Eine Zensur findet statt | Von Milosz Matuschek

Aber nennen Sie es um Himmels Willen bitte nicht so!

Ein Standpunkt von Milosz Matuschek.

Willkommen in der Diktatur. In der Corona-Diktatur. Huch, ist das nicht das Unwort des Jahres 2020? Ich benutze es trotzdem oder gerade deswegen. Denn die Zeit der kosmetischen Kritik ist vorbei. Man kann derzeit gar nicht schnell genug schauen, wie Kritiker stummgeschaltet und wegzensiert werden. Und wie schnell ganze Gesellschaften ihre Grundprinzipien über Bord werfen. Von der westlichen Wertegemeinschaft ist nur noch das übrig, was der Einzelne davon aufrecht erhält.

Oder kennen Sie eine Institution, die gerade glaubwürdig die Grundfesten der Demokratie verteidigt?

Freiheit ist unteilbar und Meinungsfreiheit gehört ebenso wie Gleichheit vor dem Gesetz und Gewaltenteilung zu den unverhandelbaren Pfeilern der Demokratie. Als die Weltgemeinschaft dabei zusah, wie Julian Assange in Isolationshaft in Großbritannien psychologischer Folter ausgesetzt wurde, und dazu weitgehend schwieg, befiel mich nicht nur wegen dieses Falls ein ungutes Gefühl sondern auch allgemein: Wenn es bei einer Person keinen Aufschrei gibt, dann kann man ebenso versuchen, Ähnliches der ganzen Bevölkerung anzutun.

In der kommunistischen Daumenschraube

Nun, man tut es gerade in gewisser Weise. Die Zwangsmaßnahmen in Sachen Covid folgen 1:1 den psychologischen Zwangsmethoden chinesischer Kommunisten, die der Soziologe Albert Biderman in den 50er Jahren kategorisiert hat:

Dr. Christoph v. Gamm 🤠🗣 t.me/vongammcom @vonGammCom

Dieses Chart halte ich für das wichtigste Chart des Jahres. Nur wer erkennt was einem widerfährt kann dagegen etwas tun (1).

Zuletzt tat das der Merkel-Vertraute und Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Stephan Harbarth (2), der aktuelle Vergleiche mit Dikaturen für „absurd“ hält. Wie wäre es, Herr Harbarth, wenn man statt echauffierte Begriffskritik zu üben, einfach mal an der Beseitigung der Absurdität der gegenwärtigen Lage arbeiten würde? Die Bürger warten gespannt auf die Urteile in der Hauptsache aus Karlsruhe. Und ich kann Ihnen versichern: Man wird dem Bundesverfassungsgericht und Ihnen besonders in den nächsten Monaten sehr genau bei der Arbeit zusehen.

Dass sich diktatorische Elemente gerade in Windeseile ausbreiten, kann jedenfalls nur demjenigen verborgen bleiben, der im Karlsruher Schlossbezirk unter einem Stein schläft.

Der Mief des doktrinären Konformismus

Gegen den sich schon länger ausbreitenden ideologischen Konformismus in der Wissenschaft haben sich soeben über 70 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen zu einem “Netzwerk Wissenschaftsfreiheit”(3) zusammen getan. Ideologiefreies Forschen mit dem Hauch einer Chance um Förder- und Drittmittel ist inzwischen fast ein Ding der Unmöglichkeit geworden. Der Geist des doktrinären Kollektivismus hat sich in sämtliche Institutionen geschlichen, egal ob Wissenschaft, Politik, Kirchen, Medien und Kulturbetrieb. Wer sich der Doktrin kritisch entgegenstellt, wird kaltgestellt.

Besonders drastisch erlebte das vor kurzem der Wirtschaftsethiker Christoph Lütge, Professor an der TU München. Da er u.a. Lockdowns für unverhältnismäßig hält (4), wurde er kurzerhand von Markus Söder aus dem Bayerischen Ethikrat entfernt. Begründung: keine. Es gilt auch hier der zensorische Imperativ: Wen du evidenzbasiert nicht widerlegen kannst, den zensiere, schalte stumm und cancele! Je stärker der doktrinäre Geist des “Pandemie-Wir” regiert, desto eher wird aus jedem Abweichler von der Doktrin ein Pariah, ein Aussenseiter und Aussätziger.

