Eine Alternative zum westlichen Neoliberalismus | Von Rainer Rupp

Aufstieg der russisch-chinesischen Partnerschaft nicht mehr zu stoppen.

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Bis zum 14. Dezember 2020, der Tag, an dem die Wahlmänner der US-Bundesstaaten sich zum Electoral College versammeln und den US-Präsidenten für die nächsten 4 Jahre wählen, sind es noch über vier Wochen hin. Bis zu dem Zeitpunkt ist Joe Biden noch nicht Präsident, auch wenn deutsche Medien und Politiker bereits so tun, als ob das der Fall wäre. Aber weder die deutschen noch die US-Medien bestimmen, wer US-Präsident ist.

Für den Fall dass Biden Präsident werden sollte, tut sich außenpolitisch bereits jetzt unter den Biden-Beratern eine Fraktion hervor, die gegen Russland eine härtere Gangart als bisher unter Trump verfolgt, kombiniert mit besseren Beziehungen zu NATO-Europa, um die Europäer in die verschärfte Konfrontationspolitik gegen Moskau einzuspannen.

Derweil setzt sich eine andere Fraktion aus wirtschafts- und finanzpolitischen Gründen für die Entspannung mit Peking ein, um in Bidens Amtszeit wieder zum lukrativen Geschäftsmodell der US-Konzerne zurückzukehren, nämlich der Nutzung Chinas als verlängerte Werkbank der US-Wirtschaft. Denn die US-Wirtschaft hatte inzwischen genügend Zeit, um festzustellen, dass es für die Hunderte von Millionen disziplinierter, eifriger und inzwischen auch gut ausgebildeter chinesischer Arbeiter weder in Indien, noch Indonesien, noch in Vietnam eine Alternative zu China gibt. Gleiches gilt für die perfekt funktionierende Infrastruktur des Reiches der Mitte.

Dieser US-Wirtschaftsfraktion, die mit China wieder gute Geschäfte machen will, steht die nicht minder mächtige und politisch einflussreiche Fraktion des Militärisch-Industriellen Komplexes (MIK) gegenüber, der die US-Sicherheits- und Außenpolitik dominiert. Dem hatte sich Biden im Wahlkampf angebiedert, nicht nur mit seiner harten Position gegenüber dem Kreml, sondern auch gegen China. Während der zweiten und zugleich letzten Debatte der Präsidentschaftskandidaten am 23. Oktober hatte Biden nämlich damit geprahlt, dass Obama und er es waren, die im Zusammenhang mit der neuen „Pivot nach Asien“-Strategie bereits 2015, also vor Trump, eine aggressivere Haltung gegenüber Chinas Ansprüchen auf große Teile des Südchinesischen Meers eingenommen hatten.

Wörtlich sagte Biden: „Als ich Xi (den chinesischen Präsidenten) traf und noch Vizepräsident war, sagte er: ‚Wir richten Luftidentifikationszonen im Südchinesischen Meer ein, Ihr könnt da nicht durchfliegen‘. ‚Ich sagte: Wir haben sie gerade mit B52/B1-Bombern durchflogen. Wir werden das Verbot ignorieren“.

Bei dem „Pivot nach Asien“ handelte es sich um den Beschluss, die geo-strategische Militärstruktur der US-Streitkräfte radikal zu verändern, mit neuem Schwerpunkt Asien. Bis dahin war in der strategischen US-Planung die Mehrheit der US-Militärkapazitäten für mögliche Kriege in Europa und dem Nahen und Mittleren Osten vorgesehen. Im Rahmen des „Pivot“ wurde damit begonnen, 60 Prozent des US-Militärpotentials für Konflikte in Asien, also gegen China, umzugruppieren. Daher ist davon auszugehen, dass sich daran in den nächsten vier Jahren auch unter einem Präsident Biden nichts ändern wird.

Im Juli dieses Jahres hat die Trump-Administration die meisten Ansprüche Chinas auf die Gewässer im Südchinesischen Meer kategorisch zurückgewiesen. Zugleich haben die Washingtoner Kriegstreiber die Zusammenarbeit mit asiatischen Ländern gesucht, um sie vor den Karren ihres Konfrontations- und Eindämmungskurses gegen China zu spannen. Auch dieser Kurs wird unter Biden mit hoher Wahrscheinlichkeit fortgesetzt.

Niemand soll sich daher wundern, dass die seit 2014 offen aggressive US-Politik gegen Russland und die neuerdings verschärfte konfrontative Politik gegen China dazu geführt hat, dass sich Moskau und Peking endgültig auf derselben Seite der „Barrikaden“ gegen den großen Hegemon in Washington vereinigt haben.

In Berlin versuchen die außenpolitischen Macher derweil allein schon aus ökonomischen Gründen – China ist für den deutschen Export wichtiger geworden als die USA – sowas wie einen Balanceakt zwischen den beiden Polen hinzukriegen. Das aber geht nicht, solange Deutschland sich nicht aus seinem US-Vasallentum befreit. Aber daran haben die deutschen Eliten in Finanzwirtschaft, Politik, Medien und bezahlter Wissenschaft, die alle mit dem US-Finanzsystem innigst verwoben sind, überhaupt kein Interesse.

Nur vereinzelt hatte es während der ersten Amtszeit von Trump Appelle gegeben, dass sich die EU – mit Deutschland und Frankreich als Führungsmächte – von den USA abnabeln und eine unabhängige Politik betreiben sollte. Mit der Hoffnung auf 4 Jahre Biden im Weißen Haus in Washington, in der das lukrative, aber von Trump schwer angeschlagene, neo-liberale Geschäftsmodell der westlichen Eliten wieder repariert werden soll, sind diese Stimmen für eine von den USA unabhängige EU wieder verschwunden.

Der von Seiten der USA einseitig erklärte Kalte Krieg gegen Russland und China, der laut Ankündigung unter Biden verschärft fortgeführt werden soll, wird auch an die noch (!) Supermacht USA Anforderungen stellen, denen sie allein nicht gewachsen ist. Deshalb soll auch Europa vor den Karren der anti-chinesischen US-Politik gespannt werden. An dem neuen, konfrontativen Ton der selbsternannten deutschen Qualitätsmedien und an den Berliner politischen Stellungnahmen über China kann man bereits erkennen, dass die deutschen Schoßhündchen wieder brav über jedes Stöckchen springen, das ihnen ihr Herrchen in Washington hinhält. Sie tun das, obwohl sie wissen, dass sie damit gegen die ureigensten Interessen der großen Mehrheit des deutschen Volkes handeln, die nichts anderes als Frieden und Ausbau des gegenseitig vorteilhaften Handels mit Russland und China will, statt Aufrüstung und gefährliche Machtspiele zur Sicherung der globalen US-Herrschaft.

