie.

  2. Die tendenziöse Argumentationskette, dass nur weil Mubarak schlecht war die Muslimbrüder gut und friedlich sind, geht nicht auf. Die Muslimbrüder versuchen demokratische Prinzipien abzuschaffen und setzen dafür auf Gewalt. Die Gefahren, die von Religiösen ausgehen, für die Vernunft keine Rolle spielt, werden unterschätzt. Eine religiöse Diktatur ist schlimmer als eine weltliche, weil weder Bürgerrechte noch Vernunft existieren. Es gibt mehr als die postulierte Bipolarität von US-Marionetten und Monotheisten (hierzulande ist das eher eins): säkulare Kräfte können für Demokratie sorgen, denn Trennung von Staat und Kirche ist Voraussetzung für einen Rechtsstaat. Leider haben in Deutschland die Kirchen absurde Privilegien und beherrschen sowohl Rundfunkrat als auch die derzeitige Politik. Deshalb sollte man monotheistisch-undemokratische Gewalt nicht schönreden, sondern dafür sorgen, dass auch hier die Trennung von Staat und Kirche endlich durchgesetzt wird.

  3. Klasse Beitrag! Unsere ganze vereinte Presse beschimpft doch Ägypten nur, weil sich dort eine Mehrheit gefunden hat, die nicht unser abendländisch-christliches Weltbild akzeptiert – un insbesondere nicht die Herrschaft der westlichen globa players, die längst unsere scheindemokratischen Abgeordneten und Regierungen in den Sack gesteckt haben.

    Wir können es vielleicht bald eerleben, dass die jetzt inÄgypten herrschende politische Mehrheit nach dem vorhandenen Mehrheitswillen im Volk vorgeht und nicht nach dem Diktat der USA.

    Vielen Dank für die interessanten Hinweise auf die Geschichte der Muslim-Brüder. Ich würde übrigens nicht von M“a“slim-Brüderr sprechen, sondern das „u“ in diesem Wort auch in deutsch als „u“ aussprechen. Sonst geht es immer weiter mit dieser Unsitte und es gibt kein Peking mehr sondern nur das amerikanische Beijing und London (zwei „o“) würde endgültig nur noch als „Landen“ ausgesprochen. Man muss kein blinder Nationalist sein, um nicht dafür einzutreten, dass die eigene Sprache auch richtig benutzt wird.

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