Man produziert so aber keinen Konsens, sondern nur Märtyrer und Helden der Gedankenfreiheit. Und arbeitet zudem konsequent an der Unterminierung der eigenen Glaubwürdigkeit. Cancel Culture ist eine Verzweiflungstat, ein Handeln aus Schwäche. Im Fall von Söder ist es der Beweis für Führungsversagen aus intellektueller Unfähigkeit, Kritik zu widerlegen. Es ist Angst vor der Schwäche der eigenen Position. Durch den Rauswurf von Lütge fragen sich nur noch mehr Menschen: Was, wenn er Recht hat?

Einen größeren Bärendienst für ein Beratungsgremium kann man sich jedenfalls kaum vorstellen. Wer wird einen Ethikrat noch ernst nehmen, der das Denken unter den Gefälligkeitsvorbehalt eines Markus Söder stellt? Dieser bayerische Ethikrat kann eigentlich jetzt nur eines machen: Geschlossen zurücktreten und sich selbst auflösen. Söder will ein Gremium von promovierten und habilitierten Claqueuren für seine Regierungspolitik. Wenn die Mitglieder dieses Gremiums noch einen Funken intellektueller Redlichkeit besitzen, sollten sie dem Kasperletheater jetzt ein Ende setzen und ihrem gechassten Kollegen aus Solidarität nachfolgen. Das Etikett „Mitglied im bayerischen Ethikrat“ wird sonst wie ein Branding für Negativauslese an ihnen kleben bleiben. Wie eine Art Karnevalsorden. Oder ein Journalistenpreis. Oder das Bundesverdienstkreuz.

Das Meinungskartell von Social Media

Die deutlichste Zensur findet gerade bei sozialen Netzwerken statt. Wo sich doktrinäre Politiker mit ebenso doktrinären Tech-Giganten zusammenschließen, ist die Dystopie nicht mehr weit. Doch auch hier wieder: begriffliche Haarspalterei. Es sei doch gar nicht „Zensur“, denn es betrifft Privatunternehmen, die dürfen tun, was sie wollen. Oder?

Nun ja, nicht ganz. Ebensowenig wie eine Diskothek Zutritt nur für Weiße gewähren oder ein Unternehmen eine Ausschreibung nur für männliche Bewerber durchführen darf.

Und man muss gar nicht erst bei der „mittelbaren Drittwirkung“ von Grundrechten anfangen, die eben auch auf Private ausstrahlen können. Es geht schlicht um eine Vermischung der Rollen. Niemand darf Richter in eigener Sache sein. Wenn Techunternehmen anfangen, eine Inhaltskontrolle für Meinungen und für Wettbewerber (siehe Parler) einzuführen, ist die Grenze deutlich überschritten. Dann haben wir es mit einem Kartell zu tun. Und Kartelle als Feinde von Freiheit und Wettbewerb gilt es zu zerschlagen. Besonders wenn Sie eine klebrige Nähe zu Staaten aufweisen.

Die großen Techgiganten sind längst mehr als nur Privatunternehmen. Sie sind Infrastruktur-Verwalter und Distributionskanäle für die freie Meinungsäußerung. Facebook ist eine Art digitales Einwohnermeldeamt. Der Inhalt auf den Plattformen wird durch staatliche Gesetze wie das Netzwerkdurchsetzungsgesetz reguliert, man arbeitet in Sachen Datenaustausch mit Staaten zusammen, macht sogar die Covid-19-Sprachregelungen der WHO zum Teil der eigenen Geschäftsbedingungen.

Der Staat flüchtet sich über die Regulierung privater Unternehmen vermeintlich ins Privatrecht und glaubt, seine Hände in Unschuld waschen zu können, wenn in seinem Interesse zensiert wird. Mit dem gleichen Argument könnte er private Sicherheitsfirmen anheuern, die im staatlichen Auftrag Folter durchführen oder private Spione per Werkvertrag verpflichten, Grundrechte zu umgehen.

Ach ja, letzteres passiert ja schon, Stichwort NSA und Guantánamo.

Der nächste große Schritt muss sein, neue Kommunikationssysteme aufzubauen, die dezentral und unzensierbar sind und deren Geschäftsmodell nicht auf dem Verkauf persönlicher Daten beruht. Die Macht liegt beim Konsumenten, bei den vielen organisierten, aufgeweckten und unabhängig denkenden Individuen. Vor diesen haben Mächtige gerade sehr viel Angst. Wer zensiert, cancelt und stummschaltet, sollte sich stets die Worte von König Pyrrhos I. vor Augen halten:

„Noch so ein Sieg und wir sind verloren.“

Quellen:

