Einheitsfront im deutschen Gottesstaat

von Susan Bonath.

Evangelischer Kirchentag auf Seiten der Imperialisten: Militär, Staat und protestantische Kirchenführer verteidigen Hand in Hand die NATO-Kriege

Beim Evangelischen Kirchentag in Berlin und Wittenberg geht es so politisch wie militärisch zu. Unter dem Deckmantel der »frohen Botschaft« demonstrierte die Kirche vor allem ihre Einheit mit dem politischen Apparat und der Bundeswehr. Von der im Grundgesetz manifestierten »Trennung von Staat und Kirche« war ebenso wenig erkennbar wie vom christlichen Gebot »Du sollst nicht töten«. Gemeinsam rechtfertigten »Thron und Altar« die Kriegseinsätze der NATO.

Zum Auftakt des Kirchentages am Mittwochabend spielte die Big Band der Bundeswehr auf. Tags darauf verteidigte Ex-US-(Kriegs-)Präsident Barack Obama die Drohnenmorde im Zuge seines »War on Terror«. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) neben ihm trat vehement für Massenabschiebungen ins zerstörte, weiterhin kriegsgeschüttelte Afghanistan ein. Am Freitag hielt Militärbischof Sigurd Rink einen Gottesdienst vor ausgewählten Vertretern aus Politik, Bundeswehr und Kirche ab. Ganz vorne mit dabei waren Kriegsministerin Ursula von der Leyen, Innenminister Thomas de Maizière und der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Erstere gebärdete sich höchstselbst als Laienpredigerin vor der elitären Runde.

Das alles erscheint wie eine clevere Werbekampagne zum beiderseitigen Vorteil: Der deutschen Kirche entschwinden nicht nur die Akzeptanz, sondern immer mehr Beitragszahler. Eine Verflechtung mit dem Militär und damit dem Staatsapparat verschafft ihr politisches Gewicht und materielle Vorteile. Der Bundeswehr fehlt es zwar nicht an neofaschistischen Netzwerken in ihren eigenen Reihen, deren Auffliegen die Medien aktuell beklagen, aber an Rekruten und Offizieren. Je enger ihr Verbund mit der Kirche, hofft die Truppe vermutlich, desto mehr wachse ihr moralisches Ansehen in der »Mitte der Gesellschaft«.

Überraschend kommt die öffentlich demonstrierte Kollaboration nicht. Seit Jahrzehnten kümmern sich sowohl die evangelische als auch die Katholische Kirche Deutschlands um Soldaten. Beide betreiben insgesamt je rund 200 Militärpfarrämter in der Bundesrepublik. Die Katholiken sind zudem im Ausland militärseelsorgerisch aktiv, so in Italien, Belgien, Frankreich, Portugal, Spanien, der Türkei und den USA. Kirchenmänner begleiten Truppenteile außerdem zu Kriegseinsätzen. Zum Beispiel ist der evangelische Pfarrer Johannes Waedt in Mali mit dabei, wie der Deutschlandfunk im April berichtete.

»Die Kirche wirkt systemstabilisierend«, sagte der Hamburger Ex-Pastor Christian Arndt am 15. April in einem Interview mit der Tageszeitung »junge Welt«. Im vergangenen Jahr sei Militärbischof Rink etwa in einer Stellungnahme zum Weißbuch der Bundeswehr mit keinem Wort darauf eingegangen, »dass die Bundeswehr in Fortschreibung mit der Verteidigungspolitischen Richtlinien von 1992 zur Abschottung Europas gegen Flüchtlinge eingesetzt wird, zur Sicherung der Energie- und Rohstoffversorgung und der Absatzmärkte – kurz: zur Durchsetzung deutscher Kapitalinteressen«.

»Das, was allen christlichen Werten widerspricht, wird einfach akzeptiert«, mahnte Arndt. Darum sei die Kirche, auch wenn sie so anmute, keineswegs unpolitisch. Im Gegenteil: »Stellungnahmen des leitenden Kirchenpersonals unterscheiden sich oft nicht von denen der politischen Elite.« Die meisten evangelischen Pastoren fühlten sich dem Staatsinteresse verpflichtet, ist Christian Arndt überzeugt.

