„Wollen Sie mich auf den Arm nehmen?“ – Es gab keinen Chemiewaffenangriff der syrischen Regierung

Der legendäre Enthüllungsjournalist Seymore Hersh bestätigt, alles war nur anti-syrische und anti-russische Propaganda. Trump ist auf eine Falsche Flagge der islamistischen Halsabschneider reingefallen und wollte und will seinen Fehler nicht zugeben.

Meinung von Rainer Rupp.

Führende US-Raketen- und Chemiewaffen-Experten sowie ein Top-Mitarbeiter in Trumps Weißem Haus haben in Interviews mit dem weltbekannten investigativen Journalisten Seymor Hersh bestätigt, dass die syrische Regierung keinen Chemiewaffenangriff durchgeführt hat. Weder richtete sich im April 2017 ein solcher Angriff gegen die Zivilbevölkerung noch gegen Dschihadisten in dem von Islamistischen Gewaltextremisten kontrollierten syrischen Städtchen Chan Scheichun. Das ist eine der wichtigen Ergebnisse der Recherche, die der legendäre US-Enthüllungsjournalist Hersh am vergangenen Montag in der deutschen Tageszeitung „Die Welt“ veröffentlicht hat.

Hershs Enthüllungen stehen den Behauptungen von Trump und seinem Weißen Haus diametral gegenüber, sowie den im vorauseilenden Gehorsam abgegebenen Erklärungen der französischen und britischen Geheimdienste. Auch die mit Megaphonen verbreitete anti-syrische und anti-russische Propaganda von New York Times, Washington Post, CNN und anderen Mainstream-Medien straft Hersh mit seinem langen und detaillierten Artikel der Lüge. Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass er in den USA, Großbritannien und Frankreich keine bekannte Zeitung zur Veröffentlichung gefunden hat und auf die deutsche „Welt“ ausweichen musste.

Was RT-Deutsch seinerzeit bereits berichtete, bestätigen jetzt auch die von Hersh interviewten Persönlichkeiten, dass es nämlich keinerlei materielle Beweise für die gegen Syrien und später auch gegen Russland erhobenen Beschuldigungen gibt, sondern nur haltlose Verdächtigungen. Dabei hätten auch die etablierten Journalisten allein mit logischem Denken unter Berücksichtigung der politischen und militärischen Lage zum Zeitpunkt des angeblichen Chemiewaffeneinsatzes in Chan Scheichun zum selben Ergebnis kommen müssen.

Dazu berichtet Hersh in seinem Artikel, wie ein Sicherheitsberater des Weißen Hauses auf seine Frage nach dem Chemiewaffenangriff reagierte:

„Das gab keinen Angriff mit chemischen Waffen. Das ist ein Märchen.“

Weiter führte der US-Regierungsberater aus:

„Wenn es einen syrischen Giftgas-Angriff gegeben hätte, der von Baschar – dem syrischen Präsidenten – angeordnet gewesen wäre, dann wären die Russen noch zehnmal mehr verärgert gewesen als irgendwer im Westen. Russlands Strategie gegen den IS, die auf die amerikanische Kooperation angewiesen ist, wäre zerstört worden. Baschar hätte mit einer solchen Aktion die Russen stinksauer gemacht, mit unabsehbaren Folgen für den Diktator. Hätte Baschar sowas getan, wenn er kurz davor ist, den Krieg zu gewinnen? Wollen Sie mich auf den Arm nehmen?“

Weiter zitiert Hersh den US-Regierungsberater:

„Haben die Syrer einen Angriff auf Chan Scheichun geplant? Unbedingt. Haben wir Mitschnitte, um das zu beweisen? Unbedingt. Planten sie den Einsatz von Sarin? Nein.“

Der amerikanische Präsident sei diesbezüglich gewarnt worden, dass es keinerlei Indizien oder gar Beweise dafür gebe. Aber er sei von den Bildern der toten Kinder dermaßen emotional aufgeladen gewesen, dass er abgelehnt habe, eine Untersuchung abzuwarten. Vielmehr habe der Präsident bereits eine vorgefasste Meinung gehabt und dem amerikanischen Volk und der Welt beweisen wollen, „was für ein knallharter Typ“ er sei.

