Es geht uns um das Leben

Zuspitzung der Lage im Hambacher Forst

Eine Redebeitrag [vom 8.9.2018] von Bernhard Trautvetter.

Unser Protest gegen die profitorientierte und von der Stadt Essen finanziell mitverantwortete Naturzerstörung richtet sich nicht alleine dagegen, dass in den letzten 40 Jahren ein einzigartiges Waldgebiet mit teils über tausend Jahre alten Bäumen weiter dahingerafft wird. Der Hambacher Forst mit seinen einzigartigen  Hainbuchen ist von 4100 HA auf jetzt wenige hundert zusammen gestutzt.

Es geht nicht nur um die circa einhundert Hektar, die RWE als Besitzer des Gebietes abholzen will, in dem einige Dutzend Baumhäuser von Umweltschützern den Wald gegen die von RWE betriebene Rodung verteidigen wollen. Es geht auch nicht nur um Nachrichten und Ministeräußerungen, die die Naturschützer als gewaltbereit kriminalisieren, um damit ihr Vorgehen gegen sie zu legitimieren. Die ungefähr 200 meist jungen Aktivisten setzen ihre Körper für den zivilen und friedlichen Ungehorsam ein, um das Leben der Natur vor der Rendite-Fixiertheit des Großkonzerns RWE zu schützen. RWE will dort insgesamt zwei Mrd. Tonnen Braunkohle abbauen. Das ist in der Tat hilfreich für die Gewinnerwartung. Dabei stört die Kohlekommission. Deshalb erhöht RWE den Druck, bevor deren Beschlüsse ihre Profitaussichten schmälern könnten. Nicht einmal das Argument des Konzerns, Arbeitsplätze mit der Rodung schützen zu wollen, ist haltbar, denn in den bisher gerodeten Bereichen des Tagebaugebietes gibt es noch andere Bereiche für die Förderung.

Mit unserem Widerstand gegen die Braunkohle und den RWE-Konzern leisten wir zudem auch einen Beitrag zum Versuch, das Überleben der Menschheit wahrscheinlicher zu machen.

Wir wollen die Menschen aufwecken, dass das Schlafwandeln in den Abgrund des Weiter-So aufhört. Der Strom kommt nicht einfach aus der Steckdose, RWE-Kraftwerke erbringen Strommengen, die über dem Verbrauch vieler Staaten liegen. Wir handeln aus Verantwortung für unser Leben und das der Menschheit.

Wenn die Weltgemeinschaft die Zukunftsgefährdungen abwenden kann, dann muss eine sehr rasche Transformation der Energienutzung erfolgen, weg von der Verbrennung fossiler Stoffe, hin zu nachhaltigen Energieformen.

Die Stadt Essen beispielsweise darf nicht länger Anteil an der Zukunftsgefährdung durch RWE haben. Sie hat die Verantwortung, Schlimmeres im Interesse von uns Lebenden und erst recht im Interesse unserer Kinder und deren Kindeskindern, von denen wir die Welt nur geborgt haben, zu verhindern.

Die Menschheit emittiert in die Atmosphäre nicht nur Gase, die unter dringendem Verdacht stehen, zur immer bedrohlicheren Erwärmung der Erdatmosphäre beizutragen. Es kommt auch zu riesengroßen Einbringungen an Energie in die Erdatmosphäre, die im Vergleich zu den Ausmaßen der Erde so hauchdünn ist, wie eine Lackschicht auf einer Kugel. Nach einer Rechnung der Wissenschaftsredaktion des Deutschlandfunks bräuchte man circa 23 Bäume, um die CO2-Emissionen zu kompensieren, die alleine von Googles Suchmaschinen in nur einer Sekunde ihres Betriebes verursacht werden.(1) Schon in unseren Tagen sind die Auswirkungen der Klimakatastrophe weltweit für alle spürbar und dramatisch. Über Japan tobte dieser Tage der stärkste Hurrikan seit 25 Jahren.(2) Einige Regionen Europas erfuhren dieses Jahr den wärmsten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen vor knapp zweieinhalb Jahrhunderten.(3)