Dabei müsste es auch den transatlantischen Vasallen in Berlin längst klar geworden sein, dass sie mit ihrer US-Hörigkeit die wirtschaftliche Zukunft und Prosperität unseres Landes aufs Spiel setzen. Denn der gesellschaftliche und wirtschaftliche Niedergang des Westens kann kaum noch gestoppt werden, während weder Biden noch der möglicherweise doch noch siegreiche Trump die zunehmend enger werdende chinesisch-russische Partnerschaft aufhalten. Diese bietet nicht nur ihren eigenen Ländern, sondern der ganzen Welt, vom Staat geführte Wege zu Fortschritt und Wohlstand der gesamten Gesellschaft, statt westlichem Neoliberalismus mit der Gewinner-nimmt-alles-Mentalität.

Nachfolgendes Beispiel macht den entscheidenden Unterschied zwischen dem US-geführten Westen auf der einen Seite und China und Russland auf der anderen deutlich:

Eine der bedeutendsten Lehren aus der chinesischen Geschichte ist, dass die Versorgung der grundlegenden physischen Bedürfnisse der Menschen die wichtigste Aufgabe für einen Herrscher ist. Die Herrscher jedoch, die in rücksichtslose oder endlose Kriege verwickelt sind, wodurch das Volk verarmt, oder die die Grundbedürfnisse der Volksmassen auf andere Weise ignorieren, werden bald beiseite gefegt. Daher spielt auch im neuen 14. Fünf-Jahresplan der Volksrepublik China die Beschäftigung und die Schaffungen sicherer und ständig qualitativ besserer Arbeitsplätze eine so große Rolle, verbunden mit wachsendem individuellem und gesellschaftlichem Wohlstand.

Das totalitäre System des Neoliberalismus hat dagegen seit Jahrzehnten die unteren Bevölkerungsschichten immer ärmer und die kleine Oberschicht sagenhaft reich gemacht. Die Instrumente dafür waren in der Hauptsache a) die Privatisierung der bis dahin öffentlichen Aufgaben bis hin zur Elektrizitäts – und Wasserversorgung, zwecks privater Gewinnmaximierung der Aktienbesitzer der Großkonzerne, und b) die so genannte „Finanzialisierung“ fast aller Bereiche des Lebens, in der inzwischen alles einen Preis aber nichts mehr einen Wert hat.

Zudem wurde im Westen in den letzten Jahrzehnten der Anteil der Löhne und Gehälter am Bruttoinlandsprodukt systematisch nach unten gedrückt. Das bedeutet, dass das Kapital den Großteil der Arbeiter und Angestellten nicht mehr an den von ihnen selbst erarbeiteten Produktivitätsfortschritten beteiligt hat. Zugleich haben die neoliberalen Bosse den Arbeitnehmern auch noch ein großes Stück von ihrem bisherigen Anteil am gesamtwirtschaftlichen Kuchen gestohlen. So ist z.B. laut dem staatlichen US-„Bureau for Economic Analysis“ in den letzten 50 Jahren der Anteil der Löhne und Gehälter am Bruttoinlandsprodukt BIP der USA von 51, 5 Prozent Anfang der 1970er Jahre auf aktuell 43 Prozent gefallen.

Selbst das US-Nachrichtenmagazin Time war erstaunt, dass zusammengerechnet für den Zeitraum von 50 Jahren das eine Summe von 50 Billionen Dollar ergibt; 50 Tausend Milliarden Dollar, also eine fünf mit 13 Nullen: 50.000.000.000.000 die den US-Arbeitern und Angestellten vorenthalten, bzw. gestohlen und den oberen 10 Prozent zugeschlagen worden sind. Auch in Deutschland geht die Entwicklung in dieselbe Richtung, wobei sie jedoch erst Anfang der 1990er Jahre angefangen hat und noch nicht so schlimm ist wie in den USA.

Das Fazit lautet: das Geschäftsmodell der westlichen, neoliberalen Marktwirtschaft ist im Abstieg und das Modell der gelenkten Marktwirtschaften der russisch-chinesischen Strategischen Partnerschaft ist im Aufstieg. Damit bieten Russland und China vor allem den Ländern des globalen Südens zwei Entwicklungsmodelle an, die sich radikal vom neoliberalen Dogma des Westes unterscheiden, der zunehmend an Einfluss in diesen Weltregionen verliert und sein ausbeuterisches Geschäftsmodell in Gefahr sieht. Genau darin sehen die US- und EU-Eliten die angebliche russische und chinesische Bedrohung, gegen die sie nun militärisch mobilisieren.

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Danke an den Autoren für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle:   plavevski / shutterstock

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24 Kommentare zu: “Eine Alternative zum westlichen Neoliberalismus | Von Rainer Rupp

  1. Was China betrifft, scheint bei der Leserschaft hier immer noch die West-Propaganda vorzüglich zu wirken; fast alle Schreckensbilder sind hier versammelt. Würde doch mal die Lektüre von einem Wolfram Elsner empfehlen und vor allem – was das viel geschmähte „Sozialkreditystem“ betrifft – den Video-Vortrag anzusehen in Weltnetz-TV: Madeleine Genzsch: Social Scoring. Das neue Social-Scoring-System in China:
    https://weltnetz.tv/video/1886-das-neue-social-scoring-system-china
    Einige andere Artikel gegen das westliche China-Bashing finden sich in unserer Linksammlung hier:
    http://www.aufstehen-steinlach-wiesaz.de/kurztexte/china.html

    • Wollen Sie bestreiten, dass man in China für Systemkritik locker mal über 5 Jahre ins Gefängnis kommt? Fliegen Sie doch mal nach Peking, stellen Sie sich auf eine kleine Bühne und fangen an das System und Xi zu kritisieren.
      Ich wette Sie trauen sich das nicht, weil Sie ganz genau wissen, dass auf so etwas langjährige Gefängnisstrafen stehen in China!

