Es lebe Katalonien!

Die „Tagesschau“ – Immer so rechts wie es geht.

von Ulrich Gellermann.

Das war kein Konzert, das war eine Messe, als der Sänger Lluis Llach am 15./16. Januar 1976 sein Konzert in Barcelona gab. Man lag sich in den Armen, man weinte, man war bei sich. Denn erstmalig seit Francos Tod durfte die Sprache der Katalanen wieder öffentlich gesungen werden. Es war zugleich die Zeit, in der sich mit der „Alianza Popular“, die Nachfolgepartei der Franco-Nazis auf den Weg in die „demokratische“ Legalität machte. Jene Partei, die heute „Partido Popular“ heißt und mit Mariano Rajoy den aktuellen spanischen Ministerpräsidenten stellt. – Oliver Neuroth vom ARD-Studio Madrid, macht sich in der „Tagesschau“ zum Pressesprecher dieses Nachfolge-Franquisten: Da wird den „katalanischen Separatisten fragwürdige Argumente für ihre Unabhängigkeit“ unterstellt. Und vom katalanischen Regionalregierungschef Puigdemont wird behauptet, er sei „abgetaucht“ als wäre er ein flüchtiger Verbrecher. Das Gesprächsangebot der Katalanen gilt dem Tagesschau-Vorturner als „inhaltsleer“. Und vorgeturnt wurde erfolgreich: Die Mehrheit der deutschen Medien begreift den katalanischen Konflikt höchstens als Folklore und stellt sich, wie die „Tagesschau“, auf die Seite der Regierung Rajoy.

Die Europäische Union, wie auch die NATO konnten die nationalen Konflikte in ihren Mitgliedsländern nie gut leiden. Das ist seit dem Bexit eher vertieft worden. Denn der Separatismus lauert in Schottland, in Belgien oder auch in Irland oder Korsika: Als Reaktion auf Zentralregierungen, die mit regionalen Besonderheiten lieber kurzen Prozess machen als ihnen ordentliche Verfahren zuzugestehen. Den Höhepunkte einer primitiven schematischen Parteinahme in den deutschen Medien erreicht mal wieder die Süddeutsche Zeitung: „Selbstbestimmung lädt zur Diktatur ein“ schreibt da Gustav Seibt und leugnet die jüngere Geschichte Spaniens: Immer noch gibt es Straßen und Plätze in Spanien, die nach dem Caudillo, dem Führer Franco, benannt sind. Viel schlimmer: Es gibt keinen offiziellen Ort der Erinnerung an die Ermordeten der Diktatur. Und der spanische Staat behindert deren Nachfahren bis heute bei der Suche nach ihre Toten. Auch über die 30.000 Kinder, die zwischen 1939 und 1975 ihren politisch linksstehenden Eltern gestohlen wurden, schweigt der spanische Staat ähnlich hermetisch wie die deutschen Medien, wenn über die Ursachen der katalonischen Empörung gerätselt wird. Dass es die Nachwehen der Diktatur sind, die bis heute das Gefüge des EU-Landes erschüttern, kommt Geschichts-Verdrehern wie Seibt nicht in den Sinn, da dreht er sein Spießchen lieber rum. 

„Sie haben ihre institutionelle Position ausgenutzt, um eine illoyale und gefährliche Attacke auf unsere Verfassung durchzuführen, auf die spanische Einheit, ihr eigenes Autonomiestatut – und was am schlimmsten ist – auf das friedliche Zusammenleben von Bürgern“, zitierte die „Tagesschau“ untertänigst den spanischen Ministerpräsidenten gegen die katalanische Regierung. Ohne mit einem einzigen Wort zu erwähnen, dass die spanische Zentralregierung den Katalonen ein fest versprochenes Autonomiestatut durch das Verfassungsgericht wieder entreissen ließ. Das „friedliche Zusammenleben“ in Spanien wurde von der Regierung Rajoy zerstört. Und weil es in der „Tagesschau“ nun mal nicht ohne den Schein des Rechts geht, bemüht man flugs einen rechten Experten: „Der Jurist Georg Nolte, Professor für Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht an der Humboldt-Universität Berlin, sieht keine Grundlage dafür, dass die Bewohner Kataloniens einen Anspruch darauf hätten, einen unabhängigen Staat auszurufen: ‚Einen solchen Anspruch gäbe es völkerrechtlich unter Umständen dann, wenn die Bevölkerung Kataloniens vom spanischen Staat in grob menschenrechtswidriger Weise behandelt worden wäre. Wie es etwa im Kosovo der Fall gewesen ist‘. Sagt der Mann aus dem Planungsstab des Auswärtigen Amts. So finden deutsche Medien zu gerne doppelte Standards, immer so, wie es ins Regierungs-Schema passt: Die Unabhängigkeit des Kosovo von der jugoslawischen Regierung musste mit der NATO herbei gebombt werden, die Autonomie Kataloniens kann man dem EU-Mitglied und NATO-Partner Spanien einfach nicht zumuten.