Die Skeptiker gegenüber den Klima-Warnungen müssen genauso wie alle Menschen damit rechnen, dass das eintritt, wovor die meisten Meteorologen warnen: Selbst wenn die Menschheit das Ziel der Umweltkonferenz von Paris wirklich realisieren sollte und die globale Erwärmung auf maximal zwei Grad in diesem Jahrhundert begrenzt, dann besteht immer noch die Gefahr, dass sich die Klima-Entwicklung zur Katastrophe auswächst, bei der bestimmte Folgeprozesse sich gegenseitig so verstärken, dass alles außer Kontrolle geraten kann: Alleine das Abrutschen des Grönlandeises, das auf einer rutschigen Schicht aus Schmelzwasser und Schmierschlamm Halt verlieren kann, kann den Meeresspiegel um mehrere Meter ansteigen lassen.(4) An Meeresküsten leben nicht nur viele Millionen Menschen, nicht nur in den Niederlanden und Bangladesch; dort befinden sich weltweit auch Atomreaktoren wie zum Beispiel die von Fukushima. Atomreaktorkerne bedürfen ständiger Kühlung, um nicht außer Kontrolle zu geraten. Alleine die durch den Anstieg des Meerwasserspiegels drohenden Gefahren können eine unvorstellbare Katastrophe auslösen. Das Klima verhält sich nicht wie eine Batterie, die langsam Spannung verliert. Es gibt Rückkoppelungseffekte, die zu Kipp-Punkten führen, sprunghaften Einschnitten, nach denen vieles unwiederbringlich nicht mehr so wie vorher ist: Das derzeit gleichzeitige Abschmelzen der Polkappen, der Rückgang der Gletscher, die Zunahme ungewöhnlicher Wetter- und Klima-Ereignisse, Dürren und in anderen Gebieten Sintflutregen mit Monsterstürmen dieses gleichzeitige Auftreten vieler solcher Abweichungen vom Gewohnten, das alles ist wohl eine Alarmleuchte nach und neben der anderen zu verstehen, mit der der Planet uns zur Umkehr aufruft. Nehmen wir nur einmal die Problematik der Eisschmelze: Wenn die Eisregionen der Erde nicht mehr wie gewohnt vorhanden sind, dann droht weltweit Wassermangel. Nur circa ein Viertel der Wasserreserven der Erde sind Grundwasser und Binnengewässer.(5) Alles weitere Süßwasser befindet sich in den Eisregionen. Noch. Wenn sich das ändert, dann endet auch Europas Reichtum und Fruchtbarkeit, weil Strömen wie Rhein und Donau der Nachschub versiegt.

Heute ist der weltweite Tag für Nukleare Abrüstung und globales Überleben. Der Aufruf zur gleichzeitigen Aktion in San Franzisco fordert ‚Keine Nukes, keine Kriege, keine Klimakatstrophe!‘.(6) Beide Gefahren, die der Klimakatastrophe und die der Atomrüstung gefährden die Menschheit.

Es ist sonnenklar: So, wie bisher, darf es nicht weitergehen. Wir brauchen regenerative Energien, eine Abkehr von der Ressourcenvergeudung und Abrüstung, wenn wir als die Zukunft unserer Gattung nicht im Keim ersticken wollen.

Es reicht uns nicht, dass RWE die Räumung des Hambacher Forstes und das weitere Abholzen bis zu einer Gerichtsentscheidung Mitte Oktober aussetzt.

Wir verlangen von Kommunen wie der Stadt Essen, dass sie keine RWE-Aktien mehr besitzen.

Wir protestieren gegen den Braukohle-Abbau des Stromriesen RWE, und wir fordern den Ausbau alternativer Energien und Energieeinsparung durch sparsameren Verbrauch.

Und wir verbinden unser Engagement mit der weltweiten Bewegung. Die Mit-Engagierten in San Franzisco enden ihren Aufruf für den heutigen Samstag (8.9.18) mit der Erklärung: ‚Wir greifen heute zur Aktion und an jedem nun folgenden Tag, um das Leben gegen die Gefahr des Nuklearkriegs und des Klima-Kollapses zu retten. Wir stehen heute in Solidarität auf, um eine ökologisch nachhaltige und nuklearfreie Welt morgen zu erreichen.‘(7)

In diesen Rahmen betten sich all unsere Forderungen auch an unsere Kommune hier und heute ein.

Die Solidarität ist die Kraft, die uns nicht aufgeben lässt. Der lange Atem der Umwelt- und Friedensbewegung, unser langer Atem entspringt unserem unbedingten Wunsch, in einer Welt leben zu wollen, die fruchtbar und zukunftsfähig ist. Aus Liebe zu uns, zu einander, zu unseren Kindern und so weiter. Unser Engagement hört so schnell nicht auf. Leider werden wir noch viele Anlässe für unseren Protest finden. Wir werden nicht nachlassen, denn es geht uns ums Ganze, um das Leben.