  1. http://wordpress.von-gamm.com/2021/02/biderman-report-und-covid-19/
  2. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/harbarth-bundestag-101.html
  3. https://www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de/
  4. https://www.nzz.ch/international/der-ethiker-christoph-luetge-kritisiert-weiterhin-den-lockdown-ld.1601465

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Das Buch „Is Justified True Belief Knowledge? / Ist gerechtfertigte, wahre Überzeugung Wissen?” von Edmund L. Gettier wird in diesem Zusammenhang empfohlen.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Dieser Beitrag erschien zuerst am 14. Februar 2021 auf der Seite: Freischwebende Intelligenz

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Bildquelle:    Artist Photographer 3D/ shutterstock

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15 Kommentare zu: “Eine Zensur findet statt | Von Milosz Matuschek

  1. Udo Cremers sagt:

    Hier auf KENFM fand auch schon das statt was so beklagt wird: Zensur und Rausschmiss von Andersschreibenden.

    Alle heulen immer rum das Ihr Kanal auf Youtube gelöscht wurde oder der Twitter-Account stillgelegt und schreein ZENSUR. Aber das sind private Profit-Organisationen die sich aussuchen können was sie in ihrem Zuständigkeitsbereich sehen und behalten wollen. Und Beiträge von Querspinnern sind halt nicht gut für deren Profit. Ich hab im Grundgesetzt nirgendwo gelesen, dass Youtube & Co jeden geistigen Dünschiß aufbewahren müssen weil es sonst Zensur ist.

    Wenn Ihr was zu sagen habt, dann macht doch ne eigene Homepage und schreibt dort Eure Gedanken, Meinungen und sonst was hin. DAS IST EURE FREIHEIT! In China übrigens undenkbar.

    • Rupert sagt:

      ließ doch einfach den Artikel und dir wird klar warum Youtube nicht einfach alles löschen kann was es will.

    • Iana Pappel sagt:

      "Aber das sind private Profit-Organisationen die sich aussuchen können was sie in ihrem Zuständigkeitsbereich sehen und behalten wollen" … finden sie nicht "interessant", Herr Cremers, dass Kinderpornography NIE von YouTube entfernt wurde?

  2. Beobachter sagt:

    Eine interessante Gegenüberstellung., die Korrespondenzen sind frappierend -wobei sie uns hier nicht von den Chinesen beschert werden. Allerdings -Maske zu Hause, "selbst wenn man Sex hat"….wurde das tatsächlich
    schon einmal "vorgeschlagen" oder soll das eine Prophezeiung sein? Könnte ja noch kommen.

    Vielleicht nach dem Motto:

    "Guten Tach, hier Lauterbach…
    ich schau mal in der Wohnung nach!"

    Mit den besten Grüssen.

  3. passant sagt:

    Mit großer Überraschung stellen "Demokratien" fest, dass nicht nur Chinesen und Kommunisten Diktatur können.

  4. Box sagt:

    Guantánamo für alle:

    Anfang der 50er Jahre wurden in den USA, in einer durch den Kalten Krieg bestimmten Atmosphäre, von Seiten des Geheimdienstes und des Pentagon viele Millionen Dollar an Forschungsmitteln bereitgestellt, um sowohl die Möglichkeiten einer Massenmanipulation als auch der Manipulation des Bewußtseins einzelner zu erforschen. Die Psychologie war an diesem sog. MKUltra-Programm(34) zentral beteiligt.

    Bereits 1977, als durch Untersuchungen des Senates erstmals Details über dieses Programm bekannt wurden, wurde die Beteiligung namhafter Psychologen durch einen Artikel im Journal der American Psychological Association publikgemacht (Greenfield, 1977). Später konnten weitere Einsichten in das geheime MKUltra-Projekt gewonnen werden, die zeigten, wie breit die akademische Psychologie in dieses Projekt eingebunden war. Zu den direkt oder mittelbar beteiligten Psychologen zählten u.a.: Adalbert Ames,John Carrol, Hans J. Eysenck, Donald Hebb, Kurt Lewin, Margaret Mead, Martin Orne, CharlesOsgood, Carl Rogers, Daniel Schachter oder Muzafer Sherif. Im Rahmen von MKUltra war man noch an Drogen und recht absonderlichen Mitteln interessiert, durch die man glaubte, das Bewußtsein gezielt manipulieren zu können. Die psychologischen Forschungsergebnisse zeigten, daß dies mit viel einfacheren Mitteln zu bewerkstelligen ist. In seiner Arbeit von 1959 zur Entwicklung von „improved interrogation techniques“, welche die entsprechenden psychologischen Forschungen der 50er Jahre zusammenfaßte, stellte Albert Biderman fest, psychische Folter sei „der ideale Weg, einen Gefangenen zu brechen“, da sich „Isolation auf die Hirnfunktion des Gefangenen ebenso auswirkt, als wenn man ihn schlägt, hungern läßt oder ihm den Schlaf entzieht.“(35)