Dass dies schon lange Tradition ist, untermauerte der 73-jährige mit einem Zitat von Adolf Hitler: »Ob protestantischer Pastor oder katholischer Pfarrer, sie tragen beide gemeinsam im Kriege unendlich bei zum so langen Erhalt unserer Widerstandskraft.« Nach 1945 hätten beide Kirchen den neuen Aufbau Militärseelsorge verschwiegen. Führende Geistliche seien damals Parteigänger der Nazis gewesen, erklärte er. Nach Kriegsende hätten diese »ganz unverfroren in der evangelischen Kirche das Ruder übernommen«. »Aus der großen Menge nenne ich mal Hans Lilje, Otto Dibelius und Hermann Kunst«, personifizierte Arndt seine Vorwürfe. Bis heute würden jene jedoch als »bedeutende Persönlichkeiten des Protestantismus im 20. Jahrhundert« gefeiert. »Das kommt einer Verhöhnung der Opfer des Faschismus gleich«, kritisierte er.

Auch aktuell, betonte der Ex-Pastor, segne die Kirche alle deutschen Kriegseinsätze ab. Unter anderem zum Afghanistaneinsatz habe sie sich mehrfach fürsprechend positioniert, selbst nach dem Massaker bei Kundus. »Es fehlt der Kirche mehrheitlich an jedem Bewusstsein für die weltweit katastrophalen Auswirkungen des Neoliberalismus.« Denn alles werde dem Markt unterworfen, auch biblische Traditionen vom Widerstand gegen menschenverachtende Strukturen.

Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Artikels.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