(1) https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/co2-abdruck-jede-sekunde-googeln-verbraucht-23-baeume

(2) http://www.spiegel.de/panorama/japan-mindestens-elf-menschen-sterben-bei-taifun-jebi-a-1226641.html

(3) https://www.greenpeace-magazin.de/ticker/waermster-sommer-seit-240-jahren-prag

(4) http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Kipppunkte_im_Klimasystem

(5) https://www.planet-wissen.de/natur/klima/gletscher/pwiegletscherschmelze100.html#Wasserknappheit

(6) http://www.wslfweb.org/docs/climatemarch918.pdf

(7) ebenda

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Bildhinweis: Brown coal open pit, earth layers with excavator in the picture. Forest in the background.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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20 Kommentare zu: “Es geht uns um das Leben

  1. Ja das stimmt , aber sie können doch nichts dafür , denn die Medien die Sie konsumieren vermitteln Ihnen das . Als 2001 die Twintowers eingestürzt sind dachte ich auch es waren Terroristen . (Aber das war mir relativ egal ) Dann dauerte es recht lange bis immer mehr Fakten dazu aufgetaucht sind und alles nicht mehr zusammen passte .Und jetzt gibt es so viele Fakten , die deutlich zeigen das man in diesem System nicht nichts dagegen tun kann . Aber diese Tatsachen muß man sich erarbeiten . Deshalb klingt für mich die Behauptung Identifikation mit dem Agressor nicht .
    Stephan Becker sagt man soll zu einem anderen Anbieter wechseln .
    Im Ansatz logisch , aber am Ende wird die Stellung von RWE ein anderer Konzern übernehmen ( der zu dem die meisten wechseln ) .
    Freischwimmer bringt noch darwinistische Evolutionsgeschichte und geistige Evolution ins Spiel , die beim jetzigen Stand der Dinge noch ein ganz anderes Thema bilden .
    Den Kommentar von Schwarz ist Weiß finde ich fast noch am besten , wenn nicht alles so aussichtslos wäre wie es scheint .
    Es geht nur um Brandschutz , oder was !

    • @Andreas K.
      Für die unnötige Rodung des Hambacher Forstes ist derzeit einzig und allein RWE verantwortlich. Man kann einen Stromversorger, je nach Vertrag innerhalb eines Monats wechseln, was allerdings dann meistens mehr kostet als ein Ein-Jahres-Vertrag.
      Es gibt sehr viele alternative Stromversorger, vor allem solche, die die Erneuerbaren Energien besonders fördern, wobei auch die großen EVUs (Energieversorgungsunternehmen) Tochtergesellschaften haben, die EE-Strom anbieten, wie z.B. Innogy, das letztes Jahr noch zu RWE gehörte und bald zu EON transferiert wird. Da muß man sich vorher genau informieren, aber Dank Internet ist das kein Problem (z.B. bei energieverbraucher.de = Bund der Energieverbraucher).
      Noch besseren Widerstand kann man mit selbst erzeugtem Strom leisten, auch einfache Mieter können das: Mit Hilfe eines sogenannten Balkonkraftwerks (Ein PV-Modul, das man sich an sein Balkongeländer hängen kann, was auch gleich einen Wechselrichter und einen Stromspeicher inklusive haben kann) – selbst bei Ost- oder West-Lage eines Balkons kann man ansehnliche Mengen mit einem 200-300-Watt-Modul produzieren:

      Balkonkraftwerke: Bürgerrecht statt Grauzone
      18.12.2017
      Anders als in Österreich, wo die e-Control, den Anschluss von steckbaren PV-Anlagen bis 600 W mit Schuko-Stecker geregelt und ein Meldeverfahren entwickelt hat das auf eine halbe A4 Seite passt, heißt es von der Deutschen Bundesnetzagentur: „Solaranlagen müssen bei der Bundesnetzagentur angemeldet werden. Dazu steht ein Onlineportal zur Verfügung. […] Für Anpassungen der Regelungen bezüglich einer Vereinfachung der Vorgaben für Balkonanlagen ist nicht die Bundesnetzagentur zuständig. Für Anpassungen der Gesetze ist der Gesetzgeber zuständig.“ Schaut man sich die Meldeverfahren der BnetzA an wird man feststellen: Photovoltaikanlagen haben das aufwändigste Meldeverfahren, bei dem selbst die Seriennummern der PV-Module abgefragt werden. Anlagen die fossile Energieträger nutzen, müssen nicht gemeldet werden. Eine gesetzliche Grundlage für die unterschiedlichen Verfahren konnten wir nicht recherchieren

      sonnenseite.com/de/energie/balkonkraftwerke-buergerrecht-statt-grauzone.html

      Guter Film dazu: „Leben mit der Energiewende 2.0“ (bei YT).