    Um den Willen eines Menschen zu brechen, genügt es, ihn aller sozialen Kontakte zu berauben, ihn zu desorientieren, seine biologischen Rhythmen zu stören und ihn unter massiven Streß zu setzen. Kombiniert man die dazu nötigen sehr elementaren Verfahren, wie Desorientierung, Schlafentzug, sensorische Deprivation oder Techniken der Erniederigung, in geeigneter Weise, so kann man seine rasche Regression auf eine infantile Stufe und ein Zerfallen seiner psychischen Integrität bewirken,wodurch sein Wille gebrochen wird. In dem 1963 erschienen autoritativen CIA-Verhörhandbuch mit dem Namen KUBARK, in dem der Ertrag langjähriger und intensiver psychologischer Forschungen für die Verhörpraxis zusammengestellt wurde(36), wurde Bidermans Arbeit als grundlegend empfohlen.
    (…)
    Folter und die American Psychological AssociationEs waren Psychologen, welche die in Guantánamo angewandten Verhörtechniken entworfenhatten – insbesondere eine psychologische Firma, Mitchell, Jessen & Associates, an der auch ein ehemaliger Präsident der American Psychological Association beteiligt ist.(49) Diese Firma hat sich auf die Ausbildung von Verhörexperten spezialisiert und mutmaßlich auch die Verhörprogramme für die black sites entworfen, in die Gefangene zur Ermöglichung besonderer Verhörpraktiken überstellt werden – also ein Outsourcing der Folter in Staaten, in denen öffentliche Reaktionen kaum zu befürchten sind.50 Mitchell und Jessen hatten im Mai 2002 an einem vom Pentagon und der CIA organisierten Symposium teilgenommen, bei dem anläßlich der Festnahme eines al Qaida-Führungsmitgliedes, Abu Zubaydah, ‚innovative’ Verhörtechniken behandelt wurden. Im Zentrum dieses Symposiums stand ein dreistündiger Vortrag des renommierten Psychologen Martin Seligman, in dem dieser über die Herstellungsmöglichkeiten und Auswirkungen der ‚erlernten Hilflosigkeit’ referierte.51 Auf dieser Grundlage entwickelten Mitchell und Jessen ein Verhörkonzept für Abu Zubaydah – u.a. eine ‚dog box’, in der dieser praktisch bewegungsunfähig mehrere Tage eingesperrt war. James Mitchell proklamierte die Herstellung eines Zustandes der erlernten Hilflosigkeit als zentrales Instrument ‚innovativer Verhörmethoden’.(52)
    (…)
    Mehr als ein halbes Jahrhundert also diente sich, wie der Historiker Alfred McCoy resümiert, die Psychologie dem Pentagon und der CIA als eine Art Geheimwaffe an gegen alles, was als ideologischer Feind angesehen wurde.(64)