17 Kommentare zu: “Einheitsfront im deutschen Gottesstaat

  1. Bin mal wieder durch eine Zwischenlandung auf dem Planeten Erde, – und wundere mich nur noch über soviel Ignoranz!
    Ganz besonders unter denen die vorgeben „die Wahrheit“ zu lieben und auf ihrem Lebensweg „Jesus Christus“ nachzufolgen und sich deshalb „Christen“ nennen!
    1. Als sich die erste Gemeinschaft der an Jesus Gläubigen in Jerusalem formierte und täglich zusammen kam und Alles miteinander teilten, waren diese ein Ärgernis für die Juden. In Apostelgeschichte 6, 1-7 steht das die griechisch sprechenden Juden als Hellenisten eine Klage gegen die Hebräer führten, weil ihre Witwen und Weisen angeblich nicht versorgt wurden. Woraufhin die Jünger beschlossen das sich Stephanus um diese Angelegenheit kümmern sollte.
    – Die Kirchenlehre behauptet hier wäre die erste Christliche Kirche als Gemeinschaft entstanden! – Eine Glatte Lüge!
    2. Denn die Jünger wurden laut Apostelgeschichte 11,26+27 erst viel später, – nämlich zuerst in Antiochia „Christen“ genannt.
    3. Und wenn sie erst in Antiochia zuerst so genannt wurden, – können Sie zuvor in Jerusalem, – am Anfang der Bewegung, – keine „Christen“ gewesen sein!
    4. Am Anfang der Bewegung waren Sie Hebräer, denn die Hellenisten, – also die griechisch sprechenden Juden, – führten Klage gegen die Hebräer und die Jünger reagierten darauf!
    5. In Apostelgeschichte 26,28, – zeitlich also noch einmal später nach in Antiochia, – sprach ein der Bewegung Außenstehender mit Namen Agrippa zu Paulus: In kurzem überredest du mich, ein Christ zu werden; – was ja zu der Aussage von Apostelgeschichte 11,26+27 passt: Sie wurden so genannt!
    6. Im 1.Petrusbrief schreibt Petrus in Kapitel 4, Vers 6: „wenn er aber als Christ leidet, schäme er sich nicht, – sondern verherrliche Gott in diesem Namen!“ – Er kann ja als ein „an die Lehre des Jesus aus Nazareth“ Gläubiger Nachfolger nichts dafür, – wenn Ihn die Andersgläubigen, – eines den religiösen Götzen dienenden römischen Systems, – so nennen!
    7. Und Paulus schrieb als letztes den Brief an die Hebräer, – der uns im Neuen Testament als „Hebräerbrief“ übermittelt wurde. – Wenn sich die Nachfolger Jesu selbst „Christen“ genannt hätten, – dann hätte Paulus diesen Brief auch den Brief an die „Christen“ bzw. „Christenbrief“ genannt, – das tat er aber nicht! – Nein, Paulus wurde von genau dem römischen System hingerichtet, – das schon damals die Weltherrschaft als Imperium anstrebte und die Menschen verfolgte, – die von diesem römischen System mit „Christ“ tituliert wurden!
    8. Und der Oberste dieses politisch-religiösen Systems führte später als Kaiser, – nachdem fasst alle Menschen die man als „Christen“ denunziert, verfolgt und um ihres Glaubens willen auf grausamste Art umgebracht hatte, – weil Sie sich dem römischen System verweigerten und nur einem „König“ dienten, – das „Christentum“ als römische Religion in seinem Imperium ein und setzte sich selbst als dessen religiöses Oberhaupt und stellvertretenden Führer auf den Heiligen Stuhl.
    Die römische Methode war eigentlich ganz einfach: Gib den Betroffenen einen Anderen Namen, – verunglimpfe Sie, – sorge dafür das man Sie zur Belustigung wie Schweine durch die Dörfer zur Schlachtbank treibt, – lasse Sie dort durch willige Helfershelfer vor Publikum abschlachten, – damit Du die letzten dann barmherzig und eingeschüchtert unter deinen Schutz stellen kannst, – um ihren Glauben zu missbrauchen!
    Der römische Kaiser ist als Pontifex Maximus der Oberste Initiator der für eine bestimmte politische und religiöse Lobby die Initiative ergreift und dieser sagt was sie als Legislative schriftlich fixieren muss, damit man sich von dem alten Recht verabschieden kann um ein Neues Recht als Gesetz einzuführen das man dann als Legislative legalisiert, – damit die Judikative das zu „Recht“ spricht, was man in der Lobby als „Recht“ und „Gesetz“ begrüßt, – um es durch die Exekutive ausführen und umsetzen zu lassen.
    Wenn man sich jetzt fragt „Was“ das Motiv für diese Methode ist, – so ist das ganz einfach: Macht um über andere zu herrschen und um diese auszubeuten, weil die Gier unersättlich ist! –
    Ja, – beim „Evangelischen“- Kirchentag in Berlin und Wittenberg ging es so politisch und religiös zu wie zu Allen Zeiten! Unter dem Deckmantel der >>frohen Botschaft<>Trennung von Kirche und Staat<>Protestantismus<< hat etwas mit Protest zu tun, – Und wenn man gegen ein System protestiert, – das einen Menschen gegen seinen menschlichen Willen entmenschlicht und zu etwas macht, das er menschlich gar nicht sein will, – dann muss man sich dieser Mensch friedlich dem System verweigern!
    Und wenn ein System einen Menschen gegen seinen menschlichen Willen zwingt etwas zu tun, das er menschlich gar nicht tun will, – dann muss sich dieser Mensch friedlich dem System verweigern!
    Und das muss der Mensch friedlich tun, – auch wenn das System dann zu drastischen Mitteln greift, – denn dadurch entlarvt sich jedes faschistische diktatorische System das nazistisch auf ein Gott stellvertretendes Oberhaupt ausgelegt ist, – dass keine andere Lebensform neben sich gelten lässt!
    So, jetzt schwirr ich aber wieder ab!