      Die Energiewirtschaft und ihr großer Subunternehmer, „die Politik“, wehren sich mit Händen und Füßen gegen die Selbstermächtigung der Bürger.

  2. Dank eines Tipps aus dem Internet:
    Zeigen wir dem Stromkonzern RWE UNSERE Macht: Indem wir von RWE zu einem anderen Stromanbieter wechseln – mit Hilfe eines Strompreisvergleichsportals. Auch Konzernen tut das Entziehen von Geld am meisten weh.
    Wenn da 3.000 Leute mitmachen bedeutet das für RWE einen Umsatzrückgang von mindestens ca. 70.000 Euro PRO Monat. Das wären im Jahr mindestens 840.000 Euro. Ob sich dann die vorzeitige Rodung des Hambacher Forstes noch lohnt?

  3. Gedankenausflug zum Thema:
    Es geht uns um das Leben.

    Gibt es sowas wie „das Leben“? Was ist das richtige Leben? Leben ist nicht nur physischen überleben, sondern ist Schöpfergeist.

    Schöpfergeist?, was ist das?
    Es ist die Anerkennung an das Menschwesen in Bezug einer geistigen Evolutuion und nicht nur einer dawinistischen Evolutuinsgeschichte (der stäkere setzt sich durch). Der Mensch ist nicht nur Ausbeuter der Natur, sondern wichtiges Wesenselement innerhalb der Natur. Der Mensch muss seine Mitgeschöpfe (Pflanzen, Tiere …) zu seiner Wesensfrage miteinbeziehen.

    Mitgeschöpfe zu seiner Wesensfrage machen?
    Ja – d.h. der Mensch kann ohne Boden unter den Füssen, ohne saubere Luft und ohne gutes Trinkwasser, ohne tiere und Pflanzen nicht überleben. Wenn abstrakte Aktiengesellschaften, entwurzelte Politker und verrückte Medien den „Feisttanz“ aufführen, dann ist es an der Zeit sich selbst zu befragen: wollen wir denen noch vertrauen?

    Nein! – Bisher sind alle Großprojekte gescheitert, nur eine kleine Gruppe hat davon provitiert.

    Können wir Ideologen noch trauen?

    Nein! – Der eigene innere Weg ist Voraussetzung für das eigene Tun.

    Raus aus den Kinderschuhen und zur gesellschaftlichen Verantwortlichkeit.

  4. Um was geht es hier eigentlich?
    Es geht um gesellschaftliche Strukturen. Wie wollen wir leben? Als „vogel“freie Geschöpfe ohne Gestaltungskraft … jeder kann ja hingehen wo er will … die Lebensbedingungen darf er sich aussuchen, aber bitte mit einer Stange Geld in der Hand. Alte und schwache Menschen, Menschen mit Liebe für seinen Lebenraum und für seine Sprachkultur haben hier sehr schlechte Karten.

    Man nimmt sich das, was man für sein komfortables Leben braucht, denn wir sind ja so frei und jeder ist seines Glückes Schmied. Aktiengesellschaften sind Ausbeutungsgesellschaften ohne moralische Institution. Die Moral und die Liebe brauchen eine gesellschaftliche Form, davon sind wir noch unendlich weit entfernt. Anhörungen, der Verweis auf Rechte, Demonstrationen und Peditionen sind zwar Mittel aber haben in der letzten Konsequenz keine Kraft.

    Was brauchen wir?
    Hier liegt der Hund begraben. Denn das was tatsächlich gebraucht wird …. ein anderes Geldsystem, ein anderes Eigentumsrecht …. lässt sich nicht mit unserem hypnotisierten Verhalten erreichen. Jede kleine Meinungsunterschiedlichkeit lösst riesige Debatten aus und führt zu Spaltungen nund Anfeindungen in den eigenen Reihen. Das wird gerne von anderer Seite genutzt.