  2. Zum Thema China kann ich nur den Film von John Pilger, "The Coming War with China" dringlichst empfehlen. Der Film ist auf youtube gratis ansuschauen. Er wurde 2014 erstellt und ist aktuell wie je:
    https://www.youtube.com/watch?v=vAfeYMONj9E

  3. Gehts noch? Ist Herrn Rupp auch nur ansatzweise bewusst, was das chinesische oder russische Gesellschaftsmodell mit sich bringt?
    Beispiel: Die Pressefreiheit ist im Westen spätestens seit Assange offensichtlich nicht mehr gegeben. Aber die Pressefreiheit Deutschlands, der USA und irgendeines europäischen Landes ist im Vergleich zu China gerade zu perfekt. Ist Ihnen klar, dass es in China innerhalb 24h an der Türe klingelt wenn man in Social Media was negatives über Xi oder die Partei schreibt?
    Wie viele Menschen kennen Sie, die wegen Beleidgung Merkels oder unserer korrupten Regierung im Knast sitzen oder gar gefoltert werden? Ich kenne keine. Ich habe schon hunderte kritische Kommentare im Kommentarbereich von Zeitungen oder youtube hinterlassen, bei mir hat es bis heute nicht an der Tür geklingelt. In China wäre ich schon längst im Gefängnis oder Umerziehungslager gelandet und meine Familie hätte größte Probleme bekommen. Ken wurde bei RBB gegangen weil er zu systemkritisch war, in China wäre er einfach verschwunden und im besten Fall nach 10 Jahren Haft wieder aufgetaucht.
    Ich war in Berlin demonstrieren und bin stolz dadrauf. Zehntausende Menschen haben gerufen "Merkel muss weg, Merkel muss weg". Was denken Sie denn, was in so einer Situation in Peking passiert wäre?
    Nur weil China Konkurrent der USA ist, bedeutet dass noch lange nicht, dass das chinesische Modell in irgendeiner Weise freiheitlicher oder gerechter wäre als das westliche oder amerikanische. Wacht auf!

    • Mag ja sein – aber beinahe 2 Milliarden Menschen zu regieren und die meisten aus der Armut befreit zu haben, nötigt mir eine Menge Respekt ab. So ein Land kannst Du nicht regieren wie die Schweiz. Vielleicht schaust Du mal den von mir oben angegebenen Film von John Pilger an und überlegst Dir, ob es wirklich möglich wäre, das besser hinzubekommen. Wünschbar sicherlich – aber möglich?

    • Ich würde noch ergänzen wollen: Gibt es nicht genügend Chinesen um denen zuzutrauen, ihr Land selbst einzurichten, ganz ohne unser Zutun? Und gerade wir, die wir offensichtlich der westlich-üblichen Gehirnwäsche hilflos ausgesetzt sind, sind wir wirklich die richtigen um Ratschläge zu erteilen? Bringen wir doch erst mal unser Haus in Ordnung!

    • Wirklich? Und ist ihnen bewußt, dass es hier jeder der von der Regierungslinie abweicht ein Corona-Leugner, Aluhutträger, Verschwörungstheortiker und Nazi ist? Auch Virologen, Ärtzte und Wissenschaftler, deren Kompetenz die des Herrn Drosten bei weitem übersteigen dürfte.
      -Das die BUndesregierung keinen wissenschaftlichen Diskurs duldet?
      -Dass die Vorgabe erteilt werden soll, dass Ärzte, die der offiziellen Meinung nicht folgen, zu melden sind?
      -Dass ihre Wohnung nicht mehr länger sicher ist vor staatlichem Zugriff?
      UNd letztlich, dass Satana Merkel GENAU dieses chinesische Modell des Gehorsams gerade durchpeitscht? (DDR 2.0)
      -Nicht?
      Dann schauen Sie weiter die Grimm-Märchen auf ARD und ZDF, wo Ihrer Meineung bis zur beidseitigen Gesichtslähmung den schrumpfenden Zuschauern "eingeimpft" wird!
      Wenn die sagen, dass morgen die Sonne im Westen aufgeht, glauben es die dummen Teutonen, siehe Adolf.

    • Biden steht zu China wie Boris Jelzin damals zur USA. Die zahlreichen Schmierverträge Hunter Bidens mit Chinesischen Firmen auf sienem Laptop interpretiere ich sehr negativ. Ich sehe das alles SEHR kritisch mit China als neue oberste Supermacht. Vor allem wenn man diskussionen über neue Verordnungen ließt wie "Verhandlungen über die geplante EU-Verordnung zur Verhinderung terroristischer Inhalte im Netz" (=Internetzensur wie auf Youtube,Twitter und Facebook") . Ich hätte weitaus lieber Trump als Präsidenten gesehen, und USA und China weiter im Wirtschaftskampf, als die Unterordnung die uns mit Biden bevorsteht. Böse Zungen (wie Alex Jones im interview mit Tim Pool) stellen "Verschwörungstheorien"auf, wie dass Corona als chinesische Bestrafung für den Mittelstand benutzt wird (da dieser stärker betroffen) und als mittel zur mentalen Demotivation der Bevölkerung. Soziale Medien werden momentan immer stärker zensiert, Medien radikaler und gleichgeschalteter. Wenn das Konsequenz der Machtübernahme Chinas weltweit ist, stehe ich dem ganzen SEHR skeptisch gegenüber.

    • <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/schlappi/' rel='nofollow'>@Schlappi</a> Ich will nicht respektlos wirken aber ich denke Sie haben entweder nicht verstanden was ich meine oder haben keine Ahnung was in China so abgeht. Nach dem Kommentar den Sie gepostet haben würde es garantiert innerhalb von wenigen Tagen an Ihrer Türe klingeln, Sie wären einfach weg. Im Besten Falle in einer Gefängniszelle und Ihre Familie wüsste ungefähr in 5 Jahren oder 10 Jahren kommen Sie raus. Es wäre aber auch genau so gut denkbar, dass Sie nicht nur inhaftiert sondern auch schikaniert oder gefoltert werden und niemand wüsste wo Sie überhaupt sind. Das ist kein Spaß in China die Regierung bzw. das System scharf zu kritisieren. Dazu kommt noch, dass deutsche Gefängnisse Luxus sind im Vergleich zu den chinesischen. In China hätten wir überhaupt kein Portal wie KenFM, wo Journalisten mit Klarnamen veröffentlichen oder gar auf Bühnen auftreten. Entweder müsste man anonym im Darknet veröffentlichen, vom sicheren Ausland aus oder wie gesagt die Verhaftung würde nicht lange auf sich warten lassen.
      Um das nochmal klar zustellen, ich war auf Querdenken Demos in Stuttgart und auf der großen in Berlin, bin selbst der Meinung, dass die Freiheitsrechte enorm abgebaut wurden und eine mediale und gesellschaftliche Gleichschaltung(NS-Zeit lässt grüßen) erfolgte bzw. im Gange ist. Und mein schlimmster Alptraum wäre daher: Morgen in einem Land wie China aufzuwachen und meine Tochter in einem totalitären System wie China aufwachsen zu sehen!
      China ist wirtschaftlich unglaublich stark aber gleichzeitig eines der Länder mit den wenigsten Rechten der persönlichen Freiheit. Wenn die Partei einen nicht mag dann darf man dort gar nichts und landet wie gesagt schon wegen einzelnen Kommentaren oder Aussagen für über 5 bis teilweise über 10 Jahre im Gefängnis. Ken & Co würden lebenslange Haftstrafen oder Hinrichtung drohen. Wenn es das "Modell China" auf KenFM jetzt gehyped wird dann muss ich mir ernsthaft überlegen ob ich das hier noch weiter unterstützen kann. Das Modell China ist ein autoritäres und totalitäres Modell zur Unterdrückung von persönlichen Freiheiten.