  2. Mich würde interessieren, ob die Autorin S. Bonath selber vor Ort recherchiert hat und vor allem den Kirchentag auch selber besucht hat?! Wenn ja, dann scheint sie in einer Parallelwelt zu leben bzw. fernab von jeder Realität zu sein. Das, was die KENFM-Crew immer als Credo postuliert, „sich die Dinge selber vor Ort anzuschauen und mit den Menschen zu sprechen“, ist hier nicht zu entdecken. Es scheint mir sehr einseitig, dass der Kirchentag einheitlich wäre und für Militär im Allgemeinen stehen würde. Gerade unter den Protestanten gibt zuhauf Meinungsverschiedenheiten, was folgende Beispiele zeigen:
    1. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Heinrich Bedford-Strohm merkte im Gespräche mit Merkel und Obama bei der Flüchtlingsfrage an, dass er viele Briefe von Christinnen und Christen erhält, die es nicht verstehen können, warum Flüchtlinge so schnell wieder abgeschoben werden, obschon sie sich integriert haben bzw. vom Umfeld akzeptiert worden sind. Darauf gab Frau Merkel die Antwort, dass sie nicht alle aufnehmen könne usw. Es gab mehrheitlich aus Publikum Buhrufe … Es leuchtet mir nicht ein, warum das einheitlich sein soll???
    2. Auch bei der Veranstaltung Frau Ursula von der Leyen gab es starke Proteste mit Unterbrechungen, weil Protestanten dagegen waren … Es leuchtet mir immer noch nicht ein???
    3. Ich selbst war am Freitag auf dem Washingtonplatz, um nicht nur eine Schweigeminute für die 10.000 ertrinkender Flüchtlinge um 12.00 Uhr mitzumachen, sondern gegen das Verbrechen zu demonstrieren. Es waren auch hier viele Protestanten vor Ort, die das Unrecht anprangerten und einige Organisationen unterstützten. Auch Fulbert Steffensky sprach sich gegen diese Machenschaften aus. Er ist bekennender Christ und unterstützte die Friedensbewegung gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau Dorothee Sölle seit Jahrzehnten. Gemeinsam gründeten sie auch das politische Nachtgebet … Der Artikel von S. Bonath leuchtet mir einfach nicht ein???
    4. Übrigens während der Schweigeminute um 12.00 Uhr unterbrachen ja sämtliche Veranstaltungen auf dem Kirchentag, wobei es sogar Protestanten diese Chance genutzt hatten, um in dieser Zeit den Westen anzuklagen … Evangelische Christen waren einheitlich???

    Ich selbst war auf dem Kirchentag und kann nur sagen, dass es in der Kirche wesentlich differenzierter zuging und zugeht als die Autorin uns glauben machen möchte. Es sei auch noch darauf hingewiesen, dass es immer Christinnen und Christen gegeben hat, die den revolutionären Glauben von Jesus lebten und dabei meine ich nicht unbedingt Dietrich Bonhoeffer, Martin Luther King und viele andere, sondern insbesondere die „kleinen“ Leute, die praktisch tätig waren und es nicht so an die große Glocke hängen!

    Trotzdem komme Dietrich Bonhoeffer doch noch mal zu Wort:

    „Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit.
    Gegen das Böse läßt sich protestieren, es läßt sich
    bloßstellen, es läßt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das
    Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem
    es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurückläßt. Gegen
    die Dummheit sind wir wehrlos. Weder mit Protesten noch mit
    Gewalt läßt sich hier etwas ausrichten; Gründe verfangen
    nicht; Tatsachen, die dem eigenen Vorurteil widersprechen,
    brauchen einfach nicht geglaubt zu werden – in solchen Fällen
    wird der Dumme sogar kritisch, und wenn sie unausweichlich
    sind, können sie einfach als nichtssagende Einzelfälle beiseite
    geschoben werden. Dabei ist der Dumme im Unterschied zum
    Bösen restlos mit sich selbst zufrieden, ja, er wird sogar gefährlich,
    indem er leicht gereizt zum Angriff übergeht. Daher ist
    dem Dummen gegenüber mehr Vorsicht geboten als gegenüber
    dem Bösen.“

    • Sehr geehrter Herr Ludwig,

      es geht in dem Artikel um die Institution „Evangelische Kirche Deutschland“, nicht um einzelne Mitglieder, die ich so wenig beurteilt habe, wie ich sie persönlich kenne. Und genau diese Institution, genau genommen ihr führendes und leitendes Personal, hat genau die benannten Kriegstreiber und Militärs eingeladen, die ich hier benannt habe, ob ihnen das nun gefällt oder nicht.

      Und dass sowohl die Katholische als auch die Evangelische Kirche je rund 200 Militärpfarrämter in Deutschland betreibt, können Sie bei den Kirchen mit einem Anruf bei der Pressestelle erfahren bzw. sogar im Internet nachlesen. Im Übrigen habe ich auch einen Pastoren im Ruhestand zitiert, also einen Christen, der sogar noch Mitglied ist und ebenfalls große Kritik an allem hat.