    Es fehlt uns innere Standhaftigkeit, mit der Konsequenz des Scheiterns …. sich nicht mehr anpassen, Arbeitsabläufe blockieren, sich aufrichtig für seine (Mit)tätigkeit Position zu beziehen und täglich die eigene innere Moral befragen. Puhhhh … das hat existenziellen Charakter (… wenn der Ochs von seiner Kraft wüsste, dann würde er sich nicht von einem Stöckchen treiben lassen). Ich selbst laviere mich durch das vormundschaftliche Leben, aber spüre sehr deutlich, dass ich mich in vielen Dingen nicht mehr selbst belügen möchte. Ein gesellschaftlicher Rauswurf macht mir Angst, aber meine Achtung vor mir selbst wird gleichzeitig stärker. Meine Welt, meine Umgebung, Menschen in meinem Umfeld sind mir lieb und teuer. NEIN … für eine abstrakte Kapitalgesellschaft möchte ich nicht wie ein reuiger Hund leben.

    Seit Chemnitz ist im Land etwas geschehen, die Dinge werden immer ernster und durchschaubarer. Wir brauchen Mut für das echte Leben.

  5. Danke für die Antwort !
    Arno Gruen war mir bis jetzt nicht bekannt aber das hat eine Ähnlichkeit mit Stockholmsyndrom würde ich sagen . Allerdings kann ich mir nicht vorstellen das 50 – 60 % oder vielleicht noch mehr Menschen in Deutschland darunter leiden ( was dann auch global für die allgemeine Lethargie gelten müsste) . Aus meinem Freundeskreis und Bekanntenkreis der recht groß ist kann ich mit Gewissheit sagen ,daß nur eine Person darunter ist die tatsächlich daran leidet (Identifikation mit dem Aggressor).
    Wie glaubt man denn denen die uns nicht achten und quälen und wie ordnet man sich einer falschen Autorität und Liebe unter ?
    Diese Zeilen sind für Naturbewunderer gedacht .

    • Aber die Realität zeichnet ein anderes Bild.Danach folgen die meisten Menschen denen,die ihnen Schaden-sie glauben Merkel und sie meinen wirklich ,dass die Flugzeuge das WTC punktgenau auf seine Grundfläche haben einstürzen lassen.
      Sie glauben wirklich,dass sie in einer Demokratie leben,während sie aber auch rein gar nichts entscheiden können,außer ein Leben lang zu buckeln .

  6. Die Menschen glauben die Märchen und denen die ihnen nur Schaden zu fügen,weil es sich dabei um ein psychologisches Problem handelt aus der Kindheit.
    Arno Gruen nennt es die Identifikation mit dem Aggressor.Aber der Begriff stammt noch von einem anderen Psychologen vor ihm.Wir glauben denen,die uns nicht achten und uns quälen.

    Wenn ein Kind keine Beachtung und Wertschätzung erhält und sich verlassen und verloren fühlt,dann muss es sich ,um überleben zu können,seinem lieblosen „Erzieher“beugen. Dann verliert es sein Selbst und das führt dazu ,dass es sich nun immer einer falschen Autorität und falschen Liebe unterordnen wird.

    Das ist wahrscheinlich eine der größten Erkenntnisse der Menschheit und der Grund,warum wir uns den Verrücken unterordnen.

  7. Wir haben ein Gesundheitssystem das genau so funktioniert wie dieser Artikel. Behebung der Symptome, die Ursachen werden nicht angesprochen. Weil man sie nicht kennt ? Hmm, ist eigentlich hinreichend hier auf KenFM erläutert worden.
    Es stimmt wenn C02 die Ursache für den Klimawandel ist dann könnte die Menschheit dem entgegenwirken, aber nicht mit Zertifikaten die wiederum eine Rechtfertigung liefern nein, es würde nur helfen wenn das Öl, Gas Kohle nicht mehr abgebaut werden dürfte. Denn genau darum geht es wenn die Abholzung des Regenwaldes mal außen vor gelassen wird. Der zusätzliche Kohlenstoff kann nur durch die in der Erdkruste gebundenen Resourcen freigesetzt werden. Was also geschehen müsste wäre ein sofortiger Stopp von Öl, Gas und Kohle Abbau.
    Weiter müssten Waldgebiete aufgeforstet werden und nicht abgeholzt. Komischerweise wird in diese Richtung, vor allem in die Begrünung von Steppen und Wüstengebieten überhaupt nicht geforscht oder Geld investiert, alleine Das Elektroauto soll helfen, wirklich mit Blei oder Lithium Batterien ???

    Aber die Ursache für den ganzen Wahnsinn ist und bleibt das Geldsystem das ein Wirtschaftswachstum zwingend notwendig macht. Die Ursache ist der Traum vom Millionär. Das kann sich die Menschheit nicht leisten und diese Ursache wird bei allen Klimarettern nie aber absolut nie angesprochen und auf den Teller gelegt. Wieso ist das so ??
    Bei den meisten Klimarettern und deren Lösungen scheint es eher wieder darum zu gehen Wirtschaftswachstum zu erzeugen sprich Elektroauto.