Lluis Llachs Lied „Der Pfahl“ war zur Hymne des katalanischen Widerstands gegen Franco geworden: „Wenn wir alle ziehen, wird er fallen‚ lange kann er sich nicht mehr halten, er wird fallen, fallen, fallen, ganz morsch muß er schon sein.“ Der Pfahl im Fleisch der Katalanen war Franco. Auch weil Kataloniens Autonomie 1939 vom spanischen Diktator aufgelöst und der katalanische Ministerpräsident Lluís Companys von den Franquisten hingerichtet wurde. Er ist bis heute im vorgeblich demokratischen Spanien nicht rehabilitiert.

„Visca Catalunya – Es lebe Katalonien!“ hat man auf den Straßen Barcelonas gerufen. Die Splitter des morschen Pfahls stecken immer noch tief im Körper Kataloniens. Im fahlem Licht der supranationalen Europäischen Union, erscheinen die Nationen verächtlich. Und sind doch die Quellen auch und gerade des Inter-Nationalismus.

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Danke an den Autor für das Recht der Zweitverwertung.

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17 Kommentare zu: “Es lebe Katalonien!

  1. Ich muss moch einmal Aufklärungsarbeit leisten – schon ein wenig nervig, aber notwendig! Ehe man sich mit Katalonien und der jahrhundertelangen Problematik befasst, sollte man wenigstens erst einmal richtig katalanisch verstehen und auch sprechen können. Alles andere bleibt ein ewiger Eiertanz verkrampfter Möglichkeiten aus der Ferne heraus! Grober Unfug ist natürlich die Behauptung einiger Forenmitglieder hier – Lluis Companys wäre ein übler Massenmörder gewesen. Also – das ist schon der Gipfel der Frechheit und unterste Schublade. Während des Spanischen Bürgerkrieges von 36 – 39 kam es zwischen den Trotzkisten der POUM und dem Bündnis von Kommunisten und Sozialisten in Barcelona zu blutigen Auseinandersetzungen. Der Kampf gegen die Faschisten unter Franco, Hitler und Mussolini musste mit aller Entschlossenheit geführt werden. Die Einheitsfront der gerechten Sache und der · Zweiten Spanischen Republik · stand auf dem Spiel! Lluis Companys hat auch hierbei schlichtend und gerecht eingewirkt – daneben auch so manch einen Kirchenmann vor dem Galgen gerettet. In Zusammenarbeit mit der aufgehetzten Gestapo im besetzten Frankreich haben ihn dann Vichy-Franzosen an den eigentlichen Massenmörder und elenden Halunken – Francisco Franco, ausgeliefert. Josep Tarradelles hat dann nach Francos Tod wenigstens 1979 die Autonomie für Katalonien erreicht. Mehr konnte man halt in der „Zeit der Transición“ von den Kryptofaschisten und neuen NATO-Lakaien in Madrid nicht abverlangen. Latent ist aber das Bestreben nach einem eigenen Staat immer gewesen. Die Basken sind da vielleicht etwas entschlossener oder auch “gewaltbereiter“ schon immer gewesen. Arnaldo Otegi – zur aufrechten Versöhnung bereit, musste seinen geplanten Gang nach „Canossa“ bzw. Santiago dann in Roncesvalles beenden wie einst der alte Roland und mit jahrelanger Haft bezahlen. Madrid ist eben zu keinem Dialog bereit und auch noch nie wirklich gewesen – wie jetzt die Würfelbude der Moncloa beweist! Die ersten Verhaftungen von Katalanen geben halt Anlass zur Sorge. Schon lachhaft, dass der Schwiegersohn des Königs Millionen veruntreut hat und nicht einmal ein Gefängniss von innen sehen musste.
    P.S. Galizien kämpft gegen die letzten Waldbrände an mit bereits 10 Toten. Rajoy schickt gerade mal 350(!) Helfer in den vergessenen Norden Spaniens – aber entblödet sich 20.000 Polizisten und Guardia Civiles nach Katalonien zu kommandieren, die auf friedliche Wähler einprügeln. Fazit mindestens zwei Tote der letzten Unruhen, was die Massenmedien als Randnotiz vergessen lassen – Sic!