    • <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/wildenfelser/' rel='nofollow'>@Wildenfelser</a> Zu Ihrem zweiten Kommentar: Ich will nicht China verändern sondern nur zum Ausdruck bringen, dass das chinesische Modell wenn es um autoritäre Maßnahmen und Totalitarismus geht nochmal in einer ganz anderen Liga spielt als alles was in den westlichen Ländern abgeht.
      Zum Ihrem ersten Kommentar: Wirtschaftlicher Aufschwung rechtfertigt keine totalitären Maßnahmen und einen autoritären Polizeistaat. Ist Ihnen Geld etwa wichtiger als Freiheit?

  4. Bzgl. der im Text genannten Zahl von 50 Billionen Dollar wüsste ich gern, ob bei der Übersetzung des amerikanischen Textes von Herrn Rupp berücksichtigt wurde, dass die amerikanische Einheit "Billionen" auf deutsch "Milliarden" sind.

    • Das US-BIP für das Jahr 2019 war 21,31 Billionen (US-Trillion) Dollar. Im Jahr 2019 lag der Anteil der Löhne und Gehälter bei 43% des BIP und damit 8,5 Prozentpunkte unter dem Wert von 51, 5 Prozent Anfang der 1970er Jahre.
      Das heißt, dass die 8,5 Prozentpunkte des BIP von 2019 etwa 1,820 (US-Trillion) bzw, zu deutsch 1,820 Billionen Dollar ausmachen, die dem Faktor Arbeit im Vergleich zu 1970 fehlen, weil sie in die Taschen des Faktors Kapital gewandert sind.
      Zusammengerechnet über die letzten 50 Jahre hat sich so die Summe von den bereits erwähnten knapp 50 (US-Trillionen), bzw. zu deutsch: Billionen Dollar ergeben.

  5. Wenn es dem strategischen Verbund von China und Russland gelingt, den Wohlstand der Völker drastisch zu steigern, wird kein Volk der Welt seiner Regierung den Neoliberal-Kapitalismus mehr durchgehen lassen. Dessen einziger Ausweg wäre früher ein großer Sieg/Krieg gewesen. Leider sind beide neuen strategisch verbündeten Großmächte dem westlichen Wertlos System inzwischen militärisch unschlagbar überlegen. Das besagt die neue russische Nuklearwaffendoktrin derart warnend, dass ich bei ihrem Erlesen bei "Sputniknews" ganz, ganz ruhig geworden bin. Die russischen Militärs haben es geschafft, ihrer Staatsführung die ansonsten peinliche politische Unterwürfigkeit (Skripal, Navalny, Sanktionsdruck etc.) exakt hier auszutreiben. Wirtschaftlich gesehen sind die neuen Doppel-Partner China/Russland ebenso wie finanzpolitisch und in Wissenschaft/Technik für Afrika und Asien Leitsystem fähig. Das SEIDENSTRAẞEN-PROJEKT ist das neue Modell, Neoliberal-Kapitalismus ohne Verschwendung auch nur einer einzigen Patrone überflüssig zu machen. Nichtkampfprinzip sagt mein Freund Lenz dazu.

    • Aha, wer hätt's gedacht? Eine (Gefährder) freie Umwelt, Sozialkredit demnächst auch in ihrem Theater. Irre praktisch wenn einem einfach mal so eine Pandemie zuläuft:

      Das chinesische Sozialkredit-System
      16. April 2020 Peter Decker

      Ein landesweiter Pranger für die harmonische sozialistische Marktwirtschaft
      (…)
      Verantwortungslosigkeit allerorten

      Das Planungsdokument für das SKS beklagt, dass auf allen Ebenen der chinesischen Gesellschaft die Menschen immer wieder tun, was sie nicht tun sollen und dürfen. Wirtschaftsführer, Staatsfunktionäre, Richter, Wissenschaftler, aber auch die kleinen Leute sind rücksichtslos gegen Geschäftspartner und andere, die von ihren Aktionen abhängen; sie lügen und betrügen, verstoßen gegen die guten Sitten des Geschäftslebens und sogar gegen das Recht.

      „Immer wieder geschehen schwere Betriebsunfälle und Verstöße gegen die Sicherheit von Lebensmitteln und Medikamenten. Kommerzieller Betrug, Herstellung und Verkauf gefälschter Produkte, Steuerhinterziehung, betrügerische Geldforderungen, akademische Unredlichkeit und weitere derartige Phänomene können trotz wiederholter Verbote nicht unterbunden werden. Immer noch entsprechen die bisher erreichte Verlässlichkeit des Regierungshandelns und die Glaubwürdigkeit der Justiz nicht den Erwartungen der Volksmassen.“
      Roadmap I. (1) Abs. 2

      Seitenweise noch wird die Aufzählung chinesischer Unsitten fortgesetzt, die einem gar nicht chinesisch vorkommen: Bestechung bei der Ausschreibung öffentlicher Bauvorhaben, gefälschte Statistiken staatlicher Stellen, geplatzte Kredite von Unternehmen, verbotene Praktiken im Onlinegeschäft, unlautere Werbung, Lohnunterschlagung durch Unternehmer, Versicherungsbetrug und das Erschleichen von Entschädigungen durch Privatpersonen usw.

      Die KPCh stößt auf die gar nicht landestypischen Konsequenzen und Exzesse des Kapitalismus, den sie ihrem Volk verordnet hat: Sie hat, um "Entwicklung" zu erzwingen, die private Bereicherung freigesetzt, ihre kommunistischen Funktionäre teils in Kapitalisten, teils in Träger der politischen Macht verwandelt und mit der Lizenz und dem Auftrag ausgestattet, das niedere Volk in Dienst zu nehmen für ihren privaten Reichtum, der zusammengerechnet den Reichtum der Nation ausmacht. Im planmäßigen Interesse an Wachstum um jeden Preis hat sie sie zu Rücksichtslosigkeit gegen alles, was der "Entwicklung" nicht oder nicht genug dient, ermuntert. Jetzt kommt ihr manche Nebenwirkung ihres Wachstumsimperativs kontraproduktiv vor – so sehr, dass sie glatt den Fortschritt selbst und die "allgemeine Wettbewerbsfähigkeit" der Nation als davon bedroht ausgibt.