    Sich für zB den Hambacher Forst einzusetzen ist aber auf jeden Fall notwendig, das ist eine Aktion die voll unterstützt werden sollte. Gerade in Österreich haben Umweltaktivisten in Hainburg die Au gerettet und das Atomkraftwerk Zwentendorf verhindert. Darüber sind alle Österreicher froh auch wenn es dadurch zwei drei Millionäre die sich sonst bereichert hätten nicht gibt. Auf die Millionäre kann verzichtet werden, auf die Natur nicht.

    • In West-Berlin sollte vor dem Mauerfall im Spandauer Stadtforst ein Kohlekraftwerk gebaut werden . Da gab es auch ein Hüttendorf und Protest und das Kraftwerk wurde nicht gebaut .
      Dafür gab es neue Kohlekraftwerke oder Erweiterungen nach der Wende (siehe zB Boxberg).
      Die WAA in Wackersdorf wurde auch verhindert aber Tschernobyl und Fukuschima gab es trotzdem . Wer weiß was uns noch in Belgien erwartet .

  8. RWE , ein Konzern von wie vielen in Deutschland der so handelt wie Naturbewunderer es schreibt ?
    Ich weiß es nicht ? Wieviele gibt es in Europa , Kanada , USA , Weltweit ? Unterstützt von Banken und Regierungen , geduldet und gewählt von Bildzeitungslesern ,( ich frage mich schon seit Jahrzehnten wieso immerwieder das Volk ihren Henker selbst wählt ) gesichert durch Armeen und bewacht durch Polizei und Geheimdienste ?!
    Den Menschen sind nicht die Hände gebunden sondern die Gehirne ! ( Auf leisen Sohlen ins Gehirn )
    Und um dort hineinzukommen braucht man die Medienmacht und den WUNSCH der Menschen ihr Denken zu ändern . Wobei das erste schon unmöglich ist weil die Armeen der Welt das nicht zulassen werden. Was sollen die Mitangagierten in San Franzisco schon bewirken wo es die größte vom Steuerzahler finanzierte Privatarmee gibt ?
    Seit 1971 gibt es Greenpeace die Meere sind bis heute nicht sauberer geworden und den Lebewesen darin geht es auch nicht besser . Auf welcher Grundlage kann man eigentlich hoffen als Mensch oder Bewegung ( Aufstehen z.B. ) etwas zu ändern ?
    Alfred Herrhausen wollte Afrika entschulden ….. wurde aber von der RAF daran gehindert ?
    Genauso wie Kennedy von Lee Harvey Oswald ermordet wurde ! Und fast alle glauben das .
    Soviel zur Medienmacht .
    Beim Gehirn ist es noch schwieriger wenn nicht der feste Willen vorhanden ist sich oder etwas zu ändern . Es gibt keine Chance es sei denn es passiert etwas einschneidendes oder traumatisierendes was aber noch keine Garantie ist .Beispiel : Von meinem Freund ist der Schwager an Lungenkrebs gestorben weil er ca. 60 Zigarretten am Tag geraucht hat und nach der Ansprache mußten seine Frau und die Angehörigen wozu auch die Kinder gehörten erstmal eine Zigarrette rauchen . Ja , so ist das mit dem Gehirn und dem sogenannten freien Willen .
    D.h. erst muss Holland oder Bangladesch ,Florida und weltweit die Küstengegenden absaufen und die Bevölkerung muß auf die restlichen Einwohner verteilt werden . Das sind dann nicht die 1,6 Millionen Flüchtlinge die jetzt in Deutschland sind .Aber dann ist es zu spät !
    “ All das habe ich gesehen,und mein Herz richtete sich auf jede Arbeit die unter der Sonne getan worden ist während der Zeit,da der Mensch über den Menschen zu seinem Schaden geherrscht hat .“
    Prediger 8:9

  9. Es ist nicht nur so,dass die Menschen nicht am Gewinn beteiligt werden bei der Nutzung der natürlichen Ressourcen.
    Nein ,sie bezahlen sogar für das ,was ihnen sowieso gehört,wie Wasser ,Öl oder Holz.

    Es ist wie mit den Kriegen,in welche die Menschen gehetzt werden,-erst sterben sie in einem Krieg,den sie nie gewollt haben und den sie nicht angezettelt haben und die nächste Generation bezahlt dann die Schulden ab bei Privat-Unternehmen (genannt Banken) für den zurückliegenden Krieg mit ihrer Arbeitskraft und den Steuern.