  2. Els Segadors und die Wiederholung der geraubten Geschichte
    Seit Monaten bemühen sich verkrampfte Politiker, schnöde Postillenschreiber und andere Wochenendakrobaten der Weltanalyse um eine retrograde Erklärung der katalanischen Rechtfertigung. Natürlich hat das katalanische Volk alles Recht der Welt, sich endlich vom anachronistischen Joch der Kryptofaschisten und anderer gesalbter „Monarchen“ in Madrid zu befreien – basta ya! Wem das nicht passt, der unterstütze wenigstens den Freiheitswillen der Palästinenser seit 1948. Katalonien ist als Land zerrissen, nachdem Frankreich noch den Rosselló mit Perpinya 1659 verloren hat. „La Guerra dels Segadors“ lässt auch heute noch das Herz aller aufrechten Katalanen bluten!
    Hinter Ascó versteckt sich die alte verborgene Bunkeranlage in der neuen Straßenkurve. Diese bietet gerade einmal genügend Schutz für den wachsamen Posten. Autos fahren übereilt vorbei auf dem Weg an die Küste. Die Eisenbahntrasse nach Tortosa liegt noch heute im Schussfenster des geübten Schützen. Die Abzweigung der letzten Bahngleise verliert sich in den weglosen Steilhängen der nahen Serra de Pàndols vor Prat de Comte und der gut verdeckten tiefen Schlucht von La Fontcalda in den engen Berghängen vor Katalonien. Sommertouristen gleiten ungeübt auf ihren Mountainbikes die Berge herab und tauchen in die klaren Quellwasser des Riu Canaleta der Terra Alta ein. Der steile Waldweg zum Gipfel hinauf und an der Kapelle Santa Magdalena vorbei ist mit Schotter ausgebessert.
    Katalonien und Aragón vereinte nicht immer das liebliche Gezwitscher brütender Vögel.
    Zu Füßen der wichtigen Anhöhe 705 teilen sich Oliven- und Mandelhaine den trockenen Boden mit Weinreben und Pistazienkernen. In El Pinell de Brai verstauben die alten Vorratslagerhallen und Lazarettbetten für die freiwilligen Kämpfer der • Zweiten Spanischen Republik • von 1938. Gedenktafeln werden erneuert und der vergilbte Marmor im April 2011 von der Gewerkschaft restauriert.
    705 Meter über dem Meeresspiegel und fast hundert Kilometer Sichtweite sollen die Republik vor dem nahenden Ungewitter schützen. Hier befindet sich der militärische Hochstand der Republik unter General Enrique Líster, um noch einmal die anrückenden Feinde abzuwehren. Heute ist dort das Denkmal zu Ehren der Toten und ihrer Träume und Hoffnungen zu besichtigen. Ein paar unscheinbare Staubkörner und Mikropartikel gebleichter Knochen wehen aus anderen Feldern und kahlen Wäldern ganz Spaniens herüber und setzen sich auf das Monument zu Ehren der vielen gefallenen Brüder und internationalen Kämpfer. Persönliche Eintragungen und auch Gedenkschriften lehnen an der Wand der Erinnerungen.
    Auch noch mit 93 Jahren müht sich einer der letzten Söhne des Lincoln-Bataillons den Berg hinauf ehe die getrübten Augen in das zu Blut geronnene Tal seiner Jugend und des vergangenen Grauens hinabblicken.
    Im August 1938 geht die Spanische Republik in die letzte Gegenoffensive und überquert den Ebro. Der Faschismus soll endlich zum Stehen gebracht werden.
    Ein anderer Wanderer macht noch mit dem Bleistift ein paar hastige Skizzen. Sicher wird er wiederkommen, um Farben und Leinwand tanzen zu lassen. Die mehr als 70 jährige Stille zwängt sich beklemmend in den Kopf des Betrachters.
    Haben Bäume oder Steine eigentlich ein Gedächtnis? Wer macht den ersten Kniefall der Vergebung vor der geschundenen Natur? Wen soll man nach der alten Geschichte befragen, wenn die letzten Überlebenden nur noch durch die Enkel überleben?
    Spitz zum Himmel emporsteigende weiße Berggipfel tauchen in einem vorbeiziehenden Wolkenbad unter. Der Adlerhorst im Fernglas verschwimmt im grellen Gegenlicht. Auch der Blick des flüchtigen Beobachters bleibt ein wenig getrübt und verliert sich in Richtung Westen, wo heute nur noch bunte Segelflieger ihre „Bombenlast“ der Einwegdosen abwerfen.
    P. S. für die verlorenen Seelen.
    Nach gesegneter Geburt, asketischer Mission, schmerzhafter Kreuzigung und kryptischer Auferstehung ging er letztlich in den erlösenden Untergrund ‒ sowie viele andere verbannte, verfolgte, vergessene, verkannte, verleugnete und verlorene Weltenbummler und Heilserlöser der gebeutelten Geschichte. Es ist am Ende nur eine Frage der Zeit, wann die Freiheit für jeden Einzelnen kommen wird – auch für Katalonien, Gaza, Donbass und andere Orte versklavten Planeten – Sic!