      Die Schuld an den mit ihrem Programm einhergehenden Schäden und in die Gesellschaft implantierten Gegensätzen verortet sie bei den Menschen: Die kleinen und großen Unternehmer sollen der Partei das beschleunigte Wachstum des nationalen Kapitals liefern, also alle Mittel ihres Erfolgs maximal ausnutzen – und dann beuten sie, nun offenbar gegen den Parteiauftrag, ihre Arbeitskräfte aus, schädigen die Umwelt, betrügen Kunden und Kreditgeber. Staatsfunktionäre sollen Investitionen in ihrem Amtsbereich fördern, alles aus dem Weg räumen, was dem Fortschritt im Weg steht, – und dann respektieren sie nicht die Landrechte rückständiger Bauern und der Bewohner ärmlicher Siedlungen. Arbeitsleute sollen die große Parole "Bereichert euch!" auch auf sich beziehen – und dann stellen sie Ansprüche und suchen Vorteile, die zu ihrer Rolle nicht passen. Die Menschen beschädigen das große Fortschrittsprogramm der Partei, weil sie die ihnen verordneten und erlaubten Privatinteressen ohne Rücksicht auf die Interessen anderer, oft unter Missachtung eingegangener Verträge und des Rechts verfolgen.
      (…)
      Im Unterschied zu der in allen anderen zivilisierten Staaten praktizierten Vorratsdatenspeicherung der Staatsorgane ist die chinesische ganz und gar öffentlich. Jeder berechtigte Interessent kann sich über andere – Geschäftspartner, Mieter, Schwiegereltern in spe – erkundigen. Jeder kann und soll auch für sich nachfragen, was sein persönlicher Sozialkreditstatus ist, wie also die staatlichen Stellen ihn einschätzen. Der positive wie negative nationale Pranger4 der "Informationsgesellschaft" packt Bürger und Firmen an ihrem Interesse an einem "guten Ruf" und ihrer Angewiesenheit darauf im geschäftlichen und sozialen Leben – und verlässt sich gar nicht wirklich auf die erzieherische Kraft dieser ideellen Seite der Geschäftsfähigkeit. Soziale und materielle Folgen eines guten oder schlechten Rufs organisiert die herrschende Partei auch noch selbst: Sie beschwert ihre Forderung nach Anstand in der Konkurrenz sowie nach konformem sozialem und politischem Verhalten mit materiellen Gratifikationen und Strafen – neben und außerhalb des Justizsystems -, um die Anpassung ans Geforderte unausweichlich zu machen.
      (…)
      Wie die Partei sehen auch die Bürger lauter unmoralische Charaktere am Werk, sobald sie sich benachteiligt oder schlecht behandelt vorkommen. Das Sozialkredit-Programm kennen sie nur als Bestrafung und Umerziehung der anderen. Von ihm versprechen sie sich mehr Rücksichtnahme seitens der Arbeitgeber, bessere Lebensmittel im Supermarkt und eine gerechtere Behandlung durch Amtsträger. Dafür nehmen sie gerne in Kauf, dass auch ihre Lebensführung erfasst und publik gemacht wird.

      Ihre Freiheit, wie es die politisch korrekten Hüter westlicher Werte von ihnen erwarten und einfordern, sehen sie davon nicht bedroht: Sie haben ja nichts zu verbergen! Dass sie durch die organisierte soziale Kontrolle auf Konformität verpflichtet, für die Nation und ihren Fortschritt in Dienst genommen werden, ist ihnen ohnehin selbstverständlich. Dass die anderen, die sich was auch immer herausnehmen, damit nicht länger durchkommen sollen, finden sie nur gut.

      Man möchte gar nicht wissen, wie viele der Anständigen im westlichen Freiheitsstall einen universellen Blockwart(!) im Dienst einer derart harmonisierten Gesellschaft ebenso begrüßen würden.
      https://www.heise.de/tp/features/Das-chinesische-Sozialkredit-System-4702006.html

      Dazu noch folgender Text (was bei uns natürlich völlig ausgeschlossen wäre):

      Der ZDF-Korrespondent Ulf Röller berichtete dazu im April 2020 bei Markus Lanz Erhellendes aus China. Auf die Frage von Lanz, was die »Rückkehr zur Normalität« dort bedeute, schildert er:

      »Was mir am meisten Angst gemacht hat, und das ist vielleicht auch ein Thema, was die deutschen Zuschauer sehr interessiert, ist, mit welcher Lichtgeschwindigkeit derÜberwachungsstaat sichtbar geworden ist. Für jede Bewegung, die man machen will, muss man eine App herunterladen (…) Man nutzt die Desundheitsangst der Leute, um diese massive Überwachung stattfinden zu lassen. (…) Die meisten Chinesen, mit denen wir gesprochen haben, finden das super. Die Angst, die sie vor einer neuen Infektionswelle haben, ist so groß, die wird auch staatlich gelenkt, dass sie da keine Einschränkung ihrer Freiheit sehen, sondern etwas Positives, das sie schützt.«
      (Paul Schreyer, Chronik einer angekündigten Krise, Wie ein Virus die Welt verändern konnte)

      Und daß das kein Kampf gegen niemanden ist, das sieht man auch hier:

      China: Innen Hui, Außen Pfui
      15. Juni 2019 Gilbert Kolonko

      Ein Blick in die Nachbarländer Chinas zeigt: Für die Erde ist das "System China" bisher nicht gesünder als der "freie Markt" des Westens

      Fünf erschossene Demonstranten im April 2016 in Bashkhali bei Chittagong. Ein weiterer getöteter Demonstrant im Februar 2017 an gleicher Stelle. Wieder hatte es Proteste gegeben, gegen ein von China finanziertes Kohlekraftwerk.

      Warum die Polizei gegen Anwohnerproteste tatkräftig unterstützt wird, zeigt, wer da Pekings Geschäftsinteressen durchsetzt: Selbst die konservative Bertelsmann Stiftung hat das wirtschaftlich aufstrebende Bangladesch zur Autokratie erklärt. Wohl auch wegen ihres besonderen Auslesesystems bei Wahlen.