    Wenn das nicht irrwitzig ist…

  10. Der sogenannte Klimawandel ist sicher menschengemacht-aber ich meine das in ganz anderer Beziehung.
    Wirklich wissen kann man es nie,aber das Geoengeneering wird seit Jahrzehnten durchgeführt und man experimentiert mit hunderten übergroßen Spiegeln welche ihre Strahlung in die Atmosphäre senden ,man denke da nur an Haarp.
    Menschen wie Werner Altnickel beteuern ,dass man damit alle möglichen Naturkatastrophen auslösen kann.

    Aber es ist so üblich,dass man von den Folgen dieser Dinge ablenken möchte,und am Ende hat wieder die Allgemeinheit Schuld,weil sie zu viel Auto fährt und Haarsprays benutzt.
    Der brave Bürger glaubt das auch und hat ein schlechtes Gewissen,das ihn dann wieder kleiner werden lässt.,
    Denn immer geht es auch darum ,die Menschen sich schuldig fühlen zu lassen,weil man sie so leichter steuern kann.

  11. Wenn einem Menschen bewußt ist,in welcher Art und Weise die Freie Energie unten gehalten wird und noch immer als eine Art Märchen vom Mainstream diskreditiert wird,dann erscheint einem speziell wieder diese Sache dermaßen sinnlos,dass man darüber verzweifeln könnte.

    Denn schon sehr lange ist es vollkommen unnötig,Wald zu zerstören,um an Kohle zu gelangen.
    Das ist ein doppeltes Vergehen gegen die Natur-zuerst gegen den Wald und dann gegen das innere Gleichgewicht der Erde,in dem Kohle abgebaut wird.Denn schon Viktor Schauberger erkannte an der Wühlarbeit des Menschen,dass dadurch wichtige Prozesse im Erdinnern gestört werden.
    Sein Buch „Unsere sinnlose Arbeit“beleuchtet auch dieses Thema .

    Die Menschen sollten sich mal fragen,warum Konzerne ihre Interessen immer durchsetzen gegen die Menschengemeinschaft.Immer siegen die Unternehmen,die die Natur ausbeuten und nichts als verbrannte Erde hinterlassen.Nichteinmal die Allgemeinheit wird am Gewinn beteiligt.Warum ist das so !?

    Dafür gibt es wahrhaftige Gründe.
    So wie es für alles Gründe gibt.Normalerweise gehört der Boden,der Wald,die Flüsse und das Wasser allen Menschen.
    Wie kam es dazu ,dass sich Unternehmen dieses einfach aneigneten?

    Sie könnten es nicht mit solcher ungeheuerlichen Gelassenheit tun,wenn sie nicht wüssten,dass die Menschen dagegen doch nichts tun können,weil sie den Grund nicht kennen.
    Denn ansonsten könnten sie für ihre Verbrechen haftbar gemacht werden,aber die Unternehmen kennen de Verträge.