    Psychische Folter und die Frage der Verantwortlichkeit von Wissenschaftlern

    Die Diskussionen um die Haltung der APA werfen eine Reihe allgemeiner Fragen auf, die überden konkreten Fall hinausweisen.
    (…)
    Sowohl physische wie auch psychische Folter lassen sich nicht allein von der konkreten Ebene der Schwere der physischen oder psychischen Schmerzen her erfassen, die jemand einem anderen zufügt. Der Schlüssel zur Erfassung von Folter liegt vielmehr in der Art der durch sie hergestellten interpersonalen Situation.(67) In ihr erfährt sich der Gefolterte als ein vollständig rechtloses Objekt. Sie stellt die höchste Steigerungsform des Totalitären dar. Der vollständige Kontrollverlust und das grenzenlose Ausgeliefertsein einer Person an eine andere, die aus ihrer Sicht über eine gottgleiche Souveränität(68) über sie verfügt, ist das bestimmende Merkmal der Folter.(69) Durch die mit der Folter herbeigeführte Totalinstrumentalisierung einer Person zu einem Mittel des Staates wird die Würde und Autonomie des Opfers in einem solchen Maße ver-letzt oder zerstört, daß allein die gesetzliche Möglichkeit einer solchen Situation die Grundlagen des Rechtsstaates unterminieren würde.(70) Der Absolutheitsrang des Folterverbotes läßt sich also nicht innerhalb, sondern nur auf Kosten des demokratischen Rechtsstaates in Frage stellen. Indem die Völkergemeinschaft dem Folterverbot einen Absolutheitsrang gegeben hat, hat sie,vor dem Hintergrund jüngster historischer Erfahrungen, zugleich allen Anmaßungen, totalitären Heils- oder Sicherheitsversprechen die Würde des einzelnen zu opfern, eine absolute rechtliche Schranke gezogen.
    (…)
    Gerade in demokratischen Rechtsstaaten, in denen politische Vorgänge einer gewissen Kontrolle durch die Öffentlichkeit unterliegen, sind die Mechanismen staatlicher Machtausübung auf einen Chor bereitwilliger Intellektueller und Experten angewiesen, welche die für die staatlichen Interessen notwendigen Argumentationsfiguren und erforderlichen Differenzierungen liefern.(71) Das Bybee-Gonzales Memorandum und die Argumentationslinie der APA ragen, geschichtlich betrachtet, nicht einmal in besonderem Maße hervor in dieser beschämenden Tradition intellektueller Unredlichkeit und moralischer Elastizität gegenüber den Mächtigen. Die geschilderten Vorgänge lassen sich nach etablierten internationalen Rechtsnormen als Kriegsverbrechen ansehen.(72)

    Aus:
    April 2009
    Foltern für das Vaterland
    Über die Beiträge der Psychologie zur Entwicklung von Techniken der ‚weißen Folter’*
    Rainer Mausfeld
    http://www.uni-kiel.de/psychologie/psychophysik/mausfeld/Mausfeld_Psychologie%20und%20Folter.pdf

    • Werweißdasschon sagt:

      Ich habe bereits auf einen Beitrag von Herrn Lenz mal geschrieben, dass sich die Psychologie nicht mit Ruhm bekleckert hat und das seit dessen Bestehen. Das gilt für den Psychokokser und Kinderschänder Freud und seine ekelerregenden Nachfahren und auch für Psychos wie Pavlov der keinerlei Emotionen in seinen kranken Experimenten aufwies. Was man nicht alles im Namen der Wissenschaft so machen darf….Schöne neue Welt.

      Alle Psychologen die nach den oben genannten kamen, waren nicht besser und halten die Traditionen hierbei hoch, bzw. berufen sich auf abgefuckte Gestalten bei dem was die so tun.

      Ich will nicht die Ganze psychologie hierbei verteufeln, dennoch sollte ein sehr kritischer Blick in diese Richtung geworfen werden.

    • Hartensteiner sagt:

      An Werweißdasschon. Ich meine, mit deinem verleumderischen "Psychokokser und Kinderschänder Freud" etc. wirfst du entgegen Deiner Beteuerung schon sehr viel in einen Topf. Etwa bei Freud musst Du bedenken, dass er seine Psychologie im Gegenüber mit der damaligen, degenerierten Gesellschaft aus dem Kaiserreich entwickelt hat. Dennoch hat er Bedeutendes geleistet. Selbstverständlich muss man, wenn man ihn heute liest, kritisch untersuchen, was davon zu gebrauchen ist und was eher nicht. Ich würde zum Beispiel mehr Nutzen aus C. G. Jungs Psychologie ziehen, als aus der Freuds – und doch gäbe es die ohne Freud nicht. Die aktuelle Psychologie beruht sehr häufig auf der auf Pavlov aufbauenden Richtung, weil die schnell und billig Ergebnisse zu zeitigen vermag, auch wenn die nicht von Dauer sind. Doch zurück zu Freud: Als sein Neffe Edward Bernays – einer der bedeutendsten Väter der Manipulation – Freud für sich einspannen wollte, lehnte dieser dankend ab. Bernays hat dann trotzdem im Umkehrung der Freud'schen Lehre, die ja Menschen zu seelischer Gesundheit verhelfen wollte, diese erfolgreich eingesetzt, um Menschen krank, also neurotisch zu machen, also z.B. zur Konsumneurose anzutreiben, wobei er dazu auch Einiges an Verhaltenspsychologie draufgesetzt hat.
      Ich frage mich, ob Du überhaupt Freud in nennenswertem Umfang gelesen hast oder einfach ein Vorurteil nach Hörensagen übernommen hast. (U.a. Das Unbehagen in der Kultur, ganz aktuell…)
      Schließlich…. empfehle ich Dir, Dich einmal mit dem Prozess der Individuation (C. G. Jung) zu beschäftigen, der auf eine Ganzheit des Menschen gerichtet ist und die gesellschaftlich eingepflegten Fehlverhalten bzw. Neurosen aufzulösen sucht. Auf der anderen Seite sehe ich auch, dass es gerade im Bereich der Psychologie sehr viel Wildwuchs gibt – nicht zuletzt eine eigentliche Stagnation in der Forschung – so dass man darin leicht verloren gehen kann.
      Was immerhin nach wie vor perfekt funktioniert und umfangreich weiterentwickelt wurde, ist die Manipulation, die Propaganda, im Rahmen einer gigantischen Bewusstseinsindustrie.