  3. Ganz egal wie man zur Abspaltung stehen mag, der EXPERTE kommt zu dem Schluss, dass …“wenn die Bevölkerung Kataloniens vom spanischen Staat in grob menschenrechtswidriger Weise behandelt worden wäre…“ würde es eine Abspaltung Kataloniens vertretbar machen.
    Immerhin

    Na, hat nicht RP Rajoy seinen spanischen Bürgern EU-Recht verweigert, in dem er spanisches Recht den höheren EU-Recht vorzog, um notleidende Immobilienkredite durch Zwangsenteignung der Kreditnehmer zu bedienen und damit Banken zu retten, die Kreditgeld bei 1% Mindestreserve vergaben ?

    Wir erinnern uns alle an den Katalanen Mohammed Aziz, dessen Immobilienkredit 2009 notleidend wurde und der bis zum EuGH ging um dort 2011 Recht zu bekommen.
    Seither ist bekannt, dass Spanien illegal Zwangsenteignet und die Leute illegal auf die Straße setzt.
    Gemäß EuGH-Urteil vom 14.03.2013 sind „vorformulierte Grundschuld-Bestellungs-Urkunden“, die mit jedem Kreditvertrag vereinbart werden und denen sich der Kreditnehmer bei Zahlungsrückständen unterwerfen muss – UNWIRKSAM.
    ES GILT deshalb KEIN SPANISCHES RECHT – SONDERN EU-RECHT.
    Jedem säumigen Darlehensnehmer steht das Recht zu, sich vor einem ordentlichen Gericht VOR ZWANGSENTEIGNUNG wehren zu können. Es ist ihm sogar PKH zu gewähren.

    Auf Deutschland übertragen bedeutet es das Gleiche.
    Das OLG Karlsruhe urteilte folglich im ähnlich gestrickten Falle in etwa so:
    „… wenn dem Kläger gem. EuGH-Urteil Recht zu geben wäre, WÜRDE DAMIT DAS GESAMTE GELD- und WÄHRUNGSSYSTEM ZUSAMMEN BRECHEN.“
    Aha !!!
    Denn das würde bedeuten, dass alle sogenannten Sicherheiten der kreditgebenden Banken sich in LUFT auf lösen würden. So wie das Kreditgeld entstanden ist – mit nur 1% Mindestreserve – durch „Geld aus dem Nichts“ – so verschwindet es ach wieder. Würde es rechtmäßig zugehen.
    Die kreditgebenden privaten Geschäftsbanken haben nämlich gar keine Sicherheiten. Ihr Ranking dürfte bei CCC- liegen. Zumindest solange, bis die notwendige Mindestreserve nicht auf mind. 30% erhöht wird.
    Doch da scheint die Rendite in Gefahr.
    Und für die scheint Rajoy einzutreten – und nicht für seine spanischen Bürger.
    EuGH-Urteil vom 14.03.2013
    http://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text=&docid=135024&pageIndex=0&doclang=DE&mode=req&dir=&occ=first&part=1
    Spiegel
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/spanien-zwangsraeumungen-verstossen-gegen-das-eu-recht-a-888861.html

  4. Was ich nicht lese ist das das heutige Spanien erst etwa 1500 entstand, und das ehemalige Jougoslavien gleicht.
    Was ich auch nicht lese ist warum etwa die Hälfte der Katalaniër unabhängich sein wollen.
    Diejenigen die keine Unabhängichkeit wollen stimmten nicht.
    Die einzige Grund die ich las ist dat Katalaniën mehr zahlt an Madrid dan andere Regionen.