  12. Ergänzend:

    Es gibt nichts „Privateres“ als eine staatliche Gemeinschaft, welche die Ausgeschlossenen als Bedrohung empfindet und sich darüber Gedanken macht, wie sie diese auf Distanz halten kann. Im Zusammenhang, mit der Reihe der vier Antagonismen haben wir gesehen, dass der Gegensatz zwischen Eingeschlossenen und Ausgeschlossenen der entscheidende ist; er stellt den Bezugspunkt für die anderen dar. Ohne jenen verlieren diese ihre subversive Schärfe: Die Ökologie wird zu einem „Problem der nachhaltigen Entwicklung“, das geistige Eigentum zu einer „komplexen juristischen Herausforderung“ und die Biogenetik zu einer „ethischen Frage“. Man kann sich ernsthaft für die Umwelt einsetzen, eine großzügige Vorstellung von geistigem Eigentum hegen und das Urheberrecht auf Gene ablehnen, ohne den Antagonismus zwischen Eingeschlossenen und Ausgeschlossenen in Frage zu stellen. Ja, man kann diese Anstrengungen zum Teil sogar als Bedrohung der Eingeschlossenen durch die alles Verunreinigenden Ausgeschlossenen hin stellen. Auf diesem Weg gelangen wir aber nicht zur wahren Allgemeinheit (Universalität), sondern lediglich zu „privaten“ Anliegen im kantischen Sinne des Wortes.
    Firmen wie die Supermarktkette Whole Foods oder die Kaffeehauskette Starbucks stehen trotz ihrer gewerkschaftsfeindlichen Praktiken in der Gunst der Liberalen; der Trick ist, dass sie Produkte verkaufen, die den Anspruch in sich tragen, politisch progressive Akte an und für sich zu sein. Man kauft Kaffee aus Bohnen, die fair gehandelt wurden, man fährt Hybrid-Fahrzeuge, man kauft von Firmen, die ihren Kunden große Vorteile bieten (gemäß der unternehmerischen Standards) usw. Kurz, ohne den Antagonismus zwischen Eingeschlossenen und Ausgeschlossenen ist eine Welt denkbar, in der Bill Gates der größte Gutmensch ist, der Armut und Krankheiten bekämpft, und Rupert Murdoch der größte Umweltschützer, der mit seinem Medienimperium Hunderte Millionen mobilisiert.
    An diesem Punkt sind die Flüchtlinge – die von außen kommen und nach innen vordringen wollen – ein Beleg für eine weitere Ebene bedrohter Commons: die Commons der Menschlichkeit an sich, bedroht durch den globalen Kapitalismus, der neue Mauern und neue Formen der Apartheid schafft. Nur dieser vierte Antagonismus, der Bezug auf die Ausgeschlossenen nimmt, rechtfertigt hier den Begriff „Kommunismus“. Die ersten drei Antagonismen beziehen sich im Grunde genommen auf Fragen nach dem (wirtschaftlichen, anthropologischen und sogar physikalischen) Überleben der Menschheit, während der vierte letztlich die Frage nach der Gerechtigkeit stellt. Wenn die Menschheit die ökologische Krise nicht in den Griff bekommt, werden wir irgendwann alle verschwunden sein. Jedoch kann man sich gut eine Gesellschaft vorstellen, die die ersten drei Antagonismen irgendwie durch autoritäre Maßnahmen zu lösen vermag, die die bestehenden gesellschaftlichen Hierarchien, sozialen Unterschiede und Ausgrenzungen nicht nur beibehält, sondern sogar verstärkt.
    (Slavoj Žižek, Der neue Klassenkampf – Die wahren Gründe für Flucht und Terror, S. 84/85)

    • Wow – ein echt kluger Text, aber ist es wirklich so?

      „Es gibt nichts „Privateres“ als eine staatliche Gemeinschaft, welche die Ausgeschlossenen als Bedrohung empfindet …“
      Kann eine staatliche Gemeinschaft privat sein? Ist das nicht ein Widerspruch?
      Privat bezieht sich auf den Wortstamm „persönlich“ und heißt soviel wie „im vertrauten Kreise“.
      Was heißt das im Verhältnis zum Staat (wer ist der Staast?) und wie könnte hier „ein vertrauter Kreis aussehen“? Gibt es ältere Rechte? wo entstehen Rechte? Sind das von oben ausgedachte Pragraphen oder gibt es hier eine Art moralische Instanz?

      “ …, dass der Gegensatz zwischen Eingeschlossenen und Ausgeschlossenen der entscheidende ist; er stellt den Bezugspunkt für die anderen dar.“
      Ist der Gegensatz von Eingeschlossenen und Ausgeschlossenen wirklich entscheident? Sind die Begriffspaare nicht zu emotional, oder besser einseitig besetzt?, niemand möchte ein- oder ausgeschlossen sein. Es beinhaltet ein ausgeliefert sein und berücksichtigt nicht, dass es lediglich eine Empfindung ist.
      (Das Küken im Ei empfindet seine Situation als behaglich und paradiesich bis es im Ei zu eng wird. Das Küken kann sich aufregen und ein größeres Ei verlangen, damit es ein Küken für immer und ewig bleiben kann. Es kann aber auch erkennen, dass es einen Schnabel hat und die Eischale durchstoßen kann und dies als neue Freiheit empfinden).
      Statt Bittsteller für größer und mehr zu sein und in den Verteilungskampf zu gehen, ist es wichtig über das gewohnte hinauszuwachsen und die eigene Kraft zu erkennen und inneres Wachstum wahrzunehmen. Bezugspunkte gibt es mit Sicherheit viele, aber ist es nicht viel ehr ein Aufwacherlebnis.
      Was sind Ressourcenkämpfe, Gerechtigkeitskämpfe und Krisen? …. es ist nicht Untergang, sondern Bewussseinsschwellen, die gesellschaftlich noch nicht in entsprechender Weise wahrgenommen werden.

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