Tatsächlich, so fasst Hersh seine Erkenntnisse im Bericht zusammen, sei der jüngste, angebliche Chemiewaffenangriff der syrischen Regierung auf die Stadt Chan Scheichun eine weitere, von den Dschihadisten inszenierte „Falsche Flagge“ gewesen. Mit den schrecklichen Videobildern von den angeblich an Giftgas elendig gestorbenen Kindern sollte der impulsive neue Präsident Trump dazu verleitet werden, offen gegen die syrische Regierung in den Krieg zu ziehen.

Donald Trump, der sich zum Ärger seiner Berater angeblich stets nur über Fernsehberichte informiere, sei prompt auf die Masche der Kopf-Ab-Islamisten hereingefallen und habe umgehend den Befehl zur Zerstörung des syrischen Militärflughafens Al-Schairat mithilfe von 59 Cruise Missiles gegeben.

Der Raketenangriff auf die syrische Luftwaffenbasis verursachte nur relativ geringen Schaden an Menschen und Material, weil das US-Militär zuvor die Russen und damit auch indirekt die Syrer rechtzeitig vorgewarnt hatten. Laut der von Seymour Hersh interviewten Quellen aus den US-Nachrichtendiensten und dem Weißen Haus habe Trump wegen der toten Kindern vorbehaltslos an die Schuld der syrischen Regierung geglaubt und unbedingt Rache nehmen wollen.

Seine militärischen Berater hätten ihm daraufhin vier mögliche Optionen zur Bestrafung Assads und der syrischen Regierung vorgeschlagen. Anschließend hätten ihn dann seine Berater dahingehend beeinflusst, dass er sich für die relativ harmlose Option 2 entschied, nämlich das Abfeuern der Cruise Missiles. Option 1 hätte bedeutet, überhaupt nichts zu tun und zuerst die Ergebnisse einer Untersuchung des Zwischenfalls abzuwarten. Das aber sei für Trump nicht in Frage gekommen.

Aufgrund der Montagabend vom Weißen Haus abgegebenen Erklärung, Syrien plane einen weiterer Chemiewaffenangriff und der entsprechenden Warnung, dass Damaskus dafür einen „hohen Preis bezahlen“ werde, ist es wichtig, dass wir uns auch die von Hersh in der „Welt“ beschriebenen Militäroptionen 3 und 4 gegen Syrien ansehen:

Option 3 sah ein Angriffspaket vor, das bereits im Jahr 2013 nach einem anderen Giftgasangriff unter Falscher Flagge Präsident Obama vorgelegt worden war, und die er letztlich nicht umgesetzt hatte. Dieser Plan sah eine massive Bombardierung der wichtigsten syrischen Luftwaffenstützpunkte und der Kommando- und Kontrollzentralen durch B-1- und B-52-Bomber vor, die von ihren Stützpunkten in Amerika aus starten würden.

„Option vier war die „Enthauptung“: Sie sah vor, Assad und seine Komandozentralen durch die Bombardierung seines Palasts in Damaskus und aller möglichen Untergrundbunker zu beseitigen, in die er sich in der Not hätte zurückziehen können.

Was die jüngsten Drohungen so besonders gefährlich macht, ist die Tatsache, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit russische Soldaten gefährden oder töten und somit zum direkten Zusammenstoß mit dem russischen Militär führen würden. Die russische Seite hatte erst kürzlich betont, alles abzuschießen, was in ihrem Operationsgebiet russische Bürger gefährden könnte.