      Obwohl die Opposition die Wahlen zwischen 2013 und 2017 boykottiert hat, kam es in dieser Zeit zu mehr als 1000 Toten politischer Gewalt und 53.000 Verletzten, weil sich vorwiegend Anhänger der Regierungspartei mit der Partei der Awami-Liga bekämpften. So ist garantiert, dass der Kandidat mit der besten Schlägertruppe vorort das Rennen macht.

      Später können diese Schlägertrupps Anwohner-Proteste gegen "Entwicklungs-Projekte" niederknüppeln – dafür wird der gewählte lokale Kandidat der Awami Liga mit Aufträgen in Zusammenhang mit dem Projekt bedacht. Anschließend können die Schläger von der regierungstreuen Presse als Gegendemonstranten bezeichnet werden.

      Komplett hier:
      https://www.heise.de/tp/features/China-Innen-Hui-Aussen-Pfui-4442803.html?seite=all

      Oder auch hier, absolut kein Kampf:

      Auf die Reformen in der Landwirtschaft folgte die Einrichtung von vier Sonderwirtschaftszonen in Shenzhen, Zhuhai, Shantou und Xiamen, um ausländisches Kapital für die export-orientierte Produktion anzuziehen. Die Sonderwirtschaftszonen wurden 1984 auf 14 Küstenstädte ausgedehnt. Die ausländischen Direktinvestitionen in China wuchsen von 1,3 Mrd. US-Dollar im Jahr 1984 auf 33,9 Mrd. US-Dollar im Jahr 1990. Die Sonderwirtschaftszonen brauchten eine große Masse an billigen Arbeitskräften. Dies wiederum erforderte ein dereguliertes Arbeitsregime und einen flexiblen Arbeitsmarkt. 1982 wurde das Streikrecht aus der Verfassung gestrichen. 1983 verkündete die Regierung das Ende des Prinzips der „eisernen Reisschale“, also der egalitären, umfassenden sozialen Absicherung. Die Nutzung von Leiharbeitern bzw. befristeten Arbeitsverträgen (contract workers) wurde gefördert. 1987 lag die Zahl der contract workers bereits bei sechs Millionen oder fünf Proz ent der Beschäftigten in der Industrie. Sie stieg innerhalb der nächsten zehn Jahre auf 52 Prozent Beschäftigten. 1993 lag die Zahl der Wanderarbeiter aus den ländlichen Gegenden alleine in der Provinz Guangdong bei 10 Millionen (Li 2016, 19; Lin 2020, 35). Die Wanderarbeiter waren gezwungen, niedrige Löhne und miserable Arbeitsbedingungen zu akzeptieren, da die Konkurrenz unter ihnen hoch und ihre Verhandlungsmacht gering war. Frühkapitalistische Ausbeutungsbedingungen wie etwa überlange Arbeitszeiten wurden nun zum Charakteristikum des neuen Exportsektors.

      Die schnell wachsenden Joint Ventures mit ausländischem Kapital stellten auch die Staatsbetriebe in Frage. Versuche, in den Staatsbetrieben eine „wissenschaftliche Betriebsführung“ im kapitalistischen Sinne zu installieren, also die Arbeitsintensität zu steigern und die Kontrolle der Arbeiter über den Arbeitsprozess zu reduzieren, stießen auf den Widerstand der Arbeiter. Die Beschäftigungssicherheit und die soziale Sicherung der Arbeiter in den Staatsbetrieben erwiesen sich dabei als Basis ihrer Verhandlungsmacht. Um die „Effizienz“ der Betriebe im kapitalistischen Sinne zu steigern, beschloss die KPCh, die kleineren Staatsbetriebe zu privatisieren und nur große Staatsbetriebe in den Schlüsselsektoren zu behalten. 1986 wurde ein Gesetz eingeführt, das den Bankrott von Staatsbetrieben regelte und die Auflösung unprofitabler Staatsbetriebe ermöglichte.
      (…)
      1992 akzeptierte der 14. Parteikongress Chinas Dengs Theorie vom „Sozialismus mit chinesischen Charakteristika“ und proklamierte die „sozialistische Marktwirtschaft“ als das Entwicklungsmodell Chinas. Im Grunde verständigte sich der 14. Parteikongress damit auf den Übergang zur kapitalistischen Produktionsweise, wenn auch in verklausulierter Form (Li 2016, 20). Bis Ende der 1990er Jahre wurden die meisten Staatsbetriebe privatisiert. Die verbleibenden großen Staatsbetriebe wurden nun im kapitalistischen Stil geführt. Der Anteil der in Staatsbetrieben Beschäftigten sank von 113 Millionen im Jahr 1995 auf 60 Millionen im Jahr 2017. Der Übergang vom System der lebenslangen Beschäftigungssicherheit zum System des Heuerns und Feuerns war der wichtigste Einschnitt für die chinesische Arbeiterklasse in der Reformära. Die Reformen bedeuteten insgesamt einen radikalen Bruch im Charakter des chinesischen Staates und seiner Beziehung zur Arbeiterklasse. Die Arbeitskraft wurde wieder in eine Ware verwandelt – die zentrale Bedingung für kapitalistische Produktionsverhältnisse.

      Komplett hier:
      https://www.lunapark21.net/ein-klassenkrieg-den-die-arbeiterklasse-verloren-hat/

      Sicherlich ist das kein Kampf, weil nämlich:

      Begriff der ,Gewalt´ gehört zum politischen Falschwörterbuch

      Als ,Gewalt´ werden Reaktionsweisen der Machtunterworfenen angesehen,
      Gewalt ist das, was einzelne (nicht staatliche) Täter begehen

      Nicht zur ,Gewalt´ zählen:

      – Gewalt durch staatliche Zwangs- und Sicherheitsorgane
      – Gewalt durch Zerstörung ökonomischer und ökologischer Lebensgrundlagen
      – Gewalt durch die systematische Erzeugung von Angst und Unsicherheit
      – Gewalt durch Verletzungen sozialer Menschenrechte
      – …

      > Die Folgen struktureller Gewalt werden auf das Individuum projiziert – individualisiert und pathologisiert. Dadurch wird strukturelle Gewalt unsichtbar.

      Rainer Mausfeld: Neue Wege des Demokratiemanagements
      https://www.youtube.com/watch?v=1x8x9NokCZ0&feature=youtu.be&t=1080

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  6. Ich sehe da keine Alternative. Die Verteidiger schließen sich gegen den Aggressor zusammen, und weiter? Gibt es in Russland und China keinen (selbst-)zerstörerischen Kapitalismus? In China werden Parteigegnern auf Abruf die Organe "entnommen", um sie gut zahlenden Kunden zu geben. Einfach mal auf Youtube "Organhandel China" eingeben.