      Dass es Proteste gab, ist mir durchaus bekannt und das finde ich sehr lobenswert. Allerdings kamen die Protestierenden eher von außen. Wer von diesen tatsächlich Kirchenmitglied war und wer nicht, war nicht im Einzelnen herauszufinden. Die übergroße Mehrheit verhielt sich dennoch unkritisch. Es gab sogar zahlreiche erboste Verbalattacken gegen Protestierende.

      Noch mal: Es ist keine Abhandlung über jedes einzelne Geschehen auf dem Kirchentag und über einzelne Meinungen einzelner Kirchenmitglieder, sondern es ist ein Artikel über das Handeln der Ev. Kirche als Institution. Diese gibt sich nicht erst seit heute verbrüdert und verpartnert mit der Bundeswehr und dem Staatsapparat. Wenn so viele Mitglieder das nicht wollen: Warum gibt es dann keinen Aufstand der Protestanten?

      Beste Grüße
      Susan Bonath

  3. „Die Religion, sagt man, sei nur ein prächtiger Teppich, hinter dem man jeden gefährlichen Anschlag nur desto leichter ausdenkt. Das Volk liegt auf den Knien, betet die heiligen gewirkten Zeichen an, und hinten lauscht der Vogelsteller, der sie berücken will.“ J.W.GOETHE

    „Die christliche Religion ist eine intentionierte politische Revolution, die, verfehlt, nachher moralisch geworden ist.“ J.W.GOETHE

    „Wer Wissenschaft und Kunst besitzt, / hat auch Religion; / wer jene beiden nicht besitzt, / der habe Religion.“ J.W.GOETHE

    „Dadurch, daß der christlichen Kirche der Glaube beiwohnt, daß sie, als Nachfolgerin Christi, von der Last menschlicher Sünde befreien könne, ist sie eine sehr große Macht. Und sich in dieser Macht und diesem Ansehn zu erhalten und so das kirchliche Gebäude zu sichern, ist der christlichen Priesterschaft vorzügliches Augenmerk.“ J.W.GOETHE

    Es ist gar viel Dummes in den Satzungen der Kirche. Aber sie will herrschen, und da muß sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen. J.W.GOETHE

    „Der Glaube ist ein häuslich heimlich Kapital, wie es öffentliche Spar- und Hülfskassen gibt, woraus man in Tagen der Not einzelnen ihr Bedürfnis reicht. Hier nimmt der Gläubige sich seine Zinsen im stillen selbst.“ J.W.GOETHE

    • Fleißig, fleißig, Tony Hill. Ich lese immer gerne was vom Dichterfürsten.
      „Zu erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält“ kommt aber auch
      vom großen J.Wolfgang G.

      Mit dem, was Nietzsche über die Kirche und das Christentum zu sagen hatte,
      wollen wir hier lieber erst gar nicht anfangen 😉

      Dennoch: Die Aufklärung zielte auf Transzendenz – ist also auf halbem Wege
      steckengeblieben. Die Welt, wie sie heute aussieht, ist ihre Frucht.

    • Genau! Die Aufklärung ist stecken geblieben, oder anders gesagt, von der Herrschgier erstickt, traumatisiert worden. Da kann uns jetzt auch der kluge Goethe nicht groß weiterhelfen. Er hatte ja auch seine massiven Probleme mit sich selbst, seinem eigenen Leben(siehe „Faust“). Es gibt z.B. die Vermutung, dass er Freimaurer war.
      Seine gesellschaftliche Macht-Stellung lässt diese Vermutung auch zu.

  4. Christliche Priesterinnen und Priester der Zerstörung und des Todes, Gefangene ihrer Gier nach Macht über andere, Geld und Ansehen. Während sie zusammen mit anderen Ausbeutern, Unterdrückern und Kriegsverbrechern ihre makabren und perversen Feste feiern stürzen sie wissentlich und willentlich mit ihren Sanktionen die syrische Bevölkerung in Leid und Elend und unterdrücken die palästinensische Bevölkerung. Zu dieser jüdisch-christlichen Verbrechergemeinschaft hätte eigentlich Netanjahu auch dazugehört.
    Ob Hitler, Mussolini, Pinochet, Bush, Blair, Obama oder Merkel. Die Eliten der Kirchen unterstützen alles und arbeiten mit allem zusammen was Macht hat, am liebsten mit Diktaturen.