Dieses Problem wird auch von Hersh angesprochen. Seine Quelle berichtet, dass es während der Diskussion über Option 3 zu bizarren Situationen gekommen sei. So habe Trumps militärisch unerfahrener Außenminister Tillerson gefragt, „warum der Präsident nicht einfach alle B-52-Bomber zusammenrufen und den syrischen Luftwaffenstützpunkt pulverisieren könnte. Ihm wurde erklärt, dass die B-52-Bomber durch Boden-Luft-Raketen gefährdet seien und für ihren Einsatz Feuerschutz benötigten.

„Was bedeutet das?“, habe Tillerson gefragt. Nun, Sir, sei ihm gesagt worden, „das bedeutet, dass wir die modernisierten SAM-Stützpunkte entlang der Flugroute der B-52er zerstören müssten. Die sind mit russischen Soldaten bemannt, und dann stünden wir vermutlich einer wesentlich schwierigeren Situation gegenüber.“ In diesem Zusammenhang, vor allem aber mit der jüngsten Drohung aus dem Weißen Haus, ist der letzte Abschnitt von Hershs Artikel besonders wichtig. Darin wird der von ihm interviewte Regierungsberater im Weißen Haus wie folgt zitiert:

„Die Salafisten und Dschihadisten hatten alles erreicht, was sie mit ihrem hochgeputschten Märchen vom syrischen Nervengas erreichen wollten,“ erzählte mir der Informant und bezog sich dabei auf das Aufflammen der Spannungen zwischen Syrien, Russland und Amerika. „Was passiert, wenn es noch eine Falschmeldung über einen Sarin-Angriff gibt, der dem verhassten Syrien angehängt wird? Glauben Sie ja nicht, dass die Typen nicht schon den nächsten vorgetäuschten Angriff planen. Trump hätte dann keine Wahl, als erneut mit Bomben zu antworten, und diesmal noch härter. Er ist unfähig, zuzugeben, dass er einen Fehler gemacht hat.“

Wird Trump mit Option 3 oder 4 in Syrien womöglich das Vorgeplänkel zum Dritten Weltkrieg einleiten?

Dieser Artikel erschien zuerst bei RT-Deutsch.

Hier der link zum Beitrag von Rainer Rupp:  „Wollen Sie mich auf den Arm nehmen?“ (…)

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

9 Kommentare zu: “„Wollen Sie mich auf den Arm nehmen?“ – Es gab keinen Chemiewaffenangriff der syrischen Regierung

  1. Die syrische Nachrichtenagentur berichtet von neun Toten. 59 Cruise Missiles wurden abgefeuert. Da passt was nicht zusammen. Trump war m.E. nicht so doof an einen Chemiewaffenangriff durch Assad zu glauben oder sich gar zu emotionalen Fehl-Entscheidungen hinreissen zu lassen. M.E. hat er eine Falschmeldung (Chemiewaffenangriff durch Assad), die er als solche erkannt hat, mit einer Alibi-Pseudo-Schlagzeilen-Aktion gekontert. Was passiert nun? Das Abwerfen von Bomben wird kritisiert. Sehr gut. Das ist ein Schlag gegen den militärisch-industriellen Komplex. Hätte er nichts gemacht, hätten die Medien daraus einen Strick gedreht und geschrien: Trump erlaubt, dass beautiful babies durch Giftgas sterben. Die Medien drehen sich alles zurecht, udn der Zweck heiligt die Mittel.

  2. Für mich ist es so einfach:

    ist Assad so dumm das er Giftgas benützt für militärisch nichts, weil er weiss das seine Feinde daraus eine grosse Propaganda gegen ihn machen werden ?

    Genau dasselbe mit MH17, warum wurde Putin ein Passagiersflugzeug angreifen, weil er wusste das dadurch Sanktionen gegen Russland folgen wurden ?