    Wo ist die ALTERNATIVE?

    • Ich würde hier nicht zwangsläufig "Betrug" unterlegen. Sicher wird nicht jeder Systemkritiker von der Straße gezerrt, gleich vor Ort in die Kühlbox ausgeweidet.
      Allerdings, zumindest vor einigen Jahren, wurden Gefangenen in China die zur Todesstrafe verurteilt wurden die Organe entnommen, an teilweise westliche Interessenten verkauft. Ein Geschäft. Ein lukratives.

      Ob dies heute noch praktiziert wird ist mir nicht bekannt.

  7. Bevor sich Deutschland (das Deutsche Volk;denn die Regierung kann man kaum dazu zählen ) sich um Wirtschaftsangelegenheiten mit China oder Usa eingehender kümmern kann ,sollte erst das Regierungskrebsgeschwühr ,auch "Coronadiktatur" genannt ,medizinisch-demokratisch entfernt werden .Dabei ist es wichtig Mitläuferzellen aufzudecken ,um dann den europäischen Landeskörper wieder zu regenerieren .Da die Leitzentrale des Geschwührs in Brüssel schmarotzt, dürfte das für sämtliche europäische Staaten gelten ,was heißt ,dass die Bankenkraken tief tauchen müssen ,oder zum Trocken auf Sand gelegt werden .Um damit nicht schon wieder Oligarchenmetastasen zuzulassen ,wie ähnliche Auswirkungen schon im dritten Reich Sorgen bereitet haben ,gilt es einer dritten "Welle" mit entsprechenden Chemotherapien und Bestrahlungen (5G wurde ja eingerichtet ..:-)) entgegen zu wirken .
    Gleich wie …wir gehen also strahlenden Zeiten entgegen ! Wapne sich wer kann ,denn nichts unter der Sonne ist neu !

    Pressemeldung :Jetzt wird von der Merkel-Regierung versucht, über »aktuelle Änderungen des Infektionsschutzrechts« ein totalitäres Corona-Gesetz einzuführen.– Der Merkel-Staat wird sukzessive weiter umgeformt: Im Namen der Corona-Bekämpfung hat sich die Bundesregierung ein erschreckendes Gesetz geschrieben.
    Nachzulesen :Im Artikel 7 zum Gesetzentwurf (Drucksache 19/23944)

    • @ Outlaw, dem kann man nichts mehr zufügen, ausser, dass zurzeit unter dem Deckmantel "Corona-Pandemie" ein massiver Staatsstreich durchgeführt wird. Aber man muss neidlos eingestehen, äusserst intelligent durchgeführt!

  8. Lieber Rainer Rupp, für mich ist die derzeitige Corona-P(l)andemie Teil eines Wirtschaftskrieges gegen China, geleitet von US-Konzernen, der EU und der NATO. Wie wir momentan sehen, fliessen hunderte von Millionen Dollar in die USA, während Deutschland und andere Länder wirtschaftlich ausgeblutet und ruiniert werden. Später werden wichtige Teile der ruinierten Wirtschaft von amerikanischen Investoren, der Weltbank, dem IWF und der EZB aufgekauft und diese Institutionen werden dann bestimmen – notfalls mittels Erpressungen -, mit wem Handel zu treiben ist. Man will mit allen Mitteln die chinesische Wirtschaft schwächen und das chinesische Projekt der neuen Seidenstrasse verhindern, welches sicher für uns auch gewisse, wenn nicht gar grosse Vorteile bringen würde. Ich sehe in der Corona-P(l)andemie massivste Mechanismen, Techniken und Einwirkungen westliche Geheimdienste, der Truppe von George Sorros, seiner Stiftung und seiner vielen NGO's. Mit der Zeit erkennt man die Pappenheimer alleine an ihrem Vorgehen.

    • Tatsächlich?

      Event 201: Corona-Krise als Planspiel (2019)

      Das Konzept von »Clade X« hatte sich derweil in den Kreisen der Reichen und Einflussreichen herumgesprochen. Als das Team vom Johns Hopkins Center for Health Security im Anschluss eine noch größere, noch komplexere Nachfolgeübung konzipierte, kam die Oberliga der Sponsoren mit an Bord: die Bill und Melinda Gates Foundation und das World Economic Forum (WEF).

      Das WEF, bekannt für seine alljährlichen Konferenzen im Schweizer Nobelort Davos, ist nach eigenen Worten ein Zusammenschluss der 1000 größten Konzerne der Welt, »um eine bessere Zukunft zu formen«. Dazu möchte man Konzern- und Staatschefs fortwährend miteinander ins Gespräch bringen, wobei man angeblich »keine ideologischen und kommerziellen Interessen« verfolge.
      Den Kern der Organisation bilden die »strategischen Partner«, etwa 100 Konzerne, die besonders einflussreich sind und die Ausrichtung, Ziele und Programme des WEF gemeinsam steuern. Dazu gehören beispielsweise die Allianz, BlackRock, BP, die Deutsche Bank, Facebook, die Gates Foundation, Goldman Sachs, Google, der Pharmakonzern Johnson&Johnson, Mastercard, Paypal, der Ölkonzern Saudi Aramco, Siemens oder auch der Medienkonzern Thomson Reuters, Besitzer der gleichnamigen Nachrichtenagentur. Man könnte das WEF als eine Art modernes »Politbüro des Kapitalismus« bezeichnen, wo große Linien für das weitere internationale Vorgehen überlegt und dann gemeinsam umgesetzt werden. Der rote Faden sind die Bemühungen zur globalen Verzahnung von Regierungs- und Konzerninteressen, freundlich bezeichnet als »öffentlich-private Zusammenarbeit« (»Public-Private Cooperation«).