    • Da wird niemand degradiert…

      Es ist leider einfach so, dass eine ungeheuer grosse Mehrheit der Menschen niemals über den Stand von Halbaffen hinausgewachsen ist und auch wohl nie wird. Angesichts des Zustandes der Erde, und des Umgangs der Massen mit ihr, kann man das ja kaum leugnen.
      Bei den Fans der drei monotheistischen Religionen sieht man es halt nur nur besonders deutlich und kann es erst recht nicht leugnen.
      Was sagt es denn über die Intelligenz einer Spezies die derartigen Schwachsinn glaubt?

    • @ TDVolland

      Der Mensch mag durchaus von einem niederen Affen abstammen (Branko Bokun, The Fallen Ape). Somit hätten wir alle diese Gemeinsamkeit.

      Sie urteilen nach Vernunft –

      „Von der Vernunfthöhe herunter sieht das ganze Leben einer bösen Krankheit und die Welt einem Tollhaus gleich.“ Goethe

      aber –

      „Verstand und Vernunft sind ein formelles Vermögen. Das Herz liefert den Gehalt, den Stoff.“
      Goethe.

      Glück und Leid teilen wir alle, aber…

      „Nur uns Armen, die wir wenig oder nichts besitzen, ist es gegönnt, das Glück der Freundschaft in reichem Maße zu genießen. Wir können unsere Geliebten weder durch Gnade erheben, noch durch Gunst befördern, noch durch Geschenke beglücken. Wir haben nichts als uns selbst.“
      Goethe

    • Wow, so viele geistreiche Goethe-Zitate! Ich wußte nicht, daß Goethe so kluge Sachen geschrieben hat. Danke dafür!

    • Dennoch war Goethe auch nur ein Mensch….Einer, der gut gelebt hat, indem er sich auch vorhandene Machtstrukturen zunutze zu machen wusste. Mit Menschen wie Hölderlin, die daran verzweifelten, konnte er z.B. nichts anfangen.

    • Nach dem traumatischen Werther-Erlebnis hat Goethe Zeit seines Lebens dagegen angekämpft,
      sich der Liebe vollkommen hinzugeben, also nicht noch einmal die Kontrolle zu verlieren und daran fast
      zugrunde zu gehen. Ein bißchen Liebe ja, ein bißchen Liebelei, ja. Aber er lebte eigentlich fortan mit angezogener Handbremse. Stefan Zweig setzt ihn in seinem Buch „Der Kampf mit dem Dämon“ jenen Dichtern und
      Denkern als Gegenpol gegenüber, die in der Größe der Kräfte, die durch sie wirkten, auf- und untergegangen sind:
      Hölderlin, Kleist, Nietzsche. Eine grobe, auch ungerechte Vereinfachung zwar, fiel mir aber gerade ein.

    • Gastkommentar: Je nachdem, was man als „Untergang“ ansieht. Ich weiß nicht, was daran stimmt, aber Goethe soll ja sterbend immer nach „dem Licht“ gerufen haben. Ich habe ihn immer trotz all seiner Hellsichtigkeit als Machtmenschen empfunden. Ich sehe immer deutlicher, dass ein Mensch sich nur für dieses oder jenes entscheiden kann. In dem Sinne, wie das N.T. Jesus sagen lässt: „Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich.“

    • Ja, ich hörte auch davon, Specht. „Mehr Licht“, soll er auf dem Sterbebett gerufen haben. Böse Zungen halten
      das für ein beschönigendes Märchen und behaupten, er habe, schon leicht verblödet, „mehr Milch“ gerufen 😉
      Machtmensch war er wohl, ja, und nicht nur in seiner Position, wo er sich offen gegen Pressefreiheit aussprach; welche Macht versucht, sich gegen die Liebe zu behaupten? Keine wirklich helle, oder?

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