    • Werweißdasschon sagt:

      @ Hartensteiner

      Dein letzter Satz fasst es ganz gut zusammen, worauf sich Psychologie vermehrt konzentriet und in welche Richtung nennenswerte Forschung betrieben wird. Da sind Foltermethoden wahrscheinlich noch nicht mal das größte Problem, was die Herren und Damen der Psychologie so hervorbringen.

      Ja ich habe einiges in den Raum geworfen. Eine Überprüfung dessen steht jedem offen. Ich würde aber nicht in Biografien und selbstverfassten Schriften suchen, die nur eine bestimmte Seite aufzeigen und somit dem Intelektuellen ein gelecktes Bild vermitteln sollen. Es war bestimmt befriedigend, mir mit C.G. Jung zu kommen, oder die heldenhafte Absage an Bernays aufzuführen. Doch sollten Sie das geistige wixxen mal kurz sein lassen und selber etwas graben. Der kleine Clement ist ein gutez Ansatz hierbei.

    • Werweißdasschon sagt:

      Was ich noch anfügen will, wenn ich weitere Pixel an dieser Stelle verschwenden darf.

      Egel welche Koryphäe Sie hier anführen werden, um die guten psychologischen Errungenschaften und Erkenntnisse aufzuzeigen, wir werden bei denen immer unweigerlich im Materialismus landen. Und das obwohl die Psychologie doch den Geisteszustand bzw. den "Geist" des Menschen erforscht.
      Auch wenn es heilende Methoden gibt, erreicht man diesen Zustand ebenfalls über die Manipulationen, die dem Gegenüber manchmal nicht mal bewusst sind.

      Unabhängig nun von den "Größen" der Psychologie, sollte man doch das Ganze auf eine Goldwaage legen und abwägen, wieviel diese geschadet und wieviel diese genutzt haben.
      Wenn Sie dann von den großen Beiträgen Freuds sprechen, könnte man auch davon sprechen, dass diese den ersten Schritt in Richtung Manipulation geebnet haben. War es das Wert?

      Nichtsdestotrotz ist die Familie Freud dennoch mit Skepsis zu betrachten, aber das nur am Rande, da im Endeffekt nebensächlich.

  5. Yves S. sagt:

    Für soziale Medien wird solch eine Alternative wohl Pan_Qake werden.

  6. christian krille sagt:

    Vielen Dank Herr Matuschek, Sie halten den Glauben aufrecht, daß es noch mehr Menschen gibt wie Sie, die die allgemeine Vernunft stärken und verteidigen und nicht nur die technische.

  7. Querdenker sagt:

    Natürlich ist es mittlerweile eine Diktatur, was wir z.Zt. erleben, der Duden dazu: "unumschränkte, andere gesellschaftliche Kräfte mit Gewalt unterdrückende Ausübung der Herrschaft durch eine bestimmte Person, gesellschaftliche Gruppierung, Partei o. Ä. in einem Staat".

    So, nun kann jeder für sich entscheiden, ob die Duden Definition unsere aktuelle Situation beschreibt …

    • addcc sagt:

      Natürlich haben wir eine Diktatur. Das zu erkennen geht ganz ohne Duden, Nachdenken reicht!
      Viel interessanter ist die Frage, ob es vor Corona eine Demokratie gab.

    • Werweißdasschon sagt:

      Nein, eine Demokratie war es vorher auch nicht. Nur Ihre Gitter waren durchsichtiger und haben Sie weniger gestört.

      Das einzige was neu ist, dass wir Masken anziehen und Die die Masken haben fallen lassen.

      Nutzen wird uns diese Erkenntnis wenig, da es vorher schon niemand hören wollte und auch jetzt lieber an einer künstlichen Angst gegen Corona festgehalten wird, als sich mit Realitäten auseinanderzusetzen.

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