    Ich lese
    Philip M. Taylor, ‚Munitions of the Mind, A History of Propaganda from the Ancient World to the Present Day‘, 1990, 1995, Manchester
    Im Ersten Weltkrieg erfand das Britische Propaganda Institut Wellington House Deutsche Kriegsverbrechen in Belgien.
    Von keiner dieser Verbrechen konnte nach dem Krieg Beweis gefunden werden.

    In der Welt hat sich, seit Ceasar die deutsche Barbaren besiegte, wenig geändert.
    Wer sehen will wie diese Barbaren lebten kann ich das Kelten Museum in Halle Österreich empfehlen.

    • Genauso ist es. Aber diese plumpe Kriegsstrategie ist ja eben für die vielen automatisierten Erdenbürger gemacht, die Nachrichten unzererkaut hinunterschlucken und selbst wenn sie Bauchschmerzen davon bekommen, nicht wahrnehmen, woher das kommt. Und die hat es wohl schon immer gegeben bzw. haben sich im Laufe der Jahrtausende stetig vermehrt. Manche wissen vermutlich gar nicht, wie sich Selberdenken anfühlt.

  3. Hier herrscht immer eine etwas albern kindische Weltsicht… Was glaubt ihr eigentlich was Politik ist?
    Eine Weltmacht, ein Imperium, wer auch immer die Supermacht #1 auf der Welt war, wird IMMER alle Mittel die es besitzt einsetzen um seinen Besitz und seine Macht auszubauen.
    Auch der derzeitige Abstieg der USA und der Aufstieg Chinas wird daran nichts ändern. Wenn man sich die verbrecherische Innenpolitik Chinas anschaut, kann man schon auf die Idee kommen, dass die US Gräueltaten da noch einigermassen harmlos sind.

    Geheimdienste wie die CIA existieren einzig und allein zu diesem Zweck. Und ihr tut hier so, als habt ihr gerade eine ganz fantastische Neuigkeit entdeckt und echauffiert euch moralisch über eine Banalität, die nur in euren Kleinkinder Hirnen ein Sensation ist.

    Habt ihr irgendwas anzubieten, ud bitte NICHT auf eurem Kindergartenlevel, das daran etwas ändern könnte, dann sagt es. Aber tut micht so als seid ihr die besseren Menschen, das hilft denen die weltweit krepieren müssen keinen Furz weiter!

    • “ verbrecherische Innenpolitik Chinas “
      Wie verbrecherisch ist diese Politik, als Porsche und Audi dort gut verkaufen ?
      Dieselbe Frage für die sich kein Porsche leisten können, warum versucht die Regierung vergeblich die Chinesen zu weniger Sparen zu bewegen ?

    • Um es kut´rz ud präzise zu machen:

      Freiheit ist in erster Linie Reise-Freiheit.

      So wie ich den Flüchtlingen das Recht zuspreche immer dort gehen zu dürfen, wo sie ihrer Meinung nach ein besseres Leben haben, so haben auch die Chinesen dieses Recht.

      Es ist verbercherische Gewalt, Bürgern diese Freiheit zu verweigern. Da knn es keine Kompromisse geben! Es ist eine traurige Wahrheit, dass Mitteleuropa den höchsten Grad an Freiheit und Zivilisiertheit auf diesem Planeten erreicht hat. Bei aller Kritik muss man das zugeben!

  4. „… reingefallen und wollte und will seinen Fehler nicht zugeben.“

    Oder er hat die Gelegenheit beim Schopf gepackt, um den starken Mann zu markieren, vorbereitet war sowas ja schon, es fehlte nur noch ein passender Anlass.

    Oder die Aktion wurde von Anfang an von den USA aus angezettelt. Die mediale Vorbereitung der Weißhelme wäre ein Indiz dafür. Minuten nach dem Giftgasangriff waren Videos im Netz …

    • Letzteres natürlich. Das ist doch immer noch die selbe dreckige Kriegsstrategie wie eh und je. War doch von Anfang an klar. Denen fällt doch auch nichts Neues mehr ein.

Hinterlasse eine Antwort