      WEF und Gates Foundation finanzierten nun also die nächste große Pandemie-Übung.
      (…)
      Die Übung »Event 201« fand am 18. Oktober 2019 statt, zwei Monate vor dem Auftauchen des Coronavirus, und simulierte irritierenderweise auch tatsächlich den Ausbruch einer globalen Coronavirus-Pandemie:
      »Event 201 simuliert den Ausbruch eines neuartigen zoonotischen Coronavirus, das von Fledermäusen erst auf Schweine und dann auf Menschen übertragen wird und schließlich von Mensch zu Mensch übertragbar wird und zu einer schweren Pandemie führt. Der Erreger und die von ihm verursachte Krankheit sind weitgehend an SARS angelehnt, doch ist das Virus durch Menschen mit schwachen Symptomen leichter übertragbar. (…) Im ersten Jahr steht kein Impfstoff zu Verfügung. (…) Das Szenario endet nach 18 Monaten mit 65 Millionen Toten. Die Pandemie beginnt sich zu verlangsamen, da die Zahl der anfälligen Personen abnimmt. Die Pandemie wird mit einer gewissen Geschwindigkeit weitergehen, bis es einen wirksamen Impfstoff gibt oder bis 80%-90% der Weltbevölkerung sich angesteckt haben. Von diesem Zeitpunkt an handelt es sich wahrscheinlich um eine verbreitete Kinderkrankheit.«

      Anders als bei den vorhergehenden Übungen gab es diesmal also keinen terroristischen Hintergrund. Zumindest wurde ein solcher im Manöver ausgeblendet und es war keine Rede mehr von einer ausgeklügelten Biowaffe wie noch bei Clade X im Jahr zuvor. Der Auslöser der Pandemie sollte diesmal sozusagen einfach »eine Laune der Natur« sein.
      (…)
      Zu den insgesamt 15 Mitspielern des Manövers zählten:

      – Adrian Thomas, Vizepräsident von Johnson&Johnson, dem nach Börsenwert und Gesamtumsatz größten Pharmakonzern der Welt,

      – Jane Holton, Ex-Gesundheits- und Finanzministerin Australiens sowie lange in leitender Funktion bei der WHO tätig, außerdem Vorsitzende der von der Gates Foundation initiierten, schon erwähnten Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI), einer »Partnerschaft« von Pharmaindustrie, Regierungen und WHO zur Impfstoffentwicklung, die in der Corona-Krise eine Schlüsselrolle spielt,

      – Matthew Harrington, Präsident von Edelman, der größten PR-Agentur der Welt, und »Spezialist für Unternehmenspositionierung und Reputationsmanagement mit Erfahrung in Krisenkommunikation« sowie persönlicher Berater von Microsoft,

      – Hasti Taghi, Vizepräsidentin von NBC Universal, dem drittgrößten Medienkonzern der Welt,

      – Avril Haines, unter Obama Vizedirektorin der CIA und Vize-Sicherheitsberaterin, seither in leitender Funktion bei einer Washingtoner Lobbyfirma, die interessierte IT-Unternehmen mit dem Pentagon und den Geheimdiensten in Kontakt bringt.

      Zu diesen globalen Managern gesellten sich der Vorsitzende eines Konzerns für Medizinprodukte, der Chef-Krisenmanger der Lufthansa, die Risikomanagerin der weltgrößten Hotelkette Marriott, der Präsident des UPS Foundation und ein Vertreter der Zantralbank Singapurs. Drei weiter Teilnehmer könnte man als »Pandemie-Profis« bezeichnen:

      – Stephen Redd, bei der US-Seuchenschutzbehörde CDC Leiter der Abteilung für Notfallplanung, nach 9/11 an den Anthrax-Untersuchungen beteiligt und 2009 Chef-Krisenmangaer beim Schweinegrippen-Fake, wo er »dazu beitrug, 81 Millionen Menschen in den USA zu impfen«,

      – George Gao, Direktor der chinesischen Seuchenschutzbehörde CCDC, Virologe und Vogelgrippe-Forscher, der Anfang Januar 2020 den amerikanischen CDC-Chef Robert Redfield über die Gefährlichkeit des Coronavirus informierte und, ebenfalls im Januar, zwei der ersten maßgeblichen wissenschaftlichen Artikel zum Coronavirus in westlichen Fachzeitschriften mitverfasste,

      – Michael Ryan (nicht persönlich anwesend, aber mit einer Videobotschaft zugeschaltet), seit 2019 WHO-Direktor für Gesundheitsnotfälle (Director Health Emergencies Programme) und 2020 Chefkrisenmanager der WHO für Covid-19.

      Bei Event 201 versammelten sich also Menschen mit hoher fachlicher Kompetenz, von denen einige in der Corona-Krise wenige Monate später eine wichtige Rolle spielen sollten. Das Wesentliche an der Übung wie an der darauffolgenden realen Situation war eine spezifische Verschmelzung der Themen Angst, Massensterben, Ausnahmezustand, staatliche Überforderung, Freiheitsbeschränkungen, Impfstoffe, Pharmaregulierung und Medienstrategie.
      (Paul Schreyer, Chronik einer angekündigten Krise, Wie ein Virus die Welt verändern konnte)

      Event 201

      The Johns Hopkins Center for Health Security in partnership with the World Economic Forum and the Bill and Melinda Gates Foundation hosted Event 201, a high-level pandemic exercise on October 18, 2019, in New York, NY. The exercise illustrated areas where public/private partnerships will be necessary during the response to a severe pandemic in order to diminish large-scale economic and societal consequences.
      https://www.centerforhealthsecurity.org/event201/
      https://www.centerforhealthsecurity.org/event201/players/

      Event 201 Pandemic Exercise: Highlights Reel
      centerforhealthsecurity

      Selected moments from the Event 201 pandemic tabletop exercise hosted by The Johns Hopkins Center for Health Security in partnership with the World Economic Forum and the Bill and Melinda Gates Foundation on October 18, 2019, in New York, NY. The exercise illustrated the pandemic preparedness efforts needed to diminish the large-scale economic and societal consequences of a severe pandemic.

      Drawing from actual events, Event 201 identifies important policy issues and preparedness challenges that could be solved with sufficient political will and attention. These issues were designed in a narrative to engage and educate the participants and the audience.
      https://www.youtube.com/watch?v=AoLw-Q8X174

      WORLD ECONOMIC FORUM
      https://www.weforum.org/partners#A

      Ein Tipp; unter #H finden sie z.B. Huawei und unter #S Sberbank.

      P.S.: Natürlich ist es immer vorzuziehen, wenn einem im Namen eines chinesischen oder russischen Konzern, bzw. Oligarchen das Fell abgezogen wird. Wen kümmert schon die Ausbeutung der Peripherie und des Umlands? Ach ja, neben dem Umstand, daß ihnen hier wie dort von morgens bis abends vorgeschrieben wird was sie zu tun und zu lassen haben, wird ja hin und wieder festgestellt, daß sich in China das Durchschnittseinkommen erhöht habe. Offenkundig ist manchen nicht bewußt, daß wenn am oberen gesellschaftlichen Ende, der Vermögenszuwachs enorm ansteigt, das auch das "Durchschnittseinkommen anwachsen läßt.

      Falls gewünscht, kann das alles noch ausgeweitet und vertieft werden.

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