    • „Was ich auch nicht lese ist warum etwa die Hälfte der Katalaniër unabhängich sein wollen.“
      Wie meinen Sie das?
      Kennen Sie die Gründe nicht?
      Natürlich zahlt Katalanin mehr als andere. Das hat was mit seiner wirtschaftlichen Stärke zu tun.
      Länderfinanzausgleich nennt man das in Deutschland.

      Katalanen sehen Spanien als „gescheiterten Staat“ war eine Überschrift im Nov. 2014 in der“ Welt“.

      16 Milliarden Euro im Jahr, 8,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. So viel führe das vergleichsweise reiche Katalonien im spanischen Finanzausgleich an den Zentralstaat ab, ohne adäquate Gegenleistungen zu erhalten.

      “ das Beispiel Bayern – „3,6 Prozent!“ – und den üblichen politischen Kampfbegriff: „Steuerplünderung“. Katalonien müsse seit Jahren massiv in Bildung, Gesundheit und Sozialleistungen kürzen. „Ohne Finanzausgleich könnten wir die Armut abschaffen, den Mindestlohn anheben, freie Kita-Plätze schaffen und unsere 59 Milliarden Euro Schulden abbezahlen.“

      Es sind soziale Themen, die diesen Konflikt befeuern.

  5. In einem Land, das Sadismus (Stierkampf) zum nationalen Kulturerbe erklärt hat, möchte ich auch nicht leben. Meine Sympathie gehört den Independistas. Die Bilder von den brutalen Polizeieinsätzen am Abstimmungstag haben mich darin nur bestätigt.

  6. Schon wieder Katalonien und Spanier! Das k… mich an!

    Die Katalonen wollen keine Unabhängigkeit, es handelt sich um eine große Minderheit von Katalanen, die das fordern!

    Die Spanier sind nicht identisch mit Rajoy

    Herr Gellermann argumentiert mit all der üblen Politik der Partido Popular (PP) und ihres Vorsitzenden, dem jetzigen Ministerpräsidenten Rajoy, gegen die Unabhängigkeitsbewegung. Diese Argumente stimmen zum größten Teil.

    Herr Gellermann unterschlägt aber all die üble Politik und Machenschaften, die die Independistas betreiben und so den Konflikt genauso anheizen wie die PP. So erzeugt der Autor nur die umgekehrte Propaganda der Tagesschau.

    Er argumentiert mit der Politik Francos gegen Katalonien. Die Wirkung Francos in Spanien kann heute durchaus mit der Hitlers in Deutschland verglichen werden. In Spanien gibt es Fanquisten und die Hitleristen sind auch in D (nach viel längerer Zeit) nicht ausgestorben. Die PP ist auch nicht einfach franquistisch, so wie die CDU nicht einfach faschistisch ist. PP und CDU sind durchaus vergleichbar. Da sind alle möglichen rechten Strömungen drin.

    Natürlich finde ich es doof, wenn hier Straßen und Plätze noch immer nach Franquisten benannt werden. (Ich wette, da fände man auch -nicht nur- in Bayern einige Absonderlichkeiten) Aber wirklich schädlich ist zum Beispiel der Sprachterror der Independistas und der Valenciano-Politiker, hier in der Provinz, in der ich wohne. Äußerst bedenklich empfinde ich das Mobben der Independistas gegen die Katalanen, die nicht für die Unabhängigkeit sind. Das und zum Beispiel die Jugendarbeitslosigkeit sind hier die Probleme des täglichen Lebens. Nicht die Straßennamen.

    Die Propaganda der Tagesschau und die Propaganda des Herrn Gellermann haben nur einen Zweck: Ablenken von den wirklichen, sozialen Problemen in ganz Spanien.

    Richtig wäre, PP, Rajoy und Putschdement abzusägen und zu sprechen. Wieder auf die wirklichen Probleme konzentrieren. Aber da bin ich leider so optimistisch wie mit der Situation in D. Also bleibt es hohe Zeit für die Tagesschau und Herrn Gellermann, wenn er sich nicht eines Besseren besinnt.

    • „Die Probleme und Fehler der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung“
      Von Vicenç Navarro, aus dem Spanischen von Em D. Ell.
      http://www.nachdenkseiten.de/?p=40589#more-40589

    • „Die Katalonen wollen keine Unabhängigkeit, es handelt sich um eine große Minderheit von Katalanen, die das fordern!“

      Genau so ist es.
      Die am lautesten schreien, werden am besten wahrgenommen.

      Mein Sohn war erst vor kurzem in Spanien zu Besuch. Die Mehrzahl findet beide Seiten doof.

      Die sozialen Probleme in ganz Spanien kennt Herr Gellermann bestimmt.
      Leider hat er Sie hier nicht thematisiert.
      Eine Gegendarstellung zu dem MSM sollte den Hauptpunkt nicht aussparen, denn das ist die Brücke, was ich bedauere, die unsere Länder verbindet.
      Oder wollen wir nur unterhalten werden?

    • Zu Zeiten einer Franco-.Diktatur konnten katalonische Separatisten wirklich das Wort ‚Freiheitsrechte‘ für sich beanspriuchen. Heute sieht das anders aus. Das in der EU eingebettete Spanien ist keine Bedrohung von Freiheitsrechten speziell für Katalanen. Und nur eine sogenannte ’nationale Unabhängigkeit‘ zu fordern, könnte sogar sehr kontraproduktiv enden. Die ’nationale Souveränität‘ ist eine der großen Lügen des 20. Jahrhunderts gewesen. Die Bewohner zahlreiche frühere Kolonien wurden just in dem Moment in die sogenannte ‚Unabhängigkeit‘ entlassen, als es wirklich zu einem VORTEIL wurde, zu einem europäischen Staat oder zu den USA zu gehören. Heute stellt es sich aus eine Art Jackpot-Gewinn dar, wenn man in einem der ganz wenigen Teile Afrikas oder Asiens wohnt, die nicht ‚unabhängig‘ sind. Vergleichen Sie mal die sich auf EU-Stand (plus tropisches Klima) befindlichen französischen Territorien Reunion und Neukaledonien mit ihren teils bettelarmen Nachbarländern!

    • Wer Katalonien und die Katalanen wirklich verstehen will, sollte erst einmal weg von der Küste, dem Touristenzirkus und anderen junk food „Verzückungen“ des schnöden und verblendeten Lebens im Sinne der Rothschild-Mafia aus London, NYC oder Frankfurt. Abgesehen davon – hilfreich wäre noch katalanisch zu sprechen und zu verstehen, um überhaupt begreifen zu können um was es eigentlich hier geht in diesem verleugneten und gedemütigten Land. Allen „armchair-freelancers“ und Wochenendnörglern helfen hierbei die: Tagesschau, heute oder Wikipedia á la Stern, Facebook, Spiegel, FAZ etc. auch nicht weiter. Ganz Europa hat nun mal Probleme dank der Bilderberger, des CFR und der anderen Logenbrüder – da braucht man nicht noch der PP, Rajoy und dem königlichen Elefantenjäger die Eier schaukeln für lumpige thruppence – Cheerio you lost bumkins!

  7. Ulrich Gellerman, betreiben Sie hier Propaganda? Dumm nur dass es Leute gibt die Spanisch verstehen:

    https://www.dolcacatalunya.com/2015/10/sr-mas-ud-sabe-quien-era-lluis-companys/

    http://www.outono.net/elentir/2017/10/15/lluis-companys-los-siniestros-hechos-que-la-propaganda-separatista-no-quiere-que-sepas/

    Lluis Companys war ein Mörder! Er hat mehr als 8000 Personen hinrichten lassen.

    • Im Netz kann man ganze Artikel ins Deutsche übersetzen lassen. Kann ja jeder selber mal versuchen.
      Diese Artikel sind voller Hass und stark tendenziell.
      Rodrigo, was für eine Rolle spielen sie hier?
      Wie stehen Sie den zu Franco oder zu Mariano Rajoy? Mal ehrlich.
      Da ich auch so mal im Netz geschaut habe, finde ich keinen Artikel auf einer seriösen Seite, auf der so undifferenziert geschrieben wird.
      Auch bei Wikipedia bekommt Lluis Companys nicht den Stempel eines Mörders aufgedrückt. (bestimmt Geschichtsfälschung